„Eisbaden“ in der Nordsee

Es war irgendwann Ende des letzten Jahres, als meine Erschöpfung auf dem Höhepunkt war, und ich tagelang nichts anderes konnte als nur im Bett zu liegen. Selbst aufrecht auf der Couch sitzen und stricken war zu anstrengend. Ich vertrieb mir die Zeit oft stundenlang mit dem Anschauen von Reisevideos auf Youtube. Dabei stiess ich auf einen Kanal, wo ein Paar eine Reise auf einem Schiff in der Arktis machte.

Auf diesen Reisen gehört es scheinbar zur Tradition, einen sogenannten „Polar Plunge“ zu machen. Man springt einfach so ins kurz vor dem Gefrierpunkt befindliche eiskalte Wasser. Dazu gibt es Musik und gute Laune und ich beneidete die Energie, die diese Menschen hatten. Irgendwie konnte ich mir kaum vorstellen, dass ein menschlicher Körper das überhaupt aushalten kann. Dennoch ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los.

Eisbaden ist ja ein absoluter Trend, der schon seit geraumer Zeit aus den skandinavischen Ländern zu uns herüber svhwappt. Ich fing an zu recherchieren und stiess dabei auf die sogenannten Kältekammern, die derzeit überall aus dem Boden schießen (scheinbar ein Nachfolger der Sonnenstudios aus den 80ern und 90ern ;-)

Anfang Januar meldete ich mich dort an und war direkt nach dem ersten Aufenthalt von 4 Minuten bei – 85 Grad so begeistert, dass ich gleich eine Zehnerkarte kaufte. Nach ein paar Wochen steigerte ich mich dann auf -110 Grad mit Vorkammer. Ein Wahnsinn. Jedes Mal danach fühlte sich der ganze Körper fuer etwa 2 Stunden so toll an, als waere man 30 Jahre jünger ;-)

Als ich im April fuer 7 Wochen in Reha in Bad Saulgau ging, gab es dort ganz früh am Morgen jeden Tag Kneippsche Güsse. Dabei war man in Badekleidung und wurde (wenn man es wollte) von Kopf bis Fuß mit einem Schlauch abgegossen. Das Wasser war 8 Grad kalt. Das war zwar jeden Morgen eine neue Überwindung aber ich wurde beinahe süchtig danach.

Seitdem ich wieder zuhause bin, dusche ich jeden Tag so kalt, wie es das Frankfurter Wasser hergibt. Ich liebe es einfach.

So und jetzt sind wir endlich wieder in der Gegenwart. Am Samstag waren wir nämlich bei herrlich sonnigem Wetter in der nicht mehr ganz so warmen Nordsee baden. Die Wassertemperatur beträgt laut Internet zur Zeit etwa 16 Grad. Ich haette mir das nie zugetraut, normalerweise konnte man mich damit weit weg jagen. Aber auf einmal geht es. Ohne Unterbrechung bin ich direkt in die Fluten gesprungen und schwamm einige Minuten herum. Es war eine Freude. Kai war übrigens auch im Wasser. Aber maximal 10 Sekunden. Dann wurde es ihm zu kalt ;-)

Ich will jedenfalls weitermachen. Immer kälter soll es werden. Im Internet habe ich eine Gruppe aus Frankfurt gefunden, die sich ab Oktober ueber die gesamten Wintermonate immer Samstags zum Winterbaden treffen. Da möchte ich mich gerne anmelden. Mal schauen, zu welchen Temperaturen ich noch fähig bin.

Warum ich das mache fragst du? Weil es mir gegen die Erschöpfung hilft und sich einfach so richtig gut anfuehlt.

Roadtrip nach Skagen

Freitag war ein neuer wundervoller sonniger Tag und wir haben überlegt, was wir machen. Zur Auswahl standen Aalborg oder Skagen.

Mit einer Strickfreundschaft aus Aalborg hatte ich kurzfristig  ausgemacht, dass wir uns am Montag dort treffen wollen. Also fiel die Auswahl auf die Nordspitze Dänemarks.

Direkt auf dem Weg dorthin, in Tversted war ausserdem das von meiner Bekannten als „schönstes Wollgeschäft, dass sie jemals gesehen hat“ angepriesene Hauptquartier von Isager, von dem ich gestern schon berichtet hatte. Ausserdem wurde uns das Eis am Strand von Tversted im Blauen Haus angepriesen.

Beides haben wir also ordnungsgemäß abgearbeitet 😉, und das Eis war wirklich sehr lecker. Ich habe wieder die schmackhaften Lakritzstreusel genommen, fuer Kai gab es ein Topping aus Haselnusskrokant.

Weiter ging die Fahrt auf schnurgerader Strecke nach Skagen. Dort treffen Ost- und Nordsee aufeinander. Und weil dieser Ort so bekannt ist, und dort sogar Kreuzfahrtschiffe halten, war es entsprechend voller als sonst irgendwie in Nordjütland. Es gab sogar koreanische Reisegruppen mit einem Reiseleiter, der eine Flagge als Orientierung hochhielt.

Es war trotz der ungewohnten Menschenmengen wunderschön. Ganz oben gibt es dann den Punkt, an dem man wirklich sehen kann, wie die Wellen der beiden Meere gegeneinander laufen. In der Regel macht man dort das Bild wo man mit jeweils einem Bein in der Nord- und dem anderen Bein in der Ostsee steht. Das ging aber dieses Mal nicht, weil vorne eine kleine Robbenkolonie an der Spitze saß und sich die Sonne auf den Pelz brennen ließ. Sind die vielleicht suess. Ich bin dankbar, dass mein Handy so gut heranzoomen kann.

Auf dem Rueckweg haben wir noch einen kurzen Stop an der Råbjerg Mile gemacht, eine unter Naturschutz stehende Wanderduene, die sich jedes Jahr um ca. 15 Meter ostwärts bewegt. Sie ist in etwa 120 ha gross.

So, und jetzt noch die Bilder des Tages und ab damit ins Netz.

Blokhus

Hin und wieder machen wir doch mal einen kleinen Ausflug. So waren wir zum Beispiel am Mittwoch im kleinen Nachbarort Blokhus. Dort gibt es, wie eigentlich an der gesamten Küste von Nordjütland einen langen, breiten Sandstrand mit einer sehr pittoresken Dünenlandschaft im Hintergrund.

Das besondere an diesen Stränden ist, dass man dort im Auto entlangfahren und parken kann. Man hält einfach irgendwo und parkt und dann werden die Stühle und Tische ausgepackt und man genießt das Leben am Meer. Witzig ist das irgendwie.

Eine weitere Besonderheit hier sind die kleinen weißen Badehäuschen am Strand. Man kann sie nur durch Vererben oder ganz viel Glück ergattern. Die Nutzung ist reglementiert. Man darf dort nicht übernachten und sie muessen in jedem Jahr neu weiss angestrichen werden. Zusammen mit dem blauen Wolkenhimmel, dem Sand und dem Meer ist das eine ganz zauberhafte Szenerie.

Eine weitere Spezialität hier in Dänemark ist das Softeis. Ich habe ja schon als Kind Softeis immer sehr geliebt. Hier bekommt man es, wenn man mag, mit allerlei Toppings bestreut. Mein persönlicher Favorit sind die Lakritzstreusel. Wenn du sowohl herrlich cremiges Softeis und leicht salziges Lakritz magst, dann wirst du diese Kombination lieben.

Anschließend waren wir noch im Supermarkt und haben uns mit ein paar notwendigen Dingen versorgt und am späten Nachmittag ging es wieder zurueck in unser kleines Ferienhäuschen.

Nordjytland

Endlich, endlich sollte es zum eigentlichen Ziel unserer Reise gehen, hoch in den Norden Dänemarks, irgendwo an der Nordseeküste in der Nähe eines kleinen Oertchens namens Blokhus.

Lange zuvor hatte ich dem Gatten schon die Aufgabe gegeben, uns ein kleines freistehendes Häuschen mit NIX drumrum zu finden. Fuer Kai hat das Suchen eines Feriendomizils in etwa die gleiche Bedeutung wie für mich das Stricken. Er liebt es, ewig lang durchs Internet zu grasen und tolle Orte zu finden.

Diese einsame Hütte war ein grosser Wunsch meinerseits. Ich habe tagelang davon geschwärmt und schwadroniert. Als er mir unser Haus dann eines Tages im Internet gezeigt hat, war es Liebe auf den 1. Blick.

Gegen halb vier am Montag  errichten wie unser kleines neues Zuhause fuer die nächsten 10 Tage und ich war erstmal sprachlos. Bilder koennen ja oft viel erzählen. Aber hier sah es genauso aus, wie wir uns das vorgestellt haben. Vor lauter Freude habe ich auch erstmal wieder ein paar Tränchen verdrückt.

Innen ist es gemütlich eingerichtet, es gibt ein Wohnzimmer mit Kaminofen, eine kleine Küche, Bad und ein Schlafzimmer im Erdgeschoss. Darüber liegend, ueber eine sogenannte Sambatreppe erreichbar, gibt es noch zwei kleine Kammern mit jeweils zwei Betten.

Am tollsten ist aber die vollflächig verglaste Vorderfront des Hauses mit der breiten Schiebetür. Davor stehen zwei grosse gemütliche Lehnsessel und der absolut unverbaute Blick auf die Dünenlandschaft. Im Hintergrund kann man sogar das Meer tösen hören, obwohl es ca. 400 Meter weg ist. Ein lange gehegter Traum geht in Erfüllung.

Fest steht, dieser Urlaub ist anders als alles was wir bisher gemacht haben. Es gibt nicht viel Programm, wir haben uns zwei Puzzle mitgenommen, Bücher und ich natürlich mein Strickzeug.

Wir wollen es dieses Mal ruhig und gemütlich haben, das wird uns beiden gut tun, da bin ich sicher.

Flensburg

Nach dem Frühstück am Sonntag morgen (Shoutout to Ibis Alsterring fuer eine Waffel-selbstmach-Anlage) fuhren wir weiter. Es ging immer höher in den Norden fast bis zum Ende der Deutschen Grenze.

Wir wollten uns Flensburg anschauen und hier noch einmal übernachten. Die kurzen Etappen machen zum einen mehr Spaß, zum anderen waere  alles andere fuer mich momentan viel zu anstrengend.

In Flensburg konnten wir erstmal nicht ins Hotel einchecken, da wir noch viel zu früh waren. So nutzen wir die Gelegenheit, einen ersten Spaziergang durch die nordische Kleinstadt zu machen, und unterwegs unser erstes Flens zu trinken. Auch wenn es noch so früh am Tage war, es hat gezischt und die Sonne lachte vom Himmel. Wer haette gedacht, dass es Anfang September hier oben noch so schoen warm ist.

Um drei durften wir endlich ins Zimmer und ich konnte die Batterien wieder ein bisschen auffüllen. Der Mittagsschlaf ist mittlerweile zum festen Bestandteil meiner Tagesroutine geworden und ermöglicht mir, auch den zweiten Teil des Tages einigermaßen zu genießen.

Nach dem Nap und einer frischen Dusche liefen wir draussen noch ein bisschen umher und genossen die wunderschöne Abendstimmung  am Hafen. Flensburg gefällt uns wirklich gut, ein sehr hübsches Städtchen mit etwa 90.000 Einwohnern, welches wir sehr fuer einen Besuch empfehlen koennen.

Am Abend gab es dann Backfisch mit Kartoffelsalat fuer Kai und Fish & Chips fuer mich. Dazu ein dunkles Flens fuer den Herrn und ich trank ein Alsterwasser mit Mineralwasser verdünnt. Eine Radlershorle sozusagen. Nicht so suess und sehr erfrischend.

Es war mal wieder ein toller Tag und am Ende freuten wir uns dann doch ganz doll, dass es am Montag endlich nach Dänemark gehen soll. Stay tuned…

Hamburg + Hochzeitsdecken

Samstag sind direkt nach dem Fruehstueck in Richtung Norden aufgebrochen. Unser nächstes Etappenziel war Hamburg. Dort hatten wir uns mit meiner Strickfreundin (der Braut aus Indien) auf einen Kurzbesuch  verabredet. Der Plan war ausserdem, ihr endlich unser gemeinsames Hochzeitsgeschenk zu überreichen, welches ich zusammen mit meiner in Spanien lebenden Strickfreundin hergestellt habe. Eine gehaekelte Decke in der stundenlange Arbeit, Freundschaft und ganz viel Liebe drinsteckt.

Am Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel und ich musste mich erstmal wieder hinlegen. Auch wenn ich nur Beifahrerin war, aber durch die chronische Erschöpfung macht mich sogar das furchtbar muede.

Nach dem Powernap fuhren wir mit der Bahn nach Elmsbüttel und ich freute mich ganz doll auf das Wiedersehen. In der Wohnung angekommen, haben wir erstmal Spanien per Videochat hinzugerufen und die grosse Deckenuebergabe fand statt. Wir hoffen, dass sie lange Freude daran hat.

Nach dem Chat sind wir durch die tolle Nachbarschaft gelaufen, und haben in dieser lauen Spätsommernacht Tapas kauend und schwätzend einen schoenen Abend verbracht. Hamburg ist einfach toll. Hier koennte ich auch leben.

Happy Diwali

Gerade sitze ich ein bisschen traurig am Pool und hänge meinen Gedanken an diese wunderschöne Zeit in Indien nach. Heute Nachmittag holt uns hier ein Taxi ab und bringt uns zum Flughafen nach Kochi. Von dort geht dann heute Abend der Flieger zurück nach Frankfurt, mit Zwischenstop in Abu Dhabi.

Gestern hatten wir nochmal einen richtig schoenen Tag, der mit leckersten Frühstück begann. Ich bekam einen Stapel French Toast mit ganz vielen frischen Früchten. Besonders die saftig süßen Papayas haben es mir sehr angetan. Die bekommt man in dieser Qualität in Deutschland einfach nicht.

Nach dem Frühstück haben wir uns eins der Kanus gemietet, mit denen man direkt vom Kanal am Hotel aus bis vorne ans Meer rudern kann. Das hat grossen Spass gemacht und man konnte auf diese Weise die sehr lebendige Vogelwelt entlang des dicht bewachsenen Ufers bewundern. Schwarze Kormorane und weisse Kraniche waren dabei am häufigsten zu sehen. Vorne am Meer gab es eine flache Stelle, an der wir anlegen konnten um noch ein bisschen die Seeluft einzuatmen.

Danach gab’s Pool und Schläfchen as usual. Nachmittags hatte ich mir eigentlich nochmal eine Ayurveda Massage gebucht. Wegen andauernd anhaltender reger Tätigkeiten im Gedärm habe ich allerdings davon abgesehen. Das war mir doch etwas zu heikel.

Fuer den Nachmittag wollten wir fuer unseren letzten Abend in Indien noch mal nach Alleppey fahren. Leider war weit und breit keine Riksha in Sicht und auch eine Bestellung per Uber hatte keinen Erfolg. Irgendwann hatten wir aber Glueck, denn ein Fahrer brachte gerade zwei andere Touristinnen ins Hotel. So konnten wir schnell tauschen, bevor erneut der abendliche sintflutartige Regen einsetzte.

Wir wollten eigentlich schauen, ob es vielleicht ein paar Lichter fuer Diwali zu sehen gab, aber der Regen schien dies nicht zuzulassen. So bummelten wir einfach so durch die sehr nassen Strassen und gingen ein bisschen shoppen.

Eine Leserin des Blogs hatte mich spontan angeschrieben, ob ich ihr nicht auch so ein buntes Gewand mit nach Hause bringen könnte. Nachdem sich also dieses spontane Shoppingfenster ergeben hatte und ich nochmals einen Laden mit den buntesten Kurtas fand, rief ich sie spontan per Videochat an und wir suchten gemeinsam aus.

Da wir ungefähr die gleiche Grösse haben, entschied ich, ein Kleid zu nehmen, welches mir auch passte und gefiel, sollte es ihr dann doch nicht gefallen, behalte ich es einfach für mich. Ein vollkommen selbstloser Akt der Nächstenliebe sozusagen 🤣

Später liessen wir uns noch in ein vegetarisches Restaurant fahren und ich ass zum wiederholten Male mein Lieblingsgericht. Nebenan fanden wir noch verpacktes Parotta Brot, so dass ich es vielleicht doch schaffe, das zuhause mal nachzukochen. Wenn ich das nicht hinkriege muss ich vielleicht mal ganz lieb bei den Nachbarn obendrüber fragen 😉

Mit der Autoriksha ging es wieder zurueck ins Hotel. Ein letzter voller wunderschöner Tag in Indien geht zuende *schneuz* und ich kann es gar nicht glauben, dass die Zeit schon wieder fast rum ist. Obwohl, und das ist ein Gesetz des Reisens, es fühlt sich an, als seien wir schon mindestens einen Monat im Land.

Strand, Pool und Meer

Das wird jetzt sicher ganz schoen langemweilig hier im Blog, denn der erste volle Tag im Flamingo Hotel war eigentlich eine nahezu identische Wiederholung des vorigen Tages ;-)

Mit der Ausnahmen, dass der Donnerstag mit einem leckeren Fruehstueck begann. Der Oberkellner erklärte uns alle Speisen und Getränke, die da so in ihren Metallaschalen herumstanden. Dennoch bot er uns noch zusätzliche mehrere Speisen an, die wir alle noch probieren sollten. So bekam Kai noch einen Masala Dosa frisch zubereitet und ich einen Ghee Roast Dosa. Die dazugehörigen Saucen waren mal wieder ausserordentlich scharf, und ich versuchte alles mit Wasser zu löschen.

Eine kleine Ode an die halbe Packung Tannacomp, die uns die beiden Frankfurter schon bei der Ankunft in Coimbatore geschenkt haben. Ist es denn zu glauben, dass wir ausgerechnet das wichtigste Medikament fuer eine Indienreise vergessen hatten? Alles mögliche haben wir dabei, aber etwas gegen den unvermeidlichen „flotten Otto“ wurde vergessen. Umso dankbarer war ich fuer das Geschenk. Leider ist die Packung leer und die letzten Tage ist wieder Ausnahmezustand ;-)

Nach dem ausgiebigen Frühstück haben wir uns direkt an den Pool verzogen, wo ich endlich mal ein bisschen zum Stricken kam. Das wurde ja in den letzten Tagen sehr vernachlässigt.

Am späten Nachmittag sind wir wieder vor zum Meer gelaufen. Die Gegend hier ist irgendwie mystisch. Mitten im Wald, von Bäumen und Palmen umgeben gibt es kleinere Gemischtwarenläden und immer wieder recht feudale Häuser. Hier scheinen doch einige recht betuchte Inder zu leben.

Vorne am Meer dann wieder die typische lokale abendliche Strandatmosphäre, die fuer uns Touristen geradezu schreit nach einem Cocktail mit ein paar Knabbereien. Aber hier gibt es ausser uns so gut wie keine Touristen und so ist das Geschäftsmodell noch ausbaufähig.

Wir finden einen kleinen Laden und bekommen sogar eine gekühlte Pepsi und ein Packung Tapiokachips. Perfekt fuer den folgenden spektakulären Sonnenuntergang.

Im Hintergrund zog sich der Himmel dann weiter zu und es begann zu donnern und zu blitzen. Schnell liefen wir durch den warmen Tropenregen zurueck ins Hotel, wo wir erneut ein Bad im Hotelpool mit sintflutartigem Regen von oben genossen.

Der Rest des Tages war nun wirklich eine identische Abfolge des Vorabends, mit der Ausnahme, dass Kai frischen Squid bekam ich ein absolut fantastisches Paneer Butter Masala verspeist habe. Heute gab es sogar einen Nachtisch, ich bestellte Gulab Jamun (frittierte Teigbällchen in Zuckersirup) und dazu gab es eine Kugel Butterscotch Icecream, gekrönt von einem indisch zubereiteten Kaffee.

Ruhetag in Alappuzha

Am Dienstag habe ich fuer 6 Uhr frueh den Wecker gestellt, denn da geht hier die Sonne auf. Erstaunlicherweise hat das Aufstehen ganz gut geklappt. Die Sonne bekamen wir zwar irgendwie nicht zu Gesicht, aber der ganze Himmel war lila eingefärbt und die morgendliche Stimmung am Wasser hatte etwas magisches.

Nach einem weiteren kurzen Schläfchen im knochenharten Bett unserer Unterkunft gab es erst mal einen Kaffee auf unserem Balkon und ein Schwätzchen mit unseren Frankfurter Zimmernachbarn. Wie es der Zufall naemlich so wollte waren wir direkt nebeneinander und teilten uns den Balkon.

Man haette zwar auch hier fruehstuecken koennten aber uns allen war nach Rausgehen. Wir liessen uns wieder mit der Autoriksha in die Stadt fahren und fanden ein zauberhaftes Plätzchen direkt am Wasser mit leckerem Fruehstueck. Dieses Mal wieder etwas westlich gepraegt. Denn, das muss ich zugeben, so sehr ich das indische Essen auch liebe, zum Fruehstueck mag ichs gerne europäisch und nicht ganz so scharf.

So gab es Cappuccino, Bananen Lassi und fuer jeden ein Käsesandwich. Wir kamen ins Plaudern und so schlenderten wir in den Tag hinein und irgendwie wurde es immer spaeter, ohne dass man merkte wie die Zeit rumging.

Irgendwann schafften wir es, uns von diesem kleinen wunderbaren Ort loszueisen und gingen noch ein bisschen shoppen.

Der erste Halt führte uns in einen vollklimatisierten Schmuckladen, der auf zwei Stockwerken prunkvollen reinen Goldschmuck anbot. Abgerechnet wird hier nach Gramm und dem tagesaktuellen Goldpreis. Da ich nicht so der Fan von ausladendem Goldschmuck bin, atmete Kai auf, als wir unausgeshoppt den Laden wieder verließen 😂.

In der Nachbarschaft wurde ich allerdings fündig und ein kleiner Zehenring aus Silber fuer umgerechnet ca. 3 Euro durfte mit.

Anschließend gingen wir noch in einen Laden fuer Damenoberbekleidung, weil ich dich noch unbedingt eine schoene bunte Kurti haben wollte. Wenn ich schon mal hier bin. Ich mag lange Tunikablusen sehr gerne und wurde schnell fündig. Als ich die Umkleidekabine verließ raunten die beiden Verkäuferinnen anerkennend (und umsatzfördernd) ueber den ungewohnten Anblick einer grossen (kräftigen) blonden Frau und wollten alle abwechselnd Fotos mit mir. Das war irgendwie suess und von allen Seiten brachten die Damen weitere Kleidungsstücke, die auch in XL Größen verfügbar waren. So schaffte es dann noch eine weisse Bluse mit Stickerei und ein dunkelgrüner Wickelrock (Dothi) ins Einkaufskörbchen. Alles fuer umgerechnet 20 Euro. Kannste nix sagen ;-)

Wieder zurück im Hotel stand am Nachmittag der Termin fuer eine Ganzkörper Ayurveda Massage an, die ich vormittags gebucht hatte. Ich ging also nach unten und durfte mich zunächst mal komplett freimachen und bekam fuer den Unterleib eine Art Stringtanga aus Papier. Ein etwa 50cm langer und 10cm breiter Papierfetzen mit einer Schnur dran. Nee, Hemmungen sollte man nicht haben ;-) Aber fuer einen interessanten Blogbeitrag tue ich ja alles ;-)

Ich wusste ja, dass bei einer Ayurveda Massage viel Öl im Spiel ist, dachte noch, die Haare bleiben sicher verschont. Aber mitnichten. Das Haargummi wurde entfernt und schon hätte ich eine ganze Kelle Öl auf dem Kopf. Die anschließende Kopfmassage war aber sehr angenehm.

Dann wurde der ganze Körper nach und nach eingeölt und ich wand mich wie ein schleimiger Fisch auf der glatten Holzbank, als ich mich mehrfach rumdrehen sollte. Das kleine papierne Tangahöschen war mittlerweile auch nur noch pro Forma vorhanden (Hätt ich dir auch gleich sagen können 😂)

Dennoch, nach einer Stunde war ich entspannt und gut massiert. Es war dann doch sehr angenehm. Leider gab es im Hotel nur eine kalte Dusche, so dass es einigermaßen schwer war, den Ölfilm wieder loszuwerden.

Später am Abend sind wir noch raus zum Essen gefahren. Das Essen war allerdings nicht weiter erwähnenswert. Man kann ja auch nicht immer Glueck haben. Umso schoener, danach noch bei einem Kingfisher den Abend auf der Terrasse ausklingen zu lassen.

Kerala Backwaters

Unsere letzte Woche im südlichen Indien begann mal wieder mit frühem Aufstehen. Tags zuvor hatten wir mit den anderen 4 Frankfurtern einen Tagesausflug mit Kanutour durch die Kanäle der Backwaters gebucht.

Um 8 wurden wir pünktlich von einer Autoriksha abgeholt und zur regulären Fähre gebracht. Von dort ging es in etwa einer halben Stunde raus aus der Stadt. Wir hielten an einem privaten Haus mit Familienanschluss und bekamen dort ein leckeres hausgemachtes indisches Frühstück serviert.

Danach stiegen wir zu sechst um in ein hölzernes langes Kanu und wurden von da ab von einem Mann sanft durch die Kanäle geschippert. Vorbei ging die ruhige Fahrt entlang des Dorfes und wir bekamen Einblick in den Alltag der Bewohner. Ueberall wurde geangelt oder auch die wöchentliche Wäsche geschleudert und gewaschen. Die bunten Kleidungsstücke auf den Wäscheleinen haben mich natürlich wieder sehr verzückt.

Besonders schoen war auch die Vogelwelt anzuschauen, vor allem wenn die grossen schwarzen Kormorane ihre Flügel zum Trocknen ausbreiten. Wie bekamen auch die bunten Kingfisher zu sehen, die in Indien so verbreitet sind, daß sogar eine Brauerei danach benannt wurde.

Nach der gemütlichen Kanufahrt gab es dann nochmal ein hausgemachtes Mittagessen, traditionell serviert auf einem Bananenblatt. Und jetzt muss ich nochmals schwadronieren, aber das war wirklich schon wieder unfassbar schmackhaft. Die Basis eines solchen Gerichtes sind Reis und diverse Brote, dazu gibt es immer einen Sambar. Das ist eine Sauce mit Linsen, Gemüse, Tamarinde und Gewürzen. Dazu gibt es dann zahlreiche verschiedene Dips und Beilagen, die bisher bei jedem Essen variiert haben. Heute besonders hervorzuheben, ein Salat aus geraspelter gruener Papaya mit einer nussigen Note. Ich hoffe ich schaffe es, ein paar dieser Rezepte auch mal zuhause nachzukochen.

Zurueck im Hotel wurde erstmal ein bisschen auf der Terrasse gechillt und der Ausblick vom Balkon auf das emsige Treiben der Boote genossen. Die Zeit verging wie im Flug und es war schon wieder Zeit fürs Abendessen.

Die anderen hatten Lust auf komplett unindische Pizza. Sollte uns recht sein. Wir fanden einen kleinen Takeout in einer Seitenstraße, davor ein ueberdachter Tisch mit Stühlen. Es begann ein stroemender Tropenregen. Es konnte nicht gemütlicher sein, als wir lachend und erzaehlend unsere Pizza verspeist haben. Irgendwie total schoen, nach der Hochzeit noch ein bisschen mit den anderen rumzureisen. Nach so einem Ereignis gibt es ja immer noch ganz viel zu erzählen.