Abreisefernweh

Gestern sind wir auf Empfehlung eines Bekannten von Herrn C. In Richtung San Pellegrino Pass gefahren (nicht das mit dem Wasser). Es waren nur etwa 15 Kilometer und von hier nahmen wir eine Seilbahn hoch zum Col Margherita. Ein toller Ausblick war es und unser Tagesziel war die Wanderung 600m abwärts zur Talstation.

Nachdem wir also von oben den fantastischen Rundumblick genossen haben und jeder einen weiteren Cappuccino getankt hatten, liefen wir los. Und was soll ich sagen, diese Wanderung war sowas von schön und abwechslungsreich, los ging es über breite Ziehwege, mit Gras bewachsene kleine Pfade (mein persönlicher Liebling unter den Wanderuntergründen)… Es gab steinige steile Passagen, weite Felder und Almen und mittendrin begrüsste uns sogar ein Murmeltier aus seiner Unterkunft. Kreisch, so süss sind die.

Die Gräser schimmerten in den schönsten Herbstfarben und zwischendrin blühte sogar noch einiges. Ein tolles Farbkonzept hat sich die Natur da ausgedacht.

Es gab natürlich auch ein weniger schönen Abschnitt, nämlich eine sehr steile kurze Passage mit haufenweise losem Geröll. Da war sie wieder, die Fallangst. Und quasi als selbsterfüllende Prophezeiung hat es mich dann auch nochmal kräftig auf den noch vom Vorvortag schmerzenden Hosenboden gelegt. Schlimm war das aber nicht, blöd nur, dass ich mir dabei dermassen den linken Zeigefinger umgeknickt habe, dass dieser momentan ein wenig schmerzt und dick und blau ist. Naja, irgendwas ist ja immer, jedenfalls bei mir ;-)

Abends habe ich dann kurz bei meiner Mutter angerufen, um uns spontan schon für Samstag Abend anzukündigen. Es macht so viel mehr Sinn, dann fahren wir am Sonntag heim und nehmen gleich unsere beiden Tiger mit nach Hause. Als sie mich fragte, ob wir denn auch schon die rot leuchtenden Bergspitzen gesehen hätten, wollte ich eigentlich erst verneinen. Ich rief von draussen an und auf einmal drehte ich mich rum und vor mir die leuchtenden Felsen. Ein schöner Moment, den ich sogleich per Bild mit der Familiengruppe teilte.

Und jetzt sind wir bereits wieder in der Gegenwart angekommen. Momentan warten wir auf Einlass zu unserem letzten Abendessen im Hotel. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass Herr C. ab jetzt gerne jeden Morgen einen Zettel auf dem Frühstückstisch vorfinden möchte, auf denen er die Speisen für den Abend auswählen kann?

Heute waren wir jedenfalls noch ein letztes Mal Italien schnuppern. Es ging in ca. 50 Minuten Fahrt nach Bozen ins benachbarte Südtirol. Dort waren es dann auch nochmal satte 29 Grad bei strahlendem Sonnenschein.

Wir kauften hier und da noch ein paar heimische Spezialitäten, stoppten an einem der Strassenstände und luden uns 10 Kilo feinste frisch geerntet Südtiroler Äpfel ins Auto. Ein Teil wird verschenkt und einen Teil futtern wir selbst. Gut gelagert, halten die sich auch ein Weilchen, ansonsten kann man ja noch allerlei Köstlichkeiten daraus zubereiten.

Vorhin lag ich kurz oben im Zimmer, während Herr C. schon den einen oder anderen Saunagang absolvierte. Ich nickte tatsächlich ein und als ich aufwachte vernahm ich dieses spritzende Geräusch von Autoreifen auf nasser Fahrbahn. Hatte es doch tatsächlich geregnet. Naja, wir sind ja auch so gut wie fertig mit dem Urlaub und bei uns beiden macht sich schon ein bisschen Melancholie breit. Weisst du noch, heute vor zwei Wochen? Dabei seufzen wir uns machen Pläne für die Zeit danach. Denn nur so lässt sich das Fernweh einigermaßen ertragen.

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