Koala, Pinguin & Co. – Trigger Warnung: Extrem anbetungswürdig!

Am Samstag wurden wir gegen viertel vor 12 von unserer Tourguide Jess abgeholt. Es erwartete uns ein voller Tag mit zahlreichen neuen Eindrücken. Der Bus hatte  mit 24 Sitzplätzen eine angenehme Größe, die Sitze waren jedoch furchtbar eng. Wie gut, dass ich meine Stützstrümpfe vom Hinflug wieder angezogen habe 😂

Egal, Jess war total nett, eine echte Melbournerin mit dem typischen Aussie Akzent. Irgendwie wird alles etwas breiter ausgesprochen und die Vokale werden gerne mal vertauscht. So sagt man nicht „nice“ (neis) sonder „noooice“… Water ist wada (woooda) und … Man verniedlicht auch sehr gerne, aus Breakfast wird Brekkie, aus Sunglasses wird Sunnies  und  die Australians sind natuerlich die Aussies. Irgendwie mag ich das, es klingt freundlich.

Unser erster Stop brachte uns zum Brighton Beach, Brighton ist ein nobler Vorort von Melbourne und liegt direkt am Meer. Dort zu sehen gibt es aneinander gereihte sogenannte Strandboxen, die über Generationen vererbt werden. Neulich ist eine fuer knapp eine halbe Millionen Dollar verkauft worden (ca. 300.000 €). Dabei gibt es in diesen Boxen weder Strom noch fließendes Wasser. Gemuetlich sind sie jedenfalls. Und natuerlich absolut fotogen.

Nach knapp einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir das Moonlit Sanctuary. Ein kleiner Zoo mit diversen Gehegen fuer die australischen Tiere. Das war mein anvisiertes Highlight des Tages. Denn wenn Australien einer meiner lange gehegten Lebensträume war, so steht die Sichtung eines echten Koalas symbolisch fuer die Erreichung dieses Ziels.

Als ich dann den ersten puschelohrigen Vertreter dieser Art gesehen habe, habe ich auch erst mal eine Runde geflennt. Das passiert immer wieder, wenn ich von etwas so überwältigt bin. Meine Güte, die kleinen Eukalyptusfresser sind aber auch verdammt  süß.

Zu den Dingos gibt es ja diese australische Sage, dass die vor Jahren mal ein Baby entführt haben sollen, wahre Geschichte, aber auch sehr umstritten, es wurde auch verfilmt. Sie sehen eigentlich ganz harmlos aus und sind ausserdem total hübsch.

Der kleine Dicke Wombat ist auch ein Beuteltier, frisst Pflanzen und gräbt sich durch die Erde.

Im Opelzoo in Frankfurt kann man sich am Eingang Karotten kaufen und damit die Tiere füttern. Das macht immer großen Spaß . Hier im Park gab es einen Becher mit Mais und irgendeiner Art Trockenfutter mit der man die freilaufenden Wallabees und Kängurus füttern durfte. Aaaaah, kaum auszuhalten vor lauter Entzückung. Also wenn einem so ein Känguru die weiche Schlabberschnauze in die Hand legt und langsam die Maiskörner knackend zerknabbert, da muss einem ja das Herz aufgehen. Man kann es vielleicht an unseren Gesichtern sehen, wie absolut bezaubernd das war.

Der kleine Tasmanische Teufel hat seinen Namen durch die roten, stark durchbluteten Ohren bekommen. Es ist ein Carnivore, aber ein sehr friedlicher Vertreter. Es ist ebenfalls ein Beuteltier. Leider ist die Art ganz stark vom Aussterben bedroht.

Ein Albino Känguru ❤️
Zuckersuesses Wallabee

Der Stop in dem kleinen Sanctuary war definitiv das Highlight des Tages. Ich haette dort noch viel länger bleiben können. Aber es ging weiter an einen Strand, an dem es lange hölzerne Stege zum Laufen gibt. Die Felsen dort werden Nobbies genannt. Warum? Keine Ahnung, vielleicht kann es mir einer erklären. Auf den Stegen ließ sich übrigens das herannahende Unheil bereits erahnen. Ich sags mal so, wir waren nicht alleine.

Schön war auch die folgende kleine Minisafari, auf der wir ganz viele Wallabees in freier Natur sehen konnten

Was danach folgte lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Bizarr. Es folgt der Namensgeber dieser Tagestour, das eigentliche Highlight, die Pinguin Parade. Jeden Abend um eine bestimmte Zeit kommen hunderte Zwergpinguine aus dem Wasser, um sich an Land ihre Unterkunft für die Nacht zu suchen. Aus diesem Event hat man leider eine totale Massenveranstaltung gemacht. Es gibt ein riesiges zentrales Gebäude mit Ausstellungen, Restaurant, Andenkenläden und Veranstaltungsflächen. Ab ca. 7 Uhr wurde man aus dem Gebäude ueber lange Holzstege in Richtung Strand gelassen. Dort waren riesige Tribünen fuer die Besucher. Kai und ich schätzen, dass es mindestens 1500-2000 Menschen gewesen sein mussten. Wirklich absolut bizarr.

Wir waren fast die letzten vorne am Strand, konnten uns aber recht gute Plätze sichern und hatten Glück. Denn der Hauptweg der kleinen watschelnden Pinguine war direkt in unseren Abschnitt. Da war ich dann schon wieder eher verzückt. So suess sind die.

Fotografieren war übrigens streng verboten. Auch ohne Blitz, aber die hellen Displays der Handys machen den kleinen Angst. An den Menschenmassen scheinen sie sicher aber nicht zu stören. Der Strand war in einem bestimmten warmen gelben Licht beleuchtet, dass die Tiere angeblich nicht stört.

Die Fotos und Videos der Pinguine konnte man per QR Code herunterladen und diese sind zur freien Benutzung auf Social Media.

Besonders schoenes Detail, die kleinen haben blaue federn, so sind sie von oben im Meer schlechter fuer Feinde zu erkennen, und der weiße Bauch ahmt den hellen Himmel nach, der die Tiere von unten vor ihren Fressfeinden schützt.

Um 9 Uhr ging es dann in zweieinhalb Stunden zurueck nach Melbourne. Mein Fazit, alles was wir gesehen haben war wirklich schön, aber haetten wir auch nur im Ansatz eine Ahnung von den Menschenmengen gehabt, dann haetten wir wahrscheinlich darauf verzichtet. Wir machen schon öfter solche Touren, aber sowas … Heieiei. Aber was solls, der Tag war trotzdem toll und gegen Mitternacht sind wir glücklich ins Bett gefallen.

I ❤️ Melbourne

Ich weiß mal wieder gar nicht wo ich anfangen soll, so sehr hat mich Melbourne (oder wie wir hier sagen ;-) Melben) bereits nach nicht mal 24 Stunden in seinen Bann gezogen. Wir sind beide schwer begeistert von dieser tollen Stadt, obwohl wir noch fast gar nicht gesehen haben. Ich versuche es einfach mal der Reihe nach:

In meinen zahlreichen Therapien habe ich gelernt fürsorglich mit mir umzugehen. So hat mein Ankunfts-Ich noch am Vorabend dafuer gesorgt, dass mein Gegenwarts-Ich den ersten Kaffee mit Milch bereits im Zimmer geniessen konnte. Kai wusste meine Fürsorge ebenfalls sehr zu schätzen. Unser Hotelzimmer ist eigentlich eher ein Apartment mit allem drum und dran und es gibt kein Frühstück im Hotel. So war der erste Kaffee im Bett mit australischen Keksen ein Genuss.

Nachdem wir uns frischgemacht hatten, ging erstmal auf Nahrungssuche und wir  steuerten ein Lokal in einer der vielen kleinen „Lanes“ im Central Business District an. Das sind schmale Verbindungswege die das Strassenraster immer wieder durchbrechen. Die Guilford Lane war einfach schön, kleine nette Cafes, witzige Läden und die Wände waren voller Grünpflanzen und kleiner versteckter Kunst, die die Anwohner in einer Bürgerinitiative dort arrangiert haben.

Leckeres Fruehstueck, natürlich mit Latte Art.

Unser Frühstück im Café Krimper war hervorragend und so konnten wir dann frisch gestärkt auf Erkundungstour gehen.

Blick in die Guilford Lane
Street art, wie ich sie am allermeisten liebe. Klein und whimsical ❤️
Hauptsache es funktioniert.
Katze und Kuh

Melbournes Innenstadt erinnert mich ein bisschen an Downtown San Francisco, es hat auch etwas von  Toronto und dann ist es natuerlich auch vollkommen einzigartig. In jedem Fall gibt uns der erste Eindruck ein tolles Gefuehl. Auf einer Skala von 1-10, die bewertet, ob ich mir hier vorstellen koennte zu leben, erhält Melbourne eine 10 mit Sternchen.

Hier gibt es wohl was besonderes 😂
Busy Street.

Queen Victoria Market.

Entlang der Southern Cross Train Station

Irgendwann sind wir soviel gelaufen und ich war schon total kaputt als wir endlich das Wollgeschäft ansteuerten, das ich mir von zu Hause schon auserkoren hatte. Ich habe vor, mir zum Andenken an diese Reise einen Koala aus lokaler Wolle zu stricken. Sie hatten was ich gesucht habe und mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht konnten wir uns zurueck ins Hotel machen.

Mittlerweile machte sich der Jetlag heftig bemerkbar und wir waren beide unfassbar müde. Zurück im Zimmer sind wir direkt in den Betten verschwunden und beide umgehend eingeschlafen. The struggle is real.

Nach zwei Stunden waren die Batterien wieder einigermaßen aufgeladen und wir sind zu einem Supermarkt in der Nähe gelaufen, um uns ein bisschen was zum Frühstück zu kaufen. Fuer mich gab’s Haferflocken, Joghurt und Obst und Kai hat sich mit Brot und Marmelade begnügt. Zurück in unserem Hotel sind wir kurzfristig mit dem Aufzug in den 28sten Stock gefahren. Dort oben befinden sich das Hotelgym und eine kleine Aussichtsterasse. Das Licht war toll und die Aussicht auf den Yarra River war wunderschön.

Kai ist später noch mal alleine spazieren gegangen und ich habe ein bisschen aufgeräumt. Ich bin ja eine absolute Chaotin, und schaffe es innerhalb von Minuten, meinen Kofferinhalt explodieren zu lassen. Kai war sehr beeindruckt von der Ordnung als er zurückkam.

Zum Abendessen gab es Sushi, welches wir uns mittags auf dem Heimweg gekauft hatten. Das war eigentlich fürs Mittagessen geplant, aber daraus wurde nix wegen akuter Müdigkeit.

Aus Erfahrung weiss ich, dass oft die zweite Nacht bei Reise in Richtung Osten am unangenehmsten ist. Man ist eben noch ein Stück in der alten Zeit, und noch nicht richtig in der neuen Zeit angekommen. Daher haben wir versucht, so lange wie möglich wach zu bleiben. Um halb elf ging es dann aber nicht mehr und nach direktem Kontakt mit der Matratze  fielen uns die  Augen ganz schnell zu.

Es war ein toller erster Tag in der quirligen, lauten und sehr lebendigen Stadt im Süden Australiens. Ich bin immer noch vollkommen fasziniert von dem Gedanken, dass wir es endlich hierher geschafft haben. Morgen geht es weiter. Volles Programm. Kai hats geplant. Ich bin gespannt.