Es grünt so grün

Nach einem kleinen Frühstück wurden wir um 9 direkt vom Hotel für unsere kleine Tour durch die Cameron Highlands abgeholt. Wir hatten einen netten chinesischen Guide, der so gebrochen englisch sprach, dass man schon vollste Konzentration brauchte, um seinen Erklärungen über den Lebenszyklus einer Teepflanze Folgen zu können. (Awri plant ai tutusri uaik. Uahappe? Gow uei fat, uoaka matkam. Cai sisti Kilo. Uei hawwi) – wer das übersetzen kann, hat nen Preis verdient ;-)
Zunächst sind wir in den Mossy Forest gefahren, um dort eine kleine Wanderung zu unternehmen. War wirklich wunderschön dort, der Himmel war strahlendblau und die Luft so krisp und klar. Der Wald war dicht, und die Bäume über und über mit Moosen bewachsen. Farne unterschiedlichster Arten wuchsen auf dem weichen Waldboden. Das ganze befand sich in über 2000 Metern Höhe, und man konnte die Lungen ordentlich mit frischer Luft vollpumpen. Eine Wohltat. 
Anschließend wurden wir durch die tolle Landschaft der Highlands geschaukelt und ich hatte den Prime Spot im Bus. Als letzte eingestiegen, saß ich vorne neben dem Fahrer …  Ellbogen raus und die Fahrt genossen. 

Nächster Stop, das wofür die Highlands so bekannt sind, eine der Teeplantagen, genauergesagt die Boh Plantage. Es gibt dort ein leicht überhängendes Gebäude, welches von weitem fast ein bisschen an ein Gebäude von Mies van der Rohe … oder wie meine liebe Freundin Simone im 1. Semester ihn genannt hat: Niels v. d. Rohe (hoffe den nimmst du mir nicht übel ;-) erinnerte. 
Jedenfalls hat man von dort einen ganz wundervollen Blick über die bergigen Teefelder, die teilweise so grün sind, dass sie schon fast Teletubbiesk wirken ;-)
Man konnte sich den Prozess der Teeherstellung anschauen und natürlich auch probieren … und kaufen … aber da war es wieder, das rucksackproblem. War nur froh, dass es sich nicht um Kaffee handelte, dann wäre mir der Verzicht in jedem Fall schwerer gefallen. 

Zum guten Schluss wurden wir noch zu einer Schmetterlingsfarm gebracht. Und auch wenn wir in Kuala Lumpur schon einige der wunderschönen Insekten fotografiert haben, kann ich euch weiter Bilder nicht ersparen. Die sind aber auch einfach zu schön. 

Am späten Nachmittag haben wir dann mit Deutschland telefoniert und meiner lieben Mama zum Geburtstag gratuliert. Mein Papa hatte mich ja schon Tage vorher daran erinnert, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, ich schwörs. 

Abgerundet wurde der wieder mal sehr ausgefüllte und schöne Tag mit einem sauleckeren indischen Tandoori Gericht und einer leicht brutalen Fussmassage, hier in Malaysia alles in chinesischer Hand. 

Cameron Highlands

Als wir gestern morgen mit unserem Kaffee auf der Terrasse unseres kleinen Chalets saßen, war mir wieder ganz wehmütig zu Mute. Die Äffchen kamen noch mal zum Tschüss sagen … und irgendwann mussten wir dann leider den Dschungel in Richtung Busparkplatz verlassen. 
Unser schrabbeliger Kleinbus fuhr uns zunächst wieder zurück nach Jerantut. Obwohl sich die Straße eigentlich in recht gutem Zustand befand, übertrug das Fahrzeug jede noch so kleine Bodenwelle im Verhältnis 1:10 auf die Körper der Insassen, Ganz besonders im hinteren Teil, dort wo man seine Füße mit dem Radlager teilen durfte. Gerade wollte ich jaulend lamentieren, dies sei die mit Abstand schlimmste Busfahrt meines Lebens, und dass wir für die anschließende 3-stündige weiterfahrt hoffentlich in ein anderes Fahrzeug umsteigen dürfen, als Kai die „Nepalkarte“ ausspielte und mich damit umgehend mundtot gemacht hat. Was soll man schon entgegensetzen … 80km in 8 stunden, stehend, bus war aber niedriger als Kai groß war, rundum saßen Babys ohne Windeln, die reihum all das im Bus verteilt haben, was aus so einem Babykörper herausfließen kann!!! Ok, ok, ich hab’s ja kapiert ;-)
Ich muss trotzdem noch erwähnen, dass wir im gleichen Bus weitergefahren sind :-D
So gegen 3 Uhr sind wir dann im Century Pines Resort in Tanah Rata in den Cameron Highlands gelandet. Die Gegend hier ist bekannt für die Teeplantagen und die Herstellung des Tees. Es ist plötzlich überall viel grüner als das, was wir bisher von Malaysia gesehen haben. Irgendwie hat man auf einmal das Gefühl, in einem anderen Land zu sein. Da die Cameron Highlands über 1000 Meter hoch liegen, ist es hier auch gleich viel „kühler“. Skurril das ganze. Überall gibt es Erdbeerfarmen und haufenweise diese plastikfoliengewächshäuser, die man eher an der Südküste Spaniens erwarten würde. 
Trotzdem, richtig angenehm hier, und eine willkommene Abwechslung zur tropischen Hitze. 
Nachmittags haben wir dann noch den Ort erkundet, ein japanisch-malaysisches Fusiondinner genossen und gingen noch etwas spazieren. 
Mich fröstelte es, ich zog meine dicke Fleecejacke an, an den Beinen hatte ich Gänsehaut. Auf einmal sagte Kai, hast du mal da oben auf die Temperaturanzeige geschaut? 

Jungle Night

Für den Sonntag, unseren letzten Tag im Dschungel *schnüff* haben wir uns ein paar Aktivitäten organisiert. Morgens haben wir eine Bootstour flussaufwärts gebucht, wo man die „Stromschnellen“ durchkreuzt. „Shooting the rapids“ hieß das ganze und man sollte auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, ordentlich Nass zu werden. Aus diesem Grund haben wir auch aus die Kamera an Bord verzichtet. Wir konnten nicht riskieren, dass noch ein zweites mal eine Kamera baden geht. 
Da außer uns niemand sonst gebucht hat, konnten wir die tatsächlich sehr feuchtfröhliche Fahrt ganz alleine genießen. 
Nachmittags haben wir dann erst einmal unsere Weiterfahrt organisiert,  außerdem noch für den Abend eine Nachtwanderung durch den Dschungel gebucht. 
Mittags durften wir dann den Maulwurfn und Herrn Müller bei ihrer kleinen Tour begleitet und waren abschließend alle ein bisschen im Fluss planschen. 
Ich kann gar nicht oft genug erwähnen, wie toll das hier alles ist. Diese Geräuschkulisse, die Natur und die vielen Tiere. Wir sind ganz verliebt in diese Art von Naturerlebnis. 
Am Abend hat sich Kai dann von seinem neuen Freund, dem Tapir verabschiedet. Wie wir jetzt erfahren haben, lebt er hier im Resort schon seit er zwei Jahre alt ist. Er kommt und geht wann er Lust hat, manchmal taucht er wochenlang gar nicht auf. Er kommt aber dann doch meistens zum Dinner, denn dann gibt es massenweise frische wassermelonenschalen. Kai hat beim Frühstück immer extra viel Melone verdrückt, damit das Tapir mehr zu futtern bekommt. Abends hat er sich sogar mitten im Resort zum Schlafen gelegt und Kai durfte sich ganz nah von ihm verabschieden. Ich bin sicher, es war für beide Seiten ein schwerer Abschied ;-)
Um halb neun sind wir dann mit Kamera und Taschenlampen und einem einheimischen Guide zu unserer Nachtwanderung aufgebrochen. Im Wesenrlichen, so wurde es auch angekündigt, wird man nachtaktive Insekten sehen. Und es gab tatsächlich einiges gesehen, und wir bekamen alles toll erklärt. Am meisten beeindruckt hat uns die Stabheuschrecke, die sich so sehr ihrer Umgebung anpassen kann, dass man sie fast nicht erkennt. Aber das geübte Auge unseres Guides konnte welche für uns entdecken. Die Huntsman Spinne war ohne Übertreibung die größte Spinne, die ich jemals in freier Natur gesehen habe. Auf jeden Fall größer als eine ausgespreizte Hand … die Beine sind auch sehr sehr lang. Grrrrr … die soll angeblich in Australien ganz oft vorkommen … 

Ein wirklich toller Abschluss in einem der ältesten Regenwälder der Erde. 

Department of Wildlife

Heute war der Himmel tiefblau und es war mal wieder unglaublich heiß. Mein Körper stößt da schon so manches mal an seine Grenzen, auch wenn wir uns sicher schon ganz gut an die Hitze gewöhnt haben. 
Nach dem Frühstück haben wir uns direkt die Wanderklamotten angezogen. Die extra für diese Reise gekauften Allround Trekking Schuhe, die bisher nur ganz tief unten im Rucksack waren und massig Platz eingenommen haben, konnten endlich mal eingesetzt werden. Feste Schuhe sind hier in jedem Fall zu empfehlen. Wir sind gleich zum Highlight des Parks aufgebrochen, dem etwa 500 m langen und bis zu 45 m hohen Canopy Walk. Dieser besteht aus ca. 12 einzelnen Hängebrücken, die in luftiger Höhe zwischen den massiven Bäumen gespannt sind. Man geht auf einem etwa 30cm breitem Steg, der durch ein Netz gehalten wird, welches gleichzeitig den Seitenschutz bildet. Man kann das in etwa vergleichen mit den Kletterparks, die es bei uns überall gibt. Nur dass man eben nicht irgendwelche anspruchsvollen Parkours hat, sondern „einfach“ nur Brücken. Aber das hat schon vollkommen ausgereicht, um unsere Knie ordentlich aufzuweichen. Kostet schon ein bisschen Überwindung und man sollte sich in diesem Zusammenhang besser nicht zu viele Gedanken über deutsche TÜV Vorschriften, Statik und Materialermüdung machen. 
Es war aber auf jeden Fall ein ganz tolles Erlebnis … so hoch oben im Dschungel. 
Anschließend sind wir noch weitergewandert durch eine sehr beeindruckende dichtbewachsene Landschaft. Um zu einem Aussichtspunkt zu gelangen, ging es über 1,5 Kilometer nur treppauf. Bei diesen Temperaturen hat das ganz schön gezehrt. 

Wir lieben den Dschungel und ich kann nur empfehlen, sich das auch Mal anzuschauen, falls sich die Gelegenheit ergibt. In Thailand waren übrigens auch sehr viele Leute mit Kindern unterwegs im Dschungel ;-)
Tiere gucken macht einfach glücklich und wir freuen uns jedes mal so sehr, wenn wir ein neues Insekt oder sogar einen Tapir entdecken. Und am Affentheater draußen können wir uns einfach nicht sattsehen. 

Wege in den Dschungel

(7.3.2014)
Heute ist dann mal wieder ein Tag ganz nach unserem Geschmack. Der gestrige ist nicht weiter erwähnenswert. Dank eines etwas veralteten Reiseführers von Malaysia sind wir auf einer kleinen, Malakka vorgelagerten Insel gelandet, auf der es nicht wirklich etwas zu sehen gab. Für den Weg hin- und zurück haben wir dafür aber ca. 6 Stunden benötigt. Ich war etwas müde und kaputt, hab ein bisschen gejammert … Aber so isses halt wenn Frauen knatschig sind ;-)

Dafür gab es aber gestern Abend noch ein leckeres malaysisches Dinner am Fluss und ein Good-Bye-Malakka-Absackerbierchen in der coolen Reggea Bar am anderen Flussufer.

Heute sind wir dann mal wieder in aller Herrgottsfrühe aufgestanden. Wir haben von der netten philippinischen Bedienung im Hotel sogar noch vor 7 ein Frühstück bekommen, denn gleich im Anschluss ging es mit dem Taxi (1) an den Busbahnhof. Von hier aus fuhr ein sehr schlecht gefederter Luxusbus (2) in 4 Stunden bis nach Temerloh. Ich war kurz davor, schon wieder griesgrämig zu werden, weil die Fahrt so unbequem war (da nützen die Teppichbezogenen Sitze auch nix) und die Filmauswahl im In-Seat-Screen sich auf Martial Arts und Actionkracher beschränkte ;-) 
Aber um kurz vor zwölf erreichte der schunkelnde Bus gerade noch rechtzeitig den Bahnhof in Temerloh, um flink eins der zauberhaften, liebevoll in den Boden eingearbeiteten Stehklos aufzusuchen, und den direkten Anschlussbus (3) nach Jerantut zu erreichen. 
Als dann direkt beim Aussteigen in Jerantut ein netter Herr wartete, um uns unter die fürsorglichen Fittiche der malaysischen Touristenschlepperbanden aufzunehmen, war mein Glück perfekt (klingt zwar ironisch, ist aber ernst gemeint). Denn wir wussten, ab jetzt gibt es wieder das Rundumglücklichpaket. Kaum den Preis ausgehandelt, tauchte auch schon ein Mittelsmann im Kleinbus (4) auf und nahm uns mit in das Stadtbüro der Agentur. Hier warteten schon alle anderen Backpacker, wir besprachen alles mit der netten Dame hinter dem Tresen, Kai hat noch schnell Bargeld geholt … kaum umgesehen und wir fuhren mit dem nächsten Bus (5) zur Bootsanlegestelle. 
Von dort wurden wir mit malaysischer Fürsorglichkeit, die wir schon in Thailand so schätzen gelernt haben, in ein nettes longtailähnliches Boot (6) verfrachtet, konnten Dosenbier kaufen  und genossen die ca. 3 stündige Überfahrt in den tiefen Dschungel. 
Angekommen sind wir in einem kleinen provisorischen Dörfchen (Kuala Tahan) und wurden freundlich begrüßt, bekamen ein paar Infos mit auf den Weg und ab hier mussten wir nur noch die kleine Fähre (6) zum gegenüberliegenden Flussufer nehmen und konnten nach nur 11 Stunden in unser Dschungelresort im Taman Negara Nationalpark einchecken. Hach wat schön. 
Mitten in der Anlage sind wir einem Wildschwein begegnet, ganz vielen Makakenäffchen, unzähligen Zikaden, Geckos, Ameisen und Kais neuem Freund, dem Tapir. Der ist ja sowas von drollig. Das Bild musste ich leider zensieren ;-)
Trotz anstrengender Reise war es ein wunderschöner Tag mit vielen neuen Eindrücken. Nun sind wir wirklich im Herzen von Malaysia angekommen. 

Back to the Dschungel

Herzliche Gruesse aus dem malaysischen Dschungel, den schon vorbereiteten Bericht von gestern und die Bilder werde ich nachliefern. Grund: Kein W-lan weit und breit … nix … aber ein kleines verrammeltes Internet“cafe“ … wie es sicht nennt. Internet stimmt, nur Kaffee gibt es leider keinen. Gut dass hinter mir direkt ein Ventilator steht, sonst wuerden wir die Hitze kaum aushalten. Es ist wirklich sehr sehr heiss. Irgendwie faellt es fast schwer zu glauben, dass es zuhause um einiges kaelter ist, aber es ist glaube ich schon etwas fruehlingshaft oder? 
Wir gewoehnen uns jedenfalls langsam dran, aber duschen muss ich immer noch mindestens 5 mal am Tag ;-)

Wir sind so happy wieder zurueck im Dschungel zu sein, es ist einfach klasse hier. Wir sind jetzt im Mutiara Taman Negara Resort, direkt am Eingang des gleichnamigen Taman Negara Nationalparks. Wir haben schon wieder so viele tolle Tiere gesehen, und das beste war gestern das Spotting eines Tapirs … der kommt hier immer ins Resort, weil er jeden Abend von den Angestellten mit Wassermelonenschalen gefuettert wird, das ist wohl so mit dem Park abgestimmt und alle Gaeste sind verzueckt. Das Tier ist aber auch der Hammer … wie ein kleiner Elefant, aber ohne Ruessel … dafuer aber andere Koerperteile, die aehnlich lange herunterhaengen … aber wie gesagt, Bilder werden nachgeliefert ;-D

Also liebe Gruesse an alle, uns gehts prima, wir hoffen bei euch ist auch alles ok, freuen uns auch mal ueber private Mails und Wasserstandsmeldungen aus der Heimat, entweder an gaby_schneider (at) hotmail (punkt) com, oder an kaicaminada (at) web (punkt) de

Malakka

Dienstag früh durften wir den Molloch endlich wieder verlassen (ganz ehrlich, so schlimm wars ja gar nicht ;-). Der Weg zum Busbahnhof war kurz und weniger spannend als der 4-stunden Trip in bangkok. Wir waren sehr erstaunt über den großen, sehr sauberen, eher einem Flughafen ähnelnden Busbahnhof. 
Um Punkt 11 verließ ein fast leerer Bus die Stadt und fuhr in nur 1 1/2 Stunden auf sehr gut ausgebauten Autobahnen nach Malakka. 
Dort war die zunächst größte Herausforderung, eine wifi Verbindung herzustellen, da wir den Namen unseres Hotels vergessen hatten und die Mail dazu irgendwie abhanden gekommen ist. Nachdem das geklärt war, mussten wir uns noch kurz gegen die malaysische Taximafia (alles Abzocker ;-) zur Wehr setzen und konnten schon wenig später im sehr schönen Sterling Hotel in Malakkas Innenstadt einchecken. 
Malakka liegt ca. 150km südlich von Kuala Lumpur am Meer und die Innenstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Die Stadt ist  sehr multikulturell, was eindeutig auf die Entstehungsgeschichte zurückzuführen ist. Einst als wichtiger Umschlagplatz für Tee und Gewürze wurde sie von den Chinesen gegründet und danach haben sich die Portugiesen, Holländer und Briten die Klinke in die Hand. Neben etlichen chinesischen Tempeln gibt es hier auch einige christliche Kirchen und Moscheen. Uns gefällt es hier ganz wunderbar. Es ist gemütlich, und es geht eher gemächlich zu. Abends werden die Bürgersteige hochgeklappt und man kann dann beim Bummeln ganz hervorragend in die offenen erdgeschossigen Wohnzimmer linsen. Sehr unauffällig natürlich ;-) 
Wir haben uns den ganzen Tag durch den Ort treiben lassen und sind mal wieder wahnsinnig viel gelaufen. Bei 35 grad floss der Schweiß dann auch wieder recht ordentlich. Heute war der Himmel aber um einiges blauer und die Luft war weniger drückend. 
Vorhin haben wir dann ein Thai-Food lokal entdeckt. Da mussten wir unbedingt rein. Bedient wurden wir von einem Inder, die Musik war teilweise deutsch!, getrunken haben wir malaysisches Tiger Bier und dabei am holländisch anmutenden Kanal gesessen. So hamwers gern. Multikulturell eben ;-)
So eine Reise erfordert natürlich auch, dass man sich zwischendurch immer mal wieder von der müffelnden Stinkewäsche befreit. Während man in Thailand fast überall seine Wäsche einfach abgeben, und für ein Appel und ein Ei waschen lassen konnte, habe ich hier noch nix dergleichen entdeckt. Aber dank dem Internet und einschlägiger Reiseforen habe ich einen kleinen Waschsalon ausfindig gemacht, und da konnten wir, wie in schönsten Studentenzeiten, die Wäsche selber waschen und uns die Wartezeit mit quatschmachen vertreiben. 

Geschichten aus dem Dampfbad

Chinatown geht immer, damit kann man nichts falsch machen, dachten wir vorgestern Abend nach dem leicht ernüchternden Tag in KL. Kann man doch, nämlich indem man ihm die sonst so quirlige Atmosphäre nimmt und das ganze in ein riesiges Shoppingparadies für Fälschungen aller Art transformiert. Mit unermüdlichem Wiederholungszwang bekommt man abwechselnd Gucci oder Pradataschen angeboten.  Restaurants gibt es wenige und so sind wir abgezogen in ein indisches Restaurant mit Klimaanlage, die auf gefühlte -5 grad heruntergekühlt war … Es war so kalt, dass ich den Kellner fragte, ob er vielleicht ein Tuch hat zum Umhängen. Das Essen war dann aber doch sehr lecker und die Mango Lassi war hervorragend. 
Kurz vorm einschlafen, habe ich dann noch ein bisschen rumgesurft, irgendwas muss es doch geben. Da habe ich den Chow Kit Wet Market entdeckt. Da uns Märkte in anderen Ländern immer glücklich machen sind wir  gestern morgen gleich nach dem Frühstück dort hin. Und das war dann auch tatsächlich recht schön. Man kommt auf solchen Märkten aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich liebe einfach diese Berge an exotischen Früchten und die Gerüche. Ok, der Geruch toter Kuhköpfe ist eher streng, aber dennoch. Hier wird alles vom Tier verwertet und das ist eben auch konsequent. 
Irgendwo im Getümmel hat dann eine Katze, die wahrscheinlich selbst gerade mal ein Jahr alt war, ihre 4 Junge gesäugt. Ich war so fasziniert und unfähig mich von dem Schauspiel wegzubewegen. Der Besitzer fragte mich, ob ich sie haben wolle (in mir schrie es, jaaaaaa ;-). Leider wären 4 Kätzchen samt Mutter eher unpraktisch für die Weiterreise. Aber alle waren in gutem Zustand und wurden gefüttert. Schweren Herzens sind wir weitergezogen … 
Anschließend sind wir weitergelaufen, und gelaufen, und gelaufen, irgendwo in der Stadt soll es einen echten Dschungel geben, also sind wir noch weiter gelaufen, gelaufen, gelaufen … bis wir uns schließlich so richtig verlaufen haben.  Die Sonne hat trotz dichter Suppe aus Smog und Luftfeuchtigkeit ordentlich eingeheizt, so das uns der schweiß heruntergelaufen ist als wäre man in einem Dampfbad. Kurz vorm Kreislaufkollaps sind wir dann aber wieder  auf dem richtigen Weg gelandet und waren in einem anderen Park, auch alles sehr Dschungelig und spannend. 

Es gab dort dann einen schmetterlingspark, in dem die wunderschönen Doppelflügler einfach so in einer großen Voliere  herumgeflattert sind. Man konnte durchlaufen und es war sehr schön. Überall flatterte es. Der Maulwurfn war ganz aus dem Häuschen … de Schmettegage …
Einer hat sich sogar auf mein Shirt gesetzt. 

Danach wollten wir weiter in den vogelpark. Angeblich die größte vogelvoliere der Welt. Leider setzte dann wieder der tropische nachmittagsregen ein und trieb uns in das benachbarte Hornbill Café. Dort konnte man draußen auf der überdachten Terrasse sitzen, sich stärken und dem Regen zusehen. Und wir waren happy, denn einen schöneren Ort, den Regenguss abzuwarten konnten wir uns nicht vorstellen. Und das tollste war, da wir ja praktisch im Inneren des überdimensionalen Vogelkäfigs waren, hoch über den bäumen, konnten wir trotzdem einige Vögel beobachten. Direkt hinter uns saß eine Frau, die, wie sich später herausstellte, die Managerin des Lokals war und uns von den gefiederten Freunden erzählte, die sich immer regelmäßig hier blicken lassen, weil es dann oft ein Fresschen gibt. Und tatsächlich gab sich der Star, der King … der, den man immer auf den Tropifruttipackungen sieht, ein Hornbill (zu deutsch Nashornvogel) die ehre. Ein wahnsinnig schönes Tier, bestimmt einen halben Meter groß und sehr freundlich. Die Krönung des Tages, ich durfte ihn füttern. War echt ein wunderschönes Erlebnis. Kai hat Fotos geknipst und wir waren ein bisschen mit der Stadt versöhnt. 
Abschließend aber trotzdem noch mal der folgende Brief. 
Liebes Kuala Lumpur, 
auch wenn du dir zum Abschluss noch mal ein bisschen Mühe gegeben hast, muss ich dir leider sagen, das wird einfach nix mit uns. Jaja … Ich weiß, der Schriftzug I Heart KL prangt überall.
Nimm es nicht persönlich, es liegt nicht an dir, bestimmt findest du andere Touristen, die dich so schätzen wie du bist, mit deinem von 8-spurigen Straßen durchzogenen Stadtbild, deiner autofreundlichkeit und deinen glitzernden shoppingpalästen. Nein, es ist besser für dich, gleich loszulassen. Anstatt sich falsche Hoffnungen zu machen. Die Chancen, das wir wiederkommen sind doch eher gering. 
Mit freundlichen Grüße 
i.A. deine Gaby 

Mitten ins Herz

Selamat Detang – Willkommen in Malaysia. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass wir ganz spontan unsere Reiseroute etwas umstrukturiert haben. So kam es also, dass wir gestern in Langkawi angekommen, direkt in ein Taxi zum Flughafen gestiegen sind. Dort wiederum sind wir umgehend zum Ticketschalter von Air Asia (asiatisches Pendant zu Ryanair) und haben nach dem nächsten verfügbaren Flug gefragt. Knapp eineinhalb Stunden später saßen wir bereits im Flieger und wurden in nur 50 Minuten nach Kuala Lumpur katapultiert. So schnell konnte man fast seinen Kaffee an Bord nicht zu Ende trinken. 

Bereits um 8 Uhr Abends sind wir wohlbehalten im 16. Stock des Furama Bukit Bintang Hotels angekommen. Müde von der Reise haben wir uns kurz frischgemacht und sind losgezogen, um ein leckeres malaysisches Essen zu kosten. Pustekuchen, die erste Enttäuschung. Ziellos sind wir umhergeirrt, und haben uns schließlich Taiwanesisch füttern lassen. Das war aber auch sehr lecker. 

Anschließend sind wir in die großen weichen Hotelbetten gefallen und wahrscheinlich in weniger als 3 Sekunden eingeratzt. Ein anstrengender Tag. 
Heute morgen, nach einem leckeren Buffetfrühstück im Hotel sind wir frohen Mutes losgezogen. Bei 34 grad und hoher Luftfeuchtigkeit bereits nach wenigen Stunden die Ernüchterung. Daher habe ich mich entschlossen, den folgenden offenen Brief zu verfassen, auch wenn mich dafür heute Nacht vielleicht der malaysische Tourismusbeauftragte aus dem Bett klingeln wird, aber es muss einfach raus!
Liebes Kuala Lumpur, 
so gerne würde ich etwas nettes über dich schreiben, aber du machst es mir sehr schwer. Dass es heiß und feucht ist, dafür kannst du sicher nichts, aber für deinen verkorksten Städtebau musst du dir diese Kritik gefallen lassen. Du bist modern, sehr sogar, so modern, dass du offenbar vergessen hast, es dir ein bisschen wohnlich zu machen. Malls, das kannst du, eine nach der anderen. Größer, höher … immer mehr. Noch nie habe ich so viele Einkaufszentren auf so kleinem Raum gesehen. Innen, ja da hast du dich rausgeputzt, den polierten Naturstein rausgeholt, doch außen hast du sogar die Bürgersteige vergessen. Weißt du, dass nachts Ratten so groß wie Katzen aus deiner Kanalisation kriechen? 
Wir sind jedenfalls enttäuscht. Es ist mir schon klar, dass das alles ein bisschen unfair ist, so direkt im Vergleich mit Thailand, aber da bist du selbst schuld. 50 % deiner Bewohner sind Muslime, die anderen 50 % Chinesen, Inder und andere. Aus diesem interessanten Bevölkerungsmix hätte man so viel mehr machen können. Aber du, du hast dich mit deinen glitzernden shoppintempeln verkauft, wolltest den schnellen Ringit machen. Deine beiden Türme sind zwar sehr beeindruckend. Aber bezogen auf das Gesamtbild reißen die es dann auch nicht mehr heraus … 
Ja, jetzt heulst du, seit einer Stunde prasselt der tropische Regenauf uns herunter und wir müssen uns erst mal im Hotelzimmer von dir erholen.
Morgen bekommst du noch eine Chance, also nutze sie … 
Mit erwartungsvollen Grüßen 
Kai, de Maulwurfn, Herr Müller und Gaby