Reise in ein fremdes Land

Was soll ich sagen. Früh wars mal wieder, als wir noch im dunklen das gemütliche Bett unterm romantischen Moskitonetz verlassen mussten. Es war Packen angesagt und ich bin mal wieder froh über die Routine, die sich auf unseren vielen Reisen eingestellt hat. Ich habe vier verschiedene Packtaschen in meinem Rucksack, die wie Schrankfächer funktionieren und so das lästige suchen verhindern. Außerdem ist man schnell wieder bereit zur Weiterreise.

Auf dem Weg zu unserem nächsten stop machten wir mit dem Bus noch eine kleine Safari durch den Krüger Park. Es gab nochmals viele tolle große Tiere zu sehen. Einschließlich eines riesengroßen Nashorns, wie es gemächlich über die Straße lief, und eines superminikleinen Elefantenbabys, dass gerade noch aufrecht unter dem Bauch seiner Mama stehen konnte … kreischalarm. Soooooooo süüüüüüüssss!!! Kurz nach dem Park machten wir halt am Supermarkt und wir deckten uns mit notwendiger Nahrung ein, Wasser, Snacks und Alkohol für die nächsten Tage. Das ganze fühlt sich immer mehr nach Klassenfahrt an. Nur kurze Zeit später erreichten wir den Grenzübergang zum kleinen Königreich Swaziland. Die Formalitäten waren schnell erledigt und was als erstes auffiel, waren die überall aufgestellten Kondomspender. Wie in vielen Ländern Afrikas, hat auch Swaziland ein erhebliches Problem mit Aids. Etwa 35 % der Bevölkerung sind angeblich infiziert. Nach einer guten Stunde erreichten wir mal wieder ein kleines Stück des Paradieses. Den traumhaft gelegenen Hlane Nationalpark. Diese Reise ist unterteilt nach Zelt und fester Unterkunft. Wir haben die accommodated Variante gebucht, also mit fester Behausung und eigenem Bad. Und wir haben es bisher nicht bereit. Unsere Hütte im Park war traumhaft. Rund, aus Lehm geformt, mit einem Reisigdach, innen ein blank geschliffener Zementboden und einem Doppelbett überdeckt mit einer Art Zelt aus Moskitonetzen. Die behause wartete noch mit einer Besonderheit auf. Es gab keine Elektrizität. Keine Steckdosen oder Lichtschalter. Nur Petroleumlampen und Kerzen. Es war so unglaublich romantisch. Warmes Wasser gab es sogar, das wurde zentral befeuert. Nach einem kurzen nachmittagsnap zogen wir mit einem kühlen Getränk zum Wasserloch und starrten auf das Naturereignis. Leider waren gerade keine großen Tiere in Sichtweite. Das Abendessen im Camp bestand aus einer leckeren Lasagne mit großem Salat. Unser Guide JJ überrascht uns wirklich jeden Tag wieder mit neuen schmackhaften Gerichten. Über das Essen hier kann man wirklich nur in allerhöchsten Tönen schwärmen. Am Ende des Essens packt jeder mit an. So ist der Abwasch schnell gemacht und alles wieder ordentlich im Truck verstaut. Ein kurzer gute Nacht Trunk und wir waren wieder bereit für die Nacht. Um 8 ins Bett, kein Problem wenn man seit 5 auf den Beinen ist.

Bush Panorama

Mittlerweile sind wir dran gewöhnt, so früh aufzustehen. Bereits wieder in aller Frühe um 6 Uhr war Treffpunkt am Hauptgebäude des Camps für unseren Morgenspaziergang durch den Busch. Es gab einen kleinen schnellen Kaffee und pünktlich wurden wir von zwei Rangern in Uniformen mit frisch geladenen Gewehren abgeholt. Denn wir liefen durch das Sicherheitsgate direkt auf das Parkgelände, wo die Tiere frei herumlaufen.

Wir bekamen auf dem Spaziergang viele Infos aus der Buschzeitung, den Spuren und den Hinterlassenschaften der Tiere. Die Ranger nahmen anhand dieser Merkmale die Fährte zu einem Büffel auf. Und tatsächlich galoppierte auf einmal einer der schwarzen Riesen in sicherer Entfernung an uns vorbei. Wir sahen viele Termitenhügel, Spinnennetze und allerhand Kleingetier, aßen wiulde Beeren und entdeckten einen ungefährlichen fingerdicken und ca 12-15 cm langen Tausendfüssler. Diesen ließ ich sogar über meine Hände krabbeln. Ein ulkiges Gefühl. Nach dem sehr lehrreichen Rundgang gab es erst mal ein deftiges Frühstück mit Eiern, Speck und gebackenen Bohnen, bevor wir uns auf unser Tour entlang der Panoramaroute begaben. Wir stoppten an einigen absolut faszinierten Aussichtspunkten, so zum Beispiel dem sogenannten Gods Window, dort gab es auch einen kleinen Rundgang durch ein tropisch feuchten, mit vielen Moosen und Farnen bewachsenes Stück Regenwald. Dort geschah dann etwas unglaubliches. Eine unsere Mitreisenden wurde einfach so von hinten von einem Affen attackiert und ins Bein gebissen. Mit wurde heiß kalt und ich hatte absolut kein Bedürfnis, diesen Weg noch weiter zu laufen. Ich glaub’s ja nicht. Ihr Biss war wesentlich harmloser als meiner, aber dennoch gab es kleine blutende Bissspuren und ich musste mich leider als dramatisierende Klugscheisserin aufspielen. Auf mein Drängen fuhren wir in einen Ort namens Graskop und sie wurde zum Arzt gebracht. Dort bekam sie die Bisswunde noch mal gründlich gereinigt und dazu ein paar Antibiotika, die selbst der Arzt unnötig fand. Aber sie bestand auf mein dringendes Geheiß darauf und ich war zufrieden. Naja … mag übertrieben gewesen sein, aber lieber so als andersrum.

Weiter ging die Fahrt zum beeindruckenden Bourke’s Luck Potholes mit tollen Wasserfällen anschließend zum Blyde River Canyon, dem grünsten Canyon der Erde. Die Natur Afrikas bietet wirklich spektakuläre Ausblicke.

Der Tag war lang und wir erreichten erst um halb sechs wieder unser Camp.

Bei abendlicher Runde aßen wir mal wieder sehr lecker und rösteten Marshmellows über dem Lagerfeuer … bis uns irgendwann wieder die Augen fast von selbst zufielen und wir uns in Richtung Hütchen verabschiedeten.

The Big 5

Der Tag begann wieder sehr früh und bereits um 6 Uhr saßen wir fertig verfrühstückt und mit Sonnencreme und Anti Brumm präpariert in einem allseitig offenen Jeep auf den Weg zum ersten Höhepunkt der Fahrt. Einen vollen Tag Safari im größten Nationalpark Südafrikas, dem berühmten Krüger Nationalpark. Hier sind alle Big 5 zuhause, Elephant, Nashorn, Löwe, Büffel und Leopard … und natürlich hunderte anderer Tiere. Ich habe mich sehr darauf gefreut. Schon lange vorher mein Teleobjektiv gestreichelt und so war es einfach nur zum Jammern, dass das nun sinnlos war. Das Tele habe ich noch, aber nützt ja nix ohne Kamera.

Umso toller dass das neuseeländische junge Pärchen, bei denen dies bereits der zweite Besuch im Park war und die gerade noch in der Serengeti waren, mir anboten, mit ihrer Kamera zu fotografieren. Ich war happy und so durfte ich ungestört die beeindruckenden Tiere jagen. Und von denen hüpften mir nicht wenige vor die Linse. Es ist wirklich noch einmal etwas vollkommen anderes, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Absolut atemberaubend schön. Es ging los mit den putzigen gestreiften Kudus und von weitem ragten zwei Giraffenhälse aus dem Busch. Es gab Elefantenherden und kleine winzige Babyelefanten. Wir hatten Glück und durften zwei ausgewachsene Löwenmännchen beobachten, die faul unter einem schattigen Baum dösten. Es gab natürlich hunderte Impalas zu sehen, wir haben Warzenschweine und gaaanz viele Zebras gesehen. Paviane, Büffel, Nilpferde, Krokodile und noch vieles mehr. Es war einfach nur schön und extrem emotional. Sehr glücklich bin ich natürlich auch über die Fotoausbeute. Ich meine, also echt, das Zebrafoto ist doch der Hit :-)

Eigentlich wurden wir ja nur rumgefahren. Aber irgendwie war der Tag doch ganz schön anstrengend. Wie toll, dass es da im Camp eine tollen Pool gibt. Direkt daneben übrigens ein Wasserloch in dem die Nilpferde gemütlich im Wasser planschen und hin und wieder markerschütternde Brülllaute von sich geben. Verrückt. Es wurde geplanscht und wir haben viele lustige Poolfotos geknipst.

Später am Abend hatte ich dann mal wieder meine 5 Minuten der Traumabewältigung. Ich ringe einfach immer noch mit dem Dreck der da passiert ist. Weinen und reden ist meine Art, damit fertig zu werden. Ich bin froh, dass dann ein sehr verständnisvoller Ehemann an meiner Seite ist.

Zum Abschluss des Tages das übliche Lagerfeuer mit einem feinen Mahl, mit viel Liebe von unserem Guide zubereitet. Ein kleines Bierchen und nette Plaudereien ließen den Tag wundervoll ausklingen.

Der Tag danach

Wir haben den Wecker auf halb 6 gestellt, denn bereits um halb sieben war Treffpunkt in Midrand, einem nördlich gelegenen Teil der Stadt, für unsere 14tägige Tour durch den Krüger Nationalpark, nach Mozambique und Swaziland. Eine Reise auf die ich mich schon so lange vorher gefreut hatte.

Aber es sollte mal wieder alles anders kommen. Die Nacht war grauenhaft. Ich konnte das erlebte vom Vortag einfach nicht aus meinem Kopf bekommen. Unmöglich Schlaf zu finden. Ich versuchte es mit Ablenkung … aber es half nichts. Ich glaube erst so gegen vier bin ich eingeschlafen, bevor dann der Wecker unbarmherzig zur voreingestellten Zeit anging. Aber es half nichts. Wie ferngesteuert manövrierte ich mich durchs Koffer packen und die Morgenroutine. Zwischendurch weinte ich immer wieder. So hilflos und leer fühlte ich mich. Ein Glück, dass Herr C. Die Situation etwas besser wegsteckt als ich. Aber natürlich war es auch für ihn schlimm. Ein Taxi brachte uns dann über leere Stadtautobahnen in den Norden, wo wir zum ersten Mal auf die Mitreisenden stießen. Es gab frisch gebrühten Filterkaffee und das machte den noch fremden Morgen etwas erträglicher. Wir sahen zum ersten Mal unseren Reisebus … Entschuldigung … Reisetruck und lernten nach und nach die beiden Tourguides und die Mitreisenden kennen. Alle waren so offen und freundlich. Genau so wie ich es liebe. Es war sofort eine Vertrautheit zu spüren und man kam schnell ins Gespräch. Das war nach diesem ganzen Schlamassel so unglaublich hilfreich. Erst als der Guide später im Bus die Nachtsafari für den Abend ansprach wurde ich wieder traurig. Sooooo traurig, denn darauf hatte ich mich besonders gefreut. Aber mein Gatte überzeugte mich, dass das aufgrund meiner Müdigkeit keinen großen Sinn machen würde. Ich verfluchte die kleinen Mistkerle, weil sie mir nicht nur meine Kamera, sondern auch einen Teil meiner Freude genommen haben.

Ich versuchte es mit Schlafen im Truck. Aber es war unmöglich. Kaum machte ich die Augen zu, spürte ich die Fremden Hände in meinem Nacken.

Im Laufe des Tages aber geschah dann etwas wundersames. Ich verliebte mich spontan in die Reisegruppe und die Ablenkung und das Gequatsche und Lachen mit den anderen tat einfach nur gut und gegen Abend ging es mir bedeutend besser.

Wir erreichten am Nachmittag so gegen vier den Krüger Nationalpark am Numbi Gate und führen direkt in das Nkambeni Safari Camp am Rande des Parks. Was uns dort erwartete war einfach nur toll, eine Unterkunft ganz nach unserem Geschmack. Während etwa die Hälfte der Gruppe in Zelten untergebracht ist, haben wir die accommodated Tour Variante gebucht und bekamen eine wunderschöne Hütte mitten im Grünen mit großer Terrasse und drei Duschen, eine drin und zwei außen unter freiem afrikanischen Himmel. Dazu ein bequemes Bett mit großem Moskitonetz.

Wir haben die 14tägige Tour mit Nomad Adventure Tours gebucht. Von dieser Art zu Reisen musste mich Herr C. sehr lange überzeugen. Zum einen weil ich ein paar fein säuberlich gepflegte Vorurteile gegenüber organisierten Gruppenreisen hatte und zum anderen weil man sehr viel in einem umgebauten Truck unterwegs ist und die Straßen in Afrika zum größten Teil unbefestigt sind. Aber er hat es am Ende geschafft und so sind wir nun hier. Unsere Gruppe besteht aus zwei Guides, von denen einer der Fahrer ist und der andere die gesamte Organisation und das kochen übernimmt. Außerdem an Bord sind neben Herrn C. und mir noch 10 weitere Personen, bunt gemischt aus Neuseeland, Deutschland, der Schweiz, Amerika und Litauen. Wie wir bereits erwartet haben, sind wir mit deutlichem Abstand die ältesten. Aber das macht nix. Alles eine Frage der Einstellung. Gekocht wird immer direkt aus der Küche am Truck und wir haben Glück mit unserem Südafrikanischen Guide, der in seinem früheren leben ein Koch war und bisher nur die leckersten Speisen zubereitet hat.

Am Abend saßen wir zum Essen rund ums Lagerfeuer und wir bekamen viele Infos über die kommende Reise und speziell den folgenden Tag. Bereits gegen 8 waren wir sooo müde, dass wir uns ins bequeme Bett verabschiedeten.

Nicht wie geplant

Eigentlich hätte ich heute gerne ein paar schöne Bilder aus Braamfontein und Maboneng gepostet, zwei schöne Stadtviertel in Johannesburg, die weniger gefährlich, aber dafür umso moderner, hipper und bunter sind. Leider sind wir auf dem Weg vom einen zum anderen Viertel Opfer eines fiesen und hinterhältigen Überfalls geworden, dem unter anderem meine Kamera zum Opfer fiel. Fünf Männer schlichen sich feige von hinten an, sie würgten uns und wir würden brutalst zu Boden gerissen. Ich ließ mir bereitwillig meine Tasche abnehmen und musste hilflos zusehen wie sie an Herrn C. rumrissen und dabei seine Jacke zerfetzten und die Brille zerstörten. Das alles geschah am helllichten Tag auf belebter Straße. Kein Mensch kam zu Hilfe und es fühlte sich einfach grauenvoll an. Erst als die Gruppe das Weite suchte, merkte ich, dass ich mir vor Angst in die Hose gemacht hatte. Ich schluchzte hemmungslos während mehrere Leute zu uns kamen. Alle waren sehr nett und ich verstehe auch, dass niemand geholfen hat. Die Gruppe war einfach zu groß … irgendwie hatten alle das Gefühl, sich dafür entschuldigen zu müssen. Don’t give up on our country … sagte eine junge Frau zu mir. Würde ich niemals tun, ich gebe noch nicht mal diesen kleinen ****** (keine Ahnung wie ich die nennen soll. Alles was ich zu sagen habe, ist nicht jugendfrei) schuld. Letztendlich sind sie auch nur Opfer eines korrupten Systems, in denen das Schicksal der Ärmsten in der Gesellschaft kaum eine Rolle spielt. Ich weiß, dass sie im Grunde auch nur ums Überleben kämpfen.

Trotz allem, der Tag war futsch. Ich wollte einfach nur auf schnellstem Weg zurück ins Hotel. Ein Mann begleitet uns in eine andere Straße, in der ein Polizeiauto stand. Glücklicherweise fuhren uns die beiden netten Polizisten dann auch zurück ins Hotel, wo gleich ein paar Leute auf uns zukamen, und sich nochmal für das Verhalten ihrer Landsleute entschuldigten. Die Polizei aus dem Stadtteil kam noch ins Hotel und wir sollten eine Anzeige aufgeben. Nicht dass das irgendwas bringen würde, aber nichts zu machen, bringt ja auch nix.

Ich fühle mich gerade sehr leer und ausgepowert. Meine Kamera ist weg, meine Handtasche und das darin befindliche Strickzeug. Das ist bedauerlich, aber ersetzbar. Wir sind glücklich, dass wir außer ein paar Schrammen nichts abbekommen haben. Wir sind gesund und unverletzt, und das hätte wirklich alles viel schlimmer kommen können.

It’s time for Africa

Während ich hier gemütlich im sehr fluffigen Hotelbett des Hilton Hotels in Johannesburg liege und dabei meinen ersten Kaffee des Tages genieße, hatte ich mir so gedacht, es wäre an der Zeit, den Reiseblog wieder in Gang zu setzen. Ich muß langsam wieder warm werden mit dem Schreiben, habe den Blog ja die letzten Monate sträflich vernachlässigt und es noch nicht einmal geschafft, den letzten Beitrag aus Thailand abzusetzen. Aber jetzt gehts endlich wieder los. Denn wir sind wieder auf großer Reise.

Gestern Abend sind wir gegen halb sieben von zu Hause in Richtung Flughafen aufgebrochen. Man hatte allgemein dazu geraten, an Ostern etwas früher da zu sein, da die Schlangen überall recht lang sein könnten. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, ich habe noch nie so einen leeren Flughafen gesehen. Die Sicherheitsangestellten standen gelangweilt herum und wir konnten direkt unser Gepäck in den Röntgenapparat schieben und am anderen Ende wieder abholen. So waren wir dann auch schon 2 Stunden vor Abflug mit allen Formalitäten fertig.

Herr C. hat wie immer das gesamte Gate nach kostenlosen Zeitungen durchpflügt und irgendwann ging es dann in den Flieger. Wir hatten mal wieder großes Glück und unser Trick hat funktioniert. Wir haben eine Dreierreihe nur für uns gehabt. Soooo toll, das ist auf einem langen Flug einfach Gold wert. Es war schon spät, als das Essen kam. Ich habe mir einen unheimlich schönen kitschigen Film namens „Wunder“ mit Julia Roberts angeschaut und gegen halb zwei habe ich dann mein Schlafritual eingeleitet, mich quer mit einer dreifachen Portion Kissen an den Schoß meines Ehemanns geschmiegt und bin beim energischen Ruckeln der Maschine eingeschlafen. Geweckt wurde ich pünktlich durch das klappern des Frühstückstrollis. Es hat mal wieder funktioniert :-)

Gelandet sind wir gegen halb 9 und den Flughafen verlassen haben wir etwa eineinhalb Stunden später … mit dem Gautrain in Richtung Stadt. Es gibt in der Millionenstadt Johannesburg ein ausgeklügeltes Netz an Bahnen (Achtung Ironie!), welches aus ganzen zwei sehr kurzen Linien besteht. Aber immerhin konnten wir damit vom Flughafen bis fast zum Hotel fahren. Was will man mehr.

Johannesburg galt jahrelang als eine der gefährlichsten Städte der Welt. Auch hier im Hotel rät man uns, nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine auf die Straße zu gehen. Einschätzen können wir das noch nicht, deswegen halten wir uns auch lieber mal an die Empfehlungen. Es gibt aber sicher Viertel, in denen das mehr zutrifft als in anderen.

Der ersten Eindruck beim Verlassen der Bahn war etwas ernüchternd. Wir befinden uns im Stadtteil Sandton und nahmen zuerst breite mehrspurige kaum befahrene Straßen war und viele Neubauten und Baustellen. Irgendwie merkwürdig. Naja, wir liefen voll bepackt die etwa 1000 Meter bis zum Hotel und konnten dort leider noch nicht unser Zimmer übernehmen. So sind wir erst mal zum Frühstücken gegangen. Denn auch wenn wir gerade noch im Flieger gefrühstückt hatten, knurrten bereits unsere Mägen wieder. Also meiner zumindest ;-)

Irgendwann konnten wir in unser Zimmer und unsere einzige Handlung bestand darin, die Decke des geräumigen Hotelbetts zur Seite zu ziehen und für ein paar Stunden die voll ausgestreckte horizontale Schlafposition zu geniessen. Geweckt wurden wir am frühen Nachmittag vom energischen Quietschen des Hotelbetts unserer Nachbarn … auweia.

Mittags verbrachten wir am traumhaften Hotelpool mit wundervoller Aussicht über Johannesburg. Die Luft war so klar und die Temperaturen angenehm. Die Sonne schien und es war einfach zum Schreien schön. Kaum zu glauben, daß wir schon wieder unterwegs sind.

Am späten Nachmittag haben wir uns mit dem hoteleigenen Shuttle zum Nelson Mandela Square fahren lassen, wo wir in einem hervorragenden Lokal namens „Big Mouth“ leckere asiatisch westliche Fusion Kitchen genossen. Ich war hocherfreut, daß es dort die leckeren Pokebowls gab. Ich bestellte eine Schüssel mit rohem Thunfisch, Edamame Bohnen, Mais, Erdnüssen und Reis und Herr C. verspeiste einen leckeren saftigen Burger. Dazu tranken wir frisch gezapften südafrikanisches Bier vom Fass und genossen das Treiben auf dem Platz und die laue Abendluft, es war wirklich schön.

Auch wenn wir null Zeitverschiebung haben, fühlt sich diese lange Reise dennoch irgendwie an, als hätten wir einen Jet-Lag zu überwinden. Wir waren einfach beide total kaputt und müde. Und so fanden wir uns auch bereits um 8 wieder zurück in den Hotelbetten und konnten die Äuglein kaum aufhalten.

So ging ein erster eher ruhiger Tag in Johannesburg zu Ende.

Es Ostersonntag und wir wollen auch heute nicht zu viel Action planen, da die vor uns liegende Reise noch abwechslungsreich genug sein wird. So werden wir später nach dem Frühstück mit dem Zug noch ein paar Stationen fahren und uns das eine oder andere Stadtviertel erkunden, die uns im local Guide und im Internet als sehenswert angepriesen werden. Schauen wir uns das mal an. Ich wünsche allerseits ein schönes Osterfest.