Zumba ist so viel mehr als Tanzen

Heute ist bereits Mittwoch, der 30. September. Kai und ich sind am Meer in einem kleinen gemuetlichem Hotel an der unteren Spitze der kleinen Halbinsel vor Kaş. Nach einer Woche Action geniesse ich die Ruhe und den Blick auf das Meer. Dennoch hänge ich gedanklich immer wieder der fantastischen Zeit nach, die ich letzte Woche mit der Zumbacrew in Beldibi verbracht habe.


Um zu verstehen, warum mir diese Woche so unglaublich viel bedeutet hat, muss ich kurz ausholen. Denn meine Beziehung zu Zumba war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick …


Vor ein paar Jahren stand ich zum ersten Mal in der TG Bornheim in einer Zumbaklasse. Ich habe davor viel Step Aerobic gemacht und dachte, so schwer kann es nicht sein. Im Aerobic wird während der Stunde gemeinsam eine Choreographie aufgebaut und am Ende mehrfach zu immer schnelleren Beats durchgetanzt. Aber ich hatte falsch gedacht.
Alle schienen zu wissen, was zu tun war, während die Trainerin statt klarer Ansagen nur nebulöse Handzeichen gab. Nach 15 Minuten war ich so genervt, dass ich wütend die Halle verließ. Was soll der Mist? Wollt ihr mich verar***en? 😂 Thema erledigt.


Ein paar Jahre später – ich war mittlerweile im Fitnessstudio 7-11 in Sachsenhausen, wollte ich mich noch mal heranwagen. Die vornehmlich südamerikanische Musik ist einfach so schoen.  Diesmal fragte ich die Instruktorin vorab aus. Sie erklärte mir das Prinzip: Jeder Song hat seine eigene Choreografie, man kommt mit der Zeit rein, und jeder hat mal klein angefangen.
Ich gab dem Ganzen eine erneute  Chance. Und tatsächlich: Nach ein paar Mal erkannte ich die ersten Schrittfolgen. Auf einmal klappte eine Passage, dann die nächste … und plötzlich machte es immer mehr Spaß!

Dann kam jedoch Corona und damit verbunden, meine eigentliche gesundheitliche Geschichte. Irgendwann in dieser Zeit wurde mein Körper von Woche zu Woche  erschöpfter, an Sport war bald nicht mehr zu denken. Was folgte, war ein tiefes, dunkles Kapitel: eine depressive Episode, Schlaflosigkeit und permanente Müdigkeit, die mich phasenweise komplett an das Bett fesselte. Durch die Kombination aus Frustessen und Medikamenten nahm ich ausserdem noch  20 Kilo zu.


Gemeinsam mit Kai und einer fantastischen Ärztin in Frankfurt machte ich mich auf Spurensuche. Langsam, Schritt für Schritt, kletterte ich aus diesem Loch heraus. Ein kleines Studio mit Personal Training half mir schließlich seit letztem Jahr dabei, wieder Kraft aufzubauen.


Der eigentliche Wendepunkt kam aber durch meine liebe ehemalige Kollegin Elif. Sie erzählte mir beim Mittagessen vom Outdoor-Zumba, das jeden Sonntag um 11 Uhr auf dem Dach des Skyline Plaza stattfand. Sie organisierte das und nach etwas Anlauf raffte ich mich auf. Das ganze nennt sich Silent Zumba und jeder hat einen Kopfhörer auf. Alle schienen sich gut zu kennen, und ich war noch neu in der Gruppe, versuchte aber dennoch immer wieder Kontakt zu halten.


Als die Gruppe Ende letzten Sommers nach Antalya zur Zumbaholiday fuhr, stieg meine FOMO (Fear Of Missing Out – die Angst etwas zu verpassen) ins unermessliche. Besonders als ich während der Woche die ganzen Fotos und Videos in den Sozialen Medien sah. Mein Vorsatz  stand felsenfest: Nächstes Mal quetsche ich mich einfach rein. Ob die wollen oder nicht! ;-)



In dieser Outdoor-Saison gab es kein Halten mehr. Ich wurde süchtig. Süchtig nach der Bewegung, der Musik, der Gemeinschaft und der puren Lebensfreude. Zumba hat mir geholfen, mich aus einem wirklich dunklen Kapitel herauszutanzen. Noch immer muss ich zwischendurch Pausen machen und  Rückschläge wird es gesundheitlich immer geben – aber sobald die ersten Rhythmen laut werden, fängt der Po an zu wackeln und die Laune steigt. Die positive Energie ist heilsam fuer Koerper und Seele. Ganz am Rande scheint sich meine vom Impingement Syndrom gepiesakte Schulter von den vielen Armbewegungen erholt zu haben. Ich kann die Arme wieder ganz nach oben bewegen.


Die Zumbaholiday in Beldibi war nun der absolute Höhepunkt: Eine Woche voller Lachen mit 22 Gleichgesinnten. 13 Nationen, von Mitte 20 bis Anfang 60, geeint durch eine gemeinsame Leidenschaft.


Ich werde diese Zeit für immer im Herzen tragen. Und das schoenste ist, zuhause wird einfach weitergetanzt. Ob beim Outdoor, im Verein oder auf diversen Zumba Partys. Ich bin so froh, nun ein kleiner Teil der grossen Zumba Familie zu sein. Und wer weiss, vielleicht konnte ich mit diesem Beitrag ja den einen oder die andere dafuer begeistern.

Versucht es doch einfach einmal selbst, ich kann es nur empfehlen. Anlaufstellen gibt es in jeder Stadt.

Zumbaholiday

Heute ist schon wieder Donnerstag und die Zeit geht mal wieder viel zu schnell rum. Aber ich geniesse gerade alles was um mich herum passiert in den vollsten Zügen.

Sonntag vormittag hat Kai mich noch zum Hotels der anderen Mädels gebracht und dann mussten wir leider Abschied nehmen fuer eine Woche. Natuerlich geschah dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Mit einem Kleinbus wurden wir zu neunt direkt aus der Innenstadt von Antalya abgeholt und fuhren etwas weiter südlich nach Beldibi, genauergesagt ins Crystal Flora Resort. Ein All Inclusive Tempel in einer definite anderen Größenordnung, als ich es bisher gewohnt war.

Wir kamen gegen 12 im Hotel an und alle anderen bekamen schon ihre Zimmer. Dafuer hat sich das Warten aber gelohnt, meine Zimmernachbarin Filo und ich bekamen das einzige Zimmer mit Meerblick. Yay. Wir haben uns total gefreut.

Im wirklich riesengroßen Speisesaal haben wir einen eigenen Zumba Tisch nur fuer uns reserviert. Das Buffet lässt (fast) keine Wünsche offen. Die Auswahl ist gross (Nachtrag nach einer Woche – leider ist alles immer kalt ;-)

Am Nachmittag haben sich alle am Strand versammelt und wir sind auf die anderen getroffen. Ich bin ja die einzige, die zum ersten Mal dabei ist und so lernte ich erst mal alle kennen. Namen muss ich nach und nach lernen. Die Stimmung ist toll und so positiv. Das muss am Zumba liegen. Ich bin fest davon überzeugt.

Da unser Haus fast direkt vorne am Meer liegt, bin ich in der Früh erstmal im Meer schwimmen gewesen. Hier gibt es hunderte von Liegen und es ist kaum zu glauben, aber um halb 8 sind bereits alle mit einem Handtuch reserviert. Wer glaubt sowas machen nur wir Deutschen, der irrt. Hier in der Anlage sind zu 95% russische Staatsbürger.

Morgens und Nachmittags um 10.00 Uhr und 17.00 Uhr ist jeweils eine Stunde Zumba. Ich kann nur sagen, ich bin mittlerweile süchtig nach dieses Rhythmen. Es macht so unglaublich viel spass, dass ich nicht genug davon kriegen kann. Es bringt so viel Lebensfreude und die Freude der anderen überträgt sich total. Ich koennte echt heulen vor lauter Glück.

Wir haben übrigens zu jeder Stunde ein Farbkonzept, am ersten Morgen war es grün.

Nach dem Zumba am Nachmittag gibt es erstmal einen Sekt und danach geht es direkt ins Meer… das übrigens noch sehr warm ist.

Der zweite Abend im Hotel war einfach unglaublich. Nach dem Essen hatte ich so starke Kopfschmerzen und war muede, dass ich eigentlich schon das Handtuch werfen wollte. Auf dem Hotelgelände gibt es eine Art Biergarten mit grosser Bühne, und dort spielt fast jeden Abend eine Liveband. Irgendwie kam es dann, dass die leere Tanzflaeche plötzlich von uns gefüllt wurde und dann ging die Party richtig los. Wir haben getanzt und getanzt. Ich hatte keine Ahnung, wo auf einmal all meine Energie herkommt. Ich konnte es eigentlich gar nicht fassen. Es muss am Zumba liegen. Natuerlich habe ich Bedenken, ob mein Koerper das alles mitmacht, aber solche Momente im Leben sind es wert, bis an seine Grenzen zu gehen … und vielleicht auch ein bisschen darueber hinaus.

Als ich mich fuer den Zumba Holiday angemeldet habe, wollte ich in ein Doppelzimmer gehen, weil es etwas günstiger war. Ich kannte ja bis dahin die wenigsten und hatte noch keine Zimmerpartnerin. Ich bekam Filo „zugelost“ und wir haben uns auf Anhieb verstanden. Schon in Deutschland hat es geklickt. Und hier in Antalya haben wir einen Riesenspass zusammen. Unter unser Outfit of the day ;-)

So ist das also. Ich habe versucht, immer mal wieder ein bisschen zu schreiben. Aber irgendwie kam ich zu nix, die wenige freie Zeit, die ich hatte, habe ich fuer kleine  Schläfchen genutzt. Jetzt stelle ich das ganze hier schnell online. Es gibt noch so viel zu erzählen, aber das hoffentlich dann im naechsten Beitrag :-) Bilder gibt es sowieso ohne Ende.

Vorfreude in Antalya

Freitag Abend sind wir direkt vom Terminal 1 mit der Strassenbahn an den Rand der Altstadt von Antalya gefahren. Es war natuerlich schon  dunkel und wir rollten unser Gepäck durch die sehr belebten und beleuchteten Gassen. Ein bisschen hat mich das Ambiente an Alt-Sachsenhausen erinnert. Entlang einer der Hauptadern drängte sich eine Bar an der anderen und ueberall dröhnte laute Partymusik aus den Boxen. Uns wurde ein bisschen mulmig, weil unser kleines Hotel nur ein paar Strassen weiter sein sollte. Glücklicherweise mussten wir noch ein paar mal links und rechts abbiegen und da wurde es dann ganz ruhig. Das kleine Bacchus Hotel lag am Ende einer Sackgasse und man hoerte nichts mehr.

Am naechsten Morgen nahmen wir unser Frühstück auf der kleinen Dachterrasse mit grandiosem Blick auf das Meer ein. Es gab einen Berg frisch geschnittener Wassermelone, dazu die leckersten Tomaten und Käse in Salzlake, dazu bekamen wir unaufgefordert ein Riesenomelett gebracht.

Ausblick von der Dachterrasse

Spaeter haben wir uns die schöne Altstadt bei Tageslicht angeschaut und viele tolle Ecken entdeckt. Es gab bunte Bazare mit Fälschungen aller bekannten Designermarken, dazu die wunderschönen Moscheen mit ihren Minaretten. Zwischendurch hörte man den Muezzin laut durch die Gassen rufen.

Katzen gibt es hier zu hunderten, normalerweise erkennt man die kastrierten Exemplare immer an einem abgeknipsten Ohr. Hier hatten das allerdings leider die wenigsten und man sah bereits kleinste Katzen mit ihren Jungen. Ach, seufz, am liebsten moechte ich sie alle mit nach Hause nehmen.

Dies ist das Innere der Moschee die ich um oberen Teil dieses Beitrags von Aussen fotografiert habe.
Blick auf den kleinen Bootshafen der Altstadt.
Gerne moechte ich in einem offenen Loft wohnen dann würde ich mir auch einen  grossen und bunten Teppich dieser Art kaufen ☺️

Vom Hafen aus kann man mit einem Aufzug wieder nach oben fahren. Dafuer war ich sehr dankbar, denn trotz dem vielen Sport, den ich in der letzten Zeit mache, habe ich immer noch massive Probleme mit Treppensteigen. Leider verbessert sich das auch nicht. Auch eines meiner zahlreichen Symptome meiner Erkrankung. Ich bekomme dann schlichtweg kaum noch Luft.

BATCAT

Unser Pool am Hotel, klein, aber fein.

Noch kann ich diesen Leckereien widerstehen. Vor etwa 4 Monaten habe ich meine Ernährung ja auf weitgehend zuckerfrei umgestellt. Ab morgen werde ich aber fuer fast eine Woche zum Zumba in einer grossen All Inclusive Anlage untergebracht sein. Laut Aussage der anderen, gibt es dort ebenfalls Berge von Baklava am Buffet. Ich werde mich sicher nicht mehr lange zurück halten können. Ach was solls, ist ja Urlaub 😉

Abends waren wir dann auf Suche nach einem Restaurant und haben außerhalb des Stadtkerns ein typisches türkischen Lokal gefunden, wo wir uns mit Salat, Hühnchen Döner und Kebapspiessen vollgestopft haben, dabei sassen wir im ersten Stock des Lokals und hatten eine wundervolle Aussicht auf die Moschee gegenüber.

Spaeter am Abend kam dann der naechste Schwung der Zumba-Mädels in Antalya an. Wir verabredeten uns kurzfristig und sassen noch eine Weile lachend und quatschend zusammen. Meine Vorfreude auf das folgende Zumba-Event stieg ins unermessliche.

Sonntag morgen haben wir uns nach dem Frühstück einen frisch gepressten Granatapfelsaft gegönnt und dazu die schöne Aussicht genossen. Die Altstadt liegt ja oberhalb einer felsigen Küste und somit ergeben sich immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Meer.

Spaeter haben wir den Rest der Truppe wieder getroffen und haben zusammen Mittag gegessen. Danach war ich schon wieder fertig genug für ein kleines Mittagsschläfchen.

Mit meiner lieben zukünftigen Zimmernachbarin habe ich mich Nachmittags um 4 fuer eine ausgiebige Shoppingtour verabredet. Vorher habe ich mich nochmal kurz im Pool erfrischt. Kai ist derweil alleine losgezogen und wir sind in Richtung eines Bazars gelaufen. Dort wurden wir dann freundlich in einen Laden nach dem anderen verschleppt, und während meine Mitbewohnerin in Windeseile ein Shirt nach dem anderen anprobiert hatte, sah ich staunend zu, wie man richtig handelt. Die Verkäufer tun dann immer so, als ob man ihnen jegliche Geschäftsgrundlage entziehen moechte. Ihr Gesicht wird leidender, aber dadurch ließ sie sich gar nicht beeindruckend. Handeln gehört auf einem Bazaar einfach dazu, und wer nicht mitmacht, der hat was verpasst. So ermutigt, ergatterte ich ein paar sehr gut gefälschte Birkenstocks in pink.

In diese Tasche haben wir uns beide verliebt, aber selbst der Dupe sollte noch 280 Euro kosten. Aber wenn ich so etwas sehe, dann denke ich mir eh immer, dass ich das auch selber kann. Aber wie in den meisten Fällen wird auch diese Projekt auf dem Friedhof der unvollenedeten Ideen landen ;-)

Das wuselige Shoppingerlebnis hat grossen Spass gemacht, doch irgendwann musste ich die weisse Fahne hissen und wir gingen einen Kaffee trinken. Witzigerweeise trafen wir dann zufällig den Rest der Gang.

Zum Ausklang ging es dann nochmal gemeinsam Abendessen. Die Gruppe hat sich wieder um zwei weitere Personen erweitert und ich sage es gerne nochmal: ICH FREUE MICH SOO AUF DIE ZUMBA WOCHE!!!

Türkiye 1.0

Endlich geht es wieder los! Seit Wochen schon spüre ich das sanfte Kribbeln des Travelbugs überall in meinem Kopf. Wir fliegen für zweieinhalb Wochen in die Türkei. Das wird für mich tatsächlich das allererste Mal in diesem Land sein. Komisch eigentlich, denn schon seit frühester Kindheit – und wegen unserer damaligen lieben Nachbarn aus der Türkei – wollte ich immer schon dorthin reisen.


Der Sohn der Nachbarn in Alsfeld hieß Ferit und ich war oft nebenan. Der Vater hat mir immer erzählt, wie schön es dort ist und dass wir unbedingt zu Besuch kommen müssten. Wie gerne wüsste ich, wie es Ferit heute geht!


Sei’s drum, dies ist also meine persönliche Premiere und ich freue mich ganz doll auf ein neues Land.


Angefangen hat die Planung dieser Reise mit meinem relativ neuen Hobby: Zumba. Durch meine ehemalige Arbeitskollegin und Zumba-Instruktorin bin ich schon im letzten Jahr dazu gekommen, aber erst in diesem Sommer ist die Leidenschaft so richtig erwacht.

Mittlerweile gehe ich, wenn es der Gesundheitszustand erlaubt, zweimal die Woche und habe großen Spaß beim Tanzen und der schönen kraftvollen Musik. Das Allertollste ist aber die ganze Community, die ich dadurch kennengelernt habe.


Von meiner Ex-Kollegin Elif wird hier in jedem Jahr eine Zumba-Reise in der Nähe von Antalya organisiert. Im letzten Jahr habe ich noch neidisch alles im Internet verfolgt. Dieses Jahr habe ich mich dann auch angemeldet. Ich bin ja mit Kai, dem Reiseexperten verheiratet und auf ein Stichwort hat er sogleich  einen richtigen Urlaub rund um die Zumba-Woche gebastelt.


Jetzt fliegen wir also erst einmal nach Antalya, dort bleiben wir bis Montag und dann treffe ich die Zumba-Crew in einem größeren Hotel ca. eine halbe Autostunde von Antalya entfernt. In der Zeit erkundet Kai dann die kleine Stadt Kalkan am Meer weiter im Süden. Nach einer Woche treffe ich ihn wieder in Kaş für eine Woche Relaxprogramm.

Gleich geht’s los!


Heute Vormittag sind wir gegen halb elf mit dem Bus zum neuen Terminal 3 gefahren und haben erst einmal ein bisschen gestaunt über das neue und noch fremde Gebäude. Die Beschilderung war noch verwirrend und so sind wir erst einmal rumgeirrt, bevor wir unsere Koffer aufgegeben haben.


Apropos Koffer: Leicht packen kann ich irgendwie nicht mehr. Eine Woche Zumba bedeutet zusätzlich einiges an Sportklamotten und ich konnte mich zuhause überhaupt nicht entscheiden.


Sicherheits- und Passkontrolle gingen ganz flugs und wir konnten uns noch etwas auf den bequemen Loungesesseln ausruhen, bevor es dann um Viertel nach eins ans Gate ging.

Tradition  am Flughafen, Kai duftet sich mit Armani ein.

Aktuell sitzen wir gerade im Flugzeug und somit sind wir in der Gegenwart. Ich lade jetzt noch ein paar Bilder dazu und später geht’s dann online.

Wir freuen uns wie immer über Mitreisende, Kommentare und Nachrichten. Gerne werden auch Tipps für Antalya, Kalkan und Kaş entgegengenommen. Bis dahin, Güle güle!

Abflug in Frankfurt
Landeanflug auf Antalya

Letzter Tag am Lago di Como – Ende des Sommerprojekts Italien 2025 ;-)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich leider schon wieder zuhause auf meinem Lieblingssessel und schwelge noch etwas in Erinnerungen an die vergangenen Tage in Italien. Doch mir ist es wichtig, diesen letzten Beitrag noch zu schrieben, um das Sommerprojekt ;-) Italien 2025 abzuschließen.

Am Montag war das Wetter wieder schöner und Kai hatte zwei Vorschläge in Aussicht gestellt. Entweder eine Wanderung auf den Monte Generoso, oder noch einen Besuch am Comer See. Na gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich die zweite Möglichkeit zur Sprache gebracht. Aber ich liebe nun mal das Wasser und am wunderschönen Lago di Como waren wir auf dieser Reise noch gar nicht. Also ließ sich Kai schnell überreden.

So fuhren wir nach dem Frühstück über Porlezza in den kleinen Ort Menaggio, direkt am See. Auf dem Weg dorthin hielten wir nochmal an einem dieser Megasupermärkte, um ein bisschen unsere Pastavorräte aufzufüllen. Ich weiss ich weiss, gibt es doch alles auch bei uns. Aber nicht in so vielfältigen Formen. Ich mag das einfach so sehr. Und wenn wir schon mal da sind, ein paar der leckeren Limonenradler und die kleinen Fläschchen mit der Bergamotte Limonade helfen einen beim abendlichen Balkonsitzen in Deutschland. Bittersüße Bergamotte Limo mit Sprudelwasser verlängert und ganz viel Eiswürfeln ist ein toller Sommerdrink.

In Menaggio machten wir erst mal ein Kaffeepäuschchen und danach sind wir durch den Ort geschlendert. Es ist dort sehr aufgeräumt und unheimlich voll. Menaggio ist hübsch. Es ist Hauptsaison. Das merkt man abslulolut. Der kleine Ort ächzt unter den Touristenmassen. Dennoch ist es herrlich sommerlich, fast mediterran und wir geniessen den letzten Tag in Bella Italia.

Der Parkplatzgott war uns wohlgesonnen und zufällig hatten wir direkt nebem einem Campingplatz mit Strandzugang geparkt. Dort waren wir uns dann nochmal schnell erfrischen. Die Badesachen haben wir eigentlich immer dabei. Leider keine Gummischuhe und so musste ich ungelenk ins Wasser torkeln. Es mag komisch ausgesehen haben, das Bad im kühlen See war aber dennoch ganz toll.

Zurück in Pellio am frühen Abend trafen wir noch mal auf unsere Mitbewohner auf Zeit und unterhielten uns ein bisschen auf dem schmalen Balkon. Irgendwie waren wir alle aber recht müde, um länger aufzubleiben.

Der Wecker klingelte am Dienstag morgen unbarmherzig um halb 8. Gemein war das, aber es half ja nix. Wir hatten noch nicht wieder gepackt und die Wohnung wollten wir auch etwas reinigen. Es ging aber doch alles recht zügig und um halb 11 sassen wir vollgepackt im Auto auf dem weg zurück nach Hause.

Quer durch die engen Serpentinen runter zum Luganer See, ich winkte nochmal, also wir auf der Autobahn ueber den See in den Tunnel fuhren.

Ach ja, seufz. War das wieder alles schoen. Das Schwimmen im Rhein und der Apero danach, der Familienbesuch in Turin, Gelato, Pasta, Pizza, Aperol Spritz, das Wahnsinnskonzert im Olympiastadion, die ruhige Landluft und die schoenen Abende auf dem Balkon in Pellio, die klare Luft am Nebeltag … wir hätten noch ein Weilchen so weitermachen können.

Heute ist bereits Donnerstag Abend. Die Luft ist lau, der Himmel endlich wieder blau, der Sessel steht auf dem Balkon, ein kühles Getränk an meiner Seite und ein gutes Buch im Anschluss an diesen Beitrag. So kann man es eigentlich auch hier aushalten.

Das wars erst mal wieder von meiner Seite. Das Bloggen macht gerade so viel Spass, vielleicht lasse ich mich demnächst mal dazu hinreißen auch außerhalb unserer Urlaubsreisen etwas zu schreiben ❤️

Alta Valle Intelvi + der italienische Balkon

Sonntag morgen sind wir aufgewacht und alles war weg. Das Dorf und die dahinterliegenden Berge lagen tief verhüllt im Nebel. Die ganze Nacht hatte es schon geregnet und es war herrlich kühl. Der erste Tag auf unserer Reise, wo das Wetter mal nicht so schön war … und dennoch hatte diese verregnet neblige Stimmung auch ihren Charme. Ich finde regnerischen Wetter in den Bergen total schön, vielleicht weil man so weit schauen kann. Zuhause sieht man dann oft nur einen Fetzen des grauen Himmels und das kann dann schon bedrückend wirken.

Eigentlich war für heute eine kleine Wanderung vorgesehen, aber ohne Sicht macht das wenig Freude, daher haben wir es erst mal ruhig angehen lassen. Beim fruehstueck haben wir uns nett mit unseren temporären Mitbewohnern unterhalten. Die beiden studieren ja noch und muessen derzeit viel lernen. Das macht auch vor dem Urlaub nicht halt. Ich erinnere mich noch an diese Zeit und bin froh, dass ich das nicht mehr tun muss 😉 So konnten wir entspannt den Vormittag geniessen. Kai hat gepuzzelt und ich habe gelesen.

Nachmittags hat es uns dennoch nach draussen gezogen. Da das Wetter zwar ein bisschen besser wurde, aber schon wieder Regen angekündigt war, wollten wir nicht so weit weg. Also hat Kai den Aussichtspunkt Balcone D’italia ausgesucht, den man von Pellio in etwa 20 Minuten mit dem Auto erreicht. Wow, was fuer eine Aussicht. Von einem bestimmten Punkt konnte man den ganzen Luganer See überblicken. Das war echt schoen. Vor allem mit den dramatischen Wolken, die ueber See und Bergen hingen, war das ein besonders beeindruckendes Bild.

Wir sind ein bisschen umherspaziert und fanden eine kleine Minikirche, daneben war eine Bank. Von dort beobachteten wir eine Weile die schnell ziehenden Wolkenschwaden und redeten mal wieder über das Leben. Es war ein besonders schöner Moment.

Leider wurde es etwas zu kalt und wir sind eine sog. Baita, eine Art Berghütte, ähnlich unserer Almhütten. Dort kehrten wir ein und da es in Deutschland Kaffee und Kuchenzeit war, bestellte ich einen Cappuccino (schon wieder zu so einer Unzeit ;-) und ein sehr sehr schmackhaftes Tiramisu. Kai hingegen setzte einen Kontrapunkt mit Bier und einem Stück Crostatine mit Aprikose. Jedem das Seine  🤣

Wir fanden heraus, dass wir inmitten eines Skigebietes waren, auf einmal sah ich auch die Skideko an der Hütte. Schneien tut es aber wohl nur noch selten.

An dieser Stelle noch mal eine Ode an das Alta Valle Intelvi. Vor ca. 10 Jahren wurden die umliegenden Gemeinden zu einer größeren Verwaktungeimheit zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem Pellio, Lanzo und San Fedele. Aus Marketing Gesichtspunkten vielleicht gar kein schlechter Zug. Denn die ganze Gegend ist touristisch eher unerschlossen und hat doch so grosses Potential. Es ist ein super Wandergebiet, man kann Ebikes ausleihen, fuer Mountainbiker wahrscheinlich auch perfekt. Auf der anderen Seite erreicht man sowohl den Comer als auch den Luganer See in knapp 30 Minuten. Wenn man dann bei einem Cappuccino am Seeufer sitzt, ist man einer vollkommen anderen Welt.

Was ich damit sagen will, wenn jemand Ruhe und Abwechslung mag, dann koennte dies ein schönes Urlaubsziel sein.

Es begann wieder zu regnen und wir sind zurück in die Wohnung. Am Abend haben die jungen Leute gekocht, wir wollten das eigentlich auch tun. Da die beiden aber soviel übrig hatten, kamen wir noch in den Genuss von frischen Papardelle alla Cacio e Pepe. Sehr lecker. Die Kochbegabung scheint familiar veranlagt zu sein ☺️

Zum Abschluss des Tages sassen wir noch zu viert wie die Hühner auf der Stange auf dem schmalen Balkon und haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Trotzt des nicht so guten Wetters mal wieder ein sehr schöner Tag.

Weiterreise nach Turin

Gestern war mal wieder ein kleiner Umzug angesagt. Basel war ja nur unser Zwischenstop auf dem Weg nach Turin, die Hauptstadt des Piemonts (das mit der Kirsche ;-)

Nach dem Fruehstueck ging die Fahrt zunächst durch die Schweiz. Das bedeutete Berge, soweit man schauen konnte. Links und rechts der Autobahn türmten sich neben satt grünen Wiesen und Feldern die majestätischen Gipfel der Schweizer Alpen auf. Dazwischen gab es gelb leuchtende Sonnenblumenfelder und Bäume mit erntefrischen Aprikosen, welche ueberall am Straßenrand verkauft wurden. Die Fahrt ging  naemlich nicht nur über Autobahnen, sondern führte auch über kleineren Neben- und Passstrassen.

Vorbei am Genfer See erreichten wir irgendwann den schnurgeraden Tunnel, der die Fahrt über den San Bernardino Pass erheblich abkürzte.

Noch mitten im Tunnel befuhren wir wieder das Gebiet der europäischen Union und am Ende wurden wir direkt in den Bergen des italienischen Aostatals ausgespuckt. Irgendwie auch ganz schön wieder in der EU zu sein, und direkt auf preiswerte Datennutzung zurückzugreifen. Da faellt das navigieren deutlich leichter.

Wir hatten wirklich bisher grosses glück mit dem Wetter. Die beiden Tage in Basel waren warm und sommerlich, perfekt zum Schwimmen im Rhein. Unser Reisetag hingegen war eher kühl, bewölkt und minimal regnerisch.

Die gesamt Zeit waren die Strassen wunderbar leer. Etwa zwei Stunden spaeter sahen wir bereits die ersten Wohnblöcke der Stadt und schließlich erreichten wir unser Hotel in Turin. Wir residieren im fünften Stock des Best Western Luxor Hotels, perfekt gelegen am Rand des eigentlichen Zentrums. Die Aussicht aus dem Fenster ist schoen und sehr städtisch. So mag ich das.

Wie immer brauchte ich einen kurzen Nap, um die Batterien wieder aufzuladen. Danach sind wir aber gleich in die Stadt gelaufen. Der Himmel riss wieder auf und wir konnten noch die letzten Strahlen der Abendsonne geniessen. Der erste Eindruck von Turin war schoen, eine grosse Stadt. Die Strassen rund um das Viertel, in dem wir wohnen sind gesäumt von den typischen Laubengängen, die jeder italienischen Stadt ein spezielles Bild verleihen. Unsere erste Suche galt jedoch einem fetten Pott leuchtendroten Aperol Spritz und den dazugehörigen Knabbereien. Da wurden wir aber sehr schnell fündig, nahmen Platz und wurden bedient.

Zwei Dinge sind hier übrigens anders. Hier wird der Spritz gelegentlich noch mit Campari angereichert, was ihm eine bittere Note und ein noch kräftigers Rot verleiht. Ausserdem kommt hier die Knabberei nicht automatisch mit dem Aperitiv, er kostet alleine meist 5-6 Euro. Allerdings gibt es überall den Aperotarif, da kostet das Getränk dann meist etwa 10-12 Euro, dafuer bekommt man aber dazu eine gute Portion diverser Häppchen, dem sogenannten „tagliere“… Das besteht dann aus ein paar Pizzahappen, Tramezzini, Oliven, Bruschette, Schinken, Salami und/oder Käse. Jeder macht es ein bisschen anders. Daher schauen wir Profis immer zuerst auf die Tische der anderen Gäste, bevor wir uns fuer ein Lokal entscheiden ;-)

Zum Abschluss des Reisetages gab es dann fuer mich noch ein sehr sehr leckeres Eis. Da kannste sagen, was du willst, aber so ein gutes Speiseeis wie in Italien gibt es sonst nirgendwo auf der ganzen Welt. Naja, jedenfalls nicht an jeder Strassenecke. Und verglichen mit meinem Eis fuer 11 Dollar in den USA, waren die 4 Euro für die drei Sorten wirklich akzeptabel.

Voll verbaselt

Heute ist Samstag und der zweite Tag unseres kleinen Zwischenstops in Basel. (Blogtitel = weitere Höhepunkt meines kreativen Schaffens)

Eingemietet haben wir uns hier in dem sehr einfachen B&B Hotel und es reicht vollkommen, auch wenn es schoen wäre, sich im Zimmer um die eigene Achse drehen zu koennen ;-)

Heute Morgen gab es zunächst ein kleines Fruehstueck im Hotel und frisch gestärkt wollten wir in Richtung Innenstadt aufbrechen, als mein heissgeliebter sehr städteerprobter rechter Birkenstock Modell Mayari den Geist aufgab, eine Lederschnalle hat es einfach zerbaselt (ha, schon wieder ;-) … Das ist dumm, da wir ja morgen nochmal in einer Stadt unterwegs sind. Musste ich auf anderes weniger blasenfestes Schuhwerk umsteigen.

Den Vormittag haben wir also in der Baseler Innenstadt verbracht und uns dort ein bisschen getummelt. Die Stadt ist wirklich schoen und es gibt einige nette Ecken zu erkunden. Zwischendurch sind wir auf einen Apero eingekehrt und haben den schoenen Tag genossen.

Zurueck im Hotel musste ich erst mal meine Batterien wieder auftanken. Ein kleines Schläfchen war angesagt. Denn ich bin leider mal wieder unfassbar muede. Das ist  gar nicht so schoen und manchmal koennte ich vor lauter Wut ueber diesen dummen Zustand laut schreien. Aber so ist es eben, und die Parole lautet „pacing“… Das heisst immer wieder Pausen einlegen und Ruhe halten.

Am späten Nachmittag gab es dann den eigentlich Höhepunkt des Tages. Ein weiteres Rheinschwimmen stand auf dem Programm. Mit Bus und Bahn ging es erstmal wieder zur Einstiegstelle und dieses Mal war es unglaublich voll. Es ist eben Samstag … und wahrscheinlich Haupturlaubszeit. Aber es war gar nicht so schlimm, im Wasser verläuft bzw. verschwimmt es sich recht gut.

Das langsame schippern auf dem fließenden Wasser war mal wieder wunderschön. So wie gestern. Es ist irgendwie beruhigend und erholsam und dennoch spannend und abwechslungsreich. Ich überlege nun, ob ich mich nicht in Frankfurt als Flussbeauftrage bewerben soll. Aber meine Theorie ist ja, selbst wenn es je gelingen sollte, die Wasserqualität des Mains so zu verbessern, dass man darin baden koennte, käme irgendein deutscher Paragrafenreiter auf die Idee, das ganze zu verbieten, weil ja was passieren koennte. Klar, es kann immer was passieren, aber mit der gleichen Logik müsste man dann auch das Autofahren verbieten, oder das Treppensteigen. Ach was reg ich mich auf. Wird ja sowieso nix. Aber träumen wird man ja noch dürfen ;-)

An der Ausstiegstelle haben wir uns wieder an Land gezogen und uns nach dem Trocknen erst mal ein kühles Badebier genehmigt. Da koennte ich mich dran gewöhnen. Aperozeit ist sowieso die beste Zeit des Tages.

Es war schon wieder spaet, und so langsam meldete sich der kleine Hunger. Wir mussten heute etwas länger suchen, fanden aber doch noch ein nettes Lokal, wo wir uns jeder einen äußerst schmackhaften Rösti gegoennt haben. Meiner war mit Bergkäse und gegrilltem Gemüse, Kai brauchte eine paar Proteine dazu. Beides war auf jeden Fall sehr sehr  lecker. Zum Nachtisch gab es einen Affogato mit hausgemachten Vanilleeis.

Gute Nacht Basel. Schön wars, wir kommen gerne wieder.

Fisch zum Frühstück

Gerade liege ich hier im Bett, es ist Mittwoch Abend, morgen Nachmittag fliege ich zurück nach Deutschland. Ich habe einen Kloss im Bauch!

Ich blicke zurueck auf zwei absolut wunderschöne Wochen, die voll waren mit tollen Erlebnissen, kleinen Abenteuern, grossen Gefühlen und ganz viel Lachen. So stark lachen, dass einem der Bauch weh tut. Meine Freundschaft zu Frau Z. besteht nun seit mehr als 32 Jahren. Wir haben festgestellt, dass wir schon verdammt lange nicht mehr so viel Zeit nur fuer uns beide hatten. Das war einfach nur besonders.

Die Tage hier waren randvoll mit Eindrücken und ich bin so froh, dass ich hier im Blog einen Platz habe, diese sauber wegzusortieren und später nach Bedarf wieder abrufen zu können.

Noch einmal schlafen, dann setzt sich der grosse Flattermann wieder in Bewegung und bringt mich zurueck nach Hause. Und das ist ja das tollste daran, trotz der wunderschönen Zeit hier, freue ich mich doch ganz arg darauf, meinen Kai und die beiden Schmusetiger wieder in die Arme nehmen zu koennen.

Gestern Abend waren wir ein letztes Mal auf der anderen Seite der Bucht und haben Mr. W besucht. Wir haben zu dritt leckere Tortillas mit vegetarischer Füllung zubereitet und dabei sehr viel Spass gehabt. Irgendwann stellte er die Musik lauter und wir fingen an zu tanzen. Mr. W hat eine ganze Sammlung diverser Trommel und Percussioninstrumente. Die wurden dann auch im Takt der Musik benutzt und es gab Gelächter ohne Ende. Und das alles ohne den Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen 🤣

Für heute und zum Abschluss hat sich Frau Z noch mal etwas ganz besonderes einfallen lassen. Wir sind zum Frühstück in eins der besten und urigsten Fischlokale gegangen, die San Francisco zu bieten hat.

Das Swans Oyster Depot ist eine Institution. Das längliche Lokal ist durch eine lange Theke mit hellem Marmorbelag geteilt, auf der einen Seite sitzen die Gäste wie Perlen auf einer Schnur, auf der anderen Seite wuseln mindestens 10 Männer aller Nationalitäten und bereiten die leckersten Fischgerichte zu. Der Fisch kommt fangfrisch jeden Morgen ins Lokal. Als Vorspeise gab es den berühmten Clam Chowder mit Sauerteigbrot und dazu einen frisch gebrühten Kaffee. Es war ja schließlich noch Frühstückszeit.

Nach dem leckeren Eintopf hat uns der ehemalige Schulkameraden vom kleinen P (der arbeitet dort) verschiedenen rohen Fisch aufgeschnitten, der so frisch und butterig weich geschmeckt hat, dass einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist. Rohen Fisch muss man mögen, aber wer Sushi mag, kommt hier auf seine vollen Kosten.

Wir sind extra früh hingegangen, weil draussen immer schnell eine lange Warteschlange entsteht. Wir waren sogar so früh, dass wir direkt reingehen konnten. Denn als wir später das Lokal verließen, bildete sich entlang der Häuser bereits eine Menschenkette.

Den restlichen Tag hat Frau Z gearbeitet und ich habe mit dem Packen angefangen. Meine Methode ist immer, erst mal alles zusammenzutragen und ordentlich im mich herum auszubreiten. Schon da wurde mir klar, dass es Schwierigkeiten geben könnte. Auweia, was habe ich mir nur dabei gedacht 🤣 Die vielen tollen Sachen fuer mein neues Hobby sind eben hauptsächlich in Amerika zu bekommen, von daher habe ich das schamlos ausgenutzt. Dazu ein paar Klamotten, Geschenkchen fuer meinen Mann und allerlei Kinkerlitzchen …  da wurde mir dann irgendwann klar, daß ich ein Problem hatte. Die Sachen passten unmöglich in meinen Koffer. Ich war etwas verzweifelt und schaute im Internet nach einem zusätzlichen Gepäckstück für den Rückflug nach. Mal abgesehen davon, daß ich mir irgenwas hätte kaufen müssen, kostete das auch noch 99 Euro mehr. Da hätte ich mir den Krempel ja gleich in USA nach Hause bestellen können … aaaaargh.

Frau Z kam aus dem Büro zurück und hatte die rettende Idee, wir machten kurzfristig einen Koffertausch. Ich ließ meinen Koffer bei ihr, den bringt sie dann beim nächsten Besuch nach Deutschland mit und ich bekam ihren Riesenkoffer, der so groß ist, daß er gerade so die Gepäckbestimmungen der Airline einhält. Dann hat aber alles gepasst und ich war erleichtert.

Später am Abend sind wir auf meinen persönlichen Wunsch noch mal zum Ocean Beach gefahren, meinem absoluten Lieblingsort in der Stadt. Der Himmel war malerisch verwolkt und so bekamen wir noch mal das schönste Licht, während die Brandung des Meeres laut tösend die Geräuschkulisse dazu bot. Es war noch mal traumhaft schön.

Donnerstag früh erwachte ich mit sehr schwerem Herzen und voller Wehmut und Abschiedsschmerz (kleiner hab ichs leider nicht ;-) … aber das ist bei mir normal, große Gefühle, großer Genuß und das ganze Gefühlschaos.

Wir sind um 10 ein letztes mal zum Zumba gegangen und ich konnte mich vor dem langen Rückflug nochmal ein bisschen auspowern. Vielleicht nicht mein Lieblingssong, aber Apatapaptappapapapa oder wie das heißt (Rosé und Bruno Mars ;-) wird mich für alle Zeiten an Zumba am Meer in San Francisco erinnern.

Irgendwann war es dann soweit und es hieß Abschied nehmen. Frau Z hat mich noch zum Flughafen gebracht und lustigerweise haben wir noch am Flughafen unsere beiden Gastgeber von der Party am Sonntag in Berkeley getroffen. Die haben gerade Ihren Sohn verabschiedet, der eine Rundreise durch Europa macht. Es ging auf einmal alles ganz schnell und ich fand mich winkend auf der anderen Seite der Glaswand.

Zeitsprung: Es ist Montag Abend, ich sitze gerade in Frankfurt am Computer, während ich diesem Beitrag den letzten Schliff verleihe. Der Jetlag ist mal wieder ganz besonders grausam und mein Körper ist vollkommen verwirrt. Müde ist gar kein Ausdruck. Aber das wird hoffentlich bald rum sein. Kai hat mich am Flughafen mit einer roten Rose abgeholt, denn schließlich war Freitag unser 10. Hochzeitstag. Verrückt.

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, schön wars wieder, ein unvergesslicher Urlaub. Vielen Dank fürs Mitreisen, es war mir ein Vergnügen.

Und … stay tuned … denn schon in drei Wochen geht es weiter nach Italien …

Fahrrad Glück auf 45 Kilometer in San Francisco

Am Dienstag stand noch mal ein absolutes Highlight der Reise an. Ich hatte es schon die ganze Zeit vorgehabt, aber die Woche zuvor war ich viel zu müde und danach waren wir ja unterwegs entlang der Küste.

Obwohl das Wetter kalt, neblig und windig war habe ich es zum Glück dennoch gemacht. Ich habe mir ein Ebike ausgeliehen, fuer einen ganzen Tag.

Gebucht habe ich es online, nachdem ich zuvor etwas recherchiert hatte und die Bewertungen bei Dandyhorse Bikes an der Ecke Haight/Shrader sehr gut waren.

Ich würde dort total freundlich empfangen und bekam eine kurze Einweisung, eine Route per GPS aufs Handy platziert und schon konnte es losgehen.

Die Fahrt führte zunächst durch den Golden Gate Park in Richtung Ocean Beach, dort angekommen, wich ich kurz von der vorgegeben Route ab, um einen kurzen Stop im Java Beach Café einzulegen. Das hatte sentimentale Gründe die sehr privat sind und die ich hier nicht weiter erläutern möchte ;-)

Weiter ging es am laut tösendem Pazifik entlang in Richtung Cliff House und einem wunderschönen Aussichtspunkt namens Lands End. Ich durchquerte den Presidio Park, und näherte mich langsam der Golden Gate Bridge. Schon von weitem hatte man immer wieder tolle Ausblicke auf die leuchtend rote Hängekonstruktion. Der Blick wurde durch den wabernden Nebel noch besser. Die Stadt ist für den Nebel bekannt, vor allem die Sommer sind hier immer wieder neblig und kalt.

Die Route wollte es, dass ich die Brücke mit dem Rad überquerte. Das habe ich gemacht. Die einfache Länge beträgt etwa 3 1/2 Kilometer. Am anderen Ende erwarten eine dann ein schöner Aussichtspunkt mit Fotogarantie. Hier war ich auch schon öfter und alte Erinnerungen werden wieder wach. Die Stadt ist voll davon.

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Zurück auf der Halbinsel fuhr ich die Küste entlang zu Chrissy Field, einem ehemaligen Militärflughafen und jetzigem Naherholungsgebiet mit Stränden und Grünflächen.

Auf der Weiterfahrt reihte sich Pier an Pier, bis ich schließlich das bekannte Pier 39 erreichte, dass die sogenannte Fishermans Wharf beheimatet. Dort wohnen auch die Seelöwen, die die  Touristen aus aller Welt so gerne besuchen. Und auch ich hatte mir fest vorgenommen, Ihnen nach fast 30 Jahren mal wieder einen Besuch abzustatten. Sie sehen aber auch so drollig aus und machen grossen Lärm. Auch für den Geruchssinn ist etwas dabei, denn es riecht sehr sehr  …  fischig eben. Man könnte ihnen ewig zuschauen bei ihren gesellschaftlichen und zwischenseehundlichen Auseinandersetzungen.

Später auf der Weiterfahrt gab es einen Höllenlärm, die Sirene heulte so laut, dass ich schon das schlimmste befürchtete, eine schwarze interessant aussehende Stahlkonstrukion tat sich auf. Es stellte sich als Brücke heraus, und ich schloss, dass der Lärm wohl das Warnsignal vor dem Hochklappen sein sollte. Ich bekam direkt Mitleid mit den Anwohnern. Aber es war spannend zu beobachten, wie sich der Koloss in die Höhe hob.

Ich kam am Oracle Park vorbei, dem Baseball Stadion der San Francisco Giants, und spaeter auch an der  neugebauten Basketball Arena der Golden State Warriors.

Irgendwann endete die Strecke am Meer und die Fahrt ging wieder stadteinwärts. Ich durchquerte Gegenden in denen ich noch nie war. und leider wurde die Zeit ein bisschen knapp, so dass ich nicht mehr so richtig anhalten wollte und mir die Umgebung genauer ansehen konnte.

Im bekannten Mission District überqierte ich wieder die grosse Market Street und fuhr die letzte Etappe quer durch die schönsten Strassen des Hayes Valley zurueck zum Ausgangspunkt meiner Tour.

Es ging nochmal steil bergauf, aber dank Elektro Unterstützung ging das ganz gut, obwohl man bei den steilen Anstiegen teilweise noch richtig strampeln musste.

Die Tour war insgesamt ca. 45 Kilometer lang, ging über 500 Höhenmeter und hat mit vielen Pausen etwa 5 Stunden gedauert. Gekostet hat der Spass inklusive Tax und Versicherung 85 dollar und es war jeden einzelnen Cent wert. Denn diese Tour war eine der schönsten Dinge, die ich in San Francisco je gemacht habe. Absolutes Wiederholungspotenzal und uneingeschränkte Weiterempfehlung meinerseits.