Ein Vormittag im Krankenhaus

Der gestrige Tag war ein längerer Tag im Auto. Wir mussten mal wieder einige Kilometer hinter uns lassen.

Am Nachmittag sind wir in Port Macquarie angekommen und konnten direkt in den vierten Stock des Rydges Hotels einchecken.

Da es nach meinem üblichen Nachmittagsschläfchen schon recht spät war, sind wir kurz vor Sonnenuntergang noch einmal entlang der Promenade gelaufen. Solche Abendspaziergänge sind ein fester Anteil unseres Reisealltags geworden.

Zum Abschluss des Tages gab es unsere geliebten Fish & Chips in einem kleinen Lokal um die Ecke des Hotels.

Heute morgen zeigte sich Australien dann  mal wieder von seiner besten Seite, aber der heutige Tag nahm eine Wendung, mit der wir so nicht gerechnet hatten. ;-)
Nach ein paar Bahnen im Hotelpool und einem improvisierten Frühstück hieß es mal wieder: Koffer packen und los.

Aber wir sind nicht weit gekommen. Unser spontanes  Ziel lag quasi um die Ecke, und doch war es eine ganz andere Welt.

Wenn man hört, dass man im Urlaub direkt ins Krankenhaus fährt, zuckt man erst mal kurz zusammen – vor allem mit meiner Reisehistorie! 😂 Aber keine Sorge, uns geht es prächtig. Unser Ziel war das Koala Krankenhaus  kurz hinter Port Macquarie.


Die Anlage ist eine wunderschöne, grüne Oase. Überall stehen Eukalyptusbäume und die Gehege sind so in die Natur integriert, dass man fast vergisst, sich in einer medizinischen Einrichtung zu befinden. Hier werden verletzte und kranke Koalas aufgepäppelt und, wenn möglich, wieder ausgewildert. Aber das ist nur ein Teil der wichtigen Arbeit dort.


Wir hatten das große Glück, etwa eine Stunde dort zu verbringen, und trafen dabei auf Ranger Toni. Er ist einer der Freiwilligen vor Ort und ein absoluter Experte, besonders was das Zuchtprogramm angeht. Mit viel Leidenschaft und Humor hat er uns die gesamte Anlage erklärt.


Das Areal ist riesig. Im hinteren Teil befindet sich ein umzäuntes Waldstück, das der reinen Koalazucht vorbehalten ist. Hier sollen Tiere unter natürlichen Bedingungen und mit so wenig menschlichem Einfluss wie möglich auf die Welt kommen.

Schmunzeln mussten wir, als wir erfuhren, dass es dort sogar eine „Matchmakerin“ gibt. Die weiblichen Koalas sind nämlich sehr wählerisch! Zuerst setzt man sie in benachbarte Gehege. Wenn sie Interesse zeigen, wird die Trennung geöffnet und der Spaß kann beginnen.


Es war faszinierend zu hören, wie gezielt daran gearbeitet wird, die Population der Koalas langfristig zu sichern. Toni erklärte uns, wie wichtig die Genetik für eine gesunde neue Generation ist und wie viel Herzblut in die Vorbereitung der Tiere auf ihre Freiheit gesteckt wird.


Ein weiterer wesentlicher Teil der Einrichtung ist das eigentliche Krankenhaus. Hier gibt es tatsächlich einen richtigen OP mit allerlei Geräten wie Ultraschall und Röntgen. Dahinter liegen die Rehabilitationsgehege. Diese sind, genau wie die Zuchtgehege, für Besucher unsichtbar im hinteren Teil der Anlage untergebracht.


Den dritten Teil der Anlage bilden die Gehege im vorderen Bereich für die dauerhaften „Residenten“. Das sind Koalas, die aus diversen Gründen nicht mehr alleine in der Wildnis überleben könnten. Da das Ganze direkt im Wald gebaut wurde, hat jedes Gehege eigene hohe Bäume, in denen die Koalas ungestört klettern können.

Noro zum Beispiel war ein richtiger Poser: Während wir oben auf einer Art Terrasse standen, kletterte er auf Augenhöhe vorbei und warf sich in so zauberhafte Posen, als wäre er bei einem Model-Contest. Ich bin fast in Ohnmacht gefallen vor Verzückung! Ja, ich glaube, ich kann es jetzt offen aussprechen: Koalas sind meine absoluten Lieblinge unter den australischen Beuteltieren.


Nach gut einer Stunde mussten wir uns von Toni und seinen Schützlingen verabschieden. Dieser Vormittag hat uns noch einmal geerdet und uns gezeigt, wie besonders dieses Land und seine Bewohner sind.


Mit diesen schönen Bildern im Kopf haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Für uns beginnt jetzt der letzte Abschnitt unseres großen Abenteuers. Wir sitzen im Auto und fahren Richtung Süden – unser letztes Ziel: SYDNEY.


Es fühlt sich noch ganz surreal an, aber Sydney wird tatsächlich der letzte Stopp unserer Reise sein. Bevor der Alltag uns wiederhat, wollen wir dort jedocha die letzten Tage noch einmal in vollen Zügen genießen. Die Vorfreude auf die Oper, die Harbour Bridge und das Großstadtflair ist riesig, auch wenn natürlich ein klein wenig Wehmut mitschwingt, dass sich unsere Reise so langsam dem Ende zuneigt.

Koalas, Delfine, Wasserdrachen und Pfannenpizza in Byron Bay

So langsam sind die Tage auf unserem kleinen Roadtrip entlang der australischen Ostküste gezählt. Morgen Nachmittag werden wir bereits unser Ziel Sydney erreicht haben. Aktuell sind wir aber noch auf dem Weg zu unserem letzten Übernachtungsstopp vor der Metropole. Es ist ein merkwürdiges Gefühl: Wir genießen den Komfort der wechselnden Hotels und das Auspacken der Koffer an immer neuen, schönen Orten sehr, aber die Gewissheit, dass Sydney die letzte Station ist, schwingt nun bei jedem Kilometer mit.

Zwei wunderbar entspannte Tage in Byron Bay liegen hinter uns.  Kaum haben wir uns an den Vibe eines neuen Ortes gewöhnt, zieht es uns weiter. Wie immer hätten wir auch hier liebend gerne noch ein paar Tage drangehängt, um einfach nur aufs Meer zu schauen und die Seele baumeln zu lassen.

Am Freitagmorgen hieß es: Abschied nehmen von Brisbane. Die Fahrt aus der Stadt heraus verlangte uns durch den dichten Verkehr erst einmal einiges an Geduld ab, doch kaum lag das Stadtgebiet hinter uns, wurde es auf den Straßen Richtung Süden merklich ruhiger – und das Fahren endlich wieder entspannter.

Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir unser Ziel: den Byron Bay Discovery Park. Es ist eine dieser weitläufigen Anlagen, eine Mischung aus klassischem Campingplatz feststehenden Hütten, in denen man alles findet, was das Outdoor-Herz begehrt. Schnell war klar: Das hier ist ein echtes Paradies für Familien mit kleinen Kindern, im Reisejargon bedeutet das, es war ein ordentliches Gewusel und Kindergeschrei.

Wir bezogen ein kleines modernes Häuschen an einem der Teiche mit kompletter Ausstattung und zwei Schlafzimmern. Besonderes Feature: im Teich sprudelt eine Fontäne so laut, dass es jenes Gebrüll übertüncht hat 😂

Vor der Tür empfing uns übrigens ein freundlich dreinblickender Australian Waterdragon. Die sind echt so süss. Leider auch sehr scheu.

Mittlerweile sind wir ein total eingespieltes Team. Jeder Handgriff sitzt, fast so, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Während einer von uns die pinkfarbene Kühlbox ausräumt – unser treuester Begleiter, den wir direkt zu Beginn in Cairns erstanden haben –, kümmert sich der andere um die restlichen Vorräte.

Sobald der Duft von frischem Kaffee durch den Raum zieht, beginnt unsere ganz eigene Routine: Ich unterziehe wie immer die Matratzen einem kritischen Check, während Kai direkt den Pool inspiziert.

Den Nachmittag haben wir genutzt, um ein wenig durch den Ort zu bummeln und später am Strand die Meeresluft zu genießen. Wie fast überall auf unserer bisherigen Reise durch Australien begleiten uns auch hier zahlreiche Eukalyptusbäume – die einzige Lebensgrundlage der wohl süßesten Beuteltiere der Welt.

Überall am Straßenrand sieht man die Warnschilder, die zur Vorsicht mahnen, doch in den Baumkronen selbst sind die Koalas extrem schwer zu entdecken. Ihr graues Fell ist die perfekte Tarnung zwischen den Baumstämmen und den dichten Blättern. Meist klammern sie sich so eng und unbeweglich an die Äste, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um nicht einfach an ihnen vorbeizulaufen.

Umso aufgeregter war ich, als wir plötzlich eine kleine Gruppe von Leuten entdeckten, die alle mit gereckten Hälsen nach oben in die Baumkronen starrten. Ein untrügliches Zeichen: Da muss was sein!

Bereitwillig versuchte man uns die Stelle zu zeigen, aber ich tat mich anfangs wahnsinnig schwer, in dem Wirrwarr aus Ästen und Blättern den kleinen graue „Bären“ zu entdecken. Doch dann, plötzlich, fokussierte mein Auge ihn – und die Freude war riesig. Ist er nicht einfach unfassbar putzig?

Für den Abend hatten wir uns ganz optimistisch eine Tiefkühlpizza mitgenommen. Ich war mir sicher, dass wir in unserer Unterkunft wieder so eine praktische Kombi aus Backofen und Mikrowelle vorfinden würden, wie wir sie schon öfter hatten. Tja, falsch gedacht: Es war nur eine ganz normale Mikrowelle vorhanden.

Eine kurze Internet-Recherche später die verblüffende Lösung: Die Pizza zuerst in der Mikrowelle auftauen und anschließend in einer heißen Pfanne knusprig anbraten. Wer hätte das gedacht? Ich war skeptisch, aber was soll ich sagen: Es hat tatsächlich funktioniert! Ein echtes Roadtrip-Lifehack-Abendessen, das am Ende viel besser schmeckte als erwartet.

Für den nächsten Tag hatte ich mir ganz bewusst eine Ruhepause verordnet. Auf einer so langen Reise ist das für mich einfach essenziell – ohne diese Inseln der Erholung würde ich irgendwann nur noch erschöpft in der Ecke liegen. Während Kai also alleine loszog, um den nahegelegenen Strand zu erkunden, habe ich mir eine ganz andere Art von Auszeit gegönnt: Ich habe den ganzen Vormittag mit meinen Journaling-Freundinnen aus der ganzen Welt gezoomt.

Das Schöne an der Reise ist ja auch, dass sich die Zeitverschiebung mal zu meinem Vorteil dreht. Zu Hause in Frankfurt finden die Treffen meist weit nach Mitternacht meiner Zeit statt, was für mich kaum machbar ist. Hier in Australien hat es zeitlich endlich mal perfekt gepasst! Es wurde unglaublich viel gelacht und der kreative Austausch hat mir total gutgetan.

Und während ich meine Akkus aufgeladen habe, hat Kai diese fantastischen Aufnahmen am Strand gemacht. Sieht das nicht toll aus?

Am späteren Nachmittag stand noch ein kleines Highlight auf dem Plan: die Fahrt hoch zum Byron Bay Lighthouse. Ich muss wirklich sagen, dass dies einer der schönsten Leuchttürme war, die ich jemals gesehen habe – strahlend weiß vor diesem tollen Abendhimmel.

Kurz dahinter befindet sich der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Und genau dort passierte es: Wir konnten tatsächlich Delfine im Wasser entdecken! Kreisch! Wow, was für ein magischer Moment. Ein Tag, an dem man Delfine in freier Wildbahn sieht, kann einfach kein schlechter Tag sein. Wenn diese eleganten Kreaturen so spielerisch und wellenartig durch das Meer gleiten, macht das einfach glücklich. Ein perfekter Abschluss für unsere Zeit in Byron Bay.

Noosa – LA meets Riviera

Der Dienstag startete mit einer kleinen  Portion Abschiedsschmerz. Als wir morgens auf die Fähre gingen, war ich schon ein bisschen traurig, K’gari wieder verlassen zu müssen. Hier hat es uns beiden ganz besonders gut gefallen.

Wieder auf dem Festland angekommen, gab es erst mal ein freudiges Wiedersehen mit unserem treuen Gefährt. Das stand die ganze Zeit über brav und unauffällig auf seinem Parkplatz und hat auf uns gewartet.

Nachdem alles wieder ordentlich verladen und verzurrt war ging es wieder auf die Strasse, immer weiter in Richtung Süden.

Zwischendrin gab es mal wieder einen Kaffeestop, wo ein „echter“ DeLorian“ vor der Tür stand. Lustig.

Gegen vier Uhr am Nachmittag sind wir in unserem neuen Zuhause angekommen. Wir verbleiben fuer zwei Tage und zwei Nächte im River Retreat in Noosa. Ich habe schon vorher zu verstehen gegeben, dass ich fuer den Rest des Tages nur noch Päuschen machen will. Kai war dankbar dafuer, denn so eine Reise braucht einfach Pausen.

Also waren wir kurz noch im Supermarkt, haben uns was Schönes gekocht und den Rest des Abends auf der Couch verbracht. Im Fernsehen lief gerade „Friends“ und dazu habe ich gestrickt und Kai hat gelesen. Manchmal sind es genau diese unspektakulären Momente, die einen am Ende total glücklich machen.

Noosa von oben.

Der Mittwoch fing leider nicht ganz so erfreulich an, ich hatte Kopfschmerzen, einen flauen Magen und müde war ich auch. Naja, so muss man es eben hinnehmen. Die letzte Zeit ging es so gut, dann ist das auch auszuhalten.

Dennoch sind wir nach dem Frühstück wieder los, um die Gegend zu erkunden. Mit dem Auto sind wir vorne ans Meer gefahren und haben dort mit Mühe und Not einen Parkplatz ergattern können. Es war viel los. Vorne das Meer mit flachem Sandstrand und dahinter eine Promenade mit zahlreichen Boutiquen, Restaurants und Cafés. Die Stimmung war total anders als in Cairns. Ausserdem, ENDLICH kann man sagen, ist das Meer hier beachwimmbar, keine Quallen, keine Krokodile und höchstwahrscheinlich keine Haie.

Dementsprechend voll war es am Strand und im Wasser. Wir sind ein bisschen bergauf gelaufen, entlang eines kleinen Wanderweges an der Küste, wo wir sogar von ganz oben Meeresschildkröten im Wasser sehen konnten.

Die gesamte Atmosphäre war wirklich toll. Wie die Überschrift schon andeutete hat Noosa ein bisschen Californischen Surfervibe, gemischt mit europäisch mediterranem Flair.


Nach einer längeren Mittagspause im Hotel haben wir uns Abends dann noch mal aufgerafft und sind zum Noosa River gefahren. An der Promenade dort ist es herrlich entspannt. Wir sind schließlich oben in einem der charmanten Bootshäuser gelandet. Dort saßen wir dann, haben den Blick aufs Wasser und den Sonnenuntergang genossen und den Tag ruhig ausklingen lassen.

Ganz wesentlichen zur abendlichen Stimmung beigetragen haben auch tausende von bunten Lorikeets, die in den Bäumen sassen und so laut gezwitschert haben, dass sie den gesamten Geräuschpegel entlang des Flusses dominiert haben.

Noosa war mal wieder was besonderes. Eine tolle kleine Stadt am Meer. Hier zu leben, das koennten wir uns durchaus vorstellen 😂

Kängurutag

Es gibt an der Ostküste einen Strand, an dem sich morgens zum Sonnenaufgang Kängurus und Wallabys treffen, um dort nach Algen zu suchen. Der Strand ist Teil des Cape Hillsborough Nature Parks. Um dort rechtzeitig zum  Sonnenaufgang zu sein, hätten wir am Freitag ganz früh im Hotel in Airlie Beach aufbrechen müssen.

Spätestens um 4 in der Nacht hätten wir losfahren müssen. Wir haben darüber ernsthaft nachgedacht, uns dann aber doch schweren Herzens dagegen entschieden. Es wäre einfach zu viel geworden.

Umso aufgeregter war ich, als ich bei der Fahrt in Richtung Turtle Sands Hotel die vielen typischen gelben Schilder mit dem schwarzen Känguru gesehen habe. Die warnen davor, dass die australischen Beuteltiere meist Nachts plötzlich die Strasse überqueren.

Ich fragte beim Check In nach und man sagte uns, mit etwas Glück könne man welche sehen. Natürlich zum Sonnenauf- oder untergang auf einer Wiese hinter dem Anwesen.

So versuchten wir unsere Glück bereits am Abend, aber bis auf ein paar Stechmücken war nichts los.

Ein erneuter Versuch sollte am nächsten Morgen stattfinden. So kam es, dass wir um Viertel vor sechs schon angezogen auf der noch dämmrigen Straße hinter der Hotelanlage Ausschau nach den Roos hielten und plötzlich unseren Augen nicht trauten.

Ein Känguru nach dem anderen hoppelte aus dem Gebüsch über die Strasse auf die grosse Wiese nebenan. Fünf Stück waren es insgesamt und es war einfach toll. Die Sichtung dieser einzigartigen Tiere hat daher einen eigenen Beitrag verdient.

Das ist genau das gleiche wie beim Wildwechsel in der Heimat. Die Tiere starren in die Scheinwerfer und bleiben mitten auf der Strasse stehen. Dieses hier hat es sicher über die Strasse geschafft. Leider haben wir auf dem gesamten Weg aber bisher schon mindestens 6 oder 7 überfahrene Kängurus oder Wallabys am Straßenrand liegen sehen. So traurig.

Ganz schön muskulös. Da moechte man lieber nicht zu nahe kommen. Dank Teleobjektiv war dann doch diese Aufnahme möglich. Und ja, es hat mich beobachtet. Ich war aber sicher hinter dem Gebüsch und weit genug weg 😉

Wir waren beide total happy, so viele davon in der freien Natur beobachten zu können. Das frühe Aufstehen hat sich total gelohnt.

Mehr Australien geht nicht

Gestern habe ich mir mal ein Blogpäuschen gegönnt, da am Freitag fast ein reiner Fahrtag war. Aber wenn man es dann alles zusammen betrachtet, gibt es doch wieder ein bisschen was zu erzählen.

Am Freitag morgen waren wir noch auf dem Balkon in Airlie Beach und da haben uns beim Frühstück gleich drei Kakadus besucht. Die sehen wirklich so lieb aus. Hätte ich gedurft, hätte ich gerne mein Obst vom Frühstück mit ihnen geteilt. Aber am Balkon hing ein Zettel mit der Bitte, die frechen Gelbfederköpfe nicht zu füttern. Sie werden schon wissen warum 😉

Die Strecke zum naechsten Haltepunkt war ca. 475 km lang. Einfach fahren war die Devise, vieles, wo sich ein Stop unterwegs gelohnt hätte gab es ohnehin nicht.

Zwischendrin machten wir Mittagspause in einem kleinen Ort namens Sarina. Dort hatte ich uns das Roots Collective Café ergoogelt. Ein wirklich bezaubernder liebevoll geführter Coffeeshop mit tollem Essen.

Irgendwann am späten Nachmittag erreichten wir dann Rockhampton, eine Kleinstadt, die vor allem durch ihre Viehzucht einen Namen hat. Es schien eine reine Durchfahrtsdestination zu sein, denn vor Ort gab es eigentlich nur Motels. So waren wir auch an einer Durchgangsstrasse im Best Western Cattle City Motor Inn untergebracht. Mit der recht einfachen Behausunge setzte der Veranstalter hier gekonnt einen Kontrapunkt zu den bisher recht gemütlichen und komfortablen  Unterkünften. 😂

Aber es war sauber und die Betten waren bequem. Was will man mehr. Und so ein Motel gibt einem auch das echte Roadtrip Gefühl.

Am Abend wieder einmal das gleiche Phänomen wie in Townsville zwei Nächte zuvor. Trotz Freitag Abend war die Innenstadt wie ausgestorben. Kaum etwas hatte geöffnet.

Etwas frustriert erinnerten wir uns, dass es direkt neben dem Hotel einen Aldi gab. Dort sind wir dann hin, und haben uns Zutaten fuer ein leckeres Mikrowellenmenü gekauft.

Am naechsten Morgen gab es wir immer die Trilogie aus Packen, Frühstück und Schwimmen. Trotz Schwimmbad direkt neben der Hauptstraße ließen wir uns das nicht nehmen. Und unsere kleines Frühstück direkt vor dem Zimmer sieht doch auch ganz nett aus 😉

Danach sind wir direkt an den Stadtrand und  hoch in die Berge gefahren. Dort war naemlich der Mount Archer Nationalpark.

Mit diesen Exemplaren hatten wir dort oben besonderen Spass. Es handelt sich dabei um Kookaburras, und wenn die zwitschern, dann klingt es so, als wuerden sie dich hämisch auslachen. Soooo lustig.

Die bunten Lorikeets gab es schon in Cairns tausendfach. Sie sind einfach so wunderschön. 

Es war ja mittlerweile Samstag und auch heute mussten wir wieder 350 Kilometer abarbeiten. Zwischendurch machten wir Halt in einem kleinen Ort namens Miriam Vale. Dort hatte ich wieder einen netten Coffeeshop gefunden. Der hatte leider zu und eine Dame sagte uns im vorbeigehen, dass heute alles geschlossen hat wegen dem grossen Rodeo im Ort.

Mein Herz schlug direkt höher. Ein echtes australisches Rodeo. Sofort schossen Bilder in meinen Kopf, von Cliff Barnes und Miss Ellie, JR Ewing wie er von Sue Ellen hämisch einen Drink ins Gesicht geschüttet bekommt. Die sind zwar amerikanisch, aber durch die ausgeprägte Viehzucht hier in Australien, sind Rodeos hier auch etwas ganz typisches. Vergleichbar bei uns mit einer Kirmes oder einem Schützenfest. Mehr Australien geht nicht. Sowas liebe ich ja. Echtes Lokalkolorit.

Leider kostete das aber 20 dollar pro Person. Für nur mal eben reinschauen erschien uns das etwas zu teuer. Und zum Bleiben hatten wir einfach keine Zeit. Hier verfluchten wir dann mal kurz diese sehr eng getaktete und vorgeplante Reise, die einfach keinen Raum für Spontanität lässt. Nächstes Mal machen wie es wieser wie gehabt. Australien ist ein wirklich unkompliziertes Reiseland. Hotels gibt es praktisch an jeder Ecke und außerdem ist es Nebensaison. Aber das hilft jetzt nix und so bin ich kurz vorgelaufen und habe ein liebes Gesicht gemacht. Für ein paar Fotos und mal kurz gucken durfte ich schnell umsonst rein.

Es war mittlerweile Nachmittag als wir unsere bisher schönste Unterkunft der Reise erreicht haben. Das Turtle Sands Hotel direkt am Meer kurz hinter Bundaberg. Hier hat es uns wirklich besonders gut gefallen. Der Stand davor ist vor allem bekannt für die Schildkröten, die jährlich zur gleichen Zeit am Jahresende dorthin kommen und ihre Eier ablegen. Bis Ende März ist dann Hatching Season, da schlüpfen die kleinen Minikröten  und versuchen ihren Weg ins Meer zu finden.

Das muss ein tolles Schauspiel sein, aber die Saison haben wir knapp verpasst.

So machten wir am frühen Abend dennoch  einen Spaziergang am Strand. Grundsätzlich ist der sowieso ab 6 geschlossen, damit mögliche  Nachzügler noch ungestört schlüpfen können. Während der Saison kann man den Strand auch nur in einer geführten Kleingruppe besuchen. Alles scheint hier viel weniger auf Massentourismus ausgelegt zu sein, als damals bei den Pinguinen.

Zwei schöne aber anstrengenden Tage liegen jetzt also hinter uns. Heute ist Sonntag. Was jetzt kommt, klingt nach purer Entspannung.  Wir freuen uns darauf.

Billabong Sanctuary

Wieder ein neuer  Tag auf der Route nach Süden. Ein ganz normaler Mittwoch. Wie immer starteten wir den mit einem kurzen Sprung in den Pool. Dieser war heute etwas Besonderes, er befand sich hoch oben im 20. Stock des Grand Chancellor Hotels in Townsville. Die Aussicht von oben war natuerlich toll.

Oben trafen wir einen der Property Guys und ich fragte ihn, warum es trotz Tuer nach draussen, nochmals eine zusätzliche Absperrung gibt. Irgendwie total sinnlos fuer unser Verständnis. Es erklärt sich mit australischen Bauvorschriften. Die geben naemlich vor, dass jeder Swimming Pool zusätzlich einen kindersicheren Zugang hat. Nichts dagegen einzuwenden, haette man nur auch schon mit der ersten Tür machen können 😜 Wir fachsimpelten ueber unnütze Bauvorschriften in unseren jeweiligen Ländern und scheinbar gibt es da auch in Australien sehr viel Bürokratie. Don’t get me started on the Bundesbauministerin 😜

Nach einem spartanisch Frühstück im Doppelzimmer ging die Packroutine los. Bisher funktioniert das System tadellos. Auch wenn es auf diesem Bild gerade nicht so aussieht 🤣 habe ich ziemlich genau 12 Minuten gebraucht, um das Chaos wieder zu beseitigen.

Dieses Mal hatten wir ca. 3, 5 Stunden Autofahrt vor uns, wobei direkt nach einer halben Stunde der heutige Tagesstop kam. Das Billabong Sanctuary beherbergt lauter australische Tiere, die irgendwo oder irgendwann auf Rettung angewiesen waren, daher auch der Name Sanctuary.

Da isser schon mutig der Kai. Warten wird mal ab, bis die echten Krokofanten auftauchen 😄

Wir waren ja schon mal am Anfang in einem solchen Gehege, aber ich kann einfach nicht genug von den australischen Beuteltieren bekommen. Kai hat vollstes Verständnis dafür.

Es folgt nun in loser Abfolge eine Reihe von Tieren, die ich vor dir Linse bekommen habe.

Dieser freundliche Geselle sass ganz entspannt auf einem Ast und hat gefrühstückt. Ein wunderschönes Federvieh.
Den hier haette ich eigentlich die ganze Zeit nur anstarren können. Dieses Schlafgesicht ❤️❤️❤️
Ein Roo mit einem Joey (so nennen die Aussies hier die Känguru Babys) – die Mama trägt nur 36 Tage und gebärt ein bohnengrosses Mini-Roo. Das klettert dann in den Beutel und wächst von dort aus. Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, ein Junges zu sehen. Umso toller war dieser Anblick.
Dieses Baumkänguru ist mal eben von seinem Fressplatz auf den Baum geklettert, um von mir fotografiert zu werden. So war es ganz sicher. 😉
Der pinkfarbene Kakadu
Ein Pademelon, eine Art Mini-
Känguru
Die echten Billbys haben sich gerade nicht gezeigt. Daher mußten wir mit diesem hier vorlieb nehmen. Der dient in Australien übrigens als Osterhase.
Hier kommen dann die echten Kollegen.
Eine Fütterung im Crocodile Dundee Style  ist sehenswert.
Gaby und das Wombat
Und hier mal ein echtes Wombat in seinem Kämmerchen. Er kann natuerlich von da aus ins Freigehege und hat ein riesiges unterirdisches Tunnelsystem.
Ich liebe die Erdmännchen ❤️

Nach dem Besuch im kleinen Tierparadies hieß es nun erst mal 3 Stunden Straße hinter sich lassen. Erwähnenswert ist hier ein kurzer Lunch Stop in einem kleinen Ort direkt am Highway gelegen. Wir stießen auf ein Fischhändler, der auch Snacks anbietet. Dort bekamen wir jeder ein grosses Hummersandwich fuer schlappe 8 Dollar, umgerechnet ca. 5 Euro. Das war wirklich hervorragend lecker. Diese Art der kleineren kulinarischen Entdeckungen machen so einen Roadtrip erst richtig besonders.

Kurz vor der Ankunft im neuen Zuhause haben wir einen alten Bekannten getroffen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich unsere nächste Unterkunft, dieses Mal bleiben wir sogar zwei Nächte. Wir bezogen ein richtiges Apartment im 4 Stock des Whitsunday Vista Resort. Ich freute mich besonders über die Waschmaschine und richtig viel Platz, um mein Chaos auszubreiten.

Direkt nach Ankunft ist Kai im Pool verschwunden und ich habe den letzten Blogbeitrag fertig gemacht. Des Rest des Tages sind wir im Hotel geblieben. Wir waren beide ziemlich kaputt. Diese Art zu Reisen ist schon recht fordernd, obwohl es so viel Spass macht. Das will ich nicht verschweigen. So haben wir das erste Mal auf dieser Reise richtig gekocht (Nudeln mit Tomatensauce, hey, immerhin 😂) und danach auf der Couch relaxed. Kai hat gelesen und ich habe an meinem handgestrickten Koala weitergearbeitet. Mal sehen, ob ich ihn hier in Australien noch fertig bekomme.

Die beiden sind am Abend direkt zu mir geflogen, als sie gesehen haben, dass ich sie von weitem mit einem Teleobjektiv beäugt habe.

Ach ja, wir sind übrigens in Airlie Beach gelandet, das liegt vor den berühmten Whitsunday Islands. Dahinter liegt immer noch das Great Barrier Reef. Immer noch deshalb, weil es uns schon seit Cairns begleitet. Da wir hier zwei Nächte sind, ist für morgen wieder ein Ausflug geplant. Doch davon erzähle ich demnächst.

Achtung! Gefährliche Tiere – Ein Tag im Regenwald

Am Donnerstag haben wir mal wieder eine Tour gebucht. Dieses Mal jedoch mit etwas mehr Bedacht, so haben wir eine kleinere Gruppe gewählt und etwas mehr auf die Rezensionen im Internet geachtet. Und die Recherche hat sich gelohnt. Wir wurden nicht enttäuscht und es war ein ganz wundervoller Tag mit ganz viel Natur und Australian Wildlife.

Wir wurden am Morgen gegen halb acht direkt am Hostel abgeholt und begrüßt hat uns freudestrahlend ein waschechter „Cairnser“ mit Namen Rohan. „Hi you must be Gabrielle?“   Unser Fahrzeug war ein umgebauter Truck mit nur 18 Sitzplätzen, und wir waren die letzten im Bus und wurden als „Team Germany 2“ vorgestellt. Wir sind eben überall. Ein reiselustiges Völkchen. Sollte man nicht meinen, das es dennoch so viele Menschen gibt, die in diesem Land braun/blau wählen. Reisen sollte eigentlich den Horizont weiten. Sorry, ich schweife ab 😂

Unser erster Stop führte uns zum Mount Alexandra Lookout, von dort hatte man einen wundervollen Blick auf das Meer und den davor liegenden Regenwald.

Direkt danach wurden wir zur Daintree Icecream Company gebracht. Einer Institution in der Gegend, die sehr leckeres Eis machen, vor allem aus tropischen Früchten. Manche davon kannte ich ueberhaupt nicht.

Wir bekamen den Signature Cup, wobei Mango und Kokos natuerlich alte Bekannte sind. Die beiden anderen jedoch waren mir total neu, Wattleseed besteht aus dem Samen einer Akazienpflanze und ist hier traditionell in Australien zu finden, der Geschmack ist nussig und sehr lecker. Black Sapote ist eine Khaki Art, aber in schwarz, sie wird auch Puddingfrucht genannt und schmeckt tatsächlich ein bißchen nach Schokoladenpudding. Ein fantastisches Gewächs.

Bei der Weiterfahrt habe ich mich im Bus nach vorne gesetzt nach dem unser Guide gefragt hat, ob das jemand möchte. Von dort hatte man eine prima Aussicht, als wir tiefer und tiefer in den Regenwald gefahren sind.

Die Schilder, die hier vor Wildwechsel warnen, zieren ein Bild des im Busch verbreiteten Cassowary, einem flugunfähigen Laufvogel. Eine direkte Sichtung ist jedoch gar nicht sicher. Umso aufgeregt waren alle, als direkt neben unserem Parkplatz am naechsten Stop ein besonders grosses Exemplar in all seiner Pracht seelenruhig dort stand und uns neugierig anschaute.

„Yay, we’re off to a good start“ sagte unser Guide, denn von hier ab sollte eine etwa einstündige Wanderung über hölzerne Wege mitten durch den uralten Regenwald gehen, einem Teil des Daintree National Parks.

Und hier kann ich mal wieder nur Superlative benutzen. Es war einfach wunderschön und eine ganz tolle Atmosphäre. Von überall konnte man Tierlaute vernehmen und das satte Gruen der hunderten verschiedenen Pflanzenarten war einfach traumhaft schön anzuschauen.

Riesengroße Strahlenpalmen, einfach toll! Zu denen habe ich einen besonderen Bezug, denn ich hatte mal die Aufgabe, diese Pflanze in einer Metallkonstruktion nachzubauen, mit einer Spannweite der Blätter von bis zu 6m. Das war eine statische Herausforderung. Wer es mal sehen moechte, zu „bestaunen“ auf der Aussenterrasse des Loop 5 in Darmstadt Weiterstadt.

Schmettegage!!!! De Maulwurfn war furchtbar aufgeregt.

Später zurück am Ufer dann die Warnschilder vor Krokodilen und den extrem gefährlichen Würfelquallen. Nein nein nein, schwimmen im Meer ist leider gar nicht möglich.

Eine Pfefferminz Stabheuschrecke. Faszinierendes Insekt. Sie trägt ihren Namen, weil sie bei Gefahr eine Art ölige Flüssigkeit versprüht, die nach Pfefferminze riecht.

Besonders toll war dann auch die Sichtung eines Baumes, in dem sich dutzende Flughunde tummelten. Sie hingen da so rum und ich konnte in aller Ruhe mein Tele aufschrauben, um die possierlichen braunen Teddybären im Batman Kostüm zu fotografieren. Das sind dann immer die Momente, in denen mein Hobby Fotografinnen Herz Purzelbäume schlägt. Sind die nicht drollig?

Später haben wir noch gemeinsam zu Mittag gegessen und ein kühlende Bad in einem glasklaren Bachlauf genommen, dieser sei angeblich vollkommen ungefährlich. Alle gingen rein und Kai hat versucht, sich von einer Liane direkt ins Wasser zu schwingen. Das war schon etwas ulkig und alle umstehenden hatten was zu lachen und es gab Applaus für seinen Mut. Das ist eben einfach das schöne an kleineren Gruppen, man kommt mit allen mal ins Gespräch und das macht so viel mehr spass.

Das absolute Highlight des Tages sollte jedoch noch kommen, eine etwa einstündige Fahrt auf dem Daintree Fluss, in dem einige Exemplare des größten lebenden Salzwasserkrokodils beheimatet sind. Man hat uns keine grosse Hoffnung auf eine Sichtung gemacht, da die Brühe vom vielen Regen braun war und der Wasserstand entrprechend hoch. Naja, egal, die Fahrt war trotzdem schoen. Aber dann, was war das, unsere Bootsführer steuerte eine Sandbank am Ufer an und da lag er, ein männliches ca. 5 m langes Exemplar eines australischen Salzwasser-Leistenkrokodils. Verrückt und absolut atemberaubend. So faszinierend er auch aussieht, dem moechte man nicht zu Nahe kommen. Der reißt einem nicht nur mal eben ein Bein aus. Wenn er seine Beute hat, dann wird diese erstmal ertränkt und mit der sogenannten Todesrolle (kennt man sicher aus dem Fernsehen) in seine Einzelteile zerlegt. Huiuiui. Nein, ich betone nochmals. Ins Wasser gehen wir hier nicht.

So ein Teleobjektiv ist wirklich sehr nützlich. Besonders bei der Krokodilfotografie.

Wie schon eingangs gesagt, der Tag war schön. Wir hatten eine ganz tolle Zeit, kaputt waren wir aber schon, als wir abends gegen sechs wieder zurueck im Hostel waren. Das wars jetzt aber erst mal mit den gebuchten Touren, ab morgen gibt es zwei Ruhetage hintereinander, bevor am Sonntag dann der eigentlich Urlaub anfängt 😂

Entlang der Great Ocean Road

Für Montag hatten wir uns noch mal einen Ausflug gebucht, bereits von Deutschland aus. Es sollte mit dem Bus zur berühmten Great Ocean Road gehen. Angeblich eine der schönsten Küstenstraßen der Welt.

Der Tag startete sehr früh, der Wecker klingelte bereits um halb 7 am Morgen.  Aus Gründen, die ich noch nicht so richtig erklären kann, macht mir das jedoch gar nichts aus. Und das auch noch mit Jetlag, da schläft man sonst immer bis in die Puppen und kommt morgens kaum aus dem Bett. Schon verwunderlich irgendwie, speziell im Hinblick auf meine derzeitige gesundheitliche Situation.

Gleich um die Ecke vom Hotel wartete ein Bus auf uns, der Fahrer hakte unsere Namen ab und wir stiegen wir die coolen Kids von früher ganz hinten im Bus ein.

Zunächst ging die Fahrt  aus Melbourne heraus und dann immer weiter südwestlich bis an die Küste. Von da hieß es in loser Reihenfolge: Aussteigen, knipsen und wieder einsteigen. Wieder eine Abfertigung der Massen, schade. Warum wir gleich zweimal so eine Tour machen willst du wissen? Na weil beide vorher fest gebucht waren und wir da jetzt nun mal drin stecken ;-) . Beim eigentlich Highlight, den wirklich sehr bekannten 12 Aposteln, die mittlerweile nur noch zu siebt sind, drängten sich die Massen dicht an dicht entlang der gut ausgebauten Wege zu den diversen Aussichtspunkten.

London Bridge (has fallen)

Loch Ard Gorge
Razorblade
Ganz alleine waren wir nicht.

Die 12 Apostel

Irgendwann erreichten wir eine kleine Küstenstadt namens Apollo und dort machten wir endlich mal länger als 5 Minuten Pause, eine ganze Stunde nämlich. Die nutzten wir, um mal eben vor ans Meer zu gehen und spaeter noch eine Tasse Kaffee zu trinken. Dort hat es uns gut gefallen. Es herrschte eine angenehme und ruhige Atmosphäre.

Später ging  die gesamte Strasse wirklich nur noch direkt am Meer entlang, und das fuer fast eine Stunde. Der Himmel war blau mit ein paar Wolken, das Licht war toll und die Fahrt hat richtig Spass gemacht.

Es folgte ein weitere kurzer Pinkelstop in einem Küstenort namens Lorne, dort warteten zahlreiche Surfer gemeinsam auf die Wellen. Auf der Wiese am Strand tummelten sich die putzigen weißen Kakadus mit dem gelben Puschel auf dem Kopf.

Ein Cockatoo (Kakadu)
Am Strand in Lorne

Weil wir insgesamt gut in der Zeit lagen wurden wir nochmal mit einem kurzen Abstecher belohnt, unser Guide wollte uns freilebende Kängurus zeigen. Er war sich seiner Sache sehr sicher, ich war jedoch skeptisch. Tiere in der freien Natur zu sehen ist immer wieder Glueckssache. Während ich das noch dachte tauchten zwei Koalas in den strassenbegleitenden Eukalyptusbäumen auf. Der Fahrer machte halt und alle stiegen aus und beobachteten die beiden putzigen Beuteltiere. Eines, wie es in aller Seelenruhe hoch oben im Baum seine Lieblingsspeise knabberte, Eukalyptusblätter, während sein  Kamerad neben ihm tief und fest schlief. Ein Koala schläft bis zu 20 Stunden am Tag, den Rest der Zeit frisst er seine Eukalyptusblätter. Grundsätzlich fühle ich mich dem Tier sehr verbunden 😂

Zu guter Letzt brachte uns der Fahrer dann in ein Wohngebiet mit angeschlossenem Golfplatz. Dort auf einmal tauchten sie auf, mindestens 20 Kängurus sassen verteilt auf dem glattgeschorenen Golfrasen und knabberten vor sich hin. Aaaaah, das ist kaum zum Aushalten. Echte, wildlebende Roos (wie die Aussies sagen). Wir konnten unser Glück gar nicht fassen. Ich liebe einfach solche Tiersichtungen. Stundenlang könnte ich da einfach nur sitzen und zuschauen.

Kängurus und Golfbälle
Alles voller Roos!!!

Es war mittlerweile schon halb sechs am Nachmittag und ich war  hundemüde. Kein Wunder. Glücklicherweise war es die letzte Station und ab hier ging es wieder auf die Autobahn direkt zurueck nach Melbourne. Um kurz nach sieben waren wir wieder zurueck im Hotelzimmer.

Eigentlich wollten wir unbedingt noch mal in eins dieser sehr authentisch aussehenden  chinesischen Lokale gehen, die ueberall in der Stadt verteilt sind. Aber ich war einfach zu kaputt, ausserdem mussten wir ja noch packen. Kai hat uns nochmals das sehr leckere Sushi besorgt und wir haben in aller Ruhe im Zimmer gegessen.

Seitenblick aus unserem Hotelzimmer

Morgen werden wir Melbourne verlassen und uns in eine vollkommen andere Gegend von Australien begeben. Mal sehen wo es hingeht. Ich werde auf jeden Fall berichten.

Koala, Pinguin & Co. – Trigger Warnung: Extrem anbetungswürdig!

Am Samstag wurden wir gegen viertel vor 12 von unserer Tourguide Jess abgeholt. Es erwartete uns ein voller Tag mit zahlreichen neuen Eindrücken. Der Bus hatte  mit 24 Sitzplätzen eine angenehme Größe, die Sitze waren jedoch furchtbar eng. Wie gut, dass ich meine Stützstrümpfe vom Hinflug wieder angezogen habe 😂

Egal, Jess war total nett, eine echte Melbournerin mit dem typischen Aussie Akzent. Irgendwie wird alles etwas breiter ausgesprochen und die Vokale werden gerne mal vertauscht. So sagt man nicht „nice“ (neis) sonder „noooice“… Water ist wada (woooda) und … Man verniedlicht auch sehr gerne, aus Breakfast wird Brekkie, aus Sunglasses wird Sunnies  und  die Australians sind natuerlich die Aussies. Irgendwie mag ich das, es klingt freundlich.

Unser erster Stop brachte uns zum Brighton Beach, Brighton ist ein nobler Vorort von Melbourne und liegt direkt am Meer. Dort zu sehen gibt es aneinander gereihte sogenannte Strandboxen, die über Generationen vererbt werden. Neulich ist eine fuer knapp eine halbe Millionen Dollar verkauft worden (ca. 300.000 €). Dabei gibt es in diesen Boxen weder Strom noch fließendes Wasser. Gemuetlich sind sie jedenfalls. Und natuerlich absolut fotogen.

Nach knapp einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir das Moonlit Sanctuary. Ein kleiner Zoo mit diversen Gehegen fuer die australischen Tiere. Das war mein anvisiertes Highlight des Tages. Denn wenn Australien einer meiner lange gehegten Lebensträume war, so steht die Sichtung eines echten Koalas symbolisch fuer die Erreichung dieses Ziels.

Als ich dann den ersten puschelohrigen Vertreter dieser Art gesehen habe, habe ich auch erst mal eine Runde geflennt. Das passiert immer wieder, wenn ich von etwas so überwältigt bin. Meine Güte, die kleinen Eukalyptusfresser sind aber auch verdammt  süß.

Zu den Dingos gibt es ja diese australische Sage, dass die vor Jahren mal ein Baby entführt haben sollen, wahre Geschichte, aber auch sehr umstritten, es wurde auch verfilmt. Sie sehen eigentlich ganz harmlos aus und sind ausserdem total hübsch.

Der kleine Dicke Wombat ist auch ein Beuteltier, frisst Pflanzen und gräbt sich durch die Erde.

Im Opelzoo in Frankfurt kann man sich am Eingang Karotten kaufen und damit die Tiere füttern. Das macht immer großen Spaß . Hier im Park gab es einen Becher mit Mais und irgendeiner Art Trockenfutter mit der man die freilaufenden Wallabees und Kängurus füttern durfte. Aaaaah, kaum auszuhalten vor lauter Entzückung. Also wenn einem so ein Känguru die weiche Schlabberschnauze in die Hand legt und langsam die Maiskörner knackend zerknabbert, da muss einem ja das Herz aufgehen. Man kann es vielleicht an unseren Gesichtern sehen, wie absolut bezaubernd das war.

Der kleine Tasmanische Teufel hat seinen Namen durch die roten, stark durchbluteten Ohren bekommen. Es ist ein Carnivore, aber ein sehr friedlicher Vertreter. Es ist ebenfalls ein Beuteltier. Leider ist die Art ganz stark vom Aussterben bedroht.

Ein Albino Känguru ❤️
Zuckersuesses Wallabee

Der Stop in dem kleinen Sanctuary war definitiv das Highlight des Tages. Ich haette dort noch viel länger bleiben können. Aber es ging weiter an einen Strand, an dem es lange hölzerne Stege zum Laufen gibt. Die Felsen dort werden Nobbies genannt. Warum? Keine Ahnung, vielleicht kann es mir einer erklären. Auf den Stegen ließ sich übrigens das herannahende Unheil bereits erahnen. Ich sags mal so, wir waren nicht alleine.

Schön war auch die folgende kleine Minisafari, auf der wir ganz viele Wallabees in freier Natur sehen konnten

Was danach folgte lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Bizarr. Es folgt der Namensgeber dieser Tagestour, das eigentliche Highlight, die Pinguin Parade. Jeden Abend um eine bestimmte Zeit kommen hunderte Zwergpinguine aus dem Wasser, um sich an Land ihre Unterkunft für die Nacht zu suchen. Aus diesem Event hat man leider eine totale Massenveranstaltung gemacht. Es gibt ein riesiges zentrales Gebäude mit Ausstellungen, Restaurant, Andenkenläden und Veranstaltungsflächen. Ab ca. 7 Uhr wurde man aus dem Gebäude ueber lange Holzstege in Richtung Strand gelassen. Dort waren riesige Tribünen fuer die Besucher. Kai und ich schätzen, dass es mindestens 1500-2000 Menschen gewesen sein mussten. Wirklich absolut bizarr.

Wir waren fast die letzten vorne am Strand, konnten uns aber recht gute Plätze sichern und hatten Glück. Denn der Hauptweg der kleinen watschelnden Pinguine war direkt in unseren Abschnitt. Da war ich dann schon wieder eher verzückt. So suess sind die.

Fotografieren war übrigens streng verboten. Auch ohne Blitz, aber die hellen Displays der Handys machen den kleinen Angst. An den Menschenmassen scheinen sie sicher aber nicht zu stören. Der Strand war in einem bestimmten warmen gelben Licht beleuchtet, dass die Tiere angeblich nicht stört.

Die Fotos und Videos der Pinguine konnte man per QR Code herunterladen und diese sind zur freien Benutzung auf Social Media.

Besonders schoenes Detail, die kleinen haben blaue federn, so sind sie von oben im Meer schlechter fuer Feinde zu erkennen, und der weiße Bauch ahmt den hellen Himmel nach, der die Tiere von unten vor ihren Fressfeinden schützt.

Um 9 Uhr ging es dann in zweieinhalb Stunden zurueck nach Melbourne. Mein Fazit, alles was wir gesehen haben war wirklich schön, aber haetten wir auch nur im Ansatz eine Ahnung von den Menschenmengen gehabt, dann haetten wir wahrscheinlich darauf verzichtet. Wir machen schon öfter solche Touren, aber sowas … Heieiei. Aber was solls, der Tag war trotzdem toll und gegen Mitternacht sind wir glücklich ins Bett gefallen.