Abschied in SLO

Neuer Morgen, neuer Campground. Der Freitag war dann endlich so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Direkt nach dem Aufwachen habe ich nämlich den Induktionsherd angestellt und einen echten Kaffee gekocht. Den bekam dann Frau Z sogleich ins Camperbettchen gereicht. War das schön.

Bei diesem Campingplatz haben wir allerdings nicht ganz korrekt gehandelt. Eigentlich war er voll reserviert. Aber wie das hier immer so ist, standen mindestens 25% aller Plätze leer. Das ist echt so ein Jammer. Durch das doofe Reservierungssystem sind die meisten Campingplätze von State und Nationalparks bis zu zwei Jahre im voraus ausgebucht. Die meisten dieser Plätze sind nicht nur schön, sondern auch relativ preiswert. Das führt dazu, dass die Leute die Plätze auf Verdacht ewig im voraus buchten, und dann, wenn es soweit ist,  die Plätze einfach leerstehen.

Und frei nach dem Motto, es ist immer einfacher um Verzeihung zu bitten, als  nach Erlaubnis zu fragen, haben wir uns einfach spaet abends um halb 12 auf einen freien Platz gestellt.

Beim Ausfahren hat uns dann der Herr am Eingang eine kleine Belehrung mit auf den Weg gegeben, uns 35 Dollar fuer die Nacht abgeknöpft und das wars.

Anschliessend ging es direkt noch mal zu einem Craft Superstore. Ich musste da einfach auch noch mal schauen. Wie immer konnte ich mich kaum beherrschen und ein paar Kleinigkeiten fanden den Weg in den Einkaufskorb. Was soll ich machen. Ich hin da echt willenlos 😉

Die nächsten Bilder sind von einem kleinen Spaziergang durch Downtown San Luis Obispo. Eine wirklich sehr nette kleine Studentenstadt.

Zum Lunch hat uns der kleine P noch mal in ein total leckeres Restaurant gebracht. Das Konzept dort war, dass man sich ein Gericht aus mehreren leckeren Variationen zusammenstellen kann. Eine Art amerikanische Tapas und alles wirklich sehr sehr wohlschmeckend.

Dazu gab es dann auf dem Klo eine sehr fancy Flamingo Tapete. Zusammen mit dem grossen runden Spiegel ein perfekter Selfiespot.

Danach hieß es Abschied nehmen vom kleinen P. Aber sein Semester ist bald zuende und ueber den Sommer wird er eine zeitlang in dam Francisco sein. So fiel den beiden der Abschied nicht ganz so schwer.

Über eine Seite namens „Hipcamp“ hatte Frau Z einen total netten Stellplatz fuer die Nacht ausgemacht. Der war ca. 1 Stunde außerhalb von SLO Un Richtung Norden. Es war kein richtiger Campingplatz, sondern ein Bauer hat sein Feld mit Bänken, Feuerstellen und Dixiklos ausgestattet und vermietet es nun als Campingplatz mit 6 Stellplätzen.

Das ganze war sehr abgelegen und mitten im Nirgendwo. Es war einfach wunderschön. Wir wurden freundlich von Besitzer empfangen und bekamen ein paar Einzelheiten erklärt, bevor dieser davon fuhr und wir ganz alleine waren.

Leider war der Mond schon fast voll, daher gab es nicht ganz so viele Sterne am Nachthimmel. Was man aber sehr gut sehen konnte, war die Kette von Satelliten, dem sogenannten Starlink, welche der irre Exfreund des amerikanischen Präsidenten ins All geschossen hat.

Blauer Mais am Strand

Meine allerersten Nacht in einem ausgebauten Campervan war ganz wunderbar. Frau Z und ihr Freund haben sich den vor etwa 4 Jahren zugelegt und er ist praktisch und schön zugleich ausgebaut. Die Matratze ist total bequem, draussen war es ruhig. Ab und an musste ich den Wagen fuer einen nächtlichen Toilettengang verlassen, aber am naechsten Morgen wachten wir gut genächtigt auf.

Ein wesentliches Detail fuer einen perfekten Camping Morgen fehlte allerdings. Wir hatten am Vortag keine Zeit mehr, um Kaffee und Milch zu kaufen. Wir packten also zügig zusammen und fuhren in den Ort fuer die erste schnelle Ladung Koffein.

Der kleine P hat uns einen tollen Tipp gegeben, in einem kleinen Ort am Strand namens Cayugos gibt es ein Frühstückslokal names „Hidden Kitchen“… Dort gibt es Waffles aus blauem Maismehl. Blue Corn ist eine vorwiegend in Mexiko vorkommende Maissorte und laut meiner Recherche voller guter Inhaltsstoffe, die den Körper vor vielen Krankheiten schützt. Sagt zumindest die Blaumaislobby ;-)

Wir waren dort frühstucken und es war einfach saulecker. Gut gefüllt haben wir noch den einen oder anderen Thriftstore (second hand) abgeklappert und ich war ein bisschen am Meer spazieren und habe meine Füße in den kalten blauen Pazifik gehalten. Das war mal wieder so ein Glücksmoment den ich mit aller Intensität genossen habe.

Vor dem Fruehstueck waren wir noch bei Trader Joe’s und haben uns dort mit dem nötigsten eingedeckt. So haben wir uns später am Nachmittag einen Parkplatz direkt am Strand ausgesucht, und dort den Camper abgestellt. Die seitliche Schiebetür wurde weit aufgerissen und wir vertrödelten den Nachmittag mit Meerblick, einem leckeren selbstgemachten Kaffee und weiteren guten Gesprächen mit Lachen und weinen gleichzeitig. So haben wir es am liebsten.

Der Abend brach langsam an und es ging wieder zurück in die Stadt zum Abendessen mit dem kleinen P. Er führte uns in ein Restaurant auf einem Hotekdach mit Blick über die Stadt. Es gab ein paar Drinks und leckere fluffige Pizza.

Zu später Stunde fuhren wir wieder zurück zum Meer und suchten uns  dort ein Plätzchen für die Nacht. Dieses Mal hatten wir mehr Glück und fanden einen schoenen gepflegten typisch amerikanischen Campground in einem kleinen State Park in Pismo Beach. Der anstrengende Vortag steckte uns noch in den Knochen und so ging es ohne Umschweife ins bequeme Camperbett mit dem beruhigenden Hintergrundgeräusch von zirpenden Grillen.

Reisealltag und Eierpreise

Die letzten beiden Tage hat sich schon fast so etwas wie eine kleine San Francisco Routine eingestellt. Morgens gab es erstmal einen Kaffee am Bett mit ganz viel Quatschen (in Spanien mit Frau H. und Frau G. haben wir das immer das Morning Briefing genannt).

Danach hat Frau Z  noch etwa eine Stunde gearbeitet, bevor wir uns umgezogen haben und zum Zumba gefahren sind. Montags wurde oben im Presidio Park getanzt und Dienstags wieder unten am Meer.

Zurück zuhause habe ich mich noch mal hingelegt. Nach ein paar Tagen Action verlangt mein Koerper etwas mehr Ruhe. Da muss ich immer wieder auf mich aufpassen. Ehrlichgesagt kriege ich dann auch  immer mal wieder die Krise, weil es mich so nervt wenn ich wie ein kleiner Hundewelpe ueberall schnuppern will, mich aber durch meinen Koerper wie ein Hund an der Leine zurückgezogen werde und Herrchen laut „Sitz“ und „Platz“ ruft. Aber so isses eben und rumjammern bringt sowie nix.

Montag Nachmittag war ich in Downtown und habe einem der zwei letzten noch in San Francisco verbleibenden Gap Stores einen Besuch abgestattet. Kaum zu glauben, die Läden waren mal überall und oft riesengross. Ich habe dennoch eine total tolle Jeans gefunden, die so unfassbar gut sitzt, dass ich überlege, noch eine zweite in einer anderen Farbe zu kaufen. Mal sehen. Der Koffer wird voll.

Dienstag war es mal wieder neblig im Inner Sunset, ich bin dann mit dem N-train bis zum Duboce Park gefahren und von dort aus zur Valencia Street gelaufen. Dort war strahlender Sonnenschein. Echt immer wieder lustig, die unterschiedlichen klimazonen auf relativ kleinem Raum zu erleben.

Während ich dann so die Valencia entlang geschlendert bin, gab es immer mal wieder das eine oder andere Geschäft zu erkunden.

Ich kam an einer Eisdiele namens „Smitten“ vorbei, draussen wurde mit einer Sorte names „cookie dough with pretzel sticks and chocolate chips“ (keksteig mit salzstangen und schokoladenstreuseln) geworben. Das hat direkt meinen eingebauten Speiseeisreflex ausgelöst und ich gönnte mir eine Kugel.

  1. Superlativ – das war mit Sicherheit das leckerster Eis, was ich jemals gegessen habe. Wirklich. Naja, oder vielleicht eins der besten.
  2. Superlativ – mit fast 12 Dollar fuer die eine Kugel war es auch mit grossem Abstand das teuerste Eis meines Lebens.

Apropos, wir muessen mal ueber die Preise reden. Warum die Lage in den USA momentan so ist wie sie ist, faellt einem leichter zu verstehen, wenn man sich mal das Preisgefüge im Supermarkt anschaut. Die Schweiz ist ein Discountladen dagegen, und die Menschen sind auf einen Menschen hereingefallen, der gesagt hat, genau das innerhalb eines Tages zu verändern.

Fuer einen grossen Becher Joghurt darf man fast 7 Dollar zahlen, ein halbes Pfund Butter bekommt man fuer 4-5 Dollar. Die berühmten Eierpreise sind allerdings leicht gesunken, 12 Bio Eier bekommt man schon ab 7-8 Dollar 😉. Essen gehen ist auch soo teuer geworden, dass man es eigentlich eher vermeidet. Wirklich schade ist das.

Ups, jetzt bin ich kurz abgeschweift.  Aber die Tage sind eigentlich auch beide auserzaehlt. Wobei eine Sache wollte ich noch erzählen, nämlich von einem lustigen Abend, an dem wir gemeinsam Frau Zs Kleiderschrank ein bisschen ausgemistet haben. Wir hatten eine Menge spass dabei und waren trotz heftigem Gelächter auch sehr effektiv.

Momentan sitze ich gerade mit Frau Z in einem ruckeligen Bus auf dem Weg nach San Luis Obispo. Die Fahrt zieht sich. Doch davon erzähle ich dann  nächsten Beitrag.

Spaziergänge und Eisbaden in San Francisco

Nachdem ich am Freitag morgen erst mal ein längeres Schläfchen gemacht habe, habe ich mir ein Tagesticket für Bus und Bahn gekauft.

Zunächst ging es runter nach Downtown mit dem N-train zur Market/Powell Street. Wollte mir von der Situation vor Ort selbst ein Bild machen. Irgendwie ist San Francisco in letzter Zeit ein bisschen in Verruf geraten.  Auch hier hat Covid seine Spuren hinterlassen und speziell die gegend rund um die Market Street soll sich sehr verändert haben. Zahlreiche Obdachlose und hoher Leerstand ist die Erzählung.

Das mit dem Leerstand stimmt auf jeden Fall. Beim letzten Mal als ich dort war gab es zahlreiche Geschäfte, vor allem mit grossen Ketten wie Gap oder Old Navy. Zahlreiche grosse Flagship Stores reihten sich aneinander entlang der grossen Hauptstraße. Es gab auch eine grosse Mall und mein favorisiertes Schuhgeschäft auf der Powell Street. Aber davon war kaum etwas übrig, zahlreiche leerstehenden Immobilien suchten per Schild nach neuen Mietern.. Das ist schon irgendwie bedrückend.

Dennoch, die Gehwege waren picobello sauber. Da hat wohl jemand aufgeräumt. Obdachlose habe ich kaum gesehen. Angeblich soll sich da auch was ändern in Zukunft. Es scheint einiges in Planung zu sein, um diese Gegend zu revitalisieren.

Mit dem Bus bin ich weiter zur Ecke Fillmore/Geary Street gefahren. Von dort aus bin ich anschliessend die gesamte restliche Fillmore entlang bis zum Meer gelaufen. Das war echt schoen. Man läuft zwar nur auf einer Strasse, erlebt aber immer wieder andere Stadtteile, Eindrücke und Lebensarten.  Angefangen hat es in Japantown, mit zahlreichen japanischen Läden und Restaurants. Es ging weiter entlang kleiner Boutiquen und hübschen Cafes in Pacific Heights, bis runter zum Meer durch den feinen Marina District. Zwischendurch bin ich eingekehrt und habe meinen leeren Magen mit einem sehr leckeren  Burger gefüllt.

Es ging bergauf und irgendwann war die Kuppe erreicht und ein fantastischer Blick auf die Straße herunter bis ans Meer tat sich auf. Nebenan war die Golden Gate Bridge zu sehen und ich war total verzückt. So schoen war das.

Unten am Meer bin ich noch bis zum Fort Myers gelaufen, weil dort noch ein grosser Arts and Craft Store sein sollte. Auf dem Parkplatz davor war dann auf einmal ein kleiner Markt mit lauter Ständen, wo man diverses Kunsthandwerk kaufen konnte. Ein leichtes shopping musste da natürlich sein.

Später am Abend sind wir raus aus der Stadt über die wunderschöne Golden Gate Bridge gefahren und haben Frau Z.s Freund besucht. Dort wartete bereits ein leckeres Abendessen auf uns.

Ganz besonders fasziniert aber war ich von dem traumhaften Haus von Mr. W. Wow, so toll gelegen, mitten in der Natur, mit einer grossen Terrasse mit Blick auf die Baumwipfel.

Ein besonders Highlight des Tages war die grosse Badewanne auf der Terrasse, mit einer aktiv heruntergekuehlten Wassertemperatur von 6 Grad. Ein Cold Plunge. Yippie yay, da habe ich ja was fuer übrig.  Ich war natürlich vorbereitet und zog gleich meinen Badeanzug an. Kalt wars, und ich muss zugeben, dass so eine Eiswanne noch mal eine Spur krasser ist, als ein See mit der gleichen Temperatur. Warum kann ich nicht sagen, aber nach etwa 5 Minuten hatte ich genug. Das gefuehl am ganzen Körper danach ist gigantisch und ich haette sowas natürlich auch gerne zuhause. Ob ich Kai dazu überreden kann? 😂😂😂

Einreiseformalitäten

Habe gerade einen kleinen suessen Coffeeshop gefunden und mir erst mal einen Cappuccino gegoennt. Jetzt sitze ich draussen auf einer Bank mit Blick auf den Buena Vista Park und kriege das Dauergrinsen gar nicht so richtig aus meinem Gesicht. Ich bin einfach verdammt happy, nach so langer Zeit mal wieder hier zu sein.

Wie war die Einreise? Das ist sicher  eine Frage die mir zuhause noch einige Male gestellt werden wird. Selten habe ich vor einer Reise so viel ungläubiges Kopfschütteln bekommen, wenn ich erzählt habe, wo ich hin will. Zahlreiche Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen sollte ich ergreifen und am besten nur ein Wegwerfhandy mitnehmen. Ach ja, irgendwann war ich dann selbst total verunsichert, bis ich spontan entschieden habe, mich nicht länger verrückt machen zu lassen.

Was soll ich sagen, die Einreise war kurz und schmerzlos. Der Beamte war wie immer bestimmt und dennoch freundlich. Und der Zoll war sowieso geschlossen. Also alles gut und ich durfte einreisen.

Draussen hat mich auch direkt meine Freundin abgeholt und wir haben uns erstmal heftig umarmt. Von da ab standen unsere Münder nicht mehr still. Irgendwie hatten wir beide das Gefuehl, sofort ganz viele Dinge erzählen zu muessen. Lustig war, daß sie fest im Glaube war, ich käme erst am 29. an. Erst als ich vom Abfluggate in Frankfurt eine kurze Nachricht geschickt habe, hat sie leicht panisch realisiert, dass ich einen Tag frueher ankomme als gedacht 😂.

Gleich sind wir in Ihre wunderschöne neue Wohnung gefahren. Diese liegt im Inner Sunset in unmittelbarer Nähe zum Golden Gate Park und die Aussicht ist einfach fantastisch.

Ab jetzt hieß es wachbleiben und der suessen Versuchung nicht nachzugeben, ein kleines Nickerchen zu machen. Denn auch wenn ich bereits seit 16 Stunden auf den Beinen war, war es in San Francisco erst Nachmittag. So sind wir mit einem Kaffee in den Park gegangen, haben uns auf die Tribünen eines Baseballfelds gesetzt und einfach ohne Unterbrechung weiter geplappert.

Dann hat sie mir eröffnet, dass sie am Abend noch auf eine Farewell Party einer Freundin eingeladen ist. So um 7, und ich soll doch mitkommen. Ähem, jou, was?

Ich sach noch so, nee, das schaffe ich sicher nicht mehr. Aber plötzlich war es 7 und ich war immer noch voller Willkommensadrenalin und so fanden wir uns fröhlich weiterquatschend auf einer kleinen Party und waren am Ende sogar die letzten Gäste. Wer hätte das gedacht.

Die Wohnung, in der ihre Freundin wohnt, ist auch noch unbedingt erwähnenswert, denn dort gab es einen bezaubernden Blick auf den grossen Pazifischen Ozean.

Zuhause haben wir noch mein Gemach fuer die Nacht bereitet und dann bin ich direkt in die stabile Seitenlage gefallen und auf der Stelle eingeschlafen.

Um 4 war ich erst mal wach und habe meinen ersten Blogbeitrag erstellt. Dank einer kleinen Melatonin Tablette konnte ich noch bis 8 Uhr weiterschlafen.

Wie gesagt, ich sitze gerade tippend auf  einer Bank draussen. Es ist vier Uhr nachmittags. Meine innere Uhr will aber eigentlich den Nachschlaf. Auweia, Jet Lag, it’s real. Hoffentlich ist das bald rum.

Anflug auf San Francisco

Huiuiui, ich sitze gerade im Flieger im Landeanflug auf eine der schönsten Städte der Welt. Kann es noch gar nicht glauben, nach so langer Zeit mal wieder amerikanischen Boden zu betreten.

Das tollste ist aber, dass ich gleich eine meiner allerbesten Freundinnen treffe. Wir kennen uns vom Studium und sie lebt dort seit ca. 30 Jahren. Unsere Freundschaft hat dank all der technologischen Entwicklungen der letzten 3 Jahrzehnte so lange stand gehalten. Vom Fax, ueber e-mail, WhatsApp und Skype. Ich hin dankbar dafür.

Ich sitze auf der rechten Seite des Flugzeugs und sehe den pazifischen Ozean, links kann man angeblich einen Blick auf die Golden Gate Bridge erhaschen. Ich gehe aber davon aus, dass sich noch der eine oder andere Blick im Laufe der naechsten 2 Wochen ergeben wird.

Die Reise hierher hatte ich schon vor längerem gebucht und weil ich ja auch nicht jünger werde, habe ich mir ein Upgrade auf die Premium Economy gegönnt. Allein die Vorfreude darauf war den relativen akzeptablen Aufpreis wert. Jetzt nach fast 11 Stunden Flug kann ich sagen, ich wuerde es auf einem Langstreckenfkug jederzeit wieder buchen. Die 15cm mehr Beinfreiheit sind jeden Cent wert. Vor allem wenn man gross ist. Ich habe ein bisschen gedöst, zwei Filme und die ersten Folgen der Morning Show geschaut. Es gab lecker Mittagessen und  überhaupt war es ein super ruhiger und angenehmer Flug.

Gestern Abend habe ich schon online eingecheckt und heute morgen am Frankfurter Flughafen haette ich meinen Koffer einfach in eine der neuen Drop off Boxen abgeben koennen. Aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, an der langen Schlange an den Schaltern einmal die  Priority Lane zu benutzen 😉

Ach ja, gleich sind wir da und meine Vorfreude ist riesig.

Zimmer mit Meerblick

Am nächsten Morgen zeigten sich bereits um 6 Uhr früh die ersten Lichtschlitze hinter dem Verdunklungsvorhang. Neugierig tapste ich schlaftrunken nach vorne und traute meinen Augen nicht. Der versprochene seitliche Meerblick zeigte sich als frontale direkte Ansicht auf den Strand und dahinter das Meer. Und dann auch noch eine Sonne, die sich langsam aber sicher am Horizont zeigen wollte. Wunderschön!!!! Ich machte ein frühmorgendliches Freudentänzchen, denn es war einfach unerwartet und dafür umso großartiger.

Dennoch war der Tag noch viel zu jung, um sich nicht doch noch mal ins Bett zu legen. Gegen neun weckte mich Kai mit einem dampfend heißen Kaffee, den wir auf unserem schoenen Balkon genossen (ich frage demnächst mal bei Bastei Luebbe ob ich nicht anfangen sollte, Groschenromane zu schreiben 😉)

Nach dem Fruehstueck packten wir alles zusammen und liefen vor zum Strand. Dieser ist etwas neben der Anlage, da direkt vor uns alles voller Korallen ist und da kann man natürlich nicht rein. Fuer mich der beste Grund, die paar Meter zu laufen. Wie es sich aber fuer eine Anlage dieser Art gehört, gibt es natürlich auch eine kleine Bimmelbahn, die im 10 Minutentakt verkehrt.

Vorne am Strand war es schon recht gut besucht, aber wir fanden noch ein freies Plätzchen. Zum lange Rumliegen kamen wir aber nicht, denn wir waren beide viel zu neugierig auf unseren ersten Ausflug zum Schnorcheln. Dieses besondere Erlebnis hat aber einen eigenen Beitrag verdient. Der folgt in Kürze.

Da ich in diesem Urlaub noch Geburtstag haben werde, war es Kais Plan, mich nach Strich und Faden zu verwöhnen. Ich bekam fuer den Nachmittag eine erste Massage verordnet, die wirklich sehr entspannend und angenehm war. Als wir draussen bezahlen wollten, kam ein weiterer findiger Geschäftsmann und erzählte Kai, wie er seine Frau in nur zwei Stunden noch schöner machen und um 10 Jahre verjüngen wuerde. Haha, sehr lustig und doch auch irgendwie charmant. Mein Mann bejahte und ich bekam im Anschluss noch eine Mani- und Pediküre sowie eine vollständige Gesichtsbehandlung mit Augenbrauen zupfen in Fadentechtik und dem anschließenden Färben mit Henna.

Den ganzen Tag wurde ich also gepudert und gepampert und am Abend war ich dementsprechend tiefenentspannt.

Im kleinen ägyptischen Schönheitssalon war es sehr lustig und nett. Alle waren total freundlich und man kam schnell ins Gespräch. Ein junger Mann fragte, wo ich herkommen und als er „Frankfurt“ hörte, leuchteten seine Augen. Denn das kannte er, weil dort ein ägyptischer Spieler namens Marmoush fuer die Eintracht spielt. Als mir dann der naechste die gleiche Frage stellt, erklärte ich ihm stolz, dass ich in Frankfurt lebe, wo Marmoush spielt 😂😂

Sehr beeindruckt von meinem Wissen wollte er mich gleich in ein Gespräch ueber europäischen Fussball verwickeln. Auweia, da musste ich dann leider zugeben, dass ich keine Ahnung hatte 😉

Das Abendessen fand wie immer im grossen Saal statt, doch gottseidank gibt es auch ein paar Tische draussen, wo es immer noch ein freies Plätzchen gibt. Abschließend genehmigte sich Kai an der Bar noch einen Cocktail und ich einen Cappuccino und schon am ersten Tag scheint sich hier ein kleines Urlaubsritual abzuzeichnen.

Ganz pauschal am Roten Meer

Nachdem wir Beide am Montag und Dienstag noch im kalten vorweihnachtlichen Deutschland hinter unseren Schreibtischen saßen, ging es Mittwoch früh um 8 zum Flughafen. Von dort sollte es fuer zwei Wochen nach Marsa Alam in Ägypten gehen.

Das ist irgendwie eine sehr ungewoehnliche Reisezeit fuer unsere Verhältnisse. Kann mich nicht erinnern, im Dezember schon mal nennenswerte Urlaube gemacht zu haben. Grundsätzlich geniesse ich die Vorweihnachtszeit immer sehr zuhause. Gemütlich bei Kerzenlicht, Plätzchen backen, alles kitschig dekoriert und auf diversen Weihnachtsmärkten Glühwein, Bratwurst und Schoko Popcorn verspeisen. Aber dieses Jahr ist irgendwie alles ein bisschen anders.

Ich war ja zu Beginn des Jahre bis Ende August (inklusive Wiedereingliederung) im Krankenstand. Und nun will es das Gesetz, dass mir trotzdem noch der gesamte Jahresurlaub zusteht. Das mag man fair finden oder nicht, aber wer sind wir, uns gegen den Gesetzgeber aufzulehnen? 😉

Da Kai dementsprechend auch noch einen angehäuften Vorrat an Urlaubstagen hatte und wir beide in unseren Firmen dazu angehalten sind, diese möglichst bis Jahresende zu verbrauchen, blieb uns quasi keine andere Wahl. Wir mussten noch mal weg.

Die Wahl fiel auf das Rote Meer. Es ist relativ nahe, die Flugzeit ist entsprechend kurz (ca 4,5 Stunden) aber es ist dennoch noch warm und sonnig.

So langsam gehe ich in die letzte Erklärungsrunde, denn auch die Art des gesamten Urlaubs ist wirklich  sehr ungewöhnlich fuer uns. Wir haben nämlich zwei Wochen Pauschal + All Inclusive gebucht. Noch nie gemacht und bisher auch immer total verweigert. Aber vielleicht ist das ja nach meinem ständigen Kampf gegen die Erschöpfung ganz angenehm. Wir werden sehen.

Am späten Vormittag ging es also am Mittwoch los und mit einer Stunde Zeitverschiebung kamen wir pünktlich zum Sonnenuntergang am kleinen Flughafen von Marsa Alam an.

Die Einreise ging total schnell, wir kauften jeder ein Visum fuer 25 Euro und draussen wartete schon ein Kleinbus auf uns. Pauschal eben… und irgendwie auch ganz bequem. Nur etwa 20 Minuten später kamen wir an unserem neuen Zuhause fuer die nächsten 2 Wochen an, dem Hilton Nubian Resort Marsa Alam. Dafür haben wir uns entschieden, weil es mit knapp 450 Betten eine der kleineren Anlagen am Roten Meer ist 🤣🤣🤣

Nach dem Check in ging es mit dem Club Car in unser  Zimmer mit Balkon  und ich war neugierig auf den Ausblick. Denn Zimmer mit Meerblick sind in dieser Anlage selten, aber dennoch sollten wir angeblich seitliche Sicht aufs blaue Meer haben. Noch konnten wir aber nichts sehen, draussen war es bereits tiefschwarze Nacht.

Es war schon Zeit fürs Abendessen und hier muss ich gestehen, habe ich doch arg mit der Gesamtsituation gefremdelt. Das schönste ist es eigentlich immer, direkt am ersten Abend die Umgebung zu erkunden und in einem kleinen gemütlichen Lokal ortstypische Kost zu verspeisen. Hier fanden wir aber das Gegenteil, einen monströsen Speisesaal mit (an diesem Abend) internationalen Spezialitäten und dem entsprechenden Publikum.

Irgendwie tat ich mir an diesem Abend schwer damit und ich war auch mittlerweile muede und leicht quengelig. Aber was solls, wir wussten ja vorher, worauf wir uns einlassen und man wird satt 😂 Das Nachspeisebuffet sah allerdings wirklich sehr vielversprechend aus.

Mit unseren All Inklusive Baendechen, die man uns beim Check In ums Handgelenk gebunden hatte, konnten wir danach noch an der Bar einen (oder zwei…) Cocktails trinken und danach fielen wir muede in die sehr bequemen Betten. Wir waren gespannt auf die nächsten Tage.

Hej Hej* Dänemark

Am Dienstag brach leider unser allerletzter voller Tag an, in unserem kleinen hyggeligen Ferienhäuschen irgendwo im nirgendwo.

Wir hatten die ganze Zeit ein wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Tagsüber war es meist warm und spätsommerlich. Man merkte dennoch wie der Herbst so langsam aber sicher seine Zeichen in der Natur setzte.

Wie an jedem Morgen war es kalt und es hing noch der Nebel aus der Nacht  in der Luft. Der Morgentau war besonders da sichtbar, wo die Spinnennetze in den ersten Sonnenstrahlen des Tages glitzerten. Kai hat uns, wie so oft, ein Feuer im Kaminofen angezündet und während die Flammen knisterten, genossen wir unseren Kaffee auf den gemütlichen Ohrensesseln und erfreuten und nochmals an dem beruhigenden Blick in die Landschaft. Es ist wirklich Balsam fuer die Seele.

Während Kai am späten Vormittag einen ausgiebigen Spaziergang am Meer machte, besuchte ich ganz kurzfristig ein letztes Mal die Schaltzentrale von Holst Garn, damit ich mir noch ein paar Farbkarten kaufen konnte.

Nachmittags begannen wir so langsam mit dem Aufräumen und packen. Kai entdeckte dabei den Fensterwischer und rief ganz aufgeregt durch die Wohnung „das macht Spaß, so habe ich noch nie Fenster geputzt“. Ich sagte, Schatz, so etwas habe wir auch zuhause, da kannst du gerne weitermachen 😂. Es hat ihm jedenfalls so viel Spaß gemacht, dass in kürzester Zeit alle Fenster sauber waren.

Zum Sonnenuntergang sind wir am Abend ein letztes Mal ans Meer gelaufen. Es war einfach nochmal wunderschön und die friedliche Stimmung in den Duenen an diesem Abend wird uns hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Ehrlichgesagt war ich schon ein bisschen (sehr viel) traurig, dass wir dieses Paradies schon wieder verlassen muessen. Keine Ahnung wann es diesen „shift“ in der Urlaubswahrnehmung gegeben hat. Aber die Ruhe hat uns beiden sehr gut getan.

Unser Plan ist es, uns in den nächsten Jahren aktiv um ein Wohnmobil zu kümmern und dabei Europa ausgiebig zu bereisen. Mal sehen ob das was wird. Wir freuen uns jedenfalls drauf.

*Hej Hej = Dänisch fuer Tschüss 🥰

Aalborg „Paris des Nordens“

Es ist Montag früh und unsere wunderschönen Tage in Dänemark sind langsam gezählt. Doch das beste kommt bekanntlich zum Schluss und so fuhren wie bei bedecktem Himmel und leichtem Nieselregen nach Aalborg.

Nachdem wir uns am Rande der Innenstadt sauber weggeparkt haben, liefen wir ein bisschen durch die schnuckligen  Straßen und Gassen und so langsam brachen die Wolken auf und es wurde ein schöner sonniger Tag. Ein Blick in die Geschäfte offenbarte, dass die Dänische Kultur nicht umsonst sehr oft zeichengebend fuer Inneneinrichtung und Kleidung ist. Alles sieht sehr schoen aus und trifft genau meinen Geschmack.

Zielsicher führte ich uns in Richtung Wasser, wo am Limfjord eine weitläufige Uferpromenade mit moderner Architektur und Cafés und Restaurants zu finden war. Es ging noch ein Stückchen weiter links, dann wieder die Straßen hoch und schwups, oh, total verrückt, so ein Zufall… Ein Wollgeschäft 😂

Dem Garncafe Madsine folge ich schon seit einigen Jahren auf Instagram und es war natürlich klar, dass ich da hin wollte. Und natürlich hatte ich Kai meinen Plan schon vorher offenbart 😉

Es war berauschend, so ein wunderschöner Laden. Ich liebte es und fasste mich dennoch kurz, weil ich die Geduld meines Gatten nicht ueberstrapazieren wollte. Er wartete geduldig draussen in der Sonne und bekam dafür sogar Anerkennung von den Damen im Laden. Ich kaufte schnell noch ein paar Fasern in meiner derzeitigen Lieblingsfarbkombination Flieder/Tomatenrot ein und danach gab’s erstmal einen Kaffee in einem sehr stylischen Lokal direkt ums Eck.

Um drei am Nachmittag waren wir dann verabredet. Eine gute Bekannte aus der Strickwelt lebt in Aalborg und wir hatten uns schon länger nicht mehr gesehen. Umso mehr freute ich mich auf ein Wiedersehen. Wir trafen uns hoch oben auf der Dachterrasse des Kaufhauses Salling mit Blick ueber die Stadt.

Wir quatschen und tranken Kaffee und es war ein schöner Nachmittag, der noch in ein gemeinsames Abendessen mündete. Danach hieß es schon wieder Abschied nehmen und wir hofften, dass wir uns bald mal wiedersehen.

Der Tag in Aalborg war einfach schoen. Die Stadt ist wirklich ganz bezaubernd und ich glaube es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Wir haben beide immer mehr das Gefuehl, mit dem Norden Dänemarks noch lange nicht fertig zu sein.