Salam Aleikum

Gestern Abend sind wir recht spät in der Altstadt angekommen. Wir konnten dieses Mal unser kleines Riad ohne Problem in einer der Seitengassen finden. Das Riad Thagazoud war unsere Herberge fuer die erste Nacht. Wir haben kurz unser Gepäck abgestellt und sind direkt durch die belebten Straßen zum grossen Hauptplatz, dem berühmten Djeema El Fna gelaufen. Es war genauso wie ich es in Erinnerung hatte und aus den zahlreichen Garkuechen dampfte und brutzelte es glücklicherweise noch. Denn es war schon nach 11 und wir hatten Hunger. Es gab eine Tajine, fuer mich eine mit Huhn, Rosinen und Zwiebeln, fuer den Gemahl gab es irgendein Fleisch, Pflaumen und Mandeln, dazu warmes Brot und ein paar Dips. Geschmacksmässig ist da noch Luft nach oben, aber die tolle Atmosphäre macht das wieder wett.

Die Nacht war anstrengend. Ich konnte irgendwie kaum schlafen jnd hatte wilde Alpträume von Krieg und Verfolgung. Mitten in der Nacht hatte ich einen derart unangenehmen trockenen Husten, dass ich schon fast dachte, mich hätte das olle C nun auch erwischt. Aber nach einer Weile ging es wieder und ich konnte noch etwas schlafen.

Heute morgen war ich dann auch entsprechend unausgeschlafen und ein bisschen grumpy. Da war das Frühstück oben auf der Terrasse über den Dächern von Marrakesch genau das richtige.

Wir haben aus dem Riad ausgecheckt, unser Gepäck noch im Innenhof geparkt, und sind noch mal vor zum Platz gelaufen. Von dort sind wir direkt in die Souks eingetaucht. Wahnsinn. Wirklich unglaublich was es da alles gibt. Die Wege sind endlos und verwinkelt und ohne offline Karte auf dem Handy mit GPS wuerde man sich sicher doll verlaufen.

Es macht einfach spass, sich treiben zu lassen. Fotografiert habe ich nicht, zu viele Menschen und die sind teilweise echt sehr ungehalten, wenn man ihre Ware fotografiert ohne etwas zu kaufen. Ein bisschen schade ist das, denn es juckt schon arg in den Finger. Ist aber auch alles sooo pittoresk.

Nach dem Besuch im Souk gab es den ersten Minztee auf einer Terrasse mit Blick auf das bunte Treiben unten auf dem Platz. Später haben wir das Gepäck abgeholt, und sind mit dem Bus in das nächste Hotel gefahren. Das Hotel Les 3 Palmieres ist der Ausgangspunkt fuer unser 9-tägige Rundreise durch Marokkos Süden.

Direkt nach dem einchecken habe ich das grosse Bett erst mal für ein ausgiebiges Mittagsschläfchen genutzt, während Kai unten am Pool den Reiseführer studiert hat.

Das Hotel liegt außerhalb der Medina und das Viertel ist ein Gegensatz zu den verwinkelten Gassen der Altstadt. Direkt um die Ecke ist ein grosses modernes Einkaufszentrum mit einem Supermarkt, wo keine Wünsche offen bleiben. Tolle kleine Läden und zahlreiche Restaurants, eine quirlige Stadtatmosphäre ergeben ein anderes Gesamtbild von Marrakesh und wir freuen uns, diese Seite auch kennenzulernen.

Abends um 6 hatten wir dann das erste Treffen mit unserer Reisegruppe. Und ich bin sehr begeistert. Wir sind insgesamt 12 Personen und die Mitreisenden kommen aus den USA, Kanada, England, Belgien und Italien. So etwas liebe ich ja sehr. Nette Menschen aus aller Welt treffen. Einfach toll. Unsere Reiseführern ist eine junge Marrokanerin und als erste berichtete sie uns ganz stolz, dass sie eine der ersten sehr wenigen weiblichen Tourguides in Marokko ist. Das finden wir natuerlich umso toller.

Wir freuen uns sehr auf die bevorstehende Reise. Der Empfang wird sicher nicht überall gut sein, also kommt hier erst mal ein paar Tage nichts. Ich werde dennoch fleißig schreiben und fotografieren und dann bei Gelegenheit alles hochladen.

Das fängt ja gut an :-)

Gerade eben sind wir aus dem Flieger gestiegen und durch die lauwarme nordafrikanische Abendluft gelaufen. Auf dem Weg zum Terminal las ich den grossen leuchtenden Schriftzug Aeroport Marrakesch Menam. Ein tiefer Atemzug und ein seliges Glücksgefühl stellte sich ein. So schön, nach so langer Zeit mal wieder aussereuropäischen Boden zu betreten. Der Travelbug (Reisekäfer ;-) hat wieder zugebissen.

Der Flug war ein wenig ruckelig, aber mit ein bisschen Netflix und leichtem Stricken war es gut zu ertragen. Apropos Stricken, hatte ich doch fuer schreckliche 10 Minuten gedacht, ich haette meinen Strickbeutel am Boden des Wartebereichs im Flughafen Hahn liegenlassen. Er war weg, einfach so. Panik. Irgendwann fand ich ihn dann doch weit unterm Sitz. Pff. Kaum auszudenken, so ein Urlaub ohne Strickprojekt.


Momentan ist erst mal laaaaanges Warten angesagt. Wir bewegen uns seit ca. einer dreiviertel Stunde im endlosen Labyrinth der Tensatorenbaender und warten auf die offizielle Einreise in unser Urlaubsland Marokko. Wir haben etwa die Hälfte der Strecke hinter uns. Während wir da so rumdümpeln dachte ich mir, ich vertreibe mir die Zeit ein bisschen mit Blog schreiben. Geht ganz gut im Stehen, die Schlange bewegt sich sowieso nur sehr gemächlich. Gerade sind wir auf der Gegengeraden angekommen. Prima. Nur noch zwei Reihen. Aber alles gut. Es ist angenehm warm, wir kriegen nachher hoffentlich noch irgendwo was zu Futtern, und ändern kann ichs eh nicht. Ich bin tiefenentspannt.

Update: etwa eine halbe Stunde spaeter, vorbei an Pass- und Zollkontrolle, haben wir das Zerren aufdringlicher Fahrer an den Taxiständen hinter uns gelassen und sitzen endlich im Bus. Mittlerweile ist es viertel nach 10, vor zwei Stunden sind wir gelandet. Uff.
Ich sah uns eigentlich heute abend schon auf dem belebten Djeema El Fna sitzen und einen leckeren Imbiss nehmen. Aber egal, wir haben ja noch mehr als zwei Wochen Zeit. Da kann man noch ganz viel leckeren Cous Cous und Tajine essen.