Letzter Tag am Lago di Como – Ende des Sommerprojekts Italien 2025 ;-)

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich leider schon wieder zuhause auf meinem Lieblingssessel und schwelge noch etwas in Erinnerungen an die vergangenen Tage in Italien. Doch mir ist es wichtig, diesen letzten Beitrag noch zu schrieben, um das Sommerprojekt ;-) Italien 2025 abzuschließen.

Am Montag war das Wetter wieder schöner und Kai hatte zwei Vorschläge in Aussicht gestellt. Entweder eine Wanderung auf den Monte Generoso, oder noch einen Besuch am Comer See. Na gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich die zweite Möglichkeit zur Sprache gebracht. Aber ich liebe nun mal das Wasser und am wunderschönen Lago di Como waren wir auf dieser Reise noch gar nicht. Also ließ sich Kai schnell überreden.

So fuhren wir nach dem Frühstück über Porlezza in den kleinen Ort Menaggio, direkt am See. Auf dem Weg dorthin hielten wir nochmal an einem dieser Megasupermärkte, um ein bisschen unsere Pastavorräte aufzufüllen. Ich weiss ich weiss, gibt es doch alles auch bei uns. Aber nicht in so vielfältigen Formen. Ich mag das einfach so sehr. Und wenn wir schon mal da sind, ein paar der leckeren Limonenradler und die kleinen Fläschchen mit der Bergamotte Limonade helfen einen beim abendlichen Balkonsitzen in Deutschland. Bittersüße Bergamotte Limo mit Sprudelwasser verlängert und ganz viel Eiswürfeln ist ein toller Sommerdrink.

In Menaggio machten wir erst mal ein Kaffeepäuschchen und danach sind wir durch den Ort geschlendert. Es ist dort sehr aufgeräumt und unheimlich voll. Menaggio ist hübsch. Es ist Hauptsaison. Das merkt man abslulolut. Der kleine Ort ächzt unter den Touristenmassen. Dennoch ist es herrlich sommerlich, fast mediterran und wir geniessen den letzten Tag in Bella Italia.

Der Parkplatzgott war uns wohlgesonnen und zufällig hatten wir direkt nebem einem Campingplatz mit Strandzugang geparkt. Dort waren wir uns dann nochmal schnell erfrischen. Die Badesachen haben wir eigentlich immer dabei. Leider keine Gummischuhe und so musste ich ungelenk ins Wasser torkeln. Es mag komisch ausgesehen haben, das Bad im kühlen See war aber dennoch ganz toll.

Zurück in Pellio am frühen Abend trafen wir noch mal auf unsere Mitbewohner auf Zeit und unterhielten uns ein bisschen auf dem schmalen Balkon. Irgendwie waren wir alle aber recht müde, um länger aufzubleiben.

Der Wecker klingelte am Dienstag morgen unbarmherzig um halb 8. Gemein war das, aber es half ja nix. Wir hatten noch nicht wieder gepackt und die Wohnung wollten wir auch etwas reinigen. Es ging aber doch alles recht zügig und um halb 11 sassen wir vollgepackt im Auto auf dem weg zurück nach Hause.

Quer durch die engen Serpentinen runter zum Luganer See, ich winkte nochmal, also wir auf der Autobahn ueber den See in den Tunnel fuhren.

Ach ja, seufz. War das wieder alles schoen. Das Schwimmen im Rhein und der Apero danach, der Familienbesuch in Turin, Gelato, Pasta, Pizza, Aperol Spritz, das Wahnsinnskonzert im Olympiastadion, die ruhige Landluft und die schoenen Abende auf dem Balkon in Pellio, die klare Luft am Nebeltag … wir hätten noch ein Weilchen so weitermachen können.

Heute ist bereits Donnerstag Abend. Die Luft ist lau, der Himmel endlich wieder blau, der Sessel steht auf dem Balkon, ein kühles Getränk an meiner Seite und ein gutes Buch im Anschluss an diesen Beitrag. So kann man es eigentlich auch hier aushalten.

Das wars erst mal wieder von meiner Seite. Das Bloggen macht gerade so viel Spass, vielleicht lasse ich mich demnächst mal dazu hinreißen auch außerhalb unserer Urlaubsreisen etwas zu schreiben ❤️

Alta Valle Intelvi + der italienische Balkon

Sonntag morgen sind wir aufgewacht und alles war weg. Das Dorf und die dahinterliegenden Berge lagen tief verhüllt im Nebel. Die ganze Nacht hatte es schon geregnet und es war herrlich kühl. Der erste Tag auf unserer Reise, wo das Wetter mal nicht so schön war … und dennoch hatte diese verregnet neblige Stimmung auch ihren Charme. Ich finde regnerischen Wetter in den Bergen total schön, vielleicht weil man so weit schauen kann. Zuhause sieht man dann oft nur einen Fetzen des grauen Himmels und das kann dann schon bedrückend wirken.

Eigentlich war für heute eine kleine Wanderung vorgesehen, aber ohne Sicht macht das wenig Freude, daher haben wir es erst mal ruhig angehen lassen. Beim fruehstueck haben wir uns nett mit unseren temporären Mitbewohnern unterhalten. Die beiden studieren ja noch und muessen derzeit viel lernen. Das macht auch vor dem Urlaub nicht halt. Ich erinnere mich noch an diese Zeit und bin froh, dass ich das nicht mehr tun muss 😉 So konnten wir entspannt den Vormittag geniessen. Kai hat gepuzzelt und ich habe gelesen.

Nachmittags hat es uns dennoch nach draussen gezogen. Da das Wetter zwar ein bisschen besser wurde, aber schon wieder Regen angekündigt war, wollten wir nicht so weit weg. Also hat Kai den Aussichtspunkt Balcone D’italia ausgesucht, den man von Pellio in etwa 20 Minuten mit dem Auto erreicht. Wow, was fuer eine Aussicht. Von einem bestimmten Punkt konnte man den ganzen Luganer See überblicken. Das war echt schoen. Vor allem mit den dramatischen Wolken, die ueber See und Bergen hingen, war das ein besonders beeindruckendes Bild.

Wir sind ein bisschen umherspaziert und fanden eine kleine Minikirche, daneben war eine Bank. Von dort beobachteten wir eine Weile die schnell ziehenden Wolkenschwaden und redeten mal wieder über das Leben. Es war ein besonders schöner Moment.

Leider wurde es etwas zu kalt und wir sind eine sog. Baita, eine Art Berghütte, ähnlich unserer Almhütten. Dort kehrten wir ein und da es in Deutschland Kaffee und Kuchenzeit war, bestellte ich einen Cappuccino (schon wieder zu so einer Unzeit ;-) und ein sehr sehr schmackhaftes Tiramisu. Kai hingegen setzte einen Kontrapunkt mit Bier und einem Stück Crostatine mit Aprikose. Jedem das Seine  🤣

Wir fanden heraus, dass wir inmitten eines Skigebietes waren, auf einmal sah ich auch die Skideko an der Hütte. Schneien tut es aber wohl nur noch selten.

An dieser Stelle noch mal eine Ode an das Alta Valle Intelvi. Vor ca. 10 Jahren wurden die umliegenden Gemeinden zu einer größeren Verwaktungeimheit zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem Pellio, Lanzo und San Fedele. Aus Marketing Gesichtspunkten vielleicht gar kein schlechter Zug. Denn die ganze Gegend ist touristisch eher unerschlossen und hat doch so grosses Potential. Es ist ein super Wandergebiet, man kann Ebikes ausleihen, fuer Mountainbiker wahrscheinlich auch perfekt. Auf der anderen Seite erreicht man sowohl den Comer als auch den Luganer See in knapp 30 Minuten. Wenn man dann bei einem Cappuccino am Seeufer sitzt, ist man einer vollkommen anderen Welt.

Was ich damit sagen will, wenn jemand Ruhe und Abwechslung mag, dann koennte dies ein schönes Urlaubsziel sein.

Es begann wieder zu regnen und wir sind zurück in die Wohnung. Am Abend haben die jungen Leute gekocht, wir wollten das eigentlich auch tun. Da die beiden aber soviel übrig hatten, kamen wir noch in den Genuss von frischen Papardelle alla Cacio e Pepe. Sehr lecker. Die Kochbegabung scheint familiar veranlagt zu sein ☺️

Zum Abschluss des Tages sassen wir noch zu viert wie die Hühner auf der Stange auf dem schmalen Balkon und haben uns ueber Gott und die Welt unterhalten. Trotzt des nicht so guten Wetters mal wieder ein sehr schöner Tag.

Buona Sera Torino – Ein bezaubernder Abend mit Marco Mengoni

Aktuell liege ich im weichen Hotelbett, heute war unser letzte Abend in Turin. Aber der ist mit einem absoluten Feuerwerk zuende gegangen. Ich bin noch ganz beseelt und geruehrt vor Freude über diesen wunderschönen unvergesslichen Abend.

Es ist/war der 9. Juli 2025, Zeit endlich das lang erwartete Geschenk zu Kais 60stem Geburtstag einzulösen. Das Konzert im Stadio Olimpico Grande Torino von Marco Mengoni stand auf dem Programm und es sollte der Höhepunkt dieser kleinen Reise werden. Ich kann mich noch erinnern wie ich im Oktober letzten Jahres die Italienkarte ausgedruckt habe und die Orte der gesamten Tournee darauf eingetragen habe. Kai durfte sich die Stadt nämlich aussuchen.

Wir waren gegen halb 8 vor Ort im Stadion und auch wenn es ausverkauft war, war der gesamte Einlassprozess extrem entspannt und unkompliziert. Ich hatte uns Plätze etwa in der Mitte der Tribüne organisiert und der Blick war fabelhaft. Wir konnten alles perfekt überblicken.

Um kurz nach 9 ging es dann los mit einem absolut gelungenen Auftakt. Ich war ja in meinem Leben schon auf so vielen Konzerten. In einem grossen Stadion Open Air war ich dafuer aber noch nie. Die Bühne war riesig und erstreckte sich ueber die gesamte Breite des Innenraums. Es gab drei riesige Leinwände, eine lange Bühne davor und einen Steg mitten ins Publikum.

Die gesamte Show war grandios inszeniert und Herr Mengoni ist die Art Mensch, die mit ihrer Ausstrahlung und Energie ein ganzes Stadion voller Menschen zum Kochen bringen können. Die Stimmung war hervorragend.

Kai und ich haben ihn entdeckt, als er vor zwei Jahren fuer Italien beim ESC angetreten ist und einen respektablen vierten Platz belegt hat. Er war unser beider Favorit. Sein Lied von damals war Due Vite, und das hat sich sogleich in mein Herz gebohrt. Ich muss sagen, trotz der ganzen Independent Musik die ich frueher gehört habe und immer noch liebe, habe ich eine Schwäche fuer italienische Popmusik. Schon immer gehabt.

Wir haben geschwelgt und zu den Rhythmen mitgewippt. Ich wäre gerne aufgestanden, habe mich aber nicht getraut. Stellte ich doch in der Kloschlange von vorher fest, dass ich aus der Menge der italienischen Frauen herausrage. Ich wollte also niemandem die Sicht versperren. Dennoch habe ich lauthals mitgegroelt, manchmal in lupenreinem Italienisch 🤣🤣🤣 und manchmal in selbstgebasteltem Kauderwelsch. Es hat jedenfalls total viel Spass gemacht. Und als auch die Zugabe gesungen war, die Lichter angingen und wir uns mit den Massen nach draussen bewegten, drehte sich Kai zu mir im, schaute mich verliebt an und bedankte sich nochmals fuer dieses tolle Geschenk *schneuz*

Und zu guter Letzt, der Song aus dem  ESC, wegen dem wir auf Marco Mengoni aufmerksam wurden. Due Vite, laut meinem Jahresrückblick auf Spotify mein meistgespielter Song, den ich auswendig mitgrölen kann.

Se questa è l′ultima
Canzone e poi la luna esploderà… ❤️

Weiterreise nach Turin

Gestern war mal wieder ein kleiner Umzug angesagt. Basel war ja nur unser Zwischenstop auf dem Weg nach Turin, die Hauptstadt des Piemonts (das mit der Kirsche ;-)

Nach dem Fruehstueck ging die Fahrt zunächst durch die Schweiz. Das bedeutete Berge, soweit man schauen konnte. Links und rechts der Autobahn türmten sich neben satt grünen Wiesen und Feldern die majestätischen Gipfel der Schweizer Alpen auf. Dazwischen gab es gelb leuchtende Sonnenblumenfelder und Bäume mit erntefrischen Aprikosen, welche ueberall am Straßenrand verkauft wurden. Die Fahrt ging  naemlich nicht nur über Autobahnen, sondern führte auch über kleineren Neben- und Passstrassen.

Vorbei am Genfer See erreichten wir irgendwann den schnurgeraden Tunnel, der die Fahrt über den San Bernardino Pass erheblich abkürzte.

Noch mitten im Tunnel befuhren wir wieder das Gebiet der europäischen Union und am Ende wurden wir direkt in den Bergen des italienischen Aostatals ausgespuckt. Irgendwie auch ganz schön wieder in der EU zu sein, und direkt auf preiswerte Datennutzung zurückzugreifen. Da faellt das navigieren deutlich leichter.

Wir hatten wirklich bisher grosses glück mit dem Wetter. Die beiden Tage in Basel waren warm und sommerlich, perfekt zum Schwimmen im Rhein. Unser Reisetag hingegen war eher kühl, bewölkt und minimal regnerisch.

Die gesamt Zeit waren die Strassen wunderbar leer. Etwa zwei Stunden spaeter sahen wir bereits die ersten Wohnblöcke der Stadt und schließlich erreichten wir unser Hotel in Turin. Wir residieren im fünften Stock des Best Western Luxor Hotels, perfekt gelegen am Rand des eigentlichen Zentrums. Die Aussicht aus dem Fenster ist schoen und sehr städtisch. So mag ich das.

Wie immer brauchte ich einen kurzen Nap, um die Batterien wieder aufzuladen. Danach sind wir aber gleich in die Stadt gelaufen. Der Himmel riss wieder auf und wir konnten noch die letzten Strahlen der Abendsonne geniessen. Der erste Eindruck von Turin war schoen, eine grosse Stadt. Die Strassen rund um das Viertel, in dem wir wohnen sind gesäumt von den typischen Laubengängen, die jeder italienischen Stadt ein spezielles Bild verleihen. Unsere erste Suche galt jedoch einem fetten Pott leuchtendroten Aperol Spritz und den dazugehörigen Knabbereien. Da wurden wir aber sehr schnell fündig, nahmen Platz und wurden bedient.

Zwei Dinge sind hier übrigens anders. Hier wird der Spritz gelegentlich noch mit Campari angereichert, was ihm eine bittere Note und ein noch kräftigers Rot verleiht. Ausserdem kommt hier die Knabberei nicht automatisch mit dem Aperitiv, er kostet alleine meist 5-6 Euro. Allerdings gibt es überall den Aperotarif, da kostet das Getränk dann meist etwa 10-12 Euro, dafuer bekommt man aber dazu eine gute Portion diverser Häppchen, dem sogenannten „tagliere“… Das besteht dann aus ein paar Pizzahappen, Tramezzini, Oliven, Bruschette, Schinken, Salami und/oder Käse. Jeder macht es ein bisschen anders. Daher schauen wir Profis immer zuerst auf die Tische der anderen Gäste, bevor wir uns fuer ein Lokal entscheiden ;-)

Zum Abschluss des Reisetages gab es dann fuer mich noch ein sehr sehr leckeres Eis. Da kannste sagen, was du willst, aber so ein gutes Speiseeis wie in Italien gibt es sonst nirgendwo auf der ganzen Welt. Naja, jedenfalls nicht an jeder Strassenecke. Und verglichen mit meinem Eis fuer 11 Dollar in den USA, waren die 4 Euro für die drei Sorten wirklich akzeptabel.

Voll verbaselt

Heute ist Samstag und der zweite Tag unseres kleinen Zwischenstops in Basel. (Blogtitel = weitere Höhepunkt meines kreativen Schaffens)

Eingemietet haben wir uns hier in dem sehr einfachen B&B Hotel und es reicht vollkommen, auch wenn es schoen wäre, sich im Zimmer um die eigene Achse drehen zu koennen ;-)

Heute Morgen gab es zunächst ein kleines Fruehstueck im Hotel und frisch gestärkt wollten wir in Richtung Innenstadt aufbrechen, als mein heissgeliebter sehr städteerprobter rechter Birkenstock Modell Mayari den Geist aufgab, eine Lederschnalle hat es einfach zerbaselt (ha, schon wieder ;-) … Das ist dumm, da wir ja morgen nochmal in einer Stadt unterwegs sind. Musste ich auf anderes weniger blasenfestes Schuhwerk umsteigen.

Den Vormittag haben wir also in der Baseler Innenstadt verbracht und uns dort ein bisschen getummelt. Die Stadt ist wirklich schoen und es gibt einige nette Ecken zu erkunden. Zwischendurch sind wir auf einen Apero eingekehrt und haben den schoenen Tag genossen.

Zurueck im Hotel musste ich erst mal meine Batterien wieder auftanken. Ein kleines Schläfchen war angesagt. Denn ich bin leider mal wieder unfassbar muede. Das ist  gar nicht so schoen und manchmal koennte ich vor lauter Wut ueber diesen dummen Zustand laut schreien. Aber so ist es eben, und die Parole lautet „pacing“… Das heisst immer wieder Pausen einlegen und Ruhe halten.

Am späten Nachmittag gab es dann den eigentlich Höhepunkt des Tages. Ein weiteres Rheinschwimmen stand auf dem Programm. Mit Bus und Bahn ging es erstmal wieder zur Einstiegstelle und dieses Mal war es unglaublich voll. Es ist eben Samstag … und wahrscheinlich Haupturlaubszeit. Aber es war gar nicht so schlimm, im Wasser verläuft bzw. verschwimmt es sich recht gut.

Das langsame schippern auf dem fließenden Wasser war mal wieder wunderschön. So wie gestern. Es ist irgendwie beruhigend und erholsam und dennoch spannend und abwechslungsreich. Ich überlege nun, ob ich mich nicht in Frankfurt als Flussbeauftrage bewerben soll. Aber meine Theorie ist ja, selbst wenn es je gelingen sollte, die Wasserqualität des Mains so zu verbessern, dass man darin baden koennte, käme irgendein deutscher Paragrafenreiter auf die Idee, das ganze zu verbieten, weil ja was passieren koennte. Klar, es kann immer was passieren, aber mit der gleichen Logik müsste man dann auch das Autofahren verbieten, oder das Treppensteigen. Ach was reg ich mich auf. Wird ja sowieso nix. Aber träumen wird man ja noch dürfen ;-)

An der Ausstiegstelle haben wir uns wieder an Land gezogen und uns nach dem Trocknen erst mal ein kühles Badebier genehmigt. Da koennte ich mich dran gewöhnen. Aperozeit ist sowieso die beste Zeit des Tages.

Es war schon wieder spaet, und so langsam meldete sich der kleine Hunger. Wir mussten heute etwas länger suchen, fanden aber doch noch ein nettes Lokal, wo wir uns jeder einen äußerst schmackhaften Rösti gegoennt haben. Meiner war mit Bergkäse und gegrilltem Gemüse, Kai brauchte eine paar Proteine dazu. Beides war auf jeden Fall sehr sehr  lecker. Zum Nachtisch gab es einen Affogato mit hausgemachten Vanilleeis.

Gute Nacht Basel. Schön wars, wir kommen gerne wieder.

Fisch zum Frühstück

Gerade liege ich hier im Bett, es ist Mittwoch Abend, morgen Nachmittag fliege ich zurück nach Deutschland. Ich habe einen Kloss im Bauch!

Ich blicke zurueck auf zwei absolut wunderschöne Wochen, die voll waren mit tollen Erlebnissen, kleinen Abenteuern, grossen Gefühlen und ganz viel Lachen. So stark lachen, dass einem der Bauch weh tut. Meine Freundschaft zu Frau Z. besteht nun seit mehr als 32 Jahren. Wir haben festgestellt, dass wir schon verdammt lange nicht mehr so viel Zeit nur fuer uns beide hatten. Das war einfach nur besonders.

Die Tage hier waren randvoll mit Eindrücken und ich bin so froh, dass ich hier im Blog einen Platz habe, diese sauber wegzusortieren und später nach Bedarf wieder abrufen zu können.

Noch einmal schlafen, dann setzt sich der grosse Flattermann wieder in Bewegung und bringt mich zurueck nach Hause. Und das ist ja das tollste daran, trotz der wunderschönen Zeit hier, freue ich mich doch ganz arg darauf, meinen Kai und die beiden Schmusetiger wieder in die Arme nehmen zu koennen.

Gestern Abend waren wir ein letztes Mal auf der anderen Seite der Bucht und haben Mr. W besucht. Wir haben zu dritt leckere Tortillas mit vegetarischer Füllung zubereitet und dabei sehr viel Spass gehabt. Irgendwann stellte er die Musik lauter und wir fingen an zu tanzen. Mr. W hat eine ganze Sammlung diverser Trommel und Percussioninstrumente. Die wurden dann auch im Takt der Musik benutzt und es gab Gelächter ohne Ende. Und das alles ohne den Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen 🤣

Für heute und zum Abschluss hat sich Frau Z noch mal etwas ganz besonderes einfallen lassen. Wir sind zum Frühstück in eins der besten und urigsten Fischlokale gegangen, die San Francisco zu bieten hat.

Das Swans Oyster Depot ist eine Institution. Das längliche Lokal ist durch eine lange Theke mit hellem Marmorbelag geteilt, auf der einen Seite sitzen die Gäste wie Perlen auf einer Schnur, auf der anderen Seite wuseln mindestens 10 Männer aller Nationalitäten und bereiten die leckersten Fischgerichte zu. Der Fisch kommt fangfrisch jeden Morgen ins Lokal. Als Vorspeise gab es den berühmten Clam Chowder mit Sauerteigbrot und dazu einen frisch gebrühten Kaffee. Es war ja schließlich noch Frühstückszeit.

Nach dem leckeren Eintopf hat uns der ehemalige Schulkameraden vom kleinen P (der arbeitet dort) verschiedenen rohen Fisch aufgeschnitten, der so frisch und butterig weich geschmeckt hat, dass einem schon beim Anblick das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist. Rohen Fisch muss man mögen, aber wer Sushi mag, kommt hier auf seine vollen Kosten.

Wir sind extra früh hingegangen, weil draussen immer schnell eine lange Warteschlange entsteht. Wir waren sogar so früh, dass wir direkt reingehen konnten. Denn als wir später das Lokal verließen, bildete sich entlang der Häuser bereits eine Menschenkette.

Den restlichen Tag hat Frau Z gearbeitet und ich habe mit dem Packen angefangen. Meine Methode ist immer, erst mal alles zusammenzutragen und ordentlich im mich herum auszubreiten. Schon da wurde mir klar, dass es Schwierigkeiten geben könnte. Auweia, was habe ich mir nur dabei gedacht 🤣 Die vielen tollen Sachen fuer mein neues Hobby sind eben hauptsächlich in Amerika zu bekommen, von daher habe ich das schamlos ausgenutzt. Dazu ein paar Klamotten, Geschenkchen fuer meinen Mann und allerlei Kinkerlitzchen …  da wurde mir dann irgendwann klar, daß ich ein Problem hatte. Die Sachen passten unmöglich in meinen Koffer. Ich war etwas verzweifelt und schaute im Internet nach einem zusätzlichen Gepäckstück für den Rückflug nach. Mal abgesehen davon, daß ich mir irgenwas hätte kaufen müssen, kostete das auch noch 99 Euro mehr. Da hätte ich mir den Krempel ja gleich in USA nach Hause bestellen können … aaaaargh.

Frau Z kam aus dem Büro zurück und hatte die rettende Idee, wir machten kurzfristig einen Koffertausch. Ich ließ meinen Koffer bei ihr, den bringt sie dann beim nächsten Besuch nach Deutschland mit und ich bekam ihren Riesenkoffer, der so groß ist, daß er gerade so die Gepäckbestimmungen der Airline einhält. Dann hat aber alles gepasst und ich war erleichtert.

Später am Abend sind wir auf meinen persönlichen Wunsch noch mal zum Ocean Beach gefahren, meinem absoluten Lieblingsort in der Stadt. Der Himmel war malerisch verwolkt und so bekamen wir noch mal das schönste Licht, während die Brandung des Meeres laut tösend die Geräuschkulisse dazu bot. Es war noch mal traumhaft schön.

Donnerstag früh erwachte ich mit sehr schwerem Herzen und voller Wehmut und Abschiedsschmerz (kleiner hab ichs leider nicht ;-) … aber das ist bei mir normal, große Gefühle, großer Genuß und das ganze Gefühlschaos.

Wir sind um 10 ein letztes mal zum Zumba gegangen und ich konnte mich vor dem langen Rückflug nochmal ein bisschen auspowern. Vielleicht nicht mein Lieblingssong, aber Apatapaptappapapapa oder wie das heißt (Rosé und Bruno Mars ;-) wird mich für alle Zeiten an Zumba am Meer in San Francisco erinnern.

Irgendwann war es dann soweit und es hieß Abschied nehmen. Frau Z hat mich noch zum Flughafen gebracht und lustigerweise haben wir noch am Flughafen unsere beiden Gastgeber von der Party am Sonntag in Berkeley getroffen. Die haben gerade Ihren Sohn verabschiedet, der eine Rundreise durch Europa macht. Es ging auf einmal alles ganz schnell und ich fand mich winkend auf der anderen Seite der Glaswand.

Zeitsprung: Es ist Montag Abend, ich sitze gerade in Frankfurt am Computer, während ich diesem Beitrag den letzten Schliff verleihe. Der Jetlag ist mal wieder ganz besonders grausam und mein Körper ist vollkommen verwirrt. Müde ist gar kein Ausdruck. Aber das wird hoffentlich bald rum sein. Kai hat mich am Flughafen mit einer roten Rose abgeholt, denn schließlich war Freitag unser 10. Hochzeitstag. Verrückt.

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, schön wars wieder, ein unvergesslicher Urlaub. Vielen Dank fürs Mitreisen, es war mir ein Vergnügen.

Und … stay tuned … denn schon in drei Wochen geht es weiter nach Italien …

Fahrrad Glück auf 45 Kilometer in San Francisco

Am Dienstag stand noch mal ein absolutes Highlight der Reise an. Ich hatte es schon die ganze Zeit vorgehabt, aber die Woche zuvor war ich viel zu müde und danach waren wir ja unterwegs entlang der Küste.

Obwohl das Wetter kalt, neblig und windig war habe ich es zum Glück dennoch gemacht. Ich habe mir ein Ebike ausgeliehen, fuer einen ganzen Tag.

Gebucht habe ich es online, nachdem ich zuvor etwas recherchiert hatte und die Bewertungen bei Dandyhorse Bikes an der Ecke Haight/Shrader sehr gut waren.

Ich würde dort total freundlich empfangen und bekam eine kurze Einweisung, eine Route per GPS aufs Handy platziert und schon konnte es losgehen.

Die Fahrt führte zunächst durch den Golden Gate Park in Richtung Ocean Beach, dort angekommen, wich ich kurz von der vorgegeben Route ab, um einen kurzen Stop im Java Beach Café einzulegen. Das hatte sentimentale Gründe die sehr privat sind und die ich hier nicht weiter erläutern möchte ;-)

Weiter ging es am laut tösendem Pazifik entlang in Richtung Cliff House und einem wunderschönen Aussichtspunkt namens Lands End. Ich durchquerte den Presidio Park, und näherte mich langsam der Golden Gate Bridge. Schon von weitem hatte man immer wieder tolle Ausblicke auf die leuchtend rote Hängekonstruktion. Der Blick wurde durch den wabernden Nebel noch besser. Die Stadt ist für den Nebel bekannt, vor allem die Sommer sind hier immer wieder neblig und kalt.

Die Route wollte es, dass ich die Brücke mit dem Rad überquerte. Das habe ich gemacht. Die einfache Länge beträgt etwa 3 1/2 Kilometer. Am anderen Ende erwarten eine dann ein schöner Aussichtspunkt mit Fotogarantie. Hier war ich auch schon öfter und alte Erinnerungen werden wieder wach. Die Stadt ist voll davon.

D

Zurück auf der Halbinsel fuhr ich die Küste entlang zu Chrissy Field, einem ehemaligen Militärflughafen und jetzigem Naherholungsgebiet mit Stränden und Grünflächen.

Auf der Weiterfahrt reihte sich Pier an Pier, bis ich schließlich das bekannte Pier 39 erreichte, dass die sogenannte Fishermans Wharf beheimatet. Dort wohnen auch die Seelöwen, die die  Touristen aus aller Welt so gerne besuchen. Und auch ich hatte mir fest vorgenommen, Ihnen nach fast 30 Jahren mal wieder einen Besuch abzustatten. Sie sehen aber auch so drollig aus und machen grossen Lärm. Auch für den Geruchssinn ist etwas dabei, denn es riecht sehr sehr  …  fischig eben. Man könnte ihnen ewig zuschauen bei ihren gesellschaftlichen und zwischenseehundlichen Auseinandersetzungen.

Später auf der Weiterfahrt gab es einen Höllenlärm, die Sirene heulte so laut, dass ich schon das schlimmste befürchtete, eine schwarze interessant aussehende Stahlkonstrukion tat sich auf. Es stellte sich als Brücke heraus, und ich schloss, dass der Lärm wohl das Warnsignal vor dem Hochklappen sein sollte. Ich bekam direkt Mitleid mit den Anwohnern. Aber es war spannend zu beobachten, wie sich der Koloss in die Höhe hob.

Ich kam am Oracle Park vorbei, dem Baseball Stadion der San Francisco Giants, und spaeter auch an der  neugebauten Basketball Arena der Golden State Warriors.

Irgendwann endete die Strecke am Meer und die Fahrt ging wieder stadteinwärts. Ich durchquerte Gegenden in denen ich noch nie war. und leider wurde die Zeit ein bisschen knapp, so dass ich nicht mehr so richtig anhalten wollte und mir die Umgebung genauer ansehen konnte.

Im bekannten Mission District überqierte ich wieder die grosse Market Street und fuhr die letzte Etappe quer durch die schönsten Strassen des Hayes Valley zurueck zum Ausgangspunkt meiner Tour.

Es ging nochmal steil bergauf, aber dank Elektro Unterstützung ging das ganz gut, obwohl man bei den steilen Anstiegen teilweise noch richtig strampeln musste.

Die Tour war insgesamt ca. 45 Kilometer lang, ging über 500 Höhenmeter und hat mit vielen Pausen etwa 5 Stunden gedauert. Gekostet hat der Spass inklusive Tax und Versicherung 85 dollar und es war jeden einzelnen Cent wert. Denn diese Tour war eine der schönsten Dinge, die ich in San Francisco je gemacht habe. Absolutes Wiederholungspotenzal und uneingeschränkte Weiterempfehlung meinerseits.

Stitch & Shop

Montag früh und die letzten drei vollen Tage brechen an. Kaum zu glauben, dass ich noch nicht mal zwei Wochen hier bin. Es fühlt sich an, als seien Monate seit meiner Ankunft vergangen.

Das Wetter war leider heute nicht so schoen, wie die vergangenen Tage, es war neblig und kalt und die Luft sprühte einen feinen Hauch von Feuchtigkeit, wie aus einem Parfumzerstäuber.

So beschloss ich, nochmals einen Besuch in Downtown zu machen. Ich wollte wieder zu Gap, denn dort hatte ich mir in der Woche davor, eine so tolle und bequeme Jeans gekauft, die ich seitdem nicht mehr ausgezogen habe. Eine absolute Bequemlichkeit in dark Denim. Ich dachte, ich kaufe mir die noch in einer anderen Farbe, da sie mit knapp 60 Dollar auch gar nicht so teuer war. Was soll ich sagen, machtlos gegen die Marletingtricks der Ladenkette landeten noch zwei davon in meiner Tüte (buy one get one 50% off).

(Nachricht an Kai, ich verspreche ich sortiere was anderes aus 😉)

Nebenan bei Old Navy stiess ich dann noch auf diese Boyfriend Oberhemden. So ein toller leicht fließender Stoff … katsching … Die Kasse klingelte schon wieder.

Ich ging noch ein bisschen in Downtown spazieren, denn es gibt hier auch so einen hochgelegenen Park, ähnlich wie die Highline in New York. Das kannte ich nicht nicht und schaute mir das mal an. Unter dem hochgelegenen Salesforce Park befindet sich eine Art Busbahnhof. Obendrauf kann man entlang schlendern und findet hunderte verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt.

Zuhause gab es erst mal eine Mütze Schlaf, denn am Abend stand schon das nächste Highlight an. Eine Crafty Night mit lauter Bekannten von Frau Z. Das war echt schön. Jede hat die Handarbeit ihrer Wahl gemacht und es wurde fröhlich geplaudert und gelacht. Schade dass ich da nicht öfter dabei sein kann. Aber in Frankfurt gibt es einen ähnlichen Zirkel und der findet passenderweise auch bald wieder statt.

Sonntagsparty in Berkeley

Eigentlich hatten wir geplant, erst am Sonntag früh wieder nach San Francisco zu kommen, um noch eine Nacht länger im Camper zu haben. Aber das haben wir am Samstag spontan unentschieden. Denn Sonntag Nachmittag waren wir noch auf einer Party eingeladen und das wäre einfach zu stressig geworden.

So konnten wir wieder in unseren festen Betten schlafen und das hat ja auch was. Wie immer gab es den Kaffee und das ausführliche Morgengespräch und direkt danach sind wir, wie schon am letzten Sonntag auf den kleinen Bauernmarkt in der Nachbarschaft gegangen. Frau Z ist hier so vernetzt, dass wir immer wieder auf Bekannte treffen und das finde ich einfach so schön. So gross die Stadt auch ist, aber man spürt einfach die Nähe einer solchen „hood“.

Ich wurde bereits am Morgen von Frau Z daran erinnert, entweder gar keins oder nur ein etwas kleineres Frühstück zu nehmen, da wir ja am Mittag auf eine Party eingeladen waren und die Gastgeber dafür bekannt sind, immer gross und lecker aufzufahren.

Die Party fand im benachbarten Berkeley statt, auf der anderen Seite der Bucht, ueber die lange Bay Bridge erreichbar. Der Anlass war die Graduation (Abschluss High School) des Sohnes von zwei ehemaligen Mitbewohnern von Frau Z. Die kenne ich auch beide, da ich in der WG vor fast 30 Jahren auch das eine oder andere Mal zu Besuch war. Mann, Mann, das waren Zeiten. So lange her, aber doch so präsent in meinem Kopf. Die beiden sind mittlerweile verheiratet und haben zwei Kinder und gehören zu den warmherzigsten Menschen, die ich kenne. Sie haben mich mit solch offenen Armen empfangen, dass ich total gerührt war.

Wie Frau Z prophezeit hatte, gab es ein leckeres Buffet mit Mediterranen Köstlichkeiten. Dazu ausreichend Getränke und total viele nette Leute. Das ist wirklich immer das schöne an Partys in diesem Land. Ich kannte vorher kaum jemand, danach hat man mit jedem mal geplaudert. Ein total kurzweiliger Nachmittag.

Vom Essen durften wir uns noch etwas einpacken, bevor wir kräftig umarmt und fröhlich wieder über die Brücke in die Stadt fuhren.

Zuhause wurde dann erst mal die Bude aufgeräumt und wir sind früh in die Betten gefallen. Keine Ahnung wo auf einmal die ganze Energie herkommt. Ich fuehle mich so gut und freue mich so sehr, dass ich an allem teilnehmen kann, was mir hier geboten wird. Ich hoffe sehr, dass ich von dieser Energie etwas mit nach Hause nehmen kann.

Entlang der Route No. 1

Samstag früh wachten wir nach einer sehr ruhigen Nacht mitten im Nirgendwo auf einer Farm auf und haben sogleich das Morgenritual eingeläutet. Die seitliche Schiebetür vom Camper wurde weit aufgezogen und auf dem Herd blubberte ein gut riechender Kaffee in der Italienischen Mokkakanne.

Nebenan begann schon das Leben auf der Farm, man hatte uns bereits vorgewarnt. Denn am frühen Morgen begannen die Aufbauarbeiten für die Geburtstagsparty der beiden Kinder der Landbesitzer. Es wurde eine Hüpfburg aufgebaut, es gab echte Ponys und einen Wagen mit Shaved Eis, da wird von einem grossen Eisklotz das Eis in kleinen Stücken runtergeschabt und dazu gibt es bunten Sirup. Die Besitzerin begrüsste uns freundlich und wir wurden gleich auf ein solches Eis eingeladen. Es gab ein paar nette Plaudereien, wie immer wurden wir gefragt, wo wir herkommen und was uns hierher gebracht hat. Wir erzählen unsere Geschichte und ich antworte noch, dass ich aus Frankfurt komme. Die Leute sind hier wahnsinnig freundlich und aufgeschlossen.

Irgendwann haben wir dann den Camper wieder in Gang gesetzt und sind auf der Autobahn direkt ins weiter nördlich gelegene Santa Cruz gefahren. Eine nette Kleinstadt am Meer. Hier war ich auch schon ein paar mal.

Über solche Bilder freue ich mich immer ganz besonders. Eine offene Kirche, die sich durch die aktuelle Regierung die Vielfalt nicht verbieten lässt. Kalifornien ist voll davon.

In Amerika kann man jederzeit einen Yard oder Garage sale machen. Das bedeutet, ohne Anmeldung kann man seinen Krempel im Vorgarten, auf dem Gehweg oder in der Garage aufbauen und so einen privaten Flohmarkt machen. Das ist echt klasse und eine solche Tradition, dass es einfach jeder macht und auch gebraucht kaufen kein grosses Ding ist. Ich liebe das sehr. Wir fanden dann eine Strasse in Santa Cruz wo praktisch die gesamte Nachbarschaft einen Flohmarkt veranstaltet hat. Das war so nett. Es gab zwei Klapphocker fuer den Camper fuer zusammen 3 Dollar.

1989 gab es in Kalifornien das letzte grosse Erdbeben. Das Epizentrum war nahe der Kleinstadt Santa Cruz, die danach fast vollständig wieder aufgebaut wurde. Umso schöner war es, diese Häuser zu entdecken, dem das Beben scheinbar nichts anhaben konnte.

Weil wir noch Zeit hatten, sind wir den Rest der Strecke zurueck nach San Francisco entlang der berühmten Route Number 1 gefahren. Der Himmel hat sich zwar wieder zugezogen, aber es war trotzdem toll, die ganze Zeit am Pazifik entlang zu fahren, dabei Musik von vergangenen Roadtrips dieser Art (Faithless etc.) zu hören und über das Leben zu philosophieren.

An einem kleinen Strand haben wir noch mal die Fuesse ins Wasser gehalten. Ich wäre auch sehr gerne baden gegangen, aber jeder hat mich gewarnt vor den starken Strömungen. Da habe ich lieber nichts riskiert.

Zum Abschluss des wunderschönen Tages sind wir nochmal ueber die Brücke gefahren und haben uns bei Mr. W zum Abendessen eingeladen. Seine kleine Tochter war gerade da, und ich habe mich gefreut, sie auch kennenzulernen.

Am Ende des Abends hat uns Mr. W in die Stadt gefahren, da der Campervan bei ihm besser parken kann. So hieß es für mich, von diesem treuen Gefährt Abschied zu nehmen. Und weil ich so ein emotionales Ding bin, hab ich gleich mal ein paar Tränen vergossen. Schön wars. Nachricht an Kai, es macht einen riesengrossen Spass und ich hoffe, dass wir so ein Ding auch eines Tages besitzen ❤️