Biennale di Architettura

Sonntag Morgen in Venedig. Bereits um 9 Uhr am Morgen haben wir unser Hotel in Richtung Canale Grande verlassen, um von dort ein Vaporetto zu nehmen. Alleine der Weg dorthin war schon so schön, da sich die Stadt so früh am Sonntag von einer herrlich ruhigen Seite zeigte.

Mit etwas Planung war es doch noch möglich ein freies Zeitfenster für ein weiteres Highlight auf der Reise zu finden: Die Architekturbiennale. Das schöne daran, wenn man von unterwegs Bilder in seine Storys setzt, bekommt man praktisch live neue Reisetips. So hat meine ehemalige Münchner Architektenkollegin uns wertvolle Hinweise zum Besuch der Biennale gegeben. Denn das Areal ist riesig, und soviel Zeit hatten wir ja leider auch nicht mehr. Auf ihre Empfehlung sind wir also direkt zur Arsenale geschippert und waren um Punkt 10 direkt zur Öffnungszeit am Eingang. Alleine das Gelände der Arsenale ist sehenswert. Ein grosses Industriegelände, dass einst unter anderem eine Schiffswerft beherbergte.

Im langgezogenen Hauptgebäude konnten wir dann auch direkt eintauchen in die Welt aus Architektur, Kunst, Phantasie und Kitsch. Das Thema in diesem Jahr war unser aller Leben in der Zukunft. Wirklich sehenswert und ich hab mich einfach nur gefreut, dass ich Herrn C. dafür gewinnen konnte. Ich glaube sogar, es hat ihm auch gefallen. Nach einer Kaffeepause sind wir dann noch vor zum eigentlichen Hauptareal der Biennale gelaufen, den Giardini. Dies ist ein festes Gelände, welches im jährlichen Wechsel Kunst oder Architekturprojekte aus aller Welt zeigt. Einige der Pavillons haben wir uns auch angeschaut, wobei, wie ebenfalls zuvor persönlich empfohlen, wir beide den dänischen Beitrag am liebsten mochten. Im deutschen Pavillon erwartete einen erstmal nix, ausser ein paar QR Codes an weißen Wänden und leeren Räumen. Man sollte alles virtuell erkunden und mir schien das ganze etwas kopflastig und irgendwie wars fad.

Leider mussten wir irgendwann mal den Rückweg antreten, denn der nächste Reisepunkt stand schon auf dem Plan, es sollte in die Berge gehen.

Doch zuvor spielte uns das Leben einen so schönen Ball zu, den wir nicht einfach abprallen lassen konnten (metaphorisch-literarische Meisterleistung ;-) Wir wollten das Vaporetto für den Rückweg ursprünglich nur für die 6 Stationen zum morgendlichen Ausgangspunkt nehmen. Aber plötzlich taten sich ganz vorne, in allererster Reihe, zwei der sehr raren Aussenplätze auf dem Boot auf. So verlängerten wir spontan das vorgesehene Zeitkontingent für Venedig und schipperten in aller Ruhe mit der Linie 1 einmal komplett entlang des Canale Grande mit der perfekten Aussicht. So schön und ein würdiger Abschluss für diese einzigartige Stadt.

Am Ende der Linie angekommen konnten wir von der anderen Seite schnell wieder unser Hotel erreichen. Wir haben unser eingelagertes Gepäck abgeholt und nochmals betont wir gut uns das Hotel gefallen hat. Gibt übrigens auch Zimmer mit eigenem Bad, haben wir erfahren.

Mit dem Bus Nr. 7 sind wir wieder nach Mestre gefahren und haben unser Auto wieder aus dem Schlaf geweckt. Während der etwa zwei Stunden Fahrzeit in die Alpen veränderte sich die flache Landschaft und die ersten Hügel taten sich auf. Und ehe wir uns versahen, waren wir schon mitten drin. Alles wieder ganz anders und dennoch toll. Wir lieben beide sehr diese Abwechslung im Urlaub.

Gegen halb sechs checkten wir in unserem neuen Hotel Aurai ein und bezogen ein feines Zimmerchen mit eigenem Bad und unser beider Traum, einer großzügigen Dusche, bodengleich und mit Regenduschkopf. Irgendwann haben wir sowas vielleicht auch mal.

Wir haben Halbpension und so erwartete und am Abend ein exquisites 4 Gänge Menü mit allerlei lokalen Spezialitäten. Wir freuen uns auf die nächsten Tagen in den Bergen.

Buntes Burano

Samstag morgen führte unser erster Weg in den putzigen Frühstücksraum unseres Albergho und es gab ein kleines Buffet mit frischen Croissants, Saft, Butter, Marmelade und Kaffee.

Später sind wir zu Fuss in Richtung Canareggio gelaufen, um dann am oberen Ufer der Stadt ein Vaporetto nach Burano zu nehmen. Hier schließt sich der Kreis, denn von genau dort hatte ich den letzten Beitrag geschrieben.

In Burano war ich vor über 20 Jahren schon einmal, aber die bunten Häuser hatten es mir damals schon so angetan, dass ich immer mal wieder herkommen wollte. Während es damals noch fast ein bisschen als Geheimtipp galt, ist die Instagram würdige Kulisse mittlerweile zum echten Magneten für die Massen geworden. Hätten wir uns eigentlich denken können. Aber seis drum. Auch hier half es, nur wenige Meter vom Hauptstrom in eine Seitengasse zu verschwinden und die ruhige Seite dieses Ortes zu geniessen.

Es ist wie ein Labyrinth, manchmal enden die Gässchen einfach, dann wiederum führt ein kleiner Tunnel auf eine neue zauberhafte Piazza. Die Bewohner dulden die Menschen, man wird geflissentlich ignoriert. Dafür dekorieren sie ihre Häuser mit allen Schikanen und vielleicht sind sie ja doch ein bisschen stolz, dass der Ort an dem sie leben so schön ist, dass er gerne von Menschen aus aller Welt besucht wird. Es wird Fluch und Segen gleichermaßen sein.

Samstag war Waschtag und überall hing die bunte Wäsche malerisch verteilt zwischen den Häusern, und wir fragten uns, ob die Bewohner am Ende von der Gemeindeverwaltung sogar dazu aufgefordert werden, nur Wäsche im passenden Farbkonzept aufzuhängen ;-) Es war jedenfalls unglaublich fotogen. Ein paar Bilder habe ich ja auch geknipst ;-)

Am Rand der Insel fanden wir ein richtig schönes Café und haben uns mit leckerem Toast, Cappuccino und Wasser gestärkt, bevor wir mit dem Boot wieder zurück nach Venedig gefahren sind.

Abends sind wir erneut nach Canareggio gelaufen, um dort nochmal Venedig und auch Italien von seiner schönsten Seite zu geniessen. Dort an einem der langen Kanäle treffen sich die Einheimischem abends zum Aperitif. Und das ist ganz wundervoll. Man holt sich einen Aperol aus einem der Bars und setzt sich einfach ans Ufer. Dieses Getränk wird wirklich überall angeboten und der Prosecco kommt dafür sogar aus dem Zapfhahn.

Zum Abschluss gab es eine sehr leckere Pizza in einem der zahlreichen Strassenlokale und wir haben uns gefreut, dass wir mal wieder so einen schönen Tag hatten.

Saluti da Venezia

Ich sitze gerade etwas unbequem im Innenraum des Traghetto auf dem Weg nach Burano und frage mich, wieviel Schweißperlen noch unter der Maske entstehen können, bevor mir das gesamte Gesicht zerfliest. Dennoch lächle ich und bin glücklich. Irgendwie habe ich das Gefühl, endlich im Urlaubsmodus angekommen zu sein. So richtig, mit allem, und Herrn C. geht es genauso. Das Fremdeln zu Beginn der Reise ist verflogen und Italien hat uns wieder voll und ganz in seinen Bann gezogen.

Gestern frueh haben wir noch ein letztes Frühstück mit der bezaubernden Aussicht auf den Lago genossen, bevor wir alles zusammengepackt haben und gegen halb elf unsere schöne Unterkunft verlassen mussten. Schade war das, denn gerade jetzt hatte ich mich richtig eingewöhnt.

Aber die Vorfreude auf die Lagunenstadt überwog. Eindeutig. In ca. zwei Stunden erreichten wir das vorgelagerte Mestre, dessen Name mich nicht das letzte Mal an Commissario Brunetti erinnern sollte. Die Romane von Donna Leon habe ich der Reihe nach verschlungen. Nicht zuletzt wegen der wundervollen Beschreibung der venezianischen Lebensart.

In Venedig war ich schon ein paar Mal. Und dieses Mal lag es so günstig auf der Route, dass mir Herr C. diesen Wunsch erfuellte und zwei Nächte direkt Im Zentrum gebucht hat.

Mit dem Bus sind wir in nur ca. 15 Minuten direkt auf die Insel gebracht worden und von dort war es wirklich nur noch ein Katzensprung zu unserem Albergho.

Das kleine Hotel Dalla Mora hat einen Stern und liegt in einer Seitengasse direkt an einem der pittoresken Kanäle. Wir bekamen ein tolles Zimmer im 2. Stock mit einem wundervollem Ausblick auf das Wasser und die alten Gemäuer. Fantastisch. Das Hotel selbst kommt mit unglaublich viel Lokalkolorit daher und ist jedem grossen Kasten mit 5 Sternen vorzuziehen. Es ist pieksauber, die Dusche ist im Zimmer und das WC teilt man sich auf dem Gang mit drei anderen Zimmern. Wem das nichts ausmacht, dem sei dieses Hotel wärmstens empfohlen, zumal die Lage wirklich sehr sehr zentral ist.

Wir haben uns kurz frischgemacht und sind direkt losgezogen. Auf halber Strecke fiel mir plötzlich auf, dass ich mein Portemonnaie nicht in der Tasche hatte. Ein Schreckmoment, bei dem wahrscheinlich jeder etwas durcheinander gerät. Ich sah mich schon wegen meinem verlorenen Ausweis auf dem deutschen Konsulat sitzen. Mein Mann ist gottseidank sehr besonnen und geduldig und wir liefen eilig zurück ins Hotel. Dort lag es dann seelenruhig, ich hatte es einfach vergessen. Uff. Auf diese Erleichterung mussten wir danach erst mal mit einem Aperol Spritz anstoßen.

Hierfür steuerte Herr C. zielsicher den Campo Santa Margherita an und wir waren erstaunt, wie angenehm ruhig es war. Der Aperol Vergleichspreis sank auf unglaubliche 3 Euro. Und dass in Venedig. Wer haette das erwartet.

Den weiteren Tag verbrachten wir mit ziellosem umherstromern durch die Gassen und Kanäle. Immer im Wechsel zwischen voll belebter Touristenmeile und ruhigen Gässchen. Das hat viel Spass gemacht. Die berühmte Rialtobruecke und den Piazzale San Marco haben wir natuerlich auch nicht ausgelassen, denn nur hier kann man ablesen, wie voll Venedig zur Zeit wirklich ist. Ich wuerde sagen, auch wenn es durchaus sehr gut besucht ist, speziell an den Hot Spots, hat die Stadt ihre ursprüngliche Dichte noch nicht wieder erreicht. Es fehlen einfach noch die vielen Besucher aus Übersee. Und das sage ich jetzt vollkommen wertfrei.

Am späten Nachmittag, zum zweiten Spritz des Tages, fingen dann plötzlich die kleinen Blutsauger an, ihre Opfer zu jagen. Mich moegen sie dabei wesentlich lieber als Herrn C. und innerhalb von wenigen Minuten hatte ich einige juckende Stiche abbekommen. Wie gut, daß wir im Hotel den „bite away“ und Antibrumm dabeihatten. Alles andere bringt nix.

Zum Abendessen sind wir am Abend nochmals zurück zur Piazza vom Mittag, wo mittlerweile deutlich mehr los war. Was mir dort am besten gefallen hat, war die Mischung aus Einheimischen und Besuchern. So nahm ich es zumindest an. Ein weiterer toller Tag neigte sich dem Ende und gegen 11 Uhr fielen wir muede in das etwas zu kurz geratene Hotelbett.

Mit der Fähre nach Malcesine

Gestern sind wir direkt nach dem kleinen Fruehstueck mit Aussicht auf den See mit dem Auto runter ins benachbarte Maderno gefahren. Hier kann man wesentlich besser einen Parkplatz finden, als im eng bebauten Gardone. Wir mussten ein Stückchen an der Uferpromenade entlanglaufen und hatten noch etwas Zeit fuer einen zweiten Cappuccino direkt am Bootsanleger.

Mit etwas Verspätung holte uns dann um die Mittagszeit die Fähre ab und wir begannen die langsame Überfahrt nach Malcesine. Geplant war eigentlich ein Ausflug nach Limone, aber da haette die Fahrt noch länger gedauert und der Aufenthalt waere entsprechend kürzer gewesen.

Die Fahrt war einfach schön. Der Himmel war strahlendblau und der See war etwas rauher, so dass sich die Gischt teilweise meterhoch vor dem Schiff auftuermte. Ein tolles Schauspiel war das. Die Kulisse der steil aufragenden Felswände entlang des nördlichen Teils des Gardasees ist ohnehin sehr beeindruckend.

Nach knapp eineinhalb Stunden steuerten wir dann Malcesine an. Der malerische Häuserhaufen mit der Burg und einer Chiesa im oberen Teil wurde vorne vom Wasser her noch mit Segelbooten perfektioniert. Fast ein bisschen kitschig ;-)

Malcesine war voll, sehr sehr voll. Aber nach kurzer Ruecksprache mit dem Fanilienchat auf WhatsApp erfuhren wir, dass man sich hier, im Gegensatz zu Limone wenigstens noch um seine eigene Achse drehen kann. Und was man Malcesine zugestehen muss, es gibt ein paar nette Läden dort, so wie ich es aus früheren Italienurlauben kenne. Schuhe und Taschen, Gürtel und einigermaßen geschmackvolle Bekleidung.

Nachdem wir ein bisschen durch die engen Gassen gestromert sind, fanden wir schließlich auch ein paar entlegenere Gaesschen und eine feine Trattoria. Herr C. bekam äußerst schmackhafte gebratene Salsicce mit Polenta und ich gönnte mir ein Lieblingsessen aus meiner Kindheit, Tagliatelle alla Bolognese.

Die Zeit verging wie im Flug und nach drei Stunden mussten wir schon wieder zurück fahren. Irgendwie ist der Schiffsverkehr auf dem See doch recht limitiert. Aber seis drum. Hat auch gereicht.

Die Heimfahrt dauerte zwar etwas länger, da das Schiff zweimal den See kreuzte. Aber es war dennoch total schoen und als Herr C. plötzlich mit zwei Aperol Spritz hinter mir auftauchte, war der Moment einfach nur perfekt.

Den Abend habe wir dann gemütlich auf der Terrasse verbracht. Wir haben selbst gekocht. Als Vorspeise gab es Honigmelone mit Bresaola und Parmaschinken. Zur Hauptspeise haben wir eine Polenta Uncia zubereitet. Ein traditionelles Rezept aus der lombardischen Heimat meines Schwiegervaters. Die Polenta wird verfeinert mit allerlei Kaese und ganz viel Butter. Wem das noch nicht reichhaltig genug ist, der verfeinert mit Olivenöl. Knoblauch und Salbei waere gut gewesen, hatten wir aber nicht. Es war trotzdem unglaublich lecker und hat pappsatt und glücklich gemacht.

Alles in allem ein perfekter Urlaubstag.

Ruhetag

Dienstag liessen wir es mal wieder etwas ruhiger angehen. Eigentlich hatten wir geplant, mit dem Schiff nach Malcesine ueberzusetzen. Die wetterapp orakelte jedoch Regen fuer den Nachmittag. Umso erstaunter war ich, dass Herr C. höchstpersönlich einen weiteren Tag mit süssem Nichtstun verordnete. Mich muss man dazu nicht überreden. Ich liebe solche Tage, wobei ich das mit dem Nichtstun nie so ganz durchhalte. Aber ein bisschen Stricken und dazu ein feines Hörbuch auf den Ohren und ich vergesse Raum und Zeit.

Dazwischen hänge ich meinen Gedanken nach. So eine Reise mit all den neuen und auch bekannteren Eindrücken ist einfach immer wieder inspirierend.

Abends sind wir dann zum Apero runter nach Salò gefahren. Dort war es wesentlich leerer als noch zwei Tage vorher und auch schon ein bisschen kühler. Der angekündigte Regen zeigte sich uebrigens lediglich mit ein paar sehr kleinen Troepfchen und einem leichten Donnergrollen. Gegen Abend zeigte sich dann aber wieder die Sonne und nutzte die Gelegenheit, noch ein paar Fotos vom Ort zu knipsen.

Bittesehr.

Kraft tanken

Heute ist schon Dienstag und so langsam grooven wir uns in den Urlaubsmodus ein.

Unser Tag beginnt immer mit dem im Reisepreis inkludierten typisch italienischen Frühstück. Oberhalb des Hotelpools mit fantastischer Aussicht ueber den Gardasee gibt es einen Orangensaft, einen sehr sehr guten Cappuccino und ein fluffig weiches Brioche. Und wenn wir dann schon mal am Pool sind, gehen wir auch immer gleich eine Runde schwimmen. So kann ein Tag beginnen. Ein feines Ritual, welches sich bereits in kürzester Zeit herausgebildet hat.

Sonntag hat sich der Tag dann auch nur noch unwesentlich geändert. Denn wir haben ihn am Pool verbracht. Noch immer leicht schockiert vom vollkommen überlaufenen Strand vom Vortag, war der wunderschöne Pool eine echte Alternative. Normalerweise ziehe ich Meer und See immer vor, aber diese Aussicht von hier oben…

Am Abend sind wir dann ins Nachbarörtchen Salo gefahren. Hier mochten wir es sehr gerne. Ein typischer kleiner Ort direkt am See. Hier gibt es natürlich auch zahlreiche Touristen, die die lange Uferpromenade auf und abflanieren. Dennoch gibt es noch diesen quirligen Charme eines italienischen Urlaubsortes. In der Fußgängerzone waren noch die Geschäfte geöffnet und der Aperol Spritz Vergleichspreis war um ganze zwei Euro günstiger als im Nachbarort.

Nach dem üblichen Aperitif (Tagesritual Nr. 2) fanden wir ein freies Plaetzchen direkt am Seeufer und ließen uns jeder eine weitere Pizza schmecken. Calzone fuer den Herrn und Capricciosa für mich. Und weil ich gefahren bin, konnte sich Herr C. sogar noch einen Grappa genehmigen.

Gestern hat es uns dann wieder rausgetrieben. Bei schönstem Wetter starteten wir eine Tour an den nahe gelegenen Idrosee. Wesentlich kleiner aber nicht weniger schön kann man das Südufer von unserem Hotel in knapp 50 Minuten erreichen. Wir sind erst ein bisschen Wandern gegangen und spaeter noch etwas seeaufwärts gefahren. Dort, in einem Ort namens Vesta fanden wir dann den perfekten kleinen Strand am See. Es gab nur vereinzelt ein paar andere Menschen. Manche versuchten sich auf dem Stand Up Paddle und hin und wieder knatterte ein kleines Motorboot. Im grossen und ganzen aber wurde die Geräuschkulisse nur vom sanften Plätschern winziger Wellen gebildet. Dies, zusammen mit der klaren Luft und der Einsamkeit war ein perfekter Ort um Kraft zu tanken. Wir haben es beide sehr genossen.

Sonne und Wolken

Dieser Urlaub scheint ein bisschen anders zu werden, als die, die wir bisher gemacht haben. Ich kann es nicht so genau erklären, auf jeden Fall ist es ruhiger. Gemaechlicher. Die letzten Monate stecken uns irgendwie noch in den Knochen, der lange Winter, der nicht mehr enden wollende Lockdown. Auf irgendeine Art und Weise hinterlässt das sicher bei jedem seine Spuren. Ob es wirklich an der Pandemie liegt, oder etwas anderes im Busch ist, das kann icht nicht sagen. Fest steht, dass ich ausgelaugt und energielos bin. Seit mittlerweile Monaten wache ich morgens nicht mehr erholt auf. Der Schlaf bringt nicht sein gewohntes Ziel. Ich starte bereits mit minimaler Batterieladung in den Tag. Muede bin ich, und dass immer und oft und jeden einzelnen Tag.

Gehört das jetzt eigentlich hierher? Ich weiss nicht. Aber es ist eben nicht immer nur Sonnenschein, und dass ich damit nicht alleine bin, weiss ich aus vielen Gesprächen in der letzten Zeit. Trotzdem kann ich sagen, eine kleine Auszeit wie diese  kommt definitiv zum richtigen Zeitpunkt.

Also erzähle ich jetzt lieber davon noch ein bisschen.

Samstag haben wir uns Sirmione angesehen. Wir haben unten am Anfang der Landzunge geparkt und sind dann die gesamte Halbinsel nach oben gelaufen. Insgesamt immerhin 10 Kilometer. Anfangs war es noch leerer, aber je näher man an die Spitze und zum eigentlichen Ortskern gelangte, desto dichter und belebter wurde die Strasse. Grosse Reisebusse und eine nicht enden wollende Karawane von Autos rangen um die letzten freien Parkplätze. Erst mal durch das Eingangstor des Ortes gelaufen, drängelten sich die Massen dicht an dicht und man hatte das Gefühl, Corona war überhaupt kein Thema mehr. Mir war es wirklich entschieden zu voll, obwohl der kleine Ort wirklich sehenswert ist.

Bis ganz oben zum sogenannten Jamaika Beach sind wir gelaufen. So genannt deswegen, weil das Ufer mit hellen Felsen gesäumt ist, und das klare türkis schimmernde Wasser deswegen einen Touch von Karibik verbreitet. Es war wunderschön, aber wie bereits zu erwarten war, wir waren nicht die einzigen ;-)

Dennoch haben wir uns ein freies Plaetzchen erkämpft und sind baden gegangen. Die Felsen waren dezent algenbewachsen und sehr sehr glitschig. So erlaubte mir mein Mann auch nur die liegende bäuchlings robbende Art der Fortbewegung im Wasser. Glatte Felsen, klingt ja schon nach Knochenbruch, aber damit war ich erst mal bedient ;-) Hat viel spass gemacht und war sehr erfrischend.

Da wir ja etwas unerlaubt vor einem Supermarkt geparkt hatten (wer die Situation vor Ort kennt, möge uns verzeihen) haben wir die Gelegenheit ergriffen, und die Vorräte noch weiter aufgestockt. Wir hatten beschlossen, am Abend selbst zu kochen und es uns auf der Terrasse gemütlich zu machen. Der Tag war anstrengend genug.

So gab es dann eine loose Abfolge von diversen Antipasti und eine geringfügig modifizierte Pasta al Ragu und italienisches Bier aus Flaschen.

Tapetenwechsel

Ich muss gestehen, ich fremdele noch etwas mit der neuen Umgebung. Noch scheine ich nicht richtig angekommen. Es ist einfach ungewohnt nach so langer Zeit mal wieder die Tapeten zu wechseln.

Aber der Reihe nach. Donnerstag nach der Arbeit ging es direkt los. Die Woche ueber hatten wir schon alles vorgepackt, um zeitig auf die Strasse zu kommen. Wir wollten schon ein paar Kilometer machen und nicht einfach in einem Rutsch durchfahren. Für die Nacht haben wir ein praktisches Motel im Allgäu gebucht. Nahe an der Autobahn haben wir mit einem Code selbst eingecheckt, schnell ein paar Sachen ins Zimmer gebracht und ohne viel Brimborium die Nacht eingeläutet.

Um 6 klingelte bereits der Wecker. Der Plan war, möglichst früh das Nadelöhr am Fernpass zu erreichen und danach direkt die Brennerautobahn möglichst staufrei zu befahren. Hat prima funktioniert. Und so konnten wir bereits gegen 10 den ersten Cappuccino entlang der Strecke zum Gardasee geniessen. Die Fahrt ging vorbei an den steil aufregenden Felsen der wunderschönen Dolomiten. Die Strasse war dicht gesäumt von voll behangenen Südtiroler Apfelbäumen und hin und wieder gab es Weinreben.

Nachdem wir Riva, am oberen Ende des Sees hinter uns gelassen haben, begann die wunderschöne Strecke am Westufer, wo zwischen den zahlreichen in den Fels gehauenen Tunneln immer wieder tolle Blicke auf das rauhe Gewässer und die zahlreichen Wind- und Kitesurfer möglich waren.

Je südlicher wir fuhren, desto ruhiger wurde der See und desto voller wurde die Uferstrasse. Aber wir waren ja noch relativ frueh und es hielt sich im Rahmen.

Gegen 1 Uhr nachmittags erreichten wir dann unsere Unterkunft fuer eine komplette Woche, das Domina Borgo Degli Ulivi oberhalb von Gardone Riviera am Westufer des Gardasees.

Wir hatten direkt Glueck und bekamen statt des gebuchten Zimmers mit Gartenblick ein kostenloses Upgrade in ein Apartment mit dem hochgehandelten „Vista Lago“ (Beckerfaust ;-)

Den Mittag verbrachten wir mit Verräumen des Gepäcks (lohnt sich ja bei einer Woche), ein bisschen planschen im Pool, bevor wir spaeter mit dem Auto runter in den Ort fuhren, um dort unseren heissgeliebten Aperitif zu nehmen. Sehr typisch fuer Italien, wird dieser immer mit allerhand Knabbereien gereicht. Unsere Mägen knurrten schon ein bisschen, da wir ausser einem Fruehstueck nicht nicht viel gegessen hatten.

Spaeter waren wir noch kurz im Supermarkt. Wir haben ja ein Apartment mit eigener Küche und so haben wir uns mit dem nötigsten versorgt.

Im oberen Teil von Gardone Riviera (sopra) gefiel es uns tatsächlich ein bisschen besser, als im unteren, eher mondänen Teil des Ortes, mit seinen Grand Hotels und den Luxusboutiquen. Das war vielleicht auch der Grund, warum ich noch etwas fremdele. Diese gediegene Atmosphäre ist eigentlich nicht so mein Ding. Aber wahrscheinlich war ich auch einfach nur müde…

In einer gemütlichen Trattoria mit tollem Seeblick gab es fuer jeden eine leckere Holzofenpizza. Ich habe eine nur mit Tomaten und echtem Mozzarella die Buffala bestellt. Ein dickflüssiger Espresso und eine Kugel Gelato auf die Hand und alles war wieder im Lot. Der Urlaub kann beginnen!

Raus aus dem Winterschlaf

Vor der Reise hatte ich gross angekündigt, ich wuerde mal wieder ein bisschen Blog schreiben. Aber dann hatte ich irgendwie keine Lust. Ich weiss nicht ob es an meiner allgemeinen Müdigkeit lag. Naja mal schauen, vielleicht wird aus diesem Geschreibsel noch ein echter Blogbeitrag.

Schon seit Monaten habe wir uns im kalten Deutschland (mit endlos scheinendem Lockdown) ausgemalt, wie es sein wird, endlich wieder auf Reisen zu gehen. Herr C. hat sehnsüchtig das gesamte Internet abgegrast. Zwischen den aktuellen Meldungen, Inzidenzen und nicht immer ganz logisch scheinenden Regularien hat er dann irgendwann diese kleine Kurzreise zusammengebucht. Ich wollte es bis zum Schluss nicht glauben, dass es tatsächlich losgeht.
Aber der Tag rückte näher und so kam es dann, dass wir am letzten Mittwoch um die Mittagszeit im Flieger nach Athen saßen, um dann kurzerhand noch den Anschlussflug auf das wunderschöne Korfu zu erreichen.

Die Einreise ging schnell, mehrfach durften wir den gelben Impfausweis vorzeigen und zügig konnten wir den Mietwagen in Empfang nehmen.

Gelandet sind wir schließlich in einer kleinen Pension direkt am Meer in Palaiokastrítsa, wo wir besonders nett von unserem Gastwirt Nikos begrüsst wurden.
Wir bezogen ein kleines Apartment mit Südbalkon und fantastischem Blick auf eine kleine Bucht. Das Wasser schimmert smaragdgruen und der Himmel klarte gerade wieder auf nach einem kleinen Regenguss.
Es war bereits spät und wir waren heilfroh, noch ein leckeres griechisches Mahl in einem geöffneten Restaurant zu bekommen. Der Kellner hatte seine Gäste wohl auch vermisst und plapperte freundlich drauf los. Wir erfuhren allerlei über den langsam wieder aufkeimenden Tourismus im Land, und dass aufgrund der aktuellen Lage keine Musik im Lokal gespielt werden dürfte.
Die Touristendichte auf der Insel ist überschaubar. So richtig voll ist es definitiv noch nicht. Es fuehlt sich eher wie die Nebensaison Ende Oktober an. Viele Lokale haben noch gar nicht geöffnet, und die die es schon gewagt haben, freuen sich ueber jeden Gast. Ich freue mich fuer alle in der Touristik arbeitenden Menschen, dass es so langsam wieder losgeht. Und dir griechischen Katzen scheinen sich zu freuen, dass sie endlich wieder ein paar Essensreste abstauben können.

Zusammengefasst kann ich vermelden, die letzten Tage waren wunderschön. Es tat so gut, die leeren Batterien wieder ein bisschen aufzuladen und den Tapetenwechsel zu genießen.

Ich will gar nicht so rumjammern, wir sind eigentlich ganz gut durch diese merkwürdige Zeit gekommen, haben immer versucht, das beste daraus zu machen. Online Stricktreffen oder gesellige Abende mit Freunden, imaginäre Kinoabende zuhause und viele Spaziergänge durch eine geschlossene Stadt. Wir Strickerinnen haben immer gelacht, fuer so einen Lockdown haben wir ja all die Jahre trainiert und Wolle angesammelt ;-) oh, ich schweife ab…

Wir waren jeden Vormittag am Strand und sind im kalten kristallklaren Wasser geschwommen. Nachmittags haben wir immer etwas unternommen. Einmal sind wir zur kleinen Schmetterlingsbucht gewandert, an einem anderen Tag waren wir in der malerischen Altstadt von Korfu wo ich uns während eines kurzen heftigen Regengusses ein gemütliches Plaetzchen unterm Bogengang in einem kleinen netten Lokal erschnueffelt habe. Bestes Merkmal, die Speisekarte passt auf eine A4 Seite und enthält keine Fotos 

Gestern sind wir am Nachmittag noch mal ganz hoch in den Norden der Insel gefahren, wo wir uns auf einer kleinen Wanderung die schönsten Ausblicke auf das Kap Drastis ermöglicht haben. Unbedingt empfehlenswert.

Korfu ist grün. So grün wie sonst keine der griechischen Inseln. Überall summt und brummt es und es macht grosse Freude, die wunderschöne Landschaft zu genießen.

Leider sitzen wir, während ich das hier schreibe, bereits wieder im Flugzeug auf dem Weg nach Frankfurt. Es ging wie immer viel zu schnell. Ich hoffe aber sehr, dass uns diese schoenen Erinnerungen durch den Sommer tragen. Bis Ende August müssen diese, gemischt mit einer Portion Vorfreude reichen. Denn dann  brechen wir erneut auf, es wird wieder nach Italien gehen. Ich freu mich.

Nachtrag: Wir sind wieder glücklich gelandet und als ich mein Handy angemacht habe, erreichte mich eine Nachricht von meiner Schwägerin. Sie gratuliert uns zu unserem 6. Hochzeitstag. Wir mussten beide lachen, denn im Eifer Abreisegefechts hatten wir es total vergessen. Das verflixte 7. Jahr fängt ja gut an … 🤣

Kalimera

Wenn ich könnte wie ich wollte, dann tät ich jetzt den Sekundenzeiger an der Uhr etwas langsamer stellen. Die Zeit vergeht mal wieder viel zu schnell, denn morgen geht es leider schon wieder nach Hause.

Es tut dennoch unheimlich gut, nochmal so richtig Sonne zu tanken, bevor es zuhause sicher sehr viel kühler sein wird.

Es ist so schön hier zu sein. Morgens springen wir immer als erstes in einen der Pools und danach geht’s zum Frühstück. Während Herr C. einmal das gesamte Buffet rauf und runter futtert, entscheide ich mich immer wieder fuer den vollfetten griechischen Joghurt mit Honig und Nüssen und dazu frisches Obst. So ist die Ernaehrung am Morgen wenigstens einigermaßen im Rahmen ;-)

Vorgestern waren wir erst am Strand, sind ein paar mal im Meer geschwommen und dabei von kleinen Fischchen angeknabbert worden. Später haben wir uns dann an den riesigen Meetwasserpool verzogen und dort das gleiche Ritual zelebriert. Nur ohne Fische.

Gestern haben wir mit dem Bus einen Ausflug nach Rhethymno unternommen. Ein kleines Städtchen an der Nordküste Kretas mit kleinem Hafenbecken und tausenden Restaurants, Cafés und Geschäften. Wir haben dort gegessen und verzehrt, gekauft habe ich sonst nix, aber das ist auch ok. Dafür lief die Kamera heiss und ich konnte ausgiebig meine Lieblingsmotive knipsen. Dazu zählen kleine Stilleben aller Art, auf denen dann vorzugsweise noch eine Katze ihren Mittagsschlaf hält.

Apropos Katzen. Hier in der Anlage, direkt neben unserem kleinen Häuschen wohnt eine kleine Familie. Eine noch sehr junge Katzenmama versorgt ihre 7 Jungen. So suess das auch ist, so anstrengend ist es sicher auch fuer die arme Mama. Dennoch muss ich zugeben, dass ich den kleinen stundenlang zuschauen koennte. Alle scheinen wohlauf und dürften etwa 6 Wochen alt sein.

Abend gibt es dann wieder Essen im Buffetstyle und hier schaffe ich es leider nie, die zahlreichen Nachtischkreationen zu ignorieren.

So, und jetzt lade ich geschwind diesen Beitrag hoch, zusammen mit meiner Fotoausbeute der letzten Tage und dann gebe ich mich noch mal dem ausgiebigen Sonnenanbeten hin. Begleitet von leichtem Stricken und einem wundervollen Hörbuch.