Von der Wiege bis zur Bare …

In der vorletzten Woche wollte Kai unsere Hochzeitspläne schon wieder canceln, im Angesicht des bürokratischen Hürdenlaufs, den das Frankfurter Standesamt mit seinen Heiratswilligen veranstaltet. Zunächst einmal füllt man ein Online Formular aus, in dem man ein paar Fragen zur eigenen Person beantwortet, Ziel dieser Übung ist es, zu verdeutlichen, welche Dokumente für die Eheschließung benötigt werden. In einem nächsten Schritt bekommt man dann Formular gemailt, in dem die benötigten Unterlagen aufgelistet sind. Zur Sicherheit schickt es die Stadt einem aber auch noch mal in Papierform zu … damit wir es auch wirklich kapieren. Anschließend wird man aufgefordert, ohne vorherige Anmeldung beim Standesamt zu erscheinen, und zwar beide Ehepartner, um die angeforderten Dokumente zu prüfen. Das haben wir gestern gemacht und alles ist paletti.
Jetzt haben wir dann einen offiziellen Termin zugewiesen bekommen, an dem wir uns offiziell zur Eheschließung anmelden dürfen! Doppelt gemoppelt hält wohl besser. In zwei Wochen ist es dann soweit und wir können uns ja schon mal über das Namensrecht Gedanken machen. Ich witzelte noch, mein Zukünftiger hieße ja nicht „Klohocker“ (bestätigt von der Standesbeamtin, diesen Namen gibt es wirklich, allerdings ohne c;-) sondern trüge einen wunderschönen italienischen Nachnamen, da wurden wir auch schon wieder der Türe verwiesen. Nächster bitte! Romantischer geht es nicht ;-)

Ist natürlich noch nicht alles, denn da wir ja nicht in Frankfurt heiraten, werden im Anschluß die Unterlagen in meine Heimatstadt gesendet, dort angekommen, werden diese sicherlich nochmals geprüft und wir dürfen zu einem persönlichen Gespräch erscheinen. Gut, daß wir alles so früh angefangen haben, sonst würde es am Ende noch eng mit einer Trauung im Sommer …

Ringe + Wolle

Wir zählen schon wieder sehnsüchtig die noch verbleibenden Tage, bis es endlich wieder losgeht in die große weite Welt. Am Wochenende wird gepackt und ich bin sehr gespannt, ob ich meinen Rekord unseres Sabbaticals von 10 Kilo unterbieten kann … wobei das schwierig werden könnte, da ich für meine Strickfreundin Jackie aus Singapur ordentlich Wolle gekauft habe, um ihr eine kleine Freude damit zu machen. Ich freue mich schon sehr, sie wieder zu treffen.

Letztes Wochenende habe ich mal wieder eine geruhsame Zeit im beschaulichen Alsfeld verbracht. Kai ist in Frankfurt geblieben, weil er am Samstag Abend Karten für Udo Jürgens hatte. Jaja, ich weiß schon, ein großer Entertainer … ich mochte mir das trotzdem nicht anschauen, musikalisch gesehen bin ich eben sehr verbohrt ;-)
So war ich bei meinen Eltern, tauchte tief in den gemütlichen Lehnsessel ein und strickte mich wie eine Wilde durch den Tag. Sonntag früh kam der Kai dann angefahren und nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann in die „Innenstadt“ gegangen, denn dort war verkaufsoffener Sonntag. Wir haben die Chance genutzt, und unsere zukünftigen Eheringe bestellt. Schlicht und einfach … ohne Schnörkel und Schnickschnack … bin sehr gespannt, wie es sich dann anfühlt, ab nächstem Jahr so einen Ring am rechten Zeigefinger zu tragen.

Gestern Abend hatte ich meine allerletzte Lymphdrainage … sehr schade das, denn ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, daß der Hubbel seit dieser Form der Therapie immer kleiner geworden ist. Ich hoffe ich bekomme die Gelegenheit mal den Herrn Dr. Peng in Singapur zu fragen, was er dazu meint, wenn er grünes Licht gibt, daß da noch mehr zu erreichen ist, dann werde ich die Therapie nach der Reise fortsetzen. Ich weiß nämlich nicht, ob ich nochmal ein Messer an den Fuß ranlassen will, nachdem der Heilungsprozess dort wirklich sehr langwierig ist.

Eventplanung

Wir bewegen uns in Lichtgeschwindigkeit durch das Jahr … ich kann gar nicht glauben, daß es schon genau ein halbes Jahr her ist, daß der kleine Dracula so kraftvoll zugebissen hat. Bekäme ich jedes Mal, wenn ich die Geschichte erzähle, einen Euro, ich wäre eine gemachte Frau ;-)

Partytechnisch hat sich einiges in unseren Köpfen bewegt, für die Hochzeit haben wir gerade mit dem Umdenken begonnen, rein organisatorisch natürlich. Der Termin ist auch kurz davor, festgelegt zu werden, so daß schon bald eine „Save the Date“ Meldung an alle Beteiligten rumgehen wird. Für manche dann auch 2 ;-)
Das Schwierigste scheint mir die Findung eine optimalen Hochzeitslocation zu sein, jenseits der romantischen, hussenbehängten Schloßromantik … und am Ende noch bezahlbar. Wenn wir für den „schönsten Tag des Lebens“ *zieht-mit-Zeigefinger-das-rechte-Auge-herunter* am Ende so viel bezahlen wie für einen asiatischen Mittelklassewagen … *seufzt*

Vorab üben wir aber schon mal mit dem Feiern. Ich konnte meinen zukünftigen Ehemann überreden, sein großes Jubiläum nicht ungefeiert vorbeiziehen zu lassen. So haben wir uns ein kleines Konzept für den Samstag nach dem eigentlichen Tag (Insider wissen wann ;-) ausgedacht und Einladungen werden in Kürze versendet. Wir freuen uns schon auf ein großes Tohuwabohu.

Schobbe

Ui, ui, ui, jetzt bin ich aber gerade mächtig aufgeregt. Habe nämlich soeben das erste Mal telefonisch Kontakt mit dem örtlichen Standesamt aufgenommen, um mich über die Terminvergabemodalitäten zu informieren. Auweia, es wird alles gar nicht so einfach werden. Kein Wunder, daß manche dann einfach nach Las Vegas abhauen und sich dort vor einem Elvis-Presley-Double das Jawort geben ;-)
Kommt Zeit, kommt Rat.
 
Samstag Abend waren wir auf dem hippen Brückenstraßenfest in Frankfurt Sachsenhausen, dieses Viertel nenne ich auch immer liebevoll „Little Mitte“, eine Anspielung auf das ehemalige Szeneviertel (vor der Gentrifizierung ;-) von Berlin. Die Brückenstraße ist jedenfalls ein Kleinod am Main, in dem es unter anderem die beste Bäckerei der Stadt gibt, zahlreiche coole kleine unabhängige Läden und natürlich der eine oder andere schicke Treff. Es mischen sich sozusagen guter alter Frankfurter Lokalkolorit mit leinenbeuteltragenden (mit selbstgemachten Kartoffeldruck) Trendsettern ;-) Es ist dennoch mit Abstand mein Lieblingsstraßenfest in Frankfurt, ganz einfach deswegen, weil es noch nicht so kommerziell ist. Und wenn man dann noch die Nachbarn trifft, den lauen Herbstabend genießt, aus irgendwelchen Gründen ein niemals leer werdendes Weinglas in der Hand hält … *autsch* … naja, Sonntag morgen war dann … ach ja, Sie wissen ja wie sowas ist ;-)
 
Dafür hat Kai mich gestern auch zu einer kleinen Wanderung überredet. Wir sind rundum Schwanheim gelaufen, vorbei an Streuobstwiesen, an der berühmten Schwanheimer Düne und haben abschließend auf einem dortigen Straßenfest das Kontrastprogramm zum Samstag erlebt. Wobei die Schnittmenge durch das Frankfurt Lokalkolorit gebildet wurde, wo sonst, wenn nicht hier kann man echten hausgebackenen „Emerrigen Schisskäkk“ serviert bekommen? 
 

Urlaubsgeständnisse

Eigentlich ist es ja bekanntermaßen nichts neues, daß Kai und ich gerne reisen. Um so erstaunlicher, daß so ziemlich jeder entsetzt fragt: „Wie, ihr wollt schon wieder Urlaub machen?“
Kais standardisierte Antwort belehrt dann den Fragenden mit der Behauptung, wir hätten doch in diesem Jahr noch keinen einzigen Tag Urlaub genommen! Per Definition hat er da ja wohl recht ;-)
 
Naja, verdient oder nicht, wir nehmen’s wie es kommt und so werden wir am Samstag erst eine Fahrt durch die Alpen in die schöne Schweiz unternehmen, um dann nach einer Übernachtung bei Kais Freunden weiter in Richtung Pellio zu fahren. Dem Heimatort von Nonno. Dort waren wir ja schon mal zusammen und es ist wirklich sehr schön. Das kleine Dörfchen liegt ganz idyllisch im Val d’Intelvi zwischen dem Luganer und dem Comer See. Zu beiden Seen ist es praktisch gleich weit. Die Lage ist einfach traumhaft. Es gibt ein (gar nicht so kleines) Apartment mit einem wundervollen Blick über das Tal und die Berge. Wir freuen uns sehr darauf.
 
Und wo wir schon dabei sind … für November wird dann wieder Asien angesagt sein. Wir haben einen Flug nach Singapur gebucht. Ich hatte so eine merkwürdige Sehnsucht nach diesem Ort, von dem ich außer den beigegetünchten Krankenhauswänden und weißgekachelten Operationsräumen so gar nichts kenne. Ich bin so neugierig auf das Hawker Food, auf den Singapore Zoo, auf das Leben auf der Straße, Little India und so weiter und so weiter.
Aber zwei Wochen im Stadtstaat könnten vielleicht zu viel sein, daher machen wir noch einen 10-tägigen Zwischenstop im Süden Vietnams.
Kai hat irgendwo gelesen, daß man dort sogar Affen im Restaurant serviert ;-)
 
Es soll ja jetzt Leute geben, die angesichts dieser Planung nur hilflos den Kopf schütteln, wie kann man nur noch mal in ein solches Land fahren, wenn man vom Affen gebissen wurde?
Ich antworte dann (ebenso belehrend ;-) sehr gerne, daß einem in Bad Homburg bei Aldi auch ein Baukran auf den Kopf fallen kann. Und das meine ich überhaupt nicht despektierlich.
 
Freitag Abend sind wir ins benachbarte Offenbach geradelt. Die ganze Strecke am Main entlang. Ich muß unbedingt mal meinen Fotoapparat ins Grenzgebiet mitnehmen. Es gibt dort noch so viel schönes zu entdecken. „Noch“ sage ich, denn die unheilvollen Baukräne schwingen bereits über dem Gebiet und werden in schöner Investorenmanier ein gesichtsloses Gebäude nach dem Anderen über die Industriebrache würfeln. Nur um dann anschließend so ziemlich alles zu zerstören, was diese ehemalige Hafengegend so liebevoll macht.
Naja, als Architektin muß ich da wohl mal meine Klappe halten. Immer noch besser als mitten in Berlin ein Stadtschloss zu errichten ;-)
 
Samstag dann das alljährliche Schweizer Strassenfest. Nach einem kräftigen Regenguss waren wir dort mit ein paar Leuten und haben uns … mal im Kriechtempo, mal im Kontrapost durch die Menschenmenge gegessen und getrunken. Am Ende der Straße war ich fix und fertig. Mein Füßlein hat schon die ganze Woche Zicken gemacht. Dick wird er, weh tut er … doof das.
 
 
Sonntag erst Frühstück mit Milchkaffee und amerikanischen Blaubeerpancakes und später dann zum großen Familientreffen zu den Caminadas nach Idstein. Wir haben ein bisschen über die bevorstehende Hochzeit geplaudert. Auweia … mal schauen, ob wir es schaffen, so wirklich jedem Anspruch gerecht zu werden … hm … wahrscheinlich nicht. Am Ende machen wir es dann einfach so, wie wir es für richtig halten ;-)
 
 
Sonntag Abend dann, als wir zuhause angekommen sind, hat uns ein Berg griechischer Leckereien vor der Tür erwartet. Unser Lohn für zwei Wochen nachbarschaftliches Katzensitten. Unter anderem mindestens 5 Kilo leckere große Fleischtomaten und eine Monsterwassermelone. Yum, yum. Es ist wirklich eine ganz wunderbare Tradition, daß wir uns gegenseitig immer mit Leckerereien aus dem jeweiligen Urlaubsort beglücken, nachdem wir … und das ist ja überhaupt das beste an der Sache … immer gegenseitig auf unsere Miezekatzen aufpassen.

Große Erwartungen

Gestern Morgen hat Kai den Hochzeitskaspar gefrühstückt. Spontan hatten wir uns nämlich am Feiertag dazu entschlosssen, am Samstag in meine Heimat Alsfeld zu fahren, um mit meinen Eltern beim gemeinsamen Familien-Viewing unsere Mannschaft im fernen Brasilien zu unterstützen. 
Alsfeld … ja, da war doch was – richtig … wir wollen im nächsten Jahr heiraten. 
Daß die Hochzeit mit 99,99%iger Wahrscheinlichkeit in Alsfeld stattfinden soll, hatten wir uns nämlich schon vor längerer Zeit überlegt und sind uns auch beide einig darüber. Für mich sowieso schön, da mich mit der Kleinstadt in Oberhessen, in der ich geboren und aufgewachsen bin immer noch emotional viel verbindet. Und Kais Geburtsort Sao Paolo … das wäre wahrscheinlich zu teuer ;-)
Zugegeben, wir leben beide in Frankfurt … aber aus irgendeinem Grund … also Freunde nun kommt schon … um auch den letzten Zweifler zu überzeugen, hier unten ein Bild vom historischen Marktplatz als kleines Häppchen :-)
Wie schon erwähnt, wachte Kai gestern auf und fing plötzlich an von diesem Tag zu reden, als Anforderungsmanager ist die grundsätzliche Aufgabenstellung schnell erfaßt: am Ende dieses Tages wollen wir rechtmäßig verbundene Eheleute sein. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail, wann, wo, wie, wieviel … hinter jedem kleinen Wörtchen stecken unendliche viele Möglichkeiten und Ideen. 
Samstag vormittag sind wir es dann angegangen, viertel vor 2, kurz vor Geschäftsschluß in Alsfeld sind wir beim örtlichen Juwelier eingelaufen, um uns Eheringe anzuschauen ;-) Jetzt mal echt, scheint knapp, aber ob man es jetzt glaubt oder nicht, wir wurden fündig … so fündig sogar, daß wir beide uns innerhalb von 5 Minuten einig waren und sie dann trotzdem noch nicht bestellt haben. Aber wenn man dann einen Ring am Finger trägt, bei dem man sofort weiß, der und kein anderer! Ich denke die Sache ist klar. Nächster Punkt, die Location. Das wird schon schwieriger. Mein Herz schlägt für ein halb verfallenes Schloßambiente hoch auf dem Hügel am Rande von Alsfeld. Dort gibt es einen Raum mit der notwndigen Infrastruktur, einen tollen Freibereich … und wenn jeder Gast einen Nudelsalat mitbringt, dann hätten wir auch alle was zu essen;-) Getränke auf Kommission vom Schluckspecht … ein paar Kerzen und ein bisschen Deko … Herz was willste mehr. 
Als nächster Punkt, und das ist tatsächlich gar nicht so einfach … die Gästeliste … *hust* … wir haben nur mal die Personen aufgeschrieben, die uns beiden wirklich wichtig sind … aber jetzt mal echt, alleine für die Caminadas muß man ja die Alsfelder Stadthalle bereitstellen ;-) … aber egal … hauptsache wir können ein Ereignis feiern, das uns beiden sehr am Herzen liegt, mit einem ganzen Haufen Menschen … die uns sehr am Herzen liegen :-)