Heute trage ich zum ersten Mal meine neuen medizinischen ;-) Schnürschuhe. Zur Reduktion des immer noch stark geschwollenen Transplantat empfahl mir Dr. Peng, solche für eine Weile zu tragen, um den frisch angewachsenen Hautlappen in seine natürlichen Schranken zu verweisen. Da ich sowas nicht besitze, und wir bereits die gesamte Heidelberger Fußgängerzone danach abgegrast haben (große Füße sind da nicht hilfreich), habe ich letzte Woche kurzerhand beim Onlinehändler mit dem Glücksschrei bestellt.
Monat: Juni 2014
Hot Hot Hot
Nicht ganz ohne Stolz kann ich berichten, dass wir gestern 25 Kilometer mit dem Rad gefahren sind. Anfangs hätte ich nie für möglich gehalten, dass ich schon so weit komme, aber plötzlich lief es irgendwie und ehe wir uns versahen, saßen wir bereits in einem Liegestuhl der „Schiffsmeldestelle“ in Höchst … natürlich mit einem Radler.
Antizyklisch
Neues Spiel, neuer Tag, neues Glück. Mal schauen, ob der Zug heute pünktlich kommt. Während um mich herum tausende mit dunkler Viskose bekleidete Arbeitsbienen die Vorortzüge verlassen, um nur Minuten später die gläsernen Bankentürme zu füllen, warte ich auf meinen nicht annähernd so vollen Zug in die Provinz. Gegen den Strom schwimmen ist nicht nur in diesem Fall ein gutes Gefühl ;-)
Zufälle
Grundsätzlich habe ich ja gar nichts gegen die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Aber muss es ausgerechnet die Bahn sein? Heute morgen habe ich 2 Stunden und 10 Minuten zur Arbeit gebraucht … normalerweise schafft man das unter einer Stunde. Das macht dann eben keinen Spaß mehr.
Geschüttelt und gerührt
Ich glaube ich habe gerade ein déjà vu. Jetzt sitze ich schon wieder hier am Bahnsteig und habe noch viel zu viel Zeit, bevor der Zug kommt. Egal, vertreibe ich mir eben die Zeit mit verbaler Inkontinenz ;-)
Das ganze Büro wär dekoriert mit Girlanden und Luftballons und frische Blumen gabs auch noch. Ein interessantes Projekt liegt in Reichweite und den gestrigen Tag habe ich mir in der Zwischenzeit mit leichtem Ausschreiben vertrieben.
Montagmorgen
Jetzt ist es also soweit. Ich bin frisch geputzt, die Haare sind ordentlich frisiert, der erste Kaffee hat die Geschmacksknospen gekitzelt und nun sitze ich in aufgeregter Erwartung am Gleis und warte auf den Zug in den Kurort.
Heppenheim
Morgen früh wird es dann allerdings wieder ernst. Ich werde das erste Mal, nach ziemlich genau 5 1/2 Monaten wieder zur Arbeit gehen. Den ganzen Mai habe ich dazu genutzt, mich wieder in Form zu bringen. Wirklich fast täglich gab es eine bahnbrechende Neuerung zu berichten. Sogar Fahrrad und Roller bin ich schon gefahren. Mittlerweile kann ich (stark humpelnd) wieder ein bisschen laufen, ganz ohne Krücken. Wir freuen uns beide sehr darüber.
Ich fange morgen erst mal mit 4 Stunden am Tag an, das geht dann zwei Wochen, danach arbeite ich dann 2 Wochen für 6 Stunden am Tag, und im Juli dann wieder volle 8 Stunden. Das ist dann eine sogenannte Wiedereingliederungsmaßnahme, die der Arzt verordnet hat. Das ist auch sinnvoll, denn den Fuß volle 8 Stunden incl. 2 Stunden Zugfahrt und hin und hergehumpele zu belasten, ist sicher alles andere als einfach. Schließlich schwillt der Fuß immer noch an und das tut dann weh, so daß Laufen eher quälend ist. Also langsam dran gewöhnen … ich hoffe sehr, daß alles klappt. Denn die Decke, trotz Altbauhöhe von 3,20m, kann einem hier schon ganz schön auf den Kopf fallen.
Auch wenn ich … zugegebenermaßen, meinen 1. Kaffee am Morgen im Bett und die dazugehörige Lieblingsserie auf Sixx schrecklich vermissen werde.
Aber egal, es ist Zeit für Neue Routinen.
















