Gerade sitze ich gemütlich auf dem Balkon und im Hintergrund hört man ein sanftes Wellenrauschen. Es ist Mittwoch Abend und wir haben die Hälfte unseres Urlaubs noch vor uns. Wie schön.
Heute früh wachte ich instinktiv ganz kurz vor dem Sonnenaufgang auf und weckte aufgeregt meinen Bettnachbarn. Noch ehe ich von der Toilette wieder zurück war, stand die Sonne schon zur Hälfte am Horizont. Der ganze Vorgang hat sicher keine Minute gedauert. Es war mittlerweile halb sieben, der Wasserkocher rauschte bereits und Kai braute uns den ersten Kaffee des Tages.

Wir packten anschließend ein paar Sachen in unsere Taschen und saßen bereits um kurz nach sieben am Frühstückstisch. Es war natürlich früh für unsere Verhältnisse, aber die entspannte Stimmung am Morgen im Speisesaal war schön. Mal schauen, ob wir das wiederholen können.
Für das frühe Aufstehen gab es einen besonderen Grund, denn um Punkt 8 wartete draussen vor dem Hotel ein Kleinbus und wir wurden zusammen mit ein paar anderen Hotelgästen in etwa einer halben Stunde südlich zum kleinen Hafen von Marsa Alam gebracht.

Von dort wurden wir per Schlauchboot auf ein größeres Schiff/Yacht getendert und gegen neun stach das Boot ins offene Meer. Die Wasseroberfläche sah flach aus, es wehte kein Wind, und so lehnte ich dankend ab, als ich gefragt wurde, ob ich eine Tablette gegen Seekrankheit haben wollte. Uie, da hatte ich aber die offene See und das Boot mit wenig Tiefgang unterschätzt. Es schaukelte ordentlich und ich wurde etwas blass im die Nase.


Nach etwa einstündiger Fahrt war dann aber doch alles gut und ich freute mich auf das was da noch kommen sollte. Ziel der kleinen Reise war nämlich ein grosses Riff mitten im offenen Meer mit einer Art Lagune, in der Delfine leben.

Die ganze Gegend ist grossräumig mit Bojen geschützt, so dass die Tiere in ihrem natürlichen Lebsraum weitgehend ungestört sind, aber sie sind neugierig und schwimmen doch immer wieder in Richtung der Boote. Delphingarantie 95% hatte man uns versprochen.
Nach dem Anleinen des Boots bekamen wir Schwimmwesten, Flossen und Schnorchel und wurden mit dem kleinen Beiboot mitten in der Lagune ausgesetzt. Rücklings ließen wir uns ins warme Wasser plumpsen und da ging es auch schon los. Ein ganzer Schwarm der wunderschönen Meeresbewohner zog mit der typischen Wellenbewegung an uns vorbei. Glücklicherweise konnte ich diesen Moment auch auf Kamera festhalten. Schwimmen mit Delfinen, eins diese einzigartigen Ereignisse, die es in die top Ten meiner besten Lebensmomente schaffen werden. Ich war seelig vor Glück.

Zurück auf dem Boot hatten wir etwas Zeit zum Entspannen und Verarbeiten der Ereignisse. Anschliessend folgte noch ein zweiter Tauchgang entlang des Riffs. Ach herrje, was soll ich noch sagen. Noch viel mehr Korallen und Fischgewusel, fast wie vorne an unserem Hausriff, nur noch etwas größer. Einfach wunderschön.

Später gab es ein leckeres Mittagessen mit allerlei ägyptischen Spezialitäten, denn Schnorcheln macht einfach sehr hungrig.
Es war bereits 3 Uhr am Nachmittag, als wir wieder zurueck an Land fuhren. Die Zeit dazwischen konnte man immer wieder Delfine um unser Boot schwimmen sehen. So viele haben wir gesehen. Ich habe keine Ahnung warum das so ist, aber diese Tiere machen einfach happy.



Auf der Rückweg setzten Kai und ich uns vorne an den Bug des Schiffs und genossen die Fahrt mit einem noch heftigeren Geschaukel als am Morgen. Scheinbar hatte sich mein Körper bereits daran gewöhnt, denn es machte mir nichts mehr aus. Ganz anders als bei meinem Mann. Etwa 20 Minuten vor Ankunft in Marsa Alam wurde es neben mir etwas stiller. Irgendwann merkte ich, dass Kai kaum noch reagierte, da stand er schon auf und ließ sich das leckere Mittagessen noch mal durch den Kopf gehen. Ach ja, das kann anscheinend auch dem stärksten Mann passieren 😂 … und die Fische freuen sich über die Extraportion 😉


Mittlerweile sind wir also wieder zurück im Hotel, gleich gibt es Abendessen und ich gehe mal davon aus, dass wir beide nicht mehr sehr lange aufbleiben, der Tag war einfach wunderschön und die Müdigkeit heute Abend ist vollkommen gerechtfertigt.
