Dänische Glückstage

Als ich mich am Montag Nachmittag auf den Sessel vor der offenen Schiebetür setzte und mit einer dampfenden Tasse Kaffee in die Dünen blickte sagte ich zu Kai, hier will ich niiiiieee wieder weg!!!

Der Ort hat etwas magisches und strahlt ein Ruhe aus, die man in unserem hektischen Alltag oft nicht finden kann. Ich bin glücklich und alles ist genau so wie es sein soll.

Unsere Tage hier sind ruhig. Morgens fruehstuecken wir gemütlich am offenen Fenster. Das Wetter meint es gut mit uns, wenn kein Wind weht, kann man es gut im T-Shirt aushalten. Wir machen Spaziergänge an den langen menschenleeren Stränden und füllen unsere Lungen weit mit der salzhaltigen Luft der Nordsee.

Zuhause sitzen wir oft stundenlang am Tisch und puzzeln und hoeren dabei spannende Hörbücher. Zwischendurch stricke ich ein paar Reihen, einer macht was zu essen und so genießen wir den Tag. Manchmal gibt es zwischendurch eine Yogaeinheit auf der Wiese vor dem Haus.

Ein weiteres persönliches Highlight fuer mich, ich habe wieder angefangen zu lesen. Das ist deswegen so besonders, weil ich es aus lauter Konzentrationsmangel der vergangenen Monate einfach nicht mehr konnte. Ich habe eine Seite gelesen, den Inhalt nicht registriert und immer wieder aufgegeben. Doch seit einiger Zeit geht es wieder und ich verschlinge ein Buch nach dem anderen.

Abends wird dann der kleine Kaminofen angemacht und wir zünden ein paar Kerzen an. Es ist einfach sehr sehr hyggelig, wie man in Dänemark sagt.

Nordjytland

Endlich, endlich sollte es zum eigentlichen Ziel unserer Reise gehen, hoch in den Norden Dänemarks, irgendwo an der Nordseeküste in der Nähe eines kleinen Oertchens namens Blokhus.

Lange zuvor hatte ich dem Gatten schon die Aufgabe gegeben, uns ein kleines freistehendes Häuschen mit NIX drumrum zu finden. Fuer Kai hat das Suchen eines Feriendomizils in etwa die gleiche Bedeutung wie für mich das Stricken. Er liebt es, ewig lang durchs Internet zu grasen und tolle Orte zu finden.

Diese einsame Hütte war ein grosser Wunsch meinerseits. Ich habe tagelang davon geschwärmt und schwadroniert. Als er mir unser Haus dann eines Tages im Internet gezeigt hat, war es Liebe auf den 1. Blick.

Gegen halb vier am Montag  errichten wie unser kleines neues Zuhause fuer die nächsten 10 Tage und ich war erstmal sprachlos. Bilder koennen ja oft viel erzählen. Aber hier sah es genauso aus, wie wir uns das vorgestellt haben. Vor lauter Freude habe ich auch erstmal wieder ein paar Tränchen verdrückt.

Innen ist es gemütlich eingerichtet, es gibt ein Wohnzimmer mit Kaminofen, eine kleine Küche, Bad und ein Schlafzimmer im Erdgeschoss. Darüber liegend, ueber eine sogenannte Sambatreppe erreichbar, gibt es noch zwei kleine Kammern mit jeweils zwei Betten.

Am tollsten ist aber die vollflächig verglaste Vorderfront des Hauses mit der breiten Schiebetür. Davor stehen zwei grosse gemütliche Lehnsessel und der absolut unverbaute Blick auf die Dünenlandschaft. Im Hintergrund kann man sogar das Meer tösen hören, obwohl es ca. 400 Meter weg ist. Ein lange gehegter Traum geht in Erfüllung.

Fest steht, dieser Urlaub ist anders als alles was wir bisher gemacht haben. Es gibt nicht viel Programm, wir haben uns zwei Puzzle mitgenommen, Bücher und ich natürlich mein Strickzeug.

Wir wollen es dieses Mal ruhig und gemütlich haben, das wird uns beiden gut tun, da bin ich sicher.

Flensburg

Nach dem Frühstück am Sonntag morgen (Shoutout to Ibis Alsterring fuer eine Waffel-selbstmach-Anlage) fuhren wir weiter. Es ging immer höher in den Norden fast bis zum Ende der Deutschen Grenze.

Wir wollten uns Flensburg anschauen und hier noch einmal übernachten. Die kurzen Etappen machen zum einen mehr Spaß, zum anderen waere  alles andere fuer mich momentan viel zu anstrengend.

In Flensburg konnten wir erstmal nicht ins Hotel einchecken, da wir noch viel zu früh waren. So nutzen wir die Gelegenheit, einen ersten Spaziergang durch die nordische Kleinstadt zu machen, und unterwegs unser erstes Flens zu trinken. Auch wenn es noch so früh am Tage war, es hat gezischt und die Sonne lachte vom Himmel. Wer haette gedacht, dass es Anfang September hier oben noch so schoen warm ist.

Um drei durften wir endlich ins Zimmer und ich konnte die Batterien wieder ein bisschen auffüllen. Der Mittagsschlaf ist mittlerweile zum festen Bestandteil meiner Tagesroutine geworden und ermöglicht mir, auch den zweiten Teil des Tages einigermaßen zu genießen.

Nach dem Nap und einer frischen Dusche liefen wir draussen noch ein bisschen umher und genossen die wunderschöne Abendstimmung  am Hafen. Flensburg gefällt uns wirklich gut, ein sehr hübsches Städtchen mit etwa 90.000 Einwohnern, welches wir sehr fuer einen Besuch empfehlen koennen.

Am Abend gab es dann Backfisch mit Kartoffelsalat fuer Kai und Fish & Chips fuer mich. Dazu ein dunkles Flens fuer den Herrn und ich trank ein Alsterwasser mit Mineralwasser verdünnt. Eine Radlershorle sozusagen. Nicht so suess und sehr erfrischend.

Es war mal wieder ein toller Tag und am Ende freuten wir uns dann doch ganz doll, dass es am Montag endlich nach Dänemark gehen soll. Stay tuned…

Hamburg + Hochzeitsdecken

Samstag sind direkt nach dem Fruehstueck in Richtung Norden aufgebrochen. Unser nächstes Etappenziel war Hamburg. Dort hatten wir uns mit meiner Strickfreundin (der Braut aus Indien) auf einen Kurzbesuch  verabredet. Der Plan war ausserdem, ihr endlich unser gemeinsames Hochzeitsgeschenk zu überreichen, welches ich zusammen mit meiner in Spanien lebenden Strickfreundin hergestellt habe. Eine gehaekelte Decke in der stundenlange Arbeit, Freundschaft und ganz viel Liebe drinsteckt.

Am Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel und ich musste mich erstmal wieder hinlegen. Auch wenn ich nur Beifahrerin war, aber durch die chronische Erschöpfung macht mich sogar das furchtbar muede.

Nach dem Powernap fuhren wir mit der Bahn nach Elmsbüttel und ich freute mich ganz doll auf das Wiedersehen. In der Wohnung angekommen, haben wir erstmal Spanien per Videochat hinzugerufen und die grosse Deckenuebergabe fand statt. Wir hoffen, dass sie lange Freude daran hat.

Nach dem Chat sind wir durch die tolle Nachbarschaft gelaufen, und haben in dieser lauen Spätsommernacht Tapas kauend und schwätzend einen schoenen Abend verbracht. Hamburg ist einfach toll. Hier koennte ich auch leben.

Alsfeld + Geburtstagskatzen

Freitag morgen haben wir unser Auto bis unter das Dach vollgepackt und sind die knapp 100 Kilometer zu unserem ersten Zwischenstop nach Alsfeld gefahren.

Ziel war es, dort die Katzen in die Obhut meiner Eltern zu geben, und ausserdem meinem Papa zum 82. Geburtstag zu gratulieren. Dafür hatte ich bereits am Vorabend einen seiner Lieblingskuchen gebacken, einen Frankfurter Kranz als Blechkuchenversion.

Um die Mittagszeit erreichten wir bereits unser Ziel und ich konnte meinem Dad erstmal lauthals unser traditionelles Familien-Geburtstagsstaendchen singen.
Das Hallo war gross, denn Oma und Opa freuen sich immer sehr auf den Katzenbesuch.

Coopy und Quentin kennen Alsfeld seit sie kleine Kitten waren und fuehlen sich hier auch immer sehr wohl, und wir freuen uns, dass jemand während unserer Abwesenheit die Katzen so liebevoll versorgt. Ein besonderer Dank dabei an meine Mama.

Nachmittags haben wir den Kuchen verspeist und mit meinem Onkel und einer langjährigen Familienbekannten bis in die frühen Abendstunden gequatscht.

Am Abend wurde beim Italiener bestellt und wir haben nebenbei die Athleten bestaunt, die bei den Paralympics trotz ihrer Einschränkungen grosses vollbracht haben.

Am nächsten Morgen ging es direkt nach dem Frühstück weiter in Richtung Norden. Die Katzen haben bereits Lunte gerochen, und sich versteckt. Sie hatten befürchtet, gleich wieder nach Hause zu muessen 😂

Dänemark – Reiseprolog

Seit Freitag sind wir endlich wieder unterwegs. Lange mussten wir warten, um wieder eine gemeinsame Urlaubsreise antreten zu koennen. Aber wenn die Gesundheit nicht mitspielt, dann ist selbst das schönste Reiseziel nichts wert.

Die letzten Monate waren geprägt von einem fast unerklaerbaren körperlichen Zustand meinerseits. Von permanenter Erschöpfung und Dauermüdigkeit, von einem watteartigem Nebel im Kopf. Ich war kaum mehr in der Lage, mich zu konzentrieren, geschweige denn, einer normalen Arbeitstaetigkeit nachzugehen.

Seit Dezember war ich also raus aus dem Business. Zuhause, meist im Bett, und habe geschlafen. Habe versucht, die wenigen Energieressourcen die mir noch blieben, sinnvoll einzuteilen. Es fühlte sich permanent so an, als sei die Batterieladung meines Akkus auf maximal 10% gefüllt, und auch eine Nacht voll Schlaf konnte daran nichts ändern. Dazu das Gefuehl im Kopf, als haette jemand mein Gehirn mit Weichspüler gefüllt.

Wir sind von Arzt zu Arzt gerannt, haben Unmengen fuer diverse Blutuntersuchung ausgegeben und sind dennoch zu keinem brauchbaren Ergebnis gekommen. Mit Ausnahme eines angeblich persistierenden Virusgeschehens, der meinen Körper in andauernde Alarmbereitschaft versetzt und dadurch die Erschöpfung auslöst. Diese Theorie is jedoch umstritten.

Im April ging ich dann fuer sieben Wochen in Reha im schoenen Bad Saulgau in Oberschwaben. Dort konnte ich die Batterien zumindest ein bisschen aufladen. Ausserdem ist es von unschaetzbarem Wert, auf gleichgesinnte zu treffen und zu merken, dass man sich den Zinnober doch nicht nur einbildet.

Im Juni startete ich dann mit der Wiedereingliederung ins Berufsleben, die war nicht immer einfach. Denn nur mit gutem Willen ließ sich die Erschöpfung einfach nicht vertreiben. Eine erste Veränderung konnte man spueren, als ich eine neue Neurologin testete und diese mir meine Medikamente komplett umstellte. Eine richtige Diagnose bekam ich dort auch nicht, nur die nochmalige Aussage, dass mein Immunsystem verrückt spielt.  Einen Heilungsansatz gibt es aber derzeit  nicht. Die derzeitige Long Covid Forschung gibt jedoch Anlass zur Hoffnung.

Ich bin immer noch nicht wieder richtig fit, aber an manchen Tagen erreicht die Akkuladung immerhin geschätzte 60 %. Das ist noch wenig, aber ich kann wenigstens wieder 6 Stunden am Tag arbeiten, wenn auch fuer den restlichen Tag nicht mehr viel Energie uebrig ist.

So jetzt aber Schluss mit dem Gejammer. Was ich eigentlich sagen wollte ;-) eine der Ärztinnen riet mir im Frühjahr, an die Nordsee zu fahren, um die Lungen so richtig mit Sauerstoff zu füllen. Daher kam also die Idee zu dieser kleinen Reise hoch in den Norden Dänemarks zustande. Geplant ist ein kleiner Mini Roadtrip in drei Schritten, um die lange Fahrt in kleine Häppchen aufzuteilen.

Die geplanten Stops sind Alsfeld (zur Katzenabgabe), Hamburg und Flensburg, bevor es dann am Montag fuer 10 Tage in ein einsames Ferienhaüschen in Mitten der Duenen im nördlichen Jytland geht. Wir freuen uns sehr darauf.

Happy Diwali

Gerade sitze ich ein bisschen traurig am Pool und hänge meinen Gedanken an diese wunderschöne Zeit in Indien nach. Heute Nachmittag holt uns hier ein Taxi ab und bringt uns zum Flughafen nach Kochi. Von dort geht dann heute Abend der Flieger zurück nach Frankfurt, mit Zwischenstop in Abu Dhabi.

Gestern hatten wir nochmal einen richtig schoenen Tag, der mit leckersten Frühstück begann. Ich bekam einen Stapel French Toast mit ganz vielen frischen Früchten. Besonders die saftig süßen Papayas haben es mir sehr angetan. Die bekommt man in dieser Qualität in Deutschland einfach nicht.

Nach dem Frühstück haben wir uns eins der Kanus gemietet, mit denen man direkt vom Kanal am Hotel aus bis vorne ans Meer rudern kann. Das hat grossen Spass gemacht und man konnte auf diese Weise die sehr lebendige Vogelwelt entlang des dicht bewachsenen Ufers bewundern. Schwarze Kormorane und weisse Kraniche waren dabei am häufigsten zu sehen. Vorne am Meer gab es eine flache Stelle, an der wir anlegen konnten um noch ein bisschen die Seeluft einzuatmen.

Danach gab’s Pool und Schläfchen as usual. Nachmittags hatte ich mir eigentlich nochmal eine Ayurveda Massage gebucht. Wegen andauernd anhaltender reger Tätigkeiten im Gedärm habe ich allerdings davon abgesehen. Das war mir doch etwas zu heikel.

Fuer den Nachmittag wollten wir fuer unseren letzten Abend in Indien noch mal nach Alleppey fahren. Leider war weit und breit keine Riksha in Sicht und auch eine Bestellung per Uber hatte keinen Erfolg. Irgendwann hatten wir aber Glueck, denn ein Fahrer brachte gerade zwei andere Touristinnen ins Hotel. So konnten wir schnell tauschen, bevor erneut der abendliche sintflutartige Regen einsetzte.

Wir wollten eigentlich schauen, ob es vielleicht ein paar Lichter fuer Diwali zu sehen gab, aber der Regen schien dies nicht zuzulassen. So bummelten wir einfach so durch die sehr nassen Strassen und gingen ein bisschen shoppen.

Eine Leserin des Blogs hatte mich spontan angeschrieben, ob ich ihr nicht auch so ein buntes Gewand mit nach Hause bringen könnte. Nachdem sich also dieses spontane Shoppingfenster ergeben hatte und ich nochmals einen Laden mit den buntesten Kurtas fand, rief ich sie spontan per Videochat an und wir suchten gemeinsam aus.

Da wir ungefähr die gleiche Grösse haben, entschied ich, ein Kleid zu nehmen, welches mir auch passte und gefiel, sollte es ihr dann doch nicht gefallen, behalte ich es einfach für mich. Ein vollkommen selbstloser Akt der Nächstenliebe sozusagen 🤣

Später liessen wir uns noch in ein vegetarisches Restaurant fahren und ich ass zum wiederholten Male mein Lieblingsgericht. Nebenan fanden wir noch verpacktes Parotta Brot, so dass ich es vielleicht doch schaffe, das zuhause mal nachzukochen. Wenn ich das nicht hinkriege muss ich vielleicht mal ganz lieb bei den Nachbarn obendrüber fragen 😉

Mit der Autoriksha ging es wieder zurueck ins Hotel. Ein letzter voller wunderschöner Tag in Indien geht zuende *schneuz* und ich kann es gar nicht glauben, dass die Zeit schon wieder fast rum ist. Obwohl, und das ist ein Gesetz des Reisens, es fühlt sich an, als seien wir schon mindestens einen Monat im Land.

Strand, Pool und Meer

Das wird jetzt sicher ganz schoen langemweilig hier im Blog, denn der erste volle Tag im Flamingo Hotel war eigentlich eine nahezu identische Wiederholung des vorigen Tages ;-)

Mit der Ausnahmen, dass der Donnerstag mit einem leckeren Fruehstueck begann. Der Oberkellner erklärte uns alle Speisen und Getränke, die da so in ihren Metallaschalen herumstanden. Dennoch bot er uns noch zusätzliche mehrere Speisen an, die wir alle noch probieren sollten. So bekam Kai noch einen Masala Dosa frisch zubereitet und ich einen Ghee Roast Dosa. Die dazugehörigen Saucen waren mal wieder ausserordentlich scharf, und ich versuchte alles mit Wasser zu löschen.

Eine kleine Ode an die halbe Packung Tannacomp, die uns die beiden Frankfurter schon bei der Ankunft in Coimbatore geschenkt haben. Ist es denn zu glauben, dass wir ausgerechnet das wichtigste Medikament fuer eine Indienreise vergessen hatten? Alles mögliche haben wir dabei, aber etwas gegen den unvermeidlichen „flotten Otto“ wurde vergessen. Umso dankbarer war ich fuer das Geschenk. Leider ist die Packung leer und die letzten Tage ist wieder Ausnahmezustand ;-)

Nach dem ausgiebigen Frühstück haben wir uns direkt an den Pool verzogen, wo ich endlich mal ein bisschen zum Stricken kam. Das wurde ja in den letzten Tagen sehr vernachlässigt.

Am späten Nachmittag sind wir wieder vor zum Meer gelaufen. Die Gegend hier ist irgendwie mystisch. Mitten im Wald, von Bäumen und Palmen umgeben gibt es kleinere Gemischtwarenläden und immer wieder recht feudale Häuser. Hier scheinen doch einige recht betuchte Inder zu leben.

Vorne am Meer dann wieder die typische lokale abendliche Strandatmosphäre, die fuer uns Touristen geradezu schreit nach einem Cocktail mit ein paar Knabbereien. Aber hier gibt es ausser uns so gut wie keine Touristen und so ist das Geschäftsmodell noch ausbaufähig.

Wir finden einen kleinen Laden und bekommen sogar eine gekühlte Pepsi und ein Packung Tapiokachips. Perfekt fuer den folgenden spektakulären Sonnenuntergang.

Im Hintergrund zog sich der Himmel dann weiter zu und es begann zu donnern und zu blitzen. Schnell liefen wir durch den warmen Tropenregen zurueck ins Hotel, wo wir erneut ein Bad im Hotelpool mit sintflutartigem Regen von oben genossen.

Der Rest des Tages war nun wirklich eine identische Abfolge des Vorabends, mit der Ausnahme, dass Kai frischen Squid bekam ich ein absolut fantastisches Paneer Butter Masala verspeist habe. Heute gab es sogar einen Nachtisch, ich bestellte Gulab Jamun (frittierte Teigbällchen in Zuckersirup) und dazu gab es eine Kugel Butterscotch Icecream, gekrönt von einem indisch zubereiteten Kaffee.

Umzug zum Marari Beach

Am Mittwoch war schon wieder Umzugstag. In der Früh haben wir uns bereits von den Nachbarn verabschiedet, die noch ein bisschen weiter nördlich gefahren sind. Wir wurden um 11 im Hotel abgeholt und sind dann mit der Riksha ins ca. 15 km weiter nördlich gelegene Mararikulam getuckert. Gegen viertel vor 12 erreichten wir unser neues Zuhause fuer die letzten 3 Tage in Indien, das Flamingo Marari Boutique Hotel. Das hat Kai bereits von zuhause gebucht. Grosses Kompliment an den Gatten und seinen Reise Enthusiasmus, das hat er ganz hervorragend ausgewählt. Aber er kennt mich ja auch ein bisschen und weiss was mir gefällt.

Das kleine Hotel liegt ca. 400m hinter dem Meer an einem Kanal. Alles ist offen und wunderschön ausgestattet. Ich empfange Mauritius/Seychellen Vibes und freue mich auf die Zeit hier.

Wir bekommen unser Zimmer gezeigt und einen leckeren Begruessungsdrink gebracht. Danach kommen wir endlich mal zum frühstücken. Unsere Mägen knurrten bereits, da wir noch nichts gegessen hatten. Wir teilten uns ein schmackhaftes Clubsandwich und jeder bekam ein erfrischendes Lime Soda.

Am späten Nachmittag sind wir vor zum Strand gelaufen. Und die Stimmung dort war einfach wunderschön. Nicht das was man vielleicht von einem palmengesäumtem Strand erwartet, es gab keine Touristen, sondern nur Einheimische. Einige Jungs spielten Cricket, ein paar junge Mädchen sassen im Sand und kicherten, die Fischer machten ihre Netze fuer die Nachtfahrt fertig, umringt von dutzenden streunenden Hunden, neugierigen Raben und dazu das grosse blaue Meer.

Wie jeden Abend, seit wir in Kerala sind, fing es wieder an zu regnen. Erst nur mässig, dann immer mehr. Wir liefen durch den warmen Tropenregen zurück ins Hotel. Es war mittlerweile dunkel und die kleine Anlage war zauberhaft beleuchtet.

Es war wahnsinnig gemütlich, der Regen prasselte mittlerweile aus allen Kübeln und wir beschlossen, ein Bad im Pool zu nehmen. War das schön, warmer Regen von oben, angenehm lauwarmer Pool und alles um uns illuminiert. Wow, merke gerade wie kitschig das alles wird. Mein persönlicher Rosamunde Pilcher Moment 😂

Zum Abendessen sassen wir im hoteleigenen Restaurant, der Regen trommelte weiter auf das Dach und wie assen mal wieder leckerstes indisches Essen. Fuer Kai gab es fangfrischen Fisch und ich bekam ein lecker gewuerztes Aloo Gobi (Kartoffeln und Blumenkohl in Sauce) dazu gab es warmes fluffiges Parotta Brot.

Frueh gingen wir zu Bett, und was soll ich noch sagen, der Regel prasselte immer noch und es konnte nicht gemütlicher sein. Waltonsmusik und ab.

Ruhetag in Alappuzha

Am Dienstag habe ich fuer 6 Uhr frueh den Wecker gestellt, denn da geht hier die Sonne auf. Erstaunlicherweise hat das Aufstehen ganz gut geklappt. Die Sonne bekamen wir zwar irgendwie nicht zu Gesicht, aber der ganze Himmel war lila eingefärbt und die morgendliche Stimmung am Wasser hatte etwas magisches.

Nach einem weiteren kurzen Schläfchen im knochenharten Bett unserer Unterkunft gab es erst mal einen Kaffee auf unserem Balkon und ein Schwätzchen mit unseren Frankfurter Zimmernachbarn. Wie es der Zufall naemlich so wollte waren wir direkt nebeneinander und teilten uns den Balkon.

Man haette zwar auch hier fruehstuecken koennten aber uns allen war nach Rausgehen. Wir liessen uns wieder mit der Autoriksha in die Stadt fahren und fanden ein zauberhaftes Plätzchen direkt am Wasser mit leckerem Fruehstueck. Dieses Mal wieder etwas westlich gepraegt. Denn, das muss ich zugeben, so sehr ich das indische Essen auch liebe, zum Fruehstueck mag ichs gerne europäisch und nicht ganz so scharf.

So gab es Cappuccino, Bananen Lassi und fuer jeden ein Käsesandwich. Wir kamen ins Plaudern und so schlenderten wir in den Tag hinein und irgendwie wurde es immer spaeter, ohne dass man merkte wie die Zeit rumging.

Irgendwann schafften wir es, uns von diesem kleinen wunderbaren Ort loszueisen und gingen noch ein bisschen shoppen.

Der erste Halt führte uns in einen vollklimatisierten Schmuckladen, der auf zwei Stockwerken prunkvollen reinen Goldschmuck anbot. Abgerechnet wird hier nach Gramm und dem tagesaktuellen Goldpreis. Da ich nicht so der Fan von ausladendem Goldschmuck bin, atmete Kai auf, als wir unausgeshoppt den Laden wieder verließen 😂.

In der Nachbarschaft wurde ich allerdings fündig und ein kleiner Zehenring aus Silber fuer umgerechnet ca. 3 Euro durfte mit.

Anschließend gingen wir noch in einen Laden fuer Damenoberbekleidung, weil ich dich noch unbedingt eine schoene bunte Kurti haben wollte. Wenn ich schon mal hier bin. Ich mag lange Tunikablusen sehr gerne und wurde schnell fündig. Als ich die Umkleidekabine verließ raunten die beiden Verkäuferinnen anerkennend (und umsatzfördernd) ueber den ungewohnten Anblick einer grossen (kräftigen) blonden Frau und wollten alle abwechselnd Fotos mit mir. Das war irgendwie suess und von allen Seiten brachten die Damen weitere Kleidungsstücke, die auch in XL Größen verfügbar waren. So schaffte es dann noch eine weisse Bluse mit Stickerei und ein dunkelgrüner Wickelrock (Dothi) ins Einkaufskörbchen. Alles fuer umgerechnet 20 Euro. Kannste nix sagen ;-)

Wieder zurück im Hotel stand am Nachmittag der Termin fuer eine Ganzkörper Ayurveda Massage an, die ich vormittags gebucht hatte. Ich ging also nach unten und durfte mich zunächst mal komplett freimachen und bekam fuer den Unterleib eine Art Stringtanga aus Papier. Ein etwa 50cm langer und 10cm breiter Papierfetzen mit einer Schnur dran. Nee, Hemmungen sollte man nicht haben ;-) Aber fuer einen interessanten Blogbeitrag tue ich ja alles ;-)

Ich wusste ja, dass bei einer Ayurveda Massage viel Öl im Spiel ist, dachte noch, die Haare bleiben sicher verschont. Aber mitnichten. Das Haargummi wurde entfernt und schon hätte ich eine ganze Kelle Öl auf dem Kopf. Die anschließende Kopfmassage war aber sehr angenehm.

Dann wurde der ganze Körper nach und nach eingeölt und ich wand mich wie ein schleimiger Fisch auf der glatten Holzbank, als ich mich mehrfach rumdrehen sollte. Das kleine papierne Tangahöschen war mittlerweile auch nur noch pro Forma vorhanden (Hätt ich dir auch gleich sagen können 😂)

Dennoch, nach einer Stunde war ich entspannt und gut massiert. Es war dann doch sehr angenehm. Leider gab es im Hotel nur eine kalte Dusche, so dass es einigermaßen schwer war, den Ölfilm wieder loszuwerden.

Später am Abend sind wir noch raus zum Essen gefahren. Das Essen war allerdings nicht weiter erwähnenswert. Man kann ja auch nicht immer Glueck haben. Umso schoener, danach noch bei einem Kingfisher den Abend auf der Terrasse ausklingen zu lassen.