Seit zwei Tagen geniessen wir nun unseren Aufenthalt in der piemontesischen Großstadt Turin. Uns gefällt es wirklich gut hier.
Am Montag waren wir alleine unterwegs und haben uns, wie wir das immer machen, ohne Plan und Vorsatz durch die Strassen treiben lassen. Ab und zu haben wir mal einen Laden betreten, ich habe einige Fotos geknipst und das Wetter hat mal wieder perfekt mitgespielt. Es waren angenehme 28°C in der Stadt und das ist wirklich perfektes City Wetter. Nicht auszudenken, waere es so heiß wie in Deutschland in der letzten Woche.




Auf dem Rueckweg haben wir einen ganz zauberhaften kleinen Platz entdeckt. Der Gardino Bottero liegt inmitten der Stadt und bildet mit seinen diagonalen Strässchen eine kleine Abwechslung im ansonsten eher rechtwinkligen städtebaulichen Raster. Es wirkt gleich sehr gemuetlich. Die kleine Piazza ist rundum gesäumt von zahlreichen, Bars und Restaurants. Für uns stand fest, das ist der perfekte Ort fuer den fruehabendlichen Apero.

Wir wollten aber zunächst wieder zurueck ins Hotel fuer eine kleine Siesta, da machte sich leider mein Schuhverlust vom Wochenende schmerzlich bemerkbar. Das alternative Schuhwerk war nicht blasenfest. Autschn. Zudem stand die Sonne nahezu senkrecht am Himmel und schien unbarmherzig voll geradeaus in die schnurgerade Strecke in Richtung Hotel, Schatten gab es somit nicht. Ich jammerte etwas vor mich hin und der alte Zetervogel kam wieder zum Vorschein. So nennt ihn Kai immer und wenn er das sagt, dann weiss er genau, dass ich keine andere Möglichkeit habe, als über mich und meine Jammerei zu lachen 🤣
Zurueck im Hotel gab es dann aber erstmal eine wohltuende Dusche und ein kleines Nachmittagsschläfchen. Nach ein/zwei Stunden waren wir wieder einsatzbereit und ich versuchte ueber die App des Torinesischen GTT (ÖPNV) einen Zugang zu kriegen. Aber ohne italienische Sozialversicherungsnummer leider keine Chance. Ob das noch EU konform ist 😉 Also liefen wir vor zum Hauptbahnhof und kauften ein 3-Tages Ticket am Automaten. Nicht ganz ohne Stolz moechte ich berichten, dass ICH diesen, dank meiner italienisch Kurse durch geschicktes Fragen ausfindig machen konnte 🤪
Wie fuhren mit der Tram Nr. 4 wieder zurück zu der kleinen Piazza. Es war frueher Abend und die Bahn war vollgepackt mit einheimischen Pendlern. Dort angekommen drehten wir eine kurze Runde und blickten vorsichtig auf die Tische der einzelnen Bars und entschieden dann nach der Optik und dem Bauchgefuehl.

Nach der ersten Stärkung mit meinem heissgeliebten Aperol Spritz traten wir die Suche nach einem Lokal fuer das Abendessen an. Mittlerweile war der Platz voll und laut und mich drängte es daher eher an den ruhigeren Rand, wo wir ein hervorragendes Lokal mit piemontesischen Spezialitäten fanden. Es war als einziges noch leer, aber das änderte sich schnell. Der Wind frische auf und es fing leicht an zu regnen. Wir sassen aber unter dem Schirm und nach ein paar Minuten war der Spuk wieder vorbei. Wir orderten eine gemischte Vorspeise, die unter anderem das berühmte Vittello Tonnato beinhaltete, dies kommt naemlich aus dem Piemont. Als Hauptspeise gab es endlich Pasta (also ich möchte mir ein Leben ohne die Teigwaren gar nicht vorstellen). Ohne es zu ahnen, orderte ich eine weitere Spezialität der gegend, nämlich Agnolotti al Ragu, das sind kleine Ravioli. Da wir ahnten, mit dem Lokal eine sehr gute Wahl getroffen zu haben, gab es auch noch einen Nachtisch, ein Bunet Piemontese, eine Art Puddingcreme oder Flan mit Ei, Kakao, Sahne, Amarrettini und Rum. Vorzüglich hat das geschmeckt.


Am nächsten Tag hat sich Besuch aus Treviglio und Milano angekündigt. Eine Kurznachricht mit den Worten „preparatevi al tour“ (bereitet euch auf eine Tour vor) erreichte uns. Das bedeutete dann ab nach Hause und genügend Erholungseinheiten sammeln, der Tag koennte nach dieser Aussage recht anstrengend werden.