Gerade liege ich hier im Bett, es ist Mittwoch Abend, morgen Nachmittag fliege ich zurück nach Deutschland. Ich habe einen Kloss im Bauch!
Ich blicke zurueck auf zwei absolut wunderschöne Wochen, die voll waren mit tollen Erlebnissen, kleinen Abenteuern, grossen Gefühlen und ganz viel Lachen. So stark lachen, dass einem der Bauch weh tut. Meine Freundschaft zu Frau Z. besteht nun seit mehr als 32 Jahren. Wir haben festgestellt, dass wir schon verdammt lange nicht mehr so viel Zeit nur fuer uns beide hatten. Das war einfach nur besonders.
Die Tage hier waren randvoll mit Eindrücken und ich bin so froh, dass ich hier im Blog einen Platz habe, diese sauber wegzusortieren und später nach Bedarf wieder abrufen zu können.
Noch einmal schlafen, dann setzt sich der grosse Flattermann wieder in Bewegung und bringt mich zurueck nach Hause. Und das ist ja das tollste daran, trotz der wunderschönen Zeit hier, freue ich mich doch ganz arg darauf, meinen Kai und die beiden Schmusetiger wieder in die Arme nehmen zu koennen.
Gestern Abend waren wir ein letztes Mal auf der anderen Seite der Bucht und haben Mr. W besucht. Wir haben zu dritt leckere Tortillas mit vegetarischer Füllung zubereitet und dabei sehr viel Spass gehabt. Irgendwann stellte er die Musik lauter und wir fingen an zu tanzen. Mr. W hat eine ganze Sammlung diverser Trommel und Percussioninstrumente. Die wurden dann auch im Takt der Musik benutzt und es gab Gelächter ohne Ende. Und das alles ohne den Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen 🤣

Für heute und zum Abschluss hat sich Frau Z noch mal etwas ganz besonderes einfallen lassen. Wir sind zum Frühstück in eins der besten und urigsten Fischlokale gegangen, die San Francisco zu bieten hat.
Das Swans Oyster Depot ist eine Institution. Das längliche Lokal ist durch eine lange Theke mit hellem Marmorbelag geteilt, auf der einen Seite sitzen die Gäste wie Perlen auf einer Schnur, auf der anderen Seite wuseln mindestens 10 Männer aller Nationalitäten und bereiten die leckersten Fischgerichte zu. Der Fisch kommt fangfrisch jeden Morgen ins Lokal. Als Vorspeise gab es den berühmten Clam Chowder mit Sauerteigbrot und dazu einen frisch gebrühten Kaffee. Es war ja schließlich noch Frühstückszeit.
Nach dem leckeren Eintopf hat uns der ehemalige Schulkameraden vom kleinen P (der arbeitet dort) verschiedenen rohen Fisch aufgeschnitten, der so frisch und butterig weich geschmeckt hat, dass einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist. Rohen Fisch muss man mögen, aber wer Sushi mag, kommt hier auf seine vollen Kosten.



Wir sind extra früh hingegangen, weil draussen immer schnell eine lange Warteschlange entsteht. Wir waren sogar so früh, dass wir direkt reingehen konnten. Denn als wir später das Lokal verließen, bildete sich entlang der Häuser bereits eine Menschenkette.




Den restlichen Tag hat Frau Z gearbeitet und ich habe mit dem Packen angefangen. Meine Methode ist immer, erst mal alles zusammenzutragen und ordentlich im mich herum auszubreiten. Schon da wurde mir klar, dass es Schwierigkeiten geben könnte. Auweia, was habe ich mir nur dabei gedacht 🤣 Die vielen tollen Sachen fuer mein neues Hobby sind eben hauptsächlich in Amerika zu bekommen, von daher habe ich das schamlos ausgenutzt. Dazu ein paar Klamotten, Geschenkchen fuer meinen Mann und allerlei Kinkerlitzchen … da wurde mir dann irgendwann klar, daß ich ein Problem hatte. Die Sachen passten unmöglich in meinen Koffer. Ich war etwas verzweifelt und schaute im Internet nach einem zusätzlichen Gepäckstück für den Rückflug nach. Mal abgesehen davon, daß ich mir irgenwas hätte kaufen müssen, kostete das auch noch 99 Euro mehr. Da hätte ich mir den Krempel ja gleich in USA nach Hause bestellen können … aaaaargh.
Frau Z kam aus dem Büro zurück und hatte die rettende Idee, wir machten kurzfristig einen Koffertausch. Ich ließ meinen Koffer bei ihr, den bringt sie dann beim nächsten Besuch nach Deutschland mit und ich bekam ihren Riesenkoffer, der so groß ist, daß er gerade so die Gepäckbestimmungen der Airline einhält. Dann hat aber alles gepasst und ich war erleichtert.
Später am Abend sind wir auf meinen persönlichen Wunsch noch mal zum Ocean Beach gefahren, meinem absoluten Lieblingsort in der Stadt. Der Himmel war malerisch verwolkt und so bekamen wir noch mal das schönste Licht, während die Brandung des Meeres laut tösend die Geräuschkulisse dazu bot. Es war noch mal traumhaft schön.



Donnerstag früh erwachte ich mit sehr schwerem Herzen und voller Wehmut und Abschiedsschmerz (kleiner hab ichs leider nicht ;-) … aber das ist bei mir normal, große Gefühle, großer Genuß und das ganze Gefühlschaos.
Wir sind um 10 ein letztes mal zum Zumba gegangen und ich konnte mich vor dem langen Rückflug nochmal ein bisschen auspowern. Vielleicht nicht mein Lieblingssong, aber Apatapaptappapapapa oder wie das heißt (Rosé und Bruno Mars ;-) wird mich für alle Zeiten an Zumba am Meer in San Francisco erinnern.
Irgendwann war es dann soweit und es hieß Abschied nehmen. Frau Z hat mich noch zum Flughafen gebracht und lustigerweise haben wir noch am Flughafen unsere beiden Gastgeber von der Party am Sonntag in Berkeley getroffen. Die haben gerade Ihren Sohn verabschiedet, der eine Rundreise durch Europa macht. Es ging auf einmal alles ganz schnell und ich fand mich winkend auf der anderen Seite der Glaswand.

Zeitsprung: Es ist Montag Abend, ich sitze gerade in Frankfurt am Computer, während ich diesem Beitrag den letzten Schliff verleihe. Der Jetlag ist mal wieder ganz besonders grausam und mein Körper ist vollkommen verwirrt. Müde ist gar kein Ausdruck. Aber das wird hoffentlich bald rum sein. Kai hat mich am Flughafen mit einer roten Rose abgeholt, denn schließlich war Freitag unser 10. Hochzeitstag. Verrückt.
Abschließend bleibt mir noch zu sagen, schön wars wieder, ein unvergesslicher Urlaub. Vielen Dank fürs Mitreisen, es war mir ein Vergnügen.
Und … stay tuned … denn schon in drei Wochen geht es weiter nach Italien …
































































































































