Nach dem Frühstück am Samstag sind wir direkt vom Hotel aus durch unser „Neubau“ Grätzel in Richtung Spittelberg gelaufen. Diese Gegend wird in Reiseberichten gerne auch als der Montmartre von Wien bezeichnet. Natürlich waren wir hier auch schon beim letzten Besuch. Es war Ende März, der Frühling stand vor der Tür und dennoch war es noch so grauselig kalt. Die Wirte hatten in freudiger Erwartung schon Ihre Tische und Stühle zusammengeklappt in den Gassen positioniert, aber die Strassen waren noch menschenleer. Es wehte ein eisiger Wind. Und genau in einer dieser Gassen reifte dann der Wunsch, das alles nochmal im Sommer zu besichtigen, wenn das Leben erwacht ist und irgendwie alles etwas fröhlicher aussieht.


Wir waren begeistert, denn der Plan ging auf und es hat uns gut gefallen. Wir schlenderten durch die Gassen und beschlossen, am Abend zum Essen wieder herzukommen.
Wir liefen weiter in Richtung Volksgarten, wo wir eine kurze Rast in einem Cafe mit lässigem 50er Jahre Charme machten. Mal wieder gönnte sich der Kai einen gespritzten Veltliner und ich erfrischte mich mit einem Eiskaffee. Dazwischen habe ich ein paar Reihen gestrickt und so genossen wir den Tag. Das Wetter war herrlich, nicht zu heiß, etwa 25 – 28 Grad und Sonne und Wolken wechselten sich ab. Perfekt für einen Städtetrip.


Am Rathausplatz war gerade ein mehrwöchiges Film- und Foodfestival und direkt vor dem Rathaus war eine riesige Leinwand aufgebaut. Abends gibt es dort immer Aufführungen. Sommer in der Stadt. Einfach toll. Bei einem der Essensstände holte ich mir Gyozas (vom Thai) und dieses Mal nahmen wir beide einen erfrischenden Weißwein mit Mineralwasser. Das Mischungsverhältnis beträgt in der Regel 2/3 Wasser und 1/3 Wein. Das ergibt einen guten Trinkfluss ;-) Wir setzten uns ins Grüne und beobachteten die Menschen und das Treiben im Allgemeinen.

Nach der Stärkung sind wir mit der Bahn weiter zum Prater gefahren. Da wollte ich auch gerne noch mal hin, obwohl ich im Nachhinein sagen muß, dass wir uns das auch hätten sparen können. Das schöne Wiener Riesenrad mit den roten Gondeln ist sehenswert, der Rest des Parks ist nicht weiter erwähnenswert, moment, doch … vielleicht das Kettenkarussel, welches sich in schnwindelnde Höhe nach oben schraubt. Da wird mir schon vom Zuschauen ganz blümerant.


Am späten Nachmittag hat sich Kai nochmal einen Besuch in der Strandbar Herrmann gewünscht, da waren wir ja bereits am 1. Tag. Die Atmosphäre am Kanal in der sommerlichen Abendstimmung ist aber auch einfach toll. Liegestühle aufgeklappt und mit Aperol Spritz in der Hand freuten wir uns, dass wir es so schön haben.

Als dann die Mägen hörbar zu knurren anfingen, war es Zeit auf Nahrungssuche zu gehen. Wir hatten ja bereits den Spittelberg ins Auge gefasst, dachten aber falls uns auf dem Weg was schönes ins Auge sticht … tat es aber nicht und so fuhr uns die Bahn direkt zum Ausgangspunkt von heute morgen. Wir landeten bei Witwe Bolte. Das kleine Lokal lag etwas zurückgesetzt von der Spittelgasse und hatte einen tollen gemütlichen Vorplatz. Wir hatten Glück und bekamen sogar noch einen freien Tisch. Für den letzten Abend gönnten wir uns jeder ein 3-Gang-Menü, welches mit allerlei österreichischen Spezialitäten gespickt war. Frittatensuppe, Tafelspitz, Wiener Schnitzel und zum Nachtisch gab es Palatschinken oder Kaiserschmarrn. Und es war wirklich alles ausgesprochen lecker. Schöner konnte man nicht sitzen, mitten in Wien, der wunderschönen Stadt an der Donau.


















