Entlang der Great Ocean Road

Für Montag hatten wir uns noch mal einen Ausflug gebucht, bereits von Deutschland aus. Es sollte mit dem Bus zur berühmten Great Ocean Road gehen. Angeblich eine der schönsten Küstenstraßen der Welt.

Der Tag startete sehr früh, der Wecker klingelte bereits um halb 7 am Morgen.  Aus Gründen, die ich noch nicht so richtig erklären kann, macht mir das jedoch gar nichts aus. Und das auch noch mit Jetlag, da schläft man sonst immer bis in die Puppen und kommt morgens kaum aus dem Bett. Schon verwunderlich irgendwie, speziell im Hinblick auf meine derzeitige gesundheitliche Situation.

Gleich um die Ecke vom Hotel wartete ein Bus auf uns, der Fahrer hakte unsere Namen ab und wir stiegen wir die coolen Kids von früher ganz hinten im Bus ein.

Zunächst ging die Fahrt  aus Melbourne heraus und dann immer weiter südwestlich bis an die Küste. Von da hieß es in loser Reihenfolge: Aussteigen, knipsen und wieder einsteigen. Wieder eine Abfertigung der Massen, schade. Warum wir gleich zweimal so eine Tour machen willst du wissen? Na weil beide vorher fest gebucht waren und wir da jetzt nun mal drin stecken ;-) . Beim eigentlich Highlight, den wirklich sehr bekannten 12 Aposteln, die mittlerweile nur noch zu siebt sind, drängten sich die Massen dicht an dicht entlang der gut ausgebauten Wege zu den diversen Aussichtspunkten.

London Bridge (has fallen)

Loch Ard Gorge
Razorblade
Ganz alleine waren wir nicht.

Die 12 Apostel

Irgendwann erreichten wir eine kleine Küstenstadt namens Apollo und dort machten wir endlich mal länger als 5 Minuten Pause, eine ganze Stunde nämlich. Die nutzten wir, um mal eben vor ans Meer zu gehen und spaeter noch eine Tasse Kaffee zu trinken. Dort hat es uns gut gefallen. Es herrschte eine angenehme und ruhige Atmosphäre.

Später ging  die gesamte Strasse wirklich nur noch direkt am Meer entlang, und das fuer fast eine Stunde. Der Himmel war blau mit ein paar Wolken, das Licht war toll und die Fahrt hat richtig Spass gemacht.

Es folgte ein weitere kurzer Pinkelstop in einem Küstenort namens Lorne, dort warteten zahlreiche Surfer gemeinsam auf die Wellen. Auf der Wiese am Strand tummelten sich die putzigen weißen Kakadus mit dem gelben Puschel auf dem Kopf.

Ein Cockatoo (Kakadu)
Am Strand in Lorne

Weil wir insgesamt gut in der Zeit lagen wurden wir nochmal mit einem kurzen Abstecher belohnt, unser Guide wollte uns freilebende Kängurus zeigen. Er war sich seiner Sache sehr sicher, ich war jedoch skeptisch. Tiere in der freien Natur zu sehen ist immer wieder Glueckssache. Während ich das noch dachte tauchten zwei Koalas in den strassenbegleitenden Eukalyptusbäumen auf. Der Fahrer machte halt und alle stiegen aus und beobachteten die beiden putzigen Beuteltiere. Eines, wie es in aller Seelenruhe hoch oben im Baum seine Lieblingsspeise knabberte, Eukalyptusblätter, während sein  Kamerad neben ihm tief und fest schlief. Ein Koala schläft bis zu 20 Stunden am Tag, den Rest der Zeit frisst er seine Eukalyptusblätter. Grundsätzlich fühle ich mich dem Tier sehr verbunden 😂

Zu guter Letzt brachte uns der Fahrer dann in ein Wohngebiet mit angeschlossenem Golfplatz. Dort auf einmal tauchten sie auf, mindestens 20 Kängurus sassen verteilt auf dem glattgeschorenen Golfrasen und knabberten vor sich hin. Aaaaah, das ist kaum zum Aushalten. Echte, wildlebende Roos (wie die Aussies sagen). Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Ich liebe einfach solche Tiersichtungen. Stundenlang könnte ich da einfach nur sitzen und zuschauen.

Kängurus und Golfbälle
Alles voller Roos!!!

Es war mittlerweile schon halb sechs am Nachmittag und ich war  hundemüde. Kein Wunder. Glücklicherweise war es die letzte Station und ab hier ging es wieder auf die Autobahn direkt zurueck nach Melbourne. Um kurz nach sieben waren wir wieder zurueck im Hotelzimmer.

Eigentlich wollten wir unbedingt noch mal in eins dieser sehr authentisch aussehenden  chinesischen Lokale gehen, die ueberall in der Stadt verteilt sind. Aber ich war einfach zu kaputt, ausserdem mussten wir ja noch packen. Kai hat uns nochmals das sehr leckere Sushi besorgt und wir haben in aller Ruhe im Zimmer gegessen.

Seitenblick aus unserem Hotelzimmer

Morgen werden wir Melbourne verlassen und uns in eine vollkommen andere Gegend von Australien begeben. Mal sehen wo es hingeht. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Sonntags in South Melbourne

Nach der zwar schoenen und ereignisreichen, aber auch sehr anstrengenden Tour vom Samstag, haben wir es am Sonntag etwas ruhiger angehen lassen. Fuer diesen Tag war ich Programmgestalterin und ich hatte mich darauf vorbereitet. Was mir vorschwebt, war einen gemütlichen Stadtteil zu finden, außerhalb des Hochhausviertels. Zur Auswahl kamen Fitzroy, Collingwood und South Melbourne. Alle diese Stadtteile sollten eine gute Mischung haben, bestehend aus netten Cafes und lokalen Röstereien (ein Riesending in Melbourne), Bars, Restaurants und kleinen unabhängigen Läden zu Stöbern.

Meine Wahl ist dann auf South Melbourne gefallen, weil es erstens fußläufig vom Hotel gut zu erreichen war und zweitens es dort diese wunderschönen viktorianischen Häuser gab mit den schmiedeeisernen Geländern.

Sollten wir nach Australien ziehen, dann moechte ich so ein Haus und Kai ein solches Auto 😂

Das Kaffeebestellen hier in den australischen Coffeeshops ist uebrigens erst mal nicht so schlüssig. Es gibt grundsätzlich nur Kaffee, weiss oder schwarz, gross oder klein. Alles andere scheint der Phantasie überlassen. 😂  Eine Bedienung hat es uns dann erklärt. Auf der Karte steht immer nur das oben gesagte, das ganze kann dann ein Cappuccino, Flat White, Latte, Americano oder was auch immer sein. Hat sich irgendeiner so ausgedacht. Gut wenn man’s weiss.

Der South Melbourne Market erinnert total an die Frankfurter Kleinmarkthalle. Vielleicht doppelt so gross beinhaltet sie aber ausser den Obst-, Gemüse, Blumen und sonstigen Futterständen auch Läden fuer Klamotten, Geschenke und allerlei Schnickschnack. Alles sehr geschmackvoll und nicht der typische Touristenkitsch. Aussenrum gibt es dann die fuer Australien typischen überdachten Arkaden, vollgestopft mit Cafés und Restaurants.

Es war aber sehr voll, und wir haben ein nettes etwas ruhigeres Café am Seitenrand gefunden.

Zweites Frühstück, Avocado Toast und ein leckerer Cappuccino.

Nach einem kurzen Nap im Hotel sind wir am Abend noch mal vor zum Yarra River gelaufen. Kai hatte den am Anfang schon alleine abspaziert und ganz begeistert davon gesprochen. Denn beide Ufer sind gesäumt von Cafés und Restaurants. Eine richtig tolle Uferpromenade.

Wir hatten einen gemütlichen Aperitiv mit Sonnenuntergang und haben uns danach in ein Restaurant gesetzt und den wunderschönen Tag bei thailändischem Essen Revue passieren lassen.

Melbourne ist einfach großartig. Und es gibt sogar noch das Meer, was will man mehr

Koala, Pinguin & Co. – Trigger Warnung: Extrem anbetungswürdig!

Am Samstag wurden wir gegen viertel vor 12 von unserer Tourguide Jess abgeholt. Es erwartete uns ein voller Tag mit zahlreichen neuen Eindrücken. Der Bus hatte  mit 24 Sitzplätzen eine angenehme Größe, die Sitze waren jedoch furchtbar eng. Wie gut, dass ich meine Stützstrümpfe vom Hinflug wieder angezogen habe 😂

Egal, Jess war total nett, eine echte Melbournerin mit dem typischen Aussie Akzent. Irgendwie wird alles etwas breiter ausgesprochen und die Vokale werden gerne mal vertauscht. So sagt man nicht „nice“ (neis) sonder „noooice“… Water ist wada (woooda) und … Man verniedlicht auch sehr gerne, aus Breakfast wird Brekkie, aus Sunglasses wird Sunnies  und  die Australians sind natuerlich die Aussies. Irgendwie mag ich das, es klingt freundlich.

Unser erster Stop brachte uns zum Brighton Beach, Brighton ist ein nobler Vorort von Melbourne und liegt direkt am Meer. Dort zu sehen gibt es aneinander gereihte sogenannte Strandboxen, die über Generationen vererbt werden. Neulich ist eine fuer knapp eine halbe Millionen Dollar verkauft worden (ca. 300.000 €). Dabei gibt es in diesen Boxen weder Strom noch fließendes Wasser. Gemuetlich sind sie jedenfalls. Und natuerlich absolut fotogen.

Nach knapp einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir das Moonlit Sanctuary. Ein kleiner Zoo mit diversen Gehegen fuer die australischen Tiere. Das war mein anvisiertes Highlight des Tages. Denn wenn Australien einer meiner lange gehegten Lebensträume war, so steht die Sichtung eines echten Koalas symbolisch fuer die Erreichung dieses Ziels.

Als ich dann den ersten puschelohrigen Vertreter dieser Art gesehen habe, habe ich auch erst mal eine Runde geflennt. Das passiert immer wieder, wenn ich von etwas so überwältigt bin. Meine Güte, die kleinen Eukalyptusfresser sind aber auch verdammt  süß.

Zu den Dingos gibt es ja diese australische Sage, dass die vor Jahren mal ein Baby entführt haben sollen, wahre Geschichte, aber auch sehr umstritten, es wurde auch verfilmt. Sie sehen eigentlich ganz harmlos aus und sind ausserdem total hübsch.

Der kleine Dicke Wombat ist auch ein Beuteltier, frisst Pflanzen und gräbt sich durch die Erde.

Im Opelzoo in Frankfurt kann man sich am Eingang Karotten kaufen und damit die Tiere füttern. Das macht immer großen Spaß . Hier im Park gab es einen Becher mit Mais und irgendeiner Art Trockenfutter mit der man die freilaufenden Wallabees und Kängurus füttern durfte. Aaaaah, kaum auszuhalten vor lauter Entzückung. Also wenn einem so ein Känguru die weiche Schlabberschnauze in die Hand legt und langsam die Maiskörner knackend zerknabbert, da muss einem ja das Herz aufgehen. Man kann es vielleicht an unseren Gesichtern sehen, wie absolut bezaubernd das war.

Der kleine Tasmanische Teufel hat seinen Namen durch die roten, stark durchbluteten Ohren bekommen. Es ist ein Carnivore, aber ein sehr friedlicher Vertreter. Es ist ebenfalls ein Beuteltier. Leider ist die Art ganz stark vom Aussterben bedroht.

Ein Albino Känguru ❤️
Zuckersuesses Wallabee

Der Stop in dem kleinen Sanctuary war definitiv das Highlight des Tages. Ich haette dort noch viel länger bleiben können. Aber es ging weiter an einen Strand, an dem es lange hölzerne Stege zum Laufen gibt. Die Felsen dort werden Nobbies genannt. Warum? Keine Ahnung, vielleicht kann es mir einer erklären. Auf den Stegen ließ sich übrigens das herannahende Unheil bereits erahnen. Ich sags mal so, wir waren nicht alleine.

Schön war auch die folgende kleine Minisafari, auf der wir ganz viele Wallabees in freier Natur sehen konnten

Was danach folgte lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Bizarr. Es folgt der Namensgeber dieser Tagestour, das eigentliche Highlight, die Pinguin Parade. Jeden Abend um eine bestimmte Zeit kommen hunderte Zwergpinguine aus dem Wasser, um sich an Land ihre Unterkunft für die Nacht zu suchen. Aus diesem Event hat man leider eine totale Massenveranstaltung gemacht. Es gibt ein riesiges zentrales Gebäude mit Ausstellungen, Restaurant, Andenkenläden und Veranstaltungsflächen. Ab ca. 7 Uhr wurde man aus dem Gebäude ueber lange Holzstege in Richtung Strand gelassen. Dort waren riesige Tribünen fuer die Besucher. Kai und ich schätzen, dass es mindestens 1500-2000 Menschen gewesen sein mussten. Wirklich absolut bizarr.

Wir waren fast die letzten vorne am Strand, konnten uns aber recht gute Plätze sichern und hatten Glück. Denn der Hauptweg der kleinen watschelnden Pinguine war direkt in unseren Abschnitt. Da war ich dann schon wieder eher verzückt. So suess sind die.

Fotografieren war übrigens streng verboten. Auch ohne Blitz, aber die hellen Displays der Handys machen den kleinen Angst. An den Menschenmassen scheinen sie sicher aber nicht zu stören. Der Strand war in einem bestimmten warmen gelben Licht beleuchtet, dass die Tiere angeblich nicht stört.

Die Fotos und Videos der Pinguine konnte man per QR Code herunterladen und diese sind zur freien Benutzung auf Social Media.

Besonders schoenes Detail, die kleinen haben blaue federn, so sind sie von oben im Meer schlechter fuer Feinde zu erkennen, und der weiße Bauch ahmt den hellen Himmel nach, der die Tiere von unten vor ihren Fressfeinden schützt.

Um 9 Uhr ging es dann in zweieinhalb Stunden zurueck nach Melbourne. Mein Fazit, alles was wir gesehen haben war wirklich schön, aber haetten wir auch nur im Ansatz eine Ahnung von den Menschenmengen gehabt, dann haetten wir wahrscheinlich darauf verzichtet. Wir machen schon öfter solche Touren, aber sowas … Heieiei. Aber was solls, der Tag war trotzdem toll und gegen Mitternacht sind wir glücklich ins Bett gefallen.

I ❤️ Melbourne

Ich weiß mal wieder gar nicht wo ich anfangen soll, so sehr hat mich Melbourne (oder wie wir hier sagen ;-) Melben) bereits nach nicht mal 24 Stunden in seinen Bann gezogen. Wir sind beide schwer begeistert von dieser tollen Stadt, obwohl wir noch fast gar nicht gesehen haben. Ich versuche es einfach mal der Reihe nach:

In meinen zahlreichen Therapien habe ich gelernt fürsorglich mit mir umzugehen. So hat mein Ankunfts-Ich noch am Vorabend dafuer gesorgt, dass mein Gegenwarts-Ich den ersten Kaffee mit Milch bereits im Zimmer geniessen konnte. Kai wusste meine Fürsorge ebenfalls sehr zu schätzen. Unser Hotelzimmer ist eigentlich eher ein Apartment mit allem drum und dran und es gibt kein Frühstück im Hotel. So war der erste Kaffee im Bett mit australischen Keksen ein Genuss.

Nachdem wir uns frischgemacht hatten, ging erstmal auf Nahrungssuche und wir  steuerten ein Lokal in einer der vielen kleinen „Lanes“ im Central Business District an. Das sind schmale Verbindungswege die das Strassenraster immer wieder durchbrechen. Die Guilford Lane war einfach schön, kleine nette Cafes, witzige Läden und die Wände waren voller Grünpflanzen und kleiner versteckter Kunst, die die Anwohner in einer Bürgerinitiative dort arrangiert haben.

Leckeres Fruehstueck, natürlich mit Latte Art.

Unser Frühstück im Café Krimper war hervorragend und so konnten wir dann frisch gestärkt auf Erkundungstour gehen.

Blick in die Guilford Lane
Street art, wie ich sie am allermeisten liebe. Klein und whimsical ❤️
Hauptsache es funktioniert.
Katze und Kuh

Melbournes Innenstadt erinnert mich ein bisschen an Downtown San Francisco, es hat auch etwas von  Toronto und dann ist es natuerlich auch vollkommen einzigartig. In jedem Fall gibt uns der erste Eindruck ein tolles Gefuehl. Auf einer Skala von 1-10, die bewertet, ob ich mir hier vorstellen koennte zu leben, erhält Melbourne eine 10 mit Sternchen.

Hier gibt es wohl was besonderes 😂
Busy Street.

Queen Victoria Market.

Entlang der Southern Cross Train Station

Irgendwann sind wir soviel gelaufen und ich war schon total kaputt als wir endlich das Wollgeschäft ansteuerten, das ich mir von zu Hause schon auserkoren hatte. Ich habe vor, mir zum Andenken an diese Reise einen Koala aus lokaler Wolle zu stricken. Sie hatten was ich gesucht habe und mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht konnten wir uns zurueck ins Hotel machen.

Mittlerweile machte sich der Jetlag heftig bemerkbar und wir waren beide unfassbar müde. Zurück im Zimmer sind wir direkt in den Betten verschwunden und beide umgehend eingeschlafen. The struggle is real.

Nach zwei Stunden waren die Batterien wieder einigermaßen aufgeladen und wir sind zu einem Supermarkt in der Nähe gelaufen, um uns ein bisschen was zum Frühstück zu kaufen. Fuer mich gab’s Haferflocken, Joghurt und Obst und Kai hat sich mit Brot und Marmelade begnügt. Zurück in unserem Hotel sind wir kurzfristig mit dem Aufzug in den 28sten Stock gefahren. Dort oben befinden sich das Hotelgym und eine kleine Aussichtsterasse. Das Licht war toll und die Aussicht auf den Yarra River war wunderschön.

Kai ist später noch mal alleine spazieren gegangen und ich habe ein bisschen aufgeräumt. Ich bin ja eine absolute Chaotin, und schaffe es innerhalb von Minuten, meinen Kofferinhalt explodieren zu lassen. Kai war sehr beeindruckt von der Ordnung als er zurückkam.

Zum Abendessen gab es Sushi, welches wir uns mittags auf dem Heimweg gekauft hatten. Das war eigentlich fürs Mittagessen geplant, aber daraus wurde nix wegen akuter Müdigkeit.

Aus Erfahrung weiss ich, dass oft die zweite Nacht bei Reise in Richtung Osten am unangenehmsten ist. Man ist eben noch ein Stück in der alten Zeit, und noch nicht richtig in der neuen Zeit angekommen. Daher haben wir versucht, so lange wie möglich wach zu bleiben. Um halb elf ging es dann aber nicht mehr und nach direktem Kontakt mit der Matratze  fielen uns die  Augen ganz schnell zu.

Es war ein toller erster Tag in der quirligen, lauten und sehr lebendigen Stadt im Süden Australiens. Ich bin immer noch vollkommen fasziniert von dem Gedanken, dass wir es endlich hierher geschafft haben. Morgen geht es weiter. Volles Programm. Kai hats geplant. Ich bin gespannt.

Good Morning Vietnam

Am Mittwoch vormittag  sind wir gegen 11 in unserer Wohnung aufgebrochen, mit dem Bus zum Terminal 2 gefahren, haben die Koffer eingecheckt und uns durch Pass- und Sicherheitskontrolle bewegt. Obwohl wir 3 Stunden vor Abflug von Zuhause los gegangen sind, sassen wir gerade mal 15 Minuten am Gate, da ging auch schon das Boarding los. In unserem Fall Priority, weil wir uns fuer diese lange Reise Premium Economy gegoennt haben. Entsprechend verzückt war ich auch, als wir die Sitze gesehen haben. Wirklich sehr bequem, mit ein Sitzabstand von 104 cm,  da kann man nicht meckern.

Warten auf den Bus zum Terminal 2
Kais Urlaubsritual. Er duftet sich im Duty Free Shop fuer die Reise ein.
Der Aufpreis hat sich total gelohnt. Wir waren sehr zufrieden mit dem Platzangebot.

Wenn man weiss, dass man zwei Langstreckenfluege hintereinander überstehen muss, dann kommt einem nur einer davon plötzlich sehr viel kürzer vor. Wir haben nett mit den Sitznachbarn geplaudert, ein paar Filme angeschaut und schwupsdiwups waren wir auch schon in Hanoi. Da war es ca. 6.30 Ortszeit. Good Morning Vietnam. Die Luft war  zum Schneiden dick, und das war irgendwie toll wenn man aus dem klimatisierten Flugzeug steigt. Am Flughafen gab es erst mal einen leckeren Kaffee und ein paar News aus der Heimat, wir konnten uns die Beine vertreten und uns im Bad etwas frisch machen.

Kurze Zeit spaeter ging es schon wieder in den naechsten Flieger. Und da stand dann am Gate: MELBOURNE!!! Fuer Manche mag das kein Riesending sein, aber mir bedeutet es soooo viel. Endlich Australien. Endlich, endlich, endlich!!! Das ist wirklich die Erfüllung eines noch offenen Lebenstraum. Ich bin einfach nur HAPPY.

Während ich das schreibe, befinden wir uns irgendwo ueber dem indischen Ozean. Gerade haben wir das vietnamesische Festland verlassen und momentan sieht man nur Wasser, soweit das Auge reicht. Kai hat schon die Rückenlehne nach hinten geklappt. Ich werde das auch gleich tun, und hoffentlich in der Lage sein, ein Schläfchen zu machen.

Sonnenuntergang ueber den Wolken
Landeanflug auf Melbourne

Zeitsprung. Aktuell liege ich noch bequem auf unserem Bett im Canvas Hotel im Central Business District von Melbourne, spaeter werden wir rausgehen, um ein bisschen die Stadt zu erkunden. Vorher, und weil ich ja eine Vervollständigerin ;-) bin kommt hier noch der Rest der Reise:

Am späten Abend sind wir um viertel nach 11 Ortszeit in Melbourne gelandet. Der Zeitumterschied zu Deutschland beträgt nun 10 Stunden.

Die Einreise war so unkompliziert und perfekt organisiert. Wir mussten nur unsere Paesse einscannen, wurden fotografiert und durften durch die automatisierte Grenzkontrolle einreisen. Unsere Koffer kamen dank Priority ganz am Anfang und so konnten wir direkt zur Zollkontrolle gehen. Hier sind die Australier strenger als so manches andere Land. Es gibt viele Dinge, die gar nicht, oder nur kontrolliert eingeführt werden dürfen. Kai hatte sich hier besonders gut vorbereitet, indem er öfter „Border Patrol Australia“ im Fernsehen geschaut hat 😂 

Zur kontrollierten Einfuhr zählen auch  verschreibungspflichtige Medikamente. Dafuer haben wir uns vorab von unseren Ärzten in Deutschland ein entsprechendes  Dokument ausstellen lassen. Etwas mulmig war mir ja schon, als wir die Frage auf dem Einfuhrformular mit „ja“ beantworten mussten, denn es wurde in gleichem Atemzug nach Medikamenten, Waffen und pronografischem Material gefragt ;-)

Ehrlich wir wir waren haben wir alles wahrheitsgemäß beantwortet, wurden kurz nach der Art der Medikamente befragt und durften dann direkt den grünen Ausgang in die Freiheit nehmen.

Draussen am Flughafen war es noch sehr wuselig, obwohl es mittlerweile schon nach Mitternacht war. Es gibt dort einen sog. „Skybus“, mit dem man ohne Zwischenstop fuer ca. 25 australische Dollar (etwa 15 Euro) bis zur Victoria Station in Downtown fahren kann.

Von dort sind wir zu Fuß zu unserem Hotel gelaufen, haben in einer fuer uns hinterlegten Lockbox unsere Zimmerkarten bekommen und konnten endlich in unser Zimmer im vierten Stock einchecken.

Wir haben es geschafft. Knapp 29 Stunden nach verlassen unserer Wohnung sind wir in Australien angekommen.

Was bisher geschah …

Vor ziemlich genau 12 Jahren haben Kai und ich uns eine dreimonatige Auszeit in Form eines kleinen Sabatticals gegoennt. Ein Jahr vorher habe ich dafuer bereits das Gehalt angespart und als es dann Anfang Februar 2014 endlich losging waren wir voller Vorfreude auf 4 Wochen Thailand, 2 Wochen Malaysia und 6 Wochen Australien.

Leider kam alles ganz anders und als mich am 12. Maerz 2014 am Strand von Georgetown ein Makake gebissen hat, ist der Traum zerplatzt. Was folgte, war eine schwere Entzündung, 3 Wochen Krankenhaus in Singapur, mehrere Operationen, starke Schmerzen, eine Hauttransplatation und viele viele Tränen.

Damals haben wir uns vorgenommen, diese Reise irgendwann zu Ende zu bringen. Auch wenn schon so viel Zeit vergangen ist und  jetzt „nur“ 4 Wochen geplant sind, habe ich beschlossen, dass dies nun die offizielle Fortsetzung des Sabatticals von damals ist. Und natuerlich sind De Maulwurf und Herr Mülla auch wieder mit von der Partie.

Iearepetra, Fotostapel

Während ich hier noch die letzten Stunden des Urlaubs auf einer watteweiche Liege am Infinity Pool verbringe, hänge ich meinen Gedanken nach und mir ist es ehrlichgesagt ein bissl schwer ums Herz. Aber so ist das bei mir eben, wenn etwa so wunderschönes zuende geht. Alle drei Standorte dieser Reise hatten ihren eigenen Reiz. Und wenn man mich am Ende fragt, welche mir von den drei Unterkünften am besten gefallen hat, dann gewinnt doch, trotz allem Luxus, Privatpool und rund um die Uhr Verpflegung, das Coriva Beach Hotel in der Nähe von Ierapetra. Die Einfachheit liegt uns beiden etwas mehr und das morgendliche Bad im Meer ist jedem Infinity Pool der Welt weitaus überlegen. Damit will ich aber nicht sagen, dass ich den Luxus der letzten 4 Tage nicht zu schätzen wüsste. Ab und zu kann man das gerne machen. Nächstes Mal dann zu 20sten Hochzeitstag ;-)

Anbei noch ein paar Bilder von unserem Besuch in Ierapetra.

Loukomades, kenne ich schon von den Osterfeierlichkeiten der griechischen Nachbarn. Soooo lecker.
Wie ueberall in Griechenland gibt es kleine Katzenfamilien. Die kriegen in den Sommermonaten genug zu füttern. Wie sie den Winter schaffen, weiss man nicht. Ich hoffe jemand kümmert sich um sie.
Unsere Behausung im Coriva Beach Hotel. Einmal die Treppe hoch. Vom kleinen Balkon hatte man einen schönen Blick auf das Meer.
Letzter Abend im Süden. Sonnenuntergänge kann man im Leben nicht genug sehen. Immer wieder etwas besonderes.
Abfahrt in Richtung Norden.

Luxus zum Hochzeitstag

Im Sommer diesen Jahres haben wir unseren 10ten Hochzeitstag gefeiert. Vor 10 Jahren, als wir auf Mauritius für unseren Honeymoon waren, hatten wir ausgemacht, dass wir zum 10ten Hochzeitstag wieder dorthin fliegen, um nochmal dieses fantastische Hotel zu besuchen. Das Lakaz Chamarel ist mit grossem Abstand das schönste Hotel in dem ich jemals zu Gast sein durfte. Mag ich es verklären, weil wir ja frisch verheiratet waren? Kann sein, aber wenn ich daran zurueck denke, dann passte einfach alles.

Nun ja, 10 Jahre sind auf einmal schneller rum als gedacht, und eigentlich wollten wir noch nicht wieder dorthin. Also buchte uns Kai fuer die letzten 4 Tage hier auf Kreta eine Luxusunterkunft. Es sollte etwas besonderes sein, und das ist es auch. Wie sind also seit Dienstag im Domus Aulus Elounda Resort und finden es einfach fantastisch. Das beste ist das Zimmer mit eigenem Privatpool.

Hier mussten wir allerdings erstmal etwas kämpfen. Hat man uns doch eins der luxuriösen Zimmer direkt im Erdgeschoss gegeben, wo ständig jemand vorbeiläuft. Wir waren beide total enttäuscht. Wollten wir doch im Adam und Eva Kostüm morgens in den Pool hüpfen. Also sind wir direkt zur Rezeption gegangen, haben etwas von 10. Hochzeitstag erzählt und dass dieses Zimmer ja mal so was von überhaupt nicht geht. So wurde kurzerhand mit dem Manager gesprochen und wir konnten eine Etage höher ziehen, komplette Privatsphäre und keiner kann uns direkt ins Zimmer und in den Pool schauen. Na also. Geht doch.

Alleine dieser Blick am Morgen direkt aus dem Bett war den kleinen Kampf wert.

So beginnt also unser Tag hier mit einem frischebrühten Kaffee aus der George Clooney Kapselmaschine, und danach geht es direkt in den Pool. Das ist einfach Wahnsinn. Ein absoluter Traum und wieder mal wuensche ich mir, dies jeden Tag tun zu koennen. Kai sagt dann immer, wenn man das jeden Tag haette, dann wüsste man es irgendwann nicht mehr zu schätzen. Vielleicht hat er recht 😉

Blick aus dem Zimmer auf die kleine Insel Spinalonga, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts unter anderem zum Aufenthalt von Leprakranken diente. Jetzt sind es nur noch verlassene Ruinen. Die gesamte Aussicht hier aus dem Zimmer und oben vom Berg  ist so wunderschön, dass wir uns beide nicht daran sattsehen koennen.

Nach dem Frühstück gehen wir dann „immer“ an den kleinen Strand, der dem Hotel angehört. Dort gibt es auch watteweiche Liegen und ein ruhiges plaetscherndes Meer.

Zum Mittag lassen wir uns dann mit dem Clubcar ganz nach oben auf die Anlage fahren, denn da liegt ein VIP Bereich, der nur fuer die Gäste mit den Luxussuiten zugänglich ist. Die sogenannte „Cool Living“ area hat diesen fantastischen Infinity Pool mit Blick über die gesamte Bucht. Das hat schon etwas magisches.

Dort oben kann man auch fruehstuecken. Eigentlich koennte man den ganzen Tag dort oben aushalten. Man bekommt dauerhaft irgendwo was zu essen und zu trinken und leider ist das ueberhaupt nicht figurfreundlich. Aber was solls. Die Tage sind ja begrenzt 😂

Etwas zu meckern gibt es natuerlich auch. Wenn man auf einer der zahlreichen Vollautomaten die Cappuccinotaste drückt, kommt zuerst die Milch und dann der Kaffee in die Tasse. Das ist erbärmlich und dürfte einfach nicht passieren 😂😂😂

Heute ist bereits unser letzter voller Tag hier auf der Insel. Den werden wir noch mal in vollen Zügen geniessen, bevor uns morgen Abend der Flieger wieder in die kalte Heimat bringt (seufzt tief).

Kreta Fotostapel

Letzten Donnerstag sind wir im Sitia Beach Resort nach dem Frühstück aufgebrochen. Hier noch mal zwei Bilder der Anlage.

Es hat uns dort zwar ganz gut gefallen, aber verglichen mit dem Coriva Beach Hotel gefällt es uns hier noch viel besser.

Das tägliche Bad im Meer. Oben an der noelrdoestlichen Küste war das Meer of spiegelglatt, im Gegensatz zum Wellengang im libyschen Meer.

Der abendliche Aperol an der schoenen Hafenpromenade von Sitia. Haetten wir ein so schönes Kleinod auch zuhause, sässen wir sicher öfter dort.

An Kais Geburtstag sass ich oft nur daneben, während er seine zahlreichen Glückwünsche entgegennahm. Ich freute mich fuer ihn. Ausserdem mehr Strickzeit fuer mich 😂, man muss allem etwas positives abgewinnen.

Kais Geburtstagsdinner in traumhaft schöner Umgebung mit abendliche Stimmung am kleinen Hafen.

Eine kleine Wanderung zur Richtis Schlucht mit Wasserfall. Das war wunderschön und ich war so happy, daß ich mal wieder eine ganze Stunde wandern konnte. Bergauf und bergab ueber Stock und Stein.

In dem Gewässer unterhalb des Wasserfall konnte man baden. Viele haben nur zugeschaut und die meisten waren nur bis zu den Knien im Wasser. Nicht ganz ohne Stolz habe ich mich ohne mit der Wimper zu zucken ins eiskalte Wasser gestürzt. Das hat soooo gutgetan nach der kleinen Wanderung und ich freue mich schon wieser auf die diesjährige Eisbadesaison.

Am Ende der schlucht gab es die gleichnamige Richtis Bucht mit einem kleinen Strand.

Nach der Wanderung sind wir noch in einer kleinen Dorfschenke eingekehrt. Dabei entstand dieses so typische griechisch-klischeehafte Bild, dass mein Fotoherz hat Purzelbäume schlagen lassen.

Kais absolutes Lieblingsessen auf jeder Griechenland Reise. Der griechische Salat mit Feta, Oliven, Oregano, Olivenöl, Paprika, Tomaten, Gurken und Zwiebeln. Ist aber auch immer wieder sooo lecker.

Wenn es sich ergibt, dann kraule ich jede Katze, die meinen Weg kreuzt. Dabei koennten die Charaktere nicht unterschiedlicher sein. Manche hüpfen sofort auf deinen Schoss, manche schauen dich mit angsterfüllten Augen an, eines haben sie jedoch gemeinsam, sie sind immer auf der Suche nach Futter.

Ode an das blaue Meer

Seit letzten Donnerstag sind wir im wunderschönen Coriva Beach Hotel an der südöstlichen Küste von Kreta, etwa 10 km von Ierapetra, der angeblich südlichsten Stadt Europas.

Die Anlage hier besteht aus kleinen Bungalows, die eng aneinander gebaut sind und irgendwie den Stil einen kleinen griechischen Dorfes abbilden. Dennoch hat jedes Zimmer genügend Privatsphäre. Idyllischer geht es kaum. Wir hatten dieses Etablissemnt eigentlich ohne Meerblick gebucht. Umso erstaunter waren wir, als wir in den ersten Stock gingen und eines der wenigen Zimmer mit dem Blick auf das grosse weite Blau bekamen. Ich war begeistert. Die Dame sagte dann, es sei ja kurz vor Saisonende und warum sollten wir nicht eines ihrer schönsten Zimmer beziehen.

Kai sagt meistens, es sei ihm nicht so wichtig, aber fuer mich ist der Blick auf das Meer immer wieder etwas ganz besonderes. Schon als Kind war ich glücklich, mindestens einmal im Jahr das Meer sehen zu dürfen. Jetzt als Erwachsene träume ich immer wieder davon, irgendwann doch noch einmal dort zu leben.

Seit wir in Griechenland sind, gehen wir ausserdem jeden Morgen im Meer  baden. Das Wasser hier ist einfach so klar und sauber, es ist jeden Tag ganz besonders toll ist, wenn wir den Tag so beginnen dürfen.

Tagsüber liegen wir dann faul am fast leeren Strand herum und am Nachmittag geht es noch mal kurz zum Pool.

Vorne am Strand gibt es ein kleines griechisches Lokal, dass noch geöffnet hat und das (fuer Kai sehr wichtige ;-) blau weiss getünchte Lokalkolorit ausstrahlt. Der leckere ueberbackene Käse, dazu einen frischen griechischen oder kretischen Salat, so kann man die lange Zeit zwischen Fruehstueck und Abendessen gut aushalten.

Am Abend sitzen wir noch eine Weile auf dem Balkon und ich schleppe dann immer die stehlampe und eine Fussablage raus, so kann man den Abend wundervoll geniessen. Das Strickzeug darf natuerlich auch nicht fehlen.

Nachts beim Einschlafen dann dem Rauschen der Wellen zuzuhören, meinem absoluten Lieblingsgeräusch, macht es dann perfekt.

PS. Mein zweites Lieblingsgeräusch ist übrigens das leise Surren der Kärtchen beim Umklappen auf der grossen Anzeigetafel am Frankfurter Flughafen ;-)