Spaziergänge und Eisbaden in San Francisco

Nachdem ich am Freitag morgen erst mal ein längeres Schläfchen gemacht habe, habe ich mir ein Tagesticket für Bus und Bahn gekauft.

Zunächst ging es runter nach Downtown mit dem N-train zur Market/Powell Street. Wollte mir von der Situation vor Ort selbst ein Bild machen. Irgendwie ist San Francisco in letzter Zeit ein bisschen in Verruf geraten.  Auch hier hat Covid seine Spuren hinterlassen und speziell die gegend rund um die Market Street soll sich sehr verändert haben. Zahlreiche Obdachlose und hoher Leerstand ist die Erzählung.

Das mit dem Leerstand stimmt auf jeden Fall. Beim letzten Mal als ich dort war gab es zahlreiche Geschäfte, vor allem mit grossen Ketten wie Gap oder Old Navy. Zahlreiche grosse Flagship Stores reihten sich aneinander entlang der grossen Hauptstraße. Es gab auch eine grosse Mall und mein favorisiertes Schuhgeschäft auf der Powell Street. Aber davon war kaum etwas übrig, zahlreiche leerstehenden Immobilien suchten per Schild nach neuen Mietern.. Das ist schon irgendwie bedrückend.

Dennoch, die Gehwege waren picobello sauber. Da hat wohl jemand aufgeräumt. Obdachlose habe ich kaum gesehen. Angeblich soll sich da auch was ändern in Zukunft. Es scheint einiges in Planung zu sein, um diese Gegend zu revitalisieren.

Mit dem Bus bin ich weiter zur Ecke Fillmore/Geary Street gefahren. Von dort aus bin ich anschliessend die gesamte restliche Fillmore entlang bis zum Meer gelaufen. Das war echt schoen. Man läuft zwar nur auf einer Strasse, erlebt aber immer wieder andere Stadtteile, Eindrücke und Lebensarten.  Angefangen hat es in Japantown, mit zahlreichen japanischen Läden und Restaurants. Es ging weiter entlang kleiner Boutiquen und hübschen Cafes in Pacific Heights, bis runter zum Meer durch den feinen Marina District. Zwischendurch bin ich eingekehrt und habe meinen leeren Magen mit einem sehr leckeren  Burger gefüllt.

Es ging bergauf und irgendwann war die Kuppe erreicht und ein fantastischer Blick auf die Straße herunter bis ans Meer tat sich auf. Nebenan war die Golden Gate Bridge zu sehen und ich war total verzückt. So schoen war das.

Unten am Meer bin ich noch bis zum Fort Myers gelaufen, weil dort noch ein grosser Arts and Craft Store sein sollte. Auf dem Parkplatz davor war dann auf einmal ein kleiner Markt mit lauter Ständen, wo man diverses Kunsthandwerk kaufen konnte. Ein leichtes shopping musste da natürlich sein.

Später am Abend sind wir raus aus der Stadt über die wunderschöne Golden Gate Bridge gefahren und haben Frau Z.s Freund besucht. Dort wartete bereits ein leckeres Abendessen auf uns.

Ganz besonders fasziniert aber war ich von dem traumhaften Haus von Mr. W. Wow, so toll gelegen, mitten in der Natur, mit einer grossen Terrasse mit Blick auf die Baumwipfel.

Ein besonders Highlight des Tages war die grosse Badewanne auf der Terrasse, mit einer aktiv heruntergekuehlten Wassertemperatur von 6 Grad. Ein Cold Plunge. Yippie yay, da habe ich ja was fuer übrig.  Ich war natürlich vorbereitet und zog gleich meinen Badeanzug an. Kalt wars, und ich muss zugeben, dass so eine Eiswanne noch mal eine Spur krasser ist, als ein See mit der gleichen Temperatur. Warum kann ich nicht sagen, aber nach etwa 5 Minuten hatte ich genug. Das gefuehl am ganzen Körper danach ist gigantisch und ich haette sowas natürlich auch gerne zuhause. Ob ich Kai dazu überreden kann? 😂😂😂

Stadt am Meer

Heute ist Samstag, bereits Tag 3 meiner kleinen Reise nach Kalifornien. Hier ist gerade noch etwas Ruhe, Frau Z. duscht und ich habe einen kurzen Moment, um wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Die vielen tollen Eindrücke der letzten beiden Tage muessen wieder sauber abgelegt werden.

Mein erster Morgen in San Francisco begann mit einer kleinen Trainigseinheit unten am Meer. Dort wird regelmäßig Zumba gemacht und ich habe einfach mitgetanzt. Durch meinen gesundheitlichen Zustand habe ich in letzter Zeit so wenig Sport gemacht und ich hatte Respekt. Aber der blaue Ozean, die ungezwungene Atmosphäre und die Musik haben mir ein bisschen mehr Energie gegeben.

Wie ich da so vor mich hintanzte und dabei auf das Meer geschaut habe, dachte ich so bei mir, dass das ein absoluter „kneif mich mal“ moment war. Einfach so schoen.

Zuhause habe ich mich noch mal kurz hingelegt, denn auch hier ist die Müdigkeit ein Alltagsbegleiter. Aber wir kennen uns ja schon eine Weile und respektieren uns. Das bedeutet, kleine Ruhepause sind absolut notwendig.

Anschliessend war ich kurz im Büro nebenan und habe dort auch Frau Zs Freund getroffen, wir haben kurz zusammen ein Käffchen getrunken und dann habe ich die beiden arbeiten lassen.

Nachmittags habe ich einen Spaziergang durch die wunderschöne Neighborhood gemacht und mich ueber das schoene Wetter gefreut. So macht das alles richtig viel spass und die bunten Farben der Häuser leuchten kräftig in der Sonne. Ich bin vor zur Haight Street gelaufen, habe das eine oder andere kleine Geschäft besucht und mich anschliessend in einen netten kleinen Coffeeshop gesetzt.

Abend sind wir zum Sonnenuntergang vor ans Meer gefahren und haben dort einen langen Spaziergang gemacht. Die Stimmung war ganz wundervoll. Ueberall waren kleine Lagerfeuer und die Leute trafen sich zum Feiern am Strand. Toll wenn man in einer Stadt lebt, die direkten Zugang zum Meer hat. Als waere San Francisco nicht schon schön genug, aber die Lage am Pazifik macht es absolut perfekt.

Ich war zwar wieder etwas muede, dennoch sind wir auf einen kurzen Schkummertrunk in eine Bar in der Nachbarschaft gegangen und haben den Tag bei einem leckeren Bier und noch viel mehr Gesprächen ausklingen lassen.