Billabong Sanctuary

Wieder ein neuer  Tag auf der Route nach Süden. Ein ganz normaler Mittwoch. Wie immer starteten wir den mit einem kurzen Sprung in den Pool. Dieser war heute etwas Besonderes, er befand sich hoch oben im 20. Stock des Grand Chancellor Hotels in Townsville. Die Aussicht von oben war natuerlich toll.

Oben trafen wir einen der Property Guys und ich fragte ihn, warum es trotz Tuer nach draussen, nochmals eine zusätzliche Absperrung gibt. Irgendwie total sinnlos fuer unser Verständnis. Es erklärt sich mit australischen Bauvorschriften. Die geben naemlich vor, dass jeder Swimming Pool zusätzlich einen kindersicheren Zugang hat. Nichts dagegen einzuwenden, haette man nur auch schon mit der ersten Tür machen können 😜 Wir fachsimpelten ueber unnütze Bauvorschriften in unseren jeweiligen Ländern und scheinbar gibt es da auch in Australien sehr viel Bürokratie. Don’t get me started on the Bundesbauministerin 😜

Nach einem spartanisch Frühstück im Doppelzimmer ging die Packroutine los. Bisher funktioniert das System tadellos. Auch wenn es auf diesem Bild gerade nicht so aussieht 🤣 habe ich ziemlich genau 12 Minuten gebraucht, um das Chaos wieder zu beseitigen.

Dieses Mal hatten wir ca. 3, 5 Stunden Autofahrt vor uns, wobei direkt nach einer halben Stunde der heutige Tagesstop kam. Das Billabong Sanctuary beherbergt lauter australische Tiere, die irgendwo oder irgendwann auf Rettung angewiesen waren, daher auch der Name Sanctuary.

Da isser schon mutig der Kai. Warten wird mal ab, bis die echten Krokofanten auftauchen 😄

Wir waren ja schon mal am Anfang in einem solchen Gehege, aber ich kann einfach nicht genug von den australischen Beuteltieren bekommen. Kai hat vollstes Verständnis dafür.

Es folgt nun in loser Abfolge eine Reihe von Tieren, die ich vor dir Linse bekommen habe.

Dieser freundliche Geselle sass ganz entspannt auf einem Ast und hat gefrühstückt. Ein wunderschönes Federvieh.
Den hier haette ich eigentlich die ganze Zeit nur anstarren können. Dieses Schlafgesicht ❤️❤️❤️
Ein Roo mit einem Joey (so nennen die Aussies hier die Känguru Babys) – die Mama trägt nur 36 Tage und gebärt ein bohnengrosses Mini-Roo. Das klettert dann in den Beutel und wächst von dort aus. Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, ein Junges zu sehen. Umso toller war dieser Anblick.
Dieses Baumkänguru ist mal eben von seinem Fressplatz auf den Baum geklettert, um von mir fotografiert zu werden. So war es ganz sicher. 😉
Der pinkfarbene Kakadu
Ein Pademelon, eine Art Mini-
Känguru
Die echten Billbys haben sich gerade nicht gezeigt. Daher mußten wir mit diesem hier vorlieb nehmen. Der dient in Australien übrigens als Osterhase.
Hier kommen dann die echten Kollegen.
Eine Fütterung im Crocodile Dundee Style  ist sehenswert.
Gaby und das Wombat
Und hier mal ein echtes Wombat in seinem Kämmerchen. Er kann natuerlich von da aus ins Freigehege und hat ein riesiges unterirdisches Tunnelsystem.
Ich liebe die Erdmännchen ❤️

Nach dem Besuch im kleinen Tierparadies hieß es nun erst mal 3 Stunden Straße hinter sich lassen. Erwähnenswert ist hier ein kurzer Lunch Stop in einem kleinen Ort direkt am Highway gelegen. Wir stießen auf ein Fischhändler, der auch Snacks anbietet. Dort bekamen wir jeder ein grosses Hummersandwich fuer schlappe 8 Dollar, umgerechnet ca. 5 Euro. Das war wirklich hervorragend lecker. Diese Art der kleineren kulinarischen Entdeckungen machen so einen Roadtrip erst richtig besonders.

Kurz vor der Ankunft im neuen Zuhause haben wir einen alten Bekannten getroffen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich unsere nächste Unterkunft, dieses Mal bleiben wir sogar zwei Nächte. Wir bezogen ein richtiges Apartment im 4 Stock des Whitsunday Vista Resort. Ich freute mich besonders über die Waschmaschine und richtig viel Platz, um mein Chaos auszubreiten.

Direkt nach Ankunft ist Kai im Pool verschwunden und ich habe den letzten Blogbeitrag fertig gemacht. Des Rest des Tages sind wir im Hotel geblieben. Wir waren beide ziemlich kaputt. Diese Art zu Reisen ist schon recht fordernd, obwohl es so viel Spass macht. Das will ich nicht verschweigen. So haben wir das erste Mal auf dieser Reise richtig gekocht (Nudeln mit Tomatensauce, hey, immerhin 😂) und danach auf der Couch relaxed. Kai hat gelesen und ich habe an meinem handgestrickten Koala weitergearbeitet. Mal sehen, ob ich ihn hier in Australien noch fertig bekomme.

Die beiden sind am Abend direkt zu mir geflogen, als sie gesehen haben, dass ich sie von weitem mit einem Teleobjektiv beäugt habe.

Ach ja, wir sind übrigens in Airlie Beach gelandet, das liegt vor den berühmten Whitsunday Islands. Dahinter liegt immer noch das Great Barrier Reef. Immer noch deshalb, weil es uns schon seit Cairns begleitet. Da wir hier zwei Nächte sind, ist für morgen wieder ein Ausflug geplant. Doch davon erzähle ich demnächst.

Gummistiefel, Whirlpools und eine leergefegtes Townsville

Bisher hatten wir in jeder unserer Herbergen einen Pool, und auch heute morgen haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein erfrischendes Bad vor dem ersten Kaffee zu nehmen. Das ist sowieso etwas, das wir immer machen, wenn wir ein Hotel mit Pool haben.

Im Anschluss folgte die tägliche Pack- und Frühstücksroutine, hier sitzt noch nicht jeder Handgriff, aber das kommt sicher noch. Wir spielen uns so langsam ein.

Um 9.00h waren wir schon wieder auf der Straße und Kai hat uns fuer den Tag drei Highlights rausgesucht. Ich habe aber  nochmal die KI befragt, und die sagte, es sei noch unbedingt lohnenswert den grossen goldenen Gummistiefel in Tully zu fotografieren 😂  Der steht hier symbolisch fuer den regenreichsten Ort an der Küste von Queensland.

Direkt danach folgte schon das nächste Highlight. Von der geteerten Hauptstraße bogen wir auf eine unbefestigte Seitenstraße und fuhren entlang aufgeforsteter Pinienwälder immer tiefer ins Landesinnere.

So erreichten wir dann unser Ziel, den türkisblauen Caldwell Spa Pool, eine Vertiefung in einem normalen Bachbett mit einem kleinen Wasserfall, wo man eine Art natürlichen Whirlpool herein modelliert hat. Wir waren zunächst ganz alleine, zogen unsere Badesachen an und stiegen in das angenehm kühle Gewässer. Spaeter kamen dann noch ein paar andere, aber es war dennoch angenehm leer. Ganz anders als bei den Bustouren. Die türkis-blaue Farbe entsteht übrigens durch bestimmte Mineralien im Untergrund des Gewässers.

Zwei alte Bekannte wollten es sich an diesem Tag nicht nehmen lassen, uns zu begleiten. He Mülla und de Maulwurfn hatten mächtig Spaß.

Eine halbe Stunde später kam schon der naechste Stop. Wir parkten unser Auto an einem schattigen Plaetzchen und machten eine kleine schweisstreibende Wanderung zu den Attie Creek Falls. Wasserfälle gibt es hier in dieser regenreichen Gegend haufenweise zu sehen. Einen solchen schnurgeraden hatten wir bisher noch nicht.

Irgendwann war Mittagszeit und unsere Mägen meldeten sich. Praktischerweise führt der Highway auf dem wir fahren, immer wieder durch kleinere Orte. So machten wir unsere Rast in einem kleinen Ort namens Ingham. Dort gab es nicht viel, ausser den aneinandergereihten Geschäftszeilen mit der typischen Überdachung. Ich googelte vorher schon einen Imbiss mit guter Bewertung, davor konnten wir direkt parken. Wir bestellten jeder eine Portion leckere Fish & Chips (hier sehr verbreitet, haben die Briten mitgebracht). Ich konnte Kai noch überreden in ein Stoffgeschäft zu gehen. Dort fand ich passende Knöpfe für meine bunte Strickjacke. Wenn ich die in  Zukunft trage, muss ich dann immer an unseren Rast in Ingham denken.

Kais letztes ausgesuchtes Highlight fuer diesen Tag war der Hinchinbrook Lookout. Die Aussicht von dort war wirklich wunderschön.

Durch die vielen Stops war die Fahrt recht kurzweilig und gegen vier erreichten wir das Grand Chancellor Hotel in Townsville. Dort bezogen wir ein Zimmer im 10. Stock mit toller Aussicht. Das Hotel war von aussen recht hässlich. Kai mag solche Klötze überhaupt nicht. Ich beruhigte ihn damit, dass wir ja von dort ausschauen und somit diese Geschmacklosigkeit nicht anschauen müssen 😂

Nach der Ankunft in einer neuen Herberge  zeichnet sich eine gewisse Reiseroutine ab. Kai geht erst mal den neuen Pool testen und ich teste die Matratze auf Schlaftauglichkeit. So hat jeder seine Aufgaben.

Nachdem wir frisch geduscht und gecremt waren, haben wir uns herausgeputzt 😉 und wollten voller Elan einen Bummel durchs abendliche belebte Städtchen machen. Aber das war komisch. Alles wirkte wie ausgestorben. Eine Recherche im Internet ergab, dass ein langes Wochenende wie dieses in Australien oft zur Folge hat, dass erstmal gar nicht los ist. Na toll. Und wer gibt uns jetzt was zu essen? 😂

Egal, sind wir eben wo herumspaziert. Haben uns die schöne Marina mit den Nobelhäuschen angeschaut, und waren schließlich irgendwann vorne am grossen Strand.

Baden ist auch hier leider mal wieder nicht möglich. Jedenfalls nicht, wenn das Wasser noch so warm ist, die gefährlichen Quallen gibt es auch hier. So schade. Irgendwie schwer auszuhalten. Wir waren noch nicht einmal im Meer baden. Hier wird aber auch ueber all dafuer gesorgt, dass es dennoch Möglichkeiten zur Abkühlung gibt. Manchmal gibt es kleinen Bereiche, die mit quallensicheren Netzen umspannt sind, es gibt richtige Meerwasserpools in die Felsen an der Küste eingebaut und dann eben auch die kostenlosen Schwimmbäder.

Schließlich fanden wir sogar noch ein ganz tolles Lokal direkt vorne am Meer mit toller Atmosphäre. Hier ließen wir es uns gutgehen und stießen auf einen weiteren wundervollen Reisetag an.

Anbei noch ein bisschen Streetart, im Hintergrund links zu sehen – unser Hotel.

Wasserfälle und Federvieh

Heute geht’s dann aber endlich so richtig los, die Rundreise beginnt ganz offiziell. Alles bisherige diente nur der Aklimatisierung 😂

Der Morgen begann mit dem Frühstück auf unserem Balkon im vierten Stock. Scheinbar ist es hier üblich, dass die Hotels alle über eine kleine Pantry Küche verfügen. Das heisst es gibt einen richtigen Kühlschrank, Geschirr und mindestens einen Wasserkocher. Das finden wir prima, denn ein inkludiertes Frühstück scheint hier auch nicht der Standard zu sein.

Kai war gestern noch mal in der Markthalle und hat mir frisches Obst mitgebracht, Mango und Drachenfrucht. Besonders die Drachenfrucht ist zuhause meist teuer und vor allem schmeckt sie eher wässrig. Hier ist sie wunderbar süss. Frische Papaya gibt es momentan auch überall. Yum.

Die Koffer sind gepackt ich hatte mein Packsystem schon von Deutschland aus  ausgeklügelt und jetzt vor der Abreise nochmals perfektioniert. Die warmen Sachen, die ich noch im herbstlichen Melbourne gebraucht habe, sind erst mal in den Tiefen des Kofferraums verschwunden. Den Rest habe ich wie einen Schrank mit diversen Packing Cubes und Beutelchen geordnet. Kai sagt, er ist sehr gespannt, wie lange das System funktioniert. Als liebenswerte Chaotin 😂 frage ich mich das natuerlich auch. Wir werden sehen.

Im letzten Beitrag ist mir übrigens ein Fehler unterlaufen. Wir befinden uns momentan nämlich noch nicht an der Sunshine Coast. Diesem Teil hier oben gibt das flugunfähige Federvieh seinen Namen, die Cassowary Coast. Ich bin so froh, dass wir schon ein Exemplar gesehen haben, denn eigentlich sind hier ueberall Hinweise auf den Strassen, aber zeigen lassen sie sich bisher nicht.

Die gesamte Reise steht unter dem Motto, der Weg ist das Ziel, gestern haben wir uns zwei Zwischenstops ausgewählt. Es gibt natuerlich immer viel mehr zu sehen, aber leider ist die Zeit begrenzt und so müssen eben Entscheidungen getroffen werden.

Der erste Stop war bei den sogenannten Babinda Boulders. Dort gibt es einen Flusslauf, der durch sehr viele grosse Felsen unterbrochen ist, an dem sich das Wasser kaskadenartig und mit lautem Getöse vorbei schlängelt. Zwischendrin kann man sogar baden gehen, aber an manchen Stellen wird man immer wieder vor der Gefahr der Strömung gewarnt. Schon anzuschauen war es aber in jedem Fall.

Früchte und Schoten des Moreton Bay Kastanienbaums, auch als Black Bean Tree bekannt.
Kaffeestop im Maté Coffee Shop in Babinda

Als nächstes ging es zu den weiter südlich gelegenen Josephine Wasserfällen. Und die fanden wir ganz besonders toll. Aufgrund starker Regenfälle war das Flussbett ordentlich gefüllt und die Wassermassen tosten lautstark flussabwärts. Ein tolles Schauspiel, bei dem man ewig zuschauen kann. Es hat irgendwie etwas sehr beruhigendes.

Gegen vier Uhr am Nachmittag erreichten wir schließlich das Mission Reef Resort in Mission Beach. Hier hatten wir unseren ersten Übernachtungsstop.

In jedem Hotel bisher finden wir eine Wand mit Prospekten der zahlreichen Ausfkugsangebote.

Nach einem kurzen Schläfchen meinerseits und einem Poolbad von Kai sind wir dann zum Namensgeber des kleinen Örtchen vorgelaufen, dem langen Sandstrand von Mission Beach. Die Stimmung war toll, es gab nur ein paar vereinzelte Spaziergänger. Die Sonne ging langsam unter und das Licht veränderte sich minütlich. Diese Art von Strandspaziergängen zählen immer wieder zu den schönsten Momenten auf einer Reise am Meer. Hatte ich eigentlich mal erwähnt wie gerne ich am Meer leben würde? 😂

Direkt einen Block hinter dem Strand lag unser kleines Hotel. Im Zimmer gab es eine Mikrowelle und rundherum keine Restaurants zum Einkehren. Beides wussten wir bereits vorher und so haben wir uns in einem Supermarkt aus dem Kühlregal ein fertiges Massaman Curry und eine Tüte Mikrowellenreis gekauft. Dazu gab es noch einen Salat. Einfach aber gut, vor allem kommt es dabei auf sie Umgebung an.

Es war noch früh am Abend und der Pool war noch geöffnet, der Himmel leuchtete rot, als wir nochmal ins Wasser gegangen sind. Schwimmen am Abend bei tropischen Wetter, schon wieder so ein denkwürdiger Moment, dabei rücklings auf der Wasserfläche treiben und in die Sterne gucken *seufzt*

Alles in allem ein angemessener Abschluss fuer einen wirklich tollen ersten Rundreisetag.

Endlich geht die Reise los ;-)

Irgendwie fuehlt es sich so an, als wären wir schon wieder ewig unterwegs. Dennoch geht der richtig grosse Teil unserer Australienreise jetzt erst los. Wir planen innerhalb der naechsten zweieinhalb Wochen von Cairns entlang der Gold Coast bis nach Sydney zu fahren. Uns ist bewusst, dass das ein straffes Programm ist, aber der Veranstalter hat es uns so vorgegeben. Ach ja, der Veranstalter, das ist natuerlich Kai. Er hat die komplette Reise geplant, gebucht und ist nun mein persönlicher Reiseleiter. Ich werde mich ab jetzt mit Lob und Beschwerden aller Art direkt an ihn wenden ;-)

Nachdem wir uns von unserem netten Hostel verabschiedet hatten, sind wir mit dem Uber in die erste Behausung der selbstgeführten Mietwagenrundreise (so nennt man das bei den Profis ;-) gefahren. Es ging nur etwa 4 Kilometer weiter südlich ins Zentrum von Cairns. Dort bezogen wir ein Zimmer im vierten Stock des Plaza Hotels.

Dort angekommen habe ich erst mal wieder einen Glücksanfall gehabt. So sehr freute ich mich ueber das geräumige, lichtdurchflutete Zimmer, welches einen direkten Gegensatz zu unserer Behausung der letzten fünf Tage darstellt. Gefreut habe ich mich vor allem deswegen, weil ich mich wirklich mach Ruhe gesehnt habe. Im Hostel war immer was los und scheinbar sehnte ich mich nach etwas mehr Einsamkeit. Kai ist direkt unten an den Pool gegangen, während ich erst mal ein Schläfchen mit Aussicht genossen habe. Das war herrlich.

Nachmittags konnten wir endlich unseren Mietwagen abholen. Dazu mussten wir wieder mit dem Uber an den Flughafen fahren. Ich fragte den Fahrer, ob denn morgen (also) Ostermontag auch ein Feiertag in Australien sei, da antwortete er „it is, but you know, everyday is a holiday in Australia“

Unser hochmodernes Gefährt für die Rundreise. Wir mussten beide erst mal das Innere des Fahrzeugs studieren, bevor wir in der Lage waren, unsere Telefone direkt mit dem Bildschirm zu spiegeln. So koennen wir auch direkt das Navigationssystem vom Handy benutzen. Übrigens, wahre Geschichte, sind wir beide erst mal instinktiv auf die falsche Seite gelaufen. Hier ist aber alles andersrum und so lachten wir und stiegen jeweils korrekt ein.

An unserem allerletzten Abend in Cairns waren wir später noch ein bisschen am Meer und im Ort unterwegs. Dabei haben wir diesen tollen Spot fuer den Aperitiv entdeckt. Wir fläzten uns auf weichen Sitzsäcken und freuten uns, dass wir noch fast drei Wochen haben, bis wir wieder nach Hause müssen. Wie schön.

Hier steht nochmal symbolisch das Bild des ca. 100m langen und 50m breiten, frei zugänglichen und kostenlosen Pools fuer Jedermann. Denn kostenlos ist ein großes Ding in Australien. Der Pool ist nicht nur kostenlos, sondern auch direkt nutzbar, ohne Zäune und Grenzen, er wird überwacht und alles ist sauber und gepflegt. Überall gibt es kostenlose Grillpläze, gepflegte öffentliche Toiletten und ganz oft sind Museen kostenlos. In Melbourne war der gesamte öffentliche Nahverkehr im Central Business District kostenfrei. Wirklich verrückt. Die machens einfach. Und die Menschen nehmen es an.

Am Ende des offiziell ersten Tages der Rundreise ging es relativ früh in die wölkchenweichen Hotelbetten. Denn am Montag geht es dann so richtig los 😂 und unsere Vorfreude ist riesig.

Botanischer Garten Cairns

Hier sind nochmal die im letzten Beitrag erwähnten Bilder aus dem wunderschönen botanischen Garten in Cairns. Diese Bilder wollte ich euch nicht vorenthalten. Die reichhaltige Auswahl der Pflanzen ist so beeindruckend. Vor allem weil ich die meisten davon ja nur als irgendwelche stark verkleinerten Topfpflanzen kenne.

Dieser Weg ist ebenfalls Teil des botanischen Gartens und ist im wesentlichen ein Stück naturbelassener Regenwald. Sämtliche Stämme die  hier noch oben ranken, werden noch mehrfach umrankt und umwickelt von irgendwelchen Lianengewächsen und anderen Pflanzen. Das ganze ist so dicht bewachsen, dass man als Mensch kaum eine Chance hätte, dieses Dickicht  zu durchqueren. Kaum vorstellbar wie viele Vogel- und Insektenarten hier ihren Lebensraum finden. Man fühlt sich auf jeden Fall beobachtet 😂

Am Rande fotografiert, ein australisches Wohnhaus. Mid Century Modern😉
Fleiachfressende Pflanze
Ein tolles Licht

Und immer wenn du denkst, es geht nicht mehr kitschiger, schenkt dir das Leben einen Regenbogen. Diesem hier folgte ein kräftig prasselnder Tropenregen.

Ruhetage in den Tropen

Die letzten beiden Tage haben wir einfach nur relaxed und die Stadt Cairns ein wenig erkundet. Das Wetter war am Karfreitag einfach so schoen. Es geht ja hier in Australien  in Richtung Winter und die Regenzeit in dieser tropischen Gegend kommt langsam zu einem Ende. Während die ersten Tag hier noch absolut heiss mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit waren, war es am Freitag einfach nur sonnig und trocken. Es wehte ein leichter Wind und so ließen wir es uns nicht nehmen, den gesamten Nachmittag am wunderschönen Pool des Hostels abzuhängen. Kai hat gelesen und ich habe Hörbuch gehört und gestrickt. Das war einfach herrlich.

Das Foyer der Herberge mit kostenlosen Fahrrädern zum Ausleihen und allerlei Tourangeboten.

Gemeinschaftsküche, unglaublich, was für leckere Sachen die jungen Leute aus aller Welt gebrutzelt haben. Wir haben die Kueche eingentlich nur zum Kaffee machen und zum Geschirr spülen benutzt.
Zwischendurch haben wir unsere vollkommen verschwitzte Wäsche gewaschen und gehofft, dass die Auswahl „warm“ (ansonsten gab es noch hot oder cold) unsere Wäsche wieder heil und ungefärbt hervorbringt.

Unsere kleine Gefängniszelle. Nein, so schlimm war es natürlich nicht. Ich übertreibe mal wieder maßlos.

Zwischendurch haben wir auch mit einigen Leuten gesprochen. So viele machen „Work und Travel“… Man bekommt dann ein Aufenthaltsvisum fuer eine bestimmte Zeit und darf dann in dieser Zeit auch Aushilfsjobs annehmen, um sich die Reise zu finanzieren. Eigentlich alle, mit denen wir gesprochen haben, waren auf diese Weise unterwegs.

Gestern hat uns eine junge Dame angesprochen und war total begeistert, dass Auntie and Uncle hier im Youth Hostel verweilen. Sie wollte unbedingt mit uns plaudern und war total neugierig, was wir so machen. Die war total süss.

Am Freitag Abend sind wir bei der tollen Luft vom Hostel am Meer entlang bis ins Zentrum von Cairns gelaufen. Das war wirklich ein so schöner Spaziergang, den ich unbedingt in meiner Erinnerung behalten möchte. Die Atmosphäre war einfach toll. Die Restaurants waren aufgrund des Feiertags picke-packe voll und überall wurde gegrillt, Jogger liefen vorbei und in den Bäumen versammelten sich die bunten Regenbogen Aras mit lautem zwitschern. Der grosse Pool war noch geöffnet und die Leute planschten und genossen die laue Abendluft. Ein buntes Riesenrad drehte sich zu sanfter Musik.

Wir kauften uns, in Erinnerung an Singapur und die Fortsetzung des Sabbaticals jeder einen Bubbletee und setzen uns an die Promenade und genossen das bunte Treiben.

Später waren wir noch auf dem Nachtmarkt, auf dem es allerhand zu essen gab und es haufenweise unnützen Schnickschnack zu kaufen gab. Die Atmosphäre auf dem Food Court erinnerte ein bisschen an die Hawker Center in Singapur.

Mittlerweile sind wir ziemlich viel gelaufen und haben uns daher fuer den Weg zurueck ins Hostel ein Uber gegönnt. Eine Fahrt kostet umgerechnet ca. 6 Euro. Da kann man nicht meckern 😉

Der Samstag verlief ganz ähnlich, mit einer Ausnahme, wir waren am Nachmittag noch im botanischen Garten von Cairns. Da habe ich aber schon wieder so viele Bilder geknipst, dass ich die in einen eigenen Beitrag packe.

Achtung! Gefährliche Tiere – Ein Tag im Regenwald

Am Donnerstag haben wir mal wieder eine Tour gebucht. Dieses Mal jedoch mit etwas mehr Bedacht, so haben wir eine kleinere Gruppe gewählt und etwas mehr auf die Rezensionen im Internet geachtet. Und die Recherche hat sich gelohnt. Wir wurden nicht enttäuscht und es war ein ganz wundervoller Tag mit ganz viel Natur und Australian Wildlife.

Wir wurden am Morgen gegen halb acht direkt am Hostel abgeholt und begrüßt hat uns freudestrahlend ein waschechter „Cairnser“ mit Namen Rohan. „Hi you must be Gabrielle?“   Unser Fahrzeug war ein umgebauter Truck mit nur 18 Sitzplätzen, und wir waren die letzten im Bus und wurden als „Team Germany 2“ vorgestellt. Wir sind eben überall. Ein reiselustiges Völkchen. Sollte man nicht meinen, das es dennoch so viele Menschen gibt, die in diesem Land braun/blau wählen. Reisen sollte eigentlich den Horizont weiten. Sorry, ich schweife ab 😂

Unser erster Stop führte uns zum Mount Alexandra Lookout, von dort hatte man einen wundervollen Blick auf das Meer und den davor liegenden Regenwald.

Direkt danach wurden wir zur Daintree Icecream Company gebracht. Einer Institution in der Gegend, die sehr leckeres Eis machen, vor allem aus tropischen Früchten. Manche davon kannte ich ueberhaupt nicht.

Wir bekamen den Signature Cup, wobei Mango und Kokos natuerlich alte Bekannte sind. Die beiden anderen jedoch waren mir total neu, Wattleseed besteht aus dem Samen einer Akazienpflanze und ist hier traditionell in Australien zu finden, der Geschmack ist nussig und sehr lecker. Black Sapote ist eine Khaki Art, aber in schwarz, sie wird auch Puddingfrucht genannt und schmeckt tatsächlich ein bißchen nach Schokoladenpudding. Ein fantastisches Gewächs.

Bei der Weiterfahrt habe ich mich im Bus nach vorne gesetzt nach dem unser Guide gefragt hat, ob das jemand möchte. Von dort hatte man eine prima Aussicht, als wir tiefer und tiefer in den Regenwald gefahren sind.

Die Schilder, die hier vor Wildwechsel warnen, zieren ein Bild des im Busch verbreiteten Cassowary, einem flugunfähigen Laufvogel. Eine direkte Sichtung ist jedoch gar nicht sicher. Umso aufgeregt waren alle, als direkt neben unserem Parkplatz am naechsten Stop ein besonders grosses Exemplar in all seiner Pracht seelenruhig dort stand und uns neugierig anschaute.

„Yay, we’re off to a good start“ sagte unser Guide, denn von hier ab sollte eine etwa einstündige Wanderung über hölzerne Wege mitten durch den uralten Regenwald gehen, einem Teil des Daintree National Parks.

Und hier kann ich mal wieder nur Superlative benutzen. Es war einfach wunderschön und eine ganz tolle Atmosphäre. Von überall konnte man Tierlaute vernehmen und das satte Gruen der hunderten verschiedenen Pflanzenarten war einfach traumhaft schön anzuschauen.

Riesengroße Strahlenpalmen, einfach toll! Zu denen habe ich einen besonderen Bezug, denn ich hatte mal die Aufgabe, diese Pflanze in einer Metallkonstruktion nachzubauen, mit einer Spannweite der Blätter von bis zu 6m. Das war eine statische Herausforderung. Wer es mal sehen moechte, zu „bestaunen“ auf der Aussenterrasse des Loop 5 in Darmstadt Weiterstadt.

Schmettegage!!!! De Maulwurfn war furchtbar aufgeregt.

Später zurück am Ufer dann die Warnschilder vor Krokodilen und den extrem gefährlichen Würfelquallen. Nein nein nein, schwimmen im Meer ist leider gar nicht möglich.

Eine Pfefferminz Stabheuschrecke. Faszinierendes Insekt. Sie trägt ihren Namen, weil sie bei Gefahr eine Art ölige Flüssigkeit versprüht, die nach Pfefferminze riecht.

Besonders toll war dann auch die Sichtung eines Baumes, in dem sich dutzende Flughunde tummelten. Sie hingen da so rum und ich konnte in aller Ruhe mein Tele aufschrauben, um die possierlichen braunen Teddybären im Batman Kostüm zu fotografieren. Das sind dann immer die Momente, in denen mein Hobby Fotografinnen Herz Purzelbäume schlägt. Sind die nicht drollig?

Später haben wir noch gemeinsam zu Mittag gegessen und ein kühlende Bad in einem glasklaren Bachlauf genommen, dieser sei angeblich vollkommen ungefährlich. Alle gingen rein und Kai hat versucht, sich von einer Liane direkt ins Wasser zu schwingen. Das war schon etwas ulkig und alle umstehenden hatten was zu lachen und es gab Applaus für seinen Mut. Das ist eben einfach das schöne an kleineren Gruppen, man kommt mit allen mal ins Gespräch und das macht so viel mehr spass.

Das absolute Highlight des Tages sollte jedoch noch kommen, eine etwa einstündige Fahrt auf dem Daintree Fluss, in dem einige Exemplare des größten lebenden Salzwasserkrokodils beheimatet sind. Man hat uns keine grosse Hoffnung auf eine Sichtung gemacht, da die Brühe vom vielen Regen braun war und der Wasserstand entrprechend hoch. Naja, egal, die Fahrt war trotzdem schoen. Aber dann, was war das, unsere Bootsführer steuerte eine Sandbank am Ufer an und da lag er, ein männliches ca. 5 m langes Exemplar eines australischen Salzwasser-Leistenkrokodils. Verrückt und absolut atemberaubend. So faszinierend er auch aussieht, dem moechte man nicht zu Nahe kommen. Der reißt einem nicht nur mal eben ein Bein aus. Wenn er seine Beute hat, dann wird diese erstmal ertränkt und mit der sogenannten Todesrolle (kennt man sicher aus dem Fernsehen) in seine Einzelteile zerlegt. Huiuiui. Nein, ich betone nochmals. Ins Wasser gehen wir hier nicht.

So ein Teleobjektiv ist wirklich sehr nützlich. Besonders bei der Krokodilfotografie.

Wie schon eingangs gesagt, der Tag war schön. Wir hatten eine ganz tolle Zeit, kaputt waren wir aber schon, als wir abends gegen sechs wieder zurueck im Hostel waren. Das wars jetzt aber erst mal mit den gebuchten Touren, ab morgen gibt es zwei Ruhetage hintereinander, bevor am Sonntag dann der eigentlich Urlaub anfängt 😂

Der tropische Norden – Willkommen in Cairns

Am Dienstag mussten wir mal wieder extrem früh ausstehen. Um 5 Uhr klingelte bereits der Wecker, da unser Flieger einmal über den Kontinent bereits um 8.30 Uhr startete. So konnten wir aber noch in aller Ruhe unsere Siebensachen zusammenpassen und noch gemütlich frühstücken.

Es ging zunächst zu Fuss in Richtung Bahnhof, wo mir dieser Osterhase begegnet ist. Diese Fotogelegenheit konnte ich einfach nicht liegen lassen. In diesem Zusammenhang wuenschen wir euch allen zuhause ein paar schoene Osterfeiertage.

Einigermassen pünktlich startete unser Flieger und brachte uns in nur drei Stunden hoch oben in den Nordosten Australiens, es ging ins tropisch heiße Cairns.

Landeanflug auf Cairns
Dafür muss man die Australier einfach lieben, wenn es darum geht, Dinge zu verniedlichen, dann sind sie sofort dabei. Ich liebe es, wenn unsere Koffer von einer Schildkröte ausgespuckt werden 😂

Nachdem wir unsere Koffer hatten, brachte uns ein Uber in wenigen Minuten direkt in unser neues Zuhause fuer die naechsten fünf. Tage. Wir haben uns im Cairns Summer House eingemietet. Lustigerweise handelt es sich bei diesem Etablissement um ein Youth Hostel. Will heißen, wir sind mit grossem Abstand die ältesten Gäste. Dafür haben wir aber auch ein Doppelzimmer mit eigenem Bad. Neee Neee, Schlafsaal und Gemeinschaftsbad sind einfach nichts mehr für uns. Ich gebe zu, ich habe erstmal heftig mit der neuen Unterkunft gefremdelt. Vor allem wenn man aus einem Apartment kommt, dass alles zu bieten hatte, was man so braucht. Hier jedoch ist es einfach und spartanisch. Die rohen Wände aus Kalkstein erinnern ein bisschen an eine Justizvollzugsanstalt. Wir sind im Zellenblock C untergebracht 😂 Die Betten sind hart und das Zimmer ist sehr klein.

Aber mal im Ernst, unser Zimmer liegt ruhig am Ende eines Gangs und weit weg von der Partyzone. Die jungen Leute sind alle ganz nett und schauen uns auch nicht schräg an. Die meisten sind Europäer und vom Alter her scheinen viele direkt von der Schule zu kommen, also ist der Altersdurchschnitt vielleicht bei 20-24 Jahren. Wir ziehen ihn ordentlich nach oben.

Der Poolbereich der Jugendherberge. Der hat es uns bereits auf den Bildern angetan.

In Cairns regnet es, viel und oft. Heftige Regenfälle empfingen uns bereits bei der Ankunft. Meist lassen sie schnell nach, um nur wenig später wieder erneut herunterzuprasseln. Dabei ist es heiss mit hoher Luftfeuchtigkeit. Echtes Tropenwetter eben. Mir gefällt das total gut. Irgendwo überdacht zu sitzen und der Regen prasselt herunter, wie ein warmer Sommerregen bei uns zu Hause, das ist furchtbar gemütlich ❤️

Die Jugendherberge liegt im Norden der Stadt und so gingen wir später am Abend ein bisschen am Meer entlang. Cairns liegt wunderschön am Meer. Nachteilig ist nur, dass man nirgends wirklich baden kann. Vor allem jetzt gerade ist Hauptsaison fuer die hochgiftigen Würfelquallen. Eine Berührung damit kann, wenn sie nicht tödlich ist, im besten Fall aber äußerst schmerzhaft sein. Und wem diese Gefahr noch nicht gross genug ist, dem sei gesagt, dass es hier auch noch Krokodile gibt 😂

Aus diesem Grund gibt es im Zentrum ein grosses kostenloses Schwimmbad in der Stadt.

Mittwoch haben wir uns Cairns mal etwas näher angeschaut und sind dabei an einem Ladenlokal vorbeigekommen, in dem lauter Miniaturgebäude ausgestellt waren. Dahinter sass ein älterer Herr und wir kamen ins Gespräch. Er erzählte begeistert von seinem Hobby und dass ihm die Stadt kostenlos den Laden dafür zur Verfügung stellt. Er baut seit vielen Jahren die Häuser seiner Geburtsstadt nach. So fachsimpelten wir ueber Modellbau, ich erzählte natürlich auch von meinem Beruf als Architektin. In einem anderen Teil des Ladens waren Gebäude, die er auf seinen vielen Reisen gesehen hatte. Ich zeigte ihm das Alsfelder Rathaus und sagte er müsse da unbedingt hinreisen und es nachbauen. Da war er ganz angetan. Ein schönes Gespräch. Ich liebe es, immer wieder mit den Leuten vor Ort in Kontakt zu kommen.

Die dunklen Ecken von Cairns.

Zweites Fruehstueck ❤️

Dienstag und Mittwoch verliefen also eher ruhig und waren erholsam. Wir haben abends in der Herberge mit der Jugend gechillt. Ich habe angefangen ein gezeichnetes Reisetagebuch zu machen und versuche dabei, die australische Tierwelt festzuhalten.

Langsam gewöhne ich mich an die neue Umgebung, die Hitze macht mir noch etwas zu schaffen, wobei Kai sich da weniger schwer tut. Alles in allem geniessen wir die Zeit hier total und freuen uns bereits auf den naechsten grossen Abschnitt der Reise, die bereits am Sonntag startet. Doch vorher gibt es noch einiges, was man hier erleben kann.

Entlang der Great Ocean Road

Für Montag hatten wir uns noch mal einen Ausflug gebucht, bereits von Deutschland aus. Es sollte mit dem Bus zur berühmten Great Ocean Road gehen. Angeblich eine der schönsten Küstenstraßen der Welt.

Der Tag startete sehr früh, der Wecker klingelte bereits um halb 7 am Morgen.  Aus Gründen, die ich noch nicht so richtig erklären kann, macht mir das jedoch gar nichts aus. Und das auch noch mit Jetlag, da schläft man sonst immer bis in die Puppen und kommt morgens kaum aus dem Bett. Schon verwunderlich irgendwie, speziell im Hinblick auf meine derzeitige gesundheitliche Situation.

Gleich um die Ecke vom Hotel wartete ein Bus auf uns, der Fahrer hakte unsere Namen ab und wir stiegen wir die coolen Kids von früher ganz hinten im Bus ein.

Zunächst ging die Fahrt  aus Melbourne heraus und dann immer weiter südwestlich bis an die Küste. Von da hieß es in loser Reihenfolge: Aussteigen, knipsen und wieder einsteigen. Wieder eine Abfertigung der Massen, schade. Warum wir gleich zweimal so eine Tour machen willst du wissen? Na weil beide vorher fest gebucht waren und wir da jetzt nun mal drin stecken ;-) . Beim eigentlich Highlight, den wirklich sehr bekannten 12 Aposteln, die mittlerweile nur noch zu siebt sind, drängten sich die Massen dicht an dicht entlang der gut ausgebauten Wege zu den diversen Aussichtspunkten.

London Bridge (has fallen)

Loch Ard Gorge
Razorblade
Ganz alleine waren wir nicht.

Die 12 Apostel

Irgendwann erreichten wir eine kleine Küstenstadt namens Apollo und dort machten wir endlich mal länger als 5 Minuten Pause, eine ganze Stunde nämlich. Die nutzten wir, um mal eben vor ans Meer zu gehen und spaeter noch eine Tasse Kaffee zu trinken. Dort hat es uns gut gefallen. Es herrschte eine angenehme und ruhige Atmosphäre.

Später ging  die gesamte Strasse wirklich nur noch direkt am Meer entlang, und das fuer fast eine Stunde. Der Himmel war blau mit ein paar Wolken, das Licht war toll und die Fahrt hat richtig Spass gemacht.

Es folgte ein weitere kurzer Pinkelstop in einem Küstenort namens Lorne, dort warteten zahlreiche Surfer gemeinsam auf die Wellen. Auf der Wiese am Strand tummelten sich die putzigen weißen Kakadus mit dem gelben Puschel auf dem Kopf.

Ein Cockatoo (Kakadu)
Am Strand in Lorne

Weil wir insgesamt gut in der Zeit lagen wurden wir nochmal mit einem kurzen Abstecher belohnt, unser Guide wollte uns freilebende Kängurus zeigen. Er war sich seiner Sache sehr sicher, ich war jedoch skeptisch. Tiere in der freien Natur zu sehen ist immer wieder Glueckssache. Während ich das noch dachte tauchten zwei Koalas in den strassenbegleitenden Eukalyptusbäumen auf. Der Fahrer machte halt und alle stiegen aus und beobachteten die beiden putzigen Beuteltiere. Eines, wie es in aller Seelenruhe hoch oben im Baum seine Lieblingsspeise knabberte, Eukalyptusblätter, während sein  Kamerad neben ihm tief und fest schlief. Ein Koala schläft bis zu 20 Stunden am Tag, den Rest der Zeit frisst er seine Eukalyptusblätter. Grundsätzlich fühle ich mich dem Tier sehr verbunden 😂

Zu guter Letzt brachte uns der Fahrer dann in ein Wohngebiet mit angeschlossenem Golfplatz. Dort auf einmal tauchten sie auf, mindestens 20 Kängurus sassen verteilt auf dem glattgeschorenen Golfrasen und knabberten vor sich hin. Aaaaah, das ist kaum zum Aushalten. Echte, wildlebende Roos (wie die Aussies sagen). Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Ich liebe einfach solche Tiersichtungen. Stundenlang könnte ich da einfach nur sitzen und zuschauen.

Kängurus und Golfbälle
Alles voller Roos!!!

Es war mittlerweile schon halb sechs am Nachmittag und ich war  hundemüde. Kein Wunder. Glücklicherweise war es die letzte Station und ab hier ging es wieder auf die Autobahn direkt zurueck nach Melbourne. Um kurz nach sieben waren wir wieder zurueck im Hotelzimmer.

Eigentlich wollten wir unbedingt noch mal in eins dieser sehr authentisch aussehenden  chinesischen Lokale gehen, die ueberall in der Stadt verteilt sind. Aber ich war einfach zu kaputt, ausserdem mussten wir ja noch packen. Kai hat uns nochmals das sehr leckere Sushi besorgt und wir haben in aller Ruhe im Zimmer gegessen.

Seitenblick aus unserem Hotelzimmer

Morgen werden wir Melbourne verlassen und uns in eine vollkommen andere Gegend von Australien begeben. Mal sehen wo es hingeht. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Sonntags in South Melbourne

Nach der zwar schoenen und ereignisreichen, aber auch sehr anstrengenden Tour vom Samstag, haben wir es am Sonntag etwas ruhiger angehen lassen. Fuer diesen Tag war ich Programmgestalterin und ich hatte mich darauf vorbereitet. Was mir vorschwebt, war einen gemütlichen Stadtteil zu finden, außerhalb des Hochhausviertels. Zur Auswahl kamen Fitzroy, Collingwood und South Melbourne. Alle diese Stadtteile sollten eine gute Mischung haben, bestehend aus netten Cafes und lokalen Röstereien (ein Riesending in Melbourne), Bars, Restaurants und kleinen unabhängigen Läden zu Stöbern.

Meine Wahl ist dann auf South Melbourne gefallen, weil es erstens fußläufig vom Hotel gut zu erreichen war und zweitens es dort diese wunderschönen viktorianischen Häuser gab mit den schmiedeeisernen Geländern.

Sollten wir nach Australien ziehen, dann moechte ich so ein Haus und Kai ein solches Auto 😂

Das Kaffeebestellen hier in den australischen Coffeeshops ist uebrigens erst mal nicht so schlüssig. Es gibt grundsätzlich nur Kaffee, weiss oder schwarz, gross oder klein. Alles andere scheint der Phantasie überlassen. 😂  Eine Bedienung hat es uns dann erklärt. Auf der Karte steht immer nur das oben gesagte, das ganze kann dann ein Cappuccino, Flat White, Latte, Americano oder was auch immer sein. Hat sich irgendeiner so ausgedacht. Gut wenn man’s weiss.

Der South Melbourne Market erinnert total an die Frankfurter Kleinmarkthalle. Vielleicht doppelt so gross beinhaltet sie aber ausser den Obst-, Gemüse, Blumen und sonstigen Futterständen auch Läden fuer Klamotten, Geschenke und allerlei Schnickschnack. Alles sehr geschmackvoll und nicht der typische Touristenkitsch. Aussenrum gibt es dann die fuer Australien typischen überdachten Arkaden, vollgestopft mit Cafés und Restaurants.

Es war aber sehr voll, und wir haben ein nettes etwas ruhigeres Café am Seitenrand gefunden.

Zweites Frühstück, Avocado Toast und ein leckerer Cappuccino.

Nach einem kurzen Nap im Hotel sind wir am Abend noch mal vor zum Yarra River gelaufen. Kai hatte den am Anfang schon alleine abspaziert und ganz begeistert davon gesprochen. Denn beide Ufer sind gesäumt von Cafés und Restaurants. Eine richtig tolle Uferpromenade.

Wir hatten einen gemütlichen Aperitiv mit Sonnenuntergang und haben uns danach in ein Restaurant gesetzt und den wunderschönen Tag bei thailändischem Essen Revue passieren lassen.

Melbourne ist einfach großartig. Und es gibt sogar noch das Meer, was will man mehr