Selamat Detang – Willkommen in Malaysia. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass wir ganz spontan unsere Reiseroute etwas umstrukturiert haben. So kam es also, dass wir gestern in Langkawi angekommen, direkt in ein Taxi zum Flughafen gestiegen sind. Dort wiederum sind wir umgehend zum Ticketschalter von Air Asia (asiatisches Pendant zu Ryanair) und haben nach dem nächsten verfügbaren Flug gefragt. Knapp eineinhalb Stunden später saßen wir bereits im Flieger und wurden in nur 50 Minuten nach Kuala Lumpur katapultiert. So schnell konnte man fast seinen Kaffee an Bord nicht zu Ende trinken.
Bereits um 8 Uhr Abends sind wir wohlbehalten im 16. Stock des Furama Bukit Bintang Hotels angekommen. Müde von der Reise haben wir uns kurz frischgemacht und sind losgezogen, um ein leckeres malaysisches Essen zu kosten. Pustekuchen, die erste Enttäuschung. Ziellos sind wir umhergeirrt, und haben uns schließlich Taiwanesisch füttern lassen. Das war aber auch sehr lecker.
Anschließend sind wir in die großen weichen Hotelbetten gefallen und wahrscheinlich in weniger als 3 Sekunden eingeratzt. Ein anstrengender Tag.
Heute morgen, nach einem leckeren Buffetfrühstück im Hotel sind wir frohen Mutes losgezogen. Bei 34 grad und hoher Luftfeuchtigkeit bereits nach wenigen Stunden die Ernüchterung. Daher habe ich mich entschlossen, den folgenden offenen Brief zu verfassen, auch wenn mich dafür heute Nacht vielleicht der malaysische Tourismusbeauftragte aus dem Bett klingeln wird, aber es muss einfach raus!
Liebes Kuala Lumpur,
so gerne würde ich etwas nettes über dich schreiben, aber du machst es mir sehr schwer. Dass es heiß und feucht ist, dafür kannst du sicher nichts, aber für deinen verkorksten Städtebau musst du dir diese Kritik gefallen lassen. Du bist modern, sehr sogar, so modern, dass du offenbar vergessen hast, es dir ein bisschen wohnlich zu machen. Malls, das kannst du, eine nach der anderen. Größer, höher … immer mehr. Noch nie habe ich so viele Einkaufszentren auf so kleinem Raum gesehen. Innen, ja da hast du dich rausgeputzt, den polierten Naturstein rausgeholt, doch außen hast du sogar die Bürgersteige vergessen. Weißt du, dass nachts Ratten so groß wie Katzen aus deiner Kanalisation kriechen?
Wir sind jedenfalls enttäuscht. Es ist mir schon klar, dass das alles ein bisschen unfair ist, so direkt im Vergleich mit Thailand, aber da bist du selbst schuld. 50 % deiner Bewohner sind Muslime, die anderen 50 % Chinesen, Inder und andere. Aus diesem interessanten Bevölkerungsmix hätte man so viel mehr machen können. Aber du, du hast dich mit deinen glitzernden shoppintempeln verkauft, wolltest den schnellen Ringit machen. Deine beiden Türme sind zwar sehr beeindruckend. Aber bezogen auf das Gesamtbild reißen die es dann auch nicht mehr heraus …
Ja, jetzt heulst du, seit einer Stunde prasselt der tropische Regenauf uns herunter und wir müssen uns erst mal im Hotelzimmer von dir erholen.
Morgen bekommst du noch eine Chance, also nutze sie …
Mit erwartungsvollen Grüßen
Kai, de Maulwurfn, Herr Müller und Gaby
Sawasdee & Kop Kun Ka
Owe! Oje! Gestern war unser letzter Tag in Thailand. Fast 4 Wochen waren wir nun in diesem zauberhaften Land mit all seinen unterschiedlichen Facetten. 1/3 unseres Traumurlaubes sind somit ebenfalls um. Das tollste daran ist aber, dass immer noch über 8 Wochen vor uns liegen!!!
Wir haben sooooo viele tolle Erlebnisse gehabt, allen voran natürlich der Heiratsantrag mit unserer wundervollen kleinen Verlobungsfeier, nie vergessen werde ich auch die thailändischen Schulkinder, die unverwechselbare Art von Herrn Müller, das laute stickige Bangkok, das nächtliche Bad im See, den Angriff der Killerkobra, unseren Kochabend, die vielen schönen und romantischen Abende am Strand … Wir können auf jeden Fall sagen, Thailand, wir sind noch nicht fertig mit dir! Wir kommen wieder :-)
Gestern haben wir unseren Tag nochmal richtig ausgenutzt, waren Baden und Schnorcheln, es gab noch mal eine original Thaimassage am Strand und eine ausgiebige Wanderung durch die Unterwasserlandschaft.
Seit wir hier sind hatten wir jeden Tag Sonne und mindestens 32 grad bei mäßiger Luftfeuchtigkeit. Es hat sich angefühlt wie im Hochsommer … und außer T-Shirt, kurze Hose oder Rock und Flip-Flops hätten wir nix an Klamotten gebraucht. Wer hat mir eigentlich das Haarspray in die Tasche gesteckt? ;-) den Kampf gegen die Haare habe ich ohnehin schon länger aufgegeben, es lockt und kringelt sich auf meinem Kopf … habe daher das Haarband für mich entdeckt.
Kai erkennt man fast nicht wieder, er wird immer dunkler … daneben sehe ich aus, wie ein kurzgebackener Käsekuchen ;-)
Doch jetzt geht es auf in ein neues Abenteuer, Malaysia … das tolle daran ist, dass selbst der alte Globetrotter Kai hier noch nicht war, das bedeutet, wir haben Gleichstand was unser Wissen über das neue Land angeht ;-)
Heute morgen sind wir in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, um rechtzeitig unsere Pässe abzugeben. Wie immer alles perfekt durchorganisiert, während wir unser Frühstück genossen haben, wurden im Büro nebenan die Pässe gestempelt und die Ausreise legalisiert.
Um kurz vor Elf wurden wir auf die Fähre in Richtung Langkawi getendert und jetzt schippern wir gerade auf dem Ozean. Wahrscheinlich haben wir das thailändische Hoheitsgewässer bereits verlassen *schnüff*
Kurzfristig haben wir unsere Reiseroute für Malaysia vollkommen umgestellt. Aus Termingründen müssen wir etwas anders reisen als geplant. Warum, wird aber noch nicht verraten … ok, sensationstechnisch hält es sich in Grenzen, aber man muss ja immer für einen guten Cliffhanger sorgen … so stay tuned ;-)
Nemo und die Riesenmamba
Heute morgen hat uns der Tag damit überrascht, dass es in unserem frühstücksfreien Resort immerhin doch Kaffee gab. Anschließend fanden wir dann den weltbesten Ort, um ein leckeres frühstück einzunehmen. Sollte ich mich zurück in Deutschland mal wieder in einer wirklich besch……. Situation befinden, dann werde ich auf jeden Fall versuchen, mich genau dort hin zu visualisieren. Mit direktem Blick aufs Meer.
Anschließend haben wir uns am Sunrise Beach Schnorchel und Flossen ausgeliehen und sind mit unseren schwarzen Plastikrüsseln bäuchlings im smaragdgrünen Wasser geschwebt. Direkt über monströsen Seeigeln und wabernden Seeanemonen mit CLOWNFISCHEN … Orange-Weiß gestreift – wie im Nemofilm *kreisch*.
Irgendwann zog sich dann das Wasser soweit zurück, dass man nicht mehr gefahrlos weiterschnorcheln konnte, ohne direkte Bekanntschaft mit den Seeigeln zu machen. Hier gibt es nämlich Ebbe und Flut.
Dafür konnte man aber geradewegs mit Kamera bewaffnet durch die Korallen laufen und die bunte Fischwelt von oben durch das klare Wasser beobachten. Wunderschön.
Abends ging es dann zum Sonnenuntergang zum Sunset Beach. Und man kann sagen. Café del mar ist nichts dagegen ;-) Der Weg dorthin ist über einen dicht bewachsenen und berankten Pfad zu erreichen. Auf den ersten Blick sieht das sehr idyllisch aus. Dann, wenn man um sich schaut sieht man die vielen großen Netze, die sich kunstvoll zwischen dem Geäst spannen. Die Heimat der schwarzen Riesenmamba … ok, keine Ahnung wie die Spezies heißt und ob sie giftig sind. Jedenfalls standen uns beiden die Haare zu Berge. Bislang sind wir von solchen Anblicken verschont geblieben.
Schon ein bisschen gruselig. Aber dank Teleobjektiv kann ich natürlich Exclusives Bildmaterial liefern ;-)
Koh Lipe
Der gestrige morgen begann erst mal mit einer blöden Überraschung. Nachdem am Tag zuvor Kais Kamera dem Salzwasser zum Opfer gefallen ist, wurden ihm heute Nacht seine Keens (Outdoor-Allround-Wasserfest-wandertauglich-Wunderschuhe) von der Terrasse geklaut, vielleicht waren es auch die Hunde, wer weiß das schon. Vor allem deswegen blöd, weil man auf einer solchen Reise das Schuhwerk sehr bedacht auswählt. Dafür hat er sich dann hier ein paar neue hochpreisige Luxus-Marken-Flip-Flops gegönnt ;-)
Hier? Achso. Ja. Genau. Wir sind jetzt auf Koh Lipe. Unserem letzten Spot in Thailand. Ein bisschen schade ist das natürlich schon. Aber wir freuen uns auch ganz dolle auf ein neues Land.
Gestern ging es mit dem Speedboat in 2 1/2 Stunden bei etwas unruhigerer See zur neuen Insel.
Die Fahrt war recht rasant, und ich habe gehofft, dass die drei sehr jungen Thaibootsführer wirklich wussten, was sie taten, zumal ein Getränk umhergereicht wurde, welches von einer Plastiktüte verdeckt wurde. Gut, wir haben es geschafft, der Tender brachte uns ordentlich durchgeschüttelt aber sicher an den Strand …
… und mit dem Mini Tuk-Tuk ging es in das Sunset Beach Resort am anderen Ende der sehr kleinen Insel.
Zuerst habe ich ein bisschen mit der neuen Umgebung gefremdelt, aber wie schon gesagt, Herz und Hirn lassen sich nicht einfach so mit einem Speedboat verfrachten.
Aber wie man sehen kann, alles wieder traumhaft schön. Der Sand sooo weiß und das Wasser wirklich kristallklar. Ein Strand schöner als der andere. Koh Lipe haben wir auch deswegen gewählt, weil man von hier direkt unkompliziert die Einreise nach Malaysia unternehmen kann.
Die Insel macht allerdings eine etwas bedauerliche Entwicklung durch. Irgendwann vor ca. 10 Jahren hat ein findiger Bauunternehmer den Insulanern das Land abgekauft. Seitdem findet hier eine rege Bautätigkeit statt. Wie sonst vielleicht nur auf Koh Phi Phi gibt es hier eine Gegend, in der es wahrscheinlich genauso zugeht wie auf dem Ballermann. Aber egal … es gibt haufenweise wunderschöne Ecken, in denen es etwas beschaulicher zugeht. Außerdem war es auch mal wieder nett, am Abend durch die belebten Gassen zu stromern.
On the Boat again
Glück & Pech
Gestern gab es nach dem Frühstück erst mal einen ausgiebigen Strandgang … mit allem was dazu gehört. Kai hat dann das Nachmittagsprogramm vorbereitet.
Wir sind quer über die Insel ans andere Ufer gelaufen … um dort einen Strand zu entdecken, wie er üblicherweise nur in Reiseprospekten vorkommt. Oder auf diesen Postern, die alle Mädchen der 80er als Teenager in ihren havannabraun gestrichenen Jugendzimmern hatten. Der Sand war so fein, fast wie Mehl, er hat beim laufen gequietscht … und weiss war er, weißer als meine Waden jedenfalls. Und dann diese schräg in den Strand eingewachsenen Kokospalmen.
Als hätte das nicht ausgereicht, tauchte auf einmal aus dem nichts dieses Restaurant auf, mit fackeln und den Stühlen im weißen Sand. Dort haben wir fürstlich gespeist und sind anschließend mit dem Tuk Tuk an auf die andere Seite der Insel gefahren worden.
Am nächsten Morgen haben wir gleich in der Früh ein Kayak gemietet und haben uns zur Emerald Cave aufgemacht. Auf dem Weg dorthin … DELPHINE … Unfassbares Glück. 4 der wirklich zauberhaften Flossentiere zogen ihre Bahnen nur etwa 50 Meter von uns entfernt. Mir sind mal wieder (wie so oft auf dieser Reise) die Tränen gekommen.
Kurz vorm Höhleneingang haben wir dann unser Boot festgezurrt und alle Sachen wasserdicht verpackt. Von hier aus ging es nur schwimmend weiter. Wir durchschwammen also bei teilweise vollkommener Dunkelheit diese Höhle, um am Ende wieder zum Licht zu kommen. Ein kleiner versteckter Strand … mit Sonnenlicht … wie im inneren eines Vulkans. Hiervon können wir leider keine Fotos bieten. Somit kommen wir zum Pechteil dieses Beitrages. Der wasserdichte Beutel, den uns der zahnlose kayakvermieter am Strand mitgegeben hat, war leider nicht mehr unversehrt! Kais Kamera … Wasserschaden … macht aktuell keinen piep mehr. Er trägt es mit Fassung. Speicherkarte geht aber noch. Jetzt wird die Kamera gerade getrocknet. Ob’s hilft?
Koh Mook
Gestern Nachmittag sind wir auf Koh Mook angekommen, ein kleines Eiland der Trang Inseln … wieder ein Stückchen weiter südlich. Alleine die Reise hierher war bereits ein Erlebnis. Gebucht hatten wir die Überfahrt mit der Fähre in einem der 100 Reisebüros die es hier wirklich überall gibt. Dort bekommt man dann auch alles, was man als Tourist braucht: Benzin in Flaschen, Laundry Service, Internet … wirklich fast jeder bietet das komplette Paket an. Die Tour ist natürlich immer inclusive Abholung im Hotel. Das ist dann wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man kriegt ;-)
Abgeholt hat uns ein junger, leicht bekiffter Typ, mit Zigarette im Mund und Handyknopf im Ohr. Mit erhobener Hand zum Grüße lief er freudestrahlend auf uns zu … EEEYYY … whazapman? Kann man sich vorstellen wie Eddie Murphy, als er als Kameruner Austauschstudent das Zugabteil in „Die Glücksritter“ betrat :-)
Von dort gings zum nächsten Verteiler, wo wir auf einen größeren Bus mit noch mehr Personen verladen wurden. Auf der klapprigen Fahrt zur Fähre wurden immer neue Gäste aufgenommen.
Anschließend folgte die wunderschöne etwa 90 minütige Überfahrt nach Koh Mook.
Kurz vor dem Ufer stiegen wir dann um in ein Longtailboot, um dann direkt am Traumstrand durch das Wasser watend auf die Insel zu kommen. Es könnte nicht romantischer sein.
Unser Resort war ulkigerweise direkt an diesem Strand und so sind wir barfuß und mit unseren Rucksäcken durch den pudrig weißen Sand gelaufen. Zwei Tage zuvor hatten wir dieses Domizil auf Agoda.de per Handy gebucht und hier wurden wir dann bereits erwartet und mit Namen begrüßt. Immer wieder faszinierend wie reibungslos das alles funktioniert. Wir haben unser kleines offenes Basthüttchen bezogen und sind einfach nur begeistert. Es ist mal wieder traumhaft schön hier.
Gestern Abend waren wir dann gemütlich am Strand essen und auf dem Rückweg über den Sand nach Hause wurden wir dann Zeuge der allnächtlichen Krebswanderung. Überall waren auf einmal hunderte von Einsiedlerkrebsen, die ihre Muschelhäuser vor sich her über den Sand getragen haben. Ohne Taschenlampe und barfuß war der Rückweg somit recht abenteuerlich …


































































