Schlagwort: 2014 Sabbatical
King Cobra
So (kurzes o)! Jetzt beginnt der Urlaub wirklich. Dachte ich schon in den beiden Nächten zuvor, dass wir eine einfache Unterkunft hätten, heute Nacht geht es dann noch ein bisschen besser. Unsere Hütte für die Nacht hat keinen Strom, kein Wasser und wurde mit sehr viel Bambus direkt auf dem See errichtet. Von der Matratze auf dem Boden kann man das Wasser sehen, und natürlich auch die darin befindlichen Fischlein. Davor kann man direkt in den badewannenwarmen See springen. Die Landschaft rundherum ist bergig und grün. Man hört aus der Ferne die Gibbonäffchen (sehr laut) rufen. Wirklich mal wieder seeeeehr idyllisch.
Wir fassen zusammen:
- Höhle
- Wasser
- dunkel
- Spinnen
- Fledermäuse
So weit so gut. Mit ordentlich Respekt liefen wir los. Unser Guide sagte, die Spinnen seien nicht giftig. Es ging durch den tiefen Dschungel. Unfassbar schön. Kurz vor der Höhle dann ergab sich folgende Situation: einer der thailändischen Guides lief auf unsere Gruppe zu, direkt vor dem Höhlenausgang hat es sich eine ca. 3m lange giftige Königskobra bequem gemacht. Unser Guide wurde blass. Die anderen Touristen waren in der Höhle quasi eingeschlossen, weil sich natürlich niemand an dem Tier vorbei getraut hat. Irgendwann kamen dann doch alle raus, aufgeregt schnatternd und mit ihren Bilder des majestätischen Tieres auf den Digitalkameras. Die Schlange sei aber jetzt weg.
Die anderen wollten dann trotzdem gehen. Ich hatte Angst. Kai meinte immer, Gaby wir müssen da nicht rein. Ich wollte ihm irgendwie den Spaß nicht verderben, dachte ich … Aber dann, kurz davor … ich konnte es nicht, Tränen standen mir in den Augen … Wir drehten herum. Es war ein krasses Erlebnis.
Erst war ich total geknickt, dass ich gekniffen habe. Am Ende haben wir uns aber mit der Entscheidung gut gefühlt. Zumal mir Kai am Abend sanft ins Ohr geflüstert hat, dass er froh war, denn er hätte auch Schiss gehabt.
Ein Tag am See
Aufgewacht mit den fiependen Geckos auf unserer dümpelndem Bambushütte begannen wir den Tag so, wie der gestrige aufgehört hat. Mit einem Sprung aus dem Bett in den immer noch lauwarmen See. Ein bisschen Verdunstung auf dem Wasser, die Gibbons kreischen im Hintergrund. War so schoen. Anschließend Frühstück mit Banana pancakes (kriegt man hier überall und sind total lecker) und gefriergetrocknetem Kaffee mit Milchpulver (as Good as it gets) und dann nochmal planschen. Auf dem Rückweg dann ein stop zwischen im See aufragenden spitzen Felsen und einer Möglichkeit herunterzuspringen. Ein bisschen Acapulco Feeling. Sehr witzig. Es gab dann noch lunch auf dem Boot und eine abschließende Fahrt in Richtung Hauptanlegestelle. Auf der Heimfahrt im voll ausgestatteten Minibus war dann Thai Karaoke angesagt. Ich durfte auch mal. Kai hat es auf Video gebannt. Wirklich Schade, das wir das nicht teilen können ;-)
Mellow Mellow
Genuss für Leib und Seele
Dies ist eigentlich ein alter Beitrag, den ich samt Bildern schon vorbereitet hatte, aber dann kam ja Kais alles entscheidende Frage dazwischen … einen Tag zuvor:
Happy Valentine
Mitten im thailaendischen Dschungel habe ich gerade ein abgelegenes Internetcafe gefunden, wo die Verbindung sooo langsam ist, dass man sich gemuetlich eine Thaimassage goennen koennte, waehrend unsere Seite laedt. Zur aktuellen Lage spaeter mehr. Vorher muss ich unbedingt berichten, wie wir ueberhaupt hier hingekommen sind. Rueckblick,
Donnerstag, 13. Februar
15.55 Uhr
Windsor Hotel, Bangkok
Wir schnallen uns die (mittlerweile etwas schwerer gewordenen) Rucksaecke auf den Buckel und marschieren los, erst mal stopfen wir uns in die vollgepropfte Bahn, es verlaeuft alles glatt
16.35 Uhr
Victory Monument, Bushaltestelle, Bangkok
Ein Bus nach dem anderen faehrt an uns vorbei … unserer, die 515 kommt nicht
17.20 Uhr
Bus kommt doch, faehrt los, um 20.00 faehrt unser VIP Bus vom Busterminal vor den Toren der Stadt, das sollte klappen
17.45 Uhr
Stau, nichts geht mehr, wirklich nichts
18.00 Uhr
Immer noch Stau, Gaby wird nervoes, Kai beschwichtigt, Gaby hat Durst, Gaby muss mal, Gaby sagt, das schaffen wir nicht mehr, ich fuehle es … Kai sagt, nein … es sind noch 2 Stunden
18.35 Uhr
Bus steht immer noch … er steht … es geht keinen Meter voran
18.45 Uhr
Wir beschliessen, ausszusteigen und den Verkehrsknoten mit Gepaeck zu ueberlaufen und mal gucken, waehrenddessen werden uns halsbrecherische Angebote huckepack auf dem Roller fuer 500 Baht pro Person gemacht, wir sind frisch verlobt ;-)… wir beschliessen, NEIN
19.00 Uhr
Wir laufen und laufen, wir schwitzen … viel, es ist laut und stickig … mittlerweile macht sogar Kai einen leicht zweifelnden Gesichtsausdruck …
19.15 Uhr
Der Verkehr rollt wieder … ein Wunder … wir versuchen ein Taxi zu kriegen … nichts zu machen, kein Tuc Tuc, kein Taxi, alles voll, ein anderer Bus 515 faehrt wieder an uns vorbei … wir winken, der Busfahrer schuettelt den Kopf
19.20 Uhr
Wir erreichen schweissueberstroemt eine Bushaltestelle, wie durch ein Wunder faehrt erneut ein 515 Bus vor, haelt und wir duerfen einsteigen …
19.35 Uhr
Wir haben es geschafft (high five) – nach knapp 4 Stunden (in denen man auch die Alpen haette ueberqueren koennen, einen langatmigen Monumentalfilm anschauen oder einen netten Abend mit Freunden verbringen) erreichen wir den Busterminal Sued … natuerlich viel zu spaet, um noch ein gescheites Abendessen zu besorgen, so begnuege ich mich mit einer Nudelsuppe aus dem Pappbecher und ein paar Nuesschen mit Crackern.
Jetzt denkt wahrscheinlich jeder … toll, sie haben es geschafft. Haette ich aber gewusst, was mich in dem von Kai so viel gepriesenen und gelobten sogenannten VIP Bus erwartet, moeglichweise haette ich ihn dann doch lieber verpasst ;-)
Die Sitze waren eigentlich recht bequem, man konnte diese weit zurueckklappen … das konnte aber auch der Vordermann … so dass gerade noch ein ausgestrecktes Bein dazwischenpasste. Waehrend wir also in Loeffelchenstellung alle hintereinander sassen, lief auf einem der Grossleinwaendebildschirme ein knallharter Actionstreifen mit dem kuerzlich verstorbenen Paul Walker, in der thailaendischen Synchronisation … aber nicht mit Kopfhoerer … neeeee … bumm krach peng aus den Lautsprechern … hinter mir sass eine aeltere Thaimama mit einem furchtbar gefaehrlich klingenden Husten … zwei vor mir wurde geschnarcht … der Bus war ungefedert … ich litt … vor mich hin, gefangen im eigenen Leben ;-)… wie ist das denn nun wieder passiert … ich bin doch frisch VERLOBT ;-) … sollten wir nicht irgendwo in einem Orchideenbad platznehmen und unsere Zweisamkeit feiern?
Hangover
Kai & Gaby im Glück
Es ist ja schon wieder so viel passiert. Unendlich viele Fotos haben wir geknipst, für den Blog vorbereitet. Ständig fallen mir neue Geschichten ein. Und dann kommt alles ganz anders:
Bangkok hat uns jetzt
Sorry, nicht wundern, hab irgendwas rumgefummelt und jetzt steht dieser Beitrag plötzlich vorne. Kann ich vom iPhone jetzt nicht ändern.
Heute dann der zweite Impression-Overload. Wir sind mit der Bahn in Richtung Chinatown gefahren und haben uns einfach nur durch die vibrierenden Strassenzuege gleiten lassen. Meine Kamera ist fast explodiert bei dem Anblick der zahlreichen Fotomotive … es gibt ja so einige Chinatowns auf dieser Erde, alleine das in San Francisco ist wirklich toll. Aber dies hier … also, das stellt alles bisher gesehene in den Schatten, ganz einfach weil es wahnsinnig chaotisch zugeht. Man kann von der Strasse aus direkt in die unterschiedlichen Geschaefte schauen und kommt dabei aus dem Staunen nicht mehr heraus … als kleines Beispiel das Bild von der putzigen Katze neben dem massiven Holzsarg im Beerdigungsinstiut. Wieder reihen sich die Garkuechen aneinander, tropische Fruechte in allen erdenkbaren Varianten finden sich in der Auslage direkt auf der Strasse … abwechselnd riecht es nach Fisch oder Fleisch, Tee und Gewuerzen … wirklich sensationell. Aber noch nicht genug an beeindruckenden Strassenszenen stehen wir auf einmal in little India, wo mir der turbanbehauptete Sikh anbietet, einen Rock mit mehreren Volants und bedruckten Elefanten zu schneidern. Wir verirren uns im uneubersichtlichen Labyrinth der Stoff- und Kleidermaerkte … und wieder eine Reihe von neuen, abgefahrenen Duftnuancen.
Irgendwann ist es dann fast wieder ein bisschen viel und wir begeben uns auf den Rueckweg ins Hotel … was allerdings in so einer Stadt etwas laenger daueren kann … zum Teil deswegen, weil es an jeder Ecke etwas zu schauen gibt, aber auch, weil es einfach ein wahnsinnig verwirrendes Netz an oeffentlichen Verkehrsmitteln gibt.
Auf dem Rueckweg befanden wir uns dann auf einmal inmitten einer der von Regierungsgegnern besetzten Strassenkreuzungen. Warum? Weil dort die U-Bahn Station ist, an der wir rausmuessen, um zum Hotel zu kommen. Aber es besteht wirklich kein Grund zur Sorge, tagsueber hat das ganze eher Volksfestcharakter. Ueberall wird gezeltet, es spielt Livemusik, es wird gegessen, getrunken, verkauft … eher ein riesengrosser Markt. Erst am Abend, und das konnte man aus dem 23. Stock des Windsor Hotels beobachten, zogen die demonstrierenden Mengen wieder in Richtung Strassenkreuzung, und da haben wir nix verloren. Versprochen!
Fuer den weiteren Verlauf des Abends haben wir erstmal eine Thaimassage einkalkuliert. Fuesse fuer den Anfang. Eine Stunde kosten 250 Baht, das sind umgerechnet ca. 5,50 Euro. Kai traut sich ohne mich nicht in die Massagesalons, weil er befuerchtet, in einen dunklen Nebenraum gezerrt zu werden.
Epilog
Bevor ich noch ein letztes Mal ueber die vergangene Flussreise im oestlichen Thailand schwadroniere, wollten Kai und ich uns mal fuer eure lieben Kommentare auf diesem Blog bedanken. Wir freuen uns wirklich sehr darueber.
In eigener Sache moechte ich darum bitten, meine Rechtschreibung, insbesondere die Gross- und Kleinschreibung, nicht immer ganz so genau zu nehmen. Ist eben auf dem iPhone geschrieben ;-)
Die Reise auf der River Kwai ist leider schon zu Ende. Es war wirklich wunderschoen. Wir wuerden diese Art der Fortbewegung jeder Zeit wieder in Erwaegung ziehen … und ausserdem ist es wahnsinnig gut fuer den eigenen Teint, wenn man diesen mal zu mit der Epidermis der Mitreisenden vergleicht. Man fuehlt sich seeeehr jung ;-)
Anbei noch ein paar letzte Bilder vom morgendlichen Fruehstueck auf dem Oberdeck.

































































