Arabische Nacht

Der gestrige Morgen begann mit einer Schockstuation … wir haben verschlafen, ich hatte mich nämlich geweigert, einen Wecker zu stellen. So sind wir durch die zwei Stunden Zeitverschiebung erst um kurz vor zehn aufgewacht. Eilig sind wir in die Kleider gehüpft, um noch die Reste des Frühstücksbüffets abzuschaben. Doch unten angekommen waren wir offenbar nicht die einzigen, denen so etwas  passiert ist, denn es war eine lange Schlange am Eingang (Rudi hätte sicher gesagt: dit kommt allet auf die Liste … 😉) 

Wir hatten anschließend noch etwas Zeit bis zum Nachmittagsprogramm und sind in den benachbarten Supermarkt gegangen. Das lokale Warenangebot zu überprüfen gehört für mich einfach immer wieder dazu. Wir haben ein paar Kleinigkeiten gekauft und sind durch den Hitzekessel direkt wieder zum Hotel gelaufen. Ist ein bisschen so, als würde man im strömenden Regen immer wieder unter einem Vordach Schutz suchen. Es war aber auch gerade Mittagszeit und die Sonne stand absolut senkrecht. Keine Chance auf Schatten. Wir sind daher gleich rauf aufs Dach, um in der übergroßen Badewanne etwas Abkühlung zu finden. Diese stellt sich allerdings immer erst ein, wenn man aus dem Wasser raus kommt. Die Verdunstungskälte sorgt für einen kleinen Moment der Erholung. Hmmmmmm. 

Um 3 Uhr nachmittags wurden wir von unserem, in traditionell langem weißen Gewand gekleideten, Tourguide Aziz abgeholt. In einem weißen Jeep. Wir waren die ersten an Bord, und da wir exclusiv über deren Webseite gebucht haben, hatten wir wohl einen kleinen Stein im Brett, und er empfahl uns, uns nicht nach hinten zu setzen. You will vomit (übergeben) grinste er uns an. Ein wertvoller Tip, wie sich später noch herausstellen sollte. Quer durch die Stadt ging die Fahrt, um noch drei mexikanische Touristen einzuladen. Dann endlich konnte die Tour losgehen. Wir fuhren zum Rand des großen Sandhaufens. Ich war noch nie in einer richtig großen Sandwüste und die Vorfreude war groß. Wir haben an einer Versorgungsstelle angehalten, an dem die arabischen Souvenirverkäufer sehr übermotiviert ihre Gemischtwaren angeboten haben. Als die Wüste dann auf etwas angenehmeren Temperaturen unter 40 Grad abgekühlt war, wurde der Druck aus den Reifen gelassen und es ging mit Allradantrieb in die weitläufige Dünenlandschaft. Der erste Stop war eine kleinere Kamelfarm, dort könnten wir die gemächlichen Paarhufer mit ihrem treuen Blick beim Kauen des trockenen Strohs beobachten. 

Weiter ging es mit der eigentlichen Attraktion der Tour. Aziz steuerte das Fahrzeug in hoher Geschwindigkeit und mit temperamentvollen Kurven durch die hügelige Dünenlandschaft. Es ging in sehr schneller Folge achterbahnartig auf und ab. Hakenschlagend fegte der Sand über den Wagen und es rumpelte ordentlich. Das war ein ganz großes Vergnügen, möglicherweise nicht so ganz PC … aber verdammt, war das ein Riesenspass!!! Mit leicht flauem Magen hielten wir dann inmitten der Dünen an, um die atemberaubende Landschaft zu genießen, und Fotos zu knipsen. Aziz wollte unbedingt Springfotos von uns machen und hat sich wahnsinnig über das Ergebnis gefreut.  Einer der südamerkanischem Mitreisenden saß hinten im Wagen und war sehr bleichgesichtig. Auweia. 

Der krönende Abschluss der Tour war ein arabisches Grillbüffet in der Wüste. Hier hatte ich noch eine offene Rechnung zu begleichen. Den Ritt auf einem Kamel. Wir schreiben das Jahr 1977, als wir vom Spanienurlaub einen Tagesausflug nach Marokko gemacht haben. Bei der Bitte, auf einem Kamel zu reiten muss ich wohl in Tränen ausgebrochen sein. Nun gut, wieder ein Lebenstrauma beseitigt 😂

Das Abendessen war hervorragend. Es gab alles, was die arabisch indische Küche zu bieten hat,  Hummus und Taboulehsalat, Gegrilltes, Falafel, Linsengerichte und Fladenbrot. Zum Nachtisch gab es leckere Honigbällchen, Milchreis und Obstsalat … yum yum. Das erste mal Im Leben, habe ich mir außerdem die Hände mit Henna bemalen lassen. Ich finde es total schön. Es hält angeblich ca. 2 Wochen. 

Nach für meinen Geschmack viel zu kurzer Zeit, war es auch schon wieder Zeit, zurück zu fahren. So steuerten wir im klimatisierten Jeep zurück in die Stadt aus Glas, Stahl und Beton. Es war ca. 10 Uhr, als wir das Hotel erreichten. Aber irgendwas in mir ist momentan ungewöhnlich. Ich war immer noch wach und unternehmungslustig. Herrn C. muss man da ja nie lange überzeugen und so sind wir noch ein bisschen umhergelaufen und haben das abendlich geschäftige Treiben beobachten. Es ist wie zwei Welten. Das komplett menschenleere und heiße Dubai am Tag, und das immer noch heiße ;-) aber deutlich lebhaftere Bild der Stadt am Abend. Während der Ramadan Zeit haben die Geschäfte in den Malls bis zwei Uhr geöffnet. Merkste was? 

Übrigens ist man überall dazu angehalten, speziell auch im Ramadan, körperliche Zuwendungen in der Öffentlichkeit zu vermeiden. Selbst Händchenhalten zählt dazu, so muss ich immer mal wieder Melania Trump spielen, wenn Herr C. in einem unachtsamen Moment nach meiner Hand greift ;-). 







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