Bangkok hat uns jetzt

Sorry, nicht wundern, hab irgendwas rumgefummelt und jetzt steht dieser Beitrag plötzlich vorne. Kann ich vom iPhone jetzt nicht ändern. 

Bis jetzt bestaetigt … bzw. uebertrifft Bangkok bei weitem alle gaengigen Klischees, die man nur von dieser Megametropole haben kann. Alleine gestern Abend gab es die typisch deutsche Auswandererkneipe (bei Otto), die 3 Millionen Garkuechen am Strassenrand, die 43.000 Massagesalons, Massschneidereien, Animierdamen in den Pubs, kuchenteighautige Maenner im mittlereren Alter mit blutjungen, bildhuebschen Thaidamen im Restaurant … wirklich alles, was das oberflaechliche Touristenherz begehrt. Wir haben uns einfach nur in ein Restaurant am Strassenrand gesetzt, Singha Bier und Thaifood konsumiert, und dabei das Leben auf der Strasse beobachtet. Was fuer eine Stadt. Pulsierend. Laut. Stickig.

Heute dann der zweite Impression-Overload. Wir sind mit der Bahn in Richtung Chinatown gefahren und haben uns einfach nur durch die vibrierenden Strassenzuege gleiten lassen. Meine Kamera ist fast explodiert bei dem Anblick der zahlreichen Fotomotive … es gibt ja so einige Chinatowns auf dieser Erde, alleine das in San Francisco ist wirklich toll. Aber dies hier … also, das stellt alles bisher gesehene in den Schatten, ganz einfach weil es wahnsinnig chaotisch zugeht. Man kann von der Strasse aus direkt in die unterschiedlichen Geschaefte schauen und kommt dabei aus dem Staunen nicht mehr heraus … als kleines Beispiel das Bild von der putzigen Katze neben dem massiven Holzsarg im Beerdigungsinstiut. Wieder reihen sich die Garkuechen aneinander, tropische Fruechte in allen erdenkbaren Varianten finden sich in der Auslage direkt auf der Strasse … abwechselnd riecht es nach Fisch oder Fleisch, Tee und Gewuerzen … wirklich sensationell. Aber noch nicht genug an beeindruckenden Strassenszenen stehen wir auf einmal in little India, wo mir der turbanbehauptete Sikh anbietet, einen Rock mit mehreren Volants und bedruckten Elefanten zu schneidern. Wir verirren uns im uneubersichtlichen Labyrinth der Stoff- und Kleidermaerkte … und wieder eine Reihe von neuen, abgefahrenen Duftnuancen.

Irgendwann ist es dann fast wieder ein bisschen viel und wir begeben uns auf den Rueckweg ins Hotel … was allerdings in so einer Stadt etwas laenger daueren kann … zum Teil deswegen, weil es an jeder Ecke etwas zu schauen gibt, aber auch, weil es einfach ein wahnsinnig verwirrendes Netz an oeffentlichen Verkehrsmitteln gibt.

Auf dem Rueckweg befanden wir uns dann auf einmal inmitten einer der von Regierungsgegnern besetzten Strassenkreuzungen. Warum? Weil dort die U-Bahn Station ist, an der wir rausmuessen, um zum Hotel zu kommen. Aber es besteht wirklich kein Grund zur Sorge, tagsueber hat das ganze eher Volksfestcharakter. Ueberall wird gezeltet, es spielt Livemusik, es wird gegessen, getrunken, verkauft … eher ein riesengrosser Markt. Erst am Abend, und das konnte man aus dem 23. Stock des Windsor Hotels beobachten, zogen die demonstrierenden Mengen wieder in Richtung Strassenkreuzung, und da haben wir nix verloren. Versprochen!

Fuer den weiteren Verlauf des Abends haben wir erstmal eine Thaimassage einkalkuliert. Fuesse fuer den Anfang. Eine Stunde kosten 250 Baht, das sind umgerechnet ca. 5,50 Euro. Kai traut sich ohne mich nicht in die Massagesalons, weil er befuerchtet, in einen dunklen Nebenraum gezerrt zu werden. 

Epilog

Bevor ich noch ein letztes Mal ueber die vergangene Flussreise im oestlichen Thailand schwadroniere, wollten Kai und ich uns mal fuer eure lieben Kommentare auf diesem Blog bedanken. Wir freuen uns wirklich sehr darueber.
In eigener Sache moechte ich darum bitten, meine Rechtschreibung, insbesondere die Gross- und Kleinschreibung, nicht immer ganz so genau zu nehmen. Ist eben auf dem iPhone geschrieben ;-)

Die Reise auf der River Kwai ist leider schon zu Ende. Es war wirklich wunderschoen. Wir wuerden diese Art der Fortbewegung jeder Zeit wieder in Erwaegung ziehen … und ausserdem ist es wahnsinnig gut fuer den eigenen Teint, wenn man diesen mal zu mit der Epidermis der Mitreisenden vergleicht. Man fuehlt sich seeeehr jung ;-)

Anbei noch ein paar letzte Bilder vom morgendlichen Fruehstueck auf dem Oberdeck.

Mimi an Bord

Vorgestern Abend hatten wir dann endlich das langerwartete Vergnügen. Wir durften in unserer Kabine, bzw. im Badezimmer unsere erste thailändische Kakerlake begrüßen. Groß war sie, aber irgendwie hübsch … also gut, ich spreche mir gerade Mut zu. Hier sind die Schaben braun und eher breit, ganz im Gegensatz zu denen aus New York. Die waren schwarz und länglich und hatten vorne lange Fühler. Sie hat uns in der Nacht mehrfach mit ihrer Anwesenheit beglückt, ich habe sie Mimi genannt und war irgendwann so entspannt, dass ich sie toleriert habe. Kai hat mir glaubhaft versichert, dass sie sicher viel mehr Angst vor der fremden Touristin hat. Es war in jedem Fall eine wertvolle Erfahrung und ich bin jetzt bereit für die nächste Herausforderung. Die offene Bambushütte am Meer. 
Gestern war wieder ein Tag voller unterschiedlicher Eindrücke. Am schönsten war aber sicher die zunächst rasante Fahrt mit dem Longtailboat und im Anschluss dann die Weiterreise auf dem Floß. 
Das Wetter in Thailand ist heiß, aber nicht so stickig wie ich befürchtet hatte (ok, DAS wird sich in Bangkok sicher noch ändern). Es sind ca. 32 Grad und der Himmel ist meistens sehr blau. Ab und zu gibt es mal ein paar watteweiche malerische Schäfchenwolken. 
Heute morgen, während sich die anderen Gäste unter anderem eine Replik der berühmten Brücke am Kwai angeschaut haben, sind Kai und ich an Bord geblieben, um noch mal die friedliche Stimmung auf dem schattigen Oberdeck zu genießen, bevor es heute Abend ins volle, laute, bunte, stickige, heiße und hoffentlich sehr beeindruckende Bangkok geht. 

Das Land des Lächelns

Mit diesem Klischee wird dieses Land oft beschrieben … ich würde das dennoch sofort unterschreiben. Es ist wirklich faszinierend … und angenehm und man lächelt sofort zurück. Es ist ansteckend. 
Was bisher geschah: Vor zwei Tagen sind wir in Bangkok am späten Abend gelandet, um dann gleich in der früh um sechs im Hotel abgeholt zu werden … für unseren nächsten Programmpunkt. Einer dreitägigen Schiffsreise auf dem Kwai (der mit der Brücke ;-) – genauergesagt dem Kwai Noi. Mit dem Tender ging es rauf aufs Boot, welches nur 10 sehr zauberhafte Kabinen hat. Ohne dass ich auch nur eine Ahnung hatte, hat mir der Kai hiermit eine organisierte Rundreise untergejubelt ;-) … Liebe ich ja so sehr, Gruppenreisen ;-) … Aber die Gruppe ist klein und der Guide (Herr Nguyen, der sich selbst Herr Müller nennt, weil wir Langnasen sowieso alle so heißen) ist wirklich ein wundervoller Geschichtenerzähler. Morgens machen wir also immer ein bisschen Programm und nachmittags ist dann Dümpeln auf dem Fluss angesagt, vorbei an einer atemberaubend schönen Flusslandschaft. 
Heute morgen waren dann wir zuerst in der Elefantenschule, um dort, jeweils zu zweit auf dem dickhäutigen Rüsseltier eine Runde drehen. Viel habe ich  nachgedacht, von wegen PC und so. Aber man kann im Internet einiges darüber lesen und wir konnten es so mit unserem Gewissen vereinbaren. 
Und ich muss sagen, es war ein ganz besonderes Erlebnis. 

Anschließend aber dann mein bisheriger Höhepunkt der Reise. Wenn mich hinterher jemand fragt, was das schönste auf dieser Reise war, ich bin sicher, dieser schafft es unter die Top 5. Wir haben eine thailändische Schule besucht. Herr Müller hat uns erklärt, dass man in Thailand sehr stolz darauf ist, dass fast 94%  der Bevölkerung lesen und schreiben können, und dass sehr viel in Bildung investiert wird. Die Kinder waren ganz bezaubernd. Erst schüchtern und dann auf einmal wahnsinnig aufgeregt und zugänglich. Sie haben mich in Windeseile um den Finger gewickelt. Ich denke das Bild spricht Bände. Ein Erlebnis, das mich tief beeindruckt hat. 
Der anschließende tempelbesuch war fast ein bisschen viel an neuen Eindrücken. Halt, stop möchte man rufen. Ich kann nicht mehr. Umso schöner ist es, dass ich mir anschließend (bis jetzt ;-) immer ein bisschen Zeit nehme, um das erlebte aufzuschreiben. Sonst würde wahrscheinlich irgendwann der Kopf platzen. Ein therapeutischer Ansatz, sozusagen. 











Ringrums

Thailand … wo soll ich anfangen? Vielleicht, dass ich das erste Mal in meinem Leben einen Einwanderungsbeamten habe lächeln sehen, dass die Thais irgendwie immer lächeln? … Das ich das erste Mal echte Bananenstauden und Kokosnusspalmen in Natura gesehen habe? Dass man auf öffentlichen Toiletten halbhohe Stehklos vorfindet und das Wasser zum Spülen mit der Kelle selbst schöpft? Dass ich massenweise die banalsten Konsumgüter kaufen könnte, weil die Verpackungen so hübsch sind? Oder vom freundlichen Reiseführer Narong, der mit sehr süßem Akzent erklärt hat ‚kansso da um de thämpäl gähe RINGRUMS‘? Von den Touristenströmen in modischen 7/8 Hosen mit Adileten oder Teva-Outdoor-Sandalen? Von der kompletten vierköpfigen Famile auf dem Motorroller? 
Nein, ich weiß … ich erzähle vom heutigen Einschiffen auf dem Kwai, und dass … ne … Also, da finde ich nicht die passenden Worte …
Nur soviel: 
Verdammt guter Tag! 

Der frühe Vogel

Heute morgen hatten wir dann endlich mal Glueck. Nachdem man uns am Vortag den Tip gegeben hat, am besten vor 9 zu kommen, haben wir uns den Wecker gestellt und sind im Berufsverkehr mit all den Hongkongern in die Bahn gepresst worden. An der Talstation angekommen, was ein Wunder, niemand vor uns … wir konnten unser Glueck kaum fassen ;-) Wir durften auf den berühmten Peak. 
Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Alleine der etwa einstuendige Rundwanderweg ist jedes Opfer Wert. Angeblich steht im Lonely Planet Reisefuehrer, das dieser zu den 10 schoensten Wanderwegen weltweit gehoert. Nun, das mag ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall eine wunderschoene Strecke. Dies ist ja mein erster Besuch auf dem Asiatischen Kontinent (Kai der alte Globetrotter ist da ja schon weiter ;-) … also was ich sagen wollte … diese Pflanzenwelt, ich haette wirklich jede einzelne von ihnen fotografieren koennen. Die meisten dieser Palmen gibt es ja sonst nur in der wunderschoenen Gartenabteilung bei Obi. Und ich bin sicher, bei dem Pflanzenangebot ist hinsichtlich unserer weiteren Reise noch viel Luft nach oben. 
Dann diese Ausblicke. Wirklich eine der imposantesten Skylines, die ich bisher gesehen habe, mal abgesehen von Frankfurt Innenstadt ;-)
Der Tag hat es auch weiterhin gut mit uns gemeint, die Wolken rissen auf und die Sonne blinzelte hindurch, als wir auf dem Rueckweg am Man Mo Tempel vorbeikamen. Im Inneren herschte eine einzigartige Atmosphaere, Raucherstaebchen ueberall, ein Tisch voller Opfergaben … andächtige Chinesen. Im Grossen und Ganzen geht es dabei um das Glueck. Das gefaellt mir.
Kurz bevor uns die Augen so richtig brannten von all den Raucherspiralen sind wir dann weiter durch das alte Chinatown, eine interessante Mischung von Laeden mit eingelegten Ginsengwurzeln oder Designermoebeln. Zwischendurch dann die typischen Loewentaenze mit lauten Trommelgeraeuschen. Soweit wir das beurteilen konnten, wurden hier einzelne Haeuser für das neue Jahr gesegnet. Ebenfalls ein schoener Brauch. 
Weiter ging es vorbei an allerlei getrocknetem, bei dessen Anblick sich schon so manches Mal der Magen rumdrehen kann, aber … andere Laender, andere Sitten. Natuerlich durfte auch der Laden mit dem Schlangenschnaps nicht fehlen, wie so vieles dieser Art soll er angeblich die Potenz steiern … und NEIN … wir haben nichts gekauft! 
Leider mussten wir dann irgendwann zurueck ins Hotel, unsere Koffer packen. Dank der hervorragenden Buchung durch Herrn Caminada mit einem Reiseunternehmen, dessen Name ich hier natuerlich nicht nennen kann ;-) gab es fuer uns einen late Check-Out, was wirklich praktisch war, denn wir konnten anschliessen nochmal duschen und in aller Ruhe die Rucksaecke stopfen. 
Wie schnell doch die Zeit vergeht, ich sitze gerade am Flughafen und vertreibe mir die Zeit mit diesem Blogbeitrag, waehrend wir auf den Weiterflug nach Bangkok warten. Deswegen komme ich auch gerade etwas ins schwafeln. Es fuehlt sich an, als ob mindestens eine Woche Urlaub vorbei waere und wir nach Hause muessten, aber … ach ja, das war ja nur der Zwischenstop … jetzt geht es erst richtig los. Verrueckt. 
Manchmal muss Kai mich kneifen, damit ich realisiere, dass das alles wirklich wahr ist.

Lost in Translation

Heute war es eher neblig und ein bisschen kühler, die Feiertage sind vorbei und der Alltag hat die Stadt fest im Griff. Ein zweiter Versuch, mit der Tram auf den berühmten Peak zu fahren scheiterte dennoch erneut an der langen Warteschlange. So sind wir mit der Fähre zur Nachbarinsel Lantau rübergefahren, eine sehr bizarre Szenerie erwartete uns dort. Als wäre man 30 Jahre in die Vergangenheit gereist … es war kühl und windig, das Meer lud trotz Strand nicht zum baden ein. Daher zurück nach Kowloon ins pralle Leben. Straßenzüge, in denen an jeder Ecke irgendetwas transportiert, verkauft oder gegessen wird. Von der Versuchung, für jeden von euch eines der zahlreich angebotenen Plagiate zu erwerben, sind wir abgekommen, sonst wird ja der Rucksack so schwer ;-) 
Am Abend haben wir uns dann durch Causeway Bay treiben lassen, ein moderner Distrikt voller Einkaufszentren, in denen es die üblichen weltweit vertretenen Kettenläden gibt. Echt mal … eine Shoppingmall mit 14 Stockwerken? Wie gesagt, selbst mein sonst sehr ausgeprägter Bereich im Gehirn, der für das Shoppen vorgesehen ist, war wenig stimuliert. Unser Platzangebot ist begrenzt, das Budget knallhart kalkuliert. 
So haben wir uns in ein kleines Noodlerestaurant an einen runden Tisch mit den Einheimischen gesetzt, und ganz authentisch Nudelsuppe mit Stäbchen gegessen :-) … soooo lecker. Was da genau drin war? Keine Ahnung. Aus der Logik der chinesischen Schriftzeichen werden wir leider so gar nicht schlau. Aber das, was uns in europäischen Lokalen meistens davon abhält, reinzugehen, nämlich wenn sämtliche Speisen fotografisch dokumentiert sind, hilft hier ungemein. Wobei, ein Restrisiko bleibt, ist das jetzt Pansen oder Wirsing? ;-) 

Das Jahr des Pferdes

In China wird der Beginn des neuen Jahres groß gefeiert, Chinese New Year fand dieses Jahr am 31.1. statt, was uns nicht so ganz klar war, das es anschließend mit drei aufeinanderfolgenden Feiertagen zelebriert wird. Es scheint, als wären alle Chinesen gleichzeitig auf den Beinen. 
Wir hatten heute morgen vor, direkt mit der Bergtram auf den Viktoria Peak zu fahren, um uns von dort einen Überblick über diese faszinierende Stadt zu verschaffen. Da hatten wir aber die Rechnung ohne die einheimische Bevölkerung gemacht. Zwei stunden Wartezeit. Och nö. Versuchen wir morgen nochmal. 
Wie das Wetter ist? Strahlendblauer Himmel, 24 Grad, T-Shirt Wetter. Perfekt. 
Hongkong ist toll, vollgestopft, laut und trotzdem irgendwie entspannt. Überall sitzen philippinische Frauen und machen Picknick, wuseln Kinder im Park … Beim Anblick der ganzen Essensmöglichkeiten läuft uns permanent das Wasser im Mund zusammen. Überhaupt scheinen hier alle ständig zu essen. Eine Gepflogenheit, der wir uns definitiv sehr schnell anpassen können. Alleine die Bäckereien … Hmmmm. 
Nach einem langen und aufregenden Tag liegen wir nun etwas platt auf dem Hotelbett und bereiten uns so langsam auf ein leckeres kantonesisches Abendessen vor. Wir sind gespannt, wie sich die Stadt morgen verändert, wenn die Feiertage vorbei sind, und der Alltag in Hongkong einkehrt.