Kefalonia im Herbst

Ich liege gerade an einem der schönsten Strände auf der Trauminsel Kefalonia, dem Petani Beach auf der Westseite der Insel. Gerade waren wir im Meer schwimmen. Vor zwei Tagen haben hier noch die Ausläufer eines sogenannten Medicanes gewütet, ein mediterraner Hurricane. Der Wind ist heute weitgehend abgeflaut, aber die Wellen hier am Strand sind immer noch mannshoch. Dass sie dazu noch eine ordentliche Kraft haben, davon konnte ich mich gerade selbst überzeugen. Wir sind vergnügt in die blauen Wellen gesprungen, haben ein bisschen gepaddelt und uns mit den Wellen wiegen lassen. Aber dann beim Versuch, aus der recht hohen Brandung wieder rauszukommen, hat es mich mehrfach ordentlich zerbröselt. Halb nackig hat es mir fast den Arm ausgekugelt und ich wurde immer wieder runtergerissen und über den Sandstrand gefegt. Uiuiui. Irgendwann hab ich es dann geschafft, und außer einem Kratzer am Arm und mehreren Schaufeln Kiessand im Bikini ist alles gut gegangen. Den ganzen Tag konnte man die anderen beim gleichen Schauspiel beobachten … und hin und wieder schmunzeln, wenn es so manches Bikinioberteil heruntergerissen hat.

Wir sind seit vorletzten Samstag auf der Insel. Zunächst waren wir ein paar Tage am Agios Thomas Strand im Süden, wo uns unsere griechischen Nachbarn ein traumhaftes kleines Refugium empfohlen haben. Das Wasser war so kristallklar, die Sonne schien und es war einfach herrlich. Abends haben wir gekocht, auf der Terrasse gesessen und den immer voller werdenden Mond bestaunt. An einem Tag haben wir einen kleinen Ausflug zur Melissani Höhle gemacht, wo das Wasser so blau leuchtete, das es schon fast irreal wirkte. Wir waren am Antisamos Strand baden und haben viele leckere Sachen in gemütlichen Tavernen verspeist.

Danach sind wir etwas weiter nördlich gefahren. In einem kleinen Ort namens Assos haben wir uns in einem schnuckeligen Hotel eingemietet mit traumhaften Blick auf die Bucht und den kleinen Häuserhaufen. Dort gab es sooo viele Katzen. Am liebsten hätte ich ein paar davon mitgenommen. Wir waren ein Tag am bekanntesten Strand der Insel, dem Myrtos Beach. Wenn man den Strand von oben sieht, ist man von den unglaublichen Farben beeindruckt. Strahlend weißer Sand und Kieselsteine und ein leuchtend blaues Meer … wahnsinnig schön. Unten am Strand haben wir dann ein Schirmchen gemietet und den Tag genossen. Am zweiten Tag in Assos kam dann der Wetterumschwung und der Wind hat sich verstärkt. Wir haben sogar überlegt, ob wir überhaupt rumfahren, aber etwas Recherche im Internet hat ergeben, das wie nur am Rande des Geschehens waren. So verbrachten wir den Nachmittag hoch im Norden der Insel in einem etwas nobler anmutenden Ort namens Fiskardo. Bei einer Kaffeepause holte ich mein Strickzeug raus, und ein grau weiß gefleckter großer Kater gesellte sich neben mich auf Sofa und schlief, als ob wir schon immer beste Freunde gewesen wären. Sogar Bauchi kraulen durfte ich. Ein offensichtliches Zeichen, dass er die Nähe zum Menschen gewohnt ist.

An unseren letzten morgen in Assos (vorgestern) sind wir beide laufen gegangen. (Ich trainiere seit drei Wochen regelmäßig, damit ich im April beim Hamburg Marathon in einer Staffel mitlaufen kann) … Moment, ich muss das noch weiter hervorheben. Wir waren laufen, obwohl es geregnet hat! Anschließend, und das war bisher mein absolutes Highlight dieser Reise, sind wir direkt zum Strand gelaufen, haben die Joggingklamotten ausgezogen (Badesachen schon drunter) und sind im Regen ins warme Meer baden gegangen. Das war so unfassbar schön und ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Nach einem letzen Frühstück mit Blick auf das verregnete Assos sind wir dann hierher gefahren. Wir sind im Petani Beach Resort abgestiegen und lieben es. Wir haben eine große Terrasse mit Sonnenuntergangsblick, auf der ich gestern Abend die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen habe, während Herr C. seine Bahnen im Pool gezogen hat.

Diese Tage haben bisher einfach gut getan. Vor ungefähr 4 Wochen mussten wir uns ja leider sehr überraschend von unserem kleinen felligen Liebling verabschieden. Das wahr keine schöne Zeit. Auch wenn es in vielen Augen „nur“ eine Katze ist, so hat der Verlust sehr weh getan und vor allem die ersten Tage waren wir wie gelähmt. Immer noch denke ich an ihn und manchmal überkommt mich wieder die Trauer und ich muss ein paar tiefe Schluchzer loswerden. So ein paar Tage Ferien sind dann einfach unheimlich erholsam und die griechischen Katzen tun ihr bestes, um mich ein bisschen zu trösten.

Morgen geht es wieder zurück nach Hause. Aber nicht lange, denn schon am Donnerstag morgen steige ich in einen Zug in Richtung Avignon, um meine Strickmädels in die Arme zu nehmen. Vorfreude ist gar kein Ausdruck!

Die Bilder poste ich separat.

Italia

Heute ist schon Freitag, und die schöne Zeit in Italien ist schon fast wieder rum. Aber auch eine Woche reicht, um die Batterien wieder aufzuladen und uns mit vielen neuen Eindrücken zu versorgen.

Sommer in Italien, im August, da werden so viele Kindheitserinnerungen wach. Erinnerungen an tolle Urlaube mit meiner Familie. Dieses Land ist einfach etwas ganz besonderes für mich und zählt schon seit Jahren zu meinen Lieblingsorten auf der Welt.

Alleine die italienisch Küche … Pizza, Pasta und Gelato … zum Dahinschmelzen. Die wunderschönen Bauten und pittoresken Dörfer, die Gerüche … „seufzt tief“

Wir waren am Anfang unserer Reise in einem kleinen Ort in den Bergen, malerisch gelegen zwischen Comer und Luganer See und nicht zuletzt deswegen etwas ganz besonderes, weil Herr C’s Papa hier geboren ist und der Gatte selbst einen Teil seiner Kindheit hier verbracht hat.

Vor zwei Tagen sind wir dann noch etwas weiter östlich zum Iseosee gefahren. Dort haben wir uns ein kleines Plätzchen auf dem Campingplatz Pilzone direkt am Seeufer gebucht. Inclusive kleinem Wohnwagen und fest installiertem Vorzelt. Ist das vielleicht gemütlich. Vorletzte Nacht hat es in Strömen geregnet und wir genossen die kühle Luft, die durch die aufgeklappten Fenster ins Innere des hölzernen Karawans wehte.

Gestern gab es dann eine wunderschöne Wanderung entlang des oberen Seeufers, durch die Weinberge, es gab wilde Brombeeren, Kiwis, Pfirsiche und Sonstiges Gewächs. Zwischendurch herrlich schattige Wege und spektakuläre Ausblicke auf den See. Eine wirklich tolle Gegend, und lange nicht so überlaufen wie die großen Nachbarseen.

Abends stopfen wir uns in der Regel mit leckerster Pizza voll und zum Abschluss des Mahls gibt es immer noch einen starken Espresso.

Sommer 2018 im Italienischen August: uneingeschränkt empfehlenswert!

Bis zum nächsten Mal

Heute genießen wir seit langem mal wieder einen Morgen ohne irgendwelche Angaben zum Abfahrtszeitpunkt. Wir sind die einzigen Gäste auf dem Belvedere Estate in Midrand, Johannesburg, und Frühstück ist für halb 9 bestellt.

Während Herr C. sich im Bad ein bisschen frischmacht liege ich noch faul hier rum und hänge meinen Gedanken an diese wunderschöne Reise nach. Heute also noch ein bisschen resümieren und in Erinnerungen schwelgen, bevor uns nachher um 3 der Shuttle zum Flughafen bringt. Ach ja, packen müssen wir auch noch.

Am Sonntag Mittag sind wir gegen 4 hier angekommen und schon bald danach haben uns die ersten beiden Mitreisenden verlassen. Am Abend gab es dann noch für den Rest der Truppe ein gemeinsames Abendessen mit anschließenden Drinks im geräumigen Salon. Es wurde nochmal viel gelacht und Erinnerungen ausgetauscht und natürlich im modernen Zeitalter auch Mailadressen, Whatsapp Verbindungen und die Konten der sozialen Netzwerke. Ob man sich jemals wiedersieht, wer weiß das schon. Aber Abschied nehmen fällt irgendwie leichter, wenn man ihm die Schwere der Endgültigkeit nimmt. Außerdem haben wir alle versprochen, unsere Fotos noch per Dropbox den anderen zur Verfügung zu stellen. Für mich natürlich besonders wichtig in diesem Urlaub.

Gestern Morgen waren die nächsten Abschiede dran und am traurigsten war es, meinem Lieblingsguide auf Wiedersehen zu sagen. Mal sehen, ob wir es hinkriegen, mit ihm noch mal eine dieser Touren zu buchen.

Den Nachmittag verbrachten wir im gemütlichen großen Garten des Anwesens. Weil raus gehen … nicht mit uns. Um 3 wurden dann die letzten fünf aus der Truppe zum Flughafen gebracht und wir waren die beiden letzten. Schnüff.

Wir hatten anschließend ein bisschen Spaß mit der Uber app und haben es endlich geschafft, diese zu aktivieren. War irgendwie der Wurm drin. In Ermangelung eines größeren Nahverkehrsnetzes und natürlich aufgrund der Sicherheit hat sich Uber als Transportmittel in Johannesburg durchgesetzt. So ließen wir uns zur Mall of Africa fahren, wo wir ein bisschen rumschlenderten und anschließend in einem der Restaurants auf der Aussenterrasse unser Abendessen verspeisten. Zum Nachtisch gab es noch mal einen sündigen Vanilleeisshake mit Amarulalikör, bevor dann ab morgen die Ernährung wieder etwas gesünder wird.

Zum Abschluss noch mal meine lose aufgeführten Highlights der Reise:

⁃ nach dem Überfall in Johannesburg realisieren, dass die leichtsinnig anbehaltenen Eheringe noch da waren (eine sehr tränenreiche Erkenntnis)

⁃ die erste Sichtung einer Gruppe Elefanten mit Baby im Krüger Park (und alle weiteren folgenden Tierbegegnungen)

⁃ Sternegucken im Hlane Nationalpark in Swaziland

⁃ Morgendliches schwimmen im indischen Ozean am Barra Beach

⁃ Schnorcheln mit vielen bunten Fischen im Bazaruto Archipelago

⁃ Morgenkaffee beim Sonnenaufgang auf der Traumterrasse in Velanculos

⁃ Abendlicher Strandspaziergang am tosenden Ozean in Chidenguele

⁃ Vanilleeis mit Amarulalikör

Mir fallen bestimmt noch ein paar mehr ein. Aber als Gesamtfazit bleibt nur noch zu sagen, es war mal wieder eine absolute Traumreise und ich bin heilfroh, dass Herr C. beständig dran blieb und mich mit langem Atem zu dieser Form des Reisens überredet hat. Die nächste Tour ist schon im Kopf. Bis zur nächsten Reise, danke fürs Mitlesen.

Vorhang, und ab!

Abschied vom Wildlife

Aufstehen um 5 ohne Frühstück. Aber dafür mit Kaffee auf dem Zimmer. Schnell wieder alles verstaut und verzurrt, und mit kleiner Verspätung von 15 Minuten waren wir wieder abfahrtbereit.

Wir waren schon um 10 vor sechs am Gate und mussten warten, bis pünktlich um 6 die Durchfahrt freigemacht wurde.

Alle Fenster unseres Trucks wurden geöffnet und überall reckten sich die Hälse gespannt in alle Richtungen des Buschs. Und schon bald wurde diese Suche belohnt mit einer friedlich dösenden Nashornfamilie, Mama, Papa und ein junges Rhino. So putzig.

Danach folgen Schlag auf Schlag die Zebras, mehrere Giraffen, zahlreiche Impalas, eine Riesenbüffelherde und als besonderes Highlight der heutigen Safari, zwei direkt vor uns laufende hechelnde Hyänen. Selbst unser Guide meinte, er hätte diese Kreaturen noch nie so nah gesehen. Von weitem sehen die echt nett aus, aber aus der Nähe wirklich fies und gefräßig.

Was uns leider auch heute wieder verweht blieb, war die Sichtung eines Leoparden, dann wären die Big 5 komplett gewesen, mal abgesehen davon, dass es unglaublich schöne Tiere sind. Herr C. und ich werden zuhause sicher einige Tierdokus anschauen. Eine faszinierende Welt da draußen und ich bin so begeistert. Zum Abschied aus dem Park gab es noch einige Elefanten zu sehen, in der Herde mit Minibabys oder riesengroße vereinzelte männliche Dickhäuter.

Es gibt überall hier in Südafrika geschnitzte und bemalte Holztiere zu kaufen. Wir haben zuhause ja schon ein paar davon. Ein schönes Zebra fehlte noch. Direkt an der Ausfahrt vom Park war noch ein Laden und da haben wir zugegriffen. Somit ist unser Zoo nun offiziell um zwei Holzzebras erweitert :-)

Zurück nach Südafrika

Heute morgen mussten wir mal wieder in aller herrgottsfrühe aufstehen. Es war noch dunkel, als um 5 Uhr das Smartphone rappelte. Voller Tatendrang sprang ich auf und befüllte zwei Tassen mit im Zimmer bereitgestellten Zutaten für einen Morgenkaffee. Gefriergetrockneter löslicher Kaffee mit Milchpulver. Kann sich jemand vorstellen, wie sehr ich mich auf einen richtig guten Kaffee freue? ;-)

Es wurde hell gegen halb sechs und wir sind vor zum Pool gelaufen, um als einzige ein paar zügige Runden im kühlen Wasser zu drehen.

Um viertel vor 7 war der Truck fertig beladen und wir konnten zurück auf Afrikas schlaglochreiche Straßen. Wenn ich hier mal auf hohem Niveau etwas jammern einenVerbesserungsvorschlag machen darf, zu viele Kilometer hintereinander sind etwas anstrengend. Ich finde nur eine Nacht an einem Ort ist zu wenig. Naja, aber so schlimm ist es auch nicht und ich freue mich schon auf die nächste Reise dieser Art. Habe an Afrika einen Narren gefressen und möchte noch vieles sehen. Herr C. schwärmt immer wieder von Namibia und die andern haben atemberaubende Dinge von den Viktoria Wasserfällen und der Serengeti erzählt. Ich schweife mal wieder ab. Und mal abgesehen, hatte ich das glaube ich auch schon mal erwähnt ;-)

Vorhin haben wir einen kurzen Stop in Maputo gemacht und haben bereits die ersten beiden Mitreisenden in die Freiheit entlassen. Von da aus ging es direkt in einen Supermarkt, um uns mit ein paar Fressalien fürs Mittagessen zu versorgen. Jetzt gerade sind wir kurz vorm Grenzübergang von Mozambique nach Südafrika. Dann müssen wir dieses schöne Land leider wieder verlassen, die Tage unserer Reise sind gezählt. Doch heute Abend gibt es noch einen Zwischenstopp in Melalane und morgen haben wir dann noch zwei Nächte in einem kleinen putzigen Hotel im Norden von Johannesburg. Dort werden wir dann noch etwas ausruhen und vielleicht noch etwas shoppen. Aber nur noch in der Mall of Afrika … dort ist die Luft rein. Die Innenstadt von Johannesburg wird großräumig gemieden.

Kleiner Zeitsprung: der Grenzübergang war mal wieder etwas gruselig. Kaum sind wir aus dem Truck ausgestiegen, wurden wir umringt von jungen Männern, teilweise mit dicken Geldbündeln in der Hand oder auch mit offiziell aussehender gelber Weste, um zu behaupten, man muss für die Einreise irgendeine Phantasiegebühr zahlen. Was das eigentlich erschreckend daran ist, dass diese Machenschaften einfach so geduldet sind. Keiner tut was, verboten ist das sicher per Gesetz, aber es kümmert sich eben niemand darum. So sieht’s aus.

Zurück in Südafrika war es nur noch ca. eine Stunde Paradise Creek Resort in Malelane, idyllisch gelegen neben einer bestialisch müffelnden Zuckerraffinerie. Die Hütten waren aber dafür sehr schön und die Anlage auch. Nur das Wifi hat mal wieder nicht funktioniert. Typischer Spruch: noooo sorry, not working today … tomorrow! Gefolgt vom breiten Zahnpastalächeln. Mir wars mittlerweile Wurscht. Für manch andere war das aber schon fast ein Grund zum verzweifeln.

Wir verbrachten unseren letzten vollzähligen gemeinsamen Abend bei einem leckeren Stirfry mit Nudel und als Nachtisch gab es Vanilleeis mit Amarulalikör. Dringend merken. Das schmeckt himmlisch. Wird sicherlich bei uns auch bald mal als Nachtisch gereicht. Anschließend folgte das abendliche Briefing unseres Guides, der es sich zum Spaß macht, immer erst die Details des folgenden Tages zu erzählen, und erst am Schluss die Zeit fürs Frühstück. Für den nächsten morgen wurden wir dann noch mal mit einer wundervollen Zeit von halb 6 erfreut. Dieses Mal hieß das sogar reine Abfahrtszeit, ohne Frühstück.

Lagerkoller

Auf der perfekten Terrasse haben wir mal wieder den perfekten Sonnenaufgang genossen. So kann ein Tag beginnen. Ein gemütliches Kaffeechen, ein morgendliches Bad im Pool, was will man mehr. Leider war dieser schöne Moment viel zu schnell wieder vorbei, als sich alle zum Frühstück trafen und nur kurze Zeit später wieder der Truck startklar gemacht wurde.

Was folgte war ein scheinbar endlos scheinender Tag im Truck. Wir fahren wieder südwärts. Schließlich müssen wir jetzt alles wider zürück. Wie mit dem letzten Eintrag angekündigt, fuhren wir Richtung Xai-Xai, genauer gesagt in einen Ort namens Chidenguele. Irgendwo bei einem unser Pipistops fuhr unser Fahrer etwas zu holprig über eine Schwelle oder ein Schlagloch, so dass der unter dem Truck angebrachte Wassertank, bzw. dessen stählerne Halterung nach unten absackte. So musste erst mal notdürftig geflickt werden und die Jungs an Bord waren in ihrem Element. Dazu gab es unseren Roadside Lunch an einem kleinen See, der zwar direkt am Meer liegt, aber mit Süßwasser gefüllt ist … oder einer Mischung, dem sogenannten Brackwasser. Es war dort höchst idyllisch.

Ansonsten hatte ich gestern einen kleinen Lagerkoller. Irgendwie ging mit die Fahrerei auf die Nerven und so manche Leute, mit denen man notgedrungen den ganzen Tag verbringt, können auch langsam anstrengend werden. Manche haben immer was zu meckern und manche … ach lassen wir das. Sind eigentlich alle ganz nett ;-)

In unserer neuen Behausung, der Sunset Lodge oberhalb des Meeres, angekommen, haben wir schnell unsere Klamotten ins Zimmer gebracht und sind gleich runter zum wunderschönen Strand gelaufen. Das war wirklich mal wieder dramatisch schön. Menschenleer, ein heftig brausender Wind und ein brausendes lautes Meer. Dazu in der Ferne der herannahende Sonnenuntergang. Der Strand ist hier eher Richtung Süden ausgerichtet, so dass man auf der rechten Seite das Wechselspiel der Farben beobachten kann. Die Stimmung war toll. Wären wir irgendwo in Europa oder Amerika, dann wäre hier wahrscheinlich alles voll mit coolen Sonnen- und windgegerbten Surfern gewesen. Aber so ist uns außer zwei Fischern niemand begegnet. Glücksnote 10.

Später trafen wir uns dann alle wieder am Lagerfeuer bei den Campern. Es gab leckeres Bierdosenhühnchen und glücklicherweise hatten wir vorher in einem kleinen farbenfrohen afrikanischen Laden unseren Vorrat an Flying Fish aufgestockt. Ein sehr leckeres Biermixgetränk mit Fizzelchen von Zitron. Später haben wir nochmals Marshmellows über dem Feuer geröstet und schon früh gings wieder ab ins bettchen.

Bunte Fische

Heute ist schon Freitag, unser letzter Tag in Mozambique. Es ist ja ein allseits bekanntes Phänomen, dass die zweite Hälfte eines wunderschönes Urlaubs doppelt so schnell rumgeht wie der Anfang. Umso wichtiger ist es, jede Minute zu genießen. Nun ja, vielleicht nicht jede, denn gerade sitzen wir wieder im Rumpeltruck in Richtung Süden nach Xai Xai, gesprochen Schei-Schei.

Vor zwei Tagen ging die Reise mal wieder früh los vom Barra Beach Richtung Norden nach Vilanculos. Wie immer, wenn möglich, haben wir ein frühes Bad im Ozean genossen. Das Wasser ist total klar und der Boden feinsandig. Nebenbei kamen die Fischer zurück an Land und wollten uns ein paar Hummer verkaufen. Nach dem Frühstück haben wieder alle angepackt und der Truck war abfahrtbereit. Auf dem Weg machten wir einen kurzen Stop auf dem örtlichen Markt in Inhambane. Ach wie wir sie lieben, diese bunten Märkte mit dem leckeren Obst und Gemüse und den Menschen. Und dennoch, auch hier wieder dieses mulmige Gefühl im Bauch. Ob das jetzt für immer so sein wird? Ich hoffe nicht.

Hier in Mozambique und wahrscheinlich in vielen Regionen Afrikas gibt es noch eine Berufsgattung, die bei uns schon in der Art ausgestorben ist. Den Reklamemaler. Hier gibt es kaum Schilder oder Plakate, stattdessen werden die Werbeinhalte in bunten Farben auf die Häuserwände gepinselt. Das ist auf eine ganz eigene Art und weise sehr fotogen.

Nach dem Zwischenstopp ging die Fahrt weiter, bis unser Guide ein schattiges Plätzchen inmitten teilweiser sehr alter und riesengroßer Baobab Bäume suchte, um dort unser Lunch einzunehmen. Es hat geregnet, aber die Bäume boten guten Schutz.

Am späten Nachmittag sind wir endlich in den Golden Sands Appartments, ca. 5 km nördlich von Vilanculos angekommen. Vorher gab es noch einen Supermarktstop für Alkohol und Snacks.

Die neue Unterkunft war mal wieder traumhaft gelegen. In leichter Anhöhe mit Blick aufs Meer gab es einen Pool und jedes Apartment verfügte über eine große überdachte Terrasse. (Fast) alle waren sich einig, dass dies ein perfektes Plätzchen zum Leben wäre.

Herr C. und ich waren die ersten im Pool und genossen den Blick vom Wasser aufs Meer. Zum Abendessen gab es feines Geschnetzeltes mit Reis und Salat, bevor sich die meisten recht früh ins Bett verabschiedeten. Selbst die jungen Hühner, die brauchten ein bisschen Anlauf für die nächste Party ;-)

Gestern morgen war dann mal wieder großer Activity Day. Teil des Pakets unserer Rundreise war ein Ausflug nach Bazaruto Island mit einem typischen mozambikanischem hölzernen Fischerboot, einer sogenannten Dhow. Aufgrund der Wellen auf dem offeneren Teil des Meeres sind wir aber nur bis zu einer kleineren vorgelagerten Insel gefahren, die aber genauso schön sein sollte. Mir sollte es nach den vorangegangenen Erfahrungen recht sein.

Die Inseln gehören zu einem geschützten Nationalpark mit hunderten diverser Vogel- und Fischarten.

Gegen 8 bestiegen wie die hölzerne Nussschale und verteilten uns über das gesamte lila gestrichene Boot. Unser Guide für den Tag war ein alter Seebär, der uns ein bisschen was über den Park erzählte, während die Crew … bzw. ein Teil der zweiköpfigen Crew auf dem Holzboot Feuer machte (ja, richtig gelesen) und uns heißes Wasser für Kaffee und Tee brühte. Das Boot schaukelte sanft in den Wellen und auch dank einer prophylaktisch eingenommen Tablette gegen Reiseübelkeit spielte der Magen dieses Mal perfekt mit.

Als wir auf der Insel ankamen wurden wir auf einem kleineren felsigen Riff ausgesetzt und wir bekamen Gummischuhe (scharfe Muscheln) und eine Taucherbrille mit Schnorchel. Wir stiegen ins Wasser und was dann folge war einfach nur großartig, bombastisch, atemberaubend, Glücksgefühle auslösend!!! Das Meer entlang der Felswand war voller Fische in den buntesten schillernden Farben, gestreift und gemustert, grün, blau, gelb, orange, klein, groß, vereinzelt und in großen Schwärmen … Ich jauchzte unter Wasser. Da ich eigentlich noch nie so richtig Schnorcheln war, war das natürlich eine neue faszinierende Welt für mich. Ich bekam es sogar hin, nicht dauernd durch die Nase zu atmen und so konnte ich sanft mit der leichten Strömung gleitend die Show im 30 Grad warmen Wasser genießen. Ich hoffe unsere Unterwasserfilmer haben ein paar schöne Bilder gemacht. Die reiche ich dann gegebenenfalls nach. Aber auf jeden Fall war das ein Highlight dieser Reise.

Wir hatten dann ein paar Stunden Zeit, die Insel zu erkunden, zu schwimmen, Schläfchen zu machen und ein leckeres Lunch zu genießen. Es gab gegrillte Königsmakrele mit Reis und dazu noch irgendeine Art Eintopf mit Calamari drin. War sehr lecker.

Gegen kurz nach zwei wurde das Segel gesetzt und unser Rückweg wurde nicht mit Motor- sondern mit Windkraft bestritten. Das Wasser spritzte uns ordentlich nass, aber nichtsdestotrotz wurde wieder angefeuert und wir bekamen Popcorn zubereitet. Lustig.

Abend gab es ein weiteres kulinarisches Highlight, unser Chefkoch und Guide hat uns fangfrische Riesengarnelen und nochmals gegrillten Barracuda zubereitet. Währenddessen wurde draußen mal wieder die Party eingeläutet. Der jüngere Teil der Truppe vertrieb sich mit Trinkspielen die Zeit und so schafften sie es, innerhalb weniger Minuten eine ganze Flasche Rum wegzuputzen. Dementsprechend kochte die Stimmung irgendwann. Ich war dennoch froh, mich daran nicht beteiligt zu haben. In unserem Alter dauert die Erholungsphase viel zu lange, als dass es das wert wäre, den Urlaub mit Hangover zu verbringen ;-)