Sonntagsparty in Berkeley

Eigentlich hatten wir geplant, erst am Sonntag früh wieder nach San Francisco zu kommen, um noch eine Nacht länger im Camper zu haben. Aber das haben wir am Samstag spontan unentschieden. Denn Sonntag Nachmittag waren wir noch auf einer Party eingeladen und das wäre einfach zu stressig geworden.

So konnten wir wieder in unseren festen Betten schlafen und das hat ja auch was. Wie immer gab es den Kaffee und das ausführliche Morgengespräch und direkt danach sind wir, wie schon am letzten Sonntag auf den kleinen Bauernmarkt in der Nachbarschaft gegangen. Frau Z ist hier so vernetzt, dass wir immer wieder auf Bekannte treffen und das finde ich einfach so schön. So gross die Stadt auch ist, aber man spürt einfach die Nähe einer solchen „hood“.

Ich wurde bereits am Morgen von Frau Z daran erinnert, entweder gar keins oder nur ein etwas kleineres Frühstück zu nehmen, da wir ja am Mittag auf eine Party eingeladen waren und die Gastgeber dafür bekannt sind, immer gross und lecker aufzufahren.

Die Party fand im benachbarten Berkeley statt, auf der anderen Seite der Bucht, ueber die lange Bay Bridge erreichbar. Der Anlass war die Graduation (Abschluss High School) des Sohnes von zwei ehemaligen Mitbewohnern von Frau Z. Die kenne ich auch beide, da ich in der WG vor fast 30 Jahren auch das eine oder andere Mal zu Besuch war. Mann, Mann, das waren Zeiten. So lange her, aber doch so präsent in meinem Kopf. Die beiden sind mittlerweile verheiratet und haben zwei Kinder und gehören zu den warmherzigsten Menschen, die ich kenne. Sie haben mich mit solch offenen Armen empfangen, dass ich total gerührt war.

Wie Frau Z prophezeit hatte, gab es ein leckeres Buffet mit Mediterranen Köstlichkeiten. Dazu ausreichend Getränke und total viele nette Leute. Das ist wirklich immer das schöne an Partys in diesem Land. Ich kannte vorher kaum jemand, danach hat man mit jedem mal geplaudert. Ein total kurzweiliger Nachmittag.

Vom Essen durften wir uns noch etwas einpacken, bevor wir kräftig umarmt und fröhlich wieder über die Brücke in die Stadt fuhren.

Zuhause wurde dann erst mal die Bude aufgeräumt und wir sind früh in die Betten gefallen. Keine Ahnung wo auf einmal die ganze Energie herkommt. Ich fuehle mich so gut und freue mich so sehr, dass ich an allem teilnehmen kann, was mir hier geboten wird. Ich hoffe sehr, dass ich von dieser Energie etwas mit nach Hause nehmen kann.

Entlang der Route No. 1

Samstag früh wachten wir nach einer sehr ruhigen Nacht mitten im Nirgendwo auf einer Farm auf und haben sogleich das Morgenritual eingeläutet. Die seitliche Schiebetür vom Camper wurde weit aufgezogen und auf dem Herd blubberte ein gut riechender Kaffee in der Italienischen Mokkakanne.

Nebenan begann schon das Leben auf der Farm, man hatte uns bereits vorgewarnt. Denn am frühen Morgen begannen die Aufbauarbeiten für die Geburtstagsparty der beiden Kinder der Landbesitzer. Es wurde eine Hüpfburg aufgebaut, es gab echte Ponys und einen Wagen mit Shaved Eis, da wird von einem grossen Eisklotz das Eis in kleinen Stücken runtergeschabt und dazu gibt es bunten Sirup. Die Besitzerin begrüsste uns freundlich und wir wurden gleich auf ein solches Eis eingeladen. Es gab ein paar nette Plaudereien, wie immer wurden wir gefragt, wo wir herkommen und was uns hierher gebracht hat. Wir erzählen unsere Geschichte und ich antworte noch, dass ich aus Frankfurt komme. Die Leute sind hier wahnsinnig freundlich und aufgeschlossen.

Irgendwann haben wir dann den Camper wieder in Gang gesetzt und sind auf der Autobahn direkt ins weiter nördlich gelegene Santa Cruz gefahren. Eine nette Kleinstadt am Meer. Hier war ich auch schon ein paar mal.

Über solche Bilder freue ich mich immer ganz besonders. Eine offene Kirche, die sich durch die aktuelle Regierung die Vielfalt nicht verbieten lässt. Kalifornien ist voll davon.

In Amerika kann man jederzeit einen Yard oder Garage sale machen. Das bedeutet, ohne Anmeldung kann man seinen Krempel im Vorgarten, auf dem Gehweg oder in der Garage aufbauen und so einen privaten Flohmarkt machen. Das ist echt klasse und eine solche Tradition, dass es einfach jeder macht und auch gebraucht kaufen kein grosses Ding ist. Ich liebe das sehr. Wir fanden dann eine Strasse in Santa Cruz wo praktisch die gesamte Nachbarschaft einen Flohmarkt veranstaltet hat. Das war so nett. Es gab zwei Klapphocker fuer den Camper fuer zusammen 3 Dollar.

1989 gab es in Kalifornien das letzte grosse Erdbeben. Das Epizentrum war nahe der Kleinstadt Santa Cruz, die danach fast vollständig wieder aufgebaut wurde. Umso schöner war es, diese Häuser zu entdecken, dem das Beben scheinbar nichts anhaben konnte.

Weil wir noch Zeit hatten, sind wir den Rest der Strecke zurueck nach San Francisco entlang der berühmten Route Number 1 gefahren. Der Himmel hat sich zwar wieder zugezogen, aber es war trotzdem toll, die ganze Zeit am Pazifik entlang zu fahren, dabei Musik von vergangenen Roadtrips dieser Art (Faithless etc.) zu hören und über das Leben zu philosophieren.

An einem kleinen Strand haben wir noch mal die Fuesse ins Wasser gehalten. Ich wäre auch sehr gerne baden gegangen, aber jeder hat mich gewarnt vor den starken Strömungen. Da habe ich lieber nichts riskiert.

Zum Abschluss des wunderschönen Tages sind wir nochmal ueber die Brücke gefahren und haben uns bei Mr. W zum Abendessen eingeladen. Seine kleine Tochter war gerade da, und ich habe mich gefreut, sie auch kennenzulernen.

Am Ende des Abends hat uns Mr. W in die Stadt gefahren, da der Campervan bei ihm besser parken kann. So hieß es für mich, von diesem treuen Gefährt Abschied zu nehmen. Und weil ich so ein emotionales Ding bin, hab ich gleich mal ein paar Tränen vergossen. Schön wars. Nachricht an Kai, es macht einen riesengrossen Spass und ich hoffe, dass wir so ein Ding auch eines Tages besitzen ❤️

Blauer Mais am Strand

Meine allerersten Nacht in einem ausgebauten Campervan war ganz wunderbar. Frau Z und ihr Freund haben sich den vor etwa 4 Jahren zugelegt und er ist praktisch und schön zugleich ausgebaut. Die Matratze ist total bequem, draussen war es ruhig. Ab und an musste ich den Wagen fuer einen nächtlichen Toilettengang verlassen, aber am naechsten Morgen wachten wir gut genächtigt auf.

Ein wesentliches Detail fuer einen perfekten Camping Morgen fehlte allerdings. Wir hatten am Vortag keine Zeit mehr, um Kaffee und Milch zu kaufen. Wir packten also zügig zusammen und fuhren in den Ort fuer die erste schnelle Ladung Koffein.

Der kleine P hat uns einen tollen Tipp gegeben, in einem kleinen Ort am Strand namens Cayugos gibt es ein Frühstückslokal names „Hidden Kitchen“… Dort gibt es Waffles aus blauem Maismehl. Blue Corn ist eine vorwiegend in Mexiko vorkommende Maissorte und laut meiner Recherche voller guter Inhaltsstoffe, die den Körper vor vielen Krankheiten schützt. Sagt zumindest die Blaumaislobby ;-)

Wir waren dort frühstucken und es war einfach saulecker. Gut gefüllt haben wir noch den einen oder anderen Thriftstore (second hand) abgeklappert und ich war ein bisschen am Meer spazieren und habe meine Füße in den kalten blauen Pazifik gehalten. Das war mal wieder so ein Glücksmoment den ich mit aller Intensität genossen habe.

Vor dem Fruehstueck waren wir noch bei Trader Joe’s und haben uns dort mit dem nötigsten eingedeckt. So haben wir uns später am Nachmittag einen Parkplatz direkt am Strand ausgesucht, und dort den Camper abgestellt. Die seitliche Schiebetür wurde weit aufgerissen und wir vertrödelten den Nachmittag mit Meerblick, einem leckeren selbstgemachten Kaffee und weiteren guten Gesprächen mit Lachen und weinen gleichzeitig. So haben wir es am liebsten.

Der Abend brach langsam an und es ging wieder zurück in die Stadt zum Abendessen mit dem kleinen P. Er führte uns in ein Restaurant auf einem Hotekdach mit Blick über die Stadt. Es gab ein paar Drinks und leckere fluffige Pizza.

Zu später Stunde fuhren wir wieder zurück zum Meer und suchten uns  dort ein Plätzchen für die Nacht. Dieses Mal hatten wir mehr Glück und fanden einen schoenen gepflegten typisch amerikanischen Campground in einem kleinen State Park in Pismo Beach. Der anstrengende Vortag steckte uns noch in den Knochen und so ging es ohne Umschweife ins bequeme Camperbett mit dem beruhigenden Hintergrundgeräusch von zirpenden Grillen.

Slow travelling nach San Luis Obispo

Mittwoch war Reisetag. Ein Urlaub im Urlaub sozusagen. Von Deutschland aus hatten wir schon geplant, dass sich Frau Z ein paar Tage freinimmt und wir noch mal ein bisschen durch die Gegend fahren koennen.

Folgendes war geplant. Der Sohn von ihr, der mittlerweile nicht mehr ganz so kleine P studiert an der Cal Poly (California Polytechnic State University) in San Luis Obispo. Das liegt etwa 230 Meilen (375km) südlich von San Francisco an der Westkuste. Dort stand auch der Campervan von Frau Z, den sich der kleine P fuer ein paar Tage fuer ein Musikfestival ausgeliehen hatte.

Da wir ja immer ein bisschen Abenteuer brauchen, haben wir uns fuer die Strecke nach SLO nicht nur einfach ein Auto ausgeliehen. Wir sind mit der berühmten Amtrak gefahren.

Nun muss man wissen, dass das amerikanische Schienensystem lange nicht an das sehr gut ausgebaute Netz in Europa heranreicht. So war die Strecke auch in 3 Abschnitte geteilt.

Von San Francisco Downtown ging es zunächst mit einem sehr bequemen Bus auf die andere Seite der Bay nach Emeryville. Dort sind wir nach kurzem Warten in den Zug umgestiegen. Der hat so lange gebraucht, dass wir erst insgesamt 4 Stunden später in San José ankamen. Hätte man von SF in nur einer dreiviertel Stunde erreicht. Aber es war total nett, wir hatten einen sehr bequemen Platz und habens uns nett gemacht.

In San José angekommen, hatten wir es plötzlich ganz eilig, weil unser Anschlussbus eigentlich schon um 15.15 Uhr losfahren sollte, der Zug aber erst um 15.20 Uhr da war. Aber gemach gemach, der Bus hat natürlich gewartet und so ging der letzte Abschnitt der Reise im zähfliessenden Verkehr weiter.

Gegen acht kamen wir dann endlich auf dem University Campus in San Luis Obispo an und wurden vom kleinen P in seinem neu erstandenen Pick Up Truck abgeholt. War das schön, ihn wiederzusehen.

Da der Bub seine gesellschaftlichen Verpflichtungen hatte, sind wir direkt mit ihm zu seinem Soft Ball Spiel gefahren und haben dort ein bisschen zugeschaut. Soft Ball ist ähnlich wie Baseball und man muss wahrscheinlich in den USA  aufgewachsen sein, um die Regeln zu verstehen. Ich kapiers jedenfalls nicht.

Später sind wir noch zu viert Essen gewesen und ich habe das erste Mal in meinem Leben die berühmten Mac’nCheese probiert. Sehr fancy als Kugeln geformt und frittiert, damit es noch gesünder ist, dazu ein leckeres Craft Bier vom Fass und ich war pappsatt.

Es war schon fast Mitternacht, als wir uns von San Luis Obispo auf zum Meer machten, um einen Schlafplatz fuer die Nacht zu suchen. Eigentlich hatten wir einen Platz direkt am Meer gefunden, der war aber im Sand und wir hatten kein Allrad. Da es schon spaet war, haben wir uns mit einem etwas schäbigen RV Park begnügt, den Camper abgestellt und alles fuer die Nacht vorbereitet.

Der Tag war echt super anstrengend und hat all meine Energiereserven gefordert. Aber es war auch alles total schoen und aufregend und emotional. Glücklich und zufrieden schlief ich direkt ein und freute mich schon auf den naechsten Tag… ⭐🌙

Reisealltag und Eierpreise

Die letzten beiden Tage hat sich schon fast so etwas wie eine kleine San Francisco Routine eingestellt. Morgens gab es erstmal einen Kaffee am Bett mit ganz viel Quatschen (in Spanien mit Frau H. und Frau G. haben wir das immer das Morning Briefing genannt).

Danach hat Frau Z  noch etwa eine Stunde gearbeitet, bevor wir uns umgezogen haben und zum Zumba gefahren sind. Montags wurde oben im Presidio Park getanzt und Dienstags wieder unten am Meer.

Zurück zuhause habe ich mich noch mal hingelegt. Nach ein paar Tagen Action verlangt mein Koerper etwas mehr Ruhe. Da muss ich immer wieder auf mich aufpassen. Ehrlichgesagt kriege ich dann auch  immer mal wieder die Krise, weil es mich so nervt wenn ich wie ein kleiner Hundewelpe ueberall schnuppern will, mich aber durch meinen Koerper wie ein Hund an der Leine zurückgezogen werde und Herrchen laut „Sitz“ und „Platz“ ruft. Aber so isses eben und rumjammern bringt sowie nix.

Montag Nachmittag war ich in Downtown und habe einem der zwei letzten noch in San Francisco verbleibenden Gap Stores einen Besuch abgestattet. Kaum zu glauben, die Läden waren mal überall und oft riesengross. Ich habe dennoch eine total tolle Jeans gefunden, die so unfassbar gut sitzt, dass ich überlege, noch eine zweite in einer anderen Farbe zu kaufen. Mal sehen. Der Koffer wird voll.

Dienstag war es mal wieder neblig im Inner Sunset, ich bin dann mit dem N-train bis zum Duboce Park gefahren und von dort aus zur Valencia Street gelaufen. Dort war strahlender Sonnenschein. Echt immer wieder lustig, die unterschiedlichen klimazonen auf relativ kleinem Raum zu erleben.

Während ich dann so die Valencia entlang geschlendert bin, gab es immer mal wieder das eine oder andere Geschäft zu erkunden.

Ich kam an einer Eisdiele namens „Smitten“ vorbei, draussen wurde mit einer Sorte names „cookie dough with pretzel sticks and chocolate chips“ (keksteig mit salzstangen und schokoladenstreuseln) geworben. Das hat direkt meinen eingebauten Speiseeisreflex ausgelöst und ich gönnte mir eine Kugel.

  1. Superlativ – das war mit Sicherheit das leckerster Eis, was ich jemals gegessen habe. Wirklich. Naja, oder vielleicht eins der besten.
  2. Superlativ – mit fast 12 Dollar fuer die eine Kugel war es auch mit grossem Abstand das teuerste Eis meines Lebens.

Apropos, wir muessen mal ueber die Preise reden. Warum die Lage in den USA momentan so ist wie sie ist, faellt einem leichter zu verstehen, wenn man sich mal das Preisgefüge im Supermarkt anschaut. Die Schweiz ist ein Discountladen dagegen, und die Menschen sind auf einen Menschen hereingefallen, der gesagt hat, genau das innerhalb eines Tages zu verändern.

Fuer einen grossen Becher Joghurt darf man fast 7 Dollar zahlen, ein halbes Pfund Butter bekommt man fuer 4-5 Dollar. Die berühmten Eierpreise sind allerdings leicht gesunken, 12 Bio Eier bekommt man schon ab 7-8 Dollar 😉. Essen gehen ist auch soo teuer geworden, dass man es eigentlich eher vermeidet. Wirklich schade ist das.

Ups, jetzt bin ich kurz abgeschweift.  Aber die Tage sind eigentlich auch beide auserzaehlt. Wobei eine Sache wollte ich noch erzählen, nämlich von einem lustigen Abend, an dem wir gemeinsam Frau Zs Kleiderschrank ein bisschen ausgemistet haben. Wir hatten eine Menge spass dabei und waren trotz heftigem Gelächter auch sehr effektiv.

Momentan sitze ich gerade mit Frau Z in einem ruckeligen Bus auf dem Weg nach San Luis Obispo. Die Fahrt zieht sich. Doch davon erzähle ich dann  nächsten Beitrag.

Spaziergänge und Eisbaden in San Francisco

Nachdem ich am Freitag morgen erst mal ein längeres Schläfchen gemacht habe, habe ich mir ein Tagesticket für Bus und Bahn gekauft.

Zunächst ging es runter nach Downtown mit dem N-train zur Market/Powell Street. Wollte mir von der Situation vor Ort selbst ein Bild machen. Irgendwie ist San Francisco in letzter Zeit ein bisschen in Verruf geraten.  Auch hier hat Covid seine Spuren hinterlassen und speziell die gegend rund um die Market Street soll sich sehr verändert haben. Zahlreiche Obdachlose und hoher Leerstand ist die Erzählung.

Das mit dem Leerstand stimmt auf jeden Fall. Beim letzten Mal als ich dort war gab es zahlreiche Geschäfte, vor allem mit grossen Ketten wie Gap oder Old Navy. Zahlreiche grosse Flagship Stores reihten sich aneinander entlang der grossen Hauptstraße. Es gab auch eine grosse Mall und mein favorisiertes Schuhgeschäft auf der Powell Street. Aber davon war kaum etwas übrig, zahlreiche leerstehenden Immobilien suchten per Schild nach neuen Mietern.. Das ist schon irgendwie bedrückend.

Dennoch, die Gehwege waren picobello sauber. Da hat wohl jemand aufgeräumt. Obdachlose habe ich kaum gesehen. Angeblich soll sich da auch was ändern in Zukunft. Es scheint einiges in Planung zu sein, um diese Gegend zu revitalisieren.

Mit dem Bus bin ich weiter zur Ecke Fillmore/Geary Street gefahren. Von dort aus bin ich anschliessend die gesamte restliche Fillmore entlang bis zum Meer gelaufen. Das war echt schoen. Man läuft zwar nur auf einer Strasse, erlebt aber immer wieder andere Stadtteile, Eindrücke und Lebensarten.  Angefangen hat es in Japantown, mit zahlreichen japanischen Läden und Restaurants. Es ging weiter entlang kleiner Boutiquen und hübschen Cafes in Pacific Heights, bis runter zum Meer durch den feinen Marina District. Zwischendurch bin ich eingekehrt und habe meinen leeren Magen mit einem sehr leckeren  Burger gefüllt.

Es ging bergauf und irgendwann war die Kuppe erreicht und ein fantastischer Blick auf die Straße herunter bis ans Meer tat sich auf. Nebenan war die Golden Gate Bridge zu sehen und ich war total verzückt. So schoen war das.

Unten am Meer bin ich noch bis zum Fort Myers gelaufen, weil dort noch ein grosser Arts and Craft Store sein sollte. Auf dem Parkplatz davor war dann auf einmal ein kleiner Markt mit lauter Ständen, wo man diverses Kunsthandwerk kaufen konnte. Ein leichtes shopping musste da natürlich sein.

Später am Abend sind wir raus aus der Stadt über die wunderschöne Golden Gate Bridge gefahren und haben Frau Z.s Freund besucht. Dort wartete bereits ein leckeres Abendessen auf uns.

Ganz besonders fasziniert aber war ich von dem traumhaften Haus von Mr. W. Wow, so toll gelegen, mitten in der Natur, mit einer grossen Terrasse mit Blick auf die Baumwipfel.

Ein besonders Highlight des Tages war die grosse Badewanne auf der Terrasse, mit einer aktiv heruntergekuehlten Wassertemperatur von 6 Grad. Ein Cold Plunge. Yippie yay, da habe ich ja was fuer übrig.  Ich war natürlich vorbereitet und zog gleich meinen Badeanzug an. Kalt wars, und ich muss zugeben, dass so eine Eiswanne noch mal eine Spur krasser ist, als ein See mit der gleichen Temperatur. Warum kann ich nicht sagen, aber nach etwa 5 Minuten hatte ich genug. Das gefuehl am ganzen Körper danach ist gigantisch und ich haette sowas natürlich auch gerne zuhause. Ob ich Kai dazu überreden kann? 😂😂😂

Einreiseformalitäten

Habe gerade einen kleinen suessen Coffeeshop gefunden und mir erst mal einen Cappuccino gegoennt. Jetzt sitze ich draussen auf einer Bank mit Blick auf den Buena Vista Park und kriege das Dauergrinsen gar nicht so richtig aus meinem Gesicht. Ich bin einfach verdammt happy, nach so langer Zeit mal wieder hier zu sein.

Wie war die Einreise? Das ist sicher  eine Frage die mir zuhause noch einige Male gestellt werden wird. Selten habe ich vor einer Reise so viel ungläubiges Kopfschütteln bekommen, wenn ich erzählt habe, wo ich hin will. Zahlreiche Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen sollte ich ergreifen und am besten nur ein Wegwerfhandy mitnehmen. Ach ja, irgendwann war ich dann selbst total verunsichert, bis ich spontan entschieden habe, mich nicht länger verrückt machen zu lassen.

Was soll ich sagen, die Einreise war kurz und schmerzlos. Der Beamte war wie immer bestimmt und dennoch freundlich. Und der Zoll war sowieso geschlossen. Also alles gut und ich durfte einreisen.

Draussen hat mich auch direkt meine Freundin abgeholt und wir haben uns erstmal heftig umarmt. Von da ab standen unsere Münder nicht mehr still. Irgendwie hatten wir beide das Gefuehl, sofort ganz viele Dinge erzählen zu muessen. Lustig war, daß sie fest im Glaube war, ich käme erst am 29. an. Erst als ich vom Abfluggate in Frankfurt eine kurze Nachricht geschickt habe, hat sie leicht panisch realisiert, dass ich einen Tag frueher ankomme als gedacht 😂.

Gleich sind wir in Ihre wunderschöne neue Wohnung gefahren. Diese liegt im Inner Sunset in unmittelbarer Nähe zum Golden Gate Park und die Aussicht ist einfach fantastisch.

Ab jetzt hieß es wachbleiben und der suessen Versuchung nicht nachzugeben, ein kleines Nickerchen zu machen. Denn auch wenn ich bereits seit 16 Stunden auf den Beinen war, war es in San Francisco erst Nachmittag. So sind wir mit einem Kaffee in den Park gegangen, haben uns auf die Tribünen eines Baseballfelds gesetzt und einfach ohne Unterbrechung weiter geplappert.

Dann hat sie mir eröffnet, dass sie am Abend noch auf eine Farewell Party einer Freundin eingeladen ist. So um 7, und ich soll doch mitkommen. Ähem, jou, was?

Ich sach noch so, nee, das schaffe ich sicher nicht mehr. Aber plötzlich war es 7 und ich war immer noch voller Willkommensadrenalin und so fanden wir uns fröhlich weiterquatschend auf einer kleinen Party und waren am Ende sogar die letzten Gäste. Wer hätte das gedacht.

Die Wohnung, in der ihre Freundin wohnt, ist auch noch unbedingt erwähnenswert, denn dort gab es einen bezaubernden Blick auf den grossen Pazifischen Ozean.

Zuhause haben wir noch mein Gemach fuer die Nacht bereitet und dann bin ich direkt in die stabile Seitenlage gefallen und auf der Stelle eingeschlafen.

Um 4 war ich erst mal wach und habe meinen ersten Blogbeitrag erstellt. Dank einer kleinen Melatonin Tablette konnte ich noch bis 8 Uhr weiterschlafen.

Wie gesagt, ich sitze gerade tippend auf  einer Bank draussen. Es ist vier Uhr nachmittags. Meine innere Uhr will aber eigentlich den Nachschlaf. Auweia, Jet Lag, it’s real. Hoffentlich ist das bald rum.

Anflug auf San Francisco

Huiuiui, ich sitze gerade im Flieger im Landeanflug auf eine der schönsten Städte der Welt. Kann es noch gar nicht glauben, nach so langer Zeit mal wieder amerikanischen Boden zu betreten.

Das tollste ist aber, dass ich gleich eine meiner allerbesten Freundinnen treffe. Wir kennen uns vom Studium und sie lebt dort seit ca. 30 Jahren. Unsere Freundschaft hat dank all der technologischen Entwicklungen der letzten 3 Jahrzehnte so lange stand gehalten. Vom Fax, ueber e-mail, WhatsApp und Skype. Ich hin dankbar dafür.

Ich sitze auf der rechten Seite des Flugzeugs und sehe den pazifischen Ozean, links kann man angeblich einen Blick auf die Golden Gate Bridge erhaschen. Ich gehe aber davon aus, dass sich noch der eine oder andere Blick im Laufe der naechsten 2 Wochen ergeben wird.

Die Reise hierher hatte ich schon vor längerem gebucht und weil ich ja auch nicht jünger werde, habe ich mir ein Upgrade auf die Premium Economy gegönnt. Allein die Vorfreude darauf war den relativen akzeptablen Aufpreis wert. Jetzt nach fast 11 Stunden Flug kann ich sagen, ich wuerde es auf einem Langstreckenfkug jederzeit wieder buchen. Die 15cm mehr Beinfreiheit sind jeden Cent wert. Vor allem wenn man gross ist. Ich habe ein bisschen gedöst, zwei Filme und die ersten Folgen der Morning Show geschaut. Es gab lecker Mittagessen und  überhaupt war es ein super ruhiger und angenehmer Flug.

Gestern Abend habe ich schon online eingecheckt und heute morgen am Frankfurter Flughafen haette ich meinen Koffer einfach in eine der neuen Drop off Boxen abgeben koennen. Aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, an der langen Schlange an den Schaltern einmal die  Priority Lane zu benutzen 😉

Ach ja, gleich sind wir da und meine Vorfreude ist riesig.

Bye Bye Egypt + Frohe Weihnachten

Jetzt ist aber wirklich Schluss. Dies ist definitiv der letzte Beitrag auf unserer kleinen vorweihnachtlichen Urlaubsreise ans Rote Meer.

Heute ist Montag, der 16. Dezember, morgen  geht es wieder zurueck nach Hause. In einer Woche ist schon  Heiligabend. Aber man möge es uns glauben, noch scheint das alles sehr weit weg. Da hilft auch die ganze Deko im Hotel nichts und die grässliche Weihnachtsmusik die einem bei jedem Essen um die Ohren wabert (grässlich vor allem deswegen, weil das gesamte Repertoire aus maximal 3 Songs besteht ;-)

Jetzt folgen noch mal in loser Folge ein paar Bilder, die ich hier auf dem Telefon gelagert habe. Bitteschön:

Beim Schwimmen am frühen Morgen gab es jedes Mal die Diskussion, ob wir in den beheizten Pool gehen, oder einen der unbeheizten wählen. Hier mal wieder der kältere Pool. Was auffällt, wo ist Kai? 😂😂😂 

Die bezaubernde Handtuchkunst, die uns fast jeden Tag aufs Neue erfreut hat. Mostafa, unser Serviceman hat immer sein bestes gegeben.
Ein Abend im Beduinenzelt am Strand mit leckerster einheimischer Küche und einer Bauchtänzerin. Ihre Darbietung war total faszinierend. Sie erzählte mir im Nachgang, dass sie bereits mit 3 Jahren angefangen hat. Es sah perfekt und wunderschön aus.
Mein Geburtstagsessen in einem der drei Hotelrestaurants.
Jeden Morgen beim Frühstück das gleiche Bild, sobald man seinen Platz nur für wenige Sekunden verlassen hat, kamen sie von allen Seiten angeflogen. Ich fands nett.
Es kann nur einen geben 😂😂😂
Hier noch mal ein paar Bilder vom Hotel. Die gesamte Anlage ist total gepflegt, alles ist sauber, die Menschen sind total nett und freundlich. Fazit, absolut empfehlenswert. Und falls jemand von Hilton mich fuer diese ungefragte Werbung bezahlen möchte… Vielleicht wirds ja noch was mit dem influencen 😂😂
Unser wunderschöner Ausblick vom Zimmer, mit Sonnenaufgangsgarantie. Haben wir sehr genossen.
Letzter Abend am Strand. Jeden Abend um 16.00 Uhr gab’s Yoga und ich Doofi habe es erst am letzten Tag für mich entdeckt. Hat nämlich Spass gemacht in dieser tollen Atmosphäre mit Meerblick.

So, dann würde ich sagen, that’s a wrap. Unsere Mägen sind für das bevorstehende Weihnachtsfest ordentlich trainiert und auch sonst sind wir absolut entspannt. Mir ist es natürlich dennoch etwas schwer ums Herz, denn eins lässt sich zum Abschluss sagen, das war mal wieder ein verdammt schöner Urlaub ❤️

Letzte Tage in Ägypten

Heute ist schon Samstag und die letzten drei Tage unseres vorweihnachtlichen Pauschalurlaubs brechen an. Auch wenn ich zu Beginn damit gefremdelt habe, bin ich jetzt umso mehr angekommen und freue mich sehr über all die tollen Dinge, die wir hier erlebt haben.

Seit meinem Geburtstag am Donnerstag ist nicht mehr wahnsinnig viel passiert. Mal abgesehen von der üblichen Routine aus Sonnenaufgang, morgendlichem Schwimmen, Schnorcheln im Meer und ganz viel essen 😂 Wir geniessen einfach die letzten Tage und lassen es uns gut gehen.

Eigentlich war fuer heute nochmal ein kleiner Ausflug mit dem Speedboat geplant, um dort einen der berühmt berüchtigten Dugongs zu erschnorcheln. Die scheinen nämlich fest auf einer der vielen Seegraswiesen beheimatet zu sein. Aber leider geht das nicht mehr, weil heute der erste Tag mit sehr viel Wind ist und sämtliche Bootsausflüge gestrichen sind. Am Strand weht sogar die rote Flagge, man darf also nicht nicht mal zum Baden ins Meer. 

Trotzdem tut die Sonne ihr bestes und wir liegen faul am Strand. Perfekt im noch mal ein bisschen vom Urlaub zu schwadronieren.

Dazu ein paar Beobachtungen aus dem Speisesaal, wie man sie so möglicherweise nur in einer Anlage dieser Art machen kann.

  1. Die Orangenomi – jeden Morgen sitzt sie am gleichen Tisch im grossen Speisesaal und häuft einen Teller voll mit den sehr leckeren Orangen- und Grapefruitscheiben (sie ist damit in direkter Konkurrenz zu mir, da ich sie auch gerne mag) bei ihr sind es allerdings mindestens 50 Stück, dazu eine grosse Müslischale voller Trockenpflaumen und einen Teller mit Joghurt und Honig. Es handelt sich dabei um eine kleine zierliche weisshaarige Frau, braungebrannt und offensichtlich Fan der Hollywood Star Diät 😉
  2. The Bookblocker – der blockiert jeden Morgen einen wertvollen Schattentisch (prime Real Estate) auf der Frühstücksterrasse mit einem aufgeschlagenen Buch. Dann geht er aber zum Frühstück in den Innenraum und verweilt dort für längere Zeit. Nach seinem Frühstück kommt er dann raus, liest drei Seiten in seinem Buch und geht wieder. Übrigens nicht zu verwechseln mit der häufig vorkommenden Spezies der Handtuchblockierer.
  3. Die Listenlady – hier auf der sehr weitläufigen Anlage gibt es am Rand eine kleine Baustelle an der irgendetwas neues entsteht. Ich beobachtete das Treiben, da ich (ganz in Loriot Manier) als Architektin natürlich gerne die Baustellen der Welt mit den Sicherheits– und Gesundheitsanforderungen zu Hause vergleiche 😂 Ich sagte wohl etwas lauter zu Kai, dass ich das mal fotografieren müsste, um es den Kollegen zu Hause zu zeigen. Das bekam eine vorbei laufende Dame mit, die dann sofort beifallheischend kundtat, dass sie es bereits fotografiert hätte „na das gibt eine saftige Minderung vom Urlaubspreis“ ich fragte sie, ob sie von ihrem Zimmer aus etwas mitbekäme. Nein nein, es sei ja sehr gross, aber man könne es ja mal probieren (kommt alles auf die Liste ;-) … So hat jeder seine Hobbies 😂😂😂
  4. Mr. Topless – nicht ohne Grund gibt es eine Art Kleiderordnung fuer den Speisesaal. So darf man als Mann nicht mit freiem Oberkörper zum Essen gehen. Da war der muskelbepackte Herr mittleren Alters aber dagegen (möglicherweise ein nördlicher Inseleuropäer, aber das nur klischeehafte Spekulation ;-)… Er wurde also vom Kellner aufgefordert, sich obenrum zu bekleiden. Missmutig zog er ein T-Shirt hervor und ging zur weiteren Eiweißaufnahme grummelnd in den Speisesaal. Später sahen wir ihn noch, wie er wieder rauskam und noch auf der Terrasse den Blick auf seinen tätowierten Oberkörper freigab. Im Nachgang hoffe ich aber fuer ihn, dass die chinesischen Schriftzeichen, die entlang der gesamten Wirbelsäule aufgereiht sind, wirklich nur „Live, Laugh, Love“ bedeuten und sich nicht am Ende ein Tätowierer einen Spass gemacht hat 😉

Da wir, wie schon erwähnt, heute nicht ins Meer dürfen, haben wir am Nachmittag einen längeren Strandspaziergang entlang unserer Bucht gemacht. Am Ende befindet sich  ein Steg, der direkt raus ins Meer führt. Am Ende des Steges gibt es eine Treppe ins Wasser. Von dort könnte man direkt ins Riff abtauchen … bei weniger Wind natürlich. Hier zum Abschluss noch ein paar Bilder vom Spaziergang.