Entweihnachtung

Samstag morgen im Hause C. Während der Herr sich noch ein bisschen ruht, fange ich bereits damit an, Pläne für den Tag zu schmieden. Ich freue mich, denn dies ist der erste freie Tag seit fast 4 Wochen, an dem wir a) zuhause sind, und b) ich nicht krank bin. Das freut mich deswegen so sehr, weil man wieder nach Herzenslust einfach nur in der Wohnung rumwursteln kann. Gleich nach dem Frühstück wird erstmal wieder gründlich entweihnachtet. Natürlich macht es auch immer ein bisschen traurig, wenn unser leicht nadelnder kleiner Baum über den Balkon auf die Straße fliegt, um dort mit den anderen entsorgten Bäumen auf seine Abholung zu warten, aber es ist auch ein leicht befreiendes Gefühl, denn in dieser Saison war ich mit dem dekorieren nicht zimperlich ;-) 

Ansonsten überlege ich gerade, ob es wohl Sinn macht, bei den Minustemperaturen meine ganzen Wollvorräte mal auf den Balkon zu stellen … so als Mottenprophylaxe. Aber ich glaube es müsste dazu noch etwas kälter sein. Ich hatte das schon immer mal vor, aber so richtig kalt war es ja seit längerem nicht mehr. Apropos, der Wintermantelkauf gestern war erfolgreich und ab Montag muss ich hoffentlich nicht mehr so frieren auf dem täglichen Weg zur Arbeit. 

Faszination des Alltags

Noch kann ich es immer nicht so ganz glauben. Ich habe irgendwie das Gefühl, daß mein Leben nochmals eine Richtige Wendung erfahren hat. Veränderungen sind immer schwierige, diese zu beschließen erfordert Entschlußfreudigkeit und auch oft ein bisschen Mut. Warum ich mich mit der Entscheidung, hier in Frankfurt zu Arbeiten so lange so schwer getan habe, hat ganz viele Gründe. Aber am Ende fühlt es sich jetzt absolut perfekt an und alles ist gut.

Gestern habe ich das erste Mal in dieser Woche so lange gearbeitet, daß es draußen richtig dunkel geworden ist, und als ich dann irgendwann von meinem Schreibtisch aufgeschaut habe, hat sich die nächtliche Frankfurter Skyline vor mir präsentiert. Ich bin raus auf den Raucherbalkon gegangen und mir sind vor lauter Verzückung fast die Tränen gekommen, das passiert mir öfter, wenn ich ein solch absolutes Glücksgefühl empfinde.

Später dann bin ich fast den ganzen Weg nach Hause gelaufen. Die krispe klare Abendluft und die Lichter der Großstadt … und ich hatte fast so ein Gefühl, als ob ich, nachdem ich nun über 12 Jahre in Frankfurt wohne, zum ersten Mal auch hier LEBE! So richtig und ganz, mit Haut und Haar, mit allem was dazu gehört. Kein tägliches Pendeln mehr in den Vorort, keine Staumeldungen mehr vor der Arbeit hören, keine Bedenken vor plötzlichem Wintereinbruch, Fahren im Dunkeln, morgendliches Eiskratzen oder sonstige alltäglichen Dinge, die man eben so machte, wenn man jeden Tag den vierrädrigen Freund bewegen muß. Ja, ganz schön kitschig hier … das … aber so bin ich eben. Ich geniesse es voll und ganz.

Gleich werde ich mich mit Herrn C. in der Stadt treffen, ein bisschen spazieren gehen, das tut ihm sicher ganz gut. Der arme liegt nämlich schon seit Dienstag auf der Nase. Das Fieber ist aber mittlerweile wieder runten. Ganz nebenbei möchte ich gerne irendwo einen mollig warmen Wintermantel erwerben. Habe ich vorher auch irgendwie nicht gebraucht. Aber gemütlich eingepackt, macht der Weg zur Arbeit noch viel mehr Spaß.

Ach übrigens, wir sind ja unter uns ;-) So ganz nebenbei habe ich mich gestern Abend wieder bei den international anerkannten Gewichtswächtern angemeldet. Ich esse jetzt wieder Punkte, und hoffe damit endlich, dem Posttraumatischen Affengewicht den Garaus zu machen. Dieses Mal schaffe ich es *Beckerfaust*


 

Alltagsoptimierung

Irgendwann im Frühjahr des letzten Jahres habe ich mir mal genau die Frage gestellt, was in meinem Leben gut ist und was nicht, und was von dem, was nicht so optimal ist, geändert werden kann. Denn das scheint mir ja die Kunst, die Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern kann, die Dinge zu ändern, die man ändern kann, und die Weisheit zu unterscheiden. Diese Motto habe ich irgendwie schon immer verinnerlicht. Man wird ja mit den Jahren besser darin ;-)

Nun gut, was hat mich genervt? Die Pendelei war mir seit langem ein echter Dorn im Auge. Seit nun 9 1/2 Jahren fahre ich an jedem Arbeitstag mit dem Auto zur Arbeit und wieder zurück. Gegen den Strom, so sagen alle, da habe man ja Glück. Man könnte ja auch genauso aus einem der schicken Frankfurter Vororte täglich ins Bankenviertel pendeln und dann sowohl morgens als auch Abends im Monsterstau stehen. Jaja, schon kapiert, es geht natürlich immer schlimmer. Aber auch ich stand Abends oft am Frankfurter Kreuz, während Mann und Katzen schon gemütlich zu Hause auf dem Sofa saßen. Nicht selten hat die Heimfahrt mehr als eine Stunde gedauert. Ich habe es also angegriffen, und um meine „Versetzung“ in unseren Frankfurter Standort gebeten. Hätte ich natürlich schon viel früher machen können, aber wie das eben so ist, die Arbeit hat Spaß gemacht, ich mag die Kollegen … man richtet sich eben so ein.

Es war alles ein längerer Prozess, aber irgendwann Ende September kam dann die verbindliche Zusage, daß ich ab Januar in Frankfurt arbeiten darf.

Heute war also mein erster Arbeitstag. Ich mußte zwar nochmal mit dem Auto ins alte Büro fahren, um mein Hab und Gut dort abzuholen, aber den ganzen Rest des Arbeitstages habe ich damit verbracht, Karton für Karton auszupacken, mein Schreibtisch einzurichten und die Kollegen kennenzulernen. Als Krönung des Tages bekam ich dann noch zum 10. offiziellen Firmenjubiläum gratuliert (hatte ich total verschwitzt ;-) und zur Belohnung einen extra Urlaubstag geschenkt bekommen. Wie schön, nehme ich doch sehr gerne.
Die Aussicht vom neuen Arbeitsplatz ist dabei aber das allerbeste, ich sitze im nahezu vollverglasten Eckbüro mit einem wahrlich grandiosen Blick auf die Frankfurter Skyline … schnüff … ich reibe mir die Augen und bin sehr gerührt.

Operation Alltagsoptimierung erfolgreich abgeschlossen.

Zwischenbilanz ;-)

Bis jetzt kann ich nicht klagen, das Jahr ist soweit ganz gut gelaufen :-D

Gestern haben wir trotz leichtem Kater die Schweiz in Richtung Bodensee verlassen. Das Abschiedsfrühstück bei Familie E. haben wir noch mit viel Gelächter und Geschmunzel über den vergangenen Silvesterabend genossen. Danach gings los durch die wunderschöne und sonnige Schweizer Bergwelt. Leider wurde es in Richtung Deutschland immer suppiger … erst kurz vor unserem Ziel klarte der Himmel wieder etwas aus und wir konnten noch einen romantischen *seufz* Sonnenuntergang mitnehmen.

Wir haben uns kurz Mersburg angeschaut und sind anschließend nach Überlingen ins Parkhotel Sankt Leonhard gefahren. Dort gabs endlich die wohltuende Sauna.

In der fast ausgestorbenenen Überlinger Innenstadt haben wir später mit etwas Glück noch eine offene Gaststätte gefunden, wo wir leckere schwäbische Maultaschen und Kässpätzle gegessen haben. Yum, yum.

Heute morgen gab es das von Herrn C. sehnlichst erwartete Frühstücksbüffet. Darauf lässt er nichts kommen und wehe wir stehen nicht zeitig auf. Er hat übrigens seine Badehose vergessen und so musste ich morgens alleine im nur von ein paar Rentnern beschwommenen Pool meine Bahnen ziehen.

Vorhin haben wir uns noch ein bisschen in der sehr pittoresken Innenstadt von Überlingen umgeschaut, ein wirklich sehr schönes Café entdeckt und ausprobiert. Und weil dort so viele gemütliche Felle auf den Stühlen lagen, habe ich mir auf dem Rückweg ein sehr dekoratives graues Fell im Spontankaufmodus gegönnt. Auf dem sitze ich nun im Auto und es ist herrlich warm.

Apropos Auto. Gerade sind wir von der Autobahn abgefahren und befinden uns im Landeanflug.

Silvesterkracher 

An manchen Tagen passt es einfach. Gestern war auf jeden Fall so ein Tag.  Natürlich hätten we uns gefreut, wenn es in den Bergen ein wenig Schnee gegeben hätte, aber die Sonne schien so perfekt vom Himmel, das hat in vollstem Umfang entschädigt. Nachdem wir gestern dann Nachmittags wieder vom Berg runter sind, haben alle erst mal noch etwas Kraft getankt und man hörte kollektives Schnarchen durch die Berghütte surren. Nach dem Aufwachen haben wir uns etwas hübsch gemacht und uns dann um 5 zum Apero getroffen.

Danach sind wir zu viert durch die Nacht rauf auf die Mittelstation gefahren … ein perfekter Sternenhimmel, vereinzelte Lichter in den Bergen und wir haben lauthals Halleluja mitgesungen. Alleine dieser Moment war schon magisch und zauberhaft.

Oben in der Mittelstationshütte trafen wir dann auf die anderen und es gab einen weiteren Apero. Danach nahm dann der Abend bei extrem leckerem Büffet und sehr viel Wein seinen Lauf. Für die Beschallung hat ein Alleinunterhalter im orangefarbenen Showhemd gesorgt. Nun bin ich ja nicht so die Schlagermaus, und die Qualitäten eines Alleinunterhalters haben mich noch nie wirklich überzeugt. Ich hatte also die Wahl, entweder  die Hände in den Hosentaschen vergraben und von Indiekonzerten erzählen, oder ganz Konfuziusartig die Vögel mit dem Wind ziehen lassen. Letzteres war meine Wahl und so entschied ich bereits zu Beginn und nach nur wenigen Glas Wein, unseren Tisch zu der kleinen Kneipe von Peter Alexander zum fröhlichen Schunkeln zu animieren. Und es ward großartig und so feierten alt und jung, groß und klein mal singend, mal tanzend und immer gut gelaunt einen wirklich außergewöhnlich schönen Start ins neue Jahr 2017

Jahresendglück

Ein schöner Tag war das gestern mal wieder. Nach einem gemütlichen langen Frühstück sind wir so gegen halb eins aufgebrochen und bei zunächst vernebelter Landschaft bis zum Pfändertunnel gefahren. Kaum auf der anderen Seite angekommen riss der Himmel auf und die Berge wurden sichtbar. Strahlender Sonnenschein.

In kürzester Zeit haben wir unser Ziel erreicht und sind an der Talstation gleich in den Sessellift umgestiegen. Oben angekommen wurden wir bereits freudig von unserer Gastgeberin empfangen und haben uns direkt zum Apres Ski begeben. In der Muntaniala Bar auf dem Piz Mindaun haben wir leckere heiße Getränke genossen.

Heute am Silvestermorgen lacht uns wieder die Sonne entgegen und nach dem Frühstück sind wir direkt wieder zur Bar zurückgefahren. Aktuell sitzen wir auf gemütlichen Liegestühlen in der Sonne bei herrlichem Bergpanorama und genießen eins dieser Heißgetränke, welches passend im Strickbecher gereicht wird. Perfekt geht es gerade einfach nicht. Heute Abend feiern wir genau hier Silvester. Ich bin gespannt und voller Vorfreude.

Heimatliebe 

Gestern Abend war es wirklich mal wieder ausgesprochen schön. Dieser Geburtstag hat einfach was und mir würde wirklich etwas fehlen, wenn Frau M. sich irgendwann entscheiden würde, ihren Ehrentag nur im Kreise ihrer engsten Familie zu begehen. Ich habe sogar mein Strickzeug ausgepackt und so ganz nebenbei fast den Body von „Il Grande Favorito“ fertig gestrickt.

Heute früh haben wir dann bis 8 Uhr geschlafen und konnten es gar nicht so recht glauben. Die Katzen haben wir ja noch bei Oma und Opa in Alsfeld gelassen, und daher gab es heute morgen keinen Katzenwecker, kein auf dem Bauch rumtreteln oder durchs Gesicht lecken ab halb sechs Uhr morgens. War ja auch mal schön ;-)

Nach dem Aufstehen ging dann schon das hektische Treiben los, fertig gepackt und schnell gefrühstückt und um viertel nach 11 saßen wir dann endlich im Auto. Bei strahlendem Sonnenschein und erstaunlich wenig Verkehr habe wir in nur knapp 4 Stunden diese unglaublich schöne Behausung von Frau K. und Familie erreicht.

Frau K. Und ich haben uns während des Architekturstudiums in München kennengelernt. Jetzt lebt sie mit Mann und zwei sehr hübschen Kindern im Hinterland des Bodensees. Vor kurzem hat sie sich in Markdorf einen Lebenstraum erfüllt, und sich mit einem Laden für unverpackte Lebensmittel mit angeschlossener kleiner Kaffee- und Smoothiebar selbständig gemacht. Wir sind gleich mal in den Laden gefahren und haben es uns in der gemütlichen Sitzecke mit leckeren Cappuccino und selbstgebackenen Muffins bequem gemacht. Natürchlich habe ich die Lokalität gleich auf ihre Strickbarkeit getestet. So toll. Wenn ich hier wohnen würde, würde ich sofort einen kleinen Strickzirkel ins Leben rufen.

Ich muss auch sagen, ich bin mächtig beeindruckt, mit welcher Professionalität sie diesen Laden aufgezogen hat und wie wunderschön alles gestaltet ist, da bekommt man direkt Lust, ein Wollgeschäft  aufzumachen ;-) Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg mit dem tollen Laden.  Bei all der Globalisierung und Vereinheitlichung der Innenstädte braucht es einfach solche kleinen individuellen Besonderheiten.

Zwischen den Jahren 

So, jetzt ist uns doch gerade die Bahn vor der Nase weggefahren. Naja, bleibt noch ein kleines bisschen Zeit, um mein neues Blogzuhause ein bisschen wohnlicher zu machen. Der Geburtstag gestern Abend war recht gesellig und es gab ein hessisches Buffett und zum Nachtisch bergeweise von dieser fiesen Schokomousse, die sich so elegant um die Hüften schmiegt.

Heute morgen war mir dann auch ein kleines bisschen übel, was aber vielleicht auch am für mich ungewohnt hohen Bierkonsum gelegen haben könnte ;-) Den Tag habe ich mit Packen verbracht und bergeweise Wäsche gewaschen. Irgendwo habe ich ja mal gehört, dass es Unglück für das kommende Jahr bringen soll, zwischen den Jahren Wäsche zu waschen … aber das ist mit Sicherheit im übertragenen Sinn gemeint. Irgendwie.

Die Zeit ging rum wie im Flug und ehe ich michs versah, stand auch schon der Besuch bei den Schwiegereltern an. Überraschenderweise …  jetzt muss ich kurz ausholen … also der Herr C. ist in Brasilien geboren und die ersten Jahre seines Lebens dort aufgewachsen. Der Papa war beruflich dort und somit auch die ganze Familie, einschließlich einer brasilianischen Haushälterin und Kindermädchen. Die ging damals mit der Familie rüber nach Europa und lebt seitdem in Deutschland … überraschenderweise war sie heute Mittag auch dort zu Besuch und wir hatten einen kurzweiligen Nachmittag mit den Schwiegereltern, südamerikanischen Geschichten und leckerem Gebäck.

Nach einem kurzen Powerschlaf geht es jetzt in die nächste Runde. Den Geburtstag von Frau M. … einer meiner ältesten und besten Freundinnen. Diese zwischen den Jahren Geburtstagstradition ist mir so and Herz gewachsen, der Termin gehört genauso dazu wie Weihnachten und Silvester. So sitzen wir nun mittlerweile in der Bahn und freuen uns auf die Gesichter, die man dann eben oft auch nur einmal im Jahr sieht.

Wandertag

Als wir vor nun fast 3 Jahren unsere dreimonatige Reise geplant haben, hat mein Rucksack gerade mal 10 Kilo gewogen und nach etwa 4wöchiger Reise wäre ich bereit gewesen, noch mal die Hälfte des Inhaltes nach Hause zu schicken. Um so unerklärlicher ist es für mich, dass unsere Kurzreisen in meine oberhessische Heimat jedesmal einem halben Umzug gleichen. Wirklich unglaublich was wir da jedesmal von A nach B schleppen. Es scheint, als würde man aus lauter Bequemlichkeit einfach alles in die Taschen werfen, was man auch nur annähernd gebrauchen könnte …  wie zum Beispiel mindestens 3 aktuelle Strickprojekte. Wirklich wichtig sowas ;-)  Und dann waren dieses Mal ja auch die Katzen mit. Also diverse Futterdosen, Katzenstreu …


Egal, soeben haben wir wieder heimischen Boden betreten und ich habe mich erst mal gemütlich mit meiner Lieblingstasse ins Bett verkrümelt. Noch ein kleines Päuschen machen, bevor es heute Abend schon wieder auf einen Geburtstag geht.