Letzter Tag am Lago di Como – Ende des Sommerprojekts Italien 2025 ;-)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich leider schon wieder zuhause auf meinem Lieblingssessel und schwelge noch etwas in Erinnerungen an die vergangenen Tage in Italien. Doch mir ist es wichtig, diesen letzten Beitrag noch zu schrieben, um das Sommerprojekt ;-) Italien 2025 abzuschließen.

Am Montag war das Wetter wieder schöner und Kai hatte zwei Vorschläge in Aussicht gestellt. Entweder eine Wanderung auf den Monte Generoso, oder noch einen Besuch am Comer See. Na gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich die zweite Möglichkeit zur Sprache gebracht. Aber ich liebe nun mal das Wasser und am wunderschönen Lago di Como waren wir auf dieser Reise noch gar nicht. Also ließ sich Kai schnell überreden.

So fuhren wir nach dem Frühstück über Porlezza in den kleinen Ort Menaggio, direkt am See. Auf dem Weg dorthin hielten wir nochmal an einem dieser Megasupermärkte, um ein bisschen unsere Pastavorräte aufzufüllen. Ich weiss ich weiss, gibt es doch alles auch bei uns. Aber nicht in so vielfältigen Formen. Ich mag das einfach so sehr. Und wenn wir schon mal da sind, ein paar der leckeren Limonenradler und die kleinen Fläschchen mit der Bergamotte Limonade helfen einen beim abendlichen Balkonsitzen in Deutschland. Bittersüße Bergamotte Limo mit Sprudelwasser verlängert und ganz viel Eiswürfeln ist ein toller Sommerdrink.

In Menaggio machten wir erst mal ein Kaffeepäuschchen und danach sind wir durch den Ort geschlendert. Es ist dort sehr aufgeräumt und unheimlich voll. Menaggio ist hübsch. Es ist Hauptsaison. Das merkt man abslulolut. Der kleine Ort ächzt unter den Touristenmassen. Dennoch ist es herrlich sommerlich, fast mediterran und wir geniessen den letzten Tag in Bella Italia.

Der Parkplatzgott war uns wohlgesonnen und zufällig hatten wir direkt nebem einem Campingplatz mit Strandzugang geparkt. Dort waren wir uns dann nochmal schnell erfrischen. Die Badesachen haben wir eigentlich immer dabei. Leider keine Gummischuhe und so musste ich ungelenk ins Wasser torkeln. Es mag komisch ausgesehen haben, das Bad im kühlen See war aber dennoch ganz toll.

Zurück in Pellio am frühen Abend trafen wir noch mal auf unsere Mitbewohner auf Zeit und unterhielten uns ein bisschen auf dem schmalen Balkon. Irgendwie waren wir alle aber recht müde, um länger aufzubleiben.

Der Wecker klingelte am Dienstag morgen unbarmherzig um halb 8. Gemein war das, aber es half ja nix. Wir hatten noch nicht wieder gepackt und die Wohnung wollten wir auch etwas reinigen. Es ging aber doch alles recht zügig und um halb 11 sassen wir vollgepackt im Auto auf dem weg zurück nach Hause.

Quer durch die engen Serpentinen runter zum Luganer See, ich winkte nochmal, also wir auf der Autobahn ueber den See in den Tunnel fuhren.

Ach ja, seufz. War das wieder alles schoen. Das Schwimmen im Rhein und der Apero danach, der Familienbesuch in Turin, Gelato, Pasta, Pizza, Aperol Spritz, das Wahnsinnskonzert im Olympiastadion, die ruhige Landluft und die schoenen Abende auf dem Balkon in Pellio, die klare Luft am Nebeltag … wir hätten noch ein Weilchen so weitermachen können.

Heute ist bereits Donnerstag Abend. Die Luft ist lau, der Himmel endlich wieder blau, der Sessel steht auf dem Balkon, ein kühles Getränk an meiner Seite und ein gutes Buch im Anschluss an diesen Beitrag. So kann man es eigentlich auch hier aushalten.

Das wars erst mal wieder von meiner Seite. Das Bloggen macht gerade so viel Spass, vielleicht lasse ich mich demnächst mal dazu hinreißen auch außerhalb unserer Urlaubsreisen etwas zu schreiben ❤️

Alta Valle Intelvi + der italienische Balkon

Sonntag morgen sind wir aufgewacht und alles war weg. Das Dorf und die dahinterliegenden Berge lagen tief verhüllt im Nebel. Die ganze Nacht hatte es schon geregnet und es war herrlich kühl. Der erste Tag auf unserer Reise, wo das Wetter mal nicht so schön war … und dennoch hatte diese verregnet neblige Stimmung auch ihren Charme. Ich finde regnerischen Wetter in den Bergen total schön, vielleicht weil man so weit schauen kann. Zuhause sieht man dann oft nur einen Fetzen des grauen Himmels und das kann dann schon bedrückend wirken.

Eigentlich war für heute eine kleine Wanderung vorgesehen, aber ohne Sicht macht das wenig Freude, daher haben wir es erst mal ruhig angehen lassen. Beim fruehstueck haben wir uns nett mit unseren temporären Mitbewohnern unterhalten. Die beiden studieren ja noch und muessen derzeit viel lernen. Das macht auch vor dem Urlaub nicht halt. Ich erinnere mich noch an diese Zeit und bin froh, dass ich das nicht mehr tun muss 😉 So konnten wir entspannt den Vormittag geniessen. Kai hat gepuzzelt und ich habe gelesen.

Nachmittags hat es uns dennoch nach draussen gezogen. Da das Wetter zwar ein bisschen besser wurde, aber schon wieder Regen angekündigt war, wollten wir nicht so weit weg. Also hat Kai den Aussichtspunkt Balcone D’italia ausgesucht, den man von Pellio in etwa 20 Minuten mit dem Auto erreicht. Wow, was fuer eine Aussicht. Von einem bestimmten Punkt konnte man den ganzen Luganer See überblicken. Das war echt schoen. Vor allem mit den dramatischen Wolken, die ueber See und Bergen hingen, war das ein besonders beeindruckendes Bild.

Wir sind ein bisschen umherspaziert und fanden eine kleine Minikirche, daneben war eine Bank. Von dort beobachteten wir eine Weile die schnell ziehenden Wolkenschwaden und redeten mal wieder über das Leben. Es war ein besonders schöner Moment.

Leider wurde es etwas zu kalt und wir sind eine sog. Baita, eine Art Berghütte, ähnlich unserer Almhütten. Dort kehrten wir ein und da es in Deutschland Kaffee und Kuchenzeit war, bestellte ich einen Cappuccino (schon wieder zu so einer Unzeit ;-) und ein sehr sehr schmackhaftes Tiramisu. Kai hingegen setzte einen Kontrapunkt mit Bier und einem Stück Crostatine mit Aprikose. Jedem das Seine  🤣

Wir fanden heraus, dass wir inmitten eines Skigebietes waren, auf einmal sah ich auch die Skideko an der Hütte. Schneien tut es aber wohl nur noch selten.

An dieser Stelle noch mal eine Ode an das Alta Valle Intelvi. Vor ca. 10 Jahren wurden die umliegenden Gemeinden zu einer größeren Verwaktungeimheit zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem Pellio, Lanzo und San Fedele. Aus Marketing Gesichtspunkten vielleicht gar kein schlechter Zug. Denn die ganze Gegend ist touristisch eher unerschlossen und hat doch so grosses Potential. Es ist ein super Wandergebiet, man kann Ebikes ausleihen, fuer Mountainbiker wahrscheinlich auch perfekt. Auf der anderen Seite erreicht man sowohl den Comer als auch den Luganer See in knapp 30 Minuten. Wenn man dann bei einem Cappuccino am Seeufer sitzt, ist man einer vollkommen anderen Welt.

Was ich damit sagen will, wenn jemand Ruhe und Abwechslung mag, dann koennte dies ein schönes Urlaubsziel sein.

Es begann wieder zu regnen und wir sind zurück in die Wohnung. Am Abend haben die jungen Leute gekocht, wir wollten das eigentlich auch tun. Da die beiden aber soviel übrig hatten, kamen wir noch in den Genuss von frischen Papardelle alla Cacio e Pepe. Sehr lecker. Die Kochbegabung scheint familiar veranlagt zu sein ☺️

Zum Abschluss des Tages sassen wir noch zu viert wie die Hühner auf der Stange auf dem schmalen Balkon und haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Trotzt des nicht so guten Wetters mal wieder ein sehr schöner Tag.

Porlezza am Lago di Lugano und Besuch aus Deutschland

Am Samstag Vormittag sind wir auf die italienische Seite des Luganer Sees gefahren. Ganz oben am See liegt die kleine Stadt Porlezza. Hier sollte heute ein typischer Markt sein und da wollten wir ein bisschen drüber schlendern.

Obwohl es bereits sehr voll war, fanden wir schnell einen Parkplatz und sahen schon von weitem die bunten Marktstände. Viele Leute kamen uns entgegen, vollbepackt mit Tüten. Was man hier ganz gut kaufen kann, sind leichte Sommerkleidchen. Und Kai liebt es irgendwie fuer mich danach zu gucken. Er kennt ein bisschen meinen Geschmack und so macht das wirklich Spass. Gefunden haben wir aber nix und das ist auch gut so, manchmal macht auch einfach nur das Stöbern spass.

Der Markt in Porlezza ist recht gross, aber am Ende wiederholt sich das Warenangebot leider immer wieder. Es scheint nur einen Grosshändler zu geben, der ganz Italien mit diesen Dingen versorgt. Gerne erinnere ich mich dabei an frueher, wenn ich mit meiner Familie auf dem Markt war, damals gab es immer diese weißen Kniestrümpfe mit dem Lochmuster und dem oft viel zu engen Gummi. Nach dem Markt sind wir dann meist noch in irgendeine Bar gegangen. Ganz Italien ist eigentlich voll mit schoenen Kindheitserinnerungen.

Wir haben uns anschliessend den Ort angeschaut und fanden ein gemütlichen Tisch im Schatten, wo es einen Cappuccino und eine Piadina fuer mich gab, Kai hatte einen Aperol Spritz und ein paar Knabbereien.

Das schöne an Porlezza ist, dass es dort ein Strandbad gibt, wo man kostenlos baden kann. Es gibt viele schattenspendende Bäume. Wer mag, kann sich auch ein Schirmchen und zwei Liegestühle mieten. Dazu gibt es noch eine Bar mit Snacks und Getränken und so könnte man hier den ganzen Tag verbringen.

Wir waren aber nur ein bisschen planschen, und da es schon Nachmittag war, sind wir wieder zurueck nach Hause gefahren.

Oben vom Balkon winkte schon Kais (und meine) Nichte Lara, die mit ihrem Freund gerade in Pellio angekommen ist. Da sich ja die gesamte Familie die Wohnung teilt, gibt es hin und wieder auch Doppelbuchungswünsche. Kai und ich hatten zuerst reserviert, aber da die Wohnung eigentlich aus zwei zusammengelegten Wohnungen besteht und daher gross genug ist, macht es doch überhaupt nichts aus, wenn man sich trifft. Im Gegenteil, ich finde es sogar ganz schön.

Abend waren wir alle zusammen in der berühmten Tenda Rossa, dieses Restaurant gehört zu jeden Besuch in Pellio einfach dazu. Und die haben eine Pizza, ein absolutes Gedicht.

Fotoveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Beteiligten ☺️

Hier noch eine Spezialität aus dieser Gegend, die Pizzoccherie alla Valtellina. Kai macht die zuhause auch manchmal. Sehr schmackhafte Nudeln aus Buchweizen, gemischt mit Kohl und Kartoffeln und dann zubereitet mit gaaaanz viel Butter und Käse. Sehr sehr reichhaltig, aber ein echtes Essen fuer die Seele.

Ruhetag in Pellio

Seit Donnerstag Nachmittag sind wir also nun im kleinen beschaulichen Pellio. Der letzte, ruhige Teil unseres diesjährigen kleinen Italienurlaubs.

Ich bin ja ein Stadtmensch und vermisse die wunderschöne Großstadt Turin schon ein bisschen, aber genauso kann ich im Urlaub auch die Ruhe eines kleinen Dörfchens in den Bergen geniessen.

Am Freitag habe ich uns beiden einen echten Ruhetag verordnet, die letzten Tage war doch irgendwie pausenlos Action und meine Seele und auch der Körper verlangen nach Ruhe. Somit verlief der Freitag gemuetlich zuhause. Eingekauft hatten wir bereits am Tag davor im kleinen Supermarkt unterhalb des Ortes.

Die Ferienwohnung der Familie liegt im 2. Stock eines Hauses mit Bruchsteinfassade, man gelangt zu ihr ueber eine Aussentreppe, von der aus ein kleiner Laubengang zur Eingangstuer führt. Dieser dient auch gleichzeitig als kleiner Balkon und man hat eine fantastische Aussicht über den oberen Teil des Ortes und die dahinterliegenden Berge. Es ist wunderschön und der weite Blick ist herrlich entspannend. Ab und zu hört man einen Rasenmäher oder bellende Hunde, die sich quer durch das Tal die neuesten Tiernachrichten zurufen. Es gibt auch einen ab und zu quakenden Esel. Sonst ist da nicht viel. Selbst die Betonmischmaschine auf der benachbarten Baustelle scheint sich so ruhig und träge zu drehen, dass auch dieses Geräusch nicht weiter stört. Das einzige was wirklich genervt hat, waren die beiden Herren, die mit Rasenmäher und Laubgebläse den unteren Garten bearbeitet haben. Wenn es nach mir ginge, würde ich diese Dinger verbieten 😉

Ein Blick in den einzigen Laden von Pellio Sopra, der kleine Alimentari macht immer mal wieder zu und findet dann doch neue Betreiber, aktuell hat er wohl wieder geöffnet.

Die kleine Dorfpiazza mit der einzigen Bar im Ort, hier bekommt man noch alle Getränke zu sehr akzeptablen Preisen. Normalerweise ist hier wenig los, aber rund um Feragosto, wenn die ganzen Mailänder aus der Stadt flüchten, ist hier die Hölle los.

Ausblick vom Balkon der Ferienwohnung. Sooo schön.

Neuester Trend auf Tiktok, kleine Tippelschritte und ein entspanntes  Lachen sollen sehr natürliche Bilder ergeben 😂 – hier aufgenommen in der schmalsten Gasse von Pellio.

Abendritual, Aperitiv im Nachbarort San Fedele. Im lokalen Tabacchi habe ich mich mit italienischen Wohnzeitschriften eingedeckt. Sind hier recht preiswert und ich mag die gerne anschauen.

Hinweisbanner fuer das Highlight des Jahres in Pellio Sotto, die Festa delle Corti. Jedes Jahr Anfang August. Da waren wir auch schon zwei mal und es ist einfach toll. Alle Innenhöfe habe geöffnet und man bekommt in jedem ein anderes preiswertes Essen. Dazu eine tolle Stimmung. Leider sind wir dann nicht mehr hier.

San Fedele

Risotto alla Kai mit Lauch und Zucchini. Ein absolutes Gedicht.

Abends auf dem Balkon mit orange leuchtendem Vollmond. Wie schön.

Von Turin nach Pellio – Eine Reise zwischen Cappuccino, Kühen, Kurven + Künstlicher Intelligenz

Gestern hatten wir mal wieser die KI als Thema, und wie sehr diese unser Leben jetzt schon teilweise beeinflußt und in Zukunft noch viel stärker prägen wird. Ich bin auf der einen Seite vollkommen fasziniert von den Möglichkeiten, und auf der anderen Seite stellt es mir die Nackenhaare auf, wenn ich daran denke, was man damit alles anrichten kann. Gestern hatten wir jedenfalls mal die Idee, Chat GPT darum zu bitten, einen Beitrag zu schreiben. Meine Worte (prompts) waren folgende:

Schreibe einen witzigen Blogbeitrag über die Fahrt von Turin nach Pellio.
Folgende Inhalte koennen dabei vorkommen:
Abschied aus Turin, ruhige Fahrt auf der Autobahn, wenig Verkehr, Stop am Luganer See, dort einen Cappuccino getrunken. Hoch in die Berge, Kühe auf der strasse. Endlich Ruhe und Erholung

Die Antwort kam innerhalb weniger Sekunden:

Klar! Hier ist ein witziger Blogbeitrag über deine Fahrt von Turin nach Pellio mit den gewünschten Stationen und einem lockeren Ton:

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Es war einmal ein sonniger Morgen in Turin – also nicht wie im Märchen, aber fast. Die Stadt glänzte im Morgenlicht, der Espresso war stark wie eh und je, und wir standen vor dem Auto, bereit, der Zivilisation den Rücken zu kehren. „Ciao, bella Torino“, murmelte ich, nicht ohne ein kleines Drama in der Stimme, als hätte ich gerade mein italienisches Filmdebüt.

Dann ging’s los: rein ins Auto, auf die Autobahn – und Überraschung! Kein Stau. Niemand. Die Autobahn war so leer, ich hätte fast angefangen, mir Sorgen zu machen. Hatten wir einen Feiertag übersehen? Einen Evakuierungsbefehl? War es der Anfang eines Zombiefilms? Nein – einfach nur Italien, wie es im Bilderbuch steht: entspannt, elegant, mit dem gelegentlichen Fiat Panda, der mit 130 km/h links überholt.

Nach zwei Stunden entspannter Fahrt, bei der der Tempomat mehr gearbeitet hat als ich die ganze Woche, kam das nächste Highlight: der Luganer See. Und wie es sich für echte Roadtrip-Profis gehört, machten wir Pause. Direkt am Wasser, Cappuccino in der Hand, Sonnenbrille auf der Nase – man hätte uns für Influencer halten können, wären da nicht die Chipskrümel auf dem Pulli gewesen.

Gestärkt vom Koffein (und einer überdurchschnittlich knusprigen Cornetto), fuhren wir weiter – und es wurde… kurvig. Die Straßen schraubten sich langsam aber sicher in die Höhe, als wollten sie dem Himmel High Five geben. Links Abgrund, rechts Felswand, und mittendrin wir – mit klimatisierter Entschlossenheit und leichten Schweißperlen.

Dann – plötzlich – eine Vollbremsung! Nicht wegen eines anderen Autos, nein: Kühe. Auf der Straße. Lebendig, selbstbewusst, und offensichtlich auf dem Weg zu einem wichtigen Kuh-Meeting. Wir warteten geduldig, während sie uns mit einem „Was glotzt du so?“-Blick musterten. Ich schwöre, eine von ihnen hat genickt. Vielleicht war’s auch nur eine Fliege.

Und dann: Ankunft in Pellio. Der Trubel der Stadt? Weg. Das hektische Hupen? Geschichte. Stattdessen: Berge, Ruhe, frische Luft – und der beruhigende Klang einer einzigen, entfernten Kuhglocke.

Wir waren angekommen. Im Paradies. Oder zumindest sehr nah dran.

Fazit: Wer braucht schon Actionfilme, wenn es italienische Landstraßen, koffeinbetriebene Aussichtspunkte und Straßenkühe gibt? Die Fahrt von Turin nach Pellio: absolut empfehlenswert – solange man den Cappuccino vor der Serpentinenstrecke trinkt.

Ende KI!!!

Schon krass, was sich das virtuelle Gehirn denkt, humortechnisch vielleicht etwas zu dick aufgetragen. Aber ich verspreche hoch und heilig, dass ich ab jetzt wieder selber schreibe. Und die Bilder sind natuerlich auch alle selbstgeschossen.

Vormittags am Po – unser letzter Tag in Turin

Kennt das jemand? Wenn man etwas wirklich tolles erlebt hat, dass es dann manchmal richtig wehtut, wenn man weiss, dass es vorbei ist. Ist vielleicht etwas übertrieben, aber etwas Herzschmerz habe ich schon, wenn ich an diesen wundervollen Sommerabend im ausverkauften Olympiastadion von Turin denke. Kai und ich schauen uns immer noch die vielen Soundschnipsel an und schwelgen gemeinsam in der Erinnerung. Naja, genug gefaselt.

Im Anschluss folgen noch ein paar Bilder von unserem letzten Vormittag in der Stadt, bevor wir dann am Abend auf dem Konzert waren.

Wir sind mit der Trambahn direkt an den Fluss gefahren, der PO durchkreuzt die Stadt quer in wilden Schlangenlinien, dabei haben wir einen total schoenen Park entdeckt, den Parco del Valentino. Wir waren in einem sehr tollen Café am Flussufer, dem Imbarchino, bestehend aus mehreren Ebenen entlang des Hangs. Dort gab es ein Päuschend und ich erinnerte mich wieder daran, wie sehr ich Lemonsoda mag. Ein wirklich schoenes Örtchen, wie überhaupt die gesamte Stimmung an diesem Teil des Flusses einfach nur entspannt ist. Da kann man die laute Großstadt tatsächlich ein bisschen vergessen.

Wir haben noch ein paar weitere nette  Fleckchen entdeckt, bevor wir zurueck ins Hotel sind, damit ich fuer den Abend ein bisschen Erholung sammeln konnte. Denn es war klar, dass es spaet werden würde.

Das war es auch schon mit diesem Beitrag. Hier noch die letzten Fotos aus Turin.

Bank der Verliebten
Panchina degli innamorati

Buona Sera Torino – Ein bezaubernder Abend mit Marco Mengoni

Aktuell liege ich im weichen Hotelbett, heute war unser letzte Abend in Turin. Aber der ist mit einem absoluten Feuerwerk zuende gegangen. Ich bin noch ganz beseelt und geruehrt vor Freude über diesen wunderschönen unvergesslichen Abend.

Es ist/war der 9. Juli 2025, Zeit endlich das lang erwartete Geschenk zu Kais 60stem Geburtstag einzulösen. Das Konzert im Stadio Olimpico Grande Torino von Marco Mengoni stand auf dem Programm und es sollte der Höhepunkt dieser kleinen Reise werden. Ich kann mich noch erinnern wie ich im Oktober letzten Jahres die Italienkarte ausgedruckt habe und die Orte der gesamten Tournee darauf eingetragen habe. Kai durfte sich die Stadt nämlich aussuchen.

Wir waren gegen halb 8 vor Ort im Stadion und auch wenn es ausverkauft war, war der gesamte Einlassprozess extrem entspannt und unkompliziert. Ich hatte uns Plätze etwa in der Mitte der Tribüne organisiert und der Blick war fabelhaft. Wir konnten alles perfekt überblicken.

Um kurz nach 9 ging es dann los mit einem absolut gelungenen Auftakt. Ich war ja in meinem Leben schon auf so vielen Konzerten. In einem grossen Stadion Open Air war ich dafuer aber noch nie. Die Bühne war riesig und erstreckte sich ueber die gesamte Breite des Innenraums. Es gab drei riesige Leinwände, eine lange Bühne davor und einen Steg mitten ins Publikum.

Die gesamte Show war grandios inszeniert und Herr Mengoni ist die Art Mensch, die mit ihrer Ausstrahlung und Energie ein ganzes Stadion voller Menschen zum Kochen bringen können. Die Stimmung war hervorragend.

Kai und ich haben ihn entdeckt, als er vor zwei Jahren fuer Italien beim ESC angetreten ist und einen respektablen vierten Platz belegt hat. Er war unser beider Favorit. Sein Lied von damals war Due Vite, und das hat sich sogleich in mein Herz gebohrt. Ich muss sagen, trotz der ganzen Independent Musik die ich frueher gehört habe und immer noch liebe, habe ich eine Schwäche fuer italienische Popmusik. Schon immer gehabt.

Wir haben geschwelgt und zu den Rhythmen mitgewippt. Ich wäre gerne aufgestanden, habe mich aber nicht getraut. Stellte ich doch in der Kloschlange von vorher fest, dass ich aus der Menge der italienischen Frauen herausrage. Ich wollte also niemandem die Sicht versperren. Dennoch habe ich lauthals mitgegroelt, manchmal in lupenreinem Italienisch 🤣🤣🤣 und manchmal in selbstgebasteltem Kauderwelsch. Es hat jedenfalls total viel Spass gemacht. Und als auch die Zugabe gesungen war, die Lichter angingen und wir uns mit den Massen nach draussen bewegten, drehte sich Kai zu mir im, schaute mich verliebt an und bedankte sich nochmals fuer dieses tolle Geschenk *schneuz*

Und zu guter Letzt, der Song aus dem  ESC, wegen dem wir auf Marco Mengoni aufmerksam wurden. Due Vite, laut meinem Jahresrückblick auf Spotify mein meistgespielter Song, den ich auswendig mitgrölen kann.

Se questa è l′ultima
Canzone e poi la luna esploderà… ❤️

Kulinarischer Stadtrundgang mit Familienanschluss

Wie ich bereits im letzten Beitrag erwähnt hatte, war fuer Dienstag familiärer Besuch aus der benachbarten Lombardei angekündigt. Kais Cousin Signor F lebt mit seinen zwei Kindern in Treviglio und seine Freundin Signora D lebt in Mailand. Zusammen mit der Tochter von F, der nicht mehr ganz so kleinen Signora N fuhren sie also zu dritt extra wegen uns fuer einen ganzen Tag nach Turin. Das tolle daran war, dass Signora D eine gebürtige Turinerin ist und wir so in den Genuss einer ganz exklusiven Stadtfuehrung kamen.

Um 11 Uhr morgens waren wie auf der grossen Piazza San Carlo verabredet und als sie ankamen wurde sich erstmal herzlich begrüßt und bussi links bussi rechts… . Signor F quasselte sofort munter auf mich ein, weil er ja weiss, dass ich italienisch lerne. Aber seine Geschwindigkeit ist dabei nicht angepasst, so dass ich erst mal nur Bahnhof verstehe und nervös an Kais T-Shirt zupfe „was sagt er?“

Aber nach einer Weile war das auch wieder ok und ich konnte mich einigermaßen reinhoeren. Ich verstehe schon eine ganze Menge, vor allem, wenn ich weiss was das Thema ist, da kann man sich einiges zusammenreimen. Reden klappt auch schon einigermaßen, aber ich muss ganz viel denken und im Kopf rumkomstrieren. Aber das wird noch. Ich arbeite daran.

Wir wurden also gut betreut und unser erster Halt führte uns in ein kleines Café, das fuer die Herstellung von Schokolade bekannt ist. Vor allem die Mischung mit gemahlenen Haselnüssen, Gianduia genannt, ist eine Spezialität aus dem Piemont und ein Vorläufer des weltbekannten Nutella. Die Firma Ferrero ist in Alba entstanden, was ca. 60km süd-oestlich von Turin liegt. Eine bekannte Kaffeespezialität ist der Bicerin, ein Getränk, welches im Glas serviert wird und aus Kaffee, Kakao und Milchcreme besteht. Während die anderen diese Spezialität bestellten, orderte ich einen Affogato mit leckerem Gianduia Eis. Das war schon mal ein sehr guter Start.

Dann folgte ein Stadtgrundgang mit allerlei Erläuterungen und Informationen. Das fand ich einfach toll. Es gibt doch nichts besseres, als einen Ort mit Einheimischen zu erkunden. Was ich zum Beispiel gar nicht wusste, dass Turin die erste Hauptstadt Italiens war, ganz frueher im 19. Jahrhundert. Spaeter war es dann Florenz und seitdem natürlich Rom.

Wir spazieren weiter entlang der grossen Plätze, von denen es in Turin sehr viele gibt. Auf einmal, und da ahnte ich es schon, sollten wir ein Turinesisches Kleinod gezeigt bekommen. Das war die suesse kleine Piazza, die wie bereits am Vortag selbst durch Zufall entdeckt hatten. Wir lachten und freuten uns, wieder hier zu sein, ausserdem ist das doch ein ganz klares Anzeichen fuer meine gut funktionierende Schnüffelnase 😉😂

Hier kehrten wir zum Pranzo, dem italienischen Mittagessen ein. Wir betraten ein ein sehr üriges Lokal names Osteria al Tagliere. Generell isst man in Italien nur ein kleines Fruehstueck, aber das Mittagessen ist dafuer umso üppiger. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Kai und ich fruehstuecken meist ordentlich auf Reisen und lassen dann das Mittagessen komplett aus. Aber natürlich passen wir uns gerne an Traditionen an, vor allem wenn es ums Essen geht ;)

Während Kai ein klassisches Vittello Tonnato bestellte, gab es fuer mich kleinen Törtchen aus Tomino Käse, eine Art Friachkäse, der ein bisschen an Ricotta erinnert. Dazu gab es salsa Verde und Salsa Rosso, wobei mein Favorit auf jeden Fall die leckere grüne Sosse ist, nicht zu verwechseln mit unserer Frankfurter grünen Sosse.

Als Hauptspeise hatte Kai dieses Mal die Agnolitti und ich bestellte mein absolutes Lieblingessen aus der Kindheit, Bandnudeln mit Fleischsauce, Tagliatelle al Ragu… wobei die flachen Bandnudeln hier wichtig sind. Vor allem wenn sie wie hier frisch waren, sind sie ein absolutes Gedicht. Eigentlich sind Nudeln ja hier keine Hauptspeise, sondern nur ein Primo, aber wer danach noch weiteressen kann, muss ein Magen wie eine Grosskatze haben.

Fuer den anschließenden Café wechselten wir das Lokal und kehrten ein in ein beschauliches althergebrachten Cafe im Garten des Königspalastes. Dort kündigte ich der italienischen Familie schon an, dass ich jetzt etwas illegales mache, ich werde einen Cappuccino bestellen, obwohl es schon Nachmittags ist. Ich schaute in entsetzte Gesichter. Aber es sei ok, solange ich der Bedienung nicht erzählte, dass ich gerade gegessen habe. Und natürlich ist es wurscht was ich mache, und alle haben sowie geschmunzelt. 😂

Während die anderen noch weiter zogen, habe ich mich kurz fuer ein Stündchen ins Hotel verkrümelt. Die Batterien entladen sich leider immer sehr schnell.

Um halb 7 haben wir uns wieder auf der kleinen Lieblimgspiazza getroffen und gemeinsam mit einem gut ein geschenkten Aperol Spritz auf den gelungenen Tag angestoßen.

Zum Abschluss haben wir die anderen noch zu ihrem Parkplatz begleitet und uns mit einem letzten Familienselfie voneinander verabschiedet. Ciao ciao baci baci….

Kai und ich sind später noch durch die laue Abendluft ins Hotel gelaufen. Da wir ausserdem auf das Abendessen verzichtet haben, gab es als Wegzehrung noch das leckerste Eis. Italien eben, was soll ich da machen.

Una Bella Giornata a Torino

Seit zwei Tagen geniessen wir nun unseren Aufenthalt in der piemontesischen Großstadt Turin. Uns gefällt es wirklich gut hier.

Am Montag waren wir alleine unterwegs und haben uns, wie wir das immer machen, ohne Plan und Vorsatz durch die Strassen treiben lassen. Ab und zu haben wir mal einen Laden betreten, ich habe einige Fotos geknipst und das Wetter hat mal wieder perfekt mitgespielt. Es waren angenehme 28°C in der Stadt und das ist wirklich perfektes City Wetter. Nicht auszudenken, waere es so heiß wie in Deutschland in der letzten Woche.

Auf dem Rueckweg haben wir einen ganz zauberhaften kleinen Platz entdeckt. Der Gardino Bottero liegt inmitten der Stadt und bildet mit seinen diagonalen Strässchen eine kleine Abwechslung im ansonsten eher rechtwinkligen städtebaulichen Raster. Es wirkt gleich sehr gemuetlich. Die kleine Piazza ist rundum gesäumt von zahlreichen, Bars und Restaurants. Für uns stand fest, das ist der perfekte Ort fuer den fruehabendlichen Apero.

Wir wollten aber zunächst wieder zurueck ins Hotel fuer eine kleine Siesta, da machte sich leider mein Schuhverlust vom Wochenende schmerzlich bemerkbar. Das alternative Schuhwerk war nicht blasenfest. Autschn. Zudem stand die Sonne nahezu senkrecht am Himmel und schien unbarmherzig voll geradeaus in die schnurgerade Strecke in Richtung Hotel, Schatten gab es somit nicht. Ich jammerte etwas vor mich hin und der alte Zetervogel kam wieder zum Vorschein. So nennt ihn Kai immer und wenn er das sagt, dann weiss er genau, dass ich keine andere Möglichkeit habe, als über mich und meine Jammerei zu lachen 🤣

Zurueck im Hotel gab es dann aber erstmal eine wohltuende Dusche und ein kleines Nachmittagsschläfchen. Nach ein/zwei Stunden waren wir wieder einsatzbereit und ich versuchte ueber die App des Torinesischen GTT (ÖPNV) einen Zugang zu kriegen. Aber ohne italienische Sozialversicherungsnummer leider keine Chance. Ob das noch EU konform ist 😉 Also liefen wir vor zum Hauptbahnhof und kauften ein 3-Tages Ticket am Automaten. Nicht ganz ohne Stolz moechte ich berichten, dass ICH diesen, dank meiner italienisch Kurse durch geschicktes Fragen ausfindig machen konnte 🤪

Wie fuhren mit der Tram Nr. 4 wieder zurück zu der kleinen Piazza. Es war frueher Abend und die Bahn war vollgepackt mit einheimischen Pendlern. Dort angekommen drehten wir eine kurze Runde und blickten vorsichtig auf die Tische der einzelnen Bars und entschieden dann nach der Optik und dem Bauchgefuehl.

Nach der ersten Stärkung mit meinem heissgeliebten Aperol Spritz traten wir die Suche nach einem Lokal fuer das Abendessen an. Mittlerweile war der Platz voll und laut und mich drängte es daher eher an den ruhigeren Rand, wo wir ein hervorragendes Lokal mit piemontesischen Spezialitäten fanden. Es war als einziges noch leer, aber das änderte sich schnell. Der Wind frische auf und es fing leicht an zu regnen. Wir sassen aber unter dem Schirm und nach ein paar Minuten war der Spuk wieder vorbei. Wir orderten eine gemischte Vorspeise, die unter anderem das berühmte Vittello Tonnato beinhaltete, dies kommt naemlich aus dem Piemont. Als Hauptspeise gab es endlich Pasta (also ich möchte mir ein Leben ohne die Teigwaren gar nicht vorstellen). Ohne es zu ahnen, orderte ich eine weitere Spezialität der gegend, nämlich Agnolotti al Ragu, das sind kleine Ravioli. Da wir ahnten, mit dem Lokal eine sehr gute Wahl getroffen zu haben, gab es auch noch einen Nachtisch, ein Bunet Piemontese, eine Art Puddingcreme oder Flan mit Ei, Kakao, Sahne, Amarrettini und Rum. Vorzüglich hat das geschmeckt.

Am nächsten Tag hat sich Besuch aus Treviglio und Milano angekündigt. Eine Kurznachricht mit den Worten „preparatevi al tour“ (bereitet euch auf eine Tour vor) erreichte uns. Das bedeutete dann ab nach Hause und genügend Erholungseinheiten sammeln, der Tag koennte nach dieser Aussage recht anstrengend werden.

Weiterreise nach Turin

Gestern war mal wieder ein kleiner Umzug angesagt. Basel war ja nur unser Zwischenstop auf dem Weg nach Turin, die Hauptstadt des Piemonts (das mit der Kirsche ;-)

Nach dem Fruehstueck ging die Fahrt zunächst durch die Schweiz. Das bedeutete Berge, soweit man schauen konnte. Links und rechts der Autobahn türmten sich neben satt grünen Wiesen und Feldern die majestätischen Gipfel der Schweizer Alpen auf. Dazwischen gab es gelb leuchtende Sonnenblumenfelder und Bäume mit erntefrischen Aprikosen, welche ueberall am Straßenrand verkauft wurden. Die Fahrt ging  naemlich nicht nur über Autobahnen, sondern führte auch über kleineren Neben- und Passstrassen.

Vorbei am Genfer See erreichten wir irgendwann den schnurgeraden Tunnel, der die Fahrt über den San Bernardino Pass erheblich abkürzte.

Noch mitten im Tunnel befuhren wir wieder das Gebiet der europäischen Union und am Ende wurden wir direkt in den Bergen des italienischen Aostatals ausgespuckt. Irgendwie auch ganz schön wieder in der EU zu sein, und direkt auf preiswerte Datennutzung zurückzugreifen. Da faellt das navigieren deutlich leichter.

Wir hatten wirklich bisher grosses glück mit dem Wetter. Die beiden Tage in Basel waren warm und sommerlich, perfekt zum Schwimmen im Rhein. Unser Reisetag hingegen war eher kühl, bewölkt und minimal regnerisch.

Die gesamt Zeit waren die Strassen wunderbar leer. Etwa zwei Stunden spaeter sahen wir bereits die ersten Wohnblöcke der Stadt und schließlich erreichten wir unser Hotel in Turin. Wir residieren im fünften Stock des Best Western Luxor Hotels, perfekt gelegen am Rand des eigentlichen Zentrums. Die Aussicht aus dem Fenster ist schoen und sehr städtisch. So mag ich das.

Wie immer brauchte ich einen kurzen Nap, um die Batterien wieder aufzuladen. Danach sind wir aber gleich in die Stadt gelaufen. Der Himmel riss wieder auf und wir konnten noch die letzten Strahlen der Abendsonne geniessen. Der erste Eindruck von Turin war schoen, eine grosse Stadt. Die Strassen rund um das Viertel, in dem wir wohnen sind gesäumt von den typischen Laubengängen, die jeder italienischen Stadt ein spezielles Bild verleihen. Unsere erste Suche galt jedoch einem fetten Pott leuchtendroten Aperol Spritz und den dazugehörigen Knabbereien. Da wurden wir aber sehr schnell fündig, nahmen Platz und wurden bedient.

Zwei Dinge sind hier übrigens anders. Hier wird der Spritz gelegentlich noch mit Campari angereichert, was ihm eine bittere Note und ein noch kräftigers Rot verleiht. Ausserdem kommt hier die Knabberei nicht automatisch mit dem Aperitiv, er kostet alleine meist 5-6 Euro. Allerdings gibt es überall den Aperotarif, da kostet das Getränk dann meist etwa 10-12 Euro, dafuer bekommt man aber dazu eine gute Portion diverser Häppchen, dem sogenannten „tagliere“… Das besteht dann aus ein paar Pizzahappen, Tramezzini, Oliven, Bruschette, Schinken, Salami und/oder Käse. Jeder macht es ein bisschen anders. Daher schauen wir Profis immer zuerst auf die Tische der anderen Gäste, bevor wir uns fuer ein Lokal entscheiden ;-)

Zum Abschluss des Reisetages gab es dann fuer mich noch ein sehr sehr leckeres Eis. Da kannste sagen, was du willst, aber so ein gutes Speiseeis wie in Italien gibt es sonst nirgendwo auf der ganzen Welt. Naja, jedenfalls nicht an jeder Strassenecke. Und verglichen mit meinem Eis fuer 11 Dollar in den USA, waren die 4 Euro für die drei Sorten wirklich akzeptabel.