Unser vorletzter voller Tag in Sydney – und damit natürlich auch in Australien. Langsam, aber sicher sind die Stunden in diesem wundervollen Land gezählt. So traurig uns dieser Gedanke auch macht, so sehr schleicht sich doch auch die Vorfreude auf zu Hause ein. Dort kann man sich erst mal wieder richtig erholen 😂😂😂 – auch wenn das für Kai leider nicht gilt, er muss am Montag direkt wieder arbeiten. Für mich steht dagegen erst mal ausgiebiges Ausruhen auf dem Programm.
Wie ich ja schon neulich erwähnt hatte, arbeite ich aus gesundheitlichen Gründen momentan nicht, was mir die nötige Zeit gibt, die vielen Eindrücke der letzten Wochen in Ruhe zu verarbeiten. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass nach all der Anstrengung nicht erst mal wieder ein sogenannter „Crash“ erfolgt.

Am Donnerstag sind wir nach dem Frühstück mit der Bahn in den benachbarten Stadtteil Surry Hills gefahren. Dank meiner langjährigen Sydneyliebe und entsprechenden Internet-Recherchen wusste ich, dass dies einer der trendigeren Ecken der Stadt ist. Ich habe viele Jahre lang eine Bloggerin aus Sydney verfolgt, die aus genau diesem Viertel immer so wunderschöne Eindrücke in Wort und Bild geteilt hat – da war es für mich eine besondere Freude, das Ganze nun endlich mal mit eigenen Augen zu sehen.

Das Wetter war wie eigentlich fast immer, seit wir hier in Sydney sind: am Vormittag noch etwas durchwachsen, aber später riss der Himmel wieder auf und tauchte das hübsche Viertel in ein fantastisches Licht. In Surry Hills gibt es unzählige Cafés und zahlreiche Secondhand-Läden – in einem davon wurde Kai für mich fündig: Ich konnte meine Sonnenbrille ersetzen, die ich im Laufe dieser Reise irgendwo verloren hatte.


So schlenderten wir entspannt durch die Gassen, ich machte hier und da ein Foto, zwischendurch gab es einen kühlen Iced Latte – und so verging der Vormittag wie im Flug.





Am frühen Nachmittag nahmen wir Bahn und Bus in Richtung Pazifik. Die Endstation der Linie lag direkt am Clovelly Beach, der sich in einer schmalen, von Felsen eingerahmten Bucht versteckt. Wir waren beide vollkommen begeistert: Eben noch im Großstadtgewirr und nur eine halbe Stunde Fahrt später stehen wir vor so einer Kulisse!
Die Bucht verfügt über einen dieser faszinierenden Rockpools, die es in Australien – und ganz speziell in Sydney – so zahlreich gibt. Diese Becken sind meist direkt aus den Klippen gemeißelt und mit Beton befestigt, sodass sie bei Flut direkt vom Meerwasser gespeist werden. Das Beste daran: Man schwimmt darin absolut „haifrei“ und ist vor der gefährlichen Brandung geschützt. Ein tolles System, das zudem noch wahnsinnig fotogen ist!

Von dort aus sind wir den Coastal Walk in Richtung Norden gewandert. Der Weg führt direkt an der Küste entlang und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf den Ozean.
Laut Karte sollte als Nächstes ein großer Park folgen – zumindest dachten wir das. Doch der Park entpuppte sich als ein riesiger Friedhof, der thronend über den Klippen direkt am Meer liegt.
Als alte Bestattertochter hat mich dieser Ort natürlich sofort fasziniert und ich musste die besondere Stimmung dort ausgiebig mit der Kamera einfangen.


Nach einer Weile erreichten wir schließlich Bronte Beach. Dort warteten die Bronte Baths auf uns – ein Felsenpool, der gefühlt noch schöner war als der erste. Bisher kannte ich diesen Anblick immer nur von Fotos aus dem Blog, dem ich so lange folge, und ich war umso begeisterter, dieses wunderschöne Exemplar nun endlich live zu entdecken.
Direkt daneben gab es praktische Umkleiden und WCs, und da wir vorsorglich unsere Badesachen eingepackt hatten, ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, die Wasserqualität persönlich zu testen. Es gibt kaum etwas Erfrischenderes, als in so einem Pool seine Bahnen zu ziehen, während direkt daneben die Wellen des Pazifiks gegen die Felsen klatschen.



Ab und an schwappt mal eine frische Welle über den Beckenrand direkt ins Poolinnere, aber im Becken selbst blieb das Wasser ruhig und flach, während draußen der blaue Pazifik tobte. Ein herrlicher Kontrast und einfach nur entspannend




Die Pools, der raue Ozean mit seinen hohen Wellen und der weißen Gischt, die schroffen Felswände, die üppige Begrünung und dazu dieses Traumwetter – all das machte auch diesen Weg zu etwas ganz Besonderem. Was mir hier immer wieder auffällt: Niemand hat direkt am Meer gebaut. Die gesamte Küste bleibt öffentlich zugänglich, sodass wirklich jeder etwas davon hat. Ein wunderbarer Gedanke, der dieses Land so sympathisch macht – Australien mal wieder



Der letzte Strand auf unserer kleinen Wanderung war schließlich der berühmte Bondi Beach. Auch hier gab es noch einmal einen beeindruckenden Rockpool – die berühmten „Icebergs“. Dieser ist allerdings Teil eines Schwimmvereins und kostet 10 $ Eintritt, während alle anderen Pools, die wir passiert haben, kostenlos nutzbar waren.

Die Stimmung am Bondi Beach war allerdings gar nicht mal so schön wie an den kleineren, unbekannteren Stränden zuvor. Hinter dem Strand wirkte vieles eher ungemütlich; es reihen sich leicht schäbige Burgerketten an andere, eher lieblose Lokale. Da hat uns der ursprüngliche Charme der kleineren Buchten deutlich besser gefallen.

Wir hatten nach dem vielen Laufen und Schwimmen trotzdem ordentlich Hunger und landeten dann doch ganz spontan in einer der Burgerketten. Immerhin hatte es einen praktischen Vorteil: Direkt davor hielt später der Bus, der uns zurück in die Stadt brachte. Dort noch mal kurz in die Straßenbahn gehüpft und flugs waren wir wieder im Hotel.
Das Highlight des Tages war für mich aber ganz klar das Schwimmen in den Bronte Baths mit den tosenden Wellen im Hintergrund. Ein Traum! Da kam mir direkt eine Idee: Sowas Ähnliches könnte man doch eigentlich auch am Main bauen, oder? Ich sehe schon, ich muss wohl nach meiner Rückkehr mal ein Wörtchen mit den Stadtplanungsämtern reden… 😂😂😂