Heute ist Donnerstag, und wir sind bereits seit Samstag im östlichen Teil der wunderschönen Insel Kreta. Genauer gesagt sind wir in Sitia, einem kleinen Ferienort auf der nördlichen Seite. Nachher geht es bereits weiter nach Ierapetra, denn insgesamt sind wir auf dieser kleinen Herbstreise an drei Standorten.
Irgendwie hat mir bisher einfach die Lust gefehlt, überhaupt etwas zu erzählen, aber dann hat vorgestern unsere Nichte angerufen, die sich derzeit auf einem dreimonatigen Praktikum in Kenia befindet. Dort hat sie auch angefangen, Blog zu schreiben und nachdem ich das gelesen habe, habe ich wieder einen kleinen Ansporn bekommen.
Die Lust zu schreiben fehlt vor allem deswegen, weil ich einfach ausgelaugt bin. Körperlich, denn der Kopf ist gut gelaunt und voller Lebensfreude. Aber das sogenannte „Chronique Fatigue Syndrom“ hat mich fest im Griff. Es sorgt dafuer, dass ich selbst nach ausreichendem Schlaf aufwache, als haette ich die Nacht durchgemacht. Das zu beschrieben faellt wirklich schwer, denn mit normaler Muedigkeit hat das nichts zu tun. Brauche übrigens gar keine Tips mehr, denn die gibt’s gratis an jeder Ecke. Man möge mir glauben, dass ich fast alles erdenkliche bereits probiert habe und mein Blut auf unendliche viele Werte getestet wurde. Die Krankheit ist momentan nicht heilbar und so muss man lernen, damit zu leben. Das bedeutet, viele Ruhepauses und das Leben anpassen an das, was machbar ist, dazu leichte Bewegung, gesunde Ernährung und versuchen, das zentrale Nervensystem durch möglichst wenig Stress zu regulieren.
Ups, jetzt bin ich ja total vom Weg abgekommen. Wie finde ich bloß jetzt wieder zurueck nach Kreta?
Samstag mussten wir bereits um halb drei in der Nacht aufstehen, da unser Flieger schon im 5 Uhr in Richtung Kreta ging. Wer kommt nur auf so eine Idee? Wir sind pünktlich abgeflogen und hatten sogar einen Mittelplatz frei, so dass ich ein bisschen auf Kais Schoss schlafen konnte.
Um 9.00 Uhr morgens waren wir bereits auf Kreta (eine Stunde Zeitverschiebung) und konnten unseren Mietwagen in Empfang nehmen. Von dort aus ging es unbarmherzig ueber verschlungene Strassen in etwa zwei Stunden nach Sitia. Ich war zu dieser Zeit einfach nur noch müde und quengelig.
Im Hotel konnten wir glücklicherweise nach nur kurzer Wartezeit unser Zimmer beziehen, und so trat ich ein, schlug die Bettdecke zurueck und fiel direkt in einen traumlosen Schlaf.
Der Rest der bisherigen Reise ist schnell erzählt. Am Morgen gehen wir gerne im Meer baden. Das ist hier aber auch wirklich toll, total klares Wasser und sandiger Boden, die Wassertemperatur beträgt noch angenehme 20 Grad. Nach dem Morgenplanschen gehen wir frühstücken. Man kann hier draussen auf einer schönen Terrasse sitzen und sieht dabei auf den Pool und im Hintergrund das Meer und die weißen Würfelhäuser der Kleinstadt Sitia.
Danach muss ich immer nochmal Nachschlafen, denn ich kann nach dem Morgenorogramm kaum noch die Augen aufhalten. Kai geht dann immer schon mal vor ans Meer oder an den Pool. Nachdem ich ausgeschlafen habe ist ein Bad im Pool genau das richtige, um die Lebensgeister einigermaßen zu aktivieren. Leichtes Stricken ist angesagt und dazu ein Hörbuch auf den Ohren. So dazusitzen, ab und zu mal ins Wasser gehen, zwischendurch einen Freddo Cappuccino trinken, da ist meine kleine Welt in Ordnung. Ich liebe das so sehr.
Das Wetter ist angenehm. Es ist noch warm genug, um in Badesachen am Strand zu liegen, ohne dass es zu kühl wird. Im Himmel wechselt sich strahlendes Blau mit wattewolken ab, hin und wieder regnet es ein paar Tropfen, es ist eben Herbst. Aber selbst am Abend kann man noch im T-Shirt draussen sitzen.
Abend waren wir schon ein paar Mal vorne an der schoenen Promenade von Sitia und haben unseren Aperitif genossen, dazu auf den Hafen geblickt und ueber Gott und die Welt geredet. Einfach schoen. Da bekommt man einfach Lust, dauerhaft am Meer zu leben.
Am Dienstag hatte Kai Geburtstag und da waren wir trotz Halbpension auch draussen essen. Es gab sehr leckeres griechisches Essen und eigentlich schade, dass wir HP gebucht haben. Kai war schon öfter um diese Zeit in Griechenland und meist hatte kaum noch etwas geöffnet. Hier in Sitia ist aber noch einiges los und zahlreiche Bars und Restaurants sind noch offen.
Dennoch mehr man, dass die Saison sich langsam dem Ende neigt. Ueberall werden an den Stränden die Schirme abgebaut, ein Lokal nach dem anderen schließt. Auch hier im Hotel wird die Auswahl am Buffet von Tag zu Tag kleiner. Wer füttert dann nur die vielen Katzen? Ich mag gar nicht dran denken und hoffe, dass die vielen tollen Geschöpfe jemanden finden, der ihnen im Winter etwas zu fressen gibt.
So, jetzt sende ich mal diesen Beitrag ins Netz und hoffe, dass er ein paar Leute erreicht. Vielleicht schreibe ich noch ein bisschen mehr. Mal sehen.











