Lagerkoller

Auf der perfekten Terrasse haben wir mal wieder den perfekten Sonnenaufgang genossen. So kann ein Tag beginnen. Ein gemütliches Kaffeechen, ein morgendliches Bad im Pool, was will man mehr. Leider war dieser schöne Moment viel zu schnell wieder vorbei, als sich alle zum Frühstück trafen und nur kurze Zeit später wieder der Truck startklar gemacht wurde.

Was folgte war ein scheinbar endlos scheinender Tag im Truck. Wir fahren wieder südwärts. Schließlich müssen wir jetzt alles wider zürück. Wie mit dem letzten Eintrag angekündigt, fuhren wir Richtung Xai-Xai, genauer gesagt in einen Ort namens Chidenguele. Irgendwo bei einem unser Pipistops fuhr unser Fahrer etwas zu holprig über eine Schwelle oder ein Schlagloch, so dass der unter dem Truck angebrachte Wassertank, bzw. dessen stählerne Halterung nach unten absackte. So musste erst mal notdürftig geflickt werden und die Jungs an Bord waren in ihrem Element. Dazu gab es unseren Roadside Lunch an einem kleinen See, der zwar direkt am Meer liegt, aber mit Süßwasser gefüllt ist … oder einer Mischung, dem sogenannten Brackwasser. Es war dort höchst idyllisch.

Ansonsten hatte ich gestern einen kleinen Lagerkoller. Irgendwie ging mit die Fahrerei auf die Nerven und so manche Leute, mit denen man notgedrungen den ganzen Tag verbringt, können auch langsam anstrengend werden. Manche haben immer was zu meckern und manche … ach lassen wir das. Sind eigentlich alle ganz nett ;-)

In unserer neuen Behausung, der Sunset Lodge oberhalb des Meeres, angekommen, haben wir schnell unsere Klamotten ins Zimmer gebracht und sind gleich runter zum wunderschönen Strand gelaufen. Das war wirklich mal wieder dramatisch schön. Menschenleer, ein heftig brausender Wind und ein brausendes lautes Meer. Dazu in der Ferne der herannahende Sonnenuntergang. Der Strand ist hier eher Richtung Süden ausgerichtet, so dass man auf der rechten Seite das Wechselspiel der Farben beobachten kann. Die Stimmung war toll. Wären wir irgendwo in Europa oder Amerika, dann wäre hier wahrscheinlich alles voll mit coolen Sonnen- und windgegerbten Surfern gewesen. Aber so ist uns außer zwei Fischern niemand begegnet. Glücksnote 10.

Später trafen wir uns dann alle wieder am Lagerfeuer bei den Campern. Es gab leckeres Bierdosenhühnchen und glücklicherweise hatten wir vorher in einem kleinen farbenfrohen afrikanischen Laden unseren Vorrat an Flying Fish aufgestockt. Ein sehr leckeres Biermixgetränk mit Fizzelchen von Zitron. Später haben wir nochmals Marshmellows über dem Feuer geröstet und schon früh gings wieder ab ins bettchen.

Bunte Fische

Heute ist schon Freitag, unser letzter Tag in Mozambique. Es ist ja ein allseits bekanntes Phänomen, dass die zweite Hälfte eines wunderschönes Urlaubs doppelt so schnell rumgeht wie der Anfang. Umso wichtiger ist es, jede Minute zu genießen. Nun ja, vielleicht nicht jede, denn gerade sitzen wir wieder im Rumpeltruck in Richtung Süden nach Xai Xai, gesprochen Schei-Schei.

Vor zwei Tagen ging die Reise mal wieder früh los vom Barra Beach Richtung Norden nach Vilanculos. Wie immer, wenn möglich, haben wir ein frühes Bad im Ozean genossen. Das Wasser ist total klar und der Boden feinsandig. Nebenbei kamen die Fischer zurück an Land und wollten uns ein paar Hummer verkaufen. Nach dem Frühstück haben wieder alle angepackt und der Truck war abfahrtbereit. Auf dem Weg machten wir einen kurzen Stop auf dem örtlichen Markt in Inhambane. Ach wie wir sie lieben, diese bunten Märkte mit dem leckeren Obst und Gemüse und den Menschen. Und dennoch, auch hier wieder dieses mulmige Gefühl im Bauch. Ob das jetzt für immer so sein wird? Ich hoffe nicht.

Hier in Mozambique und wahrscheinlich in vielen Regionen Afrikas gibt es noch eine Berufsgattung, die bei uns schon in der Art ausgestorben ist. Den Reklamemaler. Hier gibt es kaum Schilder oder Plakate, stattdessen werden die Werbeinhalte in bunten Farben auf die Häuserwände gepinselt. Das ist auf eine ganz eigene Art und weise sehr fotogen.

Nach dem Zwischenstopp ging die Fahrt weiter, bis unser Guide ein schattiges Plätzchen inmitten teilweiser sehr alter und riesengroßer Baobab Bäume suchte, um dort unser Lunch einzunehmen. Es hat geregnet, aber die Bäume boten guten Schutz.

Am späten Nachmittag sind wir endlich in den Golden Sands Appartments, ca. 5 km nördlich von Vilanculos angekommen. Vorher gab es noch einen Supermarktstop für Alkohol und Snacks.

Die neue Unterkunft war mal wieder traumhaft gelegen. In leichter Anhöhe mit Blick aufs Meer gab es einen Pool und jedes Apartment verfügte über eine große überdachte Terrasse. (Fast) alle waren sich einig, dass dies ein perfektes Plätzchen zum Leben wäre.

Herr C. und ich waren die ersten im Pool und genossen den Blick vom Wasser aufs Meer. Zum Abendessen gab es feines Geschnetzeltes mit Reis und Salat, bevor sich die meisten recht früh ins Bett verabschiedeten. Selbst die jungen Hühner, die brauchten ein bisschen Anlauf für die nächste Party ;-)

Gestern morgen war dann mal wieder großer Activity Day. Teil des Pakets unserer Rundreise war ein Ausflug nach Bazaruto Island mit einem typischen mozambikanischem hölzernen Fischerboot, einer sogenannten Dhow. Aufgrund der Wellen auf dem offeneren Teil des Meeres sind wir aber nur bis zu einer kleineren vorgelagerten Insel gefahren, die aber genauso schön sein sollte. Mir sollte es nach den vorangegangenen Erfahrungen recht sein.

Die Inseln gehören zu einem geschützten Nationalpark mit hunderten diverser Vogel- und Fischarten.

Gegen 8 bestiegen wie die hölzerne Nussschale und verteilten uns über das gesamte lila gestrichene Boot. Unser Guide für den Tag war ein alter Seebär, der uns ein bisschen was über den Park erzählte, während die Crew … bzw. ein Teil der zweiköpfigen Crew auf dem Holzboot Feuer machte (ja, richtig gelesen) und uns heißes Wasser für Kaffee und Tee brühte. Das Boot schaukelte sanft in den Wellen und auch dank einer prophylaktisch eingenommen Tablette gegen Reiseübelkeit spielte der Magen dieses Mal perfekt mit.

Als wir auf der Insel ankamen wurden wir auf einem kleineren felsigen Riff ausgesetzt und wir bekamen Gummischuhe (scharfe Muscheln) und eine Taucherbrille mit Schnorchel. Wir stiegen ins Wasser und was dann folge war einfach nur großartig, bombastisch, atemberaubend, Glücksgefühle auslösend!!! Das Meer entlang der Felswand war voller Fische in den buntesten schillernden Farben, gestreift und gemustert, grün, blau, gelb, orange, klein, groß, vereinzelt und in großen Schwärmen … Ich jauchzte unter Wasser. Da ich eigentlich noch nie so richtig Schnorcheln war, war das natürlich eine neue faszinierende Welt für mich. Ich bekam es sogar hin, nicht dauernd durch die Nase zu atmen und so konnte ich sanft mit der leichten Strömung gleitend die Show im 30 Grad warmen Wasser genießen. Ich hoffe unsere Unterwasserfilmer haben ein paar schöne Bilder gemacht. Die reiche ich dann gegebenenfalls nach. Aber auf jeden Fall war das ein Highlight dieser Reise.

Wir hatten dann ein paar Stunden Zeit, die Insel zu erkunden, zu schwimmen, Schläfchen zu machen und ein leckeres Lunch zu genießen. Es gab gegrillte Königsmakrele mit Reis und dazu noch irgendeine Art Eintopf mit Calamari drin. War sehr lecker.

Gegen kurz nach zwei wurde das Segel gesetzt und unser Rückweg wurde nicht mit Motor- sondern mit Windkraft bestritten. Das Wasser spritzte uns ordentlich nass, aber nichtsdestotrotz wurde wieder angefeuert und wir bekamen Popcorn zubereitet. Lustig.

Abend gab es ein weiteres kulinarisches Highlight, unser Chefkoch und Guide hat uns fangfrische Riesengarnelen und nochmals gegrillten Barracuda zubereitet. Währenddessen wurde draußen mal wieder die Party eingeläutet. Der jüngere Teil der Truppe vertrieb sich mit Trinkspielen die Zeit und so schafften sie es, innerhalb weniger Minuten eine ganze Flasche Rum wegzuputzen. Dementsprechend kochte die Stimmung irgendwann. Ich war dennoch froh, mich daran nicht beteiligt zu haben. In unserem Alter dauert die Erholungsphase viel zu lange, als dass es das wert wäre, den Urlaub mit Hangover zu verbringen ;-)

Fischfutter

Als wir heute morgen gegen halb sieben wach wurden strahlte die Sonne vom tiefblauen afrikanischen Himmel, ein paar sanfte Wellen luden direkt zum morgendlichen Bad im Meer ein. Man konnte da schon erahnen, wo der Tag mal hinwollte.

Drei Leute, inclusive unserem Guide, habe sich bereits um 8 zum Tauchgang verabredet, während wir anderen uns erst um 9 zum Frühstück trafen.

Als wir dann um 10 in Richtung Beach Bar liefen, waren wir schon Vorfreudig aufgeregt. Wir bekamen unsere Schnorchelausrüstung und eine kurze Einweisung, als wir so gegen 11 das Rubberduck (ein Schlauchboot mit 2 Aussenmotoren) mit gemeinsamer Kraft ins Wasser zogen. Wir mussten die Füße in Schlaufen auf dem Boden einhaken und nahmen auf den fetten Schlauchlippen Platz. Mit vollem Karacho setzte sich das Gummiboot in Bewegung und erreichte schnell seine Höchstgeschwindigkeit. Was man vom Land aus nicht erahnen konnte, auf dem Meer herrsche ein recht turbulenter Wellengang. Plötzlich waren wir umgebenen von 2-3 Meter hohen Wellen und die Fahrt war ein bisschen wie in der Achterbahn. Noch johlten und quiekten wir alle vor Freude. Nach ca. Einer halben Stunde rasanter Fahrt wurde das aber dann doch etwas leiser. Irgendwann stoppte der Motor und das Boot glitt in hohem auf und ab über die Wellen. Auf einmal ging alles ganz schnell. Walhaie in Sicht. Wir zogen alle eilig die Flossen und die Taucherbrillen an und sprangen über Bord. Bei dem Manöver riss leider meine Bikinihose entzwei und mein zarter Popo kam zum Vorschein. Aber egal. Walhaie gucken war angesagt. Und tatsächlich entdeckte ich ca. 5 Meter unter mir einen der absolut atemberaubenden Kreaturen. Walhaie können bis zu 20 Meter lang werden und sind vollkommen ungefährlich. Sie sind reine Planktonfressrer und friedliche Zeitgenossen. Eilig schwammen wir im offenen Meer hin und her auf der Suche nach weiteren Großfischen.

Nach dem zweiten Tauchgang ließ irgendwann meine Kraft nach und ich konnte nur noch wie ein nasser Sack ins Boot gezogen werden. Als das Boot einfach nicht aufhören wollte zu wackeln, war es dann soweit. Ich spürte, wie sich die Magensäfte formierten und konnte mich gerade noch umdrehen, als ich schon anfing, das Frühstück des Morgens den Fischen in hohen Bogen zum Frass vorzuwerfen. Insgesamt 7 mal wiederholte sich dieser Vorgang (frag nicht warum ich mitgezählt habe) bis irgendwann nix mehr drin war. Ich litt wie ein Hund und flehte, jemand möge mich doch bitte von diesem Boot bringen. Als ich realisierte, dass dieses innerhalb der nächsten Stunde nicht passieren würde, bekam ich dann etwas Panik. Meine Hände wurden steif und kribbelig. Kenne ich schon und Herr C. redete beruhigend auf mich ein. Die gesamte Rückfahrt hing ich wirklich wie ein Schluck Wasser im Boot und hatte Mühe, überhaupt mein Bewusstsein zu behalten. Irgendwann war dann der Spuk vorbei und das Boot setzte mit Anlauf auf dem Strandboden auf. Ich war sooooo glücklich, das kann man sich nicht vorstellen. Endlich wieder fester Boden unter den Füßen, und definitiv eine Erfahrung reicher.

Im Nachgang muss ich sagen, war es aus irgendeinem Grund eine gute Erfahrung. Und wenn auch nur deswegen, weil der Magen leer war (sind das eigentlich Minuspunkte?) und ich ordentlich Hungi hatte für ein schmackhaftes Mittagessen ;-)

Herr C. kam übrigens mehr auf seine Kosten, er durfte mit riesengroßen Mantarochen schwimmen. Was hätte ich drum gegeben.

Am Nachmittag war ich dann erst mal ein Schläfchen machen. War doch recht anstrengend. Später hat sich dann die ganze Truppe am Strand getroffen und es wurde noch etwas chillaxed … wie die jungen Leute heute so sagen ;-)

Der letzte Abend am Barra Beach brach schon wieder an und unser Guide kochte für uns heute im Beach Restaurant. Es gab nochmal fangfrischen Barracuda mit Süsskartoffeln. Ich hab mich sogar wieder an ein alkoholisches Mixgetränk getraut. Zum Abschluss bekamen wir noch einen zweifarbigen Likör gereicht. Unten grüne Pfefferminze und oben Amarula. Den durfte man dann nur ohne Hände trinken. Hach … die jungen Leute ;-)

Endlich Urlaub ;-)

Heute morgen gab es erst um 8.00 Frühstück. Vorher sind wir noch vor zum Strand gelaufen und haben ein Bad im warmen Meer genommen. Kneif mich mal einer. War das fein.

Direkt nach dem Frühstück gab es ein kleines Briefing für alle möglichen Aktivitäten, die man im Laufe der nächsten 2 Tage unternehmen kann. Wie meldeten und für eine Ocean Safari für den nächsten Tag um 10 Uhr an, wie auch der Rest der Truppe. Dort gibt es eventuell Walhaie, Manta Rochen und Delphine zu sehen. Haie gibt es hier angeblich nicht, dafür ist das Wasser zu warm. Wenn’s so ist.

Den Morgen verbrachten wir am Strand mit Baden, Stricken (endlich ;-) und faulenzen. Einfach herrlich. Nach einem kleinen Lunch fuhren wir zum 15 Kilometer entfernten Praia de Tofo, wo es einen kleinen Kunsthandwerker Markt gab und einige gemütliche Strandbars. Nach langen zähen Verhandlungen stockte ich meine bescheidene Stoffsammlung mit ein paar bunten Sarongs auf. Das gleiche Prinzip kannte ich ja schon aus Kambodscha, auch hier tragen die Frauen die bunten Tücher als Rock einfach um die Hüften gewickelt. Die Muster sind afrikanisch bunt und ich hab da einfach was für übrig. Herr C. nimmt es gelassen hin, auch wenn ich mit einbilde, ein leichtes Augenrollen wahrgenommen zu haben ;-)

Der Tourismus in Mozambique steckt noch ganz tief in den Kinderschuhen. Das Land wurde vom Bürgerkrieg arg gebeutelt und entdeckt erst jetzt die Chance, sich durch die wunderschönen Strände eine neue Einnahmequelle zu schaffen. Das wird sicher nicht schaden, denn Mozambique ist ein sehr armes Land. Im Grunde stehen diese Traumstrände denen auf Mauritius in nichts nach, aber es gibt eben noch keine Infrastruktur. Wer also auf solche unentdeckte Paradiese steht, dem sei eine Reise hierher durchaus zu empfehlen. Lange wird das hier nicht mehr so sein, da sind wir uns sicher.

Abends dann ein weiteres leckeres Dinner, mit viel liebe zubereitet von unserem Tausendsassa JJ. Es war ein traumhafter entspannter Tag mit wunderschönen neuen Eindrücken von denen gerne noch weitere folgen dürfen.

3 Tage in Kampot

Es ist kurz nach 12 Uhr mittags und momentan kurven wir in scheinbarer Endlosschleife durch Sihanoukville, um auch noch den letzten Platz in unserem klimatisierten Kleinbus vollzukriegen. Das kennen wir bereits aus Thailand. Man bucht seine Fahrt bei einem der zahlreichen Tourenveranstalter und weiß nie so richtig, wie der Transport abläuft. Manchmal wird man sternenförmig an den Hotels abgeholt und zu einer zentralen Verteilerstelle gebracht und manchmal läuft es auch so wie jetzt ab. Seit exakt einer Stunde holen wir jetzt Leute ab aus allen Teilen der Stadt. Aber ich glaube, jetzt ist der Bus voll, und die Fahrt nach Kampot kann beginnen.

Kleiner Zeitsprung, 3 Tage später, die schönen letzten Tage in Kampot sind nun leider auch schon wieder rum. Gerade sitzen wir am Flughafen in Phnom Penh und warten auf unseren Rückflug nach Bangkok.

Die Fahrt mit dem Kleinbus am Freitag Nachmittag nach Kampot war zwar etwas gequetscht, aber umso kurzweiliger, da wir die gesamten zwei Stunden ununterbrochen mit unserem Sitzbachbarn gequasselt haben. Er war Spanier und geht in Kambodscha seit ca. 20 Jahren ein und aus. Zum einen, weil er eine Textilfabrik in Sihanoukville leitet und zum anderen, weil er eine kambodschanische Frau geheiratet hat. Seit 4 Jahren lebt er auch hier und hatte so viel spannendes zu erzählen. Über die Entwicklung im Land, die Menschen, die Sonnen- und Schattenseiten mit vielen kleinen Facetten.

In Kampot angekommen, haben sich schon die Tuk Tuk Fahrer um uns geschart und ehe wir uns versahen, kamen wir auch schon im zauberhaften Ramo Resort an. Resort hört sich immer etwas größer an, als es ist … in diesem Fall handelte es sich um eine sehr einfach Unterkunft ohne warmes Wasser, Klimaanlage oder sonstige Annehmlichkeiten. Dafür lag unsere kleine Holzhütte mit Palmdeckung direkt am Flussufer mit einer fantastischen Terrasse und einem zauberhaften Detail, welches von einem von unser immer in Beschlag genommen wurde. Eine Hängematte direkt am Wasser.

In der Nacht kündigte sich bereits das Unheil an. Ich habe sehr schlecht geschlafen und bin gefühlte 100 mal aufgewacht. Jedesmal fühlte ich mich schlechter als zuvor. Nach dem Aufwachen am Morgen ging es mir gar nicht gut. Mir war einfach nur speiübel. Irgendwann musste es ja so kommen … dachte ich. Ich versuchte es mit den mitgebrachten Magen- und Darm Tropfen zu bekämpfen, das half zumindest soviel, dass ich zum Frühstück etwas Obst und Müsli runterbrachte. Danach wollte ich nur wieder ins Bett. Ich war traurig, denn eigentlich wollten wir Fahrräder leihen und etwas flussaufwärts an einen vom Spanier empfehlenen Flussbadestrand fahren. Ging aber beim besten Willen nicht.

Nachmittags fühlte ich mich ein wenig besser und wir liefen in den Ort auf den lokalen Markt. Dort entdeckten wir zu meinem Erstaunen viele bunte Stoffe. Die, dir mir ins Auge sprangen, waren bunte Sarongs, ca. 1 x2m große farbenfrohe Bahnen aus indonesischer Baumwolle, die sich die einheimischen Frauen als Rock einfach umwickeln und feststecken. Beim Preis von 2,50 Dollar pro Stück war es mir quasi unmöglich, nicht die gesamte Farbpalette zu wählen. Also Mama, du musst doch etwas Platz machen in meinem Stoffregal ;-)

Leider hielt die Euphorie nur kurz an, denn auf einmal waren wir komplett verloren im Irrgarten des städtischen Marktes. Plötzlich standen wir inmitten der „Feinkostabteilung“ und die sonst so pittoresken Auslagen, die mich und meine Kamera jedes Mal aufs neue begeistern, brachten meinen angeschlagenen Magentrakt erneut ins Wanken. Abgeschnittene Schweinsköpfe, Bottiche voller Fisch, übelriechende Pasten und mein Auge nahm selektiv nur die unangenehmen Dinge war.

Jörks, das hat mir den Rest gegeben. Mit war sooo schlecht. Wir machten noch einen kurzen Stop für ein kaltes Getränk und fuhren zurück ins Hotel. Ich schlief den Rest des Nachmittages. Nach dem Aufwachen fühlte ich mich zwar deutlich besser, aber die bereits gebuchte Nachtbootsfahrt zu den Glühwürmchen musste Herr C. alleine antreten. Als er nach ca. zwei Stunden wiederkam hatte ich endlich wieder Hunger und gönnte mir im Restaurant bei unserer Unterkunft einen leckeren Burger mit Pommes Frites. Asiatisches Essen konnte erst mal nicht an mich …

Am Sonntag morgen war der Spuk wieder vorbei. Wir waren froh. Denn bereits zwei Tage vorher haben wir eine private Tuk Tuk Fahrt mit eigenem Chauffeur gebucht. Das Modell ist hier vollkommen normal, so gut wie jeder Fahrer dieses Gefährts möchte einem einen Tagesausflug verkaufen. Unser arbeitete im Hotel und warb wie ein Profi um die Vorzüge eines eigenen Fahrers mit lokalem Bezug und guten Englischkenntnissen. Als Herr C. ihn fragte, ob er denn besagten Fahrer kennen würde, schaute er verschmitzt unter sich und bekannte, dass er selbst derjenige sei. Er war einfach so charmant, dass wir ihm die 25 Dollar Tagesgage bestätigten und uns fest für Sonntag morgen um 9.00 Uhr verabredeten. Seine Augen leuchteten vor Freude über diesen Deal.

Um Punkt 9.00 Uhr holte er uns ab. Er war etwas besorgt, denn es sprach sich rum im Hotel, dass die Madame aus Deutschland etwas angeschlagen war. Aber ich versicherte ihm, das alles ok sei und wir fuhren los. Erst ging es ein paar Kilometer auf schlaglochreicher geteerter Straße stadtauswärts, bevor es so richtig tief in die ländliche Umgebung von Kampot ging. Von hier an, gab es nur noch sehr schlaglochintensive unbefestigte Wege, die ich einen Tag vorher sicher nicht gut ertragen hätte. Aber es war kein Problem und wir genossen die Fahrt durch die Dörfer.

Der erste Stop war eine der zahlreichen Höhlen, die es in dieser Gegend gibt. Die Höhle mit einem gut erkennbaren weißen Elefanten an der Wand. Inmitten ein uralter Tempel in Stein gemeißelt und entlang der verfallenen Treppe mit der Schlangenbalustrade gab es wunderschöne Ausblicke über die weite bewirtschaftete Landschaft. Wieder unten angekommen, gab es einen kleinen Getränkestop und wir fuhren weiter zu einem verborgenen See, der noch aus der Pol Pot Ära stammte. Unser kleiner Guide erzählte uns stolz, dass er extra zwei Jahre in Phnom Penh war, um sein Schulenglisch aufzubessern und sich privat sehr für die Geschichte seines Landes interessiert, um eben diese den Touristen näherbringen zu können. Ich schätzte ihn auf Anfang 20, er hatte bereits Frau und Kind in arbeitet tagsüber als Tuk Tuk Fahrer und abends im Hotel, wenn er dann mal Zeit hat, kümmert er sich um sein Reisfeld.

Es lässt einen schon mit einer gewissen Demut zurück, wenn man selbst einen komplett anderen Lebensstil pflegt und der junge Mann so hart arbeitet, um seine kleine Familie zu ernähren.

Auf der Fahrt fuhren wir auch durch sein Dorf und hielten kurz beim Haus seiner Eltern an. Sein Vater ist eins der zahlreichen Landminenopfer des Landes, er hat bei der Feldarbeit ein Bein verloren.

Kambodscha ist immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. In den touristisch eher erschlossenen Gegenden bekommt man das nicht so mit, die Menschen leben dort zwar meistens sehr einfach, aber durch den Monsun können die Felder bewirtschaftet werden und es gibt genug zu essen. Und außerdem befindet sich das Land deutlich spürbar im Aufwind.

Ups, jetzt bin ich Vom Wege angekommen, unser Fahrer glücklicherweise nicht und wir stoppten an einem der Reisfelder. Wir bekamen alles über den Reisanbau erklärt, und dass auch hier die Ochsenkarren auch langsam von Maschinen abgelöst werden, zumindest was das Pflügen angeht. Die Reisernte geschieht allerdings meistens noch in aufwändiger Handarbeit.

Wir erreichten eine der Pfefferfarmen rund um Kampot. Die Gegend ist für seinen qualitativ hochwertigen Pfeffer bekannt und der Name Kampot-Pfeffer dient alleine schon als Gütesiegel. Wir bekamen eine Einführung in den Anbau und die verschiedenen Pfefferfarben.

Zusammengefasst gesagt ist grüner Pfeffer natürlich der frische Pfeffer und hat nur eine kurze Haltbarkeit. Wenn er gekocht und anschließend getrocknet wird, wird er zum schwarzen Pfeffer. Der rote Pfeffer wird getrocknet und dadurch haltbar gemacht, wird er geschält, wird er zum weißen Pfeffer. Wieder was gelernt. Die Tour war schön und natürlich haben wir auch etwas von der Spezialität eingekauft und somit die heimische Wirtschaft unterstützt. Man tut was man kann.

Langsam war es Nachmittag und wir fuhren zurück in Richtung Stadt. Auf einem kurzen Abstecher von der Hauptstraße konnten wir noch die weitläufigen Salzfelder anschauen. Diese werden gerade jetzt nach der Regenzeit wieder hergerichtet und anschließend geflutet. Nach ca. drei Monate kann die Salzblume geerntet werden. Schon etwas müde und voll mit neuen Eindrücken fuhren wir zurück ins Hotel. Es war ein toller letzter Tag in diesem einzigartigen Land.

Wir nutzten den frühen Abend zum wechselseitigen ausgiebigen Hängematting. Für Herrn C. gabs ein Bierchen und ich mochte auch weiterhin nur Wasser trinken.

Unseren letzten Abend zelebrierten wir mit einem Tischgrillen, wie wir es vor knapp einer Woche in Siem Reap erlernt hatten. Nach dem dinner nahmen wir ein Getränk in einer Bar und durften nochmal einen richtig schönen, kräftigen Tropenschauer erleben. Gemütlich unter der Markise sitzend beobachteten wir die Fahrer der Tuk Tuks, wie diese ihre Fahrzeuge in sekundenschnelle regensicher machten. Das schöne an diesem Regen war vor allem, dass die schwülheisse Luft des Tages abgekühlt wurde. Mit dem leicht prasselnden Regen auf unser Palmblatt gedecktes Hüttchen schliefen wir wohlig ein.

Waltonsmusik, und ab.

Stimmiges Ambiente

Seit Dienstag Mittag sind wir nun in Sihanoukville, genauer gesagt im Mary Beach Bumgalow am Otres Beach II. Die Reise hierher war recht interessant, denn wir sind von Siem Reap in einer etwas kleineren Propellermaschine geflogen mit nur 60 Sitzplätzen. Ich hatte sowas bisher noch nicht, und war ein wenig aufgeregt. Wir bekamen einen Fensterplatz direkt neben einem der riesigen Propeller und laut knarrend setzte sich die Maschine in Bewegung. Dass der Pilot Turbulenzen aufgrund schlechter Wetterbedingungen ankündigte, half mir auch nicht, entspannter zu werden. So krallte ich meine Pfote tief in Herrn C.s Hand und schaute auf mein rotes glücksbändchen, welches uns die Mönche bei der Zeremonie auf dem Schiff umgebunden haben.

In nur 45 sehr ruhigen Minuten landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Sihanoukville. Ein winziges kleines Airportchen, welches gerade aufwendig umgebaut wird.

Per Taxi gelangten wir zum Hotel und bekamen unser Zimmer, von dem ich erstmal maßlos enttäuscht war. Mir fiel die Klappe runter und ich schnaubte. Sowas haben wir gebucht? Ein schäbiges Zimmer mit noch schäbigerem Bad und vollkommen dunkel? Das machte mich traurig, denn bislang hatten wir doch immer so viel Glück mit unseren Vorausbuchungen. Ich war ratlos.

Mit runtergezogenen Mundwinkeln schlurfte ich in den hinteren Teil der Anlage und dachte … Moooment, das sind doch genau die Bungalows, die wir auf den Fotos gesehen haben. Sogar einen zauberhaften nagelneuen Pool gab es davor. Ich rief Herrn C. und zeigte ihm das Bilderbuchensemble. Der checkte die Buchungsunterlagen und wir hatten tatsächlich das falsche Zimmer bekommen. Wir pochten auf unser Recht und bekamen ein kleines feines Bambus Hütchen mit Terrasse und Blick auf den Pool und die Palmen. So hab ich’s gerne und meine Reisewelt war wieder in Ordnung.

So sond wir also hier gelandet und beschäftigen uns seitdem mit dem süßen Nichtstun. Keine Besichtigungen, keine Touren, einfach nur abhängen und entspannen. Zwischendurch stricke ich mal ein paar Maschen, wir essen und trinken, meist direkt am Strand und natürlich sehr lecker. Auch nach zwei Wochen haben wir die asiatische Küche noch nicht satt, obwohl man hier auch Pizza, Burger und Nudeln bekäme. Das Frühstück morgens direkt am Meer, wo der Tisch im Sand steht, setzt dem ganzen die Krone auf. Es ist alles prima hier und wir fühlen uns sehr wohl.

Übrigens ist das Bad in unserem Bungalow genauso schäbig, das Waschbecken fällt beinahe aus der Wand, die Dusche ist halb über der Toilette und man setzt alles unter Wasser, aber es ist unglaublich preiswert und das Ambiente stimmt.

Gestern haben wir uns direkt am Strand eine jeweils einstündige Massage gegönnt. Für den Gatten gab es eine Khmer Massage und ich entschied mich für die traditionelle Thai Massage. Der Unterschied hat sich uns beiden nicht erschlossen. Wir wurden beide gleichermaßen in alle Richtungen verbeult und gezogen, geprügelt und geknebelt. Autschn, autschn, autschn. Danach musste ich erstmal „Tod durch Thaimassage“ googeln. Das hat aber zu keinem Ergebnis geführt. Erstaunlicherweise geht es uns heute beiden gut, der Körper ist entspannt und wir haben keine blauen Flecken. Dennoch würde ich sagen, waren die Massagen in Thailand wesentlich angenehmer.

Im Moment sitzen wir gerade auf der Terrasse vor unserer Hütte. Meine Schultern und der Rücken sind aufgeheizt vom heutigen ausgedehnten Strandspaziergang. Trotz ausgiebigen eincremen hat mich doch ein leichter Sonnenbrand erwischt.

Gleich gehen wir ein letztes Mal am Strand Abend essen. Mal schauen, wohin mich Herr C. heute entführt. Morgen Vormittag geht es zur letzten Station unsere Kambodscha Reise, an den Fluss nach Kampot, das ist da, wo der Pfeffer wächst *brüller*. Bis bald.

Angkor Wat

Unser zweiter und letzter voller Tag in Siem Reap stand ganz unter dem Eindruck der gigantischen Tempelanlagen rund um Angkor Wat.

Auf den viel gepriesenen Sonnenaufgang haben wir zunächst einmal verzichtet, da wir uns einfach nicht vorstellen konnten, um vier Uhr aufzustehen. Ich wäre dann den ganzen Tag matschig und unausstehlich gewesen. So haben wir erstmal gemütlich gefrühstückt und uns dann so gegen 10 in Bewegung gesetzt. Unsere kleinen Elektromopeds haben unten in der Hotelgarage übernachtet und wurden, ohne etwas sagen zu müssen, direkt vom Personal nach oben gebracht. So aufmerksam sind hier alle, faszinierend.

Die meisten staunen nicht schlecht über diese Art der Motorisierung und fragen recht neugierig. Geräuschlos schnurrten wir vor zur Hauptstraße und fädelten uns in den dichten Straßenverkehr ein. Interessant wie irgendwie alles klappt. Sieht aus als wären alle total rücksichtslos, aber dennoch funktioniert es gut und es hat sogar ein bisschen Spaß gemacht. Vorbei ging die Fahrt in Richtung Norden an der Ausfallstrasse entlang wilder Bebauung und Millionen von Strassenständen, bis das Häusermeer irgendwann von Strassenbegleitgrün abgelöst wurde. Irgendwann erreichten wir den Kontrollpunkt und mussten unsere Tageskarten mit Foto vorzeigen. Danach wurde es noch grüner und bewaldet. Am Straßenrand tauchten die ersten, von mir sehr gefürchteten, kleinen Affen auf. Makaken. *kreisch*

Ich wollte nach einer Weile kurz rechts ran fahren und meine Sonnenbrille aufsetzen, als ich feststellte, dass ich beinahe direkt neben einer Gruppe der reißerischen wilden Biester geparkt hatte. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Später lief eine Horde Elefanten mit ihren Mahuts vorbei. Es war ein wundervolles Wetter und die Fahrt war toll.

Wir hielten an der Einfahrt zu Angkor Tom an und stiegen ab, um beeindruckt erste Fotos zu knipsen. Wir fuhren weiter rein und machten beim Bayon Tempel halt. Dort schauten wir uns weiter um und gingen spazieren in der riesigen Anlage. Voller Ehrfurcht liefen wir entlang diverser kleinere Tempel und Toranlagen. Die Anlage drum herum ist grün und wird scheinbar recht gut in Schuss gehalten. In den Baumwipfeln fliegen grüne Papageien umher.

Nach längerem Laufen bewegten wir die Mopeds zu einer Art Rastanlage, in der sehr sehr aufdringliche Frauen versuchen, zu einem Mittagessen in Ihrem Restaurant zu überreden. Dabei verfolgen Sie einen sehr penetrant, und wenn man wie wir gerade nur etwas trinken will, muss man leider hart bleiben. Die Kambodschanerinnen sind, wenn es ums verkaufen geht, leider für unsere Verhältnisse etwas … wie sage ich es … naja etwas herausfordernd ;-)

In der Regel wird man erst nach Namen und Herkunft gefragt und bekommt breit lächelnd das Angebot unterbreitet … sagt man dann nein, kommt die Tränendrüse mit einem absoluten Schmollmund, dass man alleine schon aus Mitleid kaufen möchte. Oft sind die Damen dann bereit, so weit im Preis runterzugehen, dass man das Gefühl bekommt, würde man noch länger warten, sie würden einem Geld bezahlen, wenn man etwas abkauft ;-)

Wir tranken eine Cola und auf gings zum nächsten Highlight, dem Ta Prohm Tempel, der vor allem dafür bekannt ist, dass sich riesengroße Bäume mit ausladenden Wurzeln zwischen den Steinen breit gemacht haben. Dieser Ort war wirklich märchenhaft … aber leider sehr voll. Aber dennoch ging es einigermaßen und das ganze ist ja so groß, dass es immer wieder stillere Momente gab.

Danach gab es erstmal Futter für uns und unsere kleinen treuen Elektrogefährten. Es gab eine Ladestelle an einem Restaurant, und während die Mopeds gierig ihren Strom tranken, speisten wir leckere Frühlingsrollen und Stir Fried Reisgerichte.

Zum Schluss … dramaturgisch hätte man es nicht besser machen können, erreichten wir über das weniger frequentierte Osttor den eigentlichen Haupttempel, den sagenhaften Angkor Wat. Wir liefen Richtung Westen nach vorne zum Gewässer, wo man die bekannte Gesamtaufnahme mit der Wasserspiegelung machen kann. Wahnsinn dieses Motiv.

Natürlich gingen wir auch rein und konnten als eine der letzten sogar noch ganz nach oben. Es war einfach toll und beeindruckend und spektakulär und großartig.

Etwas erschöpft sattelten wir die Elektroräder und fuhren zurück in die Stadt. Mittlerweile ist es dunkel geworden, und wir waren schon ein bisschen froh, die beiden wieder abgeben zu können. Denn somit konnten wir endlich ein gekühltes Angkor zischen gehen. Prost.

Zwischendurch wurde nochmal geduscht und wir gingen lecker Essen und gönnten uns noch ein letztes Mal (in Siem Reap) eine wohltuende Fussmassage. Hach, wie werde ich das vermissen :-)

Vom Wege abgekommen

In der Nacht nach dem großen Insektenmahl bin ich ein paar Mal aufgewacht, und habe mir eingebildet, irgendein hartschaliges Krabbeltier windet sich den Weg zurück durch meine Speiseröhre … *kreisch*

Nach dem Aufwachen gab es daher erst mal ein gesundes Frühstück aus Haferflocken, frischem Obst und Joghurt … dazu frischer Kaffee … meine Ernährungswelt war wieder in Ordnung.

Schon am Abend zuvor haben wir uns in einer der kleinen Reiseagenturen, die es genau wie in Thailand an jeder Ecke gibt, einen Ausflug in eines der schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap See gebucht. Dieser See ist das größte Binnengewässer Südostasiens und bietet den Einwohnern die Möglichkeit, Reis anzubauen und Fische zu fangen. Es ist eine wichtige Lebensader für Kambodscha und umso dramatischer ist es, dass die Chinesen planen, Staudämme zu bauen, und somit zur Austrocknung des Gebietes beitragen werden. Momentan aber ist die Welt noch in Ordnung und man kann sich sanft schippernd durch diese fremde Welt führen lassen. Die Dörfer bieten einen Einblick in ein sehr einfaches Leben, die Häuser sind auf hölzernen Pfählen gebaut, darunter hängen die Utensilien für den Fischfang und auf dem Wasser dümpeln die Boote. Weiter oben befindet sich das Wohnhaus , Elektrizität wird durch lange Überland- bzw. Überwasserleitungen in die Wohngebiete gebracht. Teilweise sind die Häuser hübsch dekoriert und die Einheimischen scheinen es gewohnt zu sein, interessiert betrachtet zu werden. In der Regel wird freundlich gewunken oder einfach dem Tagwerk nachgegangen. Es war Sonntag, und es fand kein Fischfang statt. Die Frauen haben die Netze durch eine Art Rüttelmaschine gezogen, wo der Fang vom Vortag herausgeschleudert wurde.

Zwischendrin wurde gestoppt und für einen Extraobulus von 5 Dollar konnte man sich zu zweit von einer der Frauen in einer Art Nussschale ;-) durch eine verzauberte Landschaft schwimmen lassen. Der schwimmende Wald war absolut wundervoll und er strahlte eine magische Ruhe aus. Die sanften Ruderbewegungen trugen dazu bei.

Zurück in Siem Reap versorgten wir uns erst mal mit dem Nötigsten, Essen und kühle Getränke sowie eine frische Dusche. Es folgte mein mittlerweile zur lieben Gewohnheit gewordener Mittagsschlaf.

Am späten Nachmittag liefen wir zu einem Verleih für Elektroräder, welche aber eigentlich eher einem Moped glichen. Herr C. hatte diese Möglichkeit der Fortbewegung im Reiseführer entdeckt. Die Miete kostet 10 Dollar für 24 Stunden. Wir füllten die notwendigen Papiere aus, bekamen alles erklärt und nach etwa einer halben Stunde brausten wir Richtung Norden zum zentralen Anlaufpunkt, der zentralen Kartenverkaufsstelle für die absolute Hauptattraktion der Gegend, bzw. des ganzen Landes, die weitläufigen Tempelanlagen rund um Angkor Wat. Ab 5 Uhr werden die Tickets für den Folgetag verkauft, die man bereits am Vorabend für einen Sonnenuntergangsquickie nutzen kann. Die Schlangen vor den Schaltern waren lang und wir bekamen eine erste Vorahnung, was uns erwartet. Aber egal … das lassen wir uns definitiv nicht entgehen. 37 Dollar kostet eine Tageskarte.

Anschließend wollten wir weiter in Richtung Eingang und fuhren los. Die Straße war vollgestopft bis zum Gehtnichtmehr, denn auf einmal waren wir mitten in einem lokalen Nachtmarkt. Eine interessante Erfahrung den Straßenverkehr auf dem eigenen Zweirad einmal selbst erleben zu können ;-) Als die Straße leerer wurde fuhren wir … und fuhren … und fuhren. Irgendwann wunderten wir uns und stellten erschrocken fest, dass wir die falsche Abzweigung genommen haben. Wie gut dass wir ein Handy mit GPS haben, denn so konnten wir uns rasch orientieren und fuhren über eine Nebenstraße zurück in Richtung Stadt. Der Sonnenuntergang war zu diesem Zeitpunkt bereits Geschichte. Ich schlug vor, aus der Not eine Tugend zu machen und irgendwo am Rande des Nachtmarktes zu speisen. So hielten wir an und würden freudig winkend in ein provisorisches Restaurant unter einer Zeltplane mit feiner Garküche im Freien gewunken. Wir waren begeistert. Keiner konnte uns verstehen und wir bekamen sofort Getränke und Geschirr gebracht … sowie eine (gottseisgepriesenundgetrommelt) bebilderte Speisekarte. Auf dem Tisch standen schon die kleinen Tischkocher und wir orderten das, was am wenigsten nach Insekten aussah … neee Quatsch … die gab es da gar nicht. Es wurde eine Unmenge an frischem Gemüse herangekarrt, sowie ein Tablett mit 5 verschiedenen Fleisch- und Fischarten. Es gab unter anderem frisches Rindfleisch, Riesenscampi, Leber und Tintenfisch. Ein junger Mann sprach sehr gebrochen englisch und setzte sich zu uns. Er fühlte sich dazu bewogen, uns alles genau zu zeigen und kochte und grillte praktisch alles vor unseren Augen. Wir waren happy, das landestypische Khmer Gericht serviert zu bekommen. Auf dem kleinen Kocher gab es einen Topf mit umlaufender Rinne für die Brühe und einer geschlitzten Wölbung in der Mitte als eine Art Grill.

Alles war äußerst schmackhaft und es hat viel Spaß gemacht. Zwischendurch tobten die beiden Mädchen der Familie um uns herum und eine Katze mit Stummelschwanz kreuzte ihren Weg. Es war einfach toll und wir waren sehr froh, uns verfahren zu haben. Und die Moral von der Geschichte, manchmal muss man eben vom Weg abkommen, um etwas Neues, großartiges zu erleben … ohmmm!!!

Nachdem wir bereits um halb neun wieder zurück im Hotel waren, wurde nochmal die frische Mischung aus Schweiß, Sonnencreme und Anti-Brumm abgeduscht, bevor wir uns beide zum Tagesausklang bei einer wohltuenden Fussmassage entspannten.

Ein weiterer wundervoller Tag ging zuende und ich werde immer sicherer, dass dieser Urlaub nun das offizielle Prädikat „Traumreise“ verdient hat *seufzttief* ;-)

Lokalkolorit

Ich freue mich wirklich sehr über das positive Feedback aus dem Hintergrund über meine Berichterstattung. Mir macht es wirklich unglaublich Spaß, und es scheint doch einigen zu gefallen. Eine echte Win-Win Situation ;-)

Meistens vor dem Schlafengehen lade ich meine Bilderbeute auf das Handy, dank der direkten W-lan Verbindung. Anschließend bearbeite ich einige der Bilder mit einer App namens Snapseed. Diese hat sich leider verschlechtert. Sie war früher etwas besser. Muss mal nach etwas Neuem suchen. Ich rücke dann meist den Horizont gerade und wenn das Bild etwas zu dunkel ist, dann helle ich die Schatten etwas auf oder ziehe den Kontrast nach oben. Sonst nix.

Mit einer App namens Moldiv mache ich anschließend die ganzen Collagen. Manchmal gibt’s auch ein paar Texte. Dafür alleine braucht es meistens ca. eine Stunde. Irgendwie ergibt sich dann immer wieder mal Reisezeit oder die Zeit nach dem Aufwachen, wenn ich die Berichte schreibe. Bei der Vielzahl der Erlebnisse ist das einfach super. Alle Erinnerungen werden erstmal sorgfältig verstaut und geordnet und machen Platz für neue Erfahrungen.

Die letzten drei Tage auf dem Schiff waren schlichtweg überwältigend. Die Reederei Pandaw River Cruises können wir nur empfehlen. Wer vielleicht gerne mal in ein exotischeres Land wir Laos, Vietnam oder auch Burma, natürlich Kambodscha oder Thailand reisen möchte, sich aber vielleicht nicht traut, dem sei eine solche Art zu Reisen wärmstens ans Herz gelegt. Mal abgesehen vom einzigartigen Ambiente auf dem Schiff und dem leckeren Essen, übertrifft sich die gesamte Crew mit einer Warmherzigkeit, die ich so noch nirgendwo erlebt habe. Man wird in allen Bereichen rundum versorgt und beschützt. Unser Tourguide Herr Somtang hat den bereits außergewöhnlichen Herrn Müller aus Thailand nochmals übertroffen. Man merkt ihm an, dass er diesen Beruf mit ganzem Herzens ausübt, dass er stolz auf sein wunderschönes Land ist, und dessen Mission es ist, die Menschen und deren Lebensweise und Kultur den Reisenden aus aller Welt näher zu bringen.

Gestern Vormittag zum Beispiel haben wir einen kleinen Ort am Fluss namens Chhloung (nein ich habe mich nicht vertippt ;-) besucht. Unser Guide hat ständig Kontakt zu den Leuten gesucht und sie interviewt und diese waren auch immer freundlich und auskunftsbereit. So würden wir eingeladen, uns ein privates Wohnhaus von innen anzuschauen. Alleine würde man so etwas doch nie tun. Sensationell. Beim Streifzug über den lokalen Markt hat er uns ganz viel zu den zahlreichen fremden Lebensmitteln aller Art erklärt und hat die Marktfrauen nach Preisen gefragt. Es wurde immer freundlich gelacht, und wir wurden von den Frauen direkt zum Fotografieren ermutigt. Das beste aber war, dass dies wirklich fernab von jedem Massentourismus geschah. Keine Tourbusse die reihenweise durch den Ort geführt werden, sondern eben nur ein ruhiger Spaziergang in einer etwas größeren Gruppe. Merkt man meine Begeisterung etwas ;-)

Nach dem Stadtrundgang ging es erst mal wieder zurück aufs Boot und wir hatten Zeit, gemütlich auf dem Sonnendeck die Aussicht der vorbeiziehenden Landschaft zu genießen.

Nachmittags um zwei ging es aber schon wieder weiter in Richtung Kratie und von dort mit dem Bus zu den Dolphin Grounds. Einer breiten Stelle im Mekong, an der eine von fünf weltweit existierenden Süsswasserdelphinarten lebt. Mit den Booten tuckerten wir in Vierergruppen weiter raus und bekamen tatsächlich eine ganze Menge der Flusssäuger zu Gesicht. Die Sichtung eines Delphins in freier Wildbahn ist wirklich etwas besonders ergreifendes.

Auf dem Rückweg machten wir noch kurz an einem Geldautomaten halt, damit wir unsere Rechnung an Bord auch bezahlen können am letzten Abend. Wir waren aber sehr genügsam und verursachten keine Extrakosten ;-)

Am Abend gab es dann noch eine kleine Abschiedsparty, die gesamte Crew kam nach oben und alle wurden einzeln vorgestellt und beklatscht. Anschließend durften wir alle zu kambodschanischen Klängen das Tanzbein schwingen. Beim anschließenden dinner wurde mir schon ganz wehmütig zumute. Es blieb noch das Packen auf dem Zimmer und die Gewissheit, etwas ganz besonderes erlebt zu haben.

Jetzt sind wir tatsächlich auch in der Gegenwart angekommen. Gerade sitzen wir im Bus auf dem Weg nach Siem Reap. Die Fahrt dauert etwa 4-5 Stunden und ungefähr Dreiviertel der Fahrt sind schon rum. Heute morgen war ich eigentlich recht gefasst und es lief alles seinen normalen Gang. Als dann aber beim Aussschiffen noch mal die gesamte Crew Spalier stand und sich zum Abschied komplett am Bus aufgebaut hat und wie verrückt gewunken hat … naja … was soll ich sagen, manche Menschen gehören eben zu den etwas emotionaleren Vertretern ;-)

Spiritualität & Bildung

Der gestrige Tag war einer dieser Urlaubstage, der mit Sicherheit unvergesslich bleiben wird. Aus vielerlei Gründen. Doch der Reihe nach ;-)

Der Morgen an Bord ist einfach immer wieder wunderschön. Das langsame Wachwerden mit dem sanft rauschenden Schiffsmotor und den plätschernden Wellen. Die Aussicht auf die vorbeiziehende Landschaft bereits vom Bett aus genießen. Dazu eine Tasse Kaffee. Alleine dafür liebe ich das Flusskreuzfahren mehr, als ich es jemals für möglich gehalten hätte.

Kurz nach dem Frühstück, bereits um 8.00 Uhr kam schon ein absolutes Highlight. Wir bekamen in der Bar auf dem Oberdeck eine Segnung von zwei buddhistischen Mönchen. Diese sind extra für uns auf das Schiff gekommen und haben für uns dieses Ritual durchgeführt. Es war unglaublich spirituell und es hat mich sehr berührt, dem Sprechgesang der Mönche zu lauschen. Dabei haben wir uns alle an den Händen gehalten und wurden mit Wasser bespritzt. Zuvor haben wir einiges über die Mönche erfahren, und natürlich auch über den buddhistischen Glauben im Allgemeinen. Eine faszinierende Erfahrung und wirklich etwas sehr besonderes.

Aber das war ja noch lange nicht genug. Das Boot schipperte weiter flussaufwärts und wir machten Halt in einem kleinen Dörfchen namens Ankor Ban. Eines der wenigen Ensembles, die das Schreckensregime der Roten Khmer unbeschadet überstanden haben. Wir betraten den Ort über die Tempelanlage mit ihren faszinierenden Bauten. Wir erreichten langsam aber sicher das Dorf, in die Menschen noch leben, als wäre irgendwie die Zeit stehen geblieben. Es war sehr sehr ländlich und wirklich faszinierend. Im Wohnbereich unter dem Haus steht die Kuh direkt neben dem Bett. Für unsere Verhältnisse wirklich sehr andersartig aber umso spannender, diesen Einblick zu bekommen.

Der nächste Stop, und somit mein absolutes Highlight, war die Grundschule im Dorf. Wir haben eine Englischklasse besucht und sollten mit den kleinen Schülern etwas lesen. Ich wurde aufgeregt winkend von einer kleinen Kambodschanerin hergerufen und sie fing an, mich selbstbewusst zu fragen wie ich heiße und wie alt ich bin, wo ich herkomme und wie es da aussieht. Sie war sowas von süss, dass mein kleines kinderloses Herz zum Schmelzen gebracht wurde. Später dann fragte der Lehrer einige freiwillige, die nach vorne kommen sollten und der gesamten Klasse erzählen sollten, wie man heißt und wo man herkommt. Ehe ich nachdenken konnte, hatte ich auch schon meinen Arm hochgesteckt und stand vorne. Ich las einen an der Tafel vorbereiteten Text, den mir die Kinder lauthals nachsprachen. Nur mit großer Mühe konnte ich meine Tränen der Rührung überhaupt unterdrücken. Dieser Moment hat sich tief in mein Herz eingebrannt und er wird für immer unvergesslich bleiben.

Als ich wieder zurück an den Platz kam, hat sich meine kleine Freundin dermaßen gefreut, dass „ihre“ Person das gemacht hat und sie war ganz stolz. Einige der Schüler sind nach vorne gegangen und haben sich auf englisch vorgestellt und anschließend immer gesagt, was sie werden wollen, wenn sie mal groß sind. Doktoren, Lehrer, Anwälte waren die Wünsche. Das war einfach toll … schließlich ist es noch nicht so lange her, dass in diesem Land jegliche Bildung vernichtet werden sollte.

Später haben wir noch eine Nachbarschule besucht mit älteren Schülern, die uns aber nicht minder aufgeregt begrüßt haben.

Anschließen war ich erstmal fertig, ein sehr emotionaler und wunderschöner Vormittag.

Auf dem Schiff gab es dann wieder das einzigartige Empfangskommittee, gefolgt vom lunch und einen afternoon nap.

Nachmittags um vier erreichten wir noch ein weiteres Ziel direkt am Fluss, welches einen kleinen Aufstieg auf einen Hügel beinhaltete, der einen gigantischen Ausblick über den Mekong bot. Dort befand sich eine größere Tempelanlage mit zahlreichen buddhistischen Bauten, die Stimmung dort oben war so friedlich, man hätte ewig umherstreifen können. Unser Tourguide hat nochmals einen Mönch interviewt und wir erfuhren, dass er erst 16 Jahre alt war. Er nutzt diese Zeit, weil er zu arm ist und dort ein zuhause findet … und die Möglichkeit auf kostenlose Bildung. Zu meinem Erstaunen ist dies der Beweggrund der meisten jungen Mönche. Man kann bereits ab 7 Jahren ein Mönch werden, und dies auch nur eine begrenzte Zeit machen. Mönche arbeiten nicht, sonder lernen und meditieren. Und jeden Vormittag ziehen Sie umher und erfragen sich ihr Essen von der Bevölkerung. Diese gibt auch immer etwas. Denn für die an die Wiedergeburt glaubenden Buddhisten kann dies bereits den Unterschichten zwischen Himmel und Hölle ausmachen.

Abends auf dem Boot war dann auch nicht mehr viel zu machen. Der Tag hat uns geschafft. Es gab den üblichen Cocktail, ein leckeres Abendessen und ein frühes Zubettgehen.