Wiedervereinigung

Am voletzten Freitag war es endlich soweit. Nach langen 4 1/2 Wochen bekam ich endlich Besuch von meinem Liebsten. Habe ich mich vielleicht gefreut, als ich kurz vor der Mittagspause aus der Beckenbodengymnastik kam und der Herr C. im Foyer auf mich gewartet hat. Minutenlang haben wir uns umarmt und hatten beide Tränen in den Augen, schließlich war das unsere bisher längste Trennung *seufz*. Ich habe ihn dann gleich mit zum Mittagessen geschleppt und stolz meinen Tischdamen vorgestellt.
Nachmittags sind wir mit dem Auto ins Tannheimer Tal gefahren und haben von Schattwald aus eine kleine Hüttenwanderung zur Stuibensennalpe unternommen. Dort war es so idyllisch, während wir Kuchen und Getränke verzehrt haben, liefen die Hühner und Ziegen um die Tische herum und der Himmel war strahlendblau mit ein paar vereinzelten Schäfchenwolken. Einen Kaiserschmarrn gab es leider nicht, schade.

Samstag war dann der grosse Tag, auf den ich lange gefiebert habe. Bereits zu Beginn der Reha hatte ich mir überlegt, daß ich mal zur Ostlerhütte auf dem Breitenberg hochlaufen will. Direkt von der Klinik aus. Per App habe ich eine Wanderroute zusammengestellt und der sonnige Samstag mit Mann war perfekt dafür geeignet. Alleine sollte man so eine Tour doch eher nicht machen.
Los ging es also gegen 9 Uhr direkt vom Haupteingang der Klinik in Richtung Fallmühle. Das waren gute 5-6 Kilometer und weitgehend flach. Gemütlich liefen wir über breite Wanderwege und konnten uns noch im Schatten der Bäume entlang des Bachlaufs erholen. Direkt an der Fallmühle beginnt dann der Aufstieg. Es sind knapp 1000 Höhenmeter zu bewältigen, verteilt auf nur 4 Kilometer. Also ein wirklich recht steiler Aufstieg. Die Wege waren schmal und von Baumwurzeln und Geröll übersäht. Also nicht ganz ohne Anspruch würde ich sagen. Zumal meine bisher Höhenmeter mäßig anspruchvollste Wanderung im Taunus war und durch breite Waldwege mit knapp 600m Höhenunterschied ging. Aber mir war klar, ich muß das schaffen, wenn ich die Sache mit der Alpenquerung ernst nehme.

Sportlich gesehen habe ich hier im Allgäu nicht nur ordentlich Fitness und Ausdauer getankt, sondern auch wesentliche Erkenntnisse zum Thema Selbseinschätzung und Körperwahrnehmung gewonnen. So war klar, ich muss es langsam angehen und mit Bedacht, viel Trinken und keine allzu langen Pausen machen. Für Herrn C. war es ok, auch mal etwas langsamer zu laufen. Und was soll ich sagen, ohne größere Komplikationen sind wir nach ca. 4 Stunden oben auf dem Gipfel angekommen. Ein absolut wahnsinniges Gefühl, AlpenX ich komme. Jaja, ist mir schon klar, daß das noch gesteigert werden muß, aber es ging eben und konditionell war ich noch überhaupt nicht am Ende. Lediglich die Kraft in den Beinen hat etwas nachgelassen. Aber ich habe ja noch über 2 Monate Zeit für die Vorbereitung.
Oben in der Ostlerhütte angekommen gab es erst mal Verpflegung, lecker Kaspressknödel und frisch gebackener Kuchen, kalte Getränke und Milchkaffee. Auch wenn es schon wieder keinen Kaiserschmarrn gab, war es doch ein tolles Erlebnis.

Der Abstieg auf der anderen Seite des Berges war steil und rutschig, daher entschieden wir, die bequeme und knieschonende Variante zu nehmen und sind gemütlich erst mit dem Sessellift und dann mit der Gondel ins Tal gefahren. Von dort aus waren es dann nochmals ca. 5 Kilometer zurück zur Klinik. Ich fasse also zusammen:

Wanderung Nr. ??? 7?
Fachklinik Allgäu – Fallmühle – Ostlerhütte – Talstation Breitenberg
Gelaufene Kilometer: ca. 15
Höhenmeter: knapp 1000
Reine Gehzeit: ca. 6 Stunden

Fazit: Wandern ist ein tolles Erlebnis und ich will noch viel mehr davon

Schmetterlinge im Bauch

Komisch, es sind immer noch zwei Wochen, die ich hierbleiben darf, dennoch fühlt es sich ein bisschen wie Abschied an, denn zwei sehr liebgewonnene Menschen sind bereits wieder abgereist. Wir haben so viele tolle Gespräche geführt, und das werde ich wirklich vermissen. Aber gottseidank gibt es ja Whatsapp und da bleiben wir hoffentlich in Kontakt.

Kann mich gerade etwas schlecht konzentrieren, denn momentan findet die abendliche Hausführung für die Neuankömmlinge statt. Vier Wochen ist das bei mir nun schon her und ich weiß noch wie ich am Anfang etwas überwältigt war von der Fülle der Informationen. Die Klinik ist eingeteilt in fünf Bereiche, nach Buchstaben sortiert – von A-F. Ich wohne im Haus F, was verwirrenderweise direkt an Haus A grenzt. Wenn ich morgens zum Frühsport laufe, dann muß ich einmal quer durch die langen Gänge des Gebäudes und mache bereits meine ersten 500 Schritte des Tages. So kommt dann auch einiges zusammen bis zum Abend. Überall auf den Gängen hängen aufmunternde Schilder, die einen daran erinnern sollen, nicht über die langen Gänge zu meckern (meine Interpretation), sondern sich lieber über die zusätzlichen Schritte zu freuen. Für uns Psychopatienten ist Bewegung ja scheinbar eh die halbe Miete. Aber da ist wirklich was dran. Eben gerade war ich vor dem Abendessen noch eine dreiviertel Stunde im Kraftraum und habe meine Muckis trainiert. Danach könnte ich dann auch immer Bäume ausreissen. Es gibt so viel Energie. Außerdem habe ich diese Woche ein Anti-Zucker-Experiment gestartet. Wie das funktioniert? Ich esse keinen Zucker. Das stimmt natürlich nicht so ganz, denn Zucker ist ja überall drin. Gemeint ist eher das offensichtliche. Denn sehr zu meinem Leidwesen gibt es hier um die Ecke eine Eisdiele in echt italienischer Hand mit einem so zartschmelzenden Eis, daß ich in letzter Zeit fast täglich ein paar Kugeln gegönnt habe. Meine Tischnachbarin meinte nun, daß der viele Zuckerkonsum auch ein Grund für die ständige Müdigkeit sein könnte. Also probiere ich das jetzt mal aus. Heute ich bereits Tag 2 des Experiments und mal schauen, wie es klappt. Ich bin sehr gespannt.

Das Wochenende verlief sehr ruhig. Freitags war ich noch mal mit meinen Tischmädels in Füssen, dieses Mal mit dem Auto. Wir sind ein bisschen durchs Städtchen geschlendert und ich habe meine Influencer Qualitäten ausgespielt, in dem ich die Damen unbewußt in ein Handarbeitsgeschäft geleitet habe. Beide haben was gekauft und jetzt habe ich jemand, mit dem ich Abends stricken kann, ein Traum ;-)

Samstag war ich schon am Vormittag zwei Stunden mit den Nordic Walking Stöcken unterwegs. Irgendwie denkt man immer, daß das ja ein bisschen albern aussieht mit den Stöcken. Aber wenn ich hier eins lerne, dann, dass es einem grenzenlos Wurscht sein muß, was andere denken. Habe ich glaube ich schon erwähnt. Bin aber von dieser Erkenntnis nach 50 Lebensjahren immer noch schwer begeistert. In jedem Fall macht diese Art der Bewegung wirklich Spaß und man tut so viel für Hirn und Herz. Zufällig hat mich meine Walking Route mal wieder zu den Alpakas geführt, die habe ich ja mittlerweile bestimmt schon 6 mal besucht. Endlich war auch mal jemand da und ich durfte in den kleinen Hofladen, der den Stallungen angeschlossen ist. Dort war das Heiligtum aufgebart, ein ganzes Regal von frischgeschorener und in heimischen Betrieben gesponnene Alpakawolle in den Naturfarben der Tiere. Von jeder Farbe gibt es nur eine kleinere Menge und ich habe mich für eine caramelfarbene Wolle von Xanti entschieden. Eine wunderschöne Erinnerung aus lokaler Herkunft.

Sonntag war dann Ruhetag. Kein Sport und nur mässige Aktivität. Ich habe mal mein Zimmer etwas in Ordnung gebracht, etwas gestrickt, ein bisschen fern geschaut und nachmittags bin ich noch mal mit meiner Tischnachbarin zu meinem Happy Place geradelt, dem kleinen liebevoll angelegten Alpengarten weiter unten in Pfronten. Die Füsse an einem heissen Tag in den glasklaren Gebirgsbach zu halten oder in das hübsch angelegte Natur Kneipp Becken, was gibt es schöneres.

Noch dreimal schlafen, dann kommt mein Schatz. Ich freue mich so sehr darauf, vier Wochen haben wir uns nun schon nicht gesehen. Also jetzt mal echt, aber so lange getrennt waren wir seit unserem Kennenlernen im August von 7 Jahren noch nie. Aber so eine lange Trennung hat auch was schönes. Die Schmetterlinge fliegen wieder :-)

Einmal Füssen und zurück

Die Zeit geht wie immer viel zu schnell herum. Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes hat meine Therapeutin festgestellt, daß sich in meinem Fall eine Verlängerung der Reha anbieten würde, ich hatte mir ein paar Tage Bedenkzeit auserbeten, mich dann aber dafür entschieden. Diese Zeit hier ist ein wahres Geschenk und tut mir sehr gut. Also wurde es beantragt, und überraschenderweise ist es ohne weitere Nachfragen genehmigt worden, so ist mein neuer Abreisetermin also nun der 17. Juli. Also noch über zwei Wochen darf ich hier sein.

Letzten Donnerstag habe ich eine wunderschöne Fahrradtour nach Füssen gemacht. Immerhin ist das eine Gesamtstrecke von knapp über 30 Kilometer, und wir sind hier nicht im flachen Norden der Republik. Ich wollte das schon die ganze Zeit ausprobieren, aber immer, wenn sich mal ein Zeitfenster auftat, hat es geregnet. Donnerstag war es eigentlich viel zu heiß, daher habe ich auch bis zum Nachmittag gewartet.
Gegen 16.00 Uhr bin ich losgeradelt in Richtung Weißensee, da gab es erst mal einen steilen Anstieg. Ich dachte, das schaffe ich sowieso nicht bis nach Füssen. Aber nach dem ersten Anstieg war ich ruckzuck am See und wenn ich dann schon mal so weit bin, kann ich auch weiterradeln. Vorbei ging es am schilfbewachsenen Seeufer mit traumhaftem Blick auf die Berge.
Nach knapp eineinhalb Stunden erreichte ich Füssen und hab mich einfach nur gefreut. Ein kleines hübsches Städtchen mit echtem Tourismus und nicht nur Kurgästen. Das war fein. Ich schloss mein Rad ab und gönnte mir erstmal einen Eiskaffee. Die Geschäfte waren gerade alle dabei zu schließen und ich schlenderte noch ein Weilchen gemütlich durch die malerischen Gässchen.
Gegen halb sieben machte ich mich wieder auf den Weg, dieses Mal fuhr ich weiter unterhalb von der ersten Strecke in Richtung Alatsee. Die Steigung bis zum See ging quer durch den Wald und war recht anstrengend. Als ich dann am See ankam, entschied ich kurzerhand nochmal reinzuhüpfen. Etwas umständlich zwängte ich mich unter meinem kleinen Handtuch in den Bikini und genoß den kühlen klaren See.

Ab dann musste ich noch knapp eine Stunde durch das teilweise in Österreich gelegene Vilstal radeln, bevor ich am Abend erschöpft aber glücklich wieder mein temporäres zuhause erreichte. Ich war so froh, nun endlich diese Tour gemacht zu haben. Die Erkenntnis, sowas auch komplett alleine genießen zu koennen, ist dabei unbezahlbar.

Altstadt Füssen
Haus am Lech
Stop am Alatsee
Rückfahrt durchs Vilstal

Ein- und Aussichten

Gerade komme ich von einem abendlichen Bad im smaragdgrünen Alatsee. Der ist nur ein paar Kilometer von hier entfernt und meine Tischnachbarin hat ein Auto. Der Moment war perfekt und wunderschön. Das habe ich aber auch gebraucht, nach diesem merk- und denkwürdigen langen Wochenende.

Alles hat damit begonnen, daß ich am Fronleichnamsdonnerstag das Grab meiner Großtante im Nachbarort besucht habe. Der Besuch hat einiges in mir ausgelöst, über das ich dieses Wochenende viel nachgedacht habe und auch so einige Tränen geweint habe. Ich bin tief eingetaucht, auch in vergangene Jahre und habe dort so einiges ausgegraben, woran ich lange nicht gedacht habe … Die Reise ins Ich. Aber das sagte ich ja glaube ich schon. Es waren schmerzhafte Momente dabei, aber auch tolle Erkenntnisse, die mich ein kleines Stückchen näher zu mir selbst und auch zu meiner eigenen Akzeptanz gebracht haben. Klingt esoterisch? Soll es auch, ich bin hier ja schließlich die Patientin ;-)

Aber ich fands toll. Heute morgen hatte ich Gruppentherapie. Es hört sich immer erst mal komisch an, wenn man mit wildfremden Menschen im Kreis sitzt, und anfängt, ein bisschen von sich selbst preiszugeben. Aber man wird ja nicht zum Reden gezwungen, es redet nur der, des es möchte. Andere können schweigen. Aber letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich, und schweigen mag ich nicht. Also habe ich heute geredet, viel so gar, ich habe vor vollkommen Fremden meine Geschichte ausgepackt. Und es hat sich gut und richtig angefühlt. Warmherzig und geborgen. Am Nachmittag habe ich dann noch mal in einer Einzelsitzung über den Tag gesprochen, und es fühlt sich alles rund an. Ich glaube das war, gut. Wie gesagt, ich bin einen riesengroßen Schritt weitergekommen.

Vielleicht wird es mir auch in Zukunft helfen, mit ewas mehr Selbstvertrauen ins Berufsleben zurück zu gehen, meine Frau zu stehen und mich nicht dauernd von wild umherfuchtelnden Personen einschüchtern zu lassen. Das wäre schön. Die Richtung stimmt jedenfalls.

Da der Seelenspaziergang sehr viel Energie gesaugt hat, habe ich beschlossen, die große Wanderung am Samstag nicht mitzumachen. Ich hätte sie nicht geniessen können. Auch das Schnitzen am Freitag habe ich aus diesem Grund abgesagt, schließlich arbeitet man da mit scharfem Werkzeug und da muß man schon mit voller Konzentration bei der Sache sein. Von der Therapeutin gab es für dieses vorbildliche Verhalten auch ein Bienchen. Die eigenen Signale erkennen, bewerten und die richtige Entscheidung treffen. *klopftsichaufdieschulter*

Dafür hatte ich gestern Besuch vom Ammersee und wir sind von der Talstation der Breitenbergbahn zur Burgruine Falkenstein gelaufen, wobei gekraxelt es eher treffen würde, der Aufstieg von der Südseite hatte es in sich, es ging durch schmale steile Pfade im Wald, die von Baumwurzeln und allerlei Geröll übersäht waren. Ich war froh über die Wanderstöcke und die vielen Ruhebänklein entlang des Pfades. Oben angekommen, wurden wir dann aber mit einem sensationellen Rundumblick über den Beginn der Alpenkette mit seinen Seen und Tälern belohnt, von weitem konnte man Füssen und den Forgensee erkennen sowie das majestätisch im Hang gelegene Schloß Hohenschwangau. Dort oben gab es ein nettes Gasthaus mit dem wohlverdienten Kaiserschmarrn. Es war ein gelungener Tag.

Wanderung 4
Talstation Breitenbergbahn – Buruine Falkenstein – Pfronten Meilingen – zurück zum Ausgangspunkt

ca. 8 Kilometer, Gehzeit ca. 3 Stunden, ca. 430 Höhenmeter
Kaiserschmarren Burghotel Falkenstein: 7 von 10 Punkten

Blick von der Burgruine Falkenstein
Mariengrotte

Reise ins Ich

Ich habe mich gerade nur mit Widerwillen aus einer wundervollen Wärmepackung herausjagen lassen. Das ist so eine Wohltat. Seit ein paar Wochen habe ich Probleme im oberen Rückenbereich und die Schmerzen sind oft sehr unangenehm. Gestern war ich dafür auch in Physiotherapie und der Therapeut hat sich ganz genau alles angeschaut und mir einige Übungen gezeigt, die ich zusätzlich machen kann. Schuld ist wahrscheinlich der Bürostuhl und die Computerarbeit. Sitzen ist das neue Rauchen sagt man ja.

Dennoch, so sportlich wie momentan war ich, mit Ausnahme meiner Zeit im Schwimmverein als Teenager, noch nie im Leben. Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes, habe ich mich dazu entschlossen, das Angebot einer sportmedizinischen Untersuchung wahrzunehmen. Diese ist eine Zusatzleistung, wird aber angeblich von meiner Kasse zu zwei dritteln unterstützt. Es wurde ein Belastungs EKG gemacht, alle drei Minuten Blutdruck- und Laktatmessung, Körperfettmessung, Lungenfunktionstest sowie Größen- und Gewichtsaufnahme. Ein langjähriger Mythos wurde zerstört, ich bin offensichtlich nicht mehr 1,78m groß, sondern nur noch 1,76m. Huh. Waaaas? Ein Teil wird dem Alter geschuldet sein, ein Teil, so der Therapeut, sei auch meinem Gewicht geschuldet. Er meinte, ich müsse unbedingt Gewicht reduzieren, um den kompletten Körper zu entlasten. 10 Kilo Körperfett sollen es werden, meint er … naja, wir kennen ja diese Supersportler, die gleich nach dem Frühstück die erste Kuh erlegen, in dem sie 2 Stunden Radfahren, danach 5 Stunden trainieren und sich anschließend noch die Eiweißreiche Kost zuführen.

Nun ja, so unrecht hat er nicht und ich möchte ja im September mein großes Ziel erreichen, und die Alpen zu Fuß überqueren, er hält dies nicht für unrealistisch, aber dafür, daß ich das ganze auch etwas genießen kann, empfiehlt er, die Kondition grundlegend aufzubauen. Ich bekam einen Trainingsplan ausgearbeitet und soweit läuft es ganz gut.

Nachher gehen wir zum Klettern in den Hochseilgarten, das ist eine freiwillige Veranstaltung, hat aber auch einen gewissen therapeutischen Ansatz, zum Beispiel Überwinden von Ängsten, Selbstvertrauen gewinnen etc. Ich habe echt Schiß vor der Höhe, vor ein paar Jahren haben wir das mal mit dem Büro gemacht und es ist echt hart, in 10m Höhe über irgendwelche Hindernisparkours zu kraxeln. Aber heute stelle ich mich mal wieder meiner Angst. Wie der Bayer sagt: S’huiftjonix.

Jetzt bin ich zwei Wochen hier, und ich spüre, wie ich langsam ruhiger werde. Die Entspannung breitet sich langsam aus und ich finde es interessant, daß ich hier weder Fernsehen noch Smartphone brauche, um mich zu beschäftigen. Momentan kommt mir der ständige Blick in die sozialen Medien wie Instagram oder Facebook vollkommen absurd vor, warum ist es so interessant was anderen Menschen tun. Ganz esotherisch würde ich sagen, meine Reise ins Ich ist momentan viel spannender.

Wasserstandsmeldung

Heute ist Montag und man hat das Gefühl, dass die erste richtige Woche der Reha beginnt. In den letzten Tagen hatten wir haufenweise Einführungs- und Informationsveranstaltungen, aber ab heute ist mein Therapieplan bis oben hin vollgestopft mit Anwendungen.

Es ist 5 Uhr am Morgen und ich liege bereits wach im Bett, denn gleich beginnt der Tag mit dem morgendlichen Frühsport. Den durften wir schon in der letzten Woche genießen. Und ich sage bewusst genießen. Auch wenn es um 7 Uhr bereits losgeht, so ist es doch wunderschön vor einer solchen Kulisse den Kreislauf anzukurbeln.

Dreimal die Woche gibt es die dann die Morgenrunde, in der alles besprochen wird, was den Klinikalltag angeht, das ist eigentlich immer recht schön.

Leider werden dann auch nicht so schöne Themen angesprochen, so fallen zum Beispiel in der kommenden Woche die Einzeltherapiegepraeche aus und das hat mir einen Schlag in die Magengrube versetzt. Die tun mir nämlich immer sehr gut. Es herrscht akuter Personalmangel und dazu kommt die Urlaubszeit.

Ansonsten gab es in der letzten Woche viel Sport und Bewegung, ich habe getöpfert in der Ergotherapie und Dienstag und Freitag Abend gehe ich zum Schnitzkurs. Den leitet ein passionierter Holzentusiast, der einem sehr ruhig erklärt, wie man die scharfen Werkzeuge sanft durch das harte Holz gleiten lässt.

Am Mittwoch gab es eine Genusswanderumg, die uns durch das Pfrontener Moor geführt hat. Dort gab es Blumenwiesen mit einer Vielfalt, so was habe ich vorher noch nie gesehen.

Samstag war ich wandern mit einer kleinen Gruppe, angeführt von einem pfrontener Urgestein, der uns mit viel Humor durch die Berge geführt hat. Wir sind gelaufen von der Vilstalsäge zur Stubentalalpe ins benachbarte Österreich. Dort oben auf der Hütte gab es einen der besten Kaiserschmarrn, die ich jemals gegessen habe, auf meiner persönlichen Kaiserschmarrnskala volle 10 von 10 Punkten.

Gestern war ein gemütlicher Sonntag, ich war lange im Raum der Ergotherapie, dort ist am Wochenende immer geoffnet und man kann kreativ sein. Ich habe mal wieder getöpfert. Das macht so einen Spaß. Das Wetter war ohnehin durchwachsen und nach der anstrengenden Wanderung vom Samstag, tat es auch gut, seinem Körper mal etwas Ruhe zu gönnen.

Zwischendurch gab es einen Cappuccino beim Stammeisdealer im Ort mit meinen Tischmädels. Richtig schön ist das, wenn sich Tränen mit einem so starken Lachen mischen, dass man sich den Bauch halten muss.

Wanderung 2

Von der Klinik rauf zum Hörnli und durch das Pfrontener Moorgebiet, 7 km, Gehzeit ca. 2 Stunden

Wanderung 3

Von der Vilstalsäge zur Stubental Alpe in Tirol

11km, ca 450 Höhenmeter, Gehzeit ca. 3,5 Stunden

Pfingstwochenende

Ein langes Pfingstwochenende liegt fast hinter mir und streckenweise hat es sich schon komisch angefühlt. Weg von zu Hause, irgendwie doch alleine in dieser noch fremden Umgebung. Immer abends, wenn es still wird, fühle ich mich ein kleines bisschen einsam. Aber das geht meistens schnell wieder weg.

Am gestrigen Sonntag gab es ausser den regelmäßigen Mahlzeiten keinen einzigen offiziellen Programmpunkt und so habe ich mich nach dem Frühstück direkt erst mal wieder hingelegt. Einfach so. Wenn nicht hier, wo denn sonst.

Nach dem Mittagessen zog es mich dann aber wieder raus. Nach einem kurzen Cappuccino um die Ecke im Eiscafe bin ich mit meiner Tischnachbarin entlang der Vils spazieren gegangen. War das schön, der klare Gebirgesbach strömt geräuschvoll entlang sattgrüner Wiesen und immer wieder ergeben sich neue schöne Blicke auf die Voralpen. Die Blumenwelt blüht in den sattesten Farben, wobei es mir der zitronengelbe Mohn besonders angetan hat. Wir haben der Allgäuer Alpakafarm einen Besuch abgestattet und uns dann quer durchs Dorf zurück zum Ausgangspunkt begeben. Zwischendrin kann man immer wieder kleine Entdeckungen machen, wie zum Beispiel den kleinen von einer privaten Initiative angelegten Garten mit einer Kneippschen Wassertretbahn, gefühlt mit eiskaltem Gebirgswasser und echten Flusskieseln. Dort haben wir nach unserer kleinen Wanderung ein bisschen abgekühlt. Meine Begleitung hat dann dieses Foto von mir gemacht und ich schaue es mir schon die ganze Zeit an, weil ich mich darauf mag. Ich lächle und fühle wich wohl, ich finde das sieht man.

Später nach dem Abendessen war ich schon wieder im halb sieben im Zimmer. Komischer Moment. Aber mit ein bisschen Netflix und einem leichten Abendgestrick konnte man es aushalten.

Heute vormittag gab es dann eine Einführung ins Nordic Walking. Das hat mich total begeistert. Die Joggerei war in der letzten Zeit nichts mehr fuer meine Knie, einfaches Walken ist mir zu langweilig. Aber dieses gleichförmige gehen mit weitschwingenden Armen und den dünnen Stöcken hat total viel Spaß gemacht. Wir haben das sogar auf dem offiziellen Programm als Anwendung, weil Sport eben gut für die Psyche ist. Und eine leichte gleichförmige Bewegung bei moderaten Herzschlag setzt Endorphine frei. Mal sehen, ob das bei mir auch funktioniert.

Heute Nachmittag bin ich dann mit meinem geliehenen Fahrrad in Richtung österreichischer Grenze gefahren. Auf dem weg dorthin, habe ich noch mal meinen geliebten Alpakas einen Besuch a gestattet und eine ganze Weile beobachtet, wie die drolligen Paarhufer leise mümmelnd das frische Allgäuer Gras abrupfen. Ich wurde ebenso neugierig betrachtet. Man kann dort sogar Alpakawolle kaufen, aber leider hatte der kleine hofladen bisher immer geschlossen. Hoffentlich habe ich nochmal irgendwann mehr Glück.

Auf dem Rückweg bin ich wieder bei unserer Stammeisdiele (nach nur fünf Tagen ;-) vorbeigeradelt und habe dort gemütlich ein eines Spagettieis gegessen.

Direkt danach stand ich seniorengerecht in der Warteschlange vor dem Speisesaal, denn um Punkt halb sechs geht es los. Neben dem üblichen Salat, Brot und Aufschnitt gab es heute Abend sehr leckeren Milchreis mit Zucker und Zimt. Überhaupt muss ich mal sagen, dass das Essen hier wirklich lecker ist. Darüber kann man sich beim Willen nicht beklagen. Aber wir werden mal sehen, wie einem das nach 4 Wochen vorkommt. Ich werde mich erinnern.

Berg und Tal

Am gestrigen Samstag hatte ich nur eine kleinere Anwendung, eine 20 minütige Massage auf dem Hydrojet. Das ist eine Art Wasserbett, angenehm gewärmt, wo dann mehrere Massagedüsen den gesamten Rücken bearbeiten. Das war sehr angenehm. Ich hatte beim Arztbesuch meine Rückenschmerzen erwähnt, da wurde mir das verordnet.

Danach bin ich mit meinem Rad in die Innenstadt geradelt und habe mir kurzfristig in einem Sportgeschäft einen ordentlichen Tagesrucksack gekauft. Das war unbedingt notwendig, denn man braucht unterwegs viel zu trinken, und Kamera, Geld und Strickzeug müssen ja auch immer dabei sein. Ich habe mir einen kleinen Deuter mit 16l Volumen und einem extra Fach für die Trinkblase gekauft. Meine Trinblase fasst 2 Liter Wasser, es ist ein Kunststoffbeutel mit einem Schlauch, an dessen Mundstück man während der Wanderung permanent trinken kann, sehr praktisch ist das. Später habe ich meine Tischdamen zum Cappuccino in der Eisdiele getroffen.

Nach dem Mittagessen habe ich noch ein kurzes Schläfchen gemacht und pünktlich gegen 2 Uhr riss der komplette Himmel auf und zeigte sich in strahlendem Blau. Direkt hinter dem Klinikgebäude habe ich mich in voller Montur auf meine erste alleinige Wanderung begeben. Achtsam solle ich sein, sagte die Therapeutin.Da hat sie was gesagt. Es ging steil bergauf. Ich habe geschnauft und geschwitzt und bin aber irgendwann in den Tritt gekommen. Ich glaube meine Grundkondition hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert.

Erstmal hat sich etwas Frust in meinem Gehirn breit gemacht. Darüber dass ich hier in einer psychosomatischen Klinik nur eine halbe Stunde Einzeltherapie pro Woche bekomme. Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Es gibt noch so viel zu besprechen. Ich wurde immer wütender und trauriger und fühlte mich mutterseelenallein. Ich fing an zu heulen, laut, in der bergwelt. Da war ja niemand. Ich heulte und heulte … Ich konnte plötzlich gar nicht mehr aufhören. Doch dann geschah etwas wunderbares, ich erreichte offene Felder, die Kühe lagen friedlich mümmelnd auf der Wiese und ich wurde friedlicher, versöhnlicher, mit mir, mit dem Leben, mit meiner Situation. An allen Seiten blühende Wiesen mit Butterblumen, Margeriten und Löwenzahn, hohe Tannen strecken sich malerisch in den blauen Himmel. Da tauche das Hinweisschild zur Gundhütte auf, es waren noch 20 Minuten bis dort hin und ich roch gedanklich schon den leckeren Kaiserschmarrn. Den gab es leider nicht, dafür einen gemütlichen Liegestuhl in der Sonne, frisch gebackenen Erdbeerkuchen und eine Tasse Kaffee. Was will man mehr.Auf dem Rückweg brauchte ich für die gleiche Strecke nur etwa halb so lang. Ich stapfte glücklich und mit einem breiten Grinsen den Berg hinab. Die Knie fanden das zwar nicht so fein, aber die Wanderstöcke konnten es etwas abpuffern. Wieder unten angekommen, war ich einfach nur stolz, das alleine geschafft zu haben.

Wanderung 1 von X:

Vom Klinikgebaude zur Gundhütte

ca. 10 Kilometer

ca. 350 Höhenmeter

ca. 2,5 Stunden Gehzeit

Erkenntnis des Tages:

Ich kann das auch alleine.

Schönster Moment:

Dusche im Anschluss an die Wanderung, Abendessen und Beine hoch 😉

Achtsamkeit

Frage, ist es ein klassisches Paradoxon, wenn in der Hausordnung einer psychosomatischen Klinik geschrieben steht, das während des Therapieaufenthaltes kein Alkohol gestattet ist, es diesen aber unbegrenzt in der zentralen Cafeteria zu kaufen gibt? Aber wer bin ich, der solche Regeln in Frage stellt. Ich trinke ohnehin fast nie Alkohol, habe mich aber dafür umso mehr über das kalte Radler gefreut. Es ist mittlerweile 21.30h und ich bin immer noch wach. Was ist denn da los?

Das Programm heute morgen begann mit einer sogenannten Morgenrunde. Dazu versammeln sich alle Psychopatienten in einem Vortragsraum, einschließlich der gesamten Ärtzte- und Therapeutenschaft. Wir würden begruesst und alle neuen dürften aufstehen und sich mit Namen und Herkunftsort vorstellen. Halb so wild, dazu gab es allgemeine Infos und Veranstaltungstips außerhalb des Therapieplans. Nächsten mittwoch findet eine Hüttenwanderung statt, immerhin 13 Kilometer und 400 Höhenmeter und dazu konnte man sich anmelden. Allerdings brauchte man dazu die Erlaubnis von Arzt und Therapeutin. Die Therapeutin schlug vor, während der Wanderung still zu sein, nicht zu reden und achtsam zu bleiben. Auf den Körper hören, ihn besser kennenlernen. Der Arzt schaute skeptisch wegen dem Knie, aber letztendlich muss ich auch hier lernen, die Zeichen zu erkennen. Instrumente sind das, die mir vielleicht in Zukunft helfen koennen, achtsamer zu werden. Wer weiss, ich probiere es aus.

Danach gab es eine Einführung in die Ergotherapie. Alter Hut für mich, ich war ja schon Körbe basteln in Frankfurt 😉 … Aber hier werde ich mich ans Töpfern machen. Darauf freue ich mich schon. Wir haben zwar nur zwei Stunden in der Woche, aber man kann die Werkstatt auch zwischendurch und am Wochenende nutzen.

Anschließend eine allgemeine Einleitung in allgemeine Rehabilitation und deren Ziele, die Nachhaltigkeit und dergleichen.

Heute nachmittag dann ein (sehr) leichtes Yoga. Das hat trotzdem gut getan.

Für die nächste Woche habe ich schon meinen neuen Therapieplan, der ist tatsächlich gar nicht so voll wie gedacht. Schade eigentlich. Aber umso mehr Zeit bleibt zum Entdecken dieser tollen gegend. Und die Sporteinrichtungen und Geräte kann man auch immer nutzen. Ach ja, ein Fahrrad habe ich mir ausgeliehen. Mal sehen, was ich mit der vielen Zeit anstelle.

Den Abend habe wir Tischfrauen dann in der Eisdiele verbracht und uns beim Eis ein bisschen besser kennengelernt. Das war sehr schön. Da ich dann aus vollkommen unerfindlichen Gründen immer noch wach war, habe ich mir das besagte Radler gegönnt und schreibe bei angenehmer Außentemperatur noch schnell diesen Beitrag. Jetzt geht’s aber ins Bett.

Gute Nacht.

Pfiats Eich

Es ist jetzt halb acht und ich bin hundemüde. Fast den ganzen Tag war ich beschäftigt und habe einen Termin nach dem anderen wahrgenommen. Das Abendessen, welches zu einer Zeit angeboten wird, in der ich zuhause gelegentlich noch bei Kaffee Kuchen sitze, habe ich bereits hinter mir. Jetzt sitze ich alleine in meinem geräumigen Zimmer und versuche, noch ein bisschen Zeit rumzubringen, damit ich nicht wieder mitten in der Nacht wach werde, und nicht mehr zurück in den Schlaf finde.

Aber mal ganz der Reihe nach. Die Fahrt gestern verlief bis zum ersten Umstieg völlig problemlos. Aber dann in Ulm hatte der Anschlusszug bereits 30 Minuten Verspätung … der nächste in Kempten dann doppelt so lang und am Ende bin ich exakt 2 Stunden nach errechnetem Termin angekommen. Was solls. Eine erste Übung in Geduld und ich hatte ja Zeit.

Am kleinen Bahnhof in Pfronten wurde ich von zwei netten älteren Damen abgeholt und gegen halb 5 erreichte ich die Klinik. Was für ein Idyll. Kann man sich eine bessere Lage für ein solches Haus aussuchen? Ich hatte ja bei der Wahl kein Mitspracherecht und umso erfreuter bin ich nun, dass es mich hierher verschlagen hat. Wir haben direkt geklickt, Pfronten und ich.

Dort angekommen ging es auch gleich los. Noch bevor ich in mein Zimmer durfte, hatte ich ein erstes kurzes Aufnahmegespräch und eine kurze Einweisung in die Gepflogenheiten des Speisesaals. Danach hievte ich meinen Riesenkoffer durch die langen Gänge in meine Übergangsbehausung für die nächsten 4 Wochen. Ich war positiv überrascht. Wenn auch die Einrichtung und ich geschmacklich nicht zueinander kommen ;-) … So ist das Zimmer doch recht gross, mit Balkon und einer herrlichen Aussicht. Ich freue mich, die Ruhe ist unglaublich. Für mich als Stadtmensch fast unheimlich. Ab und zu summt mal ein Bienchen und aus der Ferne läuten die Kuhglocken.

Es blieb nicht lange Zeit und ich musste zum Abendessen. Das gibt es hier von 17.30 bis 18.30. Das ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber meinem Magen wird es nicht schaden, wenn er so spät nix mehr zu essen bekommt. An meinem Tisch sitzen ich zusammen mit 4 Frauen, alle etwa im gleichen Alter und wir verstehen uns gut. Da bin ich wirklich froh. So machen auch die Mahlzeiten Freude.

Nach dem Essen gab es dann eine kurze Führung durch das Haus und abschließend noch ein kurzes Gespräch mit einer Pflegekraft, ob man für die Nacht mit allem versorgt sei.

Heute morgen ging es direkt um halb 8 weiter, Blutabnahme, Frühstück, EKG, Aufnahmegespräch Arzt, Aufnahmegespräch Therapeutin, Mittagessen, Einweisung in die Sporttherapie … Uff. Ich habe mir meinen Plan für die nächsten Tage picke packe vollgepackt und zu allem ja gesagt, was mir angeboten wurde. Physiotherapie für meine Knie, Rücken- und Beckenbodengymnastik, autogenes Training, Einzel- und Gruppengespräche, Atemtherapie, therapeutischen Bogenschießen usw.

Und weil der morgige Nachmittag noch leer war, habe ich mir für den späten Nachmittag noch eine Stunde Yoga gebucht und mich danach für die Damensauna angemeldet. Darauf freue ich mich. Übrigens komme ich auch zum Stricken, denn zwischendurch gibt es immer wieder Wartezeiten, die man ja auch irgendwie überbrücken muss.

Ich fühle mich wirklich sehr wohl und habe das Gefühl, dass ich hier sehr viel Kraft tanken kann. Das wird gut, das kann ich spüren. Ich fühle mich sehr gut betreut. Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten sind alle sehr nett, nehmen sich Zeit und geben einem nicht das Gefühl, nur eine Nummer zu sein.

Ich betrachte diese Zeit hier als grosses Geschenk, als eine Wahnsinnsmöglichkeit, die ich so gut wie es geht nutzen möchte.

Am Nachmittag habe ich noch einen kleinen Spaziergang nach Pfronten gemacht. Anbei ein paar Bilder davon.