Es war irgendwann Ende des letzten Jahres, als meine Erschöpfung auf dem Höhepunkt war, und ich tagelang nichts anderes konnte als nur im Bett zu liegen. Selbst aufrecht auf der Couch sitzen und stricken war zu anstrengend. Ich vertrieb mir die Zeit oft stundenlang mit dem Anschauen von Reisevideos auf Youtube. Dabei stiess ich auf einen Kanal, wo ein Paar eine Reise auf einem Schiff in der Arktis machte.
Auf diesen Reisen gehört es scheinbar zur Tradition, einen sogenannten „Polar Plunge“ zu machen. Man springt einfach so ins kurz vor dem Gefrierpunkt befindliche eiskalte Wasser. Dazu gibt es Musik und gute Laune und ich beneidete die Energie, die diese Menschen hatten. Irgendwie konnte ich mir kaum vorstellen, dass ein menschlicher Körper das überhaupt aushalten kann. Dennoch ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los.
Eisbaden ist ja ein absoluter Trend, der schon seit geraumer Zeit aus den skandinavischen Ländern zu uns herüber svhwappt. Ich fing an zu recherchieren und stiess dabei auf die sogenannten Kältekammern, die derzeit überall aus dem Boden schießen (scheinbar ein Nachfolger der Sonnenstudios aus den 80ern und 90ern ;-)
Anfang Januar meldete ich mich dort an und war direkt nach dem ersten Aufenthalt von 4 Minuten bei – 85 Grad so begeistert, dass ich gleich eine Zehnerkarte kaufte. Nach ein paar Wochen steigerte ich mich dann auf -110 Grad mit Vorkammer. Ein Wahnsinn. Jedes Mal danach fühlte sich der ganze Körper fuer etwa 2 Stunden so toll an, als waere man 30 Jahre jünger ;-)
Als ich im April fuer 7 Wochen in Reha in Bad Saulgau ging, gab es dort ganz früh am Morgen jeden Tag Kneippsche Güsse. Dabei war man in Badekleidung und wurde (wenn man es wollte) von Kopf bis Fuß mit einem Schlauch abgegossen. Das Wasser war 8 Grad kalt. Das war zwar jeden Morgen eine neue Überwindung aber ich wurde beinahe süchtig danach.
Seitdem ich wieder zuhause bin, dusche ich jeden Tag so kalt, wie es das Frankfurter Wasser hergibt. Ich liebe es einfach.
So und jetzt sind wir endlich wieder in der Gegenwart. Am Samstag waren wir nämlich bei herrlich sonnigem Wetter in der nicht mehr ganz so warmen Nordsee baden. Die Wassertemperatur beträgt laut Internet zur Zeit etwa 16 Grad. Ich haette mir das nie zugetraut, normalerweise konnte man mich damit weit weg jagen. Aber auf einmal geht es. Ohne Unterbrechung bin ich direkt in die Fluten gesprungen und schwamm einige Minuten herum. Es war eine Freude. Kai war übrigens auch im Wasser. Aber maximal 10 Sekunden. Dann wurde es ihm zu kalt ;-)
Ich will jedenfalls weitermachen. Immer kälter soll es werden. Im Internet habe ich eine Gruppe aus Frankfurt gefunden, die sich ab Oktober ueber die gesamten Wintermonate immer Samstags zum Winterbaden treffen. Da möchte ich mich gerne anmelden. Mal schauen, zu welchen Temperaturen ich noch fähig bin.
Warum ich das mache fragst du? Weil es mir gegen die Erschöpfung hilft und sich einfach so richtig gut anfuehlt.







wow!! 45Hej Hej* Dänemark
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