Happy Diwali

Gerade sitze ich ein bisschen traurig am Pool und hänge meinen Gedanken an diese wunderschöne Zeit in Indien nach. Heute Nachmittag holt uns hier ein Taxi ab und bringt uns zum Flughafen nach Kochi. Von dort geht dann heute Abend der Flieger zurück nach Frankfurt, mit Zwischenstop in Abu Dhabi.

Gestern hatten wir nochmal einen richtig schoenen Tag, der mit leckersten Frühstück begann. Ich bekam einen Stapel French Toast mit ganz vielen frischen Früchten. Besonders die saftig süßen Papayas haben es mir sehr angetan. Die bekommt man in dieser Qualität in Deutschland einfach nicht.

Nach dem Frühstück haben wir uns eins der Kanus gemietet, mit denen man direkt vom Kanal am Hotel aus bis vorne ans Meer rudern kann. Das hat grossen Spass gemacht und man konnte auf diese Weise die sehr lebendige Vogelwelt entlang des dicht bewachsenen Ufers bewundern. Schwarze Kormorane und weisse Kraniche waren dabei am häufigsten zu sehen. Vorne am Meer gab es eine flache Stelle, an der wir anlegen konnten um noch ein bisschen die Seeluft einzuatmen.

Danach gab’s Pool und Schläfchen as usual. Nachmittags hatte ich mir eigentlich nochmal eine Ayurveda Massage gebucht. Wegen andauernd anhaltender reger Tätigkeiten im Gedärm habe ich allerdings davon abgesehen. Das war mir doch etwas zu heikel.

Fuer den Nachmittag wollten wir fuer unseren letzten Abend in Indien noch mal nach Alleppey fahren. Leider war weit und breit keine Riksha in Sicht und auch eine Bestellung per Uber hatte keinen Erfolg. Irgendwann hatten wir aber Glueck, denn ein Fahrer brachte gerade zwei andere Touristinnen ins Hotel. So konnten wir schnell tauschen, bevor erneut der abendliche sintflutartige Regen einsetzte.

Wir wollten eigentlich schauen, ob es vielleicht ein paar Lichter fuer Diwali zu sehen gab, aber der Regen schien dies nicht zuzulassen. So bummelten wir einfach so durch die sehr nassen Strassen und gingen ein bisschen shoppen.

Eine Leserin des Blogs hatte mich spontan angeschrieben, ob ich ihr nicht auch so ein buntes Gewand mit nach Hause bringen könnte. Nachdem sich also dieses spontane Shoppingfenster ergeben hatte und ich nochmals einen Laden mit den buntesten Kurtas fand, rief ich sie spontan per Videochat an und wir suchten gemeinsam aus.

Da wir ungefähr die gleiche Grösse haben, entschied ich, ein Kleid zu nehmen, welches mir auch passte und gefiel, sollte es ihr dann doch nicht gefallen, behalte ich es einfach für mich. Ein vollkommen selbstloser Akt der Nächstenliebe sozusagen 🤣

Später liessen wir uns noch in ein vegetarisches Restaurant fahren und ich ass zum wiederholten Male mein Lieblingsgericht. Nebenan fanden wir noch verpacktes Parotta Brot, so dass ich es vielleicht doch schaffe, das zuhause mal nachzukochen. Wenn ich das nicht hinkriege muss ich vielleicht mal ganz lieb bei den Nachbarn obendrüber fragen 😉

Mit der Autoriksha ging es wieder zurueck ins Hotel. Ein letzter voller wunderschöner Tag in Indien geht zuende *schneuz* und ich kann es gar nicht glauben, dass die Zeit schon wieder fast rum ist. Obwohl, und das ist ein Gesetz des Reisens, es fühlt sich an, als seien wir schon mindestens einen Monat im Land.

Strand, Pool und Meer

Das wird jetzt sicher ganz schoen langemweilig hier im Blog, denn der erste volle Tag im Flamingo Hotel war eigentlich eine nahezu identische Wiederholung des vorigen Tages ;-)

Mit der Ausnahmen, dass der Donnerstag mit einem leckeren Fruehstueck begann. Der Oberkellner erklärte uns alle Speisen und Getränke, die da so in ihren Metallaschalen herumstanden. Dennoch bot er uns noch zusätzliche mehrere Speisen an, die wir alle noch probieren sollten. So bekam Kai noch einen Masala Dosa frisch zubereitet und ich einen Ghee Roast Dosa. Die dazugehörigen Saucen waren mal wieder ausserordentlich scharf, und ich versuchte alles mit Wasser zu löschen.

Eine kleine Ode an die halbe Packung Tannacomp, die uns die beiden Frankfurter schon bei der Ankunft in Coimbatore geschenkt haben. Ist es denn zu glauben, dass wir ausgerechnet das wichtigste Medikament fuer eine Indienreise vergessen hatten? Alles mögliche haben wir dabei, aber etwas gegen den unvermeidlichen „flotten Otto“ wurde vergessen. Umso dankbarer war ich fuer das Geschenk. Leider ist die Packung leer und die letzten Tage ist wieder Ausnahmezustand ;-)

Nach dem ausgiebigen Frühstück haben wir uns direkt an den Pool verzogen, wo ich endlich mal ein bisschen zum Stricken kam. Das wurde ja in den letzten Tagen sehr vernachlässigt.

Am späten Nachmittag sind wir wieder vor zum Meer gelaufen. Die Gegend hier ist irgendwie mystisch. Mitten im Wald, von Bäumen und Palmen umgeben gibt es kleinere Gemischtwarenläden und immer wieder recht feudale Häuser. Hier scheinen doch einige recht betuchte Inder zu leben.

Vorne am Meer dann wieder die typische lokale abendliche Strandatmosphäre, die fuer uns Touristen geradezu schreit nach einem Cocktail mit ein paar Knabbereien. Aber hier gibt es ausser uns so gut wie keine Touristen und so ist das Geschäftsmodell noch ausbaufähig.

Wir finden einen kleinen Laden und bekommen sogar eine gekühlte Pepsi und ein Packung Tapiokachips. Perfekt fuer den folgenden spektakulären Sonnenuntergang.

Im Hintergrund zog sich der Himmel dann weiter zu und es begann zu donnern und zu blitzen. Schnell liefen wir durch den warmen Tropenregen zurueck ins Hotel, wo wir erneut ein Bad im Hotelpool mit sintflutartigem Regen von oben genossen.

Der Rest des Tages war nun wirklich eine identische Abfolge des Vorabends, mit der Ausnahme, dass Kai frischen Squid bekam ich ein absolut fantastisches Paneer Butter Masala verspeist habe. Heute gab es sogar einen Nachtisch, ich bestellte Gulab Jamun (frittierte Teigbällchen in Zuckersirup) und dazu gab es eine Kugel Butterscotch Icecream, gekrönt von einem indisch zubereiteten Kaffee.

Ruhetag in Alappuzha

Am Dienstag habe ich fuer 6 Uhr frueh den Wecker gestellt, denn da geht hier die Sonne auf. Erstaunlicherweise hat das Aufstehen ganz gut geklappt. Die Sonne bekamen wir zwar irgendwie nicht zu Gesicht, aber der ganze Himmel war lila eingefärbt und die morgendliche Stimmung am Wasser hatte etwas magisches.

Nach einem weiteren kurzen Schläfchen im knochenharten Bett unserer Unterkunft gab es erst mal einen Kaffee auf unserem Balkon und ein Schwätzchen mit unseren Frankfurter Zimmernachbarn. Wie es der Zufall naemlich so wollte waren wir direkt nebeneinander und teilten uns den Balkon.

Man haette zwar auch hier fruehstuecken koennten aber uns allen war nach Rausgehen. Wir liessen uns wieder mit der Autoriksha in die Stadt fahren und fanden ein zauberhaftes Plätzchen direkt am Wasser mit leckerem Fruehstueck. Dieses Mal wieder etwas westlich gepraegt. Denn, das muss ich zugeben, so sehr ich das indische Essen auch liebe, zum Fruehstueck mag ichs gerne europäisch und nicht ganz so scharf.

So gab es Cappuccino, Bananen Lassi und fuer jeden ein Käsesandwich. Wir kamen ins Plaudern und so schlenderten wir in den Tag hinein und irgendwie wurde es immer spaeter, ohne dass man merkte wie die Zeit rumging.

Irgendwann schafften wir es, uns von diesem kleinen wunderbaren Ort loszueisen und gingen noch ein bisschen shoppen.

Der erste Halt führte uns in einen vollklimatisierten Schmuckladen, der auf zwei Stockwerken prunkvollen reinen Goldschmuck anbot. Abgerechnet wird hier nach Gramm und dem tagesaktuellen Goldpreis. Da ich nicht so der Fan von ausladendem Goldschmuck bin, atmete Kai auf, als wir unausgeshoppt den Laden wieder verließen 😂.

In der Nachbarschaft wurde ich allerdings fündig und ein kleiner Zehenring aus Silber fuer umgerechnet ca. 3 Euro durfte mit.

Anschließend gingen wir noch in einen Laden fuer Damenoberbekleidung, weil ich dich noch unbedingt eine schoene bunte Kurti haben wollte. Wenn ich schon mal hier bin. Ich mag lange Tunikablusen sehr gerne und wurde schnell fündig. Als ich die Umkleidekabine verließ raunten die beiden Verkäuferinnen anerkennend (und umsatzfördernd) ueber den ungewohnten Anblick einer grossen (kräftigen) blonden Frau und wollten alle abwechselnd Fotos mit mir. Das war irgendwie suess und von allen Seiten brachten die Damen weitere Kleidungsstücke, die auch in XL Größen verfügbar waren. So schaffte es dann noch eine weisse Bluse mit Stickerei und ein dunkelgrüner Wickelrock (Dothi) ins Einkaufskörbchen. Alles fuer umgerechnet 20 Euro. Kannste nix sagen ;-)

Wieder zurück im Hotel stand am Nachmittag der Termin fuer eine Ganzkörper Ayurveda Massage an, die ich vormittags gebucht hatte. Ich ging also nach unten und durfte mich zunächst mal komplett freimachen und bekam fuer den Unterleib eine Art Stringtanga aus Papier. Ein etwa 50cm langer und 10cm breiter Papierfetzen mit einer Schnur dran. Nee, Hemmungen sollte man nicht haben ;-) Aber fuer einen interessanten Blogbeitrag tue ich ja alles ;-)

Ich wusste ja, dass bei einer Ayurveda Massage viel Öl im Spiel ist, dachte noch, die Haare bleiben sicher verschont. Aber mitnichten. Das Haargummi wurde entfernt und schon hätte ich eine ganze Kelle Öl auf dem Kopf. Die anschließende Kopfmassage war aber sehr angenehm.

Dann wurde der ganze Körper nach und nach eingeölt und ich wand mich wie ein schleimiger Fisch auf der glatten Holzbank, als ich mich mehrfach rumdrehen sollte. Das kleine papierne Tangahöschen war mittlerweile auch nur noch pro Forma vorhanden (Hätt ich dir auch gleich sagen können 😂)

Dennoch, nach einer Stunde war ich entspannt und gut massiert. Es war dann doch sehr angenehm. Leider gab es im Hotel nur eine kalte Dusche, so dass es einigermaßen schwer war, den Ölfilm wieder loszuwerden.

Später am Abend sind wir noch raus zum Essen gefahren. Das Essen war allerdings nicht weiter erwähnenswert. Man kann ja auch nicht immer Glueck haben. Umso schoener, danach noch bei einem Kingfisher den Abend auf der Terrasse ausklingen zu lassen.

Kerala Backwaters

Unsere letzte Woche im südlichen Indien begann mal wieder mit frühem Aufstehen. Tags zuvor hatten wir mit den anderen 4 Frankfurtern einen Tagesausflug mit Kanutour durch die Kanäle der Backwaters gebucht.

Um 8 wurden wir pünktlich von einer Autoriksha abgeholt und zur regulären Fähre gebracht. Von dort ging es in etwa einer halben Stunde raus aus der Stadt. Wir hielten an einem privaten Haus mit Familienanschluss und bekamen dort ein leckeres hausgemachtes indisches Frühstück serviert.

Danach stiegen wir zu sechst um in ein hölzernes langes Kanu und wurden von da ab von einem Mann sanft durch die Kanäle geschippert. Vorbei ging die ruhige Fahrt entlang des Dorfes und wir bekamen Einblick in den Alltag der Bewohner. Ueberall wurde geangelt oder auch die wöchentliche Wäsche geschleudert und gewaschen. Die bunten Kleidungsstücke auf den Wäscheleinen haben mich natürlich wieder sehr verzückt.

Besonders schoen war auch die Vogelwelt anzuschauen, vor allem wenn die grossen schwarzen Kormorane ihre Flügel zum Trocknen ausbreiten. Wie bekamen auch die bunten Kingfisher zu sehen, die in Indien so verbreitet sind, daß sogar eine Brauerei danach benannt wurde.

Nach der gemütlichen Kanufahrt gab es dann nochmal ein hausgemachtes Mittagessen, traditionell serviert auf einem Bananenblatt. Und jetzt muss ich nochmals schwadronieren, aber das war wirklich schon wieder unfassbar schmackhaft. Die Basis eines solchen Gerichtes sind Reis und diverse Brote, dazu gibt es immer einen Sambar. Das ist eine Sauce mit Linsen, Gemüse, Tamarinde und Gewürzen. Dazu gibt es dann zahlreiche verschiedene Dips und Beilagen, die bisher bei jedem Essen variiert haben. Heute besonders hervorzuheben, ein Salat aus geraspelter gruener Papaya mit einer nussigen Note. Ich hoffe ich schaffe es, ein paar dieser Rezepte auch mal zuhause nachzukochen.

Zurueck im Hotel wurde erstmal ein bisschen auf der Terrasse gechillt und der Ausblick vom Balkon auf das emsige Treiben der Boote genossen. Die Zeit verging wie im Flug und es war schon wieder Zeit fürs Abendessen.

Die anderen hatten Lust auf komplett unindische Pizza. Sollte uns recht sein. Wir fanden einen kleinen Takeout in einer Seitenstraße, davor ein ueberdachter Tisch mit Stühlen. Es begann ein stroemender Tropenregen. Es konnte nicht gemütlicher sein, als wir lachend und erzaehlend unsere Pizza verspeist haben. Irgendwie total schoen, nach der Hochzeit noch ein bisschen mit den anderen rumzureisen. Nach so einem Ereignis gibt es ja immer noch ganz viel zu erzählen.

Reise nach Kerala

Am Sonntag Morgen hieß es Abschied nehmen, überall war Aufbruchstimmung. Wir konnten noch ein letztes Luxusfruehstueck geniessen, bevor unsere Unterkünfte fuer die letzten 7 Tage unserer Reise wieder etwas einfacher werden.

Fuer uns ging es weiter nach Kerala, etwas weiter westlich gelegen am grossen Indischen Ozean. Wir waren insgesamt 6 Leute aus der Gästegruppe, die zufällig alle nach Alleppey wollten. So bekamen wir ein eigenes Taxi gechartert und sahen uns schon alle beengt sitzen mit unserem ganzen Gepäck auf dem Schoss auf der etwa 5 1/2 stündigen Fahrt. Umso größer leuchteten die 6 Augenpaare, als ein Kleinbus mit 14 Sitzplätzen vorgefahren kam.

Ich verabschiedete mich tränenreich von Monique, die heute Nacht von Delhi wieder zurueck nach Spanien fliegt. Irgendwie total abgefahren, seine Freunde so weit weg von der Heimat zu treffen.

Die Fahrt ging zunächst durch den dichten Stadtverkehr von Coimbatore, bevor es dann allmählich ein bisschen ruhiger wurde. Zwischendurch machten wir Rast zum Mittagessen, und staunten alle nicht schlecht, als der Fahrer vor einem Restaurant hielt, welches ebenfalls eine Filiale in Frankfurt hat. Da freu ich mich so dermassen darueber, dass wir dieses leckere Südindische Essen auch zuhause bekommen. Ich bestellte mir wieder, na was wohl, Kothu Parotta. Das war dieses Mal so unfassbar scharf, dass ich spaeter am Abend nochmals daran erinnert werden sollte ;-) Ich gewöhne mich langsam aber sicher immer mehr an die scharfe Küche.

Gegen 6, in schönster Abenddämmerung erreichten wir unser Ziel Alleppey. Wir stiegen alle zentral aus und nahmen zu zweit jeweils noch eine Autoriksha zum Zielort. Ich hatte unsere Unterkunft der besten Freundin der Braut vor der Reise per WhatsApp geschickt, sie hat sich dann mit ihrem Freund auch dort eingemietet. Das war schoen, denn wir haben uns ausgezeichnet verstanden.

Der letzte Weg führte uns zu Fuss entlang der Kanäle der sogenannten „Backwaters“ bis vor zum Hotel, dem Malayalam Lake Resort. Ich rieb meine Augen, war das mal wieder alles schön hier. Ein absoluter Traum. Wir waren direkt am Wasser mit Blick auf die zahlreichen Boote, im Hintergrund Palmen und aufgeregte Vögel die sich zum Sonnenuntergang laut schnatternd in einem Baum trafen.

Wir bestellten uns Bier und Abendessen per Autoriksha ins Hotel und freuten uns, dass wir es mal wieder so wunderschön getroffen haben.

Wedding Warm Up & Yoga

Der gestrige Tag war schon wieder so ereignisreich, dass ich gar nicht sicher bin, ob so ein Blogbeitrag auch nur annähernd alles angemessen erzählen kann. Einen Versuch ist es wert.

Nach einem feudalen und abwechslungsreichen Hotelfrühstück sind ca. 30 von uns in zwei Kleinbussen raus aus der Stadt gefahren. Parallel fanden am fruehen Morgen bereits Rituale im Elternhaus des Bräutigam statt, die, wenn ich das richtig verstanden habe, den Abschied des Sohnes aus dem Elternhaus symbolisieren sollen.

In ihrer Hotelsuite bekam die Braut derweil von 3 Frauen gleichzeitig Hände und Füße mit Henna kunstvoll und sehr detailreich bemalt. Das ist das sogenannte Mehendi.

Zu diesen Ereignissen waren noch keine Gäste vorgesehen, daher gab es fuer uns ein Alternativprogramm.

Es ging zum Isha Yoga Center ca. 30 Kilometer außerhalb der Stadt. Dort war es absolut beeindruckend. Wir hatten ca. 2,5 Stunden Zeit und das war eigentlich viel zu kurz fuer eine so weitläufige Anlage. An diesem Ort dreht sich alles um das sehr spirituelle Yoga, das in Indien noch eine ganz andere und deutlich tiefere Bedeutung hat.

Es hier zu erleben war etwas ganz besonderes. Zuerst ging man auf die riesengroße Büste (Adiyoga) zu und darunter war ein kleiner Tempel. Dort wurden wir direkt eingeladen, reinzukommen und im Schneidersitz den monotonen Klängen und Gesängen zu lauschen. Ruhe und Meditation, Körper und Geist.

Ein krasser Gegensatz zu dem lauten, hektischen und bunten Umfeld, welches wir bisher wahrgenommen haben.

Weiter ging der Weg durch die stickige Hitze entlang von palmengesäumtem Feldern. Zwischendurch gab es frisches Kokoswasser bevor wir den Eingang zur Hauptanlage erreicht haben. Dort war fotografieren streng verboten. Wir mussten alles abgeben und die Handys wurden separat verstaut. Verstaendlich, sonst wuerde sich sicher kaum einer dran halten.

Wobei ich grundsätzlich den Fotoapparat in der Tasche lasse, wenn ich weiss, daß es nicht erwünscht ist.

Von dort an ging es von einem spirituellen Ort zum naechsten. Alles war so wunderschön angelegt. Eine halbe Stunde „free yoga“ gab es auch. Diese bestand aus ein paar kleineren Übungen und einer Meditation. Haben wir natuerlich alles mitgemacht. Die Zeit ging viel zu schnell rum, da wurden wir auch schon wieder abgeholt.

Auf dem Rückweg fuhren wir nochmal ins Annapoorna und bestellten uns dieses Mal südindisches Parotta in verschiedenen Varianten. Das ist kleingezupftes Brot, gebraten mit Chili oder diversem Gemüse in einer Auswahl feinster indischer Gewürze. Getoppt wird das ganze mit einer Raita (yoghurt sauce). Das ist typisches Südindischen Streetfood und schmeckt unglaublich lecker.

Der erste feierliche Höhepunkt des Tages, an dem auch die Gäste geladen waren, fand am Abend in der eigentlichen Hochzeitslocation statt. Der Dresscode war hier noch informell. Als wir vor Ort ankamen, waren wir hin und weg. Der Eingang war bunt geschmueckt und zum Klang indischer Instrumente gingen wir hinein. Nach einem kurzen Warten kam dann die Familie des Bräutigams vorgefahren und unter musikalischer Begleitung begruessten sich die Familien der beiden zukünftigen Eheleute. Alles war schon so bunt und laut und gab doch nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was in den naechsten Tagen noch folgen sollte.

Zum Abschluss dieses wundervollen Tages gab es ein leckeres Abendessen, traditionell serviert auf einem Bananenblatt und natuerlich von uns mit den Fingern verspeist … obwohl wir Europäer sogar Holzgabeln bekamen 🤣 Die Inder wuerdigten unsere Bemühungen und mittlerweile klappt das auch schon ganz gut.

Indische Hochzeit, Tag Nr. 1 … morgen geht es weiter ♥️

Grosse Erwartungen

Irgendwann im Frühsommer diesen Jahres erfuhren wir, dass es bald eine Hochzeit geben wird. Eine Hochzeit mit dem besonderen Etwas, denn diese soll in Indien stattfinden, genauergesagt im südindischen Tamil Nadu. Denn dort kommt der zukünftige Bräutigam her. Und wir sind eingeladen!

Seit ein paar Monaten steht auch der Termin im November fest, und so konnten wir alle mit der Planung beginnen. Macht natuerlich wenig Sinn, nur fuer ein paar Tage so weit weg zu fliegen, deswegen haben wir uns notgedrungen ;-) noch zu einer weiteren Urlaubsreise entschlossen. Wenns denn sein muss 🤣.

Dafuer musste ich sogar unbezahlten Urlaub nehmen, denn fuer dieses jahr war bereits alles verbraucht.

Die letzten Wochen waren gepraegt von einer unendlichen Vorfreude auf das grosse Ereignisse im fernen Indien. Unendliche Planungen folgten und sogar wir Gäste mussten einiges „abarbeiten“ 😂

Ich habe es schon ein paar mal gesagt, aber eine solche Vorfreude habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Eine Hochzeit, eine Reise, ein unbekanntes Land, Freunde fernab der Heimat treffen … Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert.

Heute morgen war es endlich soweit, pünktlich um halb Elf startete unser erster Flieger in Richtung Doha. Aus diesem tippe ich auch gerade diesen Beitrag. Ich habe mir fest vorgenommen, regelmäßig was zu schreiben, oder wenigstens Bilder zu posten. Mal sehen ob das klappt. Das Reiseschreiben ist zu einer so schoenen Routine geworden und ich freue mich auch Jahre danach noch immer, wenn ich eine Reise dadurch nochmal nachfühlen kann.

In Doha haben wir einen kurzen Aufenthalt und fliegen noch mal ein paar Stunden weiter nach Bangalore. Dort kommen wir mitten in der Nacht an. Wenn alles klappt, checken wir dann fuer ein kurzes Schlaefchen in einem Hotel in Flughafennähe ein.

Morgen vormittag werden wir von einem privaten Fahrer abgeholt, der uns in 4 Tagen ein bisschen was von diesem grossen Land zeigen wird. Wir sind soo gespannt. Am Dienstag erreichen wir dann die Hochzeitsstadt Coimbatore. Dort bleiben wir vor und während und nach den Feierlichkeiten. Zum Abschluss sind wir noch mal fuer eine Woche im Nachbarstaat Kerala.

Aber jetzt ganz gemächlich der Reihe nach. Let the fun begin :-)

Badespass in der Donau

Es war schon wieder Sonntag morgen und unser letzter Tag in Wien. Der Zug fuhr erst um 5 Uhr Nachmittags und so blieb uns noch etwas Zeit, den sommerlichen Tag zu geniessen.

Nach dem Fruehstueck packten wir die Badesachen ein und fuhren mit der U-Bahn zur Station „Alte Donau“. Schon vom Gleis aus konnte man das viele Wasser sehen und die zahlreichen Bootsanleger entlang der Ufer. Wir waren total überrascht, haetten wir doch in einer Großstadt wie Wien niemals so viel Wasser erwartet. Wie toll, fast wie eine Seenlandschaft liegt der Seitenarm der Donau vor uns.

Wir sind ein Stueck gelaufen und entdeckten auf der anderen Seite ein grosses Strandbad. Als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass sich der relativ hohe Eintrittspreis nicht gelohnt haette, da wir ja nur mal kurz ins Wasser wollten. Auf dem Hinweg hatten wir bereits eine kleine Badestelle mit Zugangstreppe entdeckt. Also zogen wir uns im öffentlichen Klo um und liefen zurueck zu der kleinen handtuchgrossen Wiese. Das Wasser war herrlich erfrischend und absolut klar. Es waren ueber 30 Grad und so tat die Abkühlung sehr gut.

Auf dem Weg zurück zur U-Bahn goennten wir uns noch ein kühles Getränk in einem schicken Strandrestaurant, bevor wir uns wieder zurueck in die Stadt machten. Es war wirklich toll, ein absoluter Pluspunkt fuer die Stadt und man haette hier den ganzen Tag verbringen koennen.

Zurueck in der Innenstadt liefen wir zielstrebig zu einem der bekanntesten Wiener Kaffeehäuser, dem Café Zentral. Ich wollte einfach noch mal das volle Klischee mit allem drum und dran, inklusive einem Stueck Sachertorte. Aber das wurde nichts. Sonntag Mittag, man haette es sich denken koennen, erwartete uns eine lange Schlange vor dem Eingang. Zeit war knapp also gingen wir in ein weniger klischeehaftes Café um die Ecke. Ein Stueck leckerste Sachertorte gab es dennoch und ich war happy.

Leider war es dann auch schon wieder Zeit, zum Hotel zu gehen und das dort wartende Gepäck abzuholen. Gegen halb 5 waren wir bereits am Wiener Auptbahnhof und deckten uns dort fuer die lange Fahrt mit ein paar Sandwiches und Getränken ein.

Wieder mal dauerte die Fahrt knapp 7 Stunden, aber dank ein bisschen Knitflix war es recht kurzweilig. Kurz vor Ankunft um Mitternacht bin ich sogar eingeschlafen, was dazu führte, dass ich am Bahnhof nur halb schlafwandelnd den weg nach Hause gefunden habe.

Fast vier Tage Wien, was soll ich sagen, es war einfach wundervoll und wir kommen sicher mal wieder.

Im Prater blühn wieder die Bäume

Nach dem Frühstück am Samstag sind wir direkt vom Hotel aus durch unser „Neubau“ Grätzel in Richtung Spittelberg gelaufen. Diese Gegend wird in Reiseberichten gerne auch als der Montmartre von Wien bezeichnet. Natürlich waren wir hier auch schon beim letzten Besuch. Es war Ende März, der Frühling stand vor der Tür und dennoch war es noch so grauselig kalt. Die Wirte hatten in freudiger Erwartung schon Ihre Tische und Stühle zusammengeklappt in den Gassen positioniert, aber die Strassen waren noch menschenleer. Es wehte ein eisiger Wind. Und genau in einer dieser Gassen reifte dann der Wunsch, das alles nochmal im Sommer zu besichtigen, wenn das Leben erwacht ist und irgendwie alles etwas fröhlicher aussieht.

Wir waren begeistert, denn der Plan ging auf und es hat uns gut gefallen. Wir schlenderten durch die Gassen und beschlossen, am Abend zum Essen wieder herzukommen.

Wir liefen weiter in Richtung Volksgarten, wo wir eine kurze Rast in einem Cafe mit lässigem 50er Jahre Charme machten. Mal wieder gönnte sich der Kai einen gespritzten Veltliner und ich erfrischte mich mit einem Eiskaffee. Dazwischen habe ich ein paar Reihen gestrickt und so genossen wir den Tag. Das Wetter war herrlich, nicht zu heiß, etwa 25 – 28 Grad und Sonne und Wolken wechselten sich ab. Perfekt für einen Städtetrip.

Am Rathausplatz war gerade ein mehrwöchiges Film- und Foodfestival und direkt vor dem Rathaus war eine riesige Leinwand aufgebaut. Abends gibt es dort immer Aufführungen. Sommer in der Stadt. Einfach toll. Bei einem der Essensstände holte ich mir Gyozas (vom Thai) und dieses Mal nahmen wir beide einen erfrischenden Weißwein mit Mineralwasser. Das Mischungsverhältnis beträgt in der Regel 2/3 Wasser und 1/3 Wein. Das ergibt einen guten Trinkfluss ;-) Wir setzten uns ins Grüne und beobachteten die Menschen und das Treiben im Allgemeinen.

Nach der Stärkung sind wir mit der Bahn weiter zum Prater gefahren. Da wollte ich auch gerne noch mal hin, obwohl ich im Nachhinein sagen muß, dass wir uns das auch hätten sparen können. Das schöne Wiener Riesenrad mit den roten Gondeln ist sehenswert, der Rest des Parks ist nicht weiter erwähnenswert, moment, doch … vielleicht das Kettenkarussel, welches sich in schnwindelnde Höhe nach oben schraubt. Da wird mir schon vom Zuschauen ganz blümerant.

Am späten Nachmittag hat sich Kai nochmal einen Besuch in der Strandbar Herrmann gewünscht, da waren wir ja bereits am 1. Tag. Die Atmosphäre am Kanal in der sommerlichen Abendstimmung ist aber auch einfach toll. Liegestühle aufgeklappt und mit Aperol Spritz in der Hand freuten wir uns, dass wir es so schön haben.

Als dann die Mägen hörbar zu knurren anfingen, war es Zeit auf Nahrungssuche zu gehen. Wir hatten ja bereits den Spittelberg ins Auge gefasst, dachten aber falls uns auf dem Weg was schönes ins Auge sticht … tat es aber nicht und so fuhr uns die Bahn direkt zum Ausgangspunkt von heute morgen. Wir landeten bei Witwe Bolte. Das kleine Lokal lag etwas zurückgesetzt von der Spittelgasse und hatte einen tollen gemütlichen Vorplatz. Wir hatten Glück und bekamen sogar noch einen freien Tisch. Für den letzten Abend gönnten wir uns jeder ein 3-Gang-Menü, welches mit allerlei österreichischen Spezialitäten gespickt war. Frittatensuppe, Tafelspitz, Wiener Schnitzel und zum Nachtisch gab es Palatschinken oder Kaiserschmarrn. Und es war wirklich alles ausgesprochen lecker. Schöner konnte man nicht sitzen, mitten in Wien, der wunderschönen Stadt an der Donau.

Es lebe der Zentralfriedhof …

… und olle seine Toten

Der Eintritt is‘ für Lebende

Heit‘ ausnahmslos verboten …

(Wolfgang Ambros)

Freitag konnten wir endlich wieder ausschlafen, es lagen drei entspannte Tage vor uns. Nach dem leckeren Frühstücksbuffet im Hotel sind wir direkt mit der Bahn in Richtung Naschmarkt aufgebrochen. Hier waren wie vor 10 Jahren auch nochmal, aber die ganzen Restaurants waren fast alle geschlossen. Dieses Mal war das natürlich anders, und wir bedauerten die noch vom Frühstück vollen Mägen. So gab es nur eine Melange für mich und einen Veltlinerspritzer für Kai. Das Wetter war etwas kühler als am Vortag und die Sonne wollte sich auch noch nicht so recht zeigen.

Anschließend brachen wir auf in Richtung Simmering, um uns den bekannten Wiener Zentralfriedhof genauer anzuschauen. Wir stiegen am Tor 2 aus der Bahn und waren erstmal erstaunt, daß es dort einen Souvenirshop und ein Kaffeehaus gibt. Hätte mir fast ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift (siehe Beitragstitel) gekauft. Fand ich als Tochter einer Bestatterfamilie angemessen. Leider war der Schriftzug in „Comic Sans“ verfasst und das hielt mich dann davon ab ;-)

Wir kauften uns für zwei Euro einen Übersichtsplan, denn die Anlage ist riesengross. Man kann dort Elektrofahrräder leihen und eine markierte Joggingstrecke gibt es auch. Ich mag Friedhöfe sehr. Im Allgemeinen stimmt einen der Besuch dort meist sehr nachdenklich. Man streift an alten Grabmälern vorbei, die mal prunkvoll und dann auch wieder ganz einfach daherkommen. Man liest die Inschriften und errechnet die Lebenszeit, wenn das Geburtsdatum und das Sterbedatum dicht beieinander liegen. Irgendwann kommen wir bei den Musikern vorbei, Beethofen, Mozart, Strauss … wobei es bei einigen doch eher Ehrengrabmäler sind als letzte Ruhestätte.

Danach liefen wir rüber zu den österreichischen Volksschauspielern, die ich vor allem aus dem Fernsehen der 70er Jahre kenne, als die alten Schinken in ZDF und ARD so manchen Sonntag im familiären Wohnzimmer flimmerten. Theo Lingen, Hans Moser, Paul Hörbiger … ich fühle mich um Jahre zurückversetzt.

Ein paar Gräber daneben haben wir Udo Jürgens und sein Marmorklavier besucht. Etwas weiter hinten in der „Gruppe“ 40 liegt Falco begraben, der auch heute noch als österreichs größter Popstar aller Zeiten gilt. Seine Hits sind unvergessene Begleiter meiner Jugend.

Nach dem doch recht langen Spaziergang sind wir dann noch in das Café gegangen und haben und die Vormittagskombination (Melange/Weinspritzer) noch mal gegönnt, wobei es für mich noch ein leckeres Stück Erdbeertorte gab. Es war mittlerweile schon später Nachmittag.

Auf dem Heimweg sind wir nochmal bei der U-Bahn Haltestelle Stubentor ausgestiegen, um in einer Straße namens „Wollzeile“ eine kleine feine Papeterie zu besuchen, die ich bereits am Vorabend im geschlossenen Zustand entdeckt hatte. Ein paar sehr schöne Kleinigkeiten konnte ich für mein zweitliebstes Hobby, dem Journaling, ergattern.

Nach einer kurzen Ruhephase im Hotel sind wir später noch ums Eck gelaufen, denn wir waren ja im 7. Bezirk, dem „Neubau“, und ich hatte gelesen, daß dies ein wirklich schönes „Grätzel“ ist. Ein gemütliches Altbauviertel mit zahlreichen Kaffees, Restaurants und tollen Geschäften. Direkt ums Eck wurden wir bereits fündig und kehrten im „Mitzitant“ ein. Ein nette Nachbarschaftskneipe mit viel Lokalkolorit. Ich bestellte mir einen steirischen Backhendlsalat und Kai kann vom panierten Fleisch nicht genug bekommen, dieses Mal gab es Cordon Bleu. Der anschließende Kaiserschmarrn, der bei den Köchen wegen der schon späten Stunde nicht auf Begeisterung stieß, bekam in meiner offiziellen Schmarrnskala von 1-10 ganze 8 Punkte. Sehr sehr lecker war der.