Affengulasch

Vielen vielen Dank für die vielen Nachrichten, die uns auf so viele Arten erreicht haben. Wir freuen uns wirklich sehr über jede einzelne. Gestern war ich den ganzen Tag im Drogen-Lächel-Land, daher konnte ich niemandem antworten. Werde versuchen, das nachzuholen. 

In dem Moment, als der Affe zugebissen hat, hat er nicht nur meine Sehne durchtrennt, sondern auch unseren kleinen Traum auseinandergebissen. Leider habe ich hier im Krankenhaus viel zu viel Zeit, mir das zu vergegenwärtigen. 

Der Prozess fand in kleinen Raten statt, habe ich am Samstag in Singapur noch damit gehadert, einen ganzen Tag im Bett liegen zu müssen, war bereits Sonntag im Krankenhaus klar, dass wir erst in zwei wochen nach Australien können. 
Auf dem OP Tisch hat mir der Arzt dann von der kaputten Szene erzählt, wo ich im watteweichen Delirium noch gedacht hatte, dass ich dann eben auf Krücken durch down under humpeln kann. 
Am nächsten Morgen bei der Visite hat uns der Arzt dann endgültig alle Hoffnungen auf ein Fortführen der Reise genommen. 
Auch wenn mir natürlich vollkommen klar ist, dass alles viel ärger hätte kommen können oder es viel schlimmeres als eine geplatzte Urlaubsreise gibt … es tut eben weh. Wir haben so oft von diesem Sabbatical geredet, geplant und organisiert … Und jetzt liege ich hier in einem Krankenhaus in Singapur, Worte wie Bedpan und Painkiller gehören zu meinen wichtigsten Vokabeln und ich frage mich verdammt noch mal, wer da oben das Drehbuch so verhunzt hat. Kann ich mal mit ihrem Vorgesetzten sprechen, grrrrr???
Naja, wir haben auf jeden Fall beschlossen, dass unsere Hochzeitsreise in Richtung Australien geht, lässt sich ja dann auch besser mit Neuseeland und Tasmanien verbinden ;-)
Wer Lust hat, mal anzurufen … ich habe ein Telefon am Bett. Die Nummer kann bei meinen oder Kais Eltern erfragt werden, oder auch bei uns per Mail oder whatsapp. 
Bitte nicht die Zeitverschiebung vergessen ;-) 
Morgen erzähle ich dann ein bisschen über das Singapore Grace Hospital ;-) 

Der Traum ist geplatzt

Heute mache ich es kurz:

Ich liege seit gestern morgen im Singapur Raffles Hospital, wurde gestern Abend noch operiert, da es leider doch Komplikationen gab. Es ist noch eine zweite Wunde aufgetaucht, die sich schwer entzündet hat. Ebenso auch die ander ursprüngliche Wunde. Bei dem MRT hat sich außerdem herausgestellt, dass der Affe eine der Hauptsehnen komplett durchtrennt hat, bzw. sogar ein Stück fehlt. 
Im Moment wird die Wunde noch ständig durch einen dränageschlauch gereinigt. Sobald alles wieder sauber ist und die Entzündung vorbei ist, werde ich in einem 2. Eingriff die Sehne wieder zusammengefügt bekommen. Diese wird dann verkürzt sein, und die Heilung wird Krankengymnastik erfordern und ca. 6-8 Wochen dauern. 
Sobald ich wieder aus dem Krankenhaus raus bin, werden wir die Heimreise antreten. Die Ärzte haben gesagt, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder ganz normal werde laufen können. Es dauert eben nur eine weile. Das ist aber das wichtigste. 
Dennoch weine ich, während ich diese Zeilen schreibe. Kai und ich sind sehr traurig. 

Auf & Ab

Soeben sitzen wir am Gate und warten auf unseren nächsten Flug nach Singapur, unserem Gateway nach Australien. Irgendwie habe ich durch die Aufregungen der letzten Tage fast ein bisschen vergessen, mich angemessen auf den 5. Kontinent vorzufreuen. Schließlich träume ich schon davon, seit bei mir vor langer Zeit das Reisefieber ausgebrochen ist. Übermorgen geht es los und ich kann es noch gar nicht glauben.

Aber jetzt geht es erst mal nach Singapur. Die Aussagen im Lonely Planet klingen sehr vielversprechend. Vom exzellentem Straßenessen über szenige Stadtviertel bis hin zum botanischen Garten, dem Zoo und vielem mehr. 
Mal schauen, was sich davon überhaupt realisieren lässt mit immer noch eingeschränktem Gehvermögen. 
Der gestrige Tag war im Wesentlichen geprägt von Schlafen, Dösen und Ausruhen. Ich hatte immer noch Schmerzen und war ganz froh, dass es keine weiteren Verpflichtungsounkte gab. Am Mittag sind wir kurz runter mit dem Lift gefahren, um im In-House-Foodcourt lecker koreanisch zu essen (hat eigentlich schon jemand mitbekommen, dass wir große Fans von asiatischem essen sind? ;-)
Danach war Kai mal im hauseigenen Pool. 
Abends kam Alex von der Arbeit und wir wollten noch einmal unbedingt auf so einem richtig großen Foodmarket essen. Und wir wurden nicht enttäuscht. 
Der Weg dorthin war zwar etwas beschwerlich, aber es hat sich sehr gelohnt. Ein großes Areal, in der Mitte hunderte von Plastiktischen und -Stühlen, rundherum ca. 200 kleine silberne Garküchen mit allem, was das Asiaherz begehrt. Die Jungs haben von überall Essen angeschleppt und zum Nachtisch gab es frische, sehr saftige Jackfruits und Mangos. 
Zeitsprung: vor mittlerweile etwa 8 Stunden sind wir wohlbehalten in Singapur gelandet. Der Flug war sehr sanft und kurz. Die Hilfsbereitschaft war mal wieder einzigartig. Sobald man am Boardinggate meinen Humpelschritt registriert hatte, bekam ich auch schon einen Rollstuhl unter den Hintern geschoben. Das beste war dann die Gangway mit Treppenlift ;-) Ist ja immer gut, als Architektin mal mitzubekommen, wie man so durch die Gegend kommt, wenn man nicht so kann wie man will ;-) 

Die Schmerzen sind leider immer noch recht stark und ich kann den Fuß fast nicht belasten. Humpeln tut weh und für den Hüpfmarathon auf einem Bein wäre sicher ein bisschen Ausdauertraining gut gewesen. 
So kam es, dass ich, seitdem wir hier sind, fast nur geschlafen habe. Kai ist gottseidank alleine rausgegangen und hat sich ein bisschen in Little India umgeschaut. Hier wohnen wir nämlich, im 7 Stock des Parc Sovereign Hotels mitten in Singapur. 
Eben gerade waren wir kurz draußen was essen, indisch natürlich. Da das Amüsement ja gerade etwas flachfällt, muss ich kurz vom Essen schwadronieren. Ich hatte Murgh Korma, bestehend aus butterweichem knochenfreien Hähnchenfleisch in einer milden Cashewsauce, dazu frischgebackenes Naan Brot und die übliche Mango Lassi zum Abschluss. Kai hat sich noch ein Bierchen gegönnt, was mir ja leider, wegen Antibiotika und Schmerzmitteln auch verwehrt bleibt. Buuuhu. 
Morgen früh gehen wir wieder ins Krankenhaus, hier gibt es gleich eins ums Eck. Die nette Dame an der Hotelrezezeption hat schon die Öffnungszeiten und die Verfügbarkeit des Impfstoffs gecheckt. Wenn alles gut geht, wollen wir morgen danach in den Singapore Zoo, der soll wirklich sehr toll sein. Außerdem kann  man dort kostenlos einen Rollstuhl leihen und der Park soll damit zu 90% befahrbar sein. Drückt uns bitte die Daumen, dass das klappt. Ansonsten käme nur noch eine barrierefeie Shoppingmall in Frage ;-)

Abschließend für heute noch mal ganz lieben Dank für eure Genesungswünsche per Kommentar, Mail und Whatsapp. Freue mich sehr darüber. Wir wünschen uns auch sehr, dass ich bald wieder ein bisschen mobiler bin und wir dann wieder neue tolle Sachen erleben können … 

Klinik unter Palmen

Manmal gibt es einfach Tage, die sind so abgefahren, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Aber der Reihe nach. 
Nachdem wir am Morgen eine Runde im Riesenpool genossen haben, sind wir so gegen 12 mit dem Bus in Richtung Penangs Nationalpark gefahren, auch hier gibt es natürlich Dschungel und das konnten wir uns als Fans nicht entgehen lassen. Außerdem sollen dort die Strände sehr schön sein. 
Dort angekommen, ging es erstmal zur Nahrungsaufnahme in eine typisch malayische Straßenküche. Es gab frisch zubereiteten Murtabak, eine Art Pfannkuchen gefüllt mit Gemüse und Ei. Seeeehr lecker. 
 
Anschließen haben wir uns ein Boot gechartet, um direkt in den Park zum Monkeybeach überzusetzen. Dort sollen ganz viele putzige Äffchen sein und da gucken wir doch so gerne zu :-)
Nach kurzer Überfahrt, hatten wir fast ein bisschen das Geühl, wieder im Paradies angekommen zu sein, wunderschöner Strand, weißer Sand, leider war nur das Wasser nicht so klar. 
Dennoch waren wir ein bisschen planschen und haben uns im Lianeschwingen versucht.
Geplant war, daß wir dann von dort zum Ausgangspunkt zurückwandern. Und ab da nahm das Schicksal seinen Lauf. Kurz vor dem Ausgang vom Strand zum Dschungel tauchte noch mal eine Gruppe Äffchen im Baum auf. Keine Ahnung, welcher Teufel micht schon wieder geritten hat, is ja nicht so, daß ich nicht schon 100000000000 Affenfotos habe. Auch die mit Babys. Dennoch zogen sie mich magisch an, und ich schraubte das Tele auf, um nochmals die Mama mit ihrem Baby zu fotografieren. Dann ging alles sehr schnell, Kai rief noch, Achtung Gaby, pass auf … da rannte der Boss der Truppe wie von der Tarantel gestochen auf mich zu … und hat sehr fest zugebissen, ins Bein. Genauergesagt, oben am Fuß, zwischen Fuß und Bein. Ich wußte gar nicht, wie mir geschah, es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Ich schrie wie am Spieß und dachte immer nur …. Tollwut, Tollwut, Tollwut. Ich bin doch nicht geimpft!!! Kai hat ihn sofort vertrieben, mit Sand, ein anderer kam zur Hilfe und ich schrie immer noch hysterisch und voller Angst. 
Eine ca. 4-5cm lange Wunde klaffte blutend an meinem Bein. Leute kamen angerannt, Wasser wurde über die Wunde gekippt und aus meinem Sarong ein Druckverband gemacht. Ich weinte und weinte. 
Klar die Sache mit dem zurückwandern war gestorben. So hat Kai schnell ein Boot organsiert, die da zum Glück auf Kunden warten und ich wurde im Affenzahn zurück an den Parkeingang gebracht. Dort angekommen, wieder unheimlich viele hilfsbereite Malayen, einer hat uns sogleich in die nahegelegene staatliche Klinik gebracht. Die kann man sich dann auch in etwa so vorstellen, wie man sich so eine Klinik eben vorstellt, leicht heruntergekommenes Gebäude, innen ein flirrender Ventilator an der Decke und überall sitzen Menschen, entweder wartend, oder am Tropf, oder schwanger. Alle schauten neugierig auf die weinende Touristin. 
Ich meine sogar, daß sie ein bisschen grinsten, als einer der Helfer meinte, ob es denn überhaupt bluten würde. Ich war mir auf einmal gar nicht mehr sicher. Die beiden Helfer und eine sehr junge Krankenschwester, offensichtlich noch nicht lang im Job, öffneten den bunten Verband und … wichen mit lauten ooooooh … zurück, die Schwester hielt sich die Händer vor den Mund und lief erst mal raus, musste dann aber selbst über ihre Reaktion lachen. Als ich dann diese weit aufklaffende Wunde sah, kippte ich das erst mal fast aus den Latschen. 
Dann kam ein sehr netter junger Arzt und hat mich erstmal wegen meiner Tollwutangst beruhigt. Auch stand auf einmal ein Parkranger neben mir, und beide bestätigten, dass Penang als tollwutfrei gilt und dort speziell an dem Monkeybeacht nichts dergleichen bekannt ist. Aber sicherheitshalber macht man ja immer eine Impfung (Tollwut kann man eben auch noch kurz danach geben), aber sie hätten den Impfstoff nicht da, und ich müßte dann noch mal in eine Privatklinik gehen. 
Ich bekam dann eine örtliche Betäubung und die Wunde wurde mit 4 Stichen genäht. Zwei davon bekam ich voll mit, da die Narkose nicht ganz perfekt gesetzt war, denke ich. Da war ich dann das zweite Mal kurz vom Umkippen, wenn ich nicht schon gelegen hätte ;-)
Irgendwann konnte ich dann aber wieder lachen und wir fuhren mit dem Taxi in Alex Wohnung. 
Unten in der Shoppingmall konnte ich mich dann kaum bewegen, der lange Weg in den 15 Stock über 2 unterschiedliche Lifte schien unerreichbar … *stöhn*
Und wieder überall hilfsbereiMenschen, einer hat mir plötzliche einen Stuhl unter den Hintern geschoben und dann tauchte plötzlich von irgendwoher ein Rollstul auf … aaaah, welch Erleichterung. 
Als Alex dann von der Arbeit heimkam, hat er kurz in einer der Privatkliniken angerufen, sie hatten das Vaccin da und wir fuhren hin.
Auf dem rumpligen Weg mit dem Rollstuhl in die Parkebene, bin ich dann tatsächlich ohnmächtig geworden … und fand mich plötzlich rücklings auf dem nackten Betonboden liegend. Ein sehr besorgter Verlobter und ein sehr besorgter ehemaliger Mitbewohner riefen meinen Namen, aber es dauerte eine Weile bis ich antworten konnte. Überall zitterte es und kribbelte es.
Endlich waren wir in der Klinik und hier wurde ich dann fürstlich versorgt, sah fast aus wie ein deutsches Krankenhaus, nur mit dem Unterschied, daß ich plötzlich von lauter helfenden Händen umringt war. 
Ein sehr netter Arzt beruhigte mich nochmal sehr bezüglich der Tollwut. Ich bekam aber die 1. von 4 noch folgenden Impungen, die Wunde wurden noch mal gereinigt und neu verbunden. Alles war endlich gut. 
Irgendwann, es muss so gegen 11 Abends gewesen sein, konnten wir dann gehen und waren alle drei ziemlich fertig. Unten im Haus gibt es einen McDonalds Drive In und wir gaben der billigen Vesuchung nach und orderten 3 mal Bic Mac Menü mit Cola, das musste einfach sein. 
Kai war die ganze Zeit bei mir, hat Händchen gehalten, Formalitäten erledigt und hat sich rührend um mich gekümmert. Ebenso mein lieber Exroomie Alex … auch wenn er sich immer etwas über meinen Gang lustig gemacht hat, und fies gelacht hat ;-) nachdem er durch Googeln herausgefunden hat, dass das Antibiotikum, was ich in der staatlichen Klinik bekommen habe, in Deutschland nur für Schweine zugelassen ist. Sicherheitshalber nehme ich jetzt ein anders ;-)
Das unten ist übrigens die Affenmama, wegen der alles passiert ist ….
Und hier noch 3 mal Gaby, zart lächelnd :-)

Aktuelle kurze Statusmeldung … mir geht es gut, ich habe noch ziemliche Schmerzen und bekomme langsam Muskelkater in den Armen vom vielen Abstützen. Ansonten sieht die Wunde sehr gut aus und ich hoffe, dass mir das nicht den ganzen schönen Urlaub vermasselt.

Die Perle Malaysiens

Am Mittwoch morgen mussten wir schon wieder unseren Standort verlassen, da die Tage in Malaysia nun wirklich absolut gezählt sind. Für die Cameron Highlands blieben demnach nicht mehr unsere üblichen 3 Tage.
Unser nächstes Ziel ist Penang, genauergesagt Georgetown, und hier klärt sich dann auch auf, warum wir unsere Reiseroute so kurzfristig komplett geändert haben, zumindest was Malaysia betrifft. 
Auf Penang lebt seit 2 Jahren mein ehemaliger Mitbewohner Alex. In Berlin haben wir von 2001 bis 2004 für dreieinhalb Jahre in einer WG gelebt, und das war wirklich ein sehr harmonisches und schönes Zusammenleben. Wie das Schicksal immer so spielt, wäre am 24.2. die letzte Möglichkeit gewesen, ihn dort zu besuchen. Das kam aber nicht in Frage, da wir noch mitten in Thailand waren.
Ein Tag bevor wir nach Malaysie wollten, kam die Nachricht, dass er nochmal ab dem 11.3. für weitere 2 Monate da ist. Das hat dann gepaßt, uns somit haben wir das malayische Pferd von hinten aufgezäumt. 
Die Fahrt hierher war total unkompliziert. Selbst der Busbahnhof war nur ca. 100m vom Hotel entfernt (Luxus), wir sassen in einem bequemen Bus und hatten jeder 2 Plätze (auch wenn das Muster und die Vorhänge leicht psychedelisch wirkten). Es ging über schnurgerade Autobahnen und in Butterworth angekommen, mußten wir nur noch die Fähre nach Georgetown nehmen.
Ab hier zeigte sich dann das Backpackerleben wieder von seiner etwas unbequemen Seite. Da Alex uns erst um 5 im Zentrum abholen konnte, brauchten wir etwas wo wir die Rucksäcke unterstellen konnten. Eine Stunde bei glühender Hitze und vollbepackt rumirren, und man weiß, was man getan hat. Aber auch das war ok, denn wir fanden ein lustiges japanisches Café, das ganz den Superhelden gewidmet war (siehe Maulwurfn ;-) und sehr leckeren Kuchen serviert hat. 

Dort durften wir dann auch unser Gepäck stehen lassen, und wir hatten Gelegenheit, uns ein bisschen im alten Kern der Stadt umzuschauen. Der, genau wie Malaka, seit 2008 zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Nachfolgend ein paar Eindrücke unseres Rundgangs.

Nachmittags wurden wir dann von Alex im Cafe abgeholt und sind erst mal in sein Luxusanwesen gefahren. Diese Expats bekommen ja von ihren Firmen immer Wohnungen … eigentlich war ich darauf gefasst, dass wir auf einer Isomatte im Wohnzimmer schlafen. Aber nichts dergleichen. Alex wohnt in einem dieser Wohnhochhäuser, mit Shoppingmall, Foodcourts, Schwimmbad, Fittnesscenter und allem, was man eben so braucht zum Leben. Waren sehr beeindruckt. 
Nach kurzem Staunen sind wir gleich zum Penang Hill aufgebrochen. Die höchse Erhebung auf der Insel, die man mit einer dieser Bergbahnen hochfahren kann. Oben angekommen, konnten wir gleich mal wieder Affen gucken. Diese schwarzen hatten wir bisher noch gar nirgends gesehen. Sind die nicht sooooo süüüßßß! (Da ich diesen Beitrag aus der Vergangenheit schreibe und bereits weiß, welches Schicksal mich ereilen wird, hat das natürlich einen anderen Stellenwert ;-)
Oben auf dem Berg haben wir fürstlich gespeist und Bier aus Sektkühlern getrunken. War mal wieder ein schöner Tag und später am Abend durften wir endlich duschen. Den ganzen Tag ohne Dusche bei der Hitze war eine gewisse … Herausforderung.

Es grünt so grün

Nach einem kleinen Frühstück wurden wir um 9 direkt vom Hotel für unsere kleine Tour durch die Cameron Highlands abgeholt. Wir hatten einen netten chinesischen Guide, der so gebrochen englisch sprach, dass man schon vollste Konzentration brauchte, um seinen Erklärungen über den Lebenszyklus einer Teepflanze Folgen zu können. (Awri plant ai tutusri uaik. Uahappe? Gow uei fat, uoaka matkam. Cai sisti Kilo. Uei hawwi) – wer das übersetzen kann, hat nen Preis verdient ;-)
Zunächst sind wir in den Mossy Forest gefahren, um dort eine kleine Wanderung zu unternehmen. War wirklich wunderschön dort, der Himmel war strahlendblau und die Luft so krisp und klar. Der Wald war dicht, und die Bäume über und über mit Moosen bewachsen. Farne unterschiedlichster Arten wuchsen auf dem weichen Waldboden. Das ganze befand sich in über 2000 Metern Höhe, und man konnte die Lungen ordentlich mit frischer Luft vollpumpen. Eine Wohltat. 
Anschließend wurden wir durch die tolle Landschaft der Highlands geschaukelt und ich hatte den Prime Spot im Bus. Als letzte eingestiegen, saß ich vorne neben dem Fahrer …  Ellbogen raus und die Fahrt genossen. 

Nächster Stop, das wofür die Highlands so bekannt sind, eine der Teeplantagen, genauergesagt die Boh Plantage. Es gibt dort ein leicht überhängendes Gebäude, welches von weitem fast ein bisschen an ein Gebäude von Mies van der Rohe … oder wie meine liebe Freundin Simone im 1. Semester ihn genannt hat: Niels v. d. Rohe (hoffe den nimmst du mir nicht übel ;-) erinnerte. 
Jedenfalls hat man von dort einen ganz wundervollen Blick über die bergigen Teefelder, die teilweise so grün sind, dass sie schon fast Teletubbiesk wirken ;-)
Man konnte sich den Prozess der Teeherstellung anschauen und natürlich auch probieren … und kaufen … aber da war es wieder, das rucksackproblem. War nur froh, dass es sich nicht um Kaffee handelte, dann wäre mir der Verzicht in jedem Fall schwerer gefallen. 

Zum guten Schluss wurden wir noch zu einer Schmetterlingsfarm gebracht. Und auch wenn wir in Kuala Lumpur schon einige der wunderschönen Insekten fotografiert haben, kann ich euch weiter Bilder nicht ersparen. Die sind aber auch einfach zu schön. 

Am späten Nachmittag haben wir dann mit Deutschland telefoniert und meiner lieben Mama zum Geburtstag gratuliert. Mein Papa hatte mich ja schon Tage vorher daran erinnert, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, ich schwörs. 

Abgerundet wurde der wieder mal sehr ausgefüllte und schöne Tag mit einem sauleckeren indischen Tandoori Gericht und einer leicht brutalen Fussmassage, hier in Malaysia alles in chinesischer Hand. 

Cameron Highlands

Als wir gestern morgen mit unserem Kaffee auf der Terrasse unseres kleinen Chalets saßen, war mir wieder ganz wehmütig zu Mute. Die Äffchen kamen noch mal zum Tschüss sagen … und irgendwann mussten wir dann leider den Dschungel in Richtung Busparkplatz verlassen. 
Unser schrabbeliger Kleinbus fuhr uns zunächst wieder zurück nach Jerantut. Obwohl sich die Straße eigentlich in recht gutem Zustand befand, übertrug das Fahrzeug jede noch so kleine Bodenwelle im Verhältnis 1:10 auf die Körper der Insassen, Ganz besonders im hinteren Teil, dort wo man seine Füße mit dem Radlager teilen durfte. Gerade wollte ich jaulend lamentieren, dies sei die mit Abstand schlimmste Busfahrt meines Lebens, und dass wir für die anschließende 3-stündige weiterfahrt hoffentlich in ein anderes Fahrzeug umsteigen dürfen, als Kai die „Nepalkarte“ ausspielte und mich damit umgehend mundtot gemacht hat. Was soll man schon entgegensetzen … 80km in 8 stunden, stehend, bus war aber niedriger als Kai groß war, rundum saßen Babys ohne Windeln, die reihum all das im Bus verteilt haben, was aus so einem Babykörper herausfließen kann!!! Ok, ok, ich hab’s ja kapiert ;-)
Ich muss trotzdem noch erwähnen, dass wir im gleichen Bus weitergefahren sind :-D
So gegen 3 Uhr sind wir dann im Century Pines Resort in Tanah Rata in den Cameron Highlands gelandet. Die Gegend hier ist bekannt für die Teeplantagen und die Herstellung des Tees. Es ist plötzlich überall viel grüner als das, was wir bisher von Malaysia gesehen haben. Irgendwie hat man auf einmal das Gefühl, in einem anderen Land zu sein. Da die Cameron Highlands über 1000 Meter hoch liegen, ist es hier auch gleich viel „kühler“. Skurril das ganze. Überall gibt es Erdbeerfarmen und haufenweise diese plastikfoliengewächshäuser, die man eher an der Südküste Spaniens erwarten würde. 
Trotzdem, richtig angenehm hier, und eine willkommene Abwechslung zur tropischen Hitze. 
Nachmittags haben wir dann noch den Ort erkundet, ein japanisch-malaysisches Fusiondinner genossen und gingen noch etwas spazieren. 
Mich fröstelte es, ich zog meine dicke Fleecejacke an, an den Beinen hatte ich Gänsehaut. Auf einmal sagte Kai, hast du mal da oben auf die Temperaturanzeige geschaut? 

Jungle Night

Für den Sonntag, unseren letzten Tag im Dschungel *schnüff* haben wir uns ein paar Aktivitäten organisiert. Morgens haben wir eine Bootstour flussaufwärts gebucht, wo man die „Stromschnellen“ durchkreuzt. „Shooting the rapids“ hieß das ganze und man sollte auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, ordentlich Nass zu werden. Aus diesem Grund haben wir auch aus die Kamera an Bord verzichtet. Wir konnten nicht riskieren, dass noch ein zweites mal eine Kamera baden geht. 
Da außer uns niemand sonst gebucht hat, konnten wir die tatsächlich sehr feuchtfröhliche Fahrt ganz alleine genießen. 
Nachmittags haben wir dann erst einmal unsere Weiterfahrt organisiert,  außerdem noch für den Abend eine Nachtwanderung durch den Dschungel gebucht. 
Mittags durften wir dann den Maulwurfn und Herrn Müller bei ihrer kleinen Tour begleitet und waren abschließend alle ein bisschen im Fluss planschen. 
Ich kann gar nicht oft genug erwähnen, wie toll das hier alles ist. Diese Geräuschkulisse, die Natur und die vielen Tiere. Wir sind ganz verliebt in diese Art von Naturerlebnis. 
Am Abend hat sich Kai dann von seinem neuen Freund, dem Tapir verabschiedet. Wie wir jetzt erfahren haben, lebt er hier im Resort schon seit er zwei Jahre alt ist. Er kommt und geht wann er Lust hat, manchmal taucht er wochenlang gar nicht auf. Er kommt aber dann doch meistens zum Dinner, denn dann gibt es massenweise frische wassermelonenschalen. Kai hat beim Frühstück immer extra viel Melone verdrückt, damit das Tapir mehr zu futtern bekommt. Abends hat er sich sogar mitten im Resort zum Schlafen gelegt und Kai durfte sich ganz nah von ihm verabschieden. Ich bin sicher, es war für beide Seiten ein schwerer Abschied ;-)
Um halb neun sind wir dann mit Kamera und Taschenlampen und einem einheimischen Guide zu unserer Nachtwanderung aufgebrochen. Im Wesenrlichen, so wurde es auch angekündigt, wird man nachtaktive Insekten sehen. Und es gab tatsächlich einiges gesehen, und wir bekamen alles toll erklärt. Am meisten beeindruckt hat uns die Stabheuschrecke, die sich so sehr ihrer Umgebung anpassen kann, dass man sie fast nicht erkennt. Aber das geübte Auge unseres Guides konnte welche für uns entdecken. Die Huntsman Spinne war ohne Übertreibung die größte Spinne, die ich jemals in freier Natur gesehen habe. Auf jeden Fall größer als eine ausgespreizte Hand … die Beine sind auch sehr sehr lang. Grrrrr … die soll angeblich in Australien ganz oft vorkommen … 

Ein wirklich toller Abschluss in einem der ältesten Regenwälder der Erde.