Ringrums

Thailand … wo soll ich anfangen? Vielleicht, dass ich das erste Mal in meinem Leben einen Einwanderungsbeamten habe lächeln sehen, dass die Thais irgendwie immer lächeln? … Das ich das erste Mal echte Bananenstauden und Kokosnusspalmen in Natura gesehen habe? Dass man auf öffentlichen Toiletten halbhohe Stehklos vorfindet und das Wasser zum Spülen mit der Kelle selbst schöpft? Dass ich massenweise die banalsten Konsumgüter kaufen könnte, weil die Verpackungen so hübsch sind? Oder vom freundlichen Reiseführer Narong, der mit sehr süßem Akzent erklärt hat ‚kansso da um de thämpäl gähe RINGRUMS‘? Von den Touristenströmen in modischen 7/8 Hosen mit Adileten oder Teva-Outdoor-Sandalen? Von der kompletten vierköpfigen Famile auf dem Motorroller? 
Nein, ich weiß … ich erzähle vom heutigen Einschiffen auf dem Kwai, und dass … ne … Also, da finde ich nicht die passenden Worte …
Nur soviel: 
Verdammt guter Tag! 

Der frühe Vogel

Heute morgen hatten wir dann endlich mal Glueck. Nachdem man uns am Vortag den Tip gegeben hat, am besten vor 9 zu kommen, haben wir uns den Wecker gestellt und sind im Berufsverkehr mit all den Hongkongern in die Bahn gepresst worden. An der Talstation angekommen, was ein Wunder, niemand vor uns … wir konnten unser Glueck kaum fassen ;-) Wir durften auf den berühmten Peak. 
Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Alleine der etwa einstuendige Rundwanderweg ist jedes Opfer Wert. Angeblich steht im Lonely Planet Reisefuehrer, das dieser zu den 10 schoensten Wanderwegen weltweit gehoert. Nun, das mag ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall eine wunderschoene Strecke. Dies ist ja mein erster Besuch auf dem Asiatischen Kontinent (Kai der alte Globetrotter ist da ja schon weiter ;-) … also was ich sagen wollte … diese Pflanzenwelt, ich haette wirklich jede einzelne von ihnen fotografieren koennen. Die meisten dieser Palmen gibt es ja sonst nur in der wunderschoenen Gartenabteilung bei Obi. Und ich bin sicher, bei dem Pflanzenangebot ist hinsichtlich unserer weiteren Reise noch viel Luft nach oben. 
Dann diese Ausblicke. Wirklich eine der imposantesten Skylines, die ich bisher gesehen habe, mal abgesehen von Frankfurt Innenstadt ;-)
Der Tag hat es auch weiterhin gut mit uns gemeint, die Wolken rissen auf und die Sonne blinzelte hindurch, als wir auf dem Rueckweg am Man Mo Tempel vorbeikamen. Im Inneren herschte eine einzigartige Atmosphaere, Raucherstaebchen ueberall, ein Tisch voller Opfergaben … andächtige Chinesen. Im Grossen und Ganzen geht es dabei um das Glueck. Das gefaellt mir.
Kurz bevor uns die Augen so richtig brannten von all den Raucherspiralen sind wir dann weiter durch das alte Chinatown, eine interessante Mischung von Laeden mit eingelegten Ginsengwurzeln oder Designermoebeln. Zwischendurch dann die typischen Loewentaenze mit lauten Trommelgeraeuschen. Soweit wir das beurteilen konnten, wurden hier einzelne Haeuser für das neue Jahr gesegnet. Ebenfalls ein schoener Brauch. 
Weiter ging es vorbei an allerlei getrocknetem, bei dessen Anblick sich schon so manches Mal der Magen rumdrehen kann, aber … andere Laender, andere Sitten. Natuerlich durfte auch der Laden mit dem Schlangenschnaps nicht fehlen, wie so vieles dieser Art soll er angeblich die Potenz steiern … und NEIN … wir haben nichts gekauft! 
Leider mussten wir dann irgendwann zurueck ins Hotel, unsere Koffer packen. Dank der hervorragenden Buchung durch Herrn Caminada mit einem Reiseunternehmen, dessen Name ich hier natuerlich nicht nennen kann ;-) gab es fuer uns einen late Check-Out, was wirklich praktisch war, denn wir konnten anschliessen nochmal duschen und in aller Ruhe die Rucksaecke stopfen. 
Wie schnell doch die Zeit vergeht, ich sitze gerade am Flughafen und vertreibe mir die Zeit mit diesem Blogbeitrag, waehrend wir auf den Weiterflug nach Bangkok warten. Deswegen komme ich auch gerade etwas ins schwafeln. Es fuehlt sich an, als ob mindestens eine Woche Urlaub vorbei waere und wir nach Hause muessten, aber … ach ja, das war ja nur der Zwischenstop … jetzt geht es erst richtig los. Verrueckt. 
Manchmal muss Kai mich kneifen, damit ich realisiere, dass das alles wirklich wahr ist.

Lost in Translation

Heute war es eher neblig und ein bisschen kühler, die Feiertage sind vorbei und der Alltag hat die Stadt fest im Griff. Ein zweiter Versuch, mit der Tram auf den berühmten Peak zu fahren scheiterte dennoch erneut an der langen Warteschlange. So sind wir mit der Fähre zur Nachbarinsel Lantau rübergefahren, eine sehr bizarre Szenerie erwartete uns dort. Als wäre man 30 Jahre in die Vergangenheit gereist … es war kühl und windig, das Meer lud trotz Strand nicht zum baden ein. Daher zurück nach Kowloon ins pralle Leben. Straßenzüge, in denen an jeder Ecke irgendetwas transportiert, verkauft oder gegessen wird. Von der Versuchung, für jeden von euch eines der zahlreich angebotenen Plagiate zu erwerben, sind wir abgekommen, sonst wird ja der Rucksack so schwer ;-) 
Am Abend haben wir uns dann durch Causeway Bay treiben lassen, ein moderner Distrikt voller Einkaufszentren, in denen es die üblichen weltweit vertretenen Kettenläden gibt. Echt mal … eine Shoppingmall mit 14 Stockwerken? Wie gesagt, selbst mein sonst sehr ausgeprägter Bereich im Gehirn, der für das Shoppen vorgesehen ist, war wenig stimuliert. Unser Platzangebot ist begrenzt, das Budget knallhart kalkuliert. 
So haben wir uns in ein kleines Noodlerestaurant an einen runden Tisch mit den Einheimischen gesetzt, und ganz authentisch Nudelsuppe mit Stäbchen gegessen :-) … soooo lecker. Was da genau drin war? Keine Ahnung. Aus der Logik der chinesischen Schriftzeichen werden wir leider so gar nicht schlau. Aber das, was uns in europäischen Lokalen meistens davon abhält, reinzugehen, nämlich wenn sämtliche Speisen fotografisch dokumentiert sind, hilft hier ungemein. Wobei, ein Restrisiko bleibt, ist das jetzt Pansen oder Wirsing? ;-) 

Das Jahr des Pferdes

In China wird der Beginn des neuen Jahres groß gefeiert, Chinese New Year fand dieses Jahr am 31.1. statt, was uns nicht so ganz klar war, das es anschließend mit drei aufeinanderfolgenden Feiertagen zelebriert wird. Es scheint, als wären alle Chinesen gleichzeitig auf den Beinen. 
Wir hatten heute morgen vor, direkt mit der Bergtram auf den Viktoria Peak zu fahren, um uns von dort einen Überblick über diese faszinierende Stadt zu verschaffen. Da hatten wir aber die Rechnung ohne die einheimische Bevölkerung gemacht. Zwei stunden Wartezeit. Och nö. Versuchen wir morgen nochmal. 
Wie das Wetter ist? Strahlendblauer Himmel, 24 Grad, T-Shirt Wetter. Perfekt. 
Hongkong ist toll, vollgestopft, laut und trotzdem irgendwie entspannt. Überall sitzen philippinische Frauen und machen Picknick, wuseln Kinder im Park … Beim Anblick der ganzen Essensmöglichkeiten läuft uns permanent das Wasser im Mund zusammen. Überhaupt scheinen hier alle ständig zu essen. Eine Gepflogenheit, der wir uns definitiv sehr schnell anpassen können. Alleine die Bäckereien … Hmmmm. 
Nach einem langen und aufregenden Tag liegen wir nun etwas platt auf dem Hotelbett und bereiten uns so langsam auf ein leckeres kantonesisches Abendessen vor. Wir sind gespannt, wie sich die Stadt morgen verändert, wenn die Feiertage vorbei sind, und der Alltag in Hongkong einkehrt. 

Noch einmal schlafen

So langsam wird es richtig ernst, die Rucksäcke sind gepackt … aktuelle Gewichtsangaben folgen später (für die Statistik ;-) …
Heute finden noch die letzten Vorbereitungen statt, sämtliche Gerätschaften werden bis zum Anschlag aufgeladen, das Handgepäck verzurrt, die Pflanzen zusammengetragen (kommen zur Pflege zu Kais Eltern), der Roller wird weggerollert (dank dieses Blogs hat er ein warmes, überdachtes Schlafplätzchen bei Kais Schwester), die Wohnung präpariert (es ziehen ja hier die Handwerker ein), die Kühl-/Gefrierkombination abgetaut, letzte Reste werden verspeist etc. etc.
Ist aber dennoch alles ganz entspannt, die letzten Wochen waren viel mit Planung belegt, aber auch mit unendlicher Vorfreude … morgengeht es los, wir können es kaum noch abwarten.