Saluti da Venezia

Ich sitze gerade etwas unbequem im Innenraum des Traghetto auf dem Weg nach Burano und frage mich, wieviel Schweißperlen noch unter der Maske entstehen können, bevor mir das gesamte Gesicht zerfliest. Dennoch lächle ich und bin glücklich. Irgendwie habe ich das Gefühl, endlich im Urlaubsmodus angekommen zu sein. So richtig, mit allem, und Herrn C. geht es genauso. Das Fremdeln zu Beginn der Reise ist verflogen und Italien hat uns wieder voll und ganz in seinen Bann gezogen.

Gestern frueh haben wir noch ein letztes Frühstück mit der bezaubernden Aussicht auf den Lago genossen, bevor wir alles zusammengepackt haben und gegen halb elf unsere schöne Unterkunft verlassen mussten. Schade war das, denn gerade jetzt hatte ich mich richtig eingewöhnt.

Aber die Vorfreude auf die Lagunenstadt überwog. Eindeutig. In ca. zwei Stunden erreichten wir das vorgelagerte Mestre, dessen Name mich nicht das letzte Mal an Commissario Brunetti erinnern sollte. Die Romane von Donna Leon habe ich der Reihe nach verschlungen. Nicht zuletzt wegen der wundervollen Beschreibung der venezianischen Lebensart.

In Venedig war ich schon ein paar Mal. Und dieses Mal lag es so günstig auf der Route, dass mir Herr C. diesen Wunsch erfuellte und zwei Nächte direkt Im Zentrum gebucht hat.

Mit dem Bus sind wir in nur ca. 15 Minuten direkt auf die Insel gebracht worden und von dort war es wirklich nur noch ein Katzensprung zu unserem Albergho.

Das kleine Hotel Dalla Mora hat einen Stern und liegt in einer Seitengasse direkt an einem der pittoresken Kanäle. Wir bekamen ein tolles Zimmer im 2. Stock mit einem wundervollem Ausblick auf das Wasser und die alten Gemäuer. Fantastisch. Das Hotel selbst kommt mit unglaublich viel Lokalkolorit daher und ist jedem grossen Kasten mit 5 Sternen vorzuziehen. Es ist pieksauber, die Dusche ist im Zimmer und das WC teilt man sich auf dem Gang mit drei anderen Zimmern. Wem das nichts ausmacht, dem sei dieses Hotel wärmstens empfohlen, zumal die Lage wirklich sehr sehr zentral ist.

Wir haben uns kurz frischgemacht und sind direkt losgezogen. Auf halber Strecke fiel mir plötzlich auf, dass ich mein Portemonnaie nicht in der Tasche hatte. Ein Schreckmoment, bei dem wahrscheinlich jeder etwas durcheinander gerät. Ich sah mich schon wegen meinem verlorenen Ausweis auf dem deutschen Konsulat sitzen. Mein Mann ist gottseidank sehr besonnen und geduldig und wir liefen eilig zurück ins Hotel. Dort lag es dann seelenruhig, ich hatte es einfach vergessen. Uff. Auf diese Erleichterung mussten wir danach erst mal mit einem Aperol Spritz anstoßen.

Hierfür steuerte Herr C. zielsicher den Campo Santa Margherita an und wir waren erstaunt, wie angenehm ruhig es war. Der Aperol Vergleichspreis sank auf unglaubliche 3 Euro. Und dass in Venedig. Wer haette das erwartet.

Den weiteren Tag verbrachten wir mit ziellosem umherstromern durch die Gassen und Kanäle. Immer im Wechsel zwischen voll belebter Touristenmeile und ruhigen Gässchen. Das hat viel Spass gemacht. Die berühmte Rialtobruecke und den Piazzale San Marco haben wir natuerlich auch nicht ausgelassen, denn nur hier kann man ablesen, wie voll Venedig zur Zeit wirklich ist. Ich wuerde sagen, auch wenn es durchaus sehr gut besucht ist, speziell an den Hot Spots, hat die Stadt ihre ursprüngliche Dichte noch nicht wieder erreicht. Es fehlen einfach noch die vielen Besucher aus Übersee. Und das sage ich jetzt vollkommen wertfrei.

Am späten Nachmittag, zum zweiten Spritz des Tages, fingen dann plötzlich die kleinen Blutsauger an, ihre Opfer zu jagen. Mich moegen sie dabei wesentlich lieber als Herrn C. und innerhalb von wenigen Minuten hatte ich einige juckende Stiche abbekommen. Wie gut, daß wir im Hotel den „bite away“ und Antibrumm dabeihatten. Alles andere bringt nix.

Zum Abendessen sind wir am Abend nochmals zurück zur Piazza vom Mittag, wo mittlerweile deutlich mehr los war. Was mir dort am besten gefallen hat, war die Mischung aus Einheimischen und Besuchern. So nahm ich es zumindest an. Ein weiterer toller Tag neigte sich dem Ende und gegen 11 Uhr fielen wir muede in das etwas zu kurz geratene Hotelbett.

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