Koalas, Delfine, Wasserdrachen und Pfannenpizza in Byron Bay

So langsam sind die Tage auf unserem kleinen Roadtrip entlang der australischen Ostküste gezählt. Morgen Nachmittag werden wir bereits unser Ziel Sydney erreicht haben. Aktuell sind wir aber noch auf dem Weg zu unserem letzten Übernachtungsstopp vor der Metropole. Es ist ein merkwürdiges Gefühl: Wir genießen den Komfort der wechselnden Hotels und das Auspacken der Koffer an immer neuen, schönen Orten sehr, aber die Gewissheit, dass Sydney die letzte Station ist, schwingt nun bei jedem Kilometer mit.

Zwei wunderbar entspannte Tage in Byron Bay liegen hinter uns.  Kaum haben wir uns an den Vibe eines neuen Ortes gewöhnt, zieht es uns weiter. Wie immer hätten wir auch hier liebend gerne noch ein paar Tage drangehängt, um einfach nur aufs Meer zu schauen und die Seele baumeln zu lassen.

Am Freitagmorgen hieß es: Abschied nehmen von Brisbane. Die Fahrt aus der Stadt heraus verlangte uns durch den dichten Verkehr erst einmal einiges an Geduld ab, doch kaum lag das Stadtgebiet hinter uns, wurde es auf den Straßen Richtung Süden merklich ruhiger – und das Fahren endlich wieder entspannter.

Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir unser Ziel: den Byron Bay Discovery Park. Es ist eine dieser weitläufigen Anlagen, eine Mischung aus klassischem Campingplatz feststehenden Hütten, in denen man alles findet, was das Outdoor-Herz begehrt. Schnell war klar: Das hier ist ein echtes Paradies für Familien mit kleinen Kindern, im Reisejargon bedeutet das, es war ein ordentliches Gewusel und Kindergeschrei.

Wir bezogen ein kleines modernes Häuschen an einem der Teiche mit kompletter Ausstattung und zwei Schlafzimmern. Besonderes Feature: im Teich sprudelt eine Fontäne so laut, dass es jenes Gebrüll übertüncht hat 😂

Vor der Tür empfing uns übrigens ein freundlich dreinblickender Australian Waterdragon. Die sind echt so süss. Leider auch sehr scheu.

Mittlerweile sind wir ein total eingespieltes Team. Jeder Handgriff sitzt, fast so, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Während einer von uns die pinkfarbene Kühlbox ausräumt – unser treuester Begleiter, den wir direkt zu Beginn in Cairns erstanden haben –, kümmert sich der andere um die restlichen Vorräte.

Sobald der Duft von frischem Kaffee durch den Raum zieht, beginnt unsere ganz eigene Routine: Ich unterziehe wie immer die Matratzen einem kritischen Check, während Kai direkt den Pool inspiziert.

Den Nachmittag haben wir genutzt, um ein wenig durch den Ort zu bummeln und später am Strand die Meeresluft zu genießen. Wie fast überall auf unserer bisherigen Reise durch Australien begleiten uns auch hier zahlreiche Eukalyptusbäume – die einzige Lebensgrundlage der wohl süßesten Beuteltiere der Welt.

Überall am Straßenrand sieht man die Warnschilder, die zur Vorsicht mahnen, doch in den Baumkronen selbst sind die Koalas extrem schwer zu entdecken. Ihr graues Fell ist die perfekte Tarnung zwischen den Baumstämmen und den dichten Blättern. Meist klammern sie sich so eng und unbeweglich an die Äste, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um nicht einfach an ihnen vorbeizulaufen.

Umso aufgeregter war ich, als wir plötzlich eine kleine Gruppe von Leuten entdeckten, die alle mit gereckten Hälsen nach oben in die Baumkronen starrten. Ein untrügliches Zeichen: Da muss was sein!

Bereitwillig versuchte man uns die Stelle zu zeigen, aber ich tat mich anfangs wahnsinnig schwer, in dem Wirrwarr aus Ästen und Blättern den kleinen graue „Bären“ zu entdecken. Doch dann, plötzlich, fokussierte mein Auge ihn – und die Freude war riesig. Ist er nicht einfach unfassbar putzig?

Für den Abend hatten wir uns ganz optimistisch eine Tiefkühlpizza mitgenommen. Ich war mir sicher, dass wir in unserer Unterkunft wieder so eine praktische Kombi aus Backofen und Mikrowelle vorfinden würden, wie wir sie schon öfter hatten. Tja, falsch gedacht: Es war nur eine ganz normale Mikrowelle vorhanden.

Eine kurze Internet-Recherche später die verblüffende Lösung: Die Pizza zuerst in der Mikrowelle auftauen und anschließend in einer heißen Pfanne knusprig anbraten. Wer hätte das gedacht? Ich war skeptisch, aber was soll ich sagen: Es hat tatsächlich funktioniert! Ein echtes Roadtrip-Lifehack-Abendessen, das am Ende viel besser schmeckte als erwartet.

Für den nächsten Tag hatte ich mir ganz bewusst eine Ruhepause verordnet. Auf einer so langen Reise ist das für mich einfach essenziell – ohne diese Inseln der Erholung würde ich irgendwann nur noch erschöpft in der Ecke liegen. Während Kai also alleine loszog, um den nahegelegenen Strand zu erkunden, habe ich mir eine ganz andere Art von Auszeit gegönnt: Ich habe den ganzen Vormittag mit meinen Journaling-Freundinnen aus der ganzen Welt gezoomt.

Das Schöne an der Reise ist ja auch, dass sich die Zeitverschiebung mal zu meinem Vorteil dreht. Zu Hause in Frankfurt finden die Treffen meist weit nach Mitternacht meiner Zeit statt, was für mich kaum machbar ist. Hier in Australien hat es zeitlich endlich mal perfekt gepasst! Es wurde unglaublich viel gelacht und der kreative Austausch hat mir total gutgetan.

Und während ich meine Akkus aufgeladen habe, hat Kai diese fantastischen Aufnahmen am Strand gemacht. Sieht das nicht toll aus?

Am späteren Nachmittag stand noch ein kleines Highlight auf dem Plan: die Fahrt hoch zum Byron Bay Lighthouse. Ich muss wirklich sagen, dass dies einer der schönsten Leuchttürme war, die ich jemals gesehen habe – strahlend weiß vor diesem tollen Abendhimmel.

Kurz dahinter befindet sich der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Und genau dort passierte es: Wir konnten tatsächlich Delfine im Wasser entdecken! Kreisch! Wow, was für ein magischer Moment. Ein Tag, an dem man Delfine in freier Wildbahn sieht, kann einfach kein schlechter Tag sein. Wenn diese eleganten Kreaturen so spielerisch und wellenartig durch das Meer gleiten, macht das einfach glücklich. Ein perfekter Abschluss für unsere Zeit in Byron Bay.