Kennt das jemand? Wenn man etwas wirklich tolles erlebt hat, dass es dann manchmal richtig wehtut, wenn man weiss, dass es vorbei ist. Ist vielleicht etwas übertrieben, aber etwas Herzschmerz habe ich schon, wenn ich an diesen wundervollen Sommerabend im ausverkauften Olympiastadion von Turin denke. Kai und ich schauen uns immer noch die vielen Soundschnipsel an und schwelgen gemeinsam in der Erinnerung. Naja, genug gefaselt.
Im Anschluss folgen noch ein paar Bilder von unserem letzten Vormittag in der Stadt, bevor wir dann am Abend auf dem Konzert waren.
Wir sind mit der Trambahn direkt an den Fluss gefahren, der PO durchkreuzt die Stadt quer in wilden Schlangenlinien, dabei haben wir einen total schoenen Park entdeckt, den Parco del Valentino. Wir waren in einem sehr tollen Café am Flussufer, dem Imbarchino, bestehend aus mehreren Ebenen entlang des Hangs. Dort gab es ein Päuschend und ich erinnerte mich wieder daran, wie sehr ich Lemonsoda mag. Ein wirklich schoenes Örtchen, wie überhaupt die gesamte Stimmung an diesem Teil des Flusses einfach nur entspannt ist. Da kann man die laute Großstadt tatsächlich ein bisschen vergessen.
Wir haben noch ein paar weitere nette Fleckchen entdeckt, bevor wir zurueck ins Hotel sind, damit ich fuer den Abend ein bisschen Erholung sammeln konnte. Denn es war klar, dass es spaet werden würde.
Das war es auch schon mit diesem Beitrag. Hier noch die letzten Fotos aus Turin.
Aktuell liege ich im weichen Hotelbett, heute war unser letzte Abend in Turin. Aber der ist mit einem absoluten Feuerwerk zuende gegangen. Ich bin noch ganz beseelt und geruehrt vor Freude über diesen wunderschönen unvergesslichen Abend.
Es ist/war der 9. Juli 2025, Zeit endlich das lang erwartete Geschenk zu Kais 60stem Geburtstag einzulösen. Das Konzert im Stadio Olimpico Grande Torino von Marco Mengoni stand auf dem Programm und es sollte der Höhepunkt dieser kleinen Reise werden. Ich kann mich noch erinnern wie ich im Oktober letzten Jahres die Italienkarte ausgedruckt habe und die Orte der gesamten Tournee darauf eingetragen habe. Kai durfte sich die Stadt nämlich aussuchen.
Wir waren gegen halb 8 vor Ort im Stadion und auch wenn es ausverkauft war, war der gesamte Einlassprozess extrem entspannt und unkompliziert. Ich hatte uns Plätze etwa in der Mitte der Tribüne organisiert und der Blick war fabelhaft. Wir konnten alles perfekt überblicken.
Um kurz nach 9 ging es dann los mit einem absolut gelungenen Auftakt. Ich war ja in meinem Leben schon auf so vielen Konzerten. In einem grossen Stadion Open Air war ich dafuer aber noch nie. Die Bühne war riesig und erstreckte sich ueber die gesamte Breite des Innenraums. Es gab drei riesige Leinwände, eine lange Bühne davor und einen Steg mitten ins Publikum.
Die gesamte Show war grandios inszeniert und Herr Mengoni ist die Art Mensch, die mit ihrer Ausstrahlung und Energie ein ganzes Stadion voller Menschen zum Kochen bringen können. Die Stimmung war hervorragend.
Kai und ich haben ihn entdeckt, als er vor zwei Jahren fuer Italien beim ESC angetreten ist und einen respektablen vierten Platz belegt hat. Er war unser beider Favorit. Sein Lied von damals war Due Vite, und das hat sich sogleich in mein Herz gebohrt. Ich muss sagen, trotz der ganzen Independent Musik die ich frueher gehört habe und immer noch liebe, habe ich eine Schwäche fuer italienische Popmusik. Schon immer gehabt.
Wir haben geschwelgt und zu den Rhythmen mitgewippt. Ich wäre gerne aufgestanden, habe mich aber nicht getraut. Stellte ich doch in der Kloschlange von vorher fest, dass ich aus der Menge der italienischen Frauen herausrage. Ich wollte also niemandem die Sicht versperren. Dennoch habe ich lauthals mitgegroelt, manchmal in lupenreinem Italienisch 🤣🤣🤣 und manchmal in selbstgebasteltem Kauderwelsch. Es hat jedenfalls total viel Spass gemacht. Und als auch die Zugabe gesungen war, die Lichter angingen und wir uns mit den Massen nach draussen bewegten, drehte sich Kai zu mir im, schaute mich verliebt an und bedankte sich nochmals fuer dieses tolle Geschenk *schneuz*
Und zu guter Letzt, der Song aus dem ESC, wegen dem wir auf Marco Mengoni aufmerksam wurden. Due Vite, laut meinem Jahresrückblick auf Spotify mein meistgespielter Song, den ich auswendig mitgrölen kann.
Se questa è l′ultima Canzone e poi la luna esploderà… ❤️
Wie ich bereits im letzten Beitrag erwähnt hatte, war fuer Dienstag familiärer Besuch aus der benachbarten Lombardei angekündigt. Kais Cousin Signor F lebt mit seinen zwei Kindern in Treviglio und seine Freundin Signora D lebt in Mailand. Zusammen mit der Tochter von F, der nicht mehr ganz so kleinen Signora N fuhren sie also zu dritt extra wegen uns fuer einen ganzen Tag nach Turin. Das tolle daran war, dass Signora D eine gebürtige Turinerin ist und wir so in den Genuss einer ganz exklusiven Stadtfuehrung kamen.
Um 11 Uhr morgens waren wie auf der grossen Piazza San Carlo verabredet und als sie ankamen wurde sich erstmal herzlich begrüßt und bussi links bussi rechts… . Signor F quasselte sofort munter auf mich ein, weil er ja weiss, dass ich italienisch lerne. Aber seine Geschwindigkeit ist dabei nicht angepasst, so dass ich erst mal nur Bahnhof verstehe und nervös an Kais T-Shirt zupfe „was sagt er?“
Aber nach einer Weile war das auch wieder ok und ich konnte mich einigermaßen reinhoeren. Ich verstehe schon eine ganze Menge, vor allem, wenn ich weiss was das Thema ist, da kann man sich einiges zusammenreimen. Reden klappt auch schon einigermaßen, aber ich muss ganz viel denken und im Kopf rumkomstrieren. Aber das wird noch. Ich arbeite daran.
Wir wurden also gut betreut und unser erster Halt führte uns in ein kleines Café, das fuer die Herstellung von Schokolade bekannt ist. Vor allem die Mischung mit gemahlenen Haselnüssen, Gianduia genannt, ist eine Spezialität aus dem Piemont und ein Vorläufer des weltbekannten Nutella. Die Firma Ferrero ist in Alba entstanden, was ca. 60km süd-oestlich von Turin liegt. Eine bekannte Kaffeespezialität ist der Bicerin, ein Getränk, welches im Glas serviert wird und aus Kaffee, Kakao und Milchcreme besteht. Während die anderen diese Spezialität bestellten, orderte ich einen Affogato mit leckerem Gianduia Eis. Das war schon mal ein sehr guter Start.
Dann folgte ein Stadtgrundgang mit allerlei Erläuterungen und Informationen. Das fand ich einfach toll. Es gibt doch nichts besseres, als einen Ort mit Einheimischen zu erkunden. Was ich zum Beispiel gar nicht wusste, dass Turin die erste Hauptstadt Italiens war, ganz frueher im 19. Jahrhundert. Spaeter war es dann Florenz und seitdem natürlich Rom.
Wir spazieren weiter entlang der grossen Plätze, von denen es in Turin sehr viele gibt. Auf einmal, und da ahnte ich es schon, sollten wir ein Turinesisches Kleinod gezeigt bekommen. Das war die suesse kleine Piazza, die wie bereits am Vortag selbst durch Zufall entdeckt hatten. Wir lachten und freuten uns, wieder hier zu sein, ausserdem ist das doch ein ganz klares Anzeichen fuer meine gut funktionierende Schnüffelnase 😉😂
Hier kehrten wir zum Pranzo, dem italienischen Mittagessen ein. Wir betraten ein ein sehr üriges Lokal names Osteria al Tagliere. Generell isst man in Italien nur ein kleines Fruehstueck, aber das Mittagessen ist dafuer umso üppiger. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Kai und ich fruehstuecken meist ordentlich auf Reisen und lassen dann das Mittagessen komplett aus. Aber natürlich passen wir uns gerne an Traditionen an, vor allem wenn es ums Essen geht ;)
Während Kai ein klassisches Vittello Tonnato bestellte, gab es fuer mich kleinen Törtchen aus Tomino Käse, eine Art Friachkäse, der ein bisschen an Ricotta erinnert. Dazu gab es salsa Verde und Salsa Rosso, wobei mein Favorit auf jeden Fall die leckere grüne Sosse ist, nicht zu verwechseln mit unserer Frankfurter grünen Sosse.
Als Hauptspeise hatte Kai dieses Mal die Agnolitti und ich bestellte mein absolutes Lieblingessen aus der Kindheit, Bandnudeln mit Fleischsauce, Tagliatelle al Ragu… wobei die flachen Bandnudeln hier wichtig sind. Vor allem wenn sie wie hier frisch waren, sind sie ein absolutes Gedicht. Eigentlich sind Nudeln ja hier keine Hauptspeise, sondern nur ein Primo, aber wer danach noch weiteressen kann, muss ein Magen wie eine Grosskatze haben.
Fuer den anschließenden Café wechselten wir das Lokal und kehrten ein in ein beschauliches althergebrachten Cafe im Garten des Königspalastes. Dort kündigte ich der italienischen Familie schon an, dass ich jetzt etwas illegales mache, ich werde einen Cappuccino bestellen, obwohl es schon Nachmittags ist. Ich schaute in entsetzte Gesichter. Aber es sei ok, solange ich der Bedienung nicht erzählte, dass ich gerade gegessen habe. Und natürlich ist es wurscht was ich mache, und alle haben sowie geschmunzelt. 😂
Während die anderen noch weiter zogen, habe ich mich kurz fuer ein Stündchen ins Hotel verkrümelt. Die Batterien entladen sich leider immer sehr schnell.
Um halb 7 haben wir uns wieder auf der kleinen Lieblimgspiazza getroffen und gemeinsam mit einem gut ein geschenkten Aperol Spritz auf den gelungenen Tag angestoßen.
Zum Abschluss haben wir die anderen noch zu ihrem Parkplatz begleitet und uns mit einem letzten Familienselfie voneinander verabschiedet. Ciao ciao baci baci….
Kai und ich sind später noch durch die laue Abendluft ins Hotel gelaufen. Da wir ausserdem auf das Abendessen verzichtet haben, gab es als Wegzehrung noch das leckerste Eis. Italien eben, was soll ich da machen.
Seit zwei Tagen geniessen wir nun unseren Aufenthalt in der piemontesischen Großstadt Turin. Uns gefällt es wirklich gut hier.
Am Montag waren wir alleine unterwegs und haben uns, wie wir das immer machen, ohne Plan und Vorsatz durch die Strassen treiben lassen. Ab und zu haben wir mal einen Laden betreten, ich habe einige Fotos geknipst und das Wetter hat mal wieder perfekt mitgespielt. Es waren angenehme 28°C in der Stadt und das ist wirklich perfektes City Wetter. Nicht auszudenken, waere es so heiß wie in Deutschland in der letzten Woche.
Auf dem Rueckweg haben wir einen ganz zauberhaften kleinen Platz entdeckt. Der Gardino Bottero liegt inmitten der Stadt und bildet mit seinen diagonalen Strässchen eine kleine Abwechslung im ansonsten eher rechtwinkligen städtebaulichen Raster. Es wirkt gleich sehr gemuetlich. Die kleine Piazza ist rundum gesäumt von zahlreichen, Bars und Restaurants. Für uns stand fest, das ist der perfekte Ort fuer den fruehabendlichen Apero.
Wir wollten aber zunächst wieder zurueck ins Hotel fuer eine kleine Siesta, da machte sich leider mein Schuhverlust vom Wochenende schmerzlich bemerkbar. Das alternative Schuhwerk war nicht blasenfest. Autschn. Zudem stand die Sonne nahezu senkrecht am Himmel und schien unbarmherzig voll geradeaus in die schnurgerade Strecke in Richtung Hotel, Schatten gab es somit nicht. Ich jammerte etwas vor mich hin und der alte Zetervogel kam wieder zum Vorschein. So nennt ihn Kai immer und wenn er das sagt, dann weiss er genau, dass ich keine andere Möglichkeit habe, als über mich und meine Jammerei zu lachen 🤣
Zurueck im Hotel gab es dann aber erstmal eine wohltuende Dusche und ein kleines Nachmittagsschläfchen. Nach ein/zwei Stunden waren wir wieder einsatzbereit und ich versuchte ueber die App des Torinesischen GTT (ÖPNV) einen Zugang zu kriegen. Aber ohne italienische Sozialversicherungsnummer leider keine Chance. Ob das noch EU konform ist 😉 Also liefen wir vor zum Hauptbahnhof und kauften ein 3-Tages Ticket am Automaten. Nicht ganz ohne Stolz moechte ich berichten, dass ICH diesen, dank meiner italienisch Kurse durch geschicktes Fragen ausfindig machen konnte 🤪
Wie fuhren mit der Tram Nr. 4 wieder zurück zu der kleinen Piazza. Es war frueher Abend und die Bahn war vollgepackt mit einheimischen Pendlern. Dort angekommen drehten wir eine kurze Runde und blickten vorsichtig auf die Tische der einzelnen Bars und entschieden dann nach der Optik und dem Bauchgefuehl.
Nach der ersten Stärkung mit meinem heissgeliebten Aperol Spritz traten wir die Suche nach einem Lokal fuer das Abendessen an. Mittlerweile war der Platz voll und laut und mich drängte es daher eher an den ruhigeren Rand, wo wir ein hervorragendes Lokal mit piemontesischen Spezialitäten fanden. Es war als einziges noch leer, aber das änderte sich schnell. Der Wind frische auf und es fing leicht an zu regnen. Wir sassen aber unter dem Schirm und nach ein paar Minuten war der Spuk wieder vorbei. Wir orderten eine gemischte Vorspeise, die unter anderem das berühmte Vittello Tonnato beinhaltete, dies kommt naemlich aus dem Piemont. Als Hauptspeise gab es endlich Pasta (also ich möchte mir ein Leben ohne die Teigwaren gar nicht vorstellen). Ohne es zu ahnen, orderte ich eine weitere Spezialität der gegend, nämlich Agnolotti al Ragu, das sind kleine Ravioli. Da wir ahnten, mit dem Lokal eine sehr gute Wahl getroffen zu haben, gab es auch noch einen Nachtisch, ein Bunet Piemontese, eine Art Puddingcreme oder Flan mit Ei, Kakao, Sahne, Amarrettini und Rum. Vorzüglich hat das geschmeckt.
Am nächsten Tag hat sich Besuch aus Treviglio und Milano angekündigt. Eine Kurznachricht mit den Worten „preparatevi al tour“ (bereitet euch auf eine Tour vor) erreichte uns. Das bedeutete dann ab nach Hause und genügend Erholungseinheiten sammeln, der Tag koennte nach dieser Aussage recht anstrengend werden.
Gestern war mal wieder ein kleiner Umzug angesagt. Basel war ja nur unser Zwischenstop auf dem Weg nach Turin, die Hauptstadt des Piemonts (das mit der Kirsche ;-)
Nach dem Fruehstueck ging die Fahrt zunächst durch die Schweiz. Das bedeutete Berge, soweit man schauen konnte. Links und rechts der Autobahn türmten sich neben satt grünen Wiesen und Feldern die majestätischen Gipfel der Schweizer Alpen auf. Dazwischen gab es gelb leuchtende Sonnenblumenfelder und Bäume mit erntefrischen Aprikosen, welche ueberall am Straßenrand verkauft wurden. Die Fahrt ging naemlich nicht nur über Autobahnen, sondern führte auch über kleineren Neben- und Passstrassen.
Vorbei am Genfer See erreichten wir irgendwann den schnurgeraden Tunnel, der die Fahrt über den San Bernardino Pass erheblich abkürzte.
Noch mitten im Tunnel befuhren wir wieder das Gebiet der europäischen Union und am Ende wurden wir direkt in den Bergen des italienischen Aostatals ausgespuckt. Irgendwie auch ganz schön wieder in der EU zu sein, und direkt auf preiswerte Datennutzung zurückzugreifen. Da faellt das navigieren deutlich leichter.
Wir hatten wirklich bisher grosses glück mit dem Wetter. Die beiden Tage in Basel waren warm und sommerlich, perfekt zum Schwimmen im Rhein. Unser Reisetag hingegen war eher kühl, bewölkt und minimal regnerisch.
Die gesamt Zeit waren die Strassen wunderbar leer. Etwa zwei Stunden spaeter sahen wir bereits die ersten Wohnblöcke der Stadt und schließlich erreichten wir unser Hotel in Turin. Wir residieren im fünften Stock des Best Western Luxor Hotels, perfekt gelegen am Rand des eigentlichen Zentrums. Die Aussicht aus dem Fenster ist schoen und sehr städtisch. So mag ich das.
Wie immer brauchte ich einen kurzen Nap, um die Batterien wieder aufzuladen. Danach sind wir aber gleich in die Stadt gelaufen. Der Himmel riss wieder auf und wir konnten noch die letzten Strahlen der Abendsonne geniessen. Der erste Eindruck von Turin war schoen, eine grosse Stadt. Die Strassen rund um das Viertel, in dem wir wohnen sind gesäumt von den typischen Laubengängen, die jeder italienischen Stadt ein spezielles Bild verleihen. Unsere erste Suche galt jedoch einem fetten Pott leuchtendroten Aperol Spritz und den dazugehörigen Knabbereien. Da wurden wir aber sehr schnell fündig, nahmen Platz und wurden bedient.
Zwei Dinge sind hier übrigens anders. Hier wird der Spritz gelegentlich noch mit Campari angereichert, was ihm eine bittere Note und ein noch kräftigers Rot verleiht. Ausserdem kommt hier die Knabberei nicht automatisch mit dem Aperitiv, er kostet alleine meist 5-6 Euro. Allerdings gibt es überall den Aperotarif, da kostet das Getränk dann meist etwa 10-12 Euro, dafuer bekommt man aber dazu eine gute Portion diverser Häppchen, dem sogenannten „tagliere“… Das besteht dann aus ein paar Pizzahappen, Tramezzini, Oliven, Bruschette, Schinken, Salami und/oder Käse. Jeder macht es ein bisschen anders. Daher schauen wir Profis immer zuerst auf die Tische der anderen Gäste, bevor wir uns fuer ein Lokal entscheiden ;-)
Zum Abschluss des Reisetages gab es dann fuer mich noch ein sehr sehr leckeres Eis. Da kannste sagen, was du willst, aber so ein gutes Speiseeis wie in Italien gibt es sonst nirgendwo auf der ganzen Welt. Naja, jedenfalls nicht an jeder Strassenecke. Und verglichen mit meinem Eis fuer 11 Dollar in den USA, waren die 4 Euro für die drei Sorten wirklich akzeptabel.
Heute ist Samstag und der zweite Tag unseres kleinen Zwischenstops in Basel. (Blogtitel = weitere Höhepunkt meines kreativen Schaffens)
Eingemietet haben wir uns hier in dem sehr einfachen B&B Hotel und es reicht vollkommen, auch wenn es schoen wäre, sich im Zimmer um die eigene Achse drehen zu koennen ;-)
Heute Morgen gab es zunächst ein kleines Fruehstueck im Hotel und frisch gestärkt wollten wir in Richtung Innenstadt aufbrechen, als mein heissgeliebter sehr städteerprobter rechter Birkenstock Modell Mayari den Geist aufgab, eine Lederschnalle hat es einfach zerbaselt (ha, schon wieder ;-) … Das ist dumm, da wir ja morgen nochmal in einer Stadt unterwegs sind. Musste ich auf anderes weniger blasenfestes Schuhwerk umsteigen.
Den Vormittag haben wir also in der Baseler Innenstadt verbracht und uns dort ein bisschen getummelt. Die Stadt ist wirklich schoen und es gibt einige nette Ecken zu erkunden. Zwischendurch sind wir auf einen Apero eingekehrt und haben den schoenen Tag genossen.
Zurueck im Hotel musste ich erst mal meine Batterien wieder auftanken. Ein kleines Schläfchen war angesagt. Denn ich bin leider mal wieder unfassbar muede. Das ist gar nicht so schoen und manchmal koennte ich vor lauter Wut ueber diesen dummen Zustand laut schreien. Aber so ist es eben, und die Parole lautet „pacing“… Das heisst immer wieder Pausen einlegen und Ruhe halten.
Am späten Nachmittag gab es dann den eigentlich Höhepunkt des Tages. Ein weiteres Rheinschwimmen stand auf dem Programm. Mit Bus und Bahn ging es erstmal wieder zur Einstiegstelle und dieses Mal war es unglaublich voll. Es ist eben Samstag … und wahrscheinlich Haupturlaubszeit. Aber es war gar nicht so schlimm, im Wasser verläuft bzw. verschwimmt es sich recht gut.
Das langsame schippern auf dem fließenden Wasser war mal wieder wunderschön. So wie gestern. Es ist irgendwie beruhigend und erholsam und dennoch spannend und abwechslungsreich. Ich überlege nun, ob ich mich nicht in Frankfurt als Flussbeauftrage bewerben soll. Aber meine Theorie ist ja, selbst wenn es je gelingen sollte, die Wasserqualität des Mains so zu verbessern, dass man darin baden koennte, käme irgendein deutscher Paragrafenreiter auf die Idee, das ganze zu verbieten, weil ja was passieren koennte. Klar, es kann immer was passieren, aber mit der gleichen Logik müsste man dann auch das Autofahren verbieten, oder das Treppensteigen. Ach was reg ich mich auf. Wird ja sowieso nix. Aber träumen wird man ja noch dürfen ;-)
An der Ausstiegstelle haben wir uns wieder an Land gezogen und uns nach dem Trocknen erst mal ein kühles Badebier genehmigt. Da koennte ich mich dran gewöhnen. Aperozeit ist sowieso die beste Zeit des Tages.
Es war schon wieder spaet, und so langsam meldete sich der kleine Hunger. Wir mussten heute etwas länger suchen, fanden aber doch noch ein nettes Lokal, wo wir uns jeder einen äußerst schmackhaften Rösti gegoennt haben. Meiner war mit Bergkäse und gegrilltem Gemüse, Kai brauchte eine paar Proteine dazu. Beides war auf jeden Fall sehr sehr lecker. Zum Nachtisch gab es einen Affogato mit hausgemachten Vanilleeis.
Gute Nacht Basel. Schön wars, wir kommen gerne wieder.
Ich weiss ich weiss, ich war doch gerade erst unterwegs. Aber wie das Leben so spielt, sind wir es jetzt schon wieder. Grund dieser Reise ist dieses Mal mein Geschenk zu Kais 60. Geburtstag im letztem Jahr. Ich hatte ihm Konzertkarten fuer Marco Mengoni geschenkt, irgendwo in Italien, den Ort durfte er sich aussuchen. Seine Wahl fiel auf Turin, und da spielt der Herr Mengoni naechste Woche. Da das mitten in der Woche liegt, haben wir die Wochenenden noch dazu genommen und wo wir schoen mal unterwegs sind, haben wir dann einen richtigen Urlaub daraus gebastelt.
Unseren ersten Zwischenstop habe ich mir schon lange sehnlichst gewünscht. Jedes Mal wenn man im Sommer in Richtung Süden bei Basel ueber den Rhein fährt, sieht man die ganzen Köpfe aus dem Fluss herausschauen. Da schwimmen ganze viele Menschen drin rum, einfach so, mitten in der Stadt.
Meine damalige Recherche hat ergeben, dass das Rheinschwimmen in Basel eine lange Tradition hat. Da ich eine alte Wasserratte bin wollte ich das so gerne auch mal probieren.
Auf dem Rueckweg einer Italienreise von vor ein paar Jahren haben wir dann mal eine Nacht in Basel verbracht. Tradition ist es, sich in den Fluss plumpsen zu lassen und sich einfach mit der relativ zügigen Strömung treiben zu lassen. Dabei muss man all seine Klamotten mitnehmen und dafür braucht man einen wasserdichten Trockensack. In Basel auch unter dem Namen Wickelfisch käuflich zu erwerben. Damals waren wir noch zu geizig, um mal eben 70 Franken dafuer hinzulegen. Zumal Kai auch sowas zuhause hat.
Nun ja, lange Rede kurzer Sinn, wir haben uns jetzt doch zwei dieser Säcke im Internet bestellt und damit stand dem Paddeln im städtischen Ambiente nichts mehr im Weg.
Heute morgen sind wir gegen 10 in Frankfurt losgekommen und waren um zwei bereits in der Schweizer Grenzstadt. Nach einem kurzen Schläfchen im Hotel sind wir am späten Nachmittag mit der Tram zum Fluss. Die allgemeine Einstiegstelle in die ca. 3km lange Strecke quer durch die Stadt befindet sich am Tinguely Museum. Dort gibt es einen kleinen Strand, von dem aus man bequem ins Wasser gehen kann. Eilig haben wir alle Habseligkeiten in den Plastiksaecken verpackt, wobei das Handy nochmal eine doppelte Sicherung mit einer wasserdichten Hülle bekam.
Die Wassertemperatur beträgt aktuell angenehme 25°C und so stürzten wir uns schnell in die Fluten. Ab da war dann nur noch sanftes Treiben angesagt. Es war einfach GRANDIOS, WUNDERVOLL, FANTASTISCH. Wir haben es absolut geliebt. Man braucht kaum Kraft und hält sich an seinen Habseligkeiten fest und geniesst die Tour. Vorbei geht es an kleinen Stadtstränden, alten Fischerreusen und schoenen Bauwerken, entlang des Flusses gibt es immer wieder tribünenartige Sitzgelegenheiten, Treppen zum Ein- und Ausstieg und ueberall waren Cafés und sonstige Lokale zu sehen. Es war ein wunderschöner wärmer Sommertag bei angenehmen 30°C und strahlend blauem Himmel. Es war belebt, aber nirgends zu voll. Ab und zu musste man mal eine der Fähren beachten, aber grundsätzlich ist auch das ungefährlich wenn man schwimmen kann.
Nach fast 3km sind wir dann an einer Stelle wieder ausgestiegen und zur Belohnung gab es erstmal ein kaltes Bier. Sommer 2025! So muss das sein.
Meine Sachen sind uebrigens alle trocken geblieben, Kais Tasche hatte allerdings ein kleines Loch und so war seine Hose vollkommen nass. Aber auch die war in der Sonne schnell getrocknet.
Auf dem Rueckweg sind wir noch in einer gemütlichen Pizzeria gelandet und haben bei italienischer Musik den wunderschönen Sommertag ausklingen lassen. Basel ist eine ganz tolle Stadt mit einer tollen Atmosphäre und fuer eine Städtereise uneingeschränkt empfehlenswert.
Gerade liege ich hier im Bett, es ist Mittwoch Abend, morgen Nachmittag fliege ich zurück nach Deutschland. Ich habe einen Kloss im Bauch!
Ich blicke zurueck auf zwei absolut wunderschöne Wochen, die voll waren mit tollen Erlebnissen, kleinen Abenteuern, grossen Gefühlen und ganz viel Lachen. So stark lachen, dass einem der Bauch weh tut. Meine Freundschaft zu Frau Z. besteht nun seit mehr als 32 Jahren. Wir haben festgestellt, dass wir schon verdammt lange nicht mehr so viel Zeit nur fuer uns beide hatten. Das war einfach nur besonders.
Die Tage hier waren randvoll mit Eindrücken und ich bin so froh, dass ich hier im Blog einen Platz habe, diese sauber wegzusortieren und später nach Bedarf wieder abrufen zu können.
Noch einmal schlafen, dann setzt sich der grosse Flattermann wieder in Bewegung und bringt mich zurueck nach Hause. Und das ist ja das tollste daran, trotz der wunderschönen Zeit hier, freue ich mich doch ganz arg darauf, meinen Kai und die beiden Schmusetiger wieder in die Arme nehmen zu koennen.
Gestern Abend waren wir ein letztes Mal auf der anderen Seite der Bucht und haben Mr. W besucht. Wir haben zu dritt leckere Tortillas mit vegetarischer Füllung zubereitet und dabei sehr viel Spass gehabt. Irgendwann stellte er die Musik lauter und wir fingen an zu tanzen. Mr. W hat eine ganze Sammlung diverser Trommel und Percussioninstrumente. Die wurden dann auch im Takt der Musik benutzt und es gab Gelächter ohne Ende. Und das alles ohne den Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen 🤣
Für heute und zum Abschluss hat sich Frau Z noch mal etwas ganz besonderes einfallen lassen. Wir sind zum Frühstück in eins der besten und urigsten Fischlokale gegangen, die San Francisco zu bieten hat.
Das Swans Oyster Depot ist eine Institution. Das längliche Lokal ist durch eine lange Theke mit hellem Marmorbelag geteilt, auf der einen Seite sitzen die Gäste wie Perlen auf einer Schnur, auf der anderen Seite wuseln mindestens 10 Männer aller Nationalitäten und bereiten die leckersten Fischgerichte zu. Der Fisch kommt fangfrisch jeden Morgen ins Lokal. Als Vorspeise gab es den berühmten Clam Chowder mit Sauerteigbrot und dazu einen frisch gebrühten Kaffee. Es war ja schließlich noch Frühstückszeit.
Nach dem leckeren Eintopf hat uns der ehemalige Schulkameraden vom kleinen P (der arbeitet dort) verschiedenen rohen Fisch aufgeschnitten, der so frisch und butterig weich geschmeckt hat, dass einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist. Rohen Fisch muss man mögen, aber wer Sushi mag, kommt hier auf seine vollen Kosten.
Wir sind extra früh hingegangen, weil draussen immer schnell eine lange Warteschlange entsteht. Wir waren sogar so früh, dass wir direkt reingehen konnten. Denn als wir später das Lokal verließen, bildete sich entlang der Häuser bereits eine Menschenkette.
Den restlichen Tag hat Frau Z gearbeitet und ich habe mit dem Packen angefangen. Meine Methode ist immer, erst mal alles zusammenzutragen und ordentlich im mich herum auszubreiten. Schon da wurde mir klar, dass es Schwierigkeiten geben könnte. Auweia, was habe ich mir nur dabei gedacht 🤣 Die vielen tollen Sachen fuer mein neues Hobby sind eben hauptsächlich in Amerika zu bekommen, von daher habe ich das schamlos ausgenutzt. Dazu ein paar Klamotten, Geschenkchen fuer meinen Mann und allerlei Kinkerlitzchen … da wurde mir dann irgendwann klar, daß ich ein Problem hatte. Die Sachen passten unmöglich in meinen Koffer. Ich war etwas verzweifelt und schaute im Internet nach einem zusätzlichen Gepäckstück für den Rückflug nach. Mal abgesehen davon, daß ich mir irgenwas hätte kaufen müssen, kostete das auch noch 99 Euro mehr. Da hätte ich mir den Krempel ja gleich in USA nach Hause bestellen können … aaaaargh.
Frau Z kam aus dem Büro zurück und hatte die rettende Idee, wir machten kurzfristig einen Koffertausch. Ich ließ meinen Koffer bei ihr, den bringt sie dann beim nächsten Besuch nach Deutschland mit und ich bekam ihren Riesenkoffer, der so groß ist, daß er gerade so die Gepäckbestimmungen der Airline einhält. Dann hat aber alles gepasst und ich war erleichtert.
Später am Abend sind wir auf meinen persönlichen Wunsch noch mal zum Ocean Beach gefahren, meinem absoluten Lieblingsort in der Stadt. Der Himmel war malerisch verwolkt und so bekamen wir noch mal das schönste Licht, während die Brandung des Meeres laut tösend die Geräuschkulisse dazu bot. Es war noch mal traumhaft schön.
Donnerstag früh erwachte ich mit sehr schwerem Herzen und voller Wehmut und Abschiedsschmerz (kleiner hab ichs leider nicht ;-) … aber das ist bei mir normal, große Gefühle, großer Genuß und das ganze Gefühlschaos.
Wir sind um 10 ein letztes mal zum Zumba gegangen und ich konnte mich vor dem langen Rückflug nochmal ein bisschen auspowern. Vielleicht nicht mein Lieblingssong, aber Apatapaptappapapapa oder wie das heißt (Rosé und Bruno Mars ;-) wird mich für alle Zeiten an Zumba am Meer in San Francisco erinnern.
Irgendwann war es dann soweit und es hieß Abschied nehmen. Frau Z hat mich noch zum Flughafen gebracht und lustigerweise haben wir noch am Flughafen unsere beiden Gastgeber von der Party am Sonntag in Berkeley getroffen. Die haben gerade Ihren Sohn verabschiedet, der eine Rundreise durch Europa macht. Es ging auf einmal alles ganz schnell und ich fand mich winkend auf der anderen Seite der Glaswand.
Zeitsprung: Es ist Montag Abend, ich sitze gerade in Frankfurt am Computer, während ich diesem Beitrag den letzten Schliff verleihe. Der Jetlag ist mal wieder ganz besonders grausam und mein Körper ist vollkommen verwirrt. Müde ist gar kein Ausdruck. Aber das wird hoffentlich bald rum sein. Kai hat mich am Flughafen mit einer roten Rose abgeholt, denn schließlich war Freitag unser 10. Hochzeitstag. Verrückt.
Abschließend bleibt mir noch zu sagen, schön wars wieder, ein unvergesslicher Urlaub. Vielen Dank fürs Mitreisen, es war mir ein Vergnügen.
Und … stay tuned … denn schon in drei Wochen geht es weiter nach Italien …
Am Dienstag stand noch mal ein absolutes Highlight der Reise an. Ich hatte es schon die ganze Zeit vorgehabt, aber die Woche zuvor war ich viel zu müde und danach waren wir ja unterwegs entlang der Küste.
Obwohl das Wetter kalt, neblig und windig war habe ich es zum Glück dennoch gemacht. Ich habe mir ein Ebike ausgeliehen, fuer einen ganzen Tag.
Gebucht habe ich es online, nachdem ich zuvor etwas recherchiert hatte und die Bewertungen bei Dandyhorse Bikes an der Ecke Haight/Shrader sehr gut waren.
Ich würde dort total freundlich empfangen und bekam eine kurze Einweisung, eine Route per GPS aufs Handy platziert und schon konnte es losgehen.
Die Fahrt führte zunächst durch den Golden Gate Park in Richtung Ocean Beach, dort angekommen, wich ich kurz von der vorgegeben Route ab, um einen kurzen Stop im Java Beach Café einzulegen. Das hatte sentimentale Gründe die sehr privat sind und die ich hier nicht weiter erläutern möchte ;-)
Weiter ging es am laut tösendem Pazifik entlang in Richtung Cliff House und einem wunderschönen Aussichtspunkt namens Lands End. Ich durchquerte den Presidio Park, und näherte mich langsam der Golden Gate Bridge. Schon von weitem hatte man immer wieder tolle Ausblicke auf die leuchtend rote Hängekonstruktion. Der Blick wurde durch den wabernden Nebel noch besser. Die Stadt ist für den Nebel bekannt, vor allem die Sommer sind hier immer wieder neblig und kalt.
Die Route wollte es, dass ich die Brücke mit dem Rad überquerte. Das habe ich gemacht. Die einfache Länge beträgt etwa 3 1/2 Kilometer. Am anderen Ende erwarten eine dann ein schöner Aussichtspunkt mit Fotogarantie. Hier war ich auch schon öfter und alte Erinnerungen werden wieder wach. Die Stadt ist voll davon.
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Zurück auf der Halbinsel fuhr ich die Küste entlang zu Chrissy Field, einem ehemaligen Militärflughafen und jetzigem Naherholungsgebiet mit Stränden und Grünflächen.
Auf der Weiterfahrt reihte sich Pier an Pier, bis ich schließlich das bekannte Pier 39 erreichte, dass die sogenannte Fishermans Wharf beheimatet. Dort wohnen auch die Seelöwen, die die Touristen aus aller Welt so gerne besuchen. Und auch ich hatte mir fest vorgenommen, Ihnen nach fast 30 Jahren mal wieder einen Besuch abzustatten. Sie sehen aber auch so drollig aus und machen grossen Lärm. Auch für den Geruchssinn ist etwas dabei, denn es riecht sehr sehr … fischig eben. Man könnte ihnen ewig zuschauen bei ihren gesellschaftlichen und zwischenseehundlichen Auseinandersetzungen.
Später auf der Weiterfahrt gab es einen Höllenlärm, die Sirene heulte so laut, dass ich schon das schlimmste befürchtete, eine schwarze interessant aussehende Stahlkonstrukion tat sich auf. Es stellte sich als Brücke heraus, und ich schloss, dass der Lärm wohl das Warnsignal vor dem Hochklappen sein sollte. Ich bekam direkt Mitleid mit den Anwohnern. Aber es war spannend zu beobachten, wie sich der Koloss in die Höhe hob.
Ich kam am Oracle Park vorbei, dem Baseball Stadion der San Francisco Giants, und spaeter auch an der neugebauten Basketball Arena der Golden State Warriors.
Irgendwann endete die Strecke am Meer und die Fahrt ging wieder stadteinwärts. Ich durchquerte Gegenden in denen ich noch nie war. und leider wurde die Zeit ein bisschen knapp, so dass ich nicht mehr so richtig anhalten wollte und mir die Umgebung genauer ansehen konnte.
Im bekannten Mission District überqierte ich wieder die grosse Market Street und fuhr die letzte Etappe quer durch die schönsten Strassen des Hayes Valley zurueck zum Ausgangspunkt meiner Tour.
Es ging nochmal steil bergauf, aber dank Elektro Unterstützung ging das ganz gut, obwohl man bei den steilen Anstiegen teilweise noch richtig strampeln musste.
Die Tour war insgesamt ca. 45 Kilometer lang, ging über 500 Höhenmeter und hat mit vielen Pausen etwa 5 Stunden gedauert. Gekostet hat der Spass inklusive Tax und Versicherung 85 dollar und es war jeden einzelnen Cent wert. Denn diese Tour war eine der schönsten Dinge, die ich in San Francisco je gemacht habe. Absolutes Wiederholungspotenzal und uneingeschränkte Weiterempfehlung meinerseits.
Montag früh und die letzten drei vollen Tage brechen an. Kaum zu glauben, dass ich noch nicht mal zwei Wochen hier bin. Es fühlt sich an, als seien Monate seit meiner Ankunft vergangen.
Das Wetter war leider heute nicht so schoen, wie die vergangenen Tage, es war neblig und kalt und die Luft sprühte einen feinen Hauch von Feuchtigkeit, wie aus einem Parfumzerstäuber.
So beschloss ich, nochmals einen Besuch in Downtown zu machen. Ich wollte wieder zu Gap, denn dort hatte ich mir in der Woche davor, eine so tolle und bequeme Jeans gekauft, die ich seitdem nicht mehr ausgezogen habe. Eine absolute Bequemlichkeit in dark Denim. Ich dachte, ich kaufe mir die noch in einer anderen Farbe, da sie mit knapp 60 Dollar auch gar nicht so teuer war. Was soll ich sagen, machtlos gegen die Marletingtricks der Ladenkette landeten noch zwei davon in meiner Tüte (buy one get one 50% off).
(Nachricht an Kai, ich verspreche ich sortiere was anderes aus 😉)
Nebenan bei Old Navy stiess ich dann noch auf diese Boyfriend Oberhemden. So ein toller leicht fließender Stoff … katsching … Die Kasse klingelte schon wieder.
Ich ging noch ein bisschen in Downtown spazieren, denn es gibt hier auch so einen hochgelegenen Park, ähnlich wie die Highline in New York. Das kannte ich nicht nicht und schaute mir das mal an. Unter dem hochgelegenen Salesforce Park befindet sich eine Art Busbahnhof. Obendrauf kann man entlang schlendern und findet hunderte verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt.
Zuhause gab es erst mal eine Mütze Schlaf, denn am Abend stand schon das nächste Highlight an. Eine Crafty Night mit lauter Bekannten von Frau Z. Das war echt schön. Jede hat die Handarbeit ihrer Wahl gemacht und es wurde fröhlich geplaudert und gelacht. Schade dass ich da nicht öfter dabei sein kann. Aber in Frankfurt gibt es einen ähnlichen Zirkel und der findet passenderweise auch bald wieder statt.