Heute ist bereits Mittwoch, der 30. September. Kai und ich sind am Meer in einem kleinen gemuetlichem Hotel an der unteren Spitze der kleinen Halbinsel vor Kaş. Nach einer Woche Action geniesse ich die Ruhe und den Blick auf das Meer. Dennoch hänge ich gedanklich immer wieder der fantastischen Zeit nach, die ich letzte Woche mit der Zumbacrew in Beldibi verbracht habe.

Um zu verstehen, warum mir diese Woche so unglaublich viel bedeutet hat, muss ich kurz ausholen. Denn meine Beziehung zu Zumba war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick …
Vor ein paar Jahren stand ich zum ersten Mal in der TG Bornheim in einer Zumbaklasse. Ich habe davor viel Step Aerobic gemacht und dachte, so schwer kann es nicht sein. Im Aerobic wird während der Stunde gemeinsam eine Choreographie aufgebaut und am Ende mehrfach zu immer schnelleren Beats durchgetanzt. Aber ich hatte falsch gedacht.
Alle schienen zu wissen, was zu tun war, während die Trainerin statt klarer Ansagen nur nebulöse Handzeichen gab. Nach 15 Minuten war ich so genervt, dass ich wütend die Halle verließ. Was soll der Mist? Wollt ihr mich verar***en? 😂 Thema erledigt.

Ein paar Jahre später – ich war mittlerweile im Fitnessstudio 7-11 in Sachsenhausen, wollte ich mich noch mal heranwagen. Die vornehmlich südamerikanische Musik ist einfach so schoen. Diesmal fragte ich die Instruktorin vorab aus. Sie erklärte mir das Prinzip: Jeder Song hat seine eigene Choreografie, man kommt mit der Zeit rein, und jeder hat mal klein angefangen.
Ich gab dem Ganzen eine erneute Chance. Und tatsächlich: Nach ein paar Mal erkannte ich die ersten Schrittfolgen. Auf einmal klappte eine Passage, dann die nächste … und plötzlich machte es immer mehr Spaß!
Dann kam jedoch Corona und damit verbunden, meine eigentliche gesundheitliche Geschichte. Irgendwann in dieser Zeit wurde mein Körper von Woche zu Woche erschöpfter, an Sport war bald nicht mehr zu denken. Was folgte, war ein tiefes, dunkles Kapitel: eine depressive Episode, Schlaflosigkeit und permanente Müdigkeit, die mich phasenweise komplett an das Bett fesselte. Durch die Kombination aus Frustessen und Medikamenten nahm ich ausserdem noch 20 Kilo zu.

Gemeinsam mit Kai und einer fantastischen Ärztin in Frankfurt machte ich mich auf Spurensuche. Langsam, Schritt für Schritt, kletterte ich aus diesem Loch heraus. Ein kleines Studio mit Personal Training half mir schließlich seit letztem Jahr dabei, wieder Kraft aufzubauen.

Der eigentliche Wendepunkt kam aber durch meine liebe ehemalige Kollegin Elif. Sie erzählte mir beim Mittagessen vom Outdoor-Zumba, das jeden Sonntag um 11 Uhr auf dem Dach des Skyline Plaza stattfand. Sie organisierte das und nach etwas Anlauf raffte ich mich auf. Das ganze nennt sich Silent Zumba und jeder hat einen Kopfhörer auf. Alle schienen sich gut zu kennen, und ich war noch neu in der Gruppe, versuchte aber dennoch immer wieder Kontakt zu halten.

Als die Gruppe Ende letzten Sommers nach Antalya zur Zumbaholiday fuhr, stieg meine FOMO (Fear Of Missing Out – die Angst etwas zu verpassen) ins unermessliche. Besonders als ich während der Woche die ganzen Fotos und Videos in den Sozialen Medien sah. Mein Vorsatz stand felsenfest: Nächstes Mal quetsche ich mich einfach rein. Ob die wollen oder nicht! ;-)

In dieser Outdoor-Saison gab es kein Halten mehr. Ich wurde süchtig. Süchtig nach der Bewegung, der Musik, der Gemeinschaft und der puren Lebensfreude. Zumba hat mir geholfen, mich aus einem wirklich dunklen Kapitel herauszutanzen. Noch immer muss ich zwischendurch Pausen machen und Rückschläge wird es gesundheitlich immer geben – aber sobald die ersten Rhythmen laut werden, fängt der Po an zu wackeln und die Laune steigt. Die positive Energie ist heilsam fuer Koerper und Seele. Ganz am Rande scheint sich meine vom Impingement Syndrom gepiesakte Schulter von den vielen Armbewegungen erholt zu haben. Ich kann die Arme wieder ganz nach oben bewegen.

Die Zumbaholiday in Beldibi war nun der absolute Höhepunkt: Eine Woche voller Lachen mit 22 Gleichgesinnten. 13 Nationen, von Mitte 20 bis Anfang 60, geeint durch eine gemeinsame Leidenschaft.

Ich werde diese Zeit für immer im Herzen tragen. Und das schoenste ist, zuhause wird einfach weitergetanzt. Ob beim Outdoor, im Verein oder auf diversen Zumba Partys. Ich bin so froh, nun ein kleiner Teil der grossen Zumba Familie zu sein. Und wer weiss, vielleicht konnte ich mit diesem Beitrag ja den einen oder die andere dafuer begeistern.
Versucht es doch einfach einmal selbst, ich kann es nur empfehlen. Anlaufstellen gibt es in jeder Stadt.



























































































































































































