Bridezilla

Wahrscheinlich beginne ich langsam aber sicher mit dem Durchdrehen. Neulich habe ich von lackierten Poulardenbrüstchen und Brautsträußen mit Biedermaierkränzchen geträumt. Die Hochzeitsplanung geht definitiv in die heiße Phase. Total verrückt. Es sind gefühlte 768 Entscheidungen in der Stunde zu treffen. Angefangen von Kais Krawattenfarbe bis zur Auswahl des Umschlages unseres neuen Familienstammbuches (Frage, gibt’s die auch in schön? ;-) 

Letzte Woche hatten wir unseren Kennenlerntermin auf dem Standesamt. Das war sehr aufregend. Die Standesbeamtin ist eine nette Dame, die uns allerhand erzählt hat, nicht ohne uns dabei die eine oder andere Entscheidung abzuverlangen. Mit oder ohne Ansprache? Grobi oder Feini? Ringtausch, Brautkuss? Wir durften bereits einen Blick in das wunderschöne Trauzimmer werfen und wurden mit dem allgemeinen Hinweis verabschiedet, dass Reis in kleineren Mengen geduldet, das Werfen von Blütenblättern aus Kunststoff aber nicht so gerne gesehen ist … das hängt immer so fies in den Ritzen des Kopfsteinpflasters.
Abschließend bekamen wir sogar noch ein Kochbuch geschenkt. Ein Riesenspass :-)
 
Wie im vorherigen Post angedeutet, haben wir vorletzte Woche in nur etwa einer Stunde Kais Hochzeitsanzug geshoppt. Der 2. war es bereits. Als ich meinen zukünftigen dann so im dunklen Zwirn gesehen habe, würde es mir ganz warm ums Herz *seufz* 
 
Der Brautstrauß ist bestellt, der Friseurtermin ist klargemacht, die Brautschuhe passen zum Kleid, die Augenbrauen zum Fußboden des Standesamts ;-) Alles klar soweit. Heute morgen haben wir das Essen für die Party vordefiniert. Die Einladungen sind fertig und gehen in Kürze raus … die Deko ist fertig (im Kopf zumindest ;-) … und … *seufzt* … ach …

Gestern Abend war ich das erste mal wieder nach sooooo langer Zeit in meinem heißgeliebten Step Aerobic, es macht wirklich so viel Spaß und man verbrennt dabei auch noch Kalorien, hüpfen zu schnellen Rhythmen, Tap up, tap down … ich liebe es sehr. 40 Minuten habe ich durchgehalten, dann hat der Kreislauf erst mal eine Pause gefordert, aber immerhin. Belohnt werde ich heute mit einem mächtigen Wadenmuskelkater, autschn.

Ansosnten beobachte ich täglich auf der Fahrt die Kirschblüte. Ich fahre ja auf dem Weg in die Kurstadt täglich an zahlreichen Kirschbaumfeldern vorbei. Der tollste Moment ist der, wenn … praktisch über Nacht … alles weiß ist, als wären die Bäume explodiert. Ich glaube es steht kurz bevor, das ist wirklich wunderschön anzuschauen. Noch schöner ist es dann allerdings, wenn im Sommer die ganzen Bäume Früchte tragen und die kleinen Obststände entlang der Landstraße aufgebaut werden.

 

Wer wird denn gleich ;-)

Ich hätte ja gar nicht gedacht, daß ich mit meinem kleinen Aprilscherz doch einige reinlegen kann ;-) Naja vielleicht auch, weil ich nicht ganz so dick aufgetragen habe. Aber schon komisch, wie entsetzt  manche sein können, über den Gedanken, eine Hochzeit im Puff zu feiern ;-) Har, har, har … wir haben uns jedenfalls diebisch gefreut.

In der Hochzeitsplanung geht alles weiter seinen Gang. Wir haben Kontakt mit unserer Partylocation, ich habe mein Kleid, morgen gehen wir Kais Hochzeitsanzug kaufen, die Einladungen sind kurz vor der Fertigstellung. Über Ostern sind wir in meiner Heimat. Am Mittwoch früh haben wir dort dann einen kleinen Vortermin auf dem Standesamt … zum Kennenlernen. So ist das eben in einer Kleinstadt … in Frankfurt hätten wir wahrscheinlich im Römer eine Nummer ziehen müssen ;-)

An der Arbeit haben sich die Wogen auch wieder einigermassen geglättet. Auch wenn ich mir sicher bin, daß da noch so einiges folgt. Manche Projekte stehen einfach unter keinem guten Stern … ich bin so froh, daß ich nicht an solchen Mammutvorhaben wie der Elbphilharmonie oder dem Berliner Flughafen beteiligt bin … auch im Kleinen sind diese Art von Vorhaben schon nervenzehrend genug. Aber ich wachse daran und zwischendurch atme ich dann beim Pilates tief ein und singe ein langes „Ommmmmm!!!“

Jetzt freuen wir uns aber erst mal auf ein entspanntes Wochenende mit Katz und Kegel in der beschaulichen Heimat. Das letzte Osterfest dort war leider nicht so angenehm und mit viel Schmerzen verbunden. Dieses Jahr werden wir es sicher besser geniessen können.

Aus der Not eine "Un"tugend

Leider habe ich im Moment nicht so ganz gute Nachrichten, für uns jedenfalls. Vorgestern hat uns der Betreiber unserer Hochzeitslocation angerufen und uns abgesagt!!! Hat man dazu Worte, mir stehen schon wieder die Tränen in den Augen. Ich kann es immer noch nicht fassen, angeblich will er das ganze jetzt erst mal renovieren und das war im letzen Jahr noch nicht abzusehen!!! Bitte?  Kai und ich sind so sauer auf diesen Typ. Kann der sowas einfach machen?
Natürlich ist Kai sofort in seinen Organisationsmodus gefallen und hat nahezu ganz Frankfurt abtelefoniert. Der Palmengarten wäre noch frei … für lächerliche 10.000 Euro Saalmiete.

Durch die Nachbarn sind wir dann nochmal auf das Thema Bahnhofsviertel gekommen. Und irgendwie erinnerten wir uns an diesen Typ, der vor zwei Wochen diese Bahnhofsvierteltour geleitet hat. Da kam uns dann die Idee. Wir haben angerufen und es klappt. Praktisch umsonst, allerdings zu etwas höheren Getränkepreisen können wir im Strip Club feiern. Wie geil ist das denn? Also im wahrsten Sinne des Wortes. Das Ding ist so riesig, daß an dem Tag noch normaler Barbetrieb stattfindet. Naja, es werden dann vielleicht die eine oder andere Dame herumlaufen … aber irgendwie ist das ja auch witzig oder? Naja, man muß einfach das beste daraus machen und wenn man mal darüber nachdenkt, so eine ausgefallene Location hatte doch noch niemand oder? Bin gerade schon wieder ganz aufgeregt, wer mal schauen wir, wo wir feiern, hier geht es lang:

klick

Die Zeit rennt

Im wahrsten Sinne des Wortes … gestern hat sie sogar wieder eine Stunde übersprungen. Den ganzen Sonntag hatte ich irgendwie das Gefühl, der Zeit hinterherzulaufen. Der einzige Vorteil, den diese unnütze Zeitumstellung hat, zeigt sich immer im Sommer. Eine Freude für alle Katzenbesitzer. Denn die kleinen Tiger haben eben auch ihren Rhythmus und lassen sich durch so etwas unnützes wie eine Uhr nicht aus dem Gleichgewicht bringen. So hat man dann tatsächlich die Möglichkeit, bis zum Weckerklingeln unbehelligt von Katzenpfotengetrampel aufzuwachen. Leider dauert der Katzen-Jet-Lag in der Regel nicht lange und schon bald, wenn es morgens immer früher heller wird, werden Sie bereits um 5 wieder das allmorgenlich Ritual einleiten.

Ansonsten sportele ich derzeit sehr fleissig durch das Leben. Sonntags und Dienstags gehe ich joggen, und Montags und Donnerstags steht jeweils eine Stunde Pilates an … meine neu entdeckte Wundersportart. Gestern war ich sogar trotz Regen und Sturm laufen. Kai war fassungslos ;-)

Ach ja, und noch ein kleines Detail … *Trommelwirbel* … ich habe ein Kleid *kreisch* … und ich finde es ganz zauberhaft. Kai ist ganz neugierig, aber nach alter Tradition darf er es ja vorher nicht sehen. Die Aufregung steigt langsam ein bisschen … in nur 2 1/2 Monaten ist es schon so weit. Uiuiui :-) Es gibt ja noch so viel zu erledigen und zu überdenken … Schuhe … verflucht … Schuhe … wo kriege ich geeignete Schuhe her, die auch danach noch tragbar sind (also nix weiß!). Ach ich genieße diese Vorfreude so sehr … kann man sich das vorstellen?

Parallelwelt

Nur einen Steinwurf entfernt von unserem beschaulichen kleinen Leben auf der südlichen Mainseite, mit zwei friedlichen Katzen, netten Nachbarn und blühenden Altbauvorgärten befindet sich auf der anderen Mainseite ein Mikrokosmos mit komplett anderen Lebensinhalten. 
Am Freitag Abend hatten wir das große Vergnügen einen Blick vor und hinter die Kulissen des Frankfurter Rotlichtmilieus zu werfen. Zu Kais 50. bekam er von seinen Geschwistern zwei Gutscheine für einen der zahlreichen Stadtevents geschenkt, der sogenannten „Red Light Tour“ durch das Frankfurter Bahnhofsviertel. Geleitet wurde die Tour von Ulrich Mattner, und der hat das wirklich sehr toll gemacht. Man hatte nicht das Gefühl, Teil eines abwaschbaren Touristenprogramms zu sein, sondern bekam einen echten Einblick in die Materie. Er selbst lebt in diesem Viertel und wird überall gegrüsst und anerkannt. 

Angefangen hat die Tour in der St. Tropez Bar, in die man nur reinkommt, wenn man unten klingelt, man gelangt dann in die oberen Räume und befindet sich inmitten einer grölenden Fußballer-Hooligan-Meute, die ganzkörpertätowierte Türsteherin empfing uns mit einem freundlichen, warmherzigen Lächeln und es gab bei einem Glas Sekt erst mal einen kleinen semiprofessionellen Diavortrag mit allerlei Hintergrundwissen über die unterschiedlichen Geschäftsmodelle des Rotlichtviertels. Erst jetzt habe ich wirklich verstanden, wie so ein Bordell funktioniert, und welche Rituale es einer Animierbar einzuhalten gilt. 
Anschließend gab es eine leckere Currywurst mitten im Kiez, gefolgt von einem Backstage Besuch im Puff. Wir waren in der Kantine und konnten dem Bordellbetreiber aus dem Balkan alle Fragen stellen, die man eben so hat, wenn man auf der anderen Seite des Mainufers wohnt. Es gab Einblicke in die aktuelle Preisentwicklung und die scheinbare Normalität, die in dieser Welt existiert. Ob dem allem so ist, ob es wirklich so harmlos ist, ich weiß es nicht. Ich war jedenfalls sehr froh, das Haus anschließend wieder verlassen zu können. Nach dem Gespräch konnten wir noch die Sicherheitszentrale besichtigen, wo wir auf den zahlreichen Überwachungsmonitoren Zeuge wurden, wie die zumeist sehr jungen Männer, in Verhandlung mit den leicht bekleideten Damen traten. 

Später haben wir dann noch zwei der sogenannten Animierclubs besucht. Wir wurden überall freundlich empfangen, durften echten Poledancerinnen zuschauen (wirklich sehr beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit man sich an einer solchen Stange bewegen kann!) und es gab sogar einen echten Männerstrip zu sehen. Holla die Waldfee. Es war auf jeden Fall hochinteressant, dem Treiben direkt zuzuschauen, wie sich die Männer von den blutjungen Damen einlullen lassen, nur um dann für ein paar Minuten ins Separée zu dürfen, alles in allem für eine Flasche Schampus, die je nach Lust und Laune zwischen 300 und 1000 Euro kosten kann. Verrückte Welt. 

Gegen Mitternacht verließen wir fröhlich das bunte Ambiente über den Holbeinsteg, in unsere kleine, immer ruhiger werdende Parallelwelt. Schon komisch, zu wissen, daß Abend für Abend in unmittelbarer Nähe von uns immer der gleiche Film abgeht. 

Fazit: Die Tour ist uneingeschränkt empfehlenswert, es hat großen Spaß gemacht. 

Himmel über FFM

Au Backe. Heute morgen, als ich das Haus verlassen habe, tösten die Hubschrauber über den Frankfurter Himmel und es roch nach verbranntem Plastik. Die ganze Woche schon mußte man sich auf Verkehrsbehinderungen im Frankfurter Stadtbereich einstellen und heute scheint es dann richtig dicke zu kommen.
Naja, die Fahrt in die Kurstadt war eigentlich recht entspannt. Etwas mehr los auf der A5 in beiden Richtungen, ansonsten ging es. Heute Abend hätte ich eigentlich einen Termin um 6 in der Stadt, um dann später um 7 heimzukommen, müßte ich einmal quer durch. Kann sein, daß ich mir das heute erspare. Ich verfolge einfach weiter die Tickermeldungen.

Unser kleiner Weekend-Getaway scheint nun auch schon wieder eine Ewigkeit her. Ich habe Sehnsucht nach dem blauen Meer *schnüff*. Und die harte Realität des Büroalltags hat mich in seiner vollen Dimension schon wieder komplett eingesaugt. Lustig ist das gerade nicht.

Aber der Tag heute ist definitiv viel zu schön, um sich über solche Kinkerlitzchen zu ärgern!

Expedia

Gestern Vormittag hatte Kai einen Termin … eine Art Pflichtveranstaltung, als Voraussetzung für dieses kleine feine Wochenendangebot. Ich bin sogar mitgekommen, da ich auch gerne den Blick hinter die Kulissen einer solchen Hotelanlage werfe. Und es war tatsächlich ganz interessant. 

Später sind wir dann mit dem Mietwagen ein bisschen über die wolkenverhangene Insel gefahren, haben uns unter anderem das kleine Örtchen Estellenç und die leider schon fast endende Mandelblüte angeschaut. 
Abends gab es dann ein sogenanntes Galadiner im Kreise der anderen Expedienten. Das war sehr schön und das Essen ließ keine Wünsche offen. Sooo lecker. 

Heute zeigt sich das Wetter wieder von seiner schönen Seite. Blauer Himmel bei kühlen 14 Grad. Wir werden sicher gleich noch ein bisschen wandern gehen und heute Abend geht dann der Flieger zurück in die neue Arbeitswoche. 

Man spricht deutsch

Um viertel nach 2 klingelte gestern Morgen bereits der Wecker. Es war sooooo früh, dass uns sogar der indische Taxifahrer mit „Guten Abend“ begrüßte. Aber so ein Charterflugzeug in unser 17. Bundesland wartet nun mal nicht. Und so kam es also, dass wir bereits um 7 in der Früh mallorquinischen Boden betraten. 
Schnell haben wir uns unseren kleinen putzigen Mietwagen gesichert und sind ins nur wenige Kilometer entfernte Galatzõ Maritim Hotel in Peguera gebraust. 
Nobel geht mal wieder die Welt zu Grunde. Unser Zimmer war natürlich noch nicht bereit und so gab es erst mal ein Frühstück. Bereits das 2. des Tages. Ok, das dritte, wenn man die Gummisemmel aus dem Flieger mitzählt, aber die hatte  ich sowieso an Kai abgetreten. Nach dem Frühstück habe ich mich erst mal auf einer Liege mit fantastischer Aussicht über die Bucht positioniert, und mein überzogenes Schlafkonto aufgetankt. Kai hat derweil die sehr weitläufige Hotelanlage erkundet. Hier gibt es wirklich ein tolles Angebot und eine schöne gepflegte Anlage. 

Am Mittag sind wir dann in Peguera von einer Bucht zur anderen gewandert. Der Ort selbst ist eher … hm … wie sag ich es höflich … nicht so ganz mein Geschmack. Er ist jedenfalls fest in deutscher Hand und am kleineren Sandstrand türmen sich die Bettenburgen. Weiter oben am Hang wurde dann aber schon etwas schonender gebaut und wir haben ganz wundervolle Buchten und Ausblicke entdeckt, die Mallorca zu Unrecht den Ruf der sogenannten Putzfraueninsel eingebracht haben. Wer einmal in der Sierra de Tramuntana gewandert ist, wird sowieso schnell vom Gegenteil überzeugt. Es ist wirklich eine traumhaft schöne Insel. 

Gestern haben wir auch ordentlich Kilometer gemacht. Fast 10 waren es am Ende des 13. März 2015. We came a long way … Denn genau gestern vor einem Jahr war es, als unser Leben für einen kurzen Moment aus den Fugen geriet. Es war Affentag. Sogar ein paar Tränen sind mir gestern über die Wangen geflossen, als mich die Erinnerung für einen kurzen Moment übermannt hat. Ich kann sagen, dass beide Füße wieder voll funktionsfähig sind … ich laufe ohne zu humpeln, ich gehe joggen … Kleinere Wanderungen sind möglich, und es vergeht kein Tag, an dem mir diese wundervollen Fähigkeiten nicht bewusst sind. Gestern sagte Kai, weißt du noch, als ich dir letztes Jahr im Krankenhaus gesagt habe, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem du dem ganzen auch etwas positives abgewinnen kannst? Es scheint so, als war gestern dieser Tag. Und um das ganze noch dramaturgisch abzurunden: gestern, also genau ein Jahr später standen wir das erste mal wieder am blauen Meer *schnief*.