Ich weiss ich weiss, ich war doch gerade erst unterwegs. Aber wie das Leben so spielt, sind wir es jetzt schon wieder. Grund dieser Reise ist dieses Mal mein Geschenk zu Kais 60. Geburtstag im letztem Jahr. Ich hatte ihm Konzertkarten fuer Marco Mengoni geschenkt, irgendwo in Italien, den Ort durfte er sich aussuchen. Seine Wahl fiel auf Turin, und da spielt der Herr Mengoni naechste Woche. Da das mitten in der Woche liegt, haben wir die Wochenenden noch dazu genommen und wo wir schoen mal unterwegs sind, haben wir dann einen richtigen Urlaub daraus gebastelt.
Unseren ersten Zwischenstop habe ich mir schon lange sehnlichst gewünscht. Jedes Mal wenn man im Sommer in Richtung Süden bei Basel ueber den Rhein fährt, sieht man die ganzen Köpfe aus dem Fluss herausschauen. Da schwimmen ganze viele Menschen drin rum, einfach so, mitten in der Stadt.
Meine damalige Recherche hat ergeben, dass das Rheinschwimmen in Basel eine lange Tradition hat. Da ich eine alte Wasserratte bin wollte ich das so gerne auch mal probieren.

Auf dem Rueckweg einer Italienreise von vor ein paar Jahren haben wir dann mal eine Nacht in Basel verbracht. Tradition ist es, sich in den Fluss plumpsen zu lassen und sich einfach mit der relativ zügigen Strömung treiben zu lassen. Dabei muss man all seine Klamotten mitnehmen und dafür braucht man einen wasserdichten Trockensack. In Basel auch unter dem Namen Wickelfisch käuflich zu erwerben. Damals waren wir noch zu geizig, um mal eben 70 Franken dafuer hinzulegen. Zumal Kai auch sowas zuhause hat.
Nun ja, lange Rede kurzer Sinn, wir haben uns jetzt doch zwei dieser Säcke im Internet bestellt und damit stand dem Paddeln im städtischen Ambiente nichts mehr im Weg.
Heute morgen sind wir gegen 10 in Frankfurt losgekommen und waren um zwei bereits in der Schweizer Grenzstadt. Nach einem kurzen Schläfchen im Hotel sind wir am späten Nachmittag mit der Tram zum Fluss. Die allgemeine Einstiegstelle in die ca. 3km lange Strecke quer durch die Stadt befindet sich am Tinguely Museum. Dort gibt es einen kleinen Strand, von dem aus man bequem ins Wasser gehen kann. Eilig haben wir alle Habseligkeiten in den Plastiksaecken verpackt, wobei das Handy nochmal eine doppelte Sicherung mit einer wasserdichten Hülle bekam.


Die Wassertemperatur beträgt aktuell angenehme 25°C und so stürzten wir uns schnell in die Fluten. Ab da war dann nur noch sanftes Treiben angesagt. Es war einfach GRANDIOS, WUNDERVOLL, FANTASTISCH. Wir haben es absolut geliebt. Man braucht kaum Kraft und hält sich an seinen Habseligkeiten fest und geniesst die Tour. Vorbei geht es an kleinen Stadtstränden, alten Fischerreusen und schoenen Bauwerken, entlang des Flusses gibt es immer wieder tribünenartige Sitzgelegenheiten, Treppen zum Ein- und Ausstieg und ueberall waren Cafés und sonstige Lokale zu sehen. Es war ein wunderschöner wärmer Sommertag bei angenehmen 30°C und strahlend blauem Himmel. Es war belebt, aber nirgends zu voll. Ab und zu musste man mal eine der Fähren beachten, aber grundsätzlich ist auch das ungefährlich wenn man schwimmen kann.
Nach fast 3km sind wir dann an einer Stelle wieder ausgestiegen und zur Belohnung gab es erstmal ein kaltes Bier. Sommer 2025! So muss das sein.

Meine Sachen sind uebrigens alle trocken geblieben, Kais Tasche hatte allerdings ein kleines Loch und so war seine Hose vollkommen nass. Aber auch die war in der Sonne schnell getrocknet.

Auf dem Rueckweg sind wir noch in einer gemütlichen Pizzeria gelandet und haben bei italienischer Musik den wunderschönen Sommertag ausklingen lassen. Basel ist eine ganz tolle Stadt mit einer tollen Atmosphäre und fuer eine Städtereise uneingeschränkt empfehlenswert.
