Auf die Palme 

Samstag ist der letzte Tag des Ramadan, nach dem Sonnenuntergang wird gefeiert. So ganz schlau bin ich noch nicht geworden, aber scheinbar hat das Ende des Ramadans einen ähnlichen Stellenwert wie bei uns das Weihnachtsfest. Alles ist festlich geschmückt und überall liest man „Eid Mubarak“ was „Gesegnetes Fest“ bedeutet. 

Wir als Nicht-Muslime begannen unseren Tag erst mal wieder mit einem ausgiebigen Frühstück, dieses mal wieder im großen Bankettsaal. Im Zuge weiterer Recherchen haben wir uns gleich wieder an einen Tisch mit zwei deutschen Pärchen gesetzt. Leider gibt es hier gar nichts zu schreiben. Denn wir haben uns ausgesprochen nett unterhalten :-) 

Unser erster Weg führte uns durch die heißen Straßen direkt in die Metro bis zur Dubai Marina. Eine künstlich angelegte Flusslandschaft umrandet von zahlreichen Hochhäusern und mittendrin die Yachten der Schönen und Reichen. Die Restaurants sind entlang der Promenade wie auf einer Perlenkette aufgefädelt. Man stelle sich also diese Situation vor, belebtes Gewirr, die Touristen flanieren entlang des Ufers, die Restaurants sind gut gefüllt, Musik schallt aus den Räumen auf die belebten Straßen. So war es aber eben nicht. Es war absolut verlassen und menschenleer. Das hätte natürlich im wesentlichen zwei Gründe: erstens es ist immer noch Fastenzeit und zweitens hält es bei der Hitze niemand länger als fünf Minuten auf der Straße aus. Die Sonne stand praktisch senkrecht, so dass selbst der Schatten eines Straßenschildes mittig auf der Haltestelle zu sehen war. Zurecht fragt man sich jetzt, was wir dort zu suchen hatten ;-) Irgendwann war es dann so heiss, dass sich bei mir ein kleiner Anflug von Panik breit gemacht hatte. Wir brauchten dringend eine neue Flasche Wasser. Herr C. hat mich daher in einer klimatisierten Hotellobby abgesetzt und ist heldenhaft noch ein paar Häuser weiter gelaufen, um einen Supermarkt zu finden. 

Das gab wieder genug Kraft, um die 200 Meter zur Straßenbahn zu laufen, wo wir uns gleich wieder in den auf kühlschranktemperaturen runtergekühlten Wartebereich setzten konnten. Mit der Tram ging es zur Hochbahn direkt am Eingang zur „Palm“. Die künstlich aufgeschüttete Inselanlage mit vielen Seitenarmen in Form einer Palme dürfte bekannt sein. Von der höhergelegenen Bahntrasse hat man einen recht schönen Blick auf die Anlage und die Fahrt endete an einem der größten Hotels der Welt, dem Atlantis. Dort sind wir ausgestiegen und direkt am Eingang tat sich eine Fata Morgana auf. Ich rieb mir ungläubig die Augen. Ein Starbucks war mit schwarzer Folie zugehängt, aber darüber hing ein kleines Schild „Open“. So groß war die Freude über einen Kaffee, ich hätte heulen können vor Glück ;-) Wir sind später ein bisschen umhergeschlendert und haben noch ein weiteres riesengroßes Aquarium entdeckt. Möglicherweise das weltgrößte, oder die meisten Fische der Welt, die dicksten Scheiben oder auch nur das größte auf einer künstlichen Insel befindliche … was auch immer für eine Superlative hier gegeben war. Es war toll und wir haben bestimmt über eine Stunde einfach nur reingeschaut und den ruhigen Fluss der Fische beobachtet. 

Nach einer Weile sind wir wieder zurückgefahren. Und weil es nun mal direkt auf dem Weg lag, sind wir auf dem Rückweg noch in die Mall of the Emirates gegangen. Hier wartet Dubai mit einer weiteren Absurdität auf. Einer Indoor Skihalle. Mitten in der Wüste! Aber es war absolut vollgestopft. Eben wie bei uns in der Vorweihnachtszeit. 

Unter der Skihalle dann die Verschwörung. Ein mit temporären Wänden umstellter Bereich trennte einen Teil des Foodcourts vom Rest der Mall ab. Only for children and Non-Muslims stand außen geschrieben. Drinnen war es unglaublich voll. Überall wurde gefuttert. Eigentlich war es schon 5 Uhr Nachmittags. Wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und ich tönte noch großspurig, dass ich jetzt bis zum Sonnenuntergang durchhalte. Aber beim Anblick der zahlreichen Optionen … unmöglich da zu widerstehen. Und plötzlich knurrten auch unsere Mägen und das Wasser lief uns im Mund zusammen. So genossen wir leckerste Shawarma aus einer libanesischen Fastfoodkette. 

Es war schon wieder kurz vor sieben, als wir das Hotel erreichten. Kurz frischgemacht standen wir schon eine halbe Stunde wieder draußen in der Abendhitze und sind mit der Metro zurück in das Viertel entlang des Dubai Creek gefahren. Die Straßen quollen über vor Menschen, die beleuchteten Straßen waren vollgestopft und es war einfach toll, in diesem bunten Treiben verloren zu gehen. Wir sind noch mal mit einem der Pendelboote auf die andere Creekseite geschippert und haben auf dem Gewürzmarkt noch etwas Safran gekauft. Wahrscheinlich haben wir einen viel zu hohen Preis gezahlt, weil ich strategisch unklug gehandelt hatte ;-) Anschließend haben wir uns noch kauend durch das Angebot an schokoladenummantelten Datteln probiert und natürlich auch welche gekauft. Diese sind wirklich ausgesprochen l-e-c-k-e-r … 

Als wir mit dem Boot zurück auf unsere Seite führen, war das wieder einer dieser Momente, wo ich mich absolut im hier und jetzt befinde, wo selbst ich die Kamera einfach mal beiseite lege, um die Situation mit allen Sinnen erfassen zu können. Der Fahrtwind machte die Luft erträglich, die Lichter beleuchteten das Flussufer und es war einfach perfekt. Man konnte die Lichter von ein paar Restaurants erahnen und ich musste wieder meine Schnüffelnase aktivieren auf der Suche nach einem guten Lokal. Die Restaurants waren aber einfach so schön am Wasser gelegen, dass es mir auch egal war, dass die Speisekarte fingerdick war, und sowohl, arabische, indische, nepalesische und auch italienische und amerikanische Speisen beinhaltete. Normalerweise ein absolute sicheres Zeichen von eher schlechterer Küche.  Aber wie gesagt, hier zählte alleine die Location und wir genossen eine eiskalte Cola zusammen mit etwas Hummus und arabischem Fladenbrot. Geschmacklich hatte ich recht behalten ;-) 

Kurz vor dem Hotel gab es noch einen Eiskaffee und gegen halb eins fielen wir müde und angenehm kaputt in die Betten. Es war ein wunderschöner letzter Tag mit zahlreichen neuen Eindrücken. 














Arabische Nacht

Der gestrige Morgen begann mit einer Schockstuation … wir haben verschlafen, ich hatte mich nämlich geweigert, einen Wecker zu stellen. So sind wir durch die zwei Stunden Zeitverschiebung erst um kurz vor zehn aufgewacht. Eilig sind wir in die Kleider gehüpft, um noch die Reste des Frühstücksbüffets abzuschaben. Doch unten angekommen waren wir offenbar nicht die einzigen, denen so etwas  passiert ist, denn es war eine lange Schlange am Eingang (Rudi hätte sicher gesagt: dit kommt allet auf die Liste … 😉) 

Wir hatten anschließend noch etwas Zeit bis zum Nachmittagsprogramm und sind in den benachbarten Supermarkt gegangen. Das lokale Warenangebot zu überprüfen gehört für mich einfach immer wieder dazu. Wir haben ein paar Kleinigkeiten gekauft und sind durch den Hitzekessel direkt wieder zum Hotel gelaufen. Ist ein bisschen so, als würde man im strömenden Regen immer wieder unter einem Vordach Schutz suchen. Es war aber auch gerade Mittagszeit und die Sonne stand absolut senkrecht. Keine Chance auf Schatten. Wir sind daher gleich rauf aufs Dach, um in der übergroßen Badewanne etwas Abkühlung zu finden. Diese stellt sich allerdings immer erst ein, wenn man aus dem Wasser raus kommt. Die Verdunstungskälte sorgt für einen kleinen Moment der Erholung. Hmmmmmm. 

Um 3 Uhr nachmittags wurden wir von unserem, in traditionell langem weißen Gewand gekleideten, Tourguide Aziz abgeholt. In einem weißen Jeep. Wir waren die ersten an Bord, und da wir exclusiv über deren Webseite gebucht haben, hatten wir wohl einen kleinen Stein im Brett, und er empfahl uns, uns nicht nach hinten zu setzen. You will vomit (übergeben) grinste er uns an. Ein wertvoller Tip, wie sich später noch herausstellen sollte. Quer durch die Stadt ging die Fahrt, um noch drei mexikanische Touristen einzuladen. Dann endlich konnte die Tour losgehen. Wir fuhren zum Rand des großen Sandhaufens. Ich war noch nie in einer richtig großen Sandwüste und die Vorfreude war groß. Wir haben an einer Versorgungsstelle angehalten, an dem die arabischen Souvenirverkäufer sehr übermotiviert ihre Gemischtwaren angeboten haben. Als die Wüste dann auf etwas angenehmeren Temperaturen unter 40 Grad abgekühlt war, wurde der Druck aus den Reifen gelassen und es ging mit Allradantrieb in die weitläufige Dünenlandschaft. Der erste Stop war eine kleinere Kamelfarm, dort könnten wir die gemächlichen Paarhufer mit ihrem treuen Blick beim Kauen des trockenen Strohs beobachten. 

Weiter ging es mit der eigentlichen Attraktion der Tour. Aziz steuerte das Fahrzeug in hoher Geschwindigkeit und mit temperamentvollen Kurven durch die hügelige Dünenlandschaft. Es ging in sehr schneller Folge achterbahnartig auf und ab. Hakenschlagend fegte der Sand über den Wagen und es rumpelte ordentlich. Das war ein ganz großes Vergnügen, möglicherweise nicht so ganz PC … aber verdammt, war das ein Riesenspass!!! Mit leicht flauem Magen hielten wir dann inmitten der Dünen an, um die atemberaubende Landschaft zu genießen, und Fotos zu knipsen. Aziz wollte unbedingt Springfotos von uns machen und hat sich wahnsinnig über das Ergebnis gefreut.  Einer der südamerkanischem Mitreisenden saß hinten im Wagen und war sehr bleichgesichtig. Auweia. 

Der krönende Abschluss der Tour war ein arabisches Grillbüffet in der Wüste. Hier hatte ich noch eine offene Rechnung zu begleichen. Den Ritt auf einem Kamel. Wir schreiben das Jahr 1977, als wir vom Spanienurlaub einen Tagesausflug nach Marokko gemacht haben. Bei der Bitte, auf einem Kamel zu reiten muss ich wohl in Tränen ausgebrochen sein. Nun gut, wieder ein Lebenstrauma beseitigt 😂

Das Abendessen war hervorragend. Es gab alles, was die arabisch indische Küche zu bieten hat,  Hummus und Taboulehsalat, Gegrilltes, Falafel, Linsengerichte und Fladenbrot. Zum Nachtisch gab es leckere Honigbällchen, Milchreis und Obstsalat … yum yum. Das erste mal Im Leben, habe ich mir außerdem die Hände mit Henna bemalen lassen. Ich finde es total schön. Es hält angeblich ca. 2 Wochen. 

Nach für meinen Geschmack viel zu kurzer Zeit, war es auch schon wieder Zeit, zurück zu fahren. So steuerten wir im klimatisierten Jeep zurück in die Stadt aus Glas, Stahl und Beton. Es war ca. 10 Uhr, als wir das Hotel erreichten. Aber irgendwas in mir ist momentan ungewöhnlich. Ich war immer noch wach und unternehmungslustig. Herrn C. muss man da ja nie lange überzeugen und so sind wir noch ein bisschen umhergelaufen und haben das abendlich geschäftige Treiben beobachten. Es ist wie zwei Welten. Das komplett menschenleere und heiße Dubai am Tag, und das immer noch heiße ;-) aber deutlich lebhaftere Bild der Stadt am Abend. Während der Ramadan Zeit haben die Geschäfte in den Malls bis zwei Uhr geöffnet. Merkste was? 

Übrigens ist man überall dazu angehalten, speziell auch im Ramadan, körperliche Zuwendungen in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Selbst Händchenhalten zählt dazu, so muss ich immer mal wieder Melania Trump spielen, wenn Herr C. in einem unachtsamen Moment nach meiner Hand greift ;-). 







Willkommen im Backofen 

Seit gestern Abend sind wir nun also im wohltemperierten Emirat Dubai am persischen Golf. Los ging die Reise gestern Vormittag mit einer kurzen Bahnfahrt zum Flughafen. Der Flug mit Emirates war mal wieder mehr als angenehm. Mittlerweile meine persönliche Lieblingsairline (angeberischer Globetrotterspruch ;-) Vernünftiger Sitzabstand und große Bildschirme am Platz mit prima Filmauswahl. Habe mit u.a. „A Streetcat named Bob“ angeschaut. So ein herzerwärmender Film *seufzt* 

Am Flughafen angekommen mussten wir erstmal eeewig laufen. Bestimmt über 15 Transportbänder ging es Richtung Passkontrolle und Gepäckband. Da wir ja pauschal mit einem deutschen Discounter gebucht haben, war der Transfer zum Hotel im Paket inbegriffen. Gar nicht mal so unangenehm. Auf dem Weg zum Bus, raus aus dem Flughafengebäude konnte man bereits einen ersten Eindruck auf die Sauna gewinnen. Es waren noch laue 37 grad bei einer sprühnebelartigen Luftfeuchtigkeit, die einem sofort die Lesebrille beschlagen ließ. Gegen ein Uhr nachts Ortszeit waren wir dann aber im Hotel und ich habe meinen Bärenhunger nur noch mit einer kleinen Tüte Nüsschen aus der Minibar stillen können. 

Der Morgen begann mit einem heiteren Frühstück in skurriler Gesellschaft im tageslichtunabhängigen Speiseraum. Das wirklich viel gemütlichere lichtdurchflutete Atrium stand leider aus religiösen Gründen nicht zur Verfügung. Es ist Ramadan, und auch für uns Touristen heißt das, Essen und Trinken nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jedenfalls begegneten uns an den großen Tischen unsere Mitreisenden aus Deutschland. An unserem Tisch saß ein Paar in etwa unserem Alter mit Berliner Akzent. Vati, dessen Verdickung um den Bauchnabel ein vielseitig bedrucktes und mit Applikationen versehenes Polohemd umspannte, gab uns wertvolle Tips für den Umgang mit der Stadt. Taaachsüber kriste nüscht zu essen, kannste fagessen, und och keen Händchenhalten. Wenn die sich nur bei uns auch ma so benehm würn! Ich übe mich in kommentarloser Hinnahme der Tatsache, dass Pauschaltourismus nun mal auch Pauschaltouristen anzieht. Später listete er dann noch den einen oder anderen Reisemangel auf. Wenn ick zuhause bin, wer icks denen sagen, wenn ick was widabekomme is jut … wenn nich (zuckt mit den Schultern) 

Die Willkommensveranstaltung lassen wir dann auch einfach ausfallen. Rudi (Name von der Red. geändert) hat uns ja schon alles erklärt ;-) 

Für den ersten Tag haben wir uns ein leichtes Eingewöhnprogramm zur Aklimatisierung verordnet. Bereits nach den ersten fünf Schritten aus dem Hotel kam eine kurze Phase der Resignation. Unmöglich dachte ich! Hier rumlaufen? Nix … ich muss zurück ins Hotel. Aber dann siegte der Entdeckerdrang, gefolgt von ehrfürchtiger Bewunderung für die Bauarbeiter, die bei dieser Affenhitze Zementsäcke durch die Gegend schleppen. Da unser Hotel in der sogenannten „Altstadt“ von Dubai liegt, wollen wir hier ein bisschen auf Entdeckungsreise gehen. Zuuuuufällig wohnen wir in direkter Nähe zum Viertel Menam Bazaar, einem der Textilviertel der Stadt. Hier reiht sich ein Stoffgeschäft an das Andere. Mit ein bisschen Vorrecherche aus Deutschland hatte ich mir zwei davon herausgepickt, wovon das eine direkt am Wegesrand auftauche. Das Handloom House. Die Auswahl im unteren Teil des Ladens war noch nicht so mein Geschmack. Aber oben tat sich das Paradies auf. Feinste Seiden-, Baumwoll und Leinenstoffe aus Indien zu absolut bezahlbaren Preisen. Ich konnte nicht anders als gnadenlos zuschlagen. Später schloss sich dann noch der eine oder andere Kauf an. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, ich habe mir ein neues Hobby zugelegt 😉

Der Weg führte weiter durch die verwinkelten Souks, die nätürlich alle irgendwie nachgebaut wurden, um der Stadt ein bisschen orientalischen Glamour zu verleihen. Und ich fand es auch wirklich ganz nett gemacht. Natürlich gab es auch die authentischen Verkäufer, die sich einen großen Spaß daraus machen, uns Bleichgesichtern alles anzupreisen, was das Warenregal hergibt. Immer wieder abgewechselt von denjenigen, die einem mit einer Visitenkarte durch das Gesicht wedeln, um einen in einem geheimes Lager aus gefälschten Pradataschen und Rolexuhren zu locken. 

Später sind wir mit einem der Kleinboote über den Dubai Creek auf die andere Seite gefahren und haben dort noch ein bisschen in den Gassen geschnuppert. Zwischendurch mussten wir uns immer mal wieder ein geheimes Plätzchen suchen, um einen beherzten Schluck Wasser zu trinken. Mir zwar komplett unverständlich, aber natürlich macht das Trinkverbot im Ramadan auch in den heissen Ländern keine Ausnahme. Und auch wir Besucher sollten in der Öffentlichkeit nicht trinken. Aus Respekt. 

Völlig verschwitzt und klebend sind wir mit ein paar Fressalien aus dem Supermarkt zurück ins Hotelzimmer gegangen und haben ein heimliches Picknick auf dem Bett gemacht. Später sind wir dann rauf aufs Dach in den Hotelpool gegangen. Um es nach unserem Frühstücksgenossen Rudi zu sagen, ne Badewanne is nüscht dajejen. 

Am Abend sind wir mit der Metro vor zum Burj Khalifa gefahren, dem mit 189 Etagen und 828 Metern zur Zeit noch höchsten Gebäude der Welt. Dort grenzt auch eines der größten Einkaufszentren der Welt an. Die Dubai Mall mit bescheidenen 350.000 qm Verkaufsfläche und 1200 Geschäften und Restaurants, dem weltgrößten Aquarium und den Wasserspielen. Das alles habe wir uns also angeschaut und es stand in direktem Gegensatz zu dem, was wir am Vormittag gesehen haben. Es war ein abwechslungsreiches Erlebnis, was aber in der Form nicht unbedingt zu einem nochmaligen Besuch der Stadt anregt. Aber auch hier möchte ich wieder Rudi zitieren: Musste ma jesehn haam. 

Nach der Fahrt zurück zum Hotel haben wir uns noch einen richtig schönen schrabbeligen Inder ausgesucht, wo es leckerstes Biryiani zu speisen gab. Die letzten Schritte zurück zum Hotel waren noch recht anstrengend. Eine absolute kaputtheit und zufriedene Erschöpfung übermannte uns und wir fielen in einen tiefen traumlosen Schlaf. Waltonsmusik und ab! 


Letzter Wüstentag 

Die letzten beiden Tage in Las Vegas vergingen wie im Flug. So scheint das ja immer im Urlaub zu sein, anfangs kommt einem alles viel länger vor, und auf einmal … schwuppdiwupp ist es rum. Aber Las Vegas war ja erst Teil 2 der Reise ;-)

Freitag morgen haben wir uns gleich noch mal in die Wüste aufgemacht. Wir führen ins ca. eine Autostunde entfernte Valley of Fire. Nach all dem Trubel tat die Weite der Wüste so gut. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, um ausgiebig darin umherzuwandern … aber bei weit über 30 Grad und ohne Wind und Wolken wäre das auch sicher nicht so einfach gewesen. Bin ja nicht ganz so hitzefest. 

Gegen 1 waren wir auch schon wieder zurück in der Stadt. Wir hatten dem kleinen P. versprochen, dass er in ein Geschäft namens Urbannecessities darf … er verkaufte es uns überzeugend und absolut ausdrucksstark als größten Schuhladen der Welt. Meine Augen leuchteten. Ich hätte wissen müssen, dass solche Superlative in diesem Alter eher relativ sind, außerdem gab es dort nichts anderes als (meines persönlichen Empfindens nach) hochpreisige und geschmacksstrapazierend überdesignte Sportschuhe. Hmpf. Ok. Dafür lag er mitten in einer Einkaufsmall, auch gut dachten wir. Aber leider war diese eher deprimierend, wie auch der Rest des ganzen Viertels. 

Zum Mittag gab es leckere Steinofenpizza in unserem Hotel. Danach war es leider auch schon wieder Zeit, die drei zum Flughafen zurück zu bringen. Herr C. und ich haben uns nach einem kurzen Powerschläfchen im Hotel noch ein letztes Mal ins Gewühl gestürzt und uns noch mal die volle Packung Las Vegas abgeholt. Wir sind mit der überteuertem Monorail bis fast and Ende des Strips gefahren und von dort aus haben wir noch das Mandala Bay Hotel, das Luxor und das New York New York Hotel abgeklappert. Im letzteren gab es noch ein leckeres Burgerabendessen und anschließend sind wir zur allgemeinen Fleischbeschau noch ein bisschen auf den vollen Bürgersteigen zurück gelaufen. Verrückt und irgendwie beeindruckend, wie geschätzte 250 Kilo schwere Damen selbstsicher und offensichtlich jedem Zweifel erhaben, in Hot Pants und rückenfreiem und auch vorne sehr weit ausgeschnittenen Oberteilen umherwatscheln entlangbalancieren. Man kann davon sicher nur lernen ;-) 

Vollkommen müde und kaputt sind wir Caramelpopcorn knabbernd mit der Monorail zurück ins Hotel gefahren. Uff. Jetzt reichte aber auch mit Vegas. 

Buchstabensuppe

Donnerstag morgen begann mal wieder mit einem gebuchten Programmpunkt. Es gibt einfach Dinge, die muss man vorher reservieren, sonst hat man keine Chance. So hatten wir also um 10 eine Tour im Neon Bone Yard gebucht. Dort werden viele alte und sehr bekannte Las Vegas Schilder ausgestellt. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut, weil ich einfach ein großer Fan von Reklameschildern und Buchstaben bin. 

Es war wirklich toll, wir bekamen auch einiges von der Geschichte der alten Hotels + Kasinos erzählt, zum Beispiel dem Stardust oder dem Sahara. Ich war begeistert und hab mal wieder geknipst, als gäbe es kein Morgen. Es war unglaublich heiß und wir bekamen Schirme mit auf die Tour. So ist Herr C. wie ein Kabelträger ständig mit dem Schirm hinter mir hergelaufen, weil ich wie ein kleiner Hundewelpe überall rumgerannt bin. 

Danach wollten wir eigentlich weiter in die nahegelegene Wüste fahren und noch ein paar rote Steine gucken, aber uns allen ist der enttäuschte Gesichtsausdruck vom kleinen P. Nicht entgangen und so wurde kurzerhand umentschieden, an den Hotelpool zu gehen. Dort hatten wir richtiges Glück und ergatterten eine Lounge Ecke mit Sofa im Schatten direkt am Pool. Der Nachmittag war traumhaft und wir Erwachsenen orderten einen Eimer mit Eis und leckerem Corona und tranken auf den Teenager, dass er uns so einen schönen Nachmittag beschert hat. 

Später am Abend haben wir uns dann nochmal ins Gewühl gestürzt und haben uns die Wasserspiele am Bellagio Hotel angeschaut und das Paris Hotel. Weil es dann aber doch zu viel war sind wir etwas außerhalb gefahren und haben ein tolles japanisches Lokal entdeckt, wo wir bei leckerem Sushi und japanischem Bier auf den wunderschönen Tag angestoßen haben. 

Ankunft in Vegas

Die letzte Nacht im Zelt war angenehm und gar nicht so kalt wie vermutet. Wir sind schon wieder sehr früh aufgewacht und schon kurze Zeit später blitzten die ersten Sonnenstrahlen hinter der Felswand hervor. Wir haben den letzen Kaffee aus der Tüte gequetscht und den Kocher angemacht … der dann auf halber Strecke abgesoffen ist. Waaaaah. Das Benzin war alle! Naja, dann haben wir den Kaffee eben lauwarm zuende gebrüht und gleich auf dem Rückweg nochmal bei dem tollen Coffee Shop vom Vortag angehalten :-) 

Vorher haben wir aber noch eine kurze Wanderung auf dem ca. 3 Kilometer langen Shakespears Arch Trail gemacht. Der war nochmal wunderschön und wir könnten viele schöne Bilder machen. 

Die Strecke nach Las Vegas führte vor der Autobahn noch mitten durch die Berge, wo wir nicht schlecht staunten, als links und rechts der Strecke auf einmal überall noch Schnee lag. Als es dann in Cedar City auf die gut ausgebaute Autobahn ging, erreichten wir in Windeseile die Glitzerstadt Las Vegas. Da es aber erst mittags war, war die noch in einem dunstigen Schleier verhüllt. Gegen halb vier erreichten wir das SLS Las Vegas Hotel direkt auf dem Las Vegas Boulevard … dem sogenannten „Strip“. Parken ist in den ganzen Hotels kostenlos und wir packten schnell einen Teil unserer Siebensachen zusammen und gingen zum Check In. Laute Musik empfing uns und sehr viele Menschen. Was ein Gegensatz. Unser Zimmer im 11. Stock erreichten wir natürlich über den Aufzug. Man kam sich auf einmal seeeehr schmutzig vor zwischen all den frisch gewaschenen Leuten. Und so mitten im kleinen Aufzug … auweia. Im Zimmer wurde dann erst mal der Outdoor Film auf der Haut weggeduscht und mit ein paar frisch gewaschenen Klamotten kam man sich schon wieder wir ein Teil der Gesellschaft vor. 

Nachdem wir uns ein bisschen im Hotel umgeschaut haben, Pool, Kasino und Menschen bestaunt haben, war es schon wieder Zeit, unsere drei San Franciscaner vom Flughafen abzuholen. War das eine Wiedersehensfreude. Wir hatten das alles vorher schon von Deutschland aus organisiert. Wir sind zurück ins Hotel und haben uns dann nach einem leckeren Burgerabendessen ins Nachtleben gestürzt. 

Las Vegas ist schon eine verrückte Stadt, plötzlich steht man mitten in Venedig. Das Hotel „Venetian“ ist mit so vielen Details erstellt … wäre bestimmt lustig gewesen, als Architektin daran mitzuarbeiten. Naja, es ist eben eine Illusion … lustig sind dann die Touristen, die das echte Venedig noch nie gesehen haben … und wenn sie dann das erste Mal dorthin kommen, dann sagen sie, das sähe ja aus wie in Vegas ;-) 

Irgendwann waren wir dann alle kaputt, denn man läuft und läuft, ohne es wirklich zu merken. Eine kurze Taxifahrt später waren wir zurück im Hotel und sind vollkommen erschöpft in die fluffig weichen Hotelbetten gefallen. 

Kodachrome 

Gestern war schon Dienstag, der letzte Tag des ersten Teils unserer insgesamt dreiwöchigen Reise. Es war mal wieder Ortswechsel angesagt. Für die letzte Nacht in Utah wollten wir noch einmal campen gehen und haben uns daher auf der sehr gut organisierten Webseite Reserveamerica den Platz Nr. 20 auf dem Campground im Kodachrome Basin State Park reserviert. Doch bevor wir das beschauliche Panguitch verlassen haben, sind wir nochmal frühstücken gegangen (der Kaffee dort war übrigens noch scheußlicher als der am Vortag, aber dafür waren die Pancakes ein Gedicht ;-)

Direkt im Anschluss gab es noch eine kleine Fototour durch den aus einem Straßenzug bestehenden Ortskern. Dort haben wir einen bis unter die Decke vollgestopften Trödelladen entdeckt, in dem ich locker ein paar Stunden hätte verbringen können. Ging aber nicht und so haben wir im gegenüberliegenden Supermarkt noch schnell ein paar Vorräte für unseren letzten Campingabend gekauft. 

Auf der Fahrt zum Kodachrome sind wir noch am bekannten Bryce Canyon Nationalpark vorbei gefahren. Und weil wir einen Jahrespass für die Nationalparks gekauft haben, konnten wir uns die 30 Dollar Eintritt sparen und haben noch einen kurzen Abstecher in den Park gemacht. Wir haben am Sunset Point angehalten. Da war wieder ordentlich was los. Bestimmt 15 Busse, vollgestopft mit asiatischen Touristen, haben dort geparkt und die Toiletten, Picknicktische und den Parkplatz übervölkert. Ich nehme an, dass der Bryce Canyon NP aufgrund seiner Bekanntheit, zu einer einwöchigen Busreise durch den Westen der USA genauso dazu gehört, wie Paris oder Rom in Europa ;-) 

Wir sind vor zum Startpunkt des Navajo Loop Trails gegangen, der direkt in die Tiefen des Canyon führt. Am Anfang der Strecke konnte man kaum laufen, da wir uns an den ganzen Selfiestangen vorbei arbeiten mussten. Die Dinger sind schon eher eine Plage oder? ;-) Aber    je weiter man nach unten zwischen die roten Steinsäulen gelangte, desto leerer wurde es. Lustigerweise habe ich die exakt gleiche Runde vor 10 Jahren schon einmal gemacht. Nach etwa einem Drittel des Rundwegs war eine Kette mit einem „closed“ Schild. Wollt ihr mich  ver…….? Es begegneten uns andere Wanderer, die bestätigten, dass der Weg absolut ok wäre. Und somit sind wir schuldbewusst das verbotene Stück nach oben gelaufen. Ging ja schnell :-D

Eine kurze Googleanfrage erspürte auf dem Rest der Strecke tatsächlich mitten im Nirgendwo einen Kaffeeröster, das klang sehr viel versprechend. Und somit fing ich an, von leckerem richtigen Kaffee zu fantasieren. Wir wurden nicht enttäuscht und es gab leckeren Milchkaffee und einen riesengroßen Apfel Caramel Muffin (ich weiß, ich weiß … aber Punkte werden erst wieder zuhause gezählt ;-) 

Danach konnten wir endlich unseren Campground anfahren. Mitten im Kodachrome Basin State Park gelegen,  vor absolut malerischer Kulisse. Perfekt für die letzte Outdoor Nacht. Es war erst drei Uhr nachmittags und wir bauten gemütlich das Zelt auf und ich nahm mir die Zeit ein bisschen rumzuwurschteln und etwas Ordnung in meinen Kram zu bringen. Alles wieder etwas kompakter zusammenzupacken, denn irgendwie befand sich mein Zeug in sämtlichen Ritzen und Ecken unseres Fahrzeugs. Komisch ;-)

Nach kurzem Mittagsschläfchen im Zelt haben wir uns noch zu einer kleinen Abendwanderung aufgemacht. Zwischen rot leuchtenden Steinen war das ein besonderer Genuss und nach dem ca. einstündigen Rundweg hatten wir uns das Abendessen verdient. Leckere Nudeln mit Fertigsauce und Salat aus allen Resten, die in unserer kleinen Kühlbox zu finden waren. Mit einem Bierchen am knisternden Lagerfeuer beendeten wir ein bisschen wehmütig diesen wunderschönen Teil unserer Reise. 


Wandertag 

Gestern Morgen war Aufwachen im Motel angesagt, die Kaffeemaschine im Zimmer hat geblubbert und wir genossen den friedlichen Morgen mit Aussicht auf ein herrliches amerikanisches Frühstück direkt nebenan bei Kenny Rays Diner. Herr C. hat sich dort die volle Kombo aus Hash Browns, Meat, Eggs overeasy und Toastbrot bestellt und für mich gab es leckere sehr fluffige French Toasts … dazu die obligatorische Kaffeebrühe, die es hier immer als Free Refill gibt. Die Qualität des Kaffees war allerdings nicht weiter erwähnenswert ;-) 

Später sind wir entlang der Route No. 12 gefahren, welche als sogenannter Scenic Byway in den Straßenkarten verzeichnet ist. Und das sicher nicht ohne Grund. Man beginnt die Route direkt im Red Canyon, der einen mit leuchtend roten Steinen empfängt. Weiter geht’s durch ein eher bewaldetes Plateau und später schlängelt man sich durch eine faszinierende Landschaft aus weißen Felsen und grünen Büschen. 

Kurz hinter einem Ort namens Escalante wurde das Auto abgestellt und wir haben uns auf eine ca. 10 Kilometer lange Wanderung gemacht, die durch ein wunderschönes grünes Tal mit kleinem Flüsschen führt. Umgeben von weit aufragenden Felsformationen in verschiedenen Farbtönen windet sich der kleine Bachlauf im Tal entlang und man konnte die Fische im glasklaren Wasser umherschwimmen sehen. Die Frühlingszeit erwies sich auch hier wieder als perfekter Zeitpunkt für die Reise, denn überall blühte es in vielen bunten Farben. Wunderschön. Der Zielpunkt des Wanderweges war der Lower Calf Creek Falls, ein ca. 30 Meter hoher Wasserfall, dessen Getöse man schon von weitem wahrnehmen konnte. Dort kann man angeblich sogar baden … aber das scheint mir dann eher eine Hochsommerempfehlung zu sein, denn das Wasser war seeeehr kalt. Die Füße haben wir dennoch darin erfrischt, das gab nochmal Power für den Rückweg. 

Nachdem das geschafft war, war ich total kaputt. Auch wenn es nur 10 Kilometer waren! Aber es hat sich gelohnt und wir hatten einen tollen Tag. 

Abends gings dann im Motel erst mal unter die Dusche. Da es aber schon fast 8 Uhr war, und im gesamten Ort keins der 5 Restaurants länger als 9 Uhr auf hat, mussten wir schon wieder los zur Nahrungsaufnahme. Wir sind schräg gegenüber ins Smokehouse Café gegangen, welches hölzern im cowboyartigen Saloonstyle eingerichtet war. Herr C. bekam eine Bratwurst mit eher nachlässig frittierten Kartoffelstangen und rohen Broccoli, während ich einen Salat mit Turkey und Käse gegessen habe. Naja … falls mal einer in Panguitch ist, dort würde ich eher nicht einkehren ;-) 

Glücklicherweise war der Rückweg ja nur mal eben quer über die Straße, denn länger hätte es nicht sein dürfen.  Ich bin umgehend ins Bett geplumpst, während Herr C. noch das Programm für Dienstag ausgearbeitet hat. 


Sanfte Wellen 

Sonntag früh bin ich schon um kurz vor halb sieben aufgewacht. Ich wollte unbedingt mal den noch selig schlummernden Herrn C. mit einem frischen Kaffee überraschen. Aber  versuch mal einer unbemerkt aus einem Zelt rauszukommen, wenn man unendliche viele Reißverschlüsse auf und zu zippern muss. So sah ich ein freudiges Grinsem aus dem Schlafsack kommen. Nun gut. Er hat sich dennoch gefreut. Wieder beobachteten wir die Nachbarn wie sie die Feldküche aufbauten, während wir, wie jeden Morgen, unser Müsli knabberten. Eilig packten wir danach alles zusammen und machten uns voller Vorfreude auf den kurzen Weg zum Parkplatz des Lower Antelope Canyon. 

Manchmal ist es ja so, wenn man sich auf etwas ganz doll freut, man vielleicht enttäuscht ist, weil die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden. Hier aber nicht. Im Gegenteil. Schon der Abstieg in die Tiefen der Felswände auf sehr steilen Stahltreppen war faszinierend. Was dann folgte lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Fest steht, das das zu den schönsten Naturschauspielen zählt, die ich jemals gesehen habe. Die Bilder sprechen für sich! Wir haben von unserem Tourguide erfahren, dass man die Leute nur noch geführt herunter lässt, weil es manchmal zu sogenannten Flashfloods kommt, die den engen Canyon in kürzester Zeit fluten. So aber fühlten wir uns sicher und wir bekamen noch tolle Fototips und Ideen. Danach war ich erstmal erschöpft, weil es einfach so schön war und überhaupt dieser ganze Urlaub einfach so richtig toll ist. 

Anschließend haben wir die Gegend in Richtung Norden verlassen, es ging über weite Strecken geradeaus und die Route war toll. Auf halber Strecke gab es noch mal einen Haltepunkt mit kurzer Wanderung über etwa 3 Kilometer bis zum Toadstool Rock. Mal wieder eine bizarre Felsformation, von der es hier so unendlich viele zu sehen gibt. 

Gegen Nachmittag erreichten wir unseren nächsten Stop. Das Blue Pine Motel mitten in Panguitch, einem kleinen Städtchen im Süden des Mormonenstaates Utah. Endlich mal wieder ein richtiges Bett mit Matratze und Kopfkissen. Und ein eigenes Bad mit Dusche!!! ;-) 

Es gab im ganzen Ort nur ein einziges Restaurant, was am Sonntag Abend noch geöffnet hatte. Das Flying M, welches so wundervoll typisch amerikanisch daherkam, dass es genau das richtige war, um unsere leeren Mägen zu füllen. Es gab einen Turkey Pot Pie mit sehr leckerem American Cheesecake und einer Tasse Kaffee zum Nachtisch. Yum. 

Hufeisentag 

Samstag morgen wurde ich mal wieder mit frischem Kaffee geweckt und auf der Wiese vorm Zelt hoppelte ein Hase mit riesengroßen Ohren. Es war sehr idyllisch. Wir genossen das Frühstück lang und ausgiebig, denn wir mussten ja nichts weiter zusammenpacken. 

Später sind wir vor zum Startpunkt des Lower Antelope Canyon gefahren. Wir haben uns von den Menschenmassen nicht abschrecken lassen und eine Tour für Sonntag morgen um 9.10 Uhr gebucht. Der LAC ist ein sogenannter Slot Canyon, eine Felsspalte mit geschwungenen Felsformationen, welche absolut sehenswert sein sollen.  Nachdem das organisiert war, haben wir uns den Horseshoe Bend angeschaut, eine hufeisenförmige Windung des Colorado River. Hier war ich vor zehn Jahren schon mal, damals war es fast noch so etwas wie ein Geheimtipp und wir waren fast alleine dort. Unglaublich wie die Zeiten sich ändern. Mittlerweile ist es zum Touristenmekka geworden. Busladungen voller Menschen und reihenweise Toilettenhäuschen, da ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser Anblick nicht mehr kostenfrei sein wird. Aber so ist es eben nun mal, wenn etwas besonders schön ist. Und das ist es wirklich. Der Anblick ist fantastisch und furchteinflössend zugleich. Vom Rand geht es fast 300m runter bis zum Fluss. Da hält man lieber genügend Abstand. Wir haben dort eine ganze Weile verbracht und die sagenhafte Kulisse genossen. 

Am Mittag haben wir uns ein sehr leckeres Essen  beim Mexikaner gegönnt und später am Zeltplatz eine Zeit der Ruhe und Entspannung. 

Am frühen Abend begannen wir mit der klassischen Rollenverteilung, Herr C. hat Feuer gemacht und ich bin vor zum kleinen Waschsalon gelaufen und habe eine Maschine mit sandiger und staubiger Wäsche gefüllt. Ein tolles Gefühl, wenn man dann die Kleider wieder aus dem Trockner holt und alles wieder sauber ist und ganz wundervoll frisch riecht. 

Der Tag klang wieder am gemütlichen Lagerfeuer aus und vollgefuttert fielen wir in die Schlafsäcke. Neben uns kam noch eine Familie mit Kind und Kegel und zwei schwarzen Dackeln an. Sie bauten ein Riesenzelt für die Kinder und Hunde auf und die Eltern schliefen auf der überdachten Ladefläche des größten Pick Up Trucks, den ich jemals gesehen habe. Nebendran parkte noch der Zweitwagen. Mit offenem Mund beobachteten wir, wie viel man aus den beiden Autos herausholen kann, Tisch und Stühle, eine komplette Feldküche und vieles mehr. Wir kamen uns mit unserem Zweimannzelt und den zerbeulten Alutöpfen auf einmal sehr klein und unbedeutend vor ;-)