Gummistiefel, Whirlpools und eine leergefegtes Townsville

Bisher hatten wir in jeder unserer Herbergen einen Pool, und auch heute morgen haben wir es uns nicht nehmen lassen, ein erfrischendes Bad vor dem ersten Kaffee zu nehmen. Das ist sowieso etwas, das wir immer machen, wenn wir ein Hotel mit Pool haben.

Im Anschluss folgte die tägliche Pack- und Frühstücksroutine, hier sitzt noch nicht jeder Handgriff, aber das kommt sicher noch. Wir spielen uns so langsam ein.

Um 9.00h waren wir schon wieder auf der Straße und Kai hat uns fuer den Tag drei Highlights rausgesucht. Ich habe aber  nochmal die KI befragt, und die sagte, es sei noch unbedingt lohnenswert den grossen goldenen Gummistiefel in Tully zu fotografieren 😂  Der steht hier symbolisch fuer den regenreichsten Ort an der Küste von Queensland.

Direkt danach folgte schon das nächste Highlight. Von der geteerten Hauptstraße bogen wir auf eine unbefestigte Seitenstraße und fuhren entlang aufgeforsteter Pinienwälder immer tiefer ins Landesinnere.

So erreichten wir dann unser Ziel, den türkisblauen Caldwell Spa Pool, eine Vertiefung in einem normalen Bachbett mit einem kleinen Wasserfall, wo man eine Art natürlichen Whirlpool herein modelliert hat. Wir waren zunächst ganz alleine, zogen unsere Badesachen an und stiegen in das angenehm kühle Gewässer. Spaeter kamen dann noch ein paar andere, aber es war dennoch angenehm leer. Ganz anders als bei den Bustouren. Die türkis-blaue Farbe entsteht übrigens durch bestimmte Mineralien im Untergrund des Gewässers.

Zwei alte Bekannte wollten es sich an diesem Tag nicht nehmen lassen, uns zu begleiten. He Mülla und de Maulwurfn hatten mächtig Spaß.

Eine halbe Stunde später kam schon der naechste Stop. Wir parkten unser Auto an einem schattigen Plaetzchen und machten eine kleine schweisstreibende Wanderung zu den Attie Creek Falls. Wasserfälle gibt es hier in dieser regenreichen Gegend haufenweise zu sehen. Einen solchen schnurgeraden hatten wir bisher noch nicht.

Irgendwann war Mittagszeit und unsere Mägen meldeten sich. Praktischerweise führt der Highway auf dem wir fahren, immer wieder durch kleinere Orte. So machten wir unsere Rast in einem kleinen Ort namens Ingham. Dort gab es nicht viel, ausser den aneinandergereihten Geschäftszeilen mit der typischen Überdachung. Ich googelte vorher schon einen Imbiss mit guter Bewertung, davor konnten wir direkt parken. Wir bestellten jeder eine Portion leckere Fish & Chips (hier sehr verbreitet, haben die Briten mitgebracht). Ich konnte Kai noch überreden in ein Stoffgeschäft zu gehen. Dort fand ich passende Knöpfe für meine bunte Strickjacke. Wenn ich die in  Zukunft trage, muss ich dann immer an unseren Rast in Ingham denken.

Kais letztes ausgesuchtes Highlight fuer diesen Tag war der Hinchinbrook Lookout. Die Aussicht von dort war wirklich wunderschön.

Durch die vielen Stops war die Fahrt recht kurzweilig und gegen vier erreichten wir das Grand Chancellor Hotel in Townsville. Dort bezogen wir ein Zimmer im 10. Stock mit toller Aussicht. Das Hotel war von aussen recht hässlich. Kai mag solche Klötze überhaupt nicht. Ich beruhigte ihn damit, dass wir ja von dort ausschauen und somit diese Geschmacklosigkeit nicht anschauen müssen 😂

Nach der Ankunft in einer neuen Herberge  zeichnet sich eine gewisse Reiseroutine ab. Kai geht erst mal den neuen Pool testen und ich teste die Matratze auf Schlaftauglichkeit. So hat jeder seine Aufgaben.

Nachdem wir frisch geduscht und gecremt waren, haben wir uns herausgeputzt 😉 und wollten voller Elan einen Bummel durchs abendliche belebte Städtchen machen. Aber das war komisch. Alles wirkte wie ausgestorben. Eine Recherche im Internet ergab, dass ein langes Wochenende wie dieses in Australien oft zur Folge hat, dass erstmal gar nicht los ist. Na toll. Und wer gibt uns jetzt was zu essen? 😂

Egal, sind wir eben wo herumspaziert. Haben uns die schöne Marina mit den Nobelhäuschen angeschaut, und waren schließlich irgendwann vorne am grossen Strand.

Baden ist auch hier leider mal wieder nicht möglich. Jedenfalls nicht, wenn das Wasser noch so warm ist, die gefährlichen Quallen gibt es auch hier. So schade. Irgendwie schwer auszuhalten. Wir waren noch nicht einmal im Meer baden. Hier wird aber auch ueber all dafuer gesorgt, dass es dennoch Möglichkeiten zur Abkühlung gibt. Manchmal gibt es kleinen Bereiche, die mit quallensicheren Netzen umspannt sind, es gibt richtige Meerwasserpools in die Felsen an der Küste eingebaut und dann eben auch die kostenlosen Schwimmbäder.

Schließlich fanden wir sogar noch ein ganz tolles Lokal direkt vorne am Meer mit toller Atmosphäre. Hier ließen wir es uns gutgehen und stießen auf einen weiteren wundervollen Reisetag an.

Anbei noch ein bisschen Streetart, im Hintergrund links zu sehen – unser Hotel.