Koalas, Delfine, Wasserdrachen und Pfannenpizza in Byron Bay

So langsam sind die Tage auf unserem kleinen Roadtrip entlang der australischen Ostküste gezählt. Morgen Nachmittag werden wir bereits unser Ziel Sydney erreicht haben. Aktuell sind wir aber noch auf dem Weg zu unserem letzten Übernachtungsstopp vor der Metropole. Es ist ein merkwürdiges Gefühl: Wir genießen den Komfort der wechselnden Hotels und das Auspacken der Koffer an immer neuen, schönen Orten sehr, aber die Gewissheit, dass Sydney die letzte Station ist, schwingt nun bei jedem Kilometer mit.

Zwei wunderbar entspannte Tage in Byron Bay liegen hinter uns.  Kaum haben wir uns an den Vibe eines neuen Ortes gewöhnt, zieht es uns weiter. Wie immer hätten wir auch hier liebend gerne noch ein paar Tage drangehängt, um einfach nur aufs Meer zu schauen und die Seele baumeln zu lassen.

Am Freitagmorgen hieß es: Abschied nehmen von Brisbane. Die Fahrt aus der Stadt heraus verlangte uns durch den dichten Verkehr erst einmal einiges an Geduld ab, doch kaum lag das Stadtgebiet hinter uns, wurde es auf den Straßen Richtung Süden merklich ruhiger – und das Fahren endlich wieder entspannter.

Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir unser Ziel: den Byron Bay Discovery Park. Es ist eine dieser weitläufigen Anlagen, eine Mischung aus klassischem Campingplatz feststehenden Hütten, in denen man alles findet, was das Outdoor-Herz begehrt. Schnell war klar: Das hier ist ein echtes Paradies für Familien mit kleinen Kindern, im Reisejargon bedeutet das, es war ein ordentliches Gewusel und Kindergeschrei.

Wir bezogen ein kleines modernes Häuschen an einem der Teiche mit kompletter Ausstattung und zwei Schlafzimmern. Besonderes Feature: im Teich sprudelt eine Fontäne so laut, dass es jenes Gebrüll übertüncht hat 😂

Vor der Tür empfing uns übrigens ein freundlich dreinblickender Australian Waterdragon. Die sind echt so süss. Leider auch sehr scheu.

Mittlerweile sind wir ein total eingespieltes Team. Jeder Handgriff sitzt, fast so, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Während einer von uns die pinkfarbene Kühlbox ausräumt – unser treuester Begleiter, den wir direkt zu Beginn in Cairns erstanden haben –, kümmert sich der andere um die restlichen Vorräte.

Sobald der Duft von frischem Kaffee durch den Raum zieht, beginnt unsere ganz eigene Routine: Ich unterziehe wie immer die Matratzen einem kritischen Check, während Kai direkt den Pool inspiziert.

Den Nachmittag haben wir genutzt, um ein wenig durch den Ort zu bummeln und später am Strand die Meeresluft zu genießen. Wie fast überall auf unserer bisherigen Reise durch Australien begleiten uns auch hier zahlreiche Eukalyptusbäume – die einzige Lebensgrundlage der wohl süßesten Beuteltiere der Welt.

Überall am Straßenrand sieht man die Warnschilder, die zur Vorsicht mahnen, doch in den Baumkronen selbst sind die Koalas extrem schwer zu entdecken. Ihr graues Fell ist die perfekte Tarnung zwischen den Baumstämmen und den dichten Blättern. Meist klammern sie sich so eng und unbeweglich an die Äste, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um nicht einfach an ihnen vorbeizulaufen.

Umso aufgeregter war ich, als wir plötzlich eine kleine Gruppe von Leuten entdeckten, die alle mit gereckten Hälsen nach oben in die Baumkronen starrten. Ein untrügliches Zeichen: Da muss was sein!

Bereitwillig versuchte man uns die Stelle zu zeigen, aber ich tat mich anfangs wahnsinnig schwer, in dem Wirrwarr aus Ästen und Blättern den kleinen graue „Bären“ zu entdecken. Doch dann, plötzlich, fokussierte mein Auge ihn – und die Freude war riesig. Ist er nicht einfach unfassbar putzig?

Für den Abend hatten wir uns ganz optimistisch eine Tiefkühlpizza mitgenommen. Ich war mir sicher, dass wir in unserer Unterkunft wieder so eine praktische Kombi aus Backofen und Mikrowelle vorfinden würden, wie wir sie schon öfter hatten. Tja, falsch gedacht: Es war nur eine ganz normale Mikrowelle vorhanden.

Eine kurze Internet-Recherche später die verblüffende Lösung: Die Pizza zuerst in der Mikrowelle auftauen und anschließend in einer heißen Pfanne knusprig anbraten. Wer hätte das gedacht? Ich war skeptisch, aber was soll ich sagen: Es hat tatsächlich funktioniert! Ein echtes Roadtrip-Lifehack-Abendessen, das am Ende viel besser schmeckte als erwartet.

Für den nächsten Tag hatte ich mir ganz bewusst eine Ruhepause verordnet. Auf einer so langen Reise ist das für mich einfach essenziell – ohne diese Inseln der Erholung würde ich irgendwann nur noch erschöpft in der Ecke liegen. Während Kai also alleine loszog, um den nahegelegenen Strand zu erkunden, habe ich mir eine ganz andere Art von Auszeit gegönnt: Ich habe den ganzen Vormittag mit meinen Journaling-Freundinnen aus der ganzen Welt gezoomt.

Das Schöne an der Reise ist ja auch, dass sich die Zeitverschiebung mal zu meinem Vorteil dreht. Zu Hause in Frankfurt finden die Treffen meist weit nach Mitternacht meiner Zeit statt, was für mich kaum machbar ist. Hier in Australien hat es zeitlich endlich mal perfekt gepasst! Es wurde unglaublich viel gelacht und der kreative Austausch hat mir total gutgetan.

Und während ich meine Akkus aufgeladen habe, hat Kai diese fantastischen Aufnahmen am Strand gemacht. Sieht das nicht toll aus?

Am späteren Nachmittag stand noch ein kleines Highlight auf dem Plan: die Fahrt hoch zum Byron Bay Lighthouse. Ich muss wirklich sagen, dass dies einer der schönsten Leuchttürme war, die ich jemals gesehen habe – strahlend weiß vor diesem tollen Abendhimmel.

Kurz dahinter befindet sich der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Und genau dort passierte es: Wir konnten tatsächlich Delfine im Wasser entdecken! Kreisch! Wow, was für ein magischer Moment. Ein Tag, an dem man Delfine in freier Wildbahn sieht, kann einfach kein schlechter Tag sein. Wenn diese eleganten Kreaturen so spielerisch und wellenartig durch das Meer gleiten, macht das einfach glücklich. Ein perfekter Abschluss für unsere Zeit in Byron Bay.

We ❤️ Brisbane

Heute ist Freitag, wir haben noch eine ganze Woche in Australien. Wir sind gerade aus Brisbane herausgefahren und haben noch knapp eine Stunde vor uns bis zu unserem vor-vorletzten Stop auf der Strecke nach Sydney. Ich nutze die Zeit zum Schreiben und Kai kämpft sich durch den echt dichten Verkehr am Freitag Vormittag. Dieser ist neu für uns in Australien. Bisher hatten wir nur leere Strassen.

Gestern hiess es also mal wieder Abschied nehmen. Fällt mir ja jedesmal ein bisschen schwer, wenn ich etwas so sehr mochte. Kaum auszudenken, wie schwer mir der Abschied von diesem wundervollen Kontinent fallen wird *schluchzt-jetzt-schon* 😂

Wir waren im 11. Stock des Grand Chancellor Hotels untergebracht und freuten uns über die spektakuläre Aussicht auf die Skyline der Großstadt. Wir sind ja echte Gewohnheitstiere und deshalb ging Kai mal wieder hoch an den Pool und ich? Richtig ich machte ein Schläfchen.

Frisch erholt sind wir mit einem der kostenlosen Busse in die Innenstadt gefahren. Dort habe wir ein bisschen geshoppt, fuer jeden von uns gabs ein neues T-Shirt. Damit konnten wir uns aber nicht so lange aufhalten, denn das grosse Shopping wird in Sydney stattfinden, wo wir ja ganze vier volle Tage sind.

Danach sind wir vor zum Fluss gelaufen und über die Victoria Brücke zur anderen Seite gegangen. Auch hier in Brisbane naht ja der kommende Winter, aber irgendwie spürt man für unsere Verhältnisse nichts davon. Es waren ca. 30 Grad und Sonne, dazu ein leichtes Lüftchen und trocken. Ein perfekter Sommertag haette ich gesagt.

Am Fluss gibt es einen kleinen Park, in dem der Regenwald nachempfunden ist. Dort gab es auch gemütlich dreinblickende Echsen.

Oben auf dem Bild zu sehen die blauen Fähren. Die sind recht schnell unterwegs und bringen einen fuer nur 50 Cent quer durch die Stadt.

Auch hier in Brisbane gibt es einen riesengroßen öffentlichen und vor allem offenen Pool. Kostenlos und fuer alle nutzbar und direkt zugänglich. Die Australier sind echt verrueckt. 😂 Sowas tolles gäbe es bei uns sicher nie. Ich frage mich dann immer wieder warum diese Dinge hier so gut funktionieren und es das sonst fast nirgends gibt. Kostenloser ÖPNV in der Innenstadt. Sicher nicht die schlechteste Idee, wenn man den Autoverkehr in den Innenstädten reduzieren will.

Am Abend kam dann das Highlight des Tages. Ein Moment, so wunderschön, dass ich ihn unbedingt hier festhalten moechte. Nachdem wir noch einen Aperitiv genommen hatten, sind wir mit der Fähre quer ueber den Fluss bis hinter die Storey Bridge gefahren. Es war noch sehr lau, wie an einem schoenen Sommerabend in Deutschland. Wir setzten uns nach oben und ließen die beeindruckende Skyline an uns vorbeiziehen. Das haben wir beide mit allen Sinnen genossen.

Die Brücke war sehr schön illuminiert und als wir ausstiegen, waren wir schon mitten im Trubel. Zu Beginn ein paar tribünenartige Steinstufen, auf denen die Brissies auf Sitzsäcken fläzten und ihre Drinks genossen. Danach eine laaaaaange Restaurantmeile, hunderte Meter am Wasser entlang gab es ein Lokal nach dem anderen. Wir hatten die Qual der Wahl und fanden schließlich einen Platz direkt vorne am Wasser mit Blick auf die Skyline. Wow, das war wirklich mal ein beeindruckender Spot fuer ein Dinner.

Unten dann noch mal zum Abschluss den Blick aus unserem Hotelzimmer im 11. Stock.

Keine Ahnung wieviele Schritte wir heute gelaufen sind. Wir hatten ja nur diesen einen Tag in Brisbane. Aber wir waren beide der Meinung, dass wir das beste daraus gemacht haben. Natuerlich, der Einblick war kurz, aber er hat Lust auf mehr gemacht.

Endlich geht die Reise los ;-)

Irgendwie fuehlt es sich so an, als wären wir schon wieder ewig unterwegs. Dennoch geht der richtig grosse Teil unserer Australienreise jetzt erst los. Wir planen innerhalb der naechsten zweieinhalb Wochen von Cairns entlang der Gold Coast bis nach Sydney zu fahren. Uns ist bewusst, dass das ein straffes Programm ist, aber der Veranstalter hat es uns so vorgegeben. Ach ja, der Veranstalter, das ist natuerlich Kai. Er hat die komplette Reise geplant, gebucht und ist nun mein persönlicher Reiseleiter. Ich werde mich ab jetzt mit Lob und Beschwerden aller Art direkt an ihn wenden ;-)

Nachdem wir uns von unserem netten Hostel verabschiedet hatten, sind wir mit dem Uber in die erste Behausung der selbstgeführten Mietwagenrundreise (so nennt man das bei den Profis ;-) gefahren. Es ging nur etwa 4 Kilometer weiter südlich ins Zentrum von Cairns. Dort bezogen wir ein Zimmer im vierten Stock des Plaza Hotels.

Dort angekommen habe ich erst mal wieder einen Glücksanfall gehabt. So sehr freute ich mich ueber das geräumige, lichtdurchflutete Zimmer, welches einen direkten Gegensatz zu unserer Behausung der letzten fünf Tage darstellt. Gefreut habe ich mich vor allem deswegen, weil ich mich wirklich mach Ruhe gesehnt habe. Im Hostel war immer was los und scheinbar sehnte ich mich nach etwas mehr Einsamkeit. Kai ist direkt unten an den Pool gegangen, während ich erst mal ein Schläfchen mit Aussicht genossen habe. Das war herrlich.

Nachmittags konnten wir endlich unseren Mietwagen abholen. Dazu mussten wir wieder mit dem Uber an den Flughafen fahren. Ich fragte den Fahrer, ob denn morgen (also) Ostermontag auch ein Feiertag in Australien sei, da antwortete er „it is, but you know, everyday is a holiday in Australia“

Unser hochmodernes Gefährt für die Rundreise. Wir mussten beide erst mal das Innere des Fahrzeugs studieren, bevor wir in der Lage waren, unsere Telefone direkt mit dem Bildschirm zu spiegeln. So koennen wir auch direkt das Navigationssystem vom Handy benutzen. Übrigens, wahre Geschichte, sind wir beide erst mal instinktiv auf die falsche Seite gelaufen. Hier ist aber alles andersrum und so lachten wir und stiegen jeweils korrekt ein.

An unserem allerletzten Abend in Cairns waren wir später noch ein bisschen am Meer und im Ort unterwegs. Dabei haben wir diesen tollen Spot fuer den Aperitiv entdeckt. Wir fläzten uns auf weichen Sitzsäcken und freuten uns, dass wir noch fast drei Wochen haben, bis wir wieder nach Hause müssen. Wie schön.

Hier steht nochmal symbolisch das Bild des ca. 100m langen und 50m breiten, frei zugänglichen und kostenlosen Pools fuer Jedermann. Denn kostenlos ist ein großes Ding in Australien. Der Pool ist nicht nur kostenlos, sondern auch direkt nutzbar, ohne Zäune und Grenzen, er wird überwacht und alles ist sauber und gepflegt. Überall gibt es kostenlose Grillpläze, gepflegte öffentliche Toiletten und ganz oft sind Museen kostenlos. In Melbourne war der gesamte öffentliche Nahverkehr im Central Business District kostenfrei. Wirklich verrückt. Die machens einfach. Und die Menschen nehmen es an.

Am Ende des offiziell ersten Tages der Rundreise ging es relativ früh in die wölkchenweichen Hotelbetten. Denn am Montag geht es dann so richtig los 😂 und unsere Vorfreude ist riesig.

Was bisher geschah …

Vor ziemlich genau 12 Jahren haben Kai und ich uns eine dreimonatige Auszeit in Form eines kleinen Sabatticals gegoennt. Ein Jahr vorher habe ich dafuer bereits das Gehalt angespart und als es dann Anfang Februar 2014 endlich losging waren wir voller Vorfreude auf 4 Wochen Thailand, 2 Wochen Malaysia und 6 Wochen Australien.

Leider kam alles ganz anders und als mich am 12. Maerz 2014 am Strand von Georgetown ein Makake gebissen hat, ist der Traum zerplatzt. Was folgte, war eine schwere Entzündung, 3 Wochen Krankenhaus in Singapur, mehrere Operationen, starke Schmerzen, eine Hauttransplatation und viele viele Tränen.

Damals haben wir uns vorgenommen, diese Reise irgendwann zu Ende zu bringen. Auch wenn schon so viel Zeit vergangen ist und  jetzt „nur“ 4 Wochen geplant sind, habe ich beschlossen, dass dies nun die offizielle Fortsetzung des Sabatticals von damals ist. Und natuerlich sind De Maulwurf und Herr Mülla auch wieder mit von der Partie.

Letzter Tag am Lago di Como – Ende des Sommerprojekts Italien 2025 ;-)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich leider schon wieder zuhause auf meinem Lieblingssessel und schwelge noch etwas in Erinnerungen an die vergangenen Tage in Italien. Doch mir ist es wichtig, diesen letzten Beitrag noch zu schrieben, um das Sommerprojekt ;-) Italien 2025 abzuschließen.

Am Montag war das Wetter wieder schöner und Kai hatte zwei Vorschläge in Aussicht gestellt. Entweder eine Wanderung auf den Monte Generoso, oder noch einen Besuch am Comer See. Na gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich die zweite Möglichkeit zur Sprache gebracht. Aber ich liebe nun mal das Wasser und am wunderschönen Lago di Como waren wir auf dieser Reise noch gar nicht. Also ließ sich Kai schnell überreden.

So fuhren wir nach dem Frühstück über Porlezza in den kleinen Ort Menaggio, direkt am See. Auf dem Weg dorthin hielten wir nochmal an einem dieser Megasupermärkte, um ein bisschen unsere Pastavorräte aufzufüllen. Ich weiss ich weiss, gibt es doch alles auch bei uns. Aber nicht in so vielfältigen Formen. Ich mag das einfach so sehr. Und wenn wir schon mal da sind, ein paar der leckeren Limonenradler und die kleinen Fläschchen mit der Bergamotte Limonade helfen einen beim abendlichen Balkonsitzen in Deutschland. Bittersüße Bergamotte Limo mit Sprudelwasser verlängert und ganz viel Eiswürfeln ist ein toller Sommerdrink.

In Menaggio machten wir erst mal ein Kaffeepäuschchen und danach sind wir durch den Ort geschlendert. Es ist dort sehr aufgeräumt und unheimlich voll. Menaggio ist hübsch. Es ist Hauptsaison. Das merkt man abslulolut. Der kleine Ort ächzt unter den Touristenmassen. Dennoch ist es herrlich sommerlich, fast mediterran und wir geniessen den letzten Tag in Bella Italia.

Der Parkplatzgott war uns wohlgesonnen und zufällig hatten wir direkt nebem einem Campingplatz mit Strandzugang geparkt. Dort waren wir uns dann nochmal schnell erfrischen. Die Badesachen haben wir eigentlich immer dabei. Leider keine Gummischuhe und so musste ich ungelenk ins Wasser torkeln. Es mag komisch ausgesehen haben, das Bad im kühlen See war aber dennoch ganz toll.

Zurück in Pellio am frühen Abend trafen wir noch mal auf unsere Mitbewohner auf Zeit und unterhielten uns ein bisschen auf dem schmalen Balkon. Irgendwie waren wir alle aber recht müde, um länger aufzubleiben.

Der Wecker klingelte am Dienstag morgen unbarmherzig um halb 8. Gemein war das, aber es half ja nix. Wir hatten noch nicht wieder gepackt und die Wohnung wollten wir auch etwas reinigen. Es ging aber doch alles recht zügig und um halb 11 sassen wir vollgepackt im Auto auf dem weg zurück nach Hause.

Quer durch die engen Serpentinen runter zum Luganer See, ich winkte nochmal, also wir auf der Autobahn ueber den See in den Tunnel fuhren.

Ach ja, seufz. War das wieder alles schoen. Das Schwimmen im Rhein und der Apero danach, der Familienbesuch in Turin, Gelato, Pasta, Pizza, Aperol Spritz, das Wahnsinnskonzert im Olympiastadion, die ruhige Landluft und die schoenen Abende auf dem Balkon in Pellio, die klare Luft am Nebeltag … wir hätten noch ein Weilchen so weitermachen können.

Heute ist bereits Donnerstag Abend. Die Luft ist lau, der Himmel endlich wieder blau, der Sessel steht auf dem Balkon, ein kühles Getränk an meiner Seite und ein gutes Buch im Anschluss an diesen Beitrag. So kann man es eigentlich auch hier aushalten.

Das wars erst mal wieder von meiner Seite. Das Bloggen macht gerade so viel Spass, vielleicht lasse ich mich demnächst mal dazu hinreißen auch außerhalb unserer Urlaubsreisen etwas zu schreiben ❤️

Alta Valle Intelvi + der italienische Balkon

Sonntag morgen sind wir aufgewacht und alles war weg. Das Dorf und die dahinterliegenden Berge lagen tief verhüllt im Nebel. Die ganze Nacht hatte es schon geregnet und es war herrlich kühl. Der erste Tag auf unserer Reise, wo das Wetter mal nicht so schön war … und dennoch hatte diese verregnet neblige Stimmung auch ihren Charme. Ich finde regnerischen Wetter in den Bergen total schön, vielleicht weil man so weit schauen kann. Zuhause sieht man dann oft nur einen Fetzen des grauen Himmels und das kann dann schon bedrückend wirken.

Eigentlich war für heute eine kleine Wanderung vorgesehen, aber ohne Sicht macht das wenig Freude, daher haben wir es erst mal ruhig angehen lassen. Beim fruehstueck haben wir uns nett mit unseren temporären Mitbewohnern unterhalten. Die beiden studieren ja noch und muessen derzeit viel lernen. Das macht auch vor dem Urlaub nicht halt. Ich erinnere mich noch an diese Zeit und bin froh, dass ich das nicht mehr tun muss 😉 So konnten wir entspannt den Vormittag geniessen. Kai hat gepuzzelt und ich habe gelesen.

Nachmittags hat es uns dennoch nach draussen gezogen. Da das Wetter zwar ein bisschen besser wurde, aber schon wieder Regen angekündigt war, wollten wir nicht so weit weg. Also hat Kai den Aussichtspunkt Balcone D’italia ausgesucht, den man von Pellio in etwa 20 Minuten mit dem Auto erreicht. Wow, was fuer eine Aussicht. Von einem bestimmten Punkt konnte man den ganzen Luganer See überblicken. Das war echt schoen. Vor allem mit den dramatischen Wolken, die ueber See und Bergen hingen, war das ein besonders beeindruckendes Bild.

Wir sind ein bisschen umherspaziert und fanden eine kleine Minikirche, daneben war eine Bank. Von dort beobachteten wir eine Weile die schnell ziehenden Wolkenschwaden und redeten mal wieder über das Leben. Es war ein besonders schöner Moment.

Leider wurde es etwas zu kalt und wir sind eine sog. Baita, eine Art Berghütte, ähnlich unserer Almhütten. Dort kehrten wir ein und da es in Deutschland Kaffee und Kuchenzeit war, bestellte ich einen Cappuccino (schon wieder zu so einer Unzeit ;-) und ein sehr sehr schmackhaftes Tiramisu. Kai hingegen setzte einen Kontrapunkt mit Bier und einem Stück Crostatine mit Aprikose. Jedem das Seine  🤣

Wir fanden heraus, dass wir inmitten eines Skigebietes waren, auf einmal sah ich auch die Skideko an der Hütte. Schneien tut es aber wohl nur noch selten.

An dieser Stelle noch mal eine Ode an das Alta Valle Intelvi. Vor ca. 10 Jahren wurden die umliegenden Gemeinden zu einer größeren Verwaktungeimheit zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem Pellio, Lanzo und San Fedele. Aus Marketing Gesichtspunkten vielleicht gar kein schlechter Zug. Denn die ganze Gegend ist touristisch eher unerschlossen und hat doch so grosses Potential. Es ist ein super Wandergebiet, man kann Ebikes ausleihen, fuer Mountainbiker wahrscheinlich auch perfekt. Auf der anderen Seite erreicht man sowohl den Comer als auch den Luganer See in knapp 30 Minuten. Wenn man dann bei einem Cappuccino am Seeufer sitzt, ist man einer vollkommen anderen Welt.

Was ich damit sagen will, wenn jemand Ruhe und Abwechslung mag, dann koennte dies ein schönes Urlaubsziel sein.

Es begann wieder zu regnen und wir sind zurück in die Wohnung. Am Abend haben die jungen Leute gekocht, wir wollten das eigentlich auch tun. Da die beiden aber soviel übrig hatten, kamen wir noch in den Genuss von frischen Papardelle alla Cacio e Pepe. Sehr lecker. Die Kochbegabung scheint familiar veranlagt zu sein ☺️

Zum Abschluss des Tages sassen wir noch zu viert wie die Hühner auf der Stange auf dem schmalen Balkon und haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Trotzt des nicht so guten Wetters mal wieder ein sehr schöner Tag.

Porlezza am Lago di Lugano und Besuch aus Deutschland

Am Samstag Vormittag sind wir auf die italienische Seite des Luganer Sees gefahren. Ganz oben am See liegt die kleine Stadt Porlezza. Hier sollte heute ein typischer Markt sein und da wollten wir ein bisschen drüber schlendern.

Obwohl es bereits sehr voll war, fanden wir schnell einen Parkplatz und sahen schon von weitem die bunten Marktstände. Viele Leute kamen uns entgegen, vollbepackt mit Tüten. Was man hier ganz gut kaufen kann, sind leichte Sommerkleidchen. Und Kai liebt es irgendwie fuer mich danach zu gucken. Er kennt ein bisschen meinen Geschmack und so macht das wirklich Spass. Gefunden haben wir aber nix und das ist auch gut so, manchmal macht auch einfach nur das Stöbern spass.

Der Markt in Porlezza ist recht gross, aber am Ende wiederholt sich das Warenangebot leider immer wieder. Es scheint nur einen Grosshändler zu geben, der ganz Italien mit diesen Dingen versorgt. Gerne erinnere ich mich dabei an frueher, wenn ich mit meiner Familie auf dem Markt war, damals gab es immer diese weißen Kniestrümpfe mit dem Lochmuster und dem oft viel zu engen Gummi. Nach dem Markt sind wir dann meist noch in irgendeine Bar gegangen. Ganz Italien ist eigentlich voll mit schoenen Kindheitserinnerungen.

Wir haben uns anschliessend den Ort angeschaut und fanden ein gemütlichen Tisch im Schatten, wo es einen Cappuccino und eine Piadina fuer mich gab, Kai hatte einen Aperol Spritz und ein paar Knabbereien.

Das schöne an Porlezza ist, dass es dort ein Strandbad gibt, wo man kostenlos baden kann. Es gibt viele schattenspendende Bäume. Wer mag, kann sich auch ein Schirmchen und zwei Liegestühle mieten. Dazu gibt es noch eine Bar mit Snacks und Getränken und so könnte man hier den ganzen Tag verbringen.

Wir waren aber nur ein bisschen planschen, und da es schon Nachmittag war, sind wir wieder zurueck nach Hause gefahren.

Oben vom Balkon winkte schon Kais (und meine) Nichte Lara, die mit ihrem Freund gerade in Pellio angekommen ist. Da sich ja die gesamte Familie die Wohnung teilt, gibt es hin und wieder auch Doppelbuchungswünsche. Kai und ich hatten zuerst reserviert, aber da die Wohnung eigentlich aus zwei zusammengelegten Wohnungen besteht und daher gross genug ist, macht es doch überhaupt nichts aus, wenn man sich trifft. Im Gegenteil, ich finde es sogar ganz schön.

Abend waren wir alle zusammen in der berühmten Tenda Rossa, dieses Restaurant gehört zu jeden Besuch in Pellio einfach dazu. Und die haben eine Pizza, ein absolutes Gedicht.

Fotoveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Beteiligten ☺️

Hier noch eine Spezialität aus dieser Gegend, die Pizzoccherie alla Valtellina. Kai macht die zuhause auch manchmal. Sehr schmackhafte Nudeln aus Buchweizen, gemischt mit Kohl und Kartoffeln und dann zubereitet mit gaaaanz viel Butter und Käse. Sehr sehr reichhaltig, aber ein echtes Essen fuer die Seele.

Von Turin nach Pellio – Eine Reise zwischen Cappuccino, Kühen, Kurven + Künstlicher Intelligenz

Gestern hatten wir mal wieser die KI als Thema, und wie sehr diese unser Leben jetzt schon teilweise beeinflußt und in Zukunft noch viel stärker prägen wird. Ich bin auf der einen Seite vollkommen fasziniert von den Möglichkeiten, und auf der anderen Seite stellt es mir die Nackenhaare auf, wenn ich daran denke, was man damit alles anrichten kann. Gestern hatten wir jedenfalls mal die Idee, Chat GPT darum zu bitten, einen Beitrag zu schreiben. Meine Worte (prompts) waren folgende:

Schreibe einen witzigen Blogbeitrag über die Fahrt von Turin nach Pellio.
Folgende Inhalte koennen dabei vorkommen:
Abschied aus Turin, ruhige Fahrt auf der Autobahn, wenig Verkehr, Stop am Luganer See, dort einen Cappuccino getrunken. Hoch in die Berge, Kühe auf der strasse. Endlich Ruhe und Erholung

Die Antwort kam innerhalb weniger Sekunden:

Klar! Hier ist ein witziger Blogbeitrag über deine Fahrt von Turin nach Pellio mit den gewünschten Stationen und einem lockeren Ton:

——

Es war einmal ein sonniger Morgen in Turin – also nicht wie im Märchen, aber fast. Die Stadt glänzte im Morgenlicht, der Espresso war stark wie eh und je, und wir standen vor dem Auto, bereit, der Zivilisation den Rücken zu kehren. „Ciao, bella Torino“, murmelte ich, nicht ohne ein kleines Drama in der Stimme, als hätte ich gerade mein italienisches Filmdebüt.

Dann ging’s los: rein ins Auto, auf die Autobahn – und Überraschung! Kein Stau. Niemand. Die Autobahn war so leer, ich hätte fast angefangen, mir Sorgen zu machen. Hatten wir einen Feiertag übersehen? Einen Evakuierungsbefehl? War es der Anfang eines Zombiefilms? Nein – einfach nur Italien, wie es im Bilderbuch steht: entspannt, elegant, mit dem gelegentlichen Fiat Panda, der mit 130 km/h links überholt.

Nach zwei Stunden entspannter Fahrt, bei der der Tempomat mehr gearbeitet hat als ich die ganze Woche, kam das nächste Highlight: der Luganer See. Und wie es sich für echte Roadtrip-Profis gehört, machten wir Pause. Direkt am Wasser, Cappuccino in der Hand, Sonnenbrille auf der Nase – man hätte uns für Influencer halten können, wären da nicht die Chipskrümel auf dem Pulli gewesen.

Gestärkt vom Koffein (und einer überdurchschnittlich knusprigen Cornetto), fuhren wir weiter – und es wurde… kurvig. Die Straßen schraubten sich langsam aber sicher in die Höhe, als wollten sie dem Himmel High Five geben. Links Abgrund, rechts Felswand, und mittendrin wir – mit klimatisierter Entschlossenheit und leichten Schweißperlen.

Dann – plötzlich – eine Vollbremsung! Nicht wegen eines anderen Autos, nein: Kühe. Auf der Straße. Lebendig, selbstbewusst, und offensichtlich auf dem Weg zu einem wichtigen Kuh-Meeting. Wir warteten geduldig, während sie uns mit einem „Was glotzt du so?“-Blick musterten. Ich schwöre, eine von ihnen hat genickt. Vielleicht war’s auch nur eine Fliege.

Und dann: Ankunft in Pellio. Der Trubel der Stadt? Weg. Das hektische Hupen? Geschichte. Stattdessen: Berge, Ruhe, frische Luft – und der beruhigende Klang einer einzigen, entfernten Kuhglocke.

Wir waren angekommen. Im Paradies. Oder zumindest sehr nah dran.

Fazit: Wer braucht schon Actionfilme, wenn es italienische Landstraßen, koffeinbetriebene Aussichtspunkte und Straßenkühe gibt? Die Fahrt von Turin nach Pellio: absolut empfehlenswert – solange man den Cappuccino vor der Serpentinenstrecke trinkt.

Ende KI!!!

Schon krass, was sich das virtuelle Gehirn denkt, humortechnisch vielleicht etwas zu dick aufgetragen. Aber ich verspreche hoch und heilig, dass ich ab jetzt wieder selber schreibe. Und die Bilder sind natuerlich auch alle selbstgeschossen.

Buona Sera Torino – Ein bezaubernder Abend mit Marco Mengoni

Aktuell liege ich im weichen Hotelbett, heute war unser letzte Abend in Turin. Aber der ist mit einem absoluten Feuerwerk zuende gegangen. Ich bin noch ganz beseelt und geruehrt vor Freude über diesen wunderschönen unvergesslichen Abend.

Es ist/war der 9. Juli 2025, Zeit endlich das lang erwartete Geschenk zu Kais 60stem Geburtstag einzulösen. Das Konzert im Stadio Olimpico Grande Torino von Marco Mengoni stand auf dem Programm und es sollte der Höhepunkt dieser kleinen Reise werden. Ich kann mich noch erinnern wie ich im Oktober letzten Jahres die Italienkarte ausgedruckt habe und die Orte der gesamten Tournee darauf eingetragen habe. Kai durfte sich die Stadt nämlich aussuchen.

Wir waren gegen halb 8 vor Ort im Stadion und auch wenn es ausverkauft war, war der gesamte Einlassprozess extrem entspannt und unkompliziert. Ich hatte uns Plätze etwa in der Mitte der Tribüne organisiert und der Blick war fabelhaft. Wir konnten alles perfekt überblicken.

Um kurz nach 9 ging es dann los mit einem absolut gelungenen Auftakt. Ich war ja in meinem Leben schon auf so vielen Konzerten. In einem grossen Stadion Open Air war ich dafuer aber noch nie. Die Bühne war riesig und erstreckte sich ueber die gesamte Breite des Innenraums. Es gab drei riesige Leinwände, eine lange Bühne davor und einen Steg mitten ins Publikum.

Die gesamte Show war grandios inszeniert und Herr Mengoni ist die Art Mensch, die mit ihrer Ausstrahlung und Energie ein ganzes Stadion voller Menschen zum Kochen bringen können. Die Stimmung war hervorragend.

Kai und ich haben ihn entdeckt, als er vor zwei Jahren fuer Italien beim ESC angetreten ist und einen respektablen vierten Platz belegt hat. Er war unser beider Favorit. Sein Lied von damals war Due Vite, und das hat sich sogleich in mein Herz gebohrt. Ich muss sagen, trotz der ganzen Independent Musik die ich frueher gehört habe und immer noch liebe, habe ich eine Schwäche fuer italienische Popmusik. Schon immer gehabt.

Wir haben geschwelgt und zu den Rhythmen mitgewippt. Ich wäre gerne aufgestanden, habe mich aber nicht getraut. Stellte ich doch in der Kloschlange von vorher fest, dass ich aus der Menge der italienischen Frauen herausrage. Ich wollte also niemandem die Sicht versperren. Dennoch habe ich lauthals mitgegroelt, manchmal in lupenreinem Italienisch 🤣🤣🤣 und manchmal in selbstgebasteltem Kauderwelsch. Es hat jedenfalls total viel Spass gemacht. Und als auch die Zugabe gesungen war, die Lichter angingen und wir uns mit den Massen nach draussen bewegten, drehte sich Kai zu mir im, schaute mich verliebt an und bedankte sich nochmals fuer dieses tolle Geschenk *schneuz*

Und zu guter Letzt, der Song aus dem  ESC, wegen dem wir auf Marco Mengoni aufmerksam wurden. Due Vite, laut meinem Jahresrückblick auf Spotify mein meistgespielter Song, den ich auswendig mitgrölen kann.

Se questa è l′ultima
Canzone e poi la luna esploderà… ❤️

Voll verbaselt

Heute ist Samstag und der zweite Tag unseres kleinen Zwischenstops in Basel. (Blogtitel = weitere Höhepunkt meines kreativen Schaffens)

Eingemietet haben wir uns hier in dem sehr einfachen B&B Hotel und es reicht vollkommen, auch wenn es schoen wäre, sich im Zimmer um die eigene Achse drehen zu koennen ;-)

Heute Morgen gab es zunächst ein kleines Fruehstueck im Hotel und frisch gestärkt wollten wir in Richtung Innenstadt aufbrechen, als mein heissgeliebter sehr städteerprobter rechter Birkenstock Modell Mayari den Geist aufgab, eine Lederschnalle hat es einfach zerbaselt (ha, schon wieder ;-) … Das ist dumm, da wir ja morgen nochmal in einer Stadt unterwegs sind. Musste ich auf anderes weniger blasenfestes Schuhwerk umsteigen.

Den Vormittag haben wir also in der Baseler Innenstadt verbracht und uns dort ein bisschen getummelt. Die Stadt ist wirklich schoen und es gibt einige nette Ecken zu erkunden. Zwischendurch sind wir auf einen Apero eingekehrt und haben den schoenen Tag genossen.

Zurueck im Hotel musste ich erst mal meine Batterien wieder auftanken. Ein kleines Schläfchen war angesagt. Denn ich bin leider mal wieder unfassbar muede. Das ist  gar nicht so schoen und manchmal koennte ich vor lauter Wut ueber diesen dummen Zustand laut schreien. Aber so ist es eben, und die Parole lautet „pacing“… Das heisst immer wieder Pausen einlegen und Ruhe halten.

Am späten Nachmittag gab es dann den eigentlich Höhepunkt des Tages. Ein weiteres Rheinschwimmen stand auf dem Programm. Mit Bus und Bahn ging es erstmal wieder zur Einstiegstelle und dieses Mal war es unglaublich voll. Es ist eben Samstag … und wahrscheinlich Haupturlaubszeit. Aber es war gar nicht so schlimm, im Wasser verläuft bzw. verschwimmt es sich recht gut.

Das langsame schippern auf dem fließenden Wasser war mal wieder wunderschön. So wie gestern. Es ist irgendwie beruhigend und erholsam und dennoch spannend und abwechslungsreich. Ich überlege nun, ob ich mich nicht in Frankfurt als Flussbeauftrage bewerben soll. Aber meine Theorie ist ja, selbst wenn es je gelingen sollte, die Wasserqualität des Mains so zu verbessern, dass man darin baden koennte, käme irgendein deutscher Paragrafenreiter auf die Idee, das ganze zu verbieten, weil ja was passieren koennte. Klar, es kann immer was passieren, aber mit der gleichen Logik müsste man dann auch das Autofahren verbieten, oder das Treppensteigen. Ach was reg ich mich auf. Wird ja sowieso nix. Aber träumen wird man ja noch dürfen ;-)

An der Ausstiegstelle haben wir uns wieder an Land gezogen und uns nach dem Trocknen erst mal ein kühles Badebier genehmigt. Da koennte ich mich dran gewöhnen. Aperozeit ist sowieso die beste Zeit des Tages.

Es war schon wieder spaet, und so langsam meldete sich der kleine Hunger. Wir mussten heute etwas länger suchen, fanden aber doch noch ein nettes Lokal, wo wir uns jeder einen äußerst schmackhaften Rösti gegoennt haben. Meiner war mit Bergkäse und gegrilltem Gemüse, Kai brauchte eine paar Proteine dazu. Beides war auf jeden Fall sehr sehr  lecker. Zum Nachtisch gab es einen Affogato mit hausgemachten Vanilleeis.

Gute Nacht Basel. Schön wars, wir kommen gerne wieder.