Frisch Gepresst

Gestern Abend haben wir es sehr gemächlich ausklingen lassen. Nach einem leckeren Cous Cous mit viel Gemüse haben wir eine ganze Weile das bunte Treiben auf dem zentralen Dejaam El Fna beobachtet. Dieser Platz ist wirklich unglaublich. Normalerweise werden Plätze eher durch die darum liegenden Gebäude definiert. Aber dort machen die Menschen den Platz. Es ist ein derartiges Gewusel und alles scheint strengen Ritualen zu folgen. Tagsüber gibt es die Gaukler und Affendressierer und Abends werden dann die dampfenden Garküchen aufgebaut. Man möchte am liebsten überall probieren, und wenn ich nicht gerade ein strenges Ernährungsprogramm durchziehen würde ;-) … würde ich das auch tun. Alleine die Patisserie ist jede Sünde wert … aber zum Glück bietet die marrokanische Küche auch sehr viel Gemüse und leckere Tajine Gerichte. Vom vielen Pfefferminztee habe ich bestimmt schon ein Minzbäuchlein bekommen und atme ätherische Öle aus. 
Heute Morgen durften wir dann wieder frisch gepressten Orangensaft und selbstgemachten Joghurt mit Rosenwasser genießen. 
Unser heutiges Programme sah den Besuch eines weit vor den Toren der Medina gelegenen Industrieviertels vor. Dort sollen sich viele Kreative niedergelassen haben. Mit dem Stadtbus sind wir hingefahren und haben so allerhand Schnickschnack erworben. Besonders nett fand ich es in dem Keramikladen, wo die jungen Besitzer uns ganz stolz erzählt haben, dass sie demnächst auf der Ambiente Messe in Frankfurt vertreten sind. Sie haben uns sogar Eintrittskarten geschenkt. Witzig. 
Um meinen Fuß immer wieder zu beruhigen sind viele Päuschen notwendig. Ansonsten hält er ganz gut mit. Das Wetter meint es auch mehr als gut mit uns. Die nordafrikanische Frühlingssonne brennt ganz ordentlich. Abends und nachts ist es aber noch recht kühl. 
Heute Abend haben wir uns vom Hotel aus einen Termin in einem Hamam machen lassen. Der Reiseführer rät an, seine Schwellenangst beiseite zu lassen und das ganze zu genießen. Ich bin sehr gespannt. 

Geordnetes Chaos

Nach einem ausgiebigen Frühstück im wunderschönen Innenhof unseres Riads sind wir tief eingetaucht in die bunte Welt der Souks. Sich darin zu verlieren scheint in Marrakesh einfach dazuzugehören. Die Gänge und Wege sind derart verwinkelt, dass sich nur einheimische darin auskennen können. Es lebe das Smartphone mit gps und einem offline Stadtplan. Gut so, sonst bestünde nämlich wieder die Gefahr, dass wir wie gestern Abend in die Fänge der marokkanischen selbsternannten  Touristenführer gelangen. 
Unsere kleine Wanderung begann auf dem weltberühmten Dejaam El Fnar, vorbei an Orangensaftständen und Schlangenbeschwörern. Es gibt dort auch Affen!!! Als Kai sagte, dass die einfach so auf einen zukommen, um einem die kleinen haarigen Biester auf die Schulter zu setzen, standen mit für einen Moment alle Nackenhaare zu Berge. 
In den Souks stellt man sich die Frage, wer das alles kaufen soll. Einen Blick zu lange auf einem Gegenstand haftend, haben sie einen auch schon am Wickel. Aber nach noch nicht mal 24 Stunden sind wir bereits abgestumpft. Die Ignorier-Taktik, die wir heute Morgen vom einheimischen Besitzer unserer Unterkunft angeraten bekamen scheint zwar unhöflich, funktioniert aber sehr gut. 
Jetzt sitzen wir gerade entspannt im Schatten des ruhigen Innenhofs des Musée de Marakesh … mit freiem Internet. Da musste ich einfach mal wieder schnell ein paar Impressionen rauslassen, damit wieder Platz für Neues ist. 

Bon Soir

Kaum zu glauben. Nur drei Flugstunden, und wir sind in einer komplett anderen Welt gelandet. Die Eindrücke strömen aus allen Richtungen auf uns ein und ich bin komplett überwältigt. 
Der Flug verging wie im Flug *brüller*, leider hat der einsetzende Schneefall dazu geführt, dass wir mit einer ordentlichen Verspätung losgeflogen sind. In Marrakesch am Flughafen schienen dann 25 großräumige Passagierflugzeuge gleichzeitig gelandet zu sein, denn die Passkontrolle dauerte fast eine Stunde. Den Bus in die Stadt haben wir aber sofort erwischt und nur kurze Zeit später fanden wir uns im Gassengewirr der Medina von Marrakesch wieder.  
Wahnsinn, ich grinste und freute mich auf unser kleines Abenteuer. 
Ich erinnere mich noch gut an einen Roadtrip, den ich damals mit zwei Freundinnen quer durch die USA unternommen habe. Einmal, in Moab, am Rande der roten Nationalparks fanden wir einen traumhaften Campground. Direkt am Colorado River, die Landschaft war einfach atemberaubend schön. Dennoch, am Abend, während die Sonne unterging, ging das Gewirr der Moskitos los. Ein Alptraum. Warum ich das erzähle? Weil es hier in etwa genauso ist, alles ist traumhaft, doch leider ist alles voller kleiner blutrünstiger Biester. Diese kommen in Form sehr geschäftstüchtiger junger Männer daher und man kann leider keinen Schritt machen, ohne in ein Gespräch verwickelt zu werden. 
Aber man wird sich dran gewöhnen müssen. 
Eben auf dem Heimweg, als wir auf dem Weg zurück in unser traumhaft schönes Riad waren, war in den Gassen gerade eine wilde Diskussion im Gange und man kam sich vor wie in einer Szene aus „das Leben des Brian … die Frauen haben sich angeschrien und angekeift … 
Jetzt sitzen wir im ruhigen Innenhof unseres Hauses und lassen den Abend langsam ausklingen. War ein schöner Tag, aber jetzt geht’s ins Bett. 
 
 

 

Frühling in Sicht :-)

Langsam aber sicher macht sich wieder ein kribbeln breit, die Vorfreude auf ein mir bislang unbekanntes Land breitet sich aus. Es ist ein entspannter Samstag und draußen schneit es gemächlich vor sich hin. Fest steht, vom Schnee werden wir in den nächsten Tagen nichts mitbekommen. Denn wo wir jetzt gleich hinfliegen ist es Frühling. 

Vor fast genau einem Jahr sind wir auch aufgebrochen auf eine unbekannte Reise. Damals war das Kribbeln natürlich ungleich stärker. Die Faszination einer 3-Monatigen Reise war unglaublich. Ich kann mich noch so genau daran erinnern. 
Aber auch wenn es sich jetzt „nur“ um ein verlängertes Wochenende handelt, freuen wir uns trotzdem drauf wie Harry. Die Füße machen beide mit. Gleich geht’s los … 

Nacht der Sterne

Gestern Abend durfte ich mit meiner Freundin C. mein Geburtstagsgeschenk einlösen. Ein Konzert der wirklich wundervollen, wundervollen Stars. Die kanadische Band gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands, es gab Zeiten, da lief in meiner fahrbaren Jukebox nichts anderes. Der Harmoniegesang der beiden macht es so speziell, die Lieder sind zum Weinen schön, mal tanzbar, mal traurig und immer mit schönen Texten.
 
 
Einen persönlichen Erfolg konnte ich darin verbuchen, daß ich es geschafft habe, ganz alleine zur U-Bahn zu dappeln und dann von der Hauptwache über die Zeil ins Zoom … und natürlich wieder zurück. Nachdem das Füßlein doch schmerztechnisch immer noch Probleme beim Laufen bereitet, war dies ein echter Durchbruch. Das macht auf jeden Fall Hoffnung für das Wochenende, wo wir uns ja zwangsläufig etwas mehr bewegen werden.

Eine Wissenschaft für sich

Mittwoch Abend war ich mal wieder bei den gewichtigen Damen und Herren im Treffen, oder wie mein Vater sie nennen würde, bei den Scientologen ;-) … hierzu zählen übrigens auch die Cash & Carry Kette Metro, sowie Rach der Restauranttester (kleiner Insider ;-)

Es ist jedenfalls so wie in jedem Jahr, in der 2. Januarwoche platzt das Treffen immer aus allen Nähten, so richtig angenehm wird es erst wieder, wenn sich die ganzen Neujahrsvorsätzler wieder verkrümelt haben ;-) Das Treffen wird geleitet von einer quirligen Griechin, die es irgendwie immer wieder schafft, einen erneut zu motivieren, seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, und die Erfolge sprechen ja für sich. Leider haben die auch keine wirksames Rezept, den inneren Schweinehund nach gelungener Abnahme davon zu überzeugen, dieses Gewicht nun auch zu halten. Ich hatte es ja fest vor, doch leider war das letzte Jahr von widrigen Umständen durchzogen, die mich quasi willenlos gemacht  haben. Umso stolzer kann ich verkünden, daß ich mich meinem Ziel bereits um 2,2 Kilo angenähert habe. Offizielle Entfernung vom Zielgewicht also nur noch 12 Kilo. Läuft!!!

Heute Nachmittag sind wir zum Kaffee eingeladen, bei Kais Arbeitskollegen und seiner Familie. Ich bin schon mächtig neugierig, denn ich kenne ihn noch nicht … nur virtuell, denn er hat damals auch unsere Reise im Blog begleitet und hin und wieder nett kommentiert. Dann müssen wir dieses Wochenende noch packen, denn endlich, endlich, endlich, dürfen wir am Samstag wieder eine kleine Kurzreise unternehmen. Wenn nichts dazwischenkommt, sollte das eigentlich klappen. Drückt uns die Daumen, daß ich die Woche fehlerfrei absolviere.

Dynamik

Das Jahr hat mich wieder voll im Griff. In dieser Woche hat es bereits volle Fahrt aufgenommen. Montag, Frühtermin Standesamt – Dienstag, Frühtermin Bauherr – Mittwoch, Frühtermin Zahnarzt – 2 x die Woche Physiotherapie – 1 x die Woche Punktezählen ;-) usw. usw.
Man darf sich nur einfach nicht unterkriegen lassen. Meinen Friseurtermin muß ich jetzt bereits das 2. Mal verschieben, weil ich das Terminchaos momentan noch nicht im Griff habe. Aber ich arbeite daran.
Heute morgen durfte ich mich an einer bunten Fülle an Geruchs und Geschmacksnuancen beim Dentisten erfreuen, blaue + gelbe Pasten, die den Feinschmeckergaumen auf unterschiedliche Weise kitzeln. Herrlich. Eine ganze Stunde hieß es heute Morgen: Mund auf, Augen zu. Jetzt schwillt so langsam die linke Gesichtshälfte wieder ab. Brrrr. Ein scheußlicher Morgen.
Heute Abend ist Kai unterwegs, da nutz ich doch die Zeit, um ein neues Projekt anzuschlagen. By the way … ein bisschen DIY gab es in letzter Zeit auch, bitteschön:

Von der Wiege bis zur Bare …

In der vorletzten Woche wollte Kai unsere Hochzeitspläne schon wieder canceln, im Angesicht des bürokratischen Hürdenlaufs, den das Frankfurter Standesamt mit seinen Heiratswilligen veranstaltet. Zunächst einmal füllt man ein Online Formular aus, in dem man ein paar Fragen zur eigenen Person beantwortet, Ziel dieser Übung ist es, zu verdeutlichen, welche Dokumente für die Eheschließung benötigt werden. In einem nächsten Schritt bekommt man dann Formular gemailt, in dem die benötigten Unterlagen aufgelistet sind. Zur Sicherheit schickt es die Stadt einem aber auch noch mal in Papierform zu … damit wir es auch wirklich kapieren. Anschließend wird man aufgefordert, ohne vorherige Anmeldung beim Standesamt zu erscheinen, und zwar beide Ehepartner, um die angeforderten Dokumente zu prüfen. Das haben wir gestern gemacht und alles ist paletti.
Jetzt haben wir dann einen offiziellen Termin zugewiesen bekommen, an dem wir uns offiziell zur Eheschließung anmelden dürfen! Doppelt gemoppelt hält wohl besser. In zwei Wochen ist es dann soweit und wir können uns ja schon mal über das Namensrecht Gedanken machen. Ich witzelte noch, mein Zukünftiger hieße ja nicht „Klohocker“ (bestätigt von der Standesbeamtin, diesen Namen gibt es wirklich, allerdings ohne c;-) sondern trüge einen wunderschönen italienischen Nachnamen, da wurden wir auch schon wieder der Türe verwiesen. Nächster bitte! Romantischer geht es nicht ;-)

Ist natürlich noch nicht alles, denn da wir ja nicht in Frankfurt heiraten, werden im Anschluß die Unterlagen in meine Heimatstadt gesendet, dort angekommen, werden diese sicherlich nochmals geprüft und wir dürfen zu einem persönlichen Gespräch erscheinen. Gut, daß wir alles so früh angefangen haben, sonst würde es am Ende noch eng mit einer Trauung im Sommer …

Aktuelle Gedanken

Ich muß zugeben, daß es angesichts der aktuellen Ereignisse tatsächlich etwas schwer fällt, über die diversen Belanglosigkeiten des alltäglichen Lebens zu schwadronieren. Aber der journalistische Tiefgang ist nicht meins, das können die anderen weitaus besser. Dennoch bedrückt es mich, und es macht auch Angst. Am meisten beindruckt hat mich das Interview mit einer ehemaligen Mitarbeiterin des Magazins, die gesagt hat, daß die verbliebenen Kollegen bereits an der Ausgabe für nächsten Mittwoch arbeiten. Das finde ich sehr bewegend und verdient meinen tiefsten Respekt. Ich muß zugeben, ich hätte niemals diesen Mut. Am allermeisten ärgert es dann noch, daß die Menschen aus purer Unwissenheit ihre Angst in Demonstrationen gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes kanalisieren. Das finde ich grauenhaft.

Als ich damals mein Datingprofil im Netz erstellt habe, habe ich bewußt und in Worten nach einem „weltoffenen“ Mann gesucht. Dies bezog ich natürlich nicht nur auf das Reisen im Allgemeinen (wo ich ja mit Kai den perfekten Partner gefunden habe :-) … sondern auf Toloranz im Besonderen … und auch da habe ich natürlich mit Kai ins Schwarze getroffen. Toleranz scheint mir eine der wichtigsten Eigenschaften zu einem respektvollen Miteinander. Einfach mal über den Tellerrand hinausschauen hilft ungemein. 

Wie sicher jeder weiß … wir reisen sehr gerne (ach ;-) und auch eine Reise nach Paris ist in diesem Jahr geplant, die hatte ich Kai ja zum 50.sten geschenkt, der Flug für Ende April ist bereits gebucht. Irgendwo auf der Welt brennt es wohl immer, als wir im letzten Jahr nach Thailand geflogen sind, haben wir mit Sorge und Interesse die aktuellen Ereignisse in Bangkok verfolgt, auch Hongkong haben wir besucht, und das war in den letzten Monaten ebenfalls in den Schlagzeilen. Werden wir uns das Reisen dadurch vermiesen lassen?
Die Antwort ist ein klares Nein!

Um dies zu untermahlen, haben wir in den letzten Tagen eine lose Abfolge von Kurzreisen gebucht und organisiert. Ende Januar geht es los. Wohin verrate ich nicht, aber ich werde sicher live berichten.