Gegen halb drei am fruehen morgen (lokale Zeit) sind wir am Flughafen in Bangalore gelandet. Wir hatten Glueck, im Flieger waren scheinbar nur wenige nicht indische Staatsbürger und an den Einreiseschaltern fuer „foreigner“ war so gut wie nichts los. Dennoch dauerte natuerlich alles. Bis wir unser Gepäck bekamen und uns mit den Taxifahrern auf einen akzeptablen Tarif geeinigt hatten, war es schon halb 5, als wir endlich uns Bett durften.
Die Nacht war allerdings nur kurz. Denn schon um halb elf holte uns unser Fahrer ab und wir begannen die Fahrt durch den „belebten“ Stadtverkehr von Bangalore.
Ich bin wirklich froh, hier kein Auto fahren zu muessen. Es scheint irgendwie keine Regeln zu geben, wie in einem schnellem Computerspiel wand sich unser Fahrer zügig und in Schlangenlinien durch den dichten Verkehr. Eine Hand hatte er dabei immer an der Hupe.
Es machte jedoch sehr viel Spass, das geschehen von der Rückbank aus zu beobachten. Nachdem wir ca. 1 Stunde spaeter endlich aus dem dichtesten Verkehr draussen waren, machten wir einen kurzen Stop fuer ein spätes Frühstück. Es gab leckere frisch gebackene Dosas (eine Art Pfannkuchen) und Vada + Idli (diverse kleine Reiskuchen) mit scharfen Dips in kleinen Metallschälchen. Ein etwas anderes Frühstück, aber saulecker. Wir bekamen jeder noch einen Kaffee mit süsser Kondensmilch. Dieser schmeckt karamellig und fast sirupartig, man muss sich dran gewöhnen, wir fandens klasse.
Danach ging es auf die Autobahn und nach etwa einer weiteren Stunde erreichten wir das kleine Städtchen Shririrangapattana. Wäre gerne ausgestiegen, aber das war scheinbar nicht geplant. Dabei reihte sich ein Fotomotiv an das andere. Ueberall liefen Kühe mitten auf der Strasse oder standen wartend an der Bushaltestelle (es ist mir fast unerträglich, ein solches Motiv nicht mitnehmen zu können ;-)
Wir machten Halt an einer Anlage, bekamen Tickets gekauft und sahen schon von weitem einen kleinen Palast namens Daria Daulat Bagh. Von draussen dachte ich noch er sei eingeruestet, aber er war nur verhüllt, um das Innere vor der Sonne zu schützen.
Die ganzen Wände im Inneren waren mit Teakholz verkleidet und die vielen Details, Intarsien und Schnitzereien waren einfach wundervoll anzuschauen. Draussen liefen aufgeregt kleine Streifenhörnchen umher und jagten die Palastwände entlang.
Es gab noch ein paar weitere kurze Fotostops und gegen Nachmittag erreichten wir Mysore, the City of palaces. Mittlerweile war ich furchtbar müde, und so waren wir beide froh, unser Hotel fuer die naechsten beiden Nächte zu erreichen.
Im Zimmer angekommen, zog ich nur mein Nachthemd aus dem Koffer, schlug die Bettdecke zur Seite und warf mich auf die watteweiche Matratze. Was fuer eine Wohltat.
Am Abend sind wir noch ein bisschen alleine durch die Stadt geschlendert und haben Strasse queren geübt. Nichts für schwache Nerven, aber mit ein bisschen Übung klappt es ganz gut.
Wir fanden ein Restaurant mit der typischen Nicht-Atmosphäre und bestellten jeder ein (Veg) Byriani (Reisgericht mit Gemüse und leckeren Gewürzen). Zur guten Nacht gab es noch einen Kaffee in einem anderen Strassenlokal nebenan, bevor wir wieder zurück ins Hotel gelaufen sind.
Dort wummerte die Musik aus dem ersten Stock. Das ganze Hotel war mit indischen Schulklassen ausgebucht. Auweia. Dort wo die Musik herkam, steckten wir neugierig unsere Köpfe rein. Zu lauter indischer Partymusik wurde ausgelassen getanzt. Allerdings erstmal nur die Jungs. Die Mädchen seien später dran.
Wir wollten eigentlich schon wieder raus, als einer der Betreuer und einer der Jungs hinter uns herliefen, und uns, bzw. Kai anbettelten wieder rein zu kommen und mitzutanzen. Das tat er dann auch und ich durfte filmen. Ach Mensch, solche kleinen Momente liebe ich ja sehr auf Reisen. Die Menschen hier sind uns Fremden so aufgeschlossen. Davon koennte sich bei uns so mancher eine Scheibe abschneiden.








