Zimmer mit Meerblick

Am nächsten Morgen zeigten sich bereits um 6 Uhr früh die ersten Lichtschlitze hinter dem Verdunklungsvorhang. Neugierig tapste ich schlaftrunken nach vorne und traute meinen Augen nicht. Der versprochene seitliche Meerblick zeigte sich als frontale direkte Ansicht auf den Strand und dahinter das Meer. Und dann auch noch eine Sonne, die sich langsam aber sicher am Horizont zeigen wollte. Wunderschön!!!! Ich machte ein frühmorgendliches Freudentänzchen, denn es war einfach unerwartet und dafür umso großartiger.

Dennoch war der Tag noch viel zu jung, um sich nicht doch noch mal ins Bett zu legen. Gegen neun weckte mich Kai mit einem dampfend heißen Kaffee, den wir auf unserem schoenen Balkon genossen (ich frage demnächst mal bei Bastei Luebbe ob ich nicht anfangen sollte, Groschenromane zu schreiben 😉)

Nach dem Fruehstueck packten wir alles zusammen und liefen vor zum Strand. Dieser ist etwas neben der Anlage, da direkt vor uns alles voller Korallen ist und da kann man natürlich nicht rein. Fuer mich der beste Grund, die paar Meter zu laufen. Wie es sich aber fuer eine Anlage dieser Art gehört, gibt es natürlich auch eine kleine Bimmelbahn, die im 10 Minutentakt verkehrt.

Vorne am Strand war es schon recht gut besucht, aber wir fanden noch ein freies Plätzchen. Zum lange Rumliegen kamen wir aber nicht, denn wir waren beide viel zu neugierig auf unseren ersten Ausflug zum Schnorcheln. Dieses besondere Erlebnis hat aber einen eigenen Beitrag verdient. Der folgt in Kürze.

Da ich in diesem Urlaub noch Geburtstag haben werde, war es Kais Plan, mich nach Strich und Faden zu verwöhnen. Ich bekam fuer den Nachmittag eine erste Massage verordnet, die wirklich sehr entspannend und angenehm war. Als wir draussen bezahlen wollten, kam ein weiterer findiger Geschäftsmann und erzählte Kai, wie er seine Frau in nur zwei Stunden noch schöner machen und um 10 Jahre verjüngen wuerde. Haha, sehr lustig und doch auch irgendwie charmant. Mein Mann bejahte und ich bekam im Anschluss noch eine Mani- und Pediküre sowie eine vollständige Gesichtsbehandlung mit Augenbrauen zupfen in Fadentechtik und dem anschließenden Färben mit Henna.

Den ganzen Tag wurde ich also gepudert und gepampert und am Abend war ich dementsprechend tiefenentspannt.

Im kleinen ägyptischen Schönheitssalon war es sehr lustig und nett. Alle waren total freundlich und man kam schnell ins Gespräch. Ein junger Mann fragte, wo ich herkommen und als er „Frankfurt“ hörte, leuchteten seine Augen. Denn das kannte er, weil dort ein ägyptischer Spieler namens Marmoush fuer die Eintracht spielt. Als mir dann der naechste die gleiche Frage stellt, erklärte ich ihm stolz, dass ich in Frankfurt lebe, wo Marmoush spielt 😂😂

Sehr beeindruckt von meinem Wissen wollte er mich gleich in ein Gespräch ueber europäischen Fussball verwickeln. Auweia, da musste ich dann leider zugeben, dass ich keine Ahnung hatte 😉

Das Abendessen fand wie immer im grossen Saal statt, doch gottseidank gibt es auch ein paar Tische draussen, wo es immer noch ein freies Plätzchen gibt. Abschließend genehmigte sich Kai an der Bar noch einen Cocktail und ich einen Cappuccino und schon am ersten Tag scheint sich hier ein kleines Urlaubsritual abzuzeichnen.

Ganz pauschal am Roten Meer

Nachdem wir Beide am Montag und Dienstag noch im kalten vorweihnachtlichen Deutschland hinter unseren Schreibtischen saßen, ging es Mittwoch früh um 8 zum Flughafen. Von dort sollte es fuer zwei Wochen nach Marsa Alam in Ägypten gehen.

Das ist irgendwie eine sehr ungewoehnliche Reisezeit fuer unsere Verhältnisse. Kann mich nicht erinnern, im Dezember schon mal nennenswerte Urlaube gemacht zu haben. Grundsätzlich geniesse ich die Vorweihnachtszeit immer sehr zuhause. Gemütlich bei Kerzenlicht, Plätzchen backen, alles kitschig dekoriert und auf diversen Weihnachtsmärkten Glühwein, Bratwurst und Schoko Popcorn verspeisen. Aber dieses Jahr ist irgendwie alles ein bisschen anders.

Ich war ja zu Beginn des Jahre bis Ende August (inklusive Wiedereingliederung) im Krankenstand. Und nun will es das Gesetz, dass mir trotzdem noch der gesamte Jahresurlaub zusteht. Das mag man fair finden oder nicht, aber wer sind wir, uns gegen den Gesetzgeber aufzulehnen? 😉

Da Kai dementsprechend auch noch einen angehäuften Vorrat an Urlaubstagen hatte und wir beide in unseren Firmen dazu angehalten sind, diese möglichst bis Jahresende zu verbrauchen, blieb uns quasi keine andere Wahl. Wir mussten noch mal weg.

Die Wahl fiel auf das Rote Meer. Es ist relativ nahe, die Flugzeit ist entsprechend kurz (ca 4,5 Stunden) aber es ist dennoch noch warm und sonnig.

So langsam gehe ich in die letzte Erklärungsrunde, denn auch die Art des gesamten Urlaubs ist wirklich  sehr ungewöhnlich fuer uns. Wir haben nämlich zwei Wochen Pauschal + All Inclusive gebucht. Noch nie gemacht und bisher auch immer total verweigert. Aber vielleicht ist das ja nach meinem ständigen Kampf gegen die Erschöpfung ganz angenehm. Wir werden sehen.

Am späten Vormittag ging es also am Mittwoch los und mit einer Stunde Zeitverschiebung kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang am kleinen Flughafen von Marsa Alam an.

Die Einreise ging total schnell, wir kauften jeder ein Visum fuer 25 Euro und draussen wartete schon ein Kleinbus auf uns. Pauschal eben… und irgendwie auch ganz bequem. Nur etwa 20 Minuten später kamen wir an unserem neuen Zuhause fuer die nächsten 2 Wochen an, dem Hilton Nubian Resort Marsa Alam. Dafür haben wir uns entschieden, weil es mit knapp 450 Betten eine der kleineren Anlagen am Roten Meer ist 🤣🤣🤣

Nach dem Check in ging es mit dem Club Car in unser  Zimmer mit Balkon  und ich war neugierig auf den Ausblick. Denn Zimmer mit Meerblick sind in dieser Anlage selten, aber dennoch sollten wir angeblich seitliche Sicht aufs blaue Meer haben. Noch konnten wir aber nichts sehen, draussen war es bereits tiefschwarze Nacht.

Es war schon Zeit fürs Abendessen und hier muss ich gestehen, habe ich doch arg mit der Gesamtsituation gefremdelt. Das schönste ist es eigentlich immer, direkt am ersten Abend die Umgebung zu erkunden und in einem kleinen gemütlichen Lokal ortstypische Kost zu verspeisen. Hier fanden wir aber das Gegenteil, einen monströsen Speisesaal mit (an diesem Abend) internationalen Spezialitäten und dem entsprechenden Publikum.

Irgendwie tat ich mir an diesem Abend schwer damit und ich war auch mittlerweile muede und leicht quengelig. Aber was solls, wir wussten ja vorher, worauf wir uns einlassen und man wird satt 😂 Das Nachspeisebuffet sah allerdings wirklich sehr vielversprechend aus.

Mit unseren All Inklusive Baendechen, die man uns beim Check In ums Handgelenk gebunden hatte, konnten wir danach noch an der Bar einen (oder zwei…) Cocktails trinken und danach fielen wir muede in die sehr bequemen Betten. Wir waren gespannt auf die nächsten Tage.

Hej Hej* Dänemark

Am Dienstag brach leider unser allerletzter voller Tag an, in unserem kleinen hyggeligen Ferienhäuschen irgendwo im nirgendwo.

Wir hatten die ganze Zeit ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Tagsüber war es meist warm und spätsommerlich. Man merkte dennoch wie der Herbst so langsam aber sicher seine Zeichen in der Natur setzte.

Wie an jedem Morgen war es kalt und es hing noch der Nebel aus der Nacht  in der Luft. Der Morgentau war besonders da sichtbar, wo die Spinnennetze in den ersten Sonnenstrahlen des Tages glitzerten. Kai hat uns, wie so oft, ein Feuer im Kaminofen angezündet und während die Flammen knisterten, genossen wir unseren Kaffee auf den gemütlichen Ohrensesseln und erfreuten und nochmals an dem beruhigenden Blick in die Landschaft. Es ist wirklich Balsam fuer die Seele.

Während Kai am späten Vormittag einen ausgiebigen Spaziergang am Meer machte, besuchte ich ganz kurzfristig ein letztes Mal die Schaltzentrale von Holst Garn, damit ich mir noch ein paar Farbkarten kaufen konnte.

Nachmittags begannen wir so langsam mit dem Aufräumen und packen. Kai entdeckte dabei den Fensterwischer und rief ganz aufgeregt durch die Wohnung „das macht Spaß, so habe ich noch nie Fenster geputzt“. Ich sagte, Schatz, so etwas habe wir auch zuhause, da kannst du gerne weitermachen 😂. Es hat ihm jedenfalls so viel Spaß gemacht, dass in kürzester Zeit alle Fenster sauber waren.

Zum Sonnenuntergang sind wir am Abend ein letztes Mal ans Meer gelaufen. Es war einfach nochmal wunderschön und die friedliche Stimmung in den Duenen an diesem Abend wird uns hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Ehrlichgesagt war ich schon ein bisschen (sehr viel) traurig, dass wir dieses Paradies schon wieder verlassen muessen. Keine Ahnung wann es diesen „shift“ in der Urlaubswahrnehmung gegeben hat. Aber die Ruhe hat uns beiden sehr gut getan.

Unser Plan ist es, uns in den nächsten Jahren aktiv um ein Wohnmobil zu kümmern und dabei Europa ausgiebig zu bereisen. Mal sehen ob das was wird. Wir freuen uns jedenfalls drauf.

*Hej Hej = Dänisch fuer Tschüss 🥰

Aalborg „Paris des Nordens“

Es ist Montag früh und unsere wunderschönen Tage in Dänemark sind langsam gezählt. Doch das beste kommt bekanntlich zum Schluss und so fuhren wie bei bedecktem Himmel und leichtem Nieselregen nach Aalborg.

Nachdem wir uns am Rande der Innenstadt sauber weggeparkt haben, liefen wir ein bisschen durch die schnuckligen  Straßen und Gassen und so langsam brachen die Wolken auf und es wurde ein schöner sonniger Tag. Ein Blick in die Geschäfte offenbarte, dass die Dänische Kultur nicht umsonst sehr oft zeichengebend fuer Inneneinrichtung und Kleidung ist. Alles sieht sehr schoen aus und trifft genau meinen Geschmack.

Zielsicher führte ich uns in Richtung Wasser, wo am Limfjord eine weitläufige Uferpromenade mit moderner Architektur und Cafés und Restaurants zu finden war. Es ging noch ein Stückchen weiter links, dann wieder die Straßen hoch und schwups, oh, total verrückt, so ein Zufall… Ein Wollgeschäft 😂

Dem Garncafe Madsine folge ich schon seit einigen Jahren auf Instagram und es war natürlich klar, dass ich da hin wollte. Und natürlich hatte ich Kai meinen Plan schon vorher offenbart 😉

Es war berauschend, so ein wunderschöner Laden. Ich liebte es und fasste mich dennoch kurz, weil ich die Geduld meines Gatten nicht ueberstrapazieren wollte. Er wartete geduldig draussen in der Sonne und bekam dafür sogar Anerkennung von den Damen im Laden. Ich kaufte schnell noch ein paar Fasern in meiner derzeitigen Lieblingsfarbkombination Flieder/Tomatenrot ein und danach gab’s erstmal einen Kaffee in einem sehr stylischen Lokal direkt ums Eck.

Um drei am Nachmittag waren wir dann verabredet. Eine gute Bekannte aus der Strickwelt lebt in Aalborg und wir hatten uns schon länger nicht mehr gesehen. Umso mehr freute ich mich auf ein Wiedersehen. Wir trafen uns hoch oben auf der Dachterrasse des Kaufhauses Salling mit Blick ueber die Stadt.

Wir quatschen und tranken Kaffee und es war ein schöner Nachmittag, der noch in ein gemeinsames Abendessen mündete. Danach hieß es schon wieder Abschied nehmen und wir hofften, dass wir uns bald mal wiedersehen.

Der Tag in Aalborg war einfach schoen. Die Stadt ist wirklich ganz bezaubernd und ich glaube es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Wir haben beide immer mehr das Gefuehl, mit dem Norden Dänemarks noch lange nicht fertig zu sein.

„Eisbaden“ in der Nordsee

Es war irgendwann Ende des letzten Jahres, als meine Erschöpfung auf dem Höhepunkt war, und ich tagelang nichts anderes konnte als nur im Bett zu liegen. Selbst aufrecht auf der Couch sitzen und stricken war zu anstrengend. Ich vertrieb mir die Zeit oft stundenlang mit dem Anschauen von Reisevideos auf Youtube. Dabei stiess ich auf einen Kanal, wo ein Paar eine Reise auf einem Schiff in der Arktis machte.

Auf diesen Reisen gehört es scheinbar zur Tradition, einen sogenannten „Polar Plunge“ zu machen. Man springt einfach so ins kurz vor dem Gefrierpunkt befindliche eiskalte Wasser. Dazu gibt es Musik und gute Laune und ich beneidete die Energie, die diese Menschen hatten. Irgendwie konnte ich mir kaum vorstellen, dass ein menschlicher Körper das überhaupt aushalten kann. Dennoch ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los.

Eisbaden ist ja ein absoluter Trend, der schon seit geraumer Zeit aus den skandinavischen Ländern zu uns herüber svhwappt. Ich fing an zu recherchieren und stiess dabei auf die sogenannten Kältekammern, die derzeit überall aus dem Boden schießen (scheinbar ein Nachfolger der Sonnenstudios aus den 80ern und 90ern ;-)

Anfang Januar meldete ich mich dort an und war direkt nach dem ersten Aufenthalt von 4 Minuten bei – 85 Grad so begeistert, dass ich gleich eine Zehnerkarte kaufte. Nach ein paar Wochen steigerte ich mich dann auf -110 Grad mit Vorkammer. Ein Wahnsinn. Jedes Mal danach fühlte sich der ganze Körper fuer etwa 2 Stunden so toll an, als waere man 30 Jahre jünger ;-)

Als ich im April fuer 7 Wochen in Reha in Bad Saulgau ging, gab es dort ganz früh am Morgen jeden Tag Kneippsche Güsse. Dabei war man in Badekleidung und wurde (wenn man es wollte) von Kopf bis Fuß mit einem Schlauch abgegossen. Das Wasser war 8 Grad kalt. Das war zwar jeden Morgen eine neue Überwindung aber ich wurde beinahe süchtig danach.

Seitdem ich wieder zuhause bin, dusche ich jeden Tag so kalt, wie es das Frankfurter Wasser hergibt. Ich liebe es einfach.

So und jetzt sind wir endlich wieder in der Gegenwart. Am Samstag waren wir nämlich bei herrlich sonnigem Wetter in der nicht mehr ganz so warmen Nordsee baden. Die Wassertemperatur beträgt laut Internet zur Zeit etwa 16 Grad. Ich haette mir das nie zugetraut, normalerweise konnte man mich damit weit weg jagen. Aber auf einmal geht es. Ohne Unterbrechung bin ich direkt in die Fluten gesprungen und schwamm einige Minuten herum. Es war eine Freude. Kai war übrigens auch im Wasser. Aber maximal 10 Sekunden. Dann wurde es ihm zu kalt ;-)

Ich will jedenfalls weitermachen. Immer kälter soll es werden. Im Internet habe ich eine Gruppe aus Frankfurt gefunden, die sich ab Oktober ueber die gesamten Wintermonate immer Samstags zum Winterbaden treffen. Da möchte ich mich gerne anmelden. Mal schauen, zu welchen Temperaturen ich noch fähig bin.

Warum ich das mache fragst du? Weil es mir gegen die Erschöpfung hilft und sich einfach so richtig gut anfuehlt.

Roadtrip nach Skagen

Freitag war ein neuer wundervoller sonniger Tag und wir haben überlegt, was wir machen. Zur Auswahl standen Aalborg oder Skagen.

Mit einer Strickfreundschaft aus Aalborg hatte ich kurzfristig  ausgemacht, dass wir uns am Montag dort treffen wollen. Also fiel die Auswahl auf die Nordspitze Dänemarks.

Direkt auf dem Weg dorthin, in Tversted war ausserdem das von meiner Bekannten als „schönstes Wollgeschäft, dass sie jemals gesehen hat“ angepriesene Hauptquartier von Isager, von dem ich gestern schon berichtet hatte. Ausserdem wurde uns das Eis am Strand von Tversted im Blauen Haus angepriesen.

Beides haben wir also ordnungsgemäß abgearbeitet 😉, und das Eis war wirklich sehr lecker. Ich habe wieder die schmackhaften Lakritzstreusel genommen, fuer Kai gab es ein Topping aus Haselnusskrokant.

Weiter ging die Fahrt auf schnurgerader Strecke nach Skagen. Dort treffen Ost- und Nordsee aufeinander. Und weil dieser Ort so bekannt ist, und dort sogar Kreuzfahrtschiffe halten, war es entsprechend voller als sonst irgendwie in Nordjütland. Es gab sogar koreanische Reisegruppen mit einem Reiseleiter, der eine Flagge als Orientierung hochhielt.

Es war trotz der ungewohnten Menschenmengen wunderschön. Ganz oben gibt es dann den Punkt, an dem man wirklich sehen kann, wie die Wellen der beiden Meere gegeneinander laufen. In der Regel macht man dort das Bild wo man mit jeweils einem Bein in der Nord- und dem anderen Bein in der Ostsee steht. Das ging aber dieses Mal nicht, weil vorne eine kleine Robbenkolonie an der Spitze saß und sich die Sonne auf den Pelz brennen ließ. Sind die vielleicht suess. Ich bin dankbar, dass mein Handy so gut heranzoomen kann.

Auf dem Rueckweg haben wir noch einen kurzen Stop an der Råbjerg Mile gemacht, eine unter Naturschutz stehende Wanderduene, die sich jedes Jahr um ca. 15 Meter ostwärts bewegt. Sie ist in etwa 120 ha gross.

So, und jetzt noch die Bilder des Tages und ab damit ins Netz.

Dänisches Wollbad

Als ich irgendwann bei Google Maps nach „Wollgeschäft“ in der Nähe unserer Unterkunft suchte, stellte ich fest, dass ein roter Punkt nach dem anderen aufploppte. Ich brachte es Kai schonend bei. Ich fragte ihn, ob er sich bewusst sei, dass Dänemark eines der nordischen Länder ist, in dem es sehr viele bekannte Marken und exzellente Garne zu kaufen gibt. Er nahm es gefasst auf und ich hatte ein Punkt mehr zur Vorfreude.

Als wir am letzten Montag hier ankamen, bin ich direkt am Dienstag früh zum ersten Geschäft aufgebrochen. Kai blieb zuhause. Das Label „Holst“ ist eine europaweit bekannte Marke, die zunächst mit ein/zwei Qualitäten angefangen hat. Aufgefallen ist die enorme Farbauswahl und die relativ günstigen Preise. Schnell sprach sich das rum in der Szene und alle wollten damit stricken. Mittlerweile hat sich der Hype etwas gelegt, es sind mehrere Qualitäten hinzugekommen und die Auswahl ist grosser geworden.

Das beste, der Laden war nur 20 Minuten mit dem Auto von uns weg. Ich traf dort auf eine andere Strickerin aus Deutschland und wir schwelgten begeistert in Wolle und Farben und ich war verzückt.

Am Freitag sind wir nach Skagen gefahren (dazu folgt noch ein separater Beitrag). Dort gab es das Hauptquartier von Marianne Isager zu bestaunen. Eine Frau, die sich in der Strickwelt einen grossen Namen gemacht hat, zum einen als Designerin und zum anderen gibt es dort ganz wundervolle Garne. Diese kann man zwar alle auch in Deutschland erwerben, aber der Laden war einfach wahnsinnig schoen. Kai war diese mal mit und hat sich auf dem Sofa entspannt und mir sogar zu einem Pulli geraten, den ich jetzt unbedingt stricken muss.

Heute dann nochmals ein Höhepunkt, wir waren in Aalborg und dort gab es das Garncafe Madsine, diese Mal kein Hersteller, sondern ein normales Wollgeschäft mit diversen Marken, hauptsächlich dänisch. Schon wieder hat es mich umgehauen. Diese Art von Laden, habe ich bisher in Deutschland noch nicht gesehen. So gross und eine wahnsinns Auswahl. Auch wenn ich mir fest vorgenommen hatte, dass das Portemonnaie dieses Mal zu bleibt, bin ich leider doch wieder schwach geworden. Kai nahms mit Humor und irgendwie freut er sich ja auch, wenn er mich so glücklich sieht. Oder, Schatz? ;-)

Meine Ausbeute.

Blokhus

Hin und wieder machen wir doch mal einen kleinen Ausflug. So waren wir zum Beispiel am Mittwoch im kleinen Nachbarort Blokhus. Dort gibt es, wie eigentlich an der gesamten Küste von Nordjütland einen langen, breiten Sandstrand mit einer sehr pittoresken Dünenlandschaft im Hintergrund.

Das besondere an diesen Stränden ist, dass man dort im Auto entlangfahren und parken kann. Man hält einfach irgendwo und parkt und dann werden die Stühle und Tische ausgepackt und man genießt das Leben am Meer. Witzig ist das irgendwie.

Eine weitere Besonderheit hier sind die kleinen weißen Badehäuschen am Strand. Man kann sie nur durch Vererben oder ganz viel Glück ergattern. Die Nutzung ist reglementiert. Man darf dort nicht übernachten und sie muessen in jedem Jahr neu weiss angestrichen werden. Zusammen mit dem blauen Wolkenhimmel, dem Sand und dem Meer ist das eine ganz zauberhafte Szenerie.

Eine weitere Spezialität hier in Dänemark ist das Softeis. Ich habe ja schon als Kind Softeis immer sehr geliebt. Hier bekommt man es, wenn man mag, mit allerlei Toppings bestreut. Mein persönlicher Favorit sind die Lakritzstreusel. Wenn du sowohl herrlich cremiges Softeis und leicht salziges Lakritz magst, dann wirst du diese Kombination lieben.

Anschließend waren wir noch im Supermarkt und haben uns mit ein paar notwendigen Dingen versorgt und am späten Nachmittag ging es wieder zurueck in unser kleines Ferienhäuschen.

Dänische Glückstage

Als ich mich am Montag Nachmittag auf den Sessel vor der offenen Schiebetür setzte und mit einer dampfenden Tasse Kaffee in die Dünen blickte sagte ich zu Kai, hier will ich niiiiieee wieder weg!!!

Der Ort hat etwas magisches und strahlt ein Ruhe aus, die man in unserem hektischen Alltag oft nicht finden kann. Ich bin glücklich und alles ist genau so wie es sein soll.

Unsere Tage hier sind ruhig. Morgens fruehstuecken wir gemütlich am offenen Fenster. Das Wetter meint es gut mit uns, wenn kein Wind weht, kann man es gut im T-Shirt aushalten. Wir machen Spaziergänge an den langen menschenleeren Stränden und füllen unsere Lungen weit mit der salzhaltigen Luft der Nordsee.

Zuhause sitzen wir oft stundenlang am Tisch und puzzeln und hoeren dabei spannende Hörbücher. Zwischendurch stricke ich ein paar Reihen, einer macht was zu essen und so genießen wir den Tag. Manchmal gibt es zwischendurch eine Yogaeinheit auf der Wiese vor dem Haus.

Ein weiteres persönliches Highlight fuer mich, ich habe wieder angefangen zu lesen. Das ist deswegen so besonders, weil ich es aus lauter Konzentrationsmangel der vergangenen Monate einfach nicht mehr konnte. Ich habe eine Seite gelesen, den Inhalt nicht registriert und immer wieder aufgegeben. Doch seit einiger Zeit geht es wieder und ich verschlinge ein Buch nach dem anderen.

Abends wird dann der kleine Kaminofen angemacht und wir zünden ein paar Kerzen an. Es ist einfach sehr sehr hyggelig, wie man in Dänemark sagt.

Nordjytland

Endlich, endlich sollte es zum eigentlichen Ziel unserer Reise gehen, hoch in den Norden Dänemarks, irgendwo an der Nordseeküste in der Nähe eines kleinen Oertchens namens Blokhus.

Lange zuvor hatte ich dem Gatten schon die Aufgabe gegeben, uns ein kleines freistehendes Häuschen mit NIX drumrum zu finden. Fuer Kai hat das Suchen eines Feriendomizils in etwa die gleiche Bedeutung wie für mich das Stricken. Er liebt es, ewig lang durchs Internet zu grasen und tolle Orte zu finden.

Diese einsame Hütte war ein grosser Wunsch meinerseits. Ich habe tagelang davon geschwärmt und schwadroniert. Als er mir unser Haus dann eines Tages im Internet gezeigt hat, war es Liebe auf den 1. Blick.

Gegen halb vier am Montag  errichten wie unser kleines neues Zuhause fuer die nächsten 10 Tage und ich war erstmal sprachlos. Bilder koennen ja oft viel erzählen. Aber hier sah es genauso aus, wie wir uns das vorgestellt haben. Vor lauter Freude habe ich auch erstmal wieder ein paar Tränchen verdrückt.

Innen ist es gemütlich eingerichtet, es gibt ein Wohnzimmer mit Kaminofen, eine kleine Küche, Bad und ein Schlafzimmer im Erdgeschoss. Darüber liegend, ueber eine sogenannte Sambatreppe erreichbar, gibt es noch zwei kleine Kammern mit jeweils zwei Betten.

Am tollsten ist aber die vollflächig verglaste Vorderfront des Hauses mit der breiten Schiebetür. Davor stehen zwei grosse gemütliche Lehnsessel und der absolut unverbaute Blick auf die Dünenlandschaft. Im Hintergrund kann man sogar das Meer tösen hören, obwohl es ca. 400 Meter weg ist. Ein lange gehegter Traum geht in Erfüllung.

Fest steht, dieser Urlaub ist anders als alles was wir bisher gemacht haben. Es gibt nicht viel Programm, wir haben uns zwei Puzzle mitgenommen, Bücher und ich natürlich mein Strickzeug.

Wir wollen es dieses Mal ruhig und gemütlich haben, das wird uns beiden gut tun, da bin ich sicher.