Der gestrige Tag war ein längerer Tag im Auto. Wir mussten mal wieder einige Kilometer hinter uns lassen.
Am Nachmittag sind wir in Port Macquarie angekommen und konnten direkt in den vierten Stock des Rydges Hotels einchecken.

Da es nach meinem üblichen Nachmittagsschläfchen schon recht spät war, sind wir kurz vor Sonnenuntergang noch einmal entlang der Promenade gelaufen. Solche Abendspaziergänge sind ein fester Anteil unseres Reisealltags geworden.




Zum Abschluss des Tages gab es unsere geliebten Fish & Chips in einem kleinen Lokal um die Ecke des Hotels.

Heute morgen zeigte sich Australien dann mal wieder von seiner besten Seite, aber der heutige Tag nahm eine Wendung, mit der wir so nicht gerechnet hatten. ;-)
Nach ein paar Bahnen im Hotelpool und einem improvisierten Frühstück hieß es mal wieder: Koffer packen und los.

Aber wir sind nicht weit gekommen. Unser spontanes Ziel lag quasi um die Ecke, und doch war es eine ganz andere Welt.
Wenn man hört, dass man im Urlaub direkt ins Krankenhaus fährt, zuckt man erst mal kurz zusammen – vor allem mit meiner Reisehistorie! 😂 Aber keine Sorge, uns geht es prächtig. Unser Ziel war das Koala Krankenhaus kurz hinter Port Macquarie.


Die Anlage ist eine wunderschöne, grüne Oase. Überall stehen Eukalyptusbäume und die Gehege sind so in die Natur integriert, dass man fast vergisst, sich in einer medizinischen Einrichtung zu befinden. Hier werden verletzte und kranke Koalas aufgepäppelt und, wenn möglich, wieder ausgewildert. Aber das ist nur ein Teil der wichtigen Arbeit dort.

Wir hatten das große Glück, etwa eine Stunde dort zu verbringen, und trafen dabei auf Ranger Toni. Er ist einer der Freiwilligen vor Ort und ein absoluter Experte, besonders was das Zuchtprogramm angeht. Mit viel Leidenschaft und Humor hat er uns die gesamte Anlage erklärt.
Das Areal ist riesig. Im hinteren Teil befindet sich ein umzäuntes Waldstück, das der reinen Koalazucht vorbehalten ist. Hier sollen Tiere unter natürlichen Bedingungen und mit so wenig menschlichem Einfluss wie möglich auf die Welt kommen.

Schmunzeln mussten wir, als wir erfuhren, dass es dort sogar eine „Matchmakerin“ gibt. Die weiblichen Koalas sind nämlich sehr wählerisch! Zuerst setzt man sie in benachbarte Gehege. Wenn sie Interesse zeigen, wird die Trennung geöffnet und der Spaß kann beginnen.










Es war faszinierend zu hören, wie gezielt daran gearbeitet wird, die Population der Koalas langfristig zu sichern. Toni erklärte uns, wie wichtig die Genetik für eine gesunde neue Generation ist und wie viel Herzblut in die Vorbereitung der Tiere auf ihre Freiheit gesteckt wird.
Ein weiterer wesentlicher Teil der Einrichtung ist das eigentliche Krankenhaus. Hier gibt es tatsächlich einen richtigen OP mit allerlei Geräten wie Ultraschall und Röntgen. Dahinter liegen die Rehabilitationsgehege. Diese sind, genau wie die Zuchtgehege, für Besucher unsichtbar im hinteren Teil der Anlage untergebracht.
Den dritten Teil der Anlage bilden die Gehege im vorderen Bereich für die dauerhaften „Residenten“. Das sind Koalas, die aus diversen Gründen nicht mehr alleine in der Wildnis überleben könnten. Da das Ganze direkt im Wald gebaut wurde, hat jedes Gehege eigene hohe Bäume, in denen die Koalas ungestört klettern können.
Noro zum Beispiel war ein richtiger Poser: Während wir oben auf einer Art Terrasse standen, kletterte er auf Augenhöhe vorbei und warf sich in so zauberhafte Posen, als wäre er bei einem Model-Contest. Ich bin fast in Ohnmacht gefallen vor Verzückung! Ja, ich glaube, ich kann es jetzt offen aussprechen: Koalas sind meine absoluten Lieblinge unter den australischen Beuteltieren.
Nach gut einer Stunde mussten wir uns von Toni und seinen Schützlingen verabschieden. Dieser Vormittag hat uns noch einmal geerdet und uns gezeigt, wie besonders dieses Land und seine Bewohner sind.
Mit diesen schönen Bildern im Kopf haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Für uns beginnt jetzt der letzte Abschnitt unseres großen Abenteuers. Wir sitzen im Auto und fahren Richtung Süden – unser letztes Ziel: SYDNEY.



Es fühlt sich noch ganz surreal an, aber Sydney wird tatsächlich der letzte Stopp unserer Reise sein. Bevor der Alltag uns wiederhat, wollen wir dort jedocha die letzten Tage noch einmal in vollen Zügen genießen. Die Vorfreude auf die Oper, die Harbour Bridge und das Großstadtflair ist riesig, auch wenn natürlich ein klein wenig Wehmut mitschwingt, dass sich unsere Reise so langsam dem Ende zuneigt.































































































































































































