Der Kai.der lässt das Reisen nicht

Jeden morgen am Bahnhof. Das bedeutet auch, jeden morgen neue Reisende zu sehen, beladen teilweise mit überdimensionalen Rollkoffer schauen sie auf Anzeigetafeln, trinken bereits am frühen Morgen ein Gläschen Sekt oder ziehen noch bargeldreserven aus dem Geldautomat. Wie ich Sie beneide ;-) … seit unserem unsanften Abbruch unseres Abenteuers fühlen wir uns immer noch so extrem unausgereist. Nie war unser Fernweh größer als jetzt. 

Aus diesem Grund … und weil mein Arbeitgeber „gefordert“ hat, den gesamten Jahresurlaub für die nächsten 25 Jahre (ok, jetzt übertreibe ich ;-) also für dieses Jahr, bereits am Jahresanfang festzulegen … also nur deswegen … haben wir das letzte Wochenende genutzt, um dieser Forderung nachzukommen :-) Wir freuen uns soooooo!!!! 

Große Erwartungen

Gestern Morgen hat Kai den Hochzeitskaspar gefrühstückt. Spontan hatten wir uns nämlich am Feiertag dazu entschlosssen, am Samstag in meine Heimat Alsfeld zu fahren, um mit meinen Eltern beim gemeinsamen Familien-Viewing unsere Mannschaft im fernen Brasilien zu unterstützen. 
Alsfeld … ja, da war doch was – richtig … wir wollen im nächsten Jahr heiraten. 
Daß die Hochzeit mit 99,99%iger Wahrscheinlichkeit in Alsfeld stattfinden soll, hatten wir uns nämlich schon vor längerer Zeit überlegt und sind uns auch beide einig darüber. Für mich sowieso schön, da mich mit der Kleinstadt in Oberhessen, in der ich geboren und aufgewachsen bin immer noch emotional viel verbindet. Und Kais Geburtsort Sao Paolo … das wäre wahrscheinlich zu teuer ;-)
Zugegeben, wir leben beide in Frankfurt … aber aus irgendeinem Grund … also Freunde nun kommt schon … um auch den letzten Zweifler zu überzeugen, hier unten ein Bild vom historischen Marktplatz als kleines Häppchen :-)
Wie schon erwähnt, wachte Kai gestern auf und fing plötzlich an von diesem Tag zu reden, als Anforderungsmanager ist die grundsätzliche Aufgabenstellung schnell erfaßt: am Ende dieses Tages wollen wir rechtmäßig verbundene Eheleute sein. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail, wann, wo, wie, wieviel … hinter jedem kleinen Wörtchen stecken unendliche viele Möglichkeiten und Ideen. 
Samstag vormittag sind wir es dann angegangen, viertel vor 2, kurz vor Geschäftsschluß in Alsfeld sind wir beim örtlichen Juwelier eingelaufen, um uns Eheringe anzuschauen ;-) Jetzt mal echt, scheint knapp, aber ob man es jetzt glaubt oder nicht, wir wurden fündig … so fündig sogar, daß wir beide uns innerhalb von 5 Minuten einig waren und sie dann trotzdem noch nicht bestellt haben. Aber wenn man dann einen Ring am Finger trägt, bei dem man sofort weiß, der und kein anderer! Ich denke die Sache ist klar. Nächster Punkt, die Location. Das wird schon schwieriger. Mein Herz schlägt für ein halb verfallenes Schloßambiente hoch auf dem Hügel am Rande von Alsfeld. Dort gibt es einen Raum mit der notwndigen Infrastruktur, einen tollen Freibereich … und wenn jeder Gast einen Nudelsalat mitbringt, dann hätten wir auch alle was zu essen;-) Getränke auf Kommission vom Schluckspecht … ein paar Kerzen und ein bisschen Deko … Herz was willste mehr. 
Als nächster Punkt, und das ist tatsächlich gar nicht so einfach … die Gästeliste … *hust* … wir haben nur mal die Personen aufgeschrieben, die uns beiden wirklich wichtig sind … aber jetzt mal echt, alleine für die Caminadas muß man ja die Alsfelder Stadthalle bereitstellen ;-) … aber egal … hauptsache wir können ein Ereignis feiern, das uns beiden sehr am Herzen liegt, mit einem ganzen Haufen Menschen … die uns sehr am Herzen liegen :-)

Mittwochsdefekt

Ich würde sagen, dass Figorakel hat ganze Arbeit geleistet. Er hat nicht nur den Sieger herausgeschmeckt, er hat sogar den exakten spielverlauf vorhergesagt. Indem er nämlich zunächst zielsicher zum portugiesischen Napf gestürmt ist, hat er die erste und einzige große Chance von Ronaldos Mannen erkannt, danach bediente er sich aber ausschließlich aus dem Napf mit der deutschen Fahne. Klar, dass er den dann nicht mehr aus den Augen gelassen hat … Merkste was ;-)?

Kai dafür am gestrigen Abend: 

Ich sitze derweil mal wieder am Bahnhof und kann nur mit dem Kopf schütteln. 20 Minuten Verspätung wegen einer technischen Störung des Zuges. Wie letzten Mittwoch … und den Mittwoch davor … kann man hier schon von einer geheimnisvollen Serie sprechen? Ich werde das im Auge behalten … ich habe ja noch einen Mittwoch. 
Heute Nachmittag will ich mal wieder zum Arzt, zur Nachkontrolle. Außerdem würde ich gerne wissen, ob das Autofahren so langsam wieder gestattet ist. Das wäre nämlich sehr schön. Ein weiteres Stück Unabhängigkeit! 

Figorakel

Hier nun das, zugegebenermaßen, äußerst dilettantisch gedrehte und nicht ganz unparteiische ;-) Video des Figorakels. Figo, der ja nach Luis Figo benannt wurde ist sogleich zielstrebig auf das Töpfchen von Portugal zugestürmt … aber er ist eben auch nur eine Katze und läßt sich sehr leicht manipulieren … könnte aber auch den Sieg für Deutschland durch einen ungerechtfertigten Elfmeter bedeuten ;-)

Kunstgriffe

Am letzten Wochenende hatten wir Großes geplant. Das letzte Türchen meines Adventskalenders beinhaltete nämlich einen zweitägigen Massagekurs an der Volkshochschule. Für zwei versteht sich. Und es war wirklich ganz großartig. Man bekam abwechseln alle möglichen Griffe, Kniffe und Varianten gezeigt, mit denen man seinen Partner quälen kann ;-) 

Immer abwechselnd durften wir am lebenden Objekt üben. Es war eine kleine Gruppe und man hat erstaunlich viel gelernt. 
Fazit: uneingeschränkt empfehlenswert. 


Gestern Abend dann noch mit dem Rad nach Oberrad, um den wirklich übervollen Kirschbaum in Happs Garten etwas zu entlasten. Ergebnis: eine große Schüssel leckere und knackige Sommerklrschen. 


Zu guter Letzt haben wir dann gestern Abend endlich das Figorakel befragt, angeregt durch das tägliche Zugfahren und die überall großflächig plakatierte Werbung der Bahn, haben wir für Figo eine Möglichkeit eingerichtet, instinktiv den Sieger des heutigen Spieles, Portugal-Deutschland, vorherzusagen. Mal sehen ob er recht hat ;-) 
Das passende Video dazu versuche ich heute nachmittag mal hochzuladen … 

Ordem e Progresso

Gestern war es endlich soweit. Ich konnte Kai bereits die ganze Woche kaum zurückhalten, endlich seine brasilianischen Wurzeln freizulegen und eine riesengroße Flagge im Wohnzimmer zu spannen. Aber seit gestern ist unser Wohnzimmer in schickem grün-gelb dekoriert. Er macht es sich ja sehr leicht, durch die drei Staatsangehörigkeiten, die er innehält, sind „seine“ Chancen, Weltmeister zu werden ungleich höher. Naja … im Tippspiel führe ich jedenfalls mit 2 Punkten Vorsprung ;-) 

Wir freuen uns auf die WM-Zeit, und auch wenn ich noch nie so begeistert vom kollektiven gucken auf Grossbildleinwand war, werde ich mich dieses mal vielleicht dazu breitschlagen lassen. 
Heute schon wieder der letzte Arbeitstag in dieser Woche, kaum zu glauben, die Woche ging total schnell rum. Nach nun fast zwei Wochen kann ich eine sehr positive Bilanz ziehen. Der Fuß hält gut mit, beim Laufen schmerzt es zwar immer noch ein bisschen, aber ich bilde mir ein, es wäre schon besser geworden. Heute sind es auf den Tag genau 3 Monate her, als der Makake mal so eben mein Leben in eine andere Richtung gelenkt hat. Langfristig gesehen, war dies vielleicht nur marginal, aber auf die aktuelle damalige Situation war es eine Wendung um 180 grad. Ich denke oft zurück an die Zeit, die hinter uns liegt. Ich behalte die guten Dinge in Erinnerung, und die schlechten verschwinden so langsam aus dem Gedächtnis. Wenn ich bedenke, dass ich am Anfang kaum in der Lage war, aufzustehen … dann lächle ich und freue mich, dass schon fast wieder alles ganz normal geworden ist … 

Gänsemarsch

Heute trage ich zum ersten Mal meine neuen medizinischen ;-) Schnürschuhe. Zur Reduktion des immer noch stark geschwollenen Transplantat empfahl mir Dr. Peng, solche für eine Weile zu tragen, um den frisch angewachsenen Hautlappen in seine natürlichen Schranken zu verweisen. Da ich sowas nicht besitze, und wir bereits die gesamte Heidelberger Fußgängerzone danach abgegrast haben (große Füße sind da nicht hilfreich), habe ich letzte Woche kurzerhand beim Onlinehändler mit dem Glücksschrei bestellt. 

Bequem sind sie, mal schauen, wie der Fuß nachher aussieht, wenn ich nach Hause komme. 
Unbedingt noch erwähnenswert ist übrigens noch ein Erlebnis unserer sonntäglichen Radtour. Eine Gänsefamilie mit frisch geschlüpften Jungen kreuzte nämlich unseren Weg … und als ich auszuweichen versuchte, sind die Eltern wild aufgeschreckt und fauchten mich an. Völlig normal sowas am Main, das Federvieh ist eben sehr fürsorglich in Bezug auf seinen Nachwuchs. Mich hat es jedoch in vollkommene Panik versetzt. Leicht hyperventilierend konnte ich als staatlich anerkannte Dramaqueen die Fahrt erst nach einer Weile wieder fortsetzen. Hoffentlich geht das nicht so weiter … wir wollen doch noch die Parks und Dschungel dieser Welt bereisen. 

Hot Hot Hot

Nicht ganz ohne Stolz kann ich berichten, dass wir gestern 25 Kilometer mit dem Rad gefahren sind. Anfangs hätte ich nie für möglich gehalten, dass ich schon so weit komme, aber plötzlich lief es irgendwie und ehe wir uns versahen, saßen wir bereits in einem Liegestuhl der „Schiffsmeldestelle“ in Höchst … natürlich mit einem Radler. 

Solange ich noch nicht wieder richtig laufen kann, scheint mir das ein ideales Training für unser Mallorcaziel im Oktober. Yippieh. 
Ansonsten war dieses hochsommerliche Wochenende auch sonst rundum gelungen. Wir gehören ja jetzt auch zu den Balkongrillern, nachdem wir vor zwei Wochen einem kugeligen Citygrill mit qualmfreien und nachbarschaftsfreundlichem Gasanschluss nicht widerstehen konnten. Perfekt. 
Wir haben außerdem mal wieder der Kleinmarkthalle einen Besuch abgestattet. Einem Frankfurter Kleinod, welches mir über die Jahre in dieser Stadt sehr ans Herz gewachsen ist. 

Samstag Abend gab es auf dem Holbeinsteg einen sogenannten Flashmob. Ohne tieferen Sinn treffen sich ein Haufen Leute zu einem festen Zeitpunkt an einer bestimmten Stelle, um irgendetwas zu machen. In diesem Fall wurden Seifenblasen gepustet. Da wir nun mal um die Ecke wohnen, haben wir uns das dann mal angeschaut. Und es war wirklich allerliebst. 

Jetzt sitze ich gerade wieder im Zug, und kann mich nur wundern. Streckensperrung. Bereits der zweite Vorfall in kürzester Zeit, der wohl eine längere Verspätung mit sich bringt. Unfassbar. Und da soll mich noch mal einer fragen, warum ich ansonsten lieber mit dem Auto zur Arbeit fahre. Grmpf. 
Achso ja, bevor ich es vergesse, gestern Abend lief Hangover II im Fernsehen. Für uns absolutes Pflichtprogramm, schließlich wurden teile des Films auf dem Lebua State Tower gedreht. Dem feierlichen Ort unsrer Verlobung <3

Antizyklisch

Neues Spiel, neuer Tag, neues Glück. Mal schauen, ob der Zug heute pünktlich kommt. Während um mich herum tausende mit dunkler Viskose bekleidete Arbeitsbienen die Vorortzüge verlassen, um nur Minuten später die gläsernen Bankentürme zu füllen, warte ich auf meinen nicht annähernd so vollen Zug in die Provinz. Gegen den Strom schwimmen ist nicht nur in diesem Fall ein gutes Gefühl ;-) 

Die ganze Woche strahlt schon die Sonne morgens vom Himmel. Das wirkt sich sehr positiv auf die allgemeine Stimmung aus. Ich freue mich richtig auf die Arbeit. Gestern bekam ich zum Warmwerden ein neues Miniprojekt, in Form einer „einfachen“ Dachaufstockung. Und doch gibt es zahlreiche Fußangeln. Der Bebauungsplan, die Statik und natürlich nicht zuletzt die Wünsche des Bauherren müssen unter einen Hut gebracht werden. Aber das macht den Beruf dann auch spannend, und wie mein Kollege immer zu sagen pflegt: 
Wenns einfach wär, dann könnt’s ja jeder *klopftsichaufdieschenkel* ;-)