Bye Bye Egypt + Frohe Weihnachten

Jetzt ist aber wirklich Schluss. Dies ist definitiv der letzte Beitrag auf unserer kleinen vorweihnachtlichen Urlaubsreise ans Rote Meer.

Heute ist Montag, der 16. Dezember, morgen  geht es wieder zurueck nach Hause. In einer Woche ist schon  Heiligabend. Aber man möge es uns glauben, noch scheint das alles sehr weit weg. Da hilft auch die ganze Deko im Hotel nichts und die grässliche Weihnachtsmusik die einem bei jedem Essen um die Ohren wabert (grässlich vor allem deswegen, weil das gesamte Repertoire aus maximal 3 Songs besteht ;-)

Jetzt folgen noch mal in loser Folge ein paar Bilder, die ich hier auf dem Telefon gelagert habe. Bitteschön:

Beim Schwimmen am frühen Morgen gab es jedes Mal die Diskussion, ob wir in den beheizten Pool gehen, oder einen der unbeheizten wählen. Hier mal wieder der kältere Pool. Was auffällt, wo ist Kai? 😂😂😂 

Die bezaubernde Handtuchkunst, die uns fast jeden Tag aufs Neue erfreut hat. Mostafa, unser Serviceman hat immer sein bestes gegeben.
Ein Abend im Beduinenzelt am Strand mit leckerster einheimischer Küche und einer Bauchtänzerin. Ihre Darbietung war total faszinierend. Sie erzählte mir im Nachgang, dass sie bereits mit 3 Jahren angefangen hat. Es sah perfekt und wunderschön aus.
Mein Geburtstagsessen in einem der drei Hotelrestaurants.
Jeden Morgen beim Frühstück das gleiche Bild, sobald man seinen Platz nur für wenige Sekunden verlassen hat, kamen sie von allen Seiten angeflogen. Ich fands nett.
Es kann nur einen geben 😂😂😂
Hier noch mal ein paar Bilder vom Hotel. Die gesamte Anlage ist total gepflegt, alles ist sauber, die Menschen sind total nett und freundlich. Fazit, absolut empfehlenswert. Und falls jemand von Hilton mich fuer diese ungefragte Werbung bezahlen möchte… Vielleicht wirds ja noch was mit dem influencen 😂😂
Unser wunderschöner Ausblick vom Zimmer, mit Sonnenaufgangsgarantie. Haben wir sehr genossen.
Letzter Abend am Strand. Jeden Abend um 16.00 Uhr gab’s Yoga und ich Doofi habe es erst am letzten Tag für mich entdeckt. Hat nämlich Spass gemacht in dieser tollen Atmosphäre mit Meerblick.

So, dann würde ich sagen, that’s a wrap. Unsere Mägen sind für das bevorstehende Weihnachtsfest ordentlich trainiert und auch sonst sind wir absolut entspannt. Mir ist es natürlich dennoch etwas schwer ums Herz, denn eins lässt sich zum Abschluss sagen, das war mal wieder ein verdammt schöner Urlaub ❤️

Letzte Tage in Ägypten

Heute ist schon Samstag und die letzten drei Tage unseres vorweihnachtlichen Pauschalurlaubs brechen an. Auch wenn ich zu Beginn damit gefremdelt habe, bin ich jetzt umso mehr angekommen und freue mich sehr über all die tollen Dinge, die wir hier erlebt haben.

Seit meinem Geburtstag am Donnerstag ist nicht mehr wahnsinnig viel passiert. Mal abgesehen von der üblichen Routine aus Sonnenaufgang, morgendlichem Schwimmen, Schnorcheln im Meer und ganz viel essen 😂 Wir geniessen einfach die letzten Tage und lassen es uns gut gehen.

Eigentlich war fuer heute nochmal ein kleiner Ausflug mit dem Speedboat geplant, um dort einen der berühmt berüchtigten Dugongs zu erschnorcheln. Die scheinen nämlich fest auf einer der vielen Seegraswiesen beheimatet zu sein. Aber leider geht das nicht mehr, weil heute der erste Tag mit sehr viel Wind ist und sämtliche Bootsausflüge gestrichen sind. Am Strand weht sogar die rote Flagge, man darf also nicht nicht mal zum Baden ins Meer. 

Trotzdem tut die Sonne ihr bestes und wir liegen faul am Strand. Perfekt im noch mal ein bisschen vom Urlaub zu schwadronieren.

Dazu ein paar Beobachtungen aus dem Speisesaal, wie man sie so möglicherweise nur in einer Anlage dieser Art machen kann.

  1. Die Orangenomi – jeden Morgen sitzt sie am gleichen Tisch im grossen Speisesaal und häuft einen Teller voll mit den sehr leckeren Orangen- und Grapefruitscheiben (sie ist damit in direkter Konkurrenz zu mir, da ich sie auch gerne mag) bei ihr sind es allerdings mindestens 50 Stück, dazu eine grosse Müslischale voller Trockenpflaumen und einen Teller mit Joghurt und Honig. Es handelt sich dabei um eine kleine zierliche weisshaarige Frau, braungebrannt und offensichtlich Fan der Hollywood Star Diät 😉
  2. The Bookblocker – der blockiert jeden Morgen einen wertvollen Schattentisch (prime Real Estate) auf der Frühstücksterrasse mit einem aufgeschlagenen Buch. Dann geht er aber zum Frühstück in den Innenraum und verweilt dort für längere Zeit. Nach seinem Frühstück kommt er dann raus, liest drei Seiten in seinem Buch und geht wieder. Übrigens nicht zu verwechseln mit der häufig vorkommenden Spezies der Handtuchblockierer.
  3. Die Listenlady – hier auf der sehr weitläufigen Anlage gibt es am Rand eine kleine Baustelle an der irgendetwas neues entsteht. Ich beobachtete das Treiben, da ich (ganz in Loriot Manier) als Architektin natürlich gerne die Baustellen der Welt mit den Sicherheits– und Gesundheitsanforderungen zu Hause vergleiche 😂 Ich sagte wohl etwas lauter zu Kai, dass ich das mal fotografieren müsste, um es den Kollegen zu Hause zu zeigen. Das bekam eine vorbei laufende Dame mit, die dann sofort beifallheischend kundtat, dass sie es bereits fotografiert hätte „na das gibt eine saftige Minderung vom Urlaubspreis“ ich fragte sie, ob sie von ihrem Zimmer aus etwas mitbekäme. Nein nein, es sei ja sehr gross, aber man könne es ja mal probieren (kommt alles auf die Liste ;-) … So hat jeder seine Hobbies 😂😂😂
  4. Mr. Topless – nicht ohne Grund gibt es eine Art Kleiderordnung fuer den Speisesaal. So darf man als Mann nicht mit freiem Oberkörper zum Essen gehen. Da war der muskelbepackte Herr mittleren Alters aber dagegen (möglicherweise ein nördlicher Inseleuropäer, aber das nur klischeehafte Spekulation ;-)… Er wurde also vom Kellner aufgefordert, sich obenrum zu bekleiden. Missmutig zog er ein T-Shirt hervor und ging zur weiteren Eiweißaufnahme grummelnd in den Speisesaal. Später sahen wir ihn noch, wie er wieder rauskam und noch auf der Terrasse den Blick auf seinen tätowierten Oberkörper freigab. Im Nachgang hoffe ich aber fuer ihn, dass die chinesischen Schriftzeichen, die entlang der gesamten Wirbelsäule aufgereiht sind, wirklich nur „Live, Laugh, Love“ bedeuten und sich nicht am Ende ein Tätowierer einen Spass gemacht hat 😉

Da wir, wie schon erwähnt, heute nicht ins Meer dürfen, haben wir am Nachmittag einen längeren Strandspaziergang entlang unserer Bucht gemacht. Am Ende befindet sich  ein Steg, der direkt raus ins Meer führt. Am Ende des Steges gibt es eine Treppe ins Wasser. Von dort könnte man direkt ins Riff abtauchen … bei weniger Wind natürlich. Hier zum Abschluss noch ein paar Bilder vom Spaziergang.

Delfinschule, Klasse 1a

Gerade sitze ich gemütlich auf dem Balkon und im Hintergrund hört man ein sanftes Wellenrauschen. Es ist Mittwoch Abend und wir haben die Hälfte unseres Urlaubs noch vor uns. Wie schön.

Heute früh wachte ich instinktiv ganz kurz vor dem Sonnenaufgang auf und weckte aufgeregt meinen Bettnachbarn. Noch ehe ich von der Toilette wieder zurück war, stand die Sonne schon zur Hälfte am Horizont. Der ganze Vorgang hat sicher keine Minute gedauert. Es war mittlerweile halb sieben, der Wasserkocher rauschte bereits und Kai braute uns den ersten Kaffee des Tages.

Wir packten anschließend ein paar Sachen in unsere Taschen und saßen bereits um kurz nach sieben am Frühstückstisch. Es war natürlich früh für unsere Verhältnisse, aber die entspannte Stimmung am Morgen im Speisesaal war schön. Mal schauen, ob wir das wiederholen können.

Für das frühe Aufstehen gab es einen besonderen Grund, denn um Punkt 8 wartete draussen vor dem Hotel ein Kleinbus und wir wurden zusammen mit ein paar anderen Hotelgästen in etwa einer halben Stunde südlich zum kleinen Hafen von Marsa Alam gebracht.

Von dort wurden wir per Schlauchboot auf ein größeres Schiff/Yacht getendert und gegen neun stach das Boot ins offene Meer. Die Wasseroberfläche sah flach aus, es wehte kein Wind, und so lehnte ich dankend ab, als ich gefragt wurde, ob ich eine Tablette gegen Seekrankheit haben wollte. Uie, da hatte ich aber die offene See und das Boot mit wenig Tiefgang unterschätzt. Es schaukelte ordentlich und ich wurde etwas blass im die Nase.

Nach etwa einstündiger Fahrt war dann aber doch alles gut und ich freute mich auf das was da noch kommen sollte. Ziel der kleinen Reise war nämlich ein grosses Riff mitten im offenen Meer mit einer Art Lagune, in der Delfine leben.

Die ganze Gegend ist grossräumig mit Bojen geschützt, so dass die Tiere in ihrem natürlichen Lebsraum weitgehend ungestört sind, aber sie sind neugierig und schwimmen doch immer wieder in Richtung der Boote. Delphingarantie 95% hatte man uns versprochen.

Nach dem Anleinen des Boots bekamen wir Schwimmwesten, Flossen und Schnorchel und wurden mit dem kleinen Beiboot mitten in der Lagune ausgesetzt. Rücklings ließen wir uns ins warme Wasser plumpsen und da ging es auch schon los. Ein ganzer Schwarm der wunderschönen Meeresbewohner zog mit der typischen Wellenbewegung an uns vorbei. Glücklicherweise konnte ich diesen Moment auch auf Kamera festhalten. Schwimmen mit Delfinen, eins diese einzigartigen Ereignisse, die es in die top Ten meiner besten Lebensmomente schaffen werden. Ich war seelig vor Glück.

Zurück auf dem Boot hatten wir etwas Zeit zum Entspannen und Verarbeiten der Ereignisse. Anschliessend folgte noch ein zweiter Tauchgang entlang des Riffs. Ach herrje, was soll ich noch sagen. Noch viel mehr Korallen und Fischgewusel, fast wie vorne an unserem Hausriff, nur noch etwas größer. Einfach wunderschön. 

Später gab es ein leckeres Mittagessen mit allerlei ägyptischen Spezialitäten, denn Schnorcheln macht einfach sehr hungrig.

Es war bereits 3 Uhr am Nachmittag, als wir wieder zurueck an Land fuhren. Die Zeit dazwischen konnte man immer wieder Delfine um unser Boot schwimmen sehen. So viele haben wir gesehen. Ich habe keine Ahnung warum das so ist, aber diese Tiere machen einfach happy.

Auf der Rückweg setzten Kai und ich uns vorne an den Bug des Schiffs und genossen die Fahrt mit einem noch heftigeren Geschaukel als am Morgen. Scheinbar hatte sich mein Körper bereits daran gewöhnt, denn es machte mir nichts mehr aus. Ganz anders als bei meinem Mann. Etwa 20 Minuten vor Ankunft in Marsa Alam wurde es neben mir etwas stiller. Irgendwann merkte ich, dass Kai kaum noch reagierte, da stand er schon auf und ließ sich das leckere Mittagessen noch mal durch den Kopf gehen. Ach ja, das kann anscheinend auch dem stärksten Mann passieren 😂 … und die Fische freuen sich über die Extraportion 😉

Mittlerweile sind wir also wieder zurück im Hotel, gleich gibt es Abendessen und ich gehe mal davon aus, dass wir beide  nicht mehr sehr lange aufbleiben, der Tag war einfach wunderschön und die Müdigkeit heute Abend ist vollkommen gerechtfertigt.

Discover Scuba Diving

Vor 10 Jahren auf unserer Sabbaticalreise sassen wir in einem kleinen Cafe am Strand auf der Insel Koh Lipe in Thailand. Daneben war eine Tauchschule und einige machten sich gerade fertig für ihren allerersten Tauchgang. Im flachen Wasser sollten sie dann zum ersten Mal unter untertauchen. Eine junge Frau gab direkt auf und lief weinend zurück zum Strand. Wir fragten, was denn los sei und sie gestand uns schluchzend, dass sie es  nicht konnte. Ihre Angst und Beklemmung unter Wasser war einfach zu gross.

Ich erinnere mich noch genau daran, weil dieses Erlebnis in mir einen grossen Respekt ausgelöst hat und ich damals noch dachte, wie gut ich sie verstand, denn ich wuerde mich das niemals trauen.

Mittlerweile sind die Jahre vergangen und wir haben einige tolle Schnorchelreviere erkundet. Besonders beeindruckend fand ich die Unterwasserwelt auf den Seychellen. Das war vor eineinhalb Jahren. Da wuchs in mir der Gedanke, es vielleicht doch mal mit dem Tauchen zu probieren.

Als Kai dann mit einem Urlaub in  Ägypten um die Ecke kam, war klar, dass sich mir hier eine tolle Chance bot. Denn wenn eine Gegend für Tauchen bekannt ist, dann ist es das rote Meer. Ich nahm mir also vor, dass ich es probieren wollte.

Zwischendurch dann immer wieder die Panik und die Angst, noch bei Ankunft hier verließ mich der Mut und nur Schnorcheln ist ja auch schon ganz toll.

Tja, der Gedanke ließ mich aber nicht los und als ich die ersten Taucher entlang des Hausriffs entdeckte war klar, jetzt oder nie. So liefen wir vor zur Tauchschule „Blue Ocean“ direkt am Strand und meldeten mich fuer einen Schnupperkurs an.

Am Montag war es endlich soweit. Mein Herz pochte wie wild, ich war furchtbar aufgeregt. An der Tauchbasis angekommen bekam ich direkt einen Lehrer zugeteilt, der mir das Gefühl gab, alles im Griff zu haben. Ich musste ein paar Papiere unterschreiben, Fragen zu meiner allgemeinen Gesundheit beantworten, da ging es auch schon los mit der Einführung.

Ich wurde in einen schicken Neoprenanzug gekleidet und lernte das Notwendigste was man über die sehr komplexe Ausrüstung wissen sollte. Mal abgesehen von Maske und Schnorchel gibt es die Sauerstoffflasche, die Verbindungen mit den beiden Mundstücken,die Tarierweste und die Gewichte. Über all diese Dinge gibt es verschiedenes zu wissen und ich war froh, mir schon von Deutschland aus diverse Tauchkurse auf Youtube angeschaut zu haben. Nachdem ich mit der Flasche und den Gewichten voll bepackt zum Meer gewatschelt bin, hieß es Maske auf und Flossen an. Rückwärts tapste ich weiter in die Tiefe als ich erst mal zwei wichtige Skills üben sollte. Zum einen das entleeren der Tauchermaske und das herausnehmen des Mundstücks, beides natürlich unter Wasser. Bei ersterem habe ich erst mal eine ordentliche Ladung Salzwasser durch die Nase geschnupft. Letzteres hat ganz gut geklappt. Danach sollte ich nur bäuchlings auf der Wasseroberfläche schwimmen, wie beim Schnorcheln mit dem Kopf unter Wasser. Hier war sie dann, die leichte Beklemmung. Atmen nur durch den Mund, abhängig von der Flasche und der Technik? Ich geriet leicht in Panik und war kurz davor, die ganze Aktion abzubrechen. Ganz im Ernst.

Doch dann kam der Wille zurück und ich dachte mir, wenn ich es jetzt nicht schaffe, dann wars das, nochmal komme ich nicht so weit. Also, los gings. Von da ab tauchten wir unter und sanft ging es immer tiefer unter Wasser. Meter fuer Meter tauchten wir weiter nach unten. Das Atmen fiel immer leichter und auch der Druckausgleich  klappte hervorragend. Langsam wurde ich ruhiger, während wir sachte immer tiefer entlang des Riffs tauchten.

Auf einmal konnte ich es geniessen, sah den ersten roten Feuerfisch (dem man besser nicht zu nahe kommen sollte), einen Blaupunkt Rochen, einen etwa ein Meter langen Barracuda und irgendwann schwamm direkt von hinten eine Meeresschildkröten an uns vorbei. Nur etwa zwei Meter schwamm sie von uns entfernt. Ich war verzückt. Keine Ahnung was dafür das allgemeine anerkannte Taucherzeichen sein sollte, so formte ich mit den Händen ein Herz.

Irgendwann hieß es umkehren und langsam aber sicher tauchten wir wieder zurueck und kamen an die Wasseroberfläche.

Welcome back, sagte mein Tauchlehrer und ich konnte es nicht fassen, dass ich es tatsächlich geschafft habe.

Ich war total begeistert und bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Tauchgang war. Gestern trafen wir unterwegs einen Tauchlehrer aus Deutschland, der riet mir, doch in aller Ruhe zu Hause einen richtigen Kurs zu machen und ein Zertifikat zu erwerben, welches mich dann berechtigt, im Urlaubsort geführte Tauchgänge zu unternehmen.

Es ist einfach eine komplett neue Welt unter Wasser und wahnsinnig spannend und faszinierend. Das rote Meer zählt allgemein zu den schönsten Tauchrevieren der Welt. Mal schauen, ob wir bald mal wieder kommen.

PS: Die nachfolgenden Fotos hat Kai gemacht ❤️

Geburtstagstag mit Schildkröte

Ich habe oft noch sehr lebhafte Erinnerungen an meine Kindheit. Jedes Jahr am 12. Dezember wachte ich meist früher auf als normal, denn ich war furchtbar aufgeregt. Draussen war es noch stockdunkel und im Haus herrschte bereits ein reges Treiben und Geklapper. Eilige Schritte liefen die Treppe auf und ab und irgendwann war es dann soweit. Die Tür zu meinem Kinderzimmer wurde geöffnet, draussen stand die gesamte Familie im Schein der Kerzen und mein Vater sang lauthals das traditionelle Geburtstagslied der Familie Schneider. Ich tat dann wie immer ganz überrascht und rieb mir verschlafen die Augen, weil ich natürlich so tat, als sei ich gerade erst aufgewacht.

Danach durfte ich dann ins benachbarte Wohnzimmer und endlich Geschenke auspacken. Noch immer wird mir ganz warm ums Herz, wenn ich an diese schöne Tradition denke.

In den Jahren verändern sich solche Rituale natürlich und seit ich verheiratet bin, bekomme ich jedes Jahr zum Geburtstag Kaffee, Blumen und einen selbstgebackenen Rotweinkuchen ans Bett gebracht. Auch das eine lieb gewonnene Tradition, die ich nicht mehr missen möchte.

In diesem Jahr ist aber alles noch mal ganz ganz anders. Noch nie war ich an meinem Geburtstag im Urlaub, noch nie am Strand, noch nie war es morgens um kurz nach 6 bereits hell und noch nie habe ich ein sommerartiges Gefühl an meinem Geburtstag gehabt. Ach Mensch… seufzt… könnte eine neue Tradition werden.

Los ging der Tag bereits mit dem Sonnenaufgang vom Bett aus.

Jetzt liegen wir gerade am Strand und haben schon den ersten Schnorchelgang hinter uns. Wir waren heute ein Riff weiter rechts. Dort gibt es eine vorgelagerte Seegraswiese, wo man mit ein bisschen Glück Meeresschildkröten sehen kann. Ich habe es mir ganz fest fuer heute gewünscht und der Wunsch wurde erfüllt. Ganz friedlich dümpelte unten am Boden eins der wunderschönen anmutigen Tiere und mümmelte friedlich ihr Frühstück. Sie schwamm kurz hoch, um nach Luft zu schnappen und tauchte wieder unter, um weiter zu grasen.

Zurück im Zimmer wartete dann die naechste Überraschung. Mustafa heisst der junge Mann, der tägliche unsere Zimmer reinigt und uns immer wieder mit schönen Handtuchtierchen erfreut. Heute hat er sich jedoch selbst übertroffen. Vom hotel scheint er wohl von meinem Geburtstag gewusst zu haben. Aber seht selbst.

Dieses Jahr 2024 war schon denkwürdig, hatte aber auch so viele wundervolle  Momente. Ich war erschöpft bis zum geht nicht mehr, habe die Kälte fuer mich entdeckt, war sieben Wochen in Reha und habe dort tolle Menschen kennengelernt, durch endloses puzzeln im Sommer meine Konzentrationsfähigkeit wieder erlangt, endlich wieder angefangen zu lesen, war bei zahlreichen Ärzten, hatte Höhen und Tiefen. Aber am Ende des Jahres schmuse ich mit Ziegen, schwimme mit Delfinen und Schildkröten, lerne Tauchen und geniesse die Sonne am Roten Meer. So weit lässt sich feststellen, daß alles gut ist. 2024 und ich gehen versöhnlich auseinander. Prost allerseits.

Überraschungstag in der Wüste

Der Samstag war ein bunter Strauss voller Überraschungen. So bekamen wir es auf jeden Fall von unserem Guide versprochen. Wie waren nämlich auf einer kleinen Safari im Hinterland, bzw der nahegelegenen Wüste. Die hatte Kai am Donnerstag Nachmittag gebucht, während ich bei meiner Beautybehandlung war.

Hier die Überraschungen in loser Reihenfolge:

  • Eine Fahrt mit dem Quadbike über den staubigen Wüstenboden. Schon im Vorfeld ahnte ich, daß das nicht mein Fall sein würde. Lustlos hockte ich mich auf das Gefährt und als ich mich schon bei der ersten Kurve zu dumm anstellte, winkte ich ab und beschloss, lieber eine Runde stricken zu gehen und dabei mein Hörbuch zu hören. Kai hat es aber sehr genossen. Das freut mich natürlich auch.
  • Eine zweite Wüstenfahrt mit einem offenen Buggy. Immer noch nicht mein Ding, aber um dem Gatten eine Freude zu machen, fuhr ich dieses mal mit.
  • Eine dritte Fahrt mit einer Art Gefangenentransport. Diese Mal fuhr die ganze Gruppe zusammen. Übrigens ist es hier in Ägypten ein gängiges Geschäftsmodell, das bei Aktivitäten aller Art ein Fotograf dabei ist, der einem im Anschluss (gegen ein nicht ganz so kleines Geld) die Bilder online zur Verfügung stellt. Daher gibt es bei diesem Ausflug auch ausgesprochen viele Bilder von uns. In den gruseligsten und gestelltesten Positionen 😂 Naja, am Ende freue ich mich dann doch, da ja ein paar ganz nette Bilder dabei sind.

Hinweis zwischendurch: surprise not finished yet (rief unser Guide immer wieder ganz aufgeregt in die Gruppe).

  • Ein Besuch bei einer Beduinenfamilie, wo man uns traditionelles Beduinenbrot gebacken hat
  • Der obligatorische Ritt auf dem Wüstenschiff, in diesem Fall ein Dromedar (wuuuunderschöne Tiere)
  • Einem Bad in einer Steinhuette, deren Boden komplett mit grobem Salz bedeckt war.
  • Gesichtsbemalung mit bunten Mineralien, die sich in tiefem Ocker und Rotbraun im Felsen ablagern. Wunderschöne Farben.

Surprise not finished yet!!!

  • Dem obligatorischen Sonnenuntergang. Und hier hat unsere Fotograf sein ganzes Repertoire rausgeholt. Aber seht selbst 😂
  • Mein absolutes Highlight des Tages, des Urlaubs, des Jahres? Wir machten Halt an einer kleinen Farm mit Ziegen und Schafen. Vor etwa zwei Wochen wurden kleine Zicklein geboren. Noch ehe ich mich versah, hatte ich auch schon eins im Arm. Als dieses dann direkt friedlich einschlief und sich von mir streicheln ließ, war es um mich geschehen. Sämtliche lang aufgestauten Mutterinstinkte brachen sich Bahn und hätten wir nicht weiter gemusst, ich würde jetzt noch da stehen und mit dem Ziegenbaby schmusen. Aaaaaaaarghh!!!
  • Leckeres Abendessen mit lokalen Spezialitäten unterm Sternenzelt
  • Eine Feuershow, die unser Guide höchstpersönlich zum Besten gab. Applaus, Applaus.

Wenn man mich fragt, haetten es auch ein paar weniger Überraschungen sein koennen, aber so war es auch gut und der Tag in der Wüste hat grossen Spaß gemacht. Denn eins ist sicher, in unserer Hotelanlage bekommt man vom Land nur wenig mit und so war es schoen, wenigstens einen winzigen Eindruck von Ägypten zu bekommen. Vor allem von den Menschen, und die sind wirklich alle ganz zauberhaft nett zu uns.

Bunte Unterwasserwelt

Heute ist bereits Tag 5 unseres kleinen vorweihnachtlichen Urlaubs in Ägypten und wie ich schon vermutete gibt es bereits feste Tagesrituale.

Eines davon ist der Gang zum Strand am Vormittag, verbunden mit einem ausgiebigen, meist ca. einstündigen Schnorchelgang. Bereits am ersten Tag haben wir das gemacht und unsere Begeisterung lässt sich kaum ich Worte fassen.

Schon in Deutschland haben wir fuer mich eine dieser furchtbar hässlich und albern aussehenden Ganzgesichtsmasken besorgt. Besonders professionell sieht man damit nicht aus, aber von der Innenseite der Maske ist der freie Blick absolut perfekt. Ich moechte sie nicht mehr missen. Gestern haben wir uns dazu auch noch jeder ein paar Flossen ausgeliehen, denn das macht das Schweben im Wasser noch ruhiger und angenehmer.

Die Wassertemperatur ist angenehm. Sie liegt irgendwo bei 23°C schätze ich.

Wenn man direkt vom Strand aus ueber den hellen Sandboden langsam ins Wasser läuft, umschwimmen einen direkt die ersten gestreiften Meeresbewohner.

Je weiter man hineingeht, desto mehr werden es. Das Wasser ist total klar, auf der einen Seite ist der weiße Sandboden und darüber das blau schimmernde Wasser, durch das die Sonnenstrahlen die ganze Szenerie zum Glitzern bringen. Das alleine ist schon wunderschön.

Links davon türmen sich Berge von Korallen in allen erdenkbaren Formen und Farben. So perfekt, als haette sie jemand dort bewusst hingestapelt. Darüber, darunter und drumherum dann die buntesten Fische, die ich jemals live mit eigenen Augen gesehen habe. Es sind bestimmt um die hundert verschiedene Arten, die sich da tummeln. Tiefes Blau, violett, pink, rot, gelb, grün… Gestreift, gepunktet, gezackt… Absolut faszinierend und man kann ewig zuschauen.

Je weiter man entlang des Riffs schwimmt, desto tiefer wird es, aber man kann immer noch jede Muschel auf dem Meeresgrund sehen. Meistens schweben unter einem auch ein paar richtige Taucher und die aufsteigenden Luftblasen ergeben ein schoenes Fotomotiv.

Freundlicherweise hat mir unser Nachbar in Deutschland seine Unterwasserkamera ausgeliehen, so dass ich auch etwas Bildmaterial beisteuern kann.

Apropos tauchen, bereits in Deutschland habe ich mir ja fest vorgenommen, es endlich einmal selbst zu probieren. Zwischendurch hatte ich dann doch so einen Schiss, dass ich die Pläne wieder verworfen habe. Hier vor Ort bin aber wieder sehr fasziniert und ich habe mir ohnehin vorgenommen, immer wieder Neues auszuprobieren und mich meinen Ängsten zu stellen. So haben wir mir fuer heute Nachmittag einen Schnupperkurs gebucht. Uihuiui. Ich bin aufgeregt und habe einen Heidenrespekt. Es kann gut sein, daß ich mich am Ende doch nicht traue. Aber ich will es versuchen.

Drückt mir die Daumen.

Zimmer mit Meerblick

Am nächsten Morgen zeigten sich bereits um 6 Uhr früh die ersten Lichtschlitze hinter dem Verdunklungsvorhang. Neugierig tapste ich schlaftrunken nach vorne und traute meinen Augen nicht. Der versprochene seitliche Meerblick zeigte sich als frontale direkte Ansicht auf den Strand und dahinter das Meer. Und dann auch noch eine Sonne, die sich langsam aber sicher am Horizont zeigen wollte. Wunderschön!!!! Ich machte ein frühmorgendliches Freudentänzchen, denn es war einfach unerwartet und dafür umso großartiger.

Dennoch war der Tag noch viel zu jung, um sich nicht doch noch mal ins Bett zu legen. Gegen neun weckte mich Kai mit einem dampfend heißen Kaffee, den wir auf unserem schoenen Balkon genossen (ich frage demnächst mal bei Bastei Luebbe ob ich nicht anfangen sollte, Groschenromane zu schreiben 😉)

Nach dem Fruehstueck packten wir alles zusammen und liefen vor zum Strand. Dieser ist etwas neben der Anlage, da direkt vor uns alles voller Korallen ist und da kann man natürlich nicht rein. Fuer mich der beste Grund, die paar Meter zu laufen. Wie es sich aber fuer eine Anlage dieser Art gehört, gibt es natürlich auch eine kleine Bimmelbahn, die im 10 Minutentakt verkehrt.

Vorne am Strand war es schon recht gut besucht, aber wir fanden noch ein freies Plätzchen. Zum lange Rumliegen kamen wir aber nicht, denn wir waren beide viel zu neugierig auf unseren ersten Ausflug zum Schnorcheln. Dieses besondere Erlebnis hat aber einen eigenen Beitrag verdient. Der folgt in Kürze.

Da ich in diesem Urlaub noch Geburtstag haben werde, war es Kais Plan, mich nach Strich und Faden zu verwöhnen. Ich bekam fuer den Nachmittag eine erste Massage verordnet, die wirklich sehr entspannend und angenehm war. Als wir draussen bezahlen wollten, kam ein weiterer findiger Geschäftsmann und erzählte Kai, wie er seine Frau in nur zwei Stunden noch schöner machen und um 10 Jahre verjüngen wuerde. Haha, sehr lustig und doch auch irgendwie charmant. Mein Mann bejahte und ich bekam im Anschluss noch eine Mani- und Pediküre sowie eine vollständige Gesichtsbehandlung mit Augenbrauen zupfen in Fadentechtik und dem anschließenden Färben mit Henna.

Den ganzen Tag wurde ich also gepudert und gepampert und am Abend war ich dementsprechend tiefenentspannt.

Im kleinen ägyptischen Schönheitssalon war es sehr lustig und nett. Alle waren total freundlich und man kam schnell ins Gespräch. Ein junger Mann fragte, wo ich herkommen und als er „Frankfurt“ hörte, leuchteten seine Augen. Denn das kannte er, weil dort ein ägyptischer Spieler namens Marmoush fuer die Eintracht spielt. Als mir dann der naechste die gleiche Frage stellt, erklärte ich ihm stolz, dass ich in Frankfurt lebe, wo Marmoush spielt 😂😂

Sehr beeindruckt von meinem Wissen wollte er mich gleich in ein Gespräch ueber europäischen Fussball verwickeln. Auweia, da musste ich dann leider zugeben, dass ich keine Ahnung hatte 😉

Das Abendessen fand wie immer im grossen Saal statt, doch gottseidank gibt es auch ein paar Tische draussen, wo es immer noch ein freies Plätzchen gibt. Abschließend genehmigte sich Kai an der Bar noch einen Cocktail und ich einen Cappuccino und schon am ersten Tag scheint sich hier ein kleines Urlaubsritual abzuzeichnen.

Ganz pauschal am Roten Meer

Nachdem wir Beide am Montag und Dienstag noch im kalten vorweihnachtlichen Deutschland hinter unseren Schreibtischen saßen, ging es Mittwoch früh um 8 zum Flughafen. Von dort sollte es fuer zwei Wochen nach Marsa Alam in Ägypten gehen.

Das ist irgendwie eine sehr ungewoehnliche Reisezeit fuer unsere Verhältnisse. Kann mich nicht erinnern, im Dezember schon mal nennenswerte Urlaube gemacht zu haben. Grundsätzlich geniesse ich die Vorweihnachtszeit immer sehr zuhause. Gemütlich bei Kerzenlicht, Plätzchen backen, alles kitschig dekoriert und auf diversen Weihnachtsmärkten Glühwein, Bratwurst und Schoko Popcorn verspeisen. Aber dieses Jahr ist irgendwie alles ein bisschen anders.

Ich war ja zu Beginn des Jahre bis Ende August (inklusive Wiedereingliederung) im Krankenstand. Und nun will es das Gesetz, dass mir trotzdem noch der gesamte Jahresurlaub zusteht. Das mag man fair finden oder nicht, aber wer sind wir, uns gegen den Gesetzgeber aufzulehnen? 😉

Da Kai dementsprechend auch noch einen angehäuften Vorrat an Urlaubstagen hatte und wir beide in unseren Firmen dazu angehalten sind, diese möglichst bis Jahresende zu verbrauchen, blieb uns quasi keine andere Wahl. Wir mussten noch mal weg.

Die Wahl fiel auf das Rote Meer. Es ist relativ nahe, die Flugzeit ist entsprechend kurz (ca 4,5 Stunden) aber es ist dennoch noch warm und sonnig.

So langsam gehe ich in die letzte Erklärungsrunde, denn auch die Art des gesamten Urlaubs ist wirklich  sehr ungewöhnlich fuer uns. Wir haben nämlich zwei Wochen Pauschal + All Inclusive gebucht. Noch nie gemacht und bisher auch immer total verweigert. Aber vielleicht ist das ja nach meinem ständigen Kampf gegen die Erschöpfung ganz angenehm. Wir werden sehen.

Am späten Vormittag ging es also am Mittwoch los und mit einer Stunde Zeitverschiebung kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang am kleinen Flughafen von Marsa Alam an.

Die Einreise ging total schnell, wir kauften jeder ein Visum fuer 25 Euro und draussen wartete schon ein Kleinbus auf uns. Pauschal eben… und irgendwie auch ganz bequem. Nur etwa 20 Minuten später kamen wir an unserem neuen Zuhause fuer die nächsten 2 Wochen an, dem Hilton Nubian Resort Marsa Alam. Dafür haben wir uns entschieden, weil es mit knapp 450 Betten eine der kleineren Anlagen am Roten Meer ist 🤣🤣🤣

Nach dem Check in ging es mit dem Club Car in unser  Zimmer mit Balkon  und ich war neugierig auf den Ausblick. Denn Zimmer mit Meerblick sind in dieser Anlage selten, aber dennoch sollten wir angeblich seitliche Sicht aufs blaue Meer haben. Noch konnten wir aber nichts sehen, draussen war es bereits tiefschwarze Nacht.

Es war schon Zeit fürs Abendessen und hier muss ich gestehen, habe ich doch arg mit der Gesamtsituation gefremdelt. Das schönste ist es eigentlich immer, direkt am ersten Abend die Umgebung zu erkunden und in einem kleinen gemütlichen Lokal ortstypische Kost zu verspeisen. Hier fanden wir aber das Gegenteil, einen monströsen Speisesaal mit (an diesem Abend) internationalen Spezialitäten und dem entsprechenden Publikum.

Irgendwie tat ich mir an diesem Abend schwer damit und ich war auch mittlerweile muede und leicht quengelig. Aber was solls, wir wussten ja vorher, worauf wir uns einlassen und man wird satt 😂 Das Nachspeisebuffet sah allerdings wirklich sehr vielversprechend aus.

Mit unseren All Inklusive Baendechen, die man uns beim Check In ums Handgelenk gebunden hatte, konnten wir danach noch an der Bar einen (oder zwei…) Cocktails trinken und danach fielen wir muede in die sehr bequemen Betten. Wir waren gespannt auf die nächsten Tage.