Achtsamkeit

Frage, ist es ein klassisches Paradoxon, wenn in der Hausordnung einer psychosomatischen Klinik geschrieben steht, das während des Therapieaufenthaltes kein Alkohol gestattet ist, es diesen aber unbegrenzt in der zentralen Cafeteria zu kaufen gibt? Aber wer bin ich, der solche Regeln in Frage stellt. Ich trinke ohnehin fast nie Alkohol, habe mich aber dafür umso mehr über das kalte Radler gefreut. Es ist mittlerweile 21.30h und ich bin immer noch wach. Was ist denn da los?

Das Programm heute morgen begann mit einer sogenannten Morgenrunde. Dazu versammeln sich alle Psychopatienten in einem Vortragsraum, einschließlich der gesamten Ärtzte- und Therapeutenschaft. Wir würden begruesst und alle neuen dürften aufstehen und sich mit Namen und Herkunftsort vorstellen. Halb so wild, dazu gab es allgemeine Infos und Veranstaltungstips außerhalb des Therapieplans. Nächsten mittwoch findet eine Hüttenwanderung statt, immerhin 13 Kilometer und 400 Höhenmeter und dazu konnte man sich anmelden. Allerdings brauchte man dazu die Erlaubnis von Arzt und Therapeutin. Die Therapeutin schlug vor, während der Wanderung still zu sein, nicht zu reden und achtsam zu bleiben. Auf den Körper hören, ihn besser kennenlernen. Der Arzt schaute skeptisch wegen dem Knie, aber letztendlich muss ich auch hier lernen, die Zeichen zu erkennen. Instrumente sind das, die mir vielleicht in Zukunft helfen koennen, achtsamer zu werden. Wer weiss, ich probiere es aus.

Danach gab es eine Einführung in die Ergotherapie. Alter Hut für mich, ich war ja schon Körbe basteln in Frankfurt 😉 … Aber hier werde ich mich ans Töpfern machen. Darauf freue ich mich schon. Wir haben zwar nur zwei Stunden in der Woche, aber man kann die Werkstatt auch zwischendurch und am Wochenende nutzen.

Anschließend eine allgemeine Einleitung in allgemeine Rehabilitation und deren Ziele, die Nachhaltigkeit und dergleichen.

Heute nachmittag dann ein (sehr) leichtes Yoga. Das hat trotzdem gut getan.

Für die nächste Woche habe ich schon meinen neuen Therapieplan, der ist tatsächlich gar nicht so voll wie gedacht. Schade eigentlich. Aber umso mehr Zeit bleibt zum Entdecken dieser tollen gegend. Und die Sporteinrichtungen und Geräte kann man auch immer nutzen. Ach ja, ein Fahrrad habe ich mir ausgeliehen. Mal sehen, was ich mit der vielen Zeit anstelle.

Den Abend habe wir Tischfrauen dann in der Eisdiele verbracht und uns beim Eis ein bisschen besser kennengelernt. Das war sehr schön. Da ich dann aus vollkommen unerfindlichen Gründen immer noch wach war, habe ich mir das besagte Radler gegönnt und schreibe bei angenehmer Außentemperatur noch schnell diesen Beitrag. Jetzt geht’s aber ins Bett.

Gute Nacht.

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