Angkor Wat

Unser zweiter und letzter voller Tag in Siem Reap stand ganz unter dem Eindruck der gigantischen Tempelanlagen rund um Angkor Wat.

Auf den viel gepriesenen Sonnenaufgang haben wir zunächst einmal verzichtet, da wir uns einfach nicht vorstellen konnten, um vier Uhr aufzustehen. Ich wäre dann den ganzen Tag matschig und unausstehlich gewesen. So haben wir erstmal gemütlich gefrühstückt und uns dann so gegen 10 in Bewegung gesetzt. Unsere kleinen Elektromopeds haben unten in der Hotelgarage übernachtet und wurden, ohne etwas sagen zu müssen, direkt vom Personal nach oben gebracht. So aufmerksam sind hier alle, faszinierend.

Die meisten staunen nicht schlecht über diese Art der Motorisierung und fragen recht neugierig. Geräuschlos schnurrten wir vor zur Hauptstraße und fädelten uns in den dichten Straßenverkehr ein. Interessant wie irgendwie alles klappt. Sieht aus als wären alle total rücksichtslos, aber dennoch funktioniert es gut und es hat sogar ein bisschen Spaß gemacht. Vorbei ging die Fahrt in Richtung Norden an der Ausfallstrasse entlang wilder Bebauung und Millionen von Strassenständen, bis das Häusermeer irgendwann von Strassenbegleitgrün abgelöst wurde. Irgendwann erreichten wir den Kontrollpunkt und mussten unsere Tageskarten mit Foto vorzeigen. Danach wurde es noch grüner und bewaldet. Am Straßenrand tauchten die ersten, von mir sehr gefürchteten, kleinen Affen auf. Makaken. *kreisch*

Ich wollte nach einer Weile kurz rechts ran fahren und meine Sonnenbrille aufsetzen, als ich feststellte, dass ich beinahe direkt neben einer Gruppe der reißerischen wilden Biester geparkt hatte. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Später lief eine Horde Elefanten mit ihren Mahuts vorbei. Es war ein wundervolles Wetter und die Fahrt war toll.

Wir hielten an der Einfahrt zu Angkor Tom an und stiegen ab, um beeindruckt erste Fotos zu knipsen. Wir fuhren weiter rein und machten beim Bayon Tempel halt. Dort schauten wir uns weiter um und gingen spazieren in der riesigen Anlage. Voller Ehrfurcht liefen wir entlang diverser kleinere Tempel und Toranlagen. Die Anlage drum herum ist grün und wird scheinbar recht gut in Schuss gehalten. In den Baumwipfeln fliegen grüne Papageien umher.

Nach längerem Laufen bewegten wir die Mopeds zu einer Art Rastanlage, in der sehr sehr aufdringliche Frauen versuchen, zu einem Mittagessen in Ihrem Restaurant zu überreden. Dabei verfolgen Sie einen sehr penetrant, und wenn man wie wir gerade nur etwas trinken will, muss man leider hart bleiben. Die Kambodschanerinnen sind, wenn es ums verkaufen geht, leider für unsere Verhältnisse etwas … wie sage ich es … naja etwas herausfordernd ;-)

In der Regel wird man erst nach Namen und Herkunft gefragt und bekommt breit lächelnd das Angebot unterbreitet … sagt man dann nein, kommt die Tränendrüse mit einem absoluten Schmollmund, dass man alleine schon aus Mitleid kaufen möchte. Oft sind die Damen dann bereit, so weit im Preis runterzugehen, dass man das Gefühl bekommt, würde man noch länger warten, sie würden einem Geld bezahlen, wenn man etwas abkauft ;-)

Wir tranken eine Cola und auf gings zum nächsten Highlight, dem Ta Prohm Tempel, der vor allem dafür bekannt ist, dass sich riesengroße Bäume mit ausladenden Wurzeln zwischen den Steinen breit gemacht haben. Dieser Ort war wirklich märchenhaft … aber leider sehr voll. Aber dennoch ging es einigermaßen und das ganze ist ja so groß, dass es immer wieder stillere Momente gab.

Danach gab es erstmal Futter für uns und unsere kleinen treuen Elektrogefährten. Es gab eine Ladestelle an einem Restaurant, und während die Mopeds gierig ihren Strom tranken, speisten wir leckere Frühlingsrollen und Stir Fried Reisgerichte.

Zum Schluss … dramaturgisch hätte man es nicht besser machen können, erreichten wir über das weniger frequentierte Osttor den eigentlichen Haupttempel, den sagenhaften Angkor Wat. Wir liefen Richtung Westen nach vorne zum Gewässer, wo man die bekannte Gesamtaufnahme mit der Wasserspiegelung machen kann. Wahnsinn dieses Motiv.

Natürlich gingen wir auch rein und konnten als eine der letzten sogar noch ganz nach oben. Es war einfach toll und beeindruckend und spektakulär und großartig.

Etwas erschöpft sattelten wir die Elektroräder und fuhren zurück in die Stadt. Mittlerweile ist es dunkel geworden, und wir waren schon ein bisschen froh, die beiden wieder abgeben zu können. Denn somit konnten wir endlich ein gekühltes Angkor zischen gehen. Prost.

Zwischendurch wurde nochmal geduscht und wir gingen lecker Essen und gönnten uns noch ein letztes Mal (in Siem Reap) eine wohltuende Fussmassage. Hach, wie werde ich das vermissen :-)

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