Manchmal braucht das Schicksal einen langen Atem. 12 Jahre ist es her, dass uns das Leben einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ich erwähnte bereits die Geschichte mit dem Affenbiss.
Seitdem schien Australien immer in weiter Ferne. In einem Jahr gab es andauernde Waldbrände, dann kam Covid, dann hat Kai wieder was anderes vorgeschlagen. Aber ich bin hartnäckig geblieben, und habe den Wunsch Australien nie aufgegeben. Die berühmte Oper als zentrales Wahrzeichen von Sydney stand dabei immer symbolisch fuer die Erfüllung meines Reisetraums.
Der Tag begann ganz entspannt im Woolstore Hotel. Nach drei Wochen Rundreise mit improvisierten Frühstück aus unserer kleinen Kühlbox gab es hier zum ersten Mal wieder ein richtiges Frühstück à la carte. Am Tisch sitzen, bedient werden, den ersten Kaffee in Ruhe genießen – das hat uns gefallen.

Vom Hotel aus sind wir später zu Fuß zum Fähranleger am Maritim Museum spaziert und haben dort die Fähre in Richtung Oper genommen.


Das Boot legte ab, der Wind wehte uns um die Nase, wir schipperten gemütlich entlang der beeindruckenden und stetig wachsenden Skyline, bis wir irgendwann direkt auf die Harbour Bridge zusteuerten – und plötzlich tauchte sie auf: die Oper. In diesem Moment sind bei mir alle Dämme gebrochen. Ich musste einfach heulen, so richtig emotional und tief aus dem Herzen. Ich habe mich einfach so sehr über diesen Anblick gefreut. Um dem Moment einen würdigen Rosamunde Pilcher Anstrich zu verleihen, hauchte Kai mir dann auch noch die berühmten drei Worte ins Ohr 😉



Wir sind dort ausgestiegen und haben das beeindruckende Gebäude erst einmal aus der Nähe betrachtet. Die weißen Dächer sind mit unzähligen weißen Fliesen gedeckt. Diese Struktur aus der Nähe zu sehen, ist wahnsinnig beeindruckend.






Unser Weg führte uns weiter durch die Royal Botanic Gardens bis zur anderen Seite der Bucht.





Von dort aus hat man diesen berühmten Postkarten-Blick: die Oper und die Harbour Bridge in perfektem Einklang. Und das Beste: Der Himmel, der morgens noch grau war, riss pünktlich etwas auf. Die Sonne zeigte sich immer wieder zwischen dem wolkenverhangenen Himmel.



Wir liefen die ganze Strecke quer durch den Park und landeten im Stadtteil „the Rocks“.
Dort haben wir ein Café entdeckt, das mein Herz sofort höher schlagen ließ: Dort lag Wolle auf den Tischen und man konnte einfach weiterstricken. Wie gemütlich ist das bitte?




Später haben wir uns wieder aufgeteilt. Kai zog es zurück zum Hotel und mich – wie sollte es anders sein – noch einmal in meinen japanischen Lieblingsbuchladen Kinokuniya. Ich habe dort sicher zwei Stunden verbracht, mich durch Handarbeits- und Crafting-Bücher geblättert und einfach nur geschwelgt. Es ist pure Inspiration für mich.


Zum Abendessen habe ich Kai angerufen und wir haben uns in Chinatown getroffen. Es gab köstliche Wontons und Dim Sums. Bei noch angenehmer Abendluft konnten wir sogar noch draussen sitzen – genau das Richtige nach so vielen Kilometern zu Fuß.

Auf dem Heimweg sind wir an einer grossen Markthalle vorbeigekommen – dem Haymarket. Dort wurde Salsa getanzt – es ist wohl jeden Mittwochabend so. Wir konnten nicht widerstehen und haben ein bißchen mitgetanzt. Das war soooo schön. Wären wir nicht beide so k.o. von diesem ereignisreichen Tag gewesen, hätten wir sicher noch stundenlang weitergemacht.

Ein letzter Boxenstopp führte uns noch in einen kleinen Supermarkt. Mit Milch und Kaffee im Gepäck (für frischen Kaffeduft am Morgen im Zimmer) sind wir glücklich und müde ins Hotel zurückgekehrt.





























































































































































































