Heidi + Peter

Unsere Fahrt hat uns Donnerstag vormittag zunächst entlang des Comer Sees bis zur Nordspitze geführt. Danach ging es querfeldein durch die Berge über den Splügenpass in die Schweiz. dieses Mal kein Nebel, einigermassen klare Sicht, angenehme Temperaturen und Serpentinen bis zum Abwinken. Man braucht auf jeden Fall einen robusten Magen, dann kann man diese wunderschöne Fahrt einfach nur geniessen. 


Wieder runter geht es dann und man wird mit einem grandiosen Blick auf Splügen im Heidiland empfangen. Dieses sattgrüne Gras, die hohen Tannen … die kleinen eingesteuten Hütten … man fragt sich, ob das alles echt ist … oder hat da jemand nachgeholfen? War vielleicht Bob Ross am Werk?


Gegen Nachmittag sind wir dann in der „Casa Pintga“ angekommen. Hier war ich ja nicht zum ersten Mal, ich ahnte also, welches Idyll mich erwartet, aber ich konnte nicht umhin, meinen Lieblingsspruch anzuwenden … „Genau SO will ich auch wohnen!!!“ … Kann denn eine Hütte noch idyllischer liegen, eingerahmt von grünen Wiesen, einer plätschernden Tränke, einem alten Kirchlein und lauter „Happy little Trees“. Wirklich ideal zum Runterkommen. Aber schöner noch, der warmherzige Empfang durch die Bewohnerin mit Ihrem kleinen Sohn. 


Am nächsten Tag waren Kai und ich zunächst auf uns allein gestellt, da natürlich auch in der Schweiz der F’reitag ein ganz normaler Arbeitstag ist. Wir haben uns informiert, und konnten in Erfahrung bringen, daß einer der zahlreichen Sessellifte auch im Sommer in Betrieb ist. Also sind wir zur Mittelstation gefahren, um dann mit dem 6er Sessel nach oben auf den Piz Mundaun zu fahren. Es war sehr warm, ca. 23 Grad und die Sonne brannte und versteckte sich immer nur kurzzeitig hinter den Wolken. Wie schön, daß ich komplett vergessen hatte, mich einzucremen. Dämlich aber auch … ein schöner Redneck war die Folge. Aber egal. Es war einfach so friedlich da oben. Ich denke, die Bilder sprechen für sich, diese Blumenwiesen … Schmetterlinge, dicke Hummeln, Bienchen, Raupen, Zicklein, Kuhglocken … Pferdekoppeln … *seufzttief*. Klingt kitischig? Aber ich schwöre es, genau so war es … schau nur:




Oben auf der Hütte haben wir ein Bierchen gezischt und ein paar lecker Chäshörndli verspeist, gefolgt von einem pickepackevollbelegten Blaubeerkuchen. Das Leben kann so schön sein :-)




Sogar ein bisschen gewandert sind wir. Insgesamt sind wir bestimmt gut 2 Stunden umhergelaufen, haben teilweise steile geröllreiche Steigungen bewältigt und den Fuß immer wieder auf Funktionalität getestet. Ich sage mal so, der Fuß schafft schon eine ganze Menge, nur das kleine Dickerchen, welches der Fuß tragen muß, muß noch ein bisschen besser werden in Bezug auf Kondition. Huiuiui, was hats gekeucht ;-)
Kai hat sich in die Heidelbeeren begeben. Wie ein kleiner Bub freute er sich über die vielen blauen Kügelchen, die auf den Wiesen überall verstreut wachsen. Ein Paradies … wobei ich sagen muß, ich fand die Dinger noch recht sauer. Aber das ist wohl alles eine Sache der Einstellung ;-)


Abends wurde dann die Bude in Surcuolm wieder richtig voll. In der Nachbarhütte waren zwei sehr nette Frankfurter zu Besuch, eine Freundin mit zwei Bambinis und der niegelnagelneue Freund der Hausbewohnerin kam zu Besuch. Alle tragen sich zum gemeinsamen Apero, es wurde gegrillt und an der langen Tafel gab es viel Wein und laute Gespräche. Mit zunehmenden Alkoholgenuß kann man dann auch das Schwizerdütsch besser vestehen. Wobei … mit 6 Jahren Bayern und einer guten Freundin vom Bodensee ist man da schon im Vorteil ;-)

Samstag morgen hat es dann in Strömen geregnet und wir hatten (bereits am Vortag) entschieden, daßa wir uns dann schon wieder auf die Heimreise machen. Ist ja auch irgendwie schön, noch so ein gemütlicher Sonntag, bevor morgen früh die Arbeitswoche wieder losgeht.
Aber so verblüffend das auch sein mag … ich freu mich drauf :-) 

Als kleine Nachlese hier noch schnell zwei Übersichtskarten, die man mit dem tollen Tool von Stepmap erstellen kann. Macht wirklich sehr viel Spaß und ist toll fürs Urlaubsalbum. 

Schweiz + Italien
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Oberitalienische Seen
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StepMap Oberitalienische Seen



Familienleben

Huiuiui … gestern ist hier ordentlich Leben in die Bude gekommen. Am Nachmittag ist nämlich Kais Schwester mit Familie angereist. Die hatten das Apartment bereits vor uns reserviert, aber wir hatten vereinbart, dass wir noch eine Nacht gemeinsam hier verbringen. 

Lustig anzuhören, wie drei Teenager um die besten Plätze im mittleren Teil des Apartments kämpfen. Nur gut, dass Kai und ich noch eine Nacht in der Präsidentensuite verbringen durften. Am Abend waren wir mit allen zusammen in der Tenda Rossa. Eine nahegelegenen Pizzeria, wo man vom hiesigen Balkon aus bereits prüfen kann, ob der Pizzaofen weiter unten im Ort schon raucht.

Bereits bei der Vorspeise konnte ich mit Erstaunen beobachten, wie ein Pizzabrot, eine große Portion Carpaccio und zwei gemischte Vorspeisenplatten vor meinen Augen in Windeseile inhaliert wurden. Übrig blieben nur noch ein paar einsame Krümel auf den Tellern. Wir hatten jedenfalls alle viel Spaß beim gemeinsamen Mahl und die Pizza war einfach wieder superbe. 

Ansonsten war es ein sehr ruhiger Tag mit ausreichend Entspannung. Wir statteten unter anderem dem hoch auf dem Hügel gelegenen Friedhof einen Besuch ab, auf dem Kais Großeltern und seine beiden Tanten begraben liegen. In der zugehörigen Kirche San Giorgio hat Kai vor vielen Jahren seine erste heilige Komminion empfangen. Diese Kirche ist von der Lage eigentlich kaum zu überbieten. Wunderschön blickt man auf den Luganer See und über die Landschaft. Überhaupt muss ich sagen, dass das gesamte Intelvital eine wirkliche Schönheit ist. Vom Massentourismus praktisch unentdeckt kann man hier tolle Wanderungen unternehmen, ursprüngliche Dörfchen entdecken … und wie schon mehrfach erwähnt ;-) natürlich den unmittelbaren Zugang zu den oberitalienischen Seen genießen. Selbst Mailand erreicht man in gut einer Stunde. Wir werden hier sicher nicht das letzte Mal zu Gast sein. Wie wäre es eigentlich mit einer Hochzeit in Italien? ;-)

Heute heißt es leider wieder Tschüss sagen. Wir machen Platz im Haus und wollen auf dem Rückweg noch für ein paar Tage in der Schweiz Halt machen. Eine gute Freundin von Kai lebt in Chur und ganz in der Nähe davon, hoch oben in den Bergen gibt es ein kleines idyllisch gelegenes Chalet. Hier waren wir im letzten Jahr bereits zu Gast und ich hoffe sehr, dass dieses Mal der Nebel verzogen ist, und die Sicht auf das weite Tal freigibt. Das soll nämlich sehr schön sein … habe ich mir sagen lassen. 

Seelenmarsch

Heute waren wir in Ossuccio, oberhalb des Comer Sees gelegen. Dort gibt es einen Kreuzgang, der auf nur knapp einem Kilometer zum Santuario Madonna del Soccorso führt. Es geht steil bergauf, der Weg ist mit schroffen Kieseln gepflastert und entlang der Strecke sind insgesamt 14 kleine Kapellen, in denen in unterschiedlichen Szenen der Leidensweg Jesus Christus dargestellt ist. Seitlich ergeben sich spektakuläre Ausblicke auf die Landschaft und den See. Es war heiß und der Weg war steil und anstrengend. Aber so gehört sich das wohl für einen Pfad dieser Art. Mein eigener Bezug war natürlich die Tatsache, dass ich überhaupt wieder in der Lage bin, eine solche Strapaze auf mich und meinen Fuß zu nehmen. Oben angekommen war es ein wirklich tolles Gefühl. In der Kirche selbst haben wir dann jeder eine Kerze gestiftet. 

Leider hatte das angeschlossene Café dienstags seinen Ruhetag und so fuhren wir weiter nach Menaggio, um dort unser Mittagessen mit anschließendem Gelato zu verspeisen.
 
Auf dem Rückweg nach Hause regnete es dicke Tropfen, während die Sonne auch weiterhin gleißend vom Himmel schien. Klar, dass auch der obligatorische Regenbogen nicht lange auf sich warten ließ. 

Festa delle Corti

Der gestrige Tag war wirklich abwechslungsreich. Bei wunderschönem Sonnenschein und angenehmen 23 Grad starteten wir den Morgen mit einem kleinen Einkauf im benachbarten Alimentari, um im Anschluss unser Frühstück auf der eigenen Terrasse mit spektakulärer Aussicht zu genießen.

Etwas später fuhren wir in Richtung Lugano oberhalb des Luganer Sees entlang und legten einen kleinen Zwischenstop in Gandria ein. Eines dieser malerischen Dörfchen, wo man nur oberhalb parken kann, um dann zu Fuß in die Welt aus kleinen Gässchen und Treppen und malerischen Winkeln einzutauchen. Überall ergeben sich spannende Einblicke und Aussichten. Alleine die teilweise sehr liebevollen Dekorationen aus Topfpflanze in einfachen Blechkanistern, schlafenden Katzen und herausgehängter Wäsche in Mustern vergangener Jahrzehnte. Daran werde ich mich niemals sattsehen. 

Am späten Vormittag sind wir dann in Lugano angekommen. Ich erinnerte mich, dass wir hier vor vielen Jahren mal Rast auf dem Weg an die Adria gemacht haben. Da war ich aber noch seeehr klein … Zeit für Auffrischung also. 
Lugano ist schweizerisch mondän. Gut betuchte können  ihren Hunger an Luxusgütern stillen, anzugtragende Bänker machen ihre Mittagspause in kleinen Cafés und natürlich ergibt sich auch hier die wahre Schönheit des Ortes erst so richtig, wenn man ans Seeufer gelangt. 

Nachmittags haben wir dann an einem kleinen Lido mit Seebad gestoppt und konnten endlich mal Baden gehen. Das Wasser war zwar seeeehr kalt, aber es war toll. Und außerdem war es das erste Bad in größerem Gewässer seit dem Affenbiss. Noch ungewohnt … so mit freigelegter Narbe in der Öffentlichkeit. Aber auch das wird immer besser. 
Am späten Nachmittag dann der lange visualisierte Apero auf der zentralen Piazza in San Fedele. Dem etwas größeren Nachbarort von Pellio. Hier haben wir auch schon beim letzten Besuch in Pellio so manchen Abend gesessen und das geschäftige Leben auf der Straße beobachtet, welches sich in Italien überall nach ausgiebiger Siesta ergibt. 

Am Abend dann das wirkliche Highlight des Tages. 
Jedes Jahr am ersten Montag im August findet im unteren Teil Pellios die Festa delle Corti statt. Wir haben nur durch Zufall davon erfahren und hatten keine Ahnung, was das genau bedeutet. Corti sind Höfe. Soweit die Übersetzung. 
Von überall her strömten Menschen in den Ortskern und die Stimmung war einfach toll. Mehrere Innenhöfe hatten ihre Tore geöffnet und es gab an unterschiedlichen Stationen kleinere Häppchen zu essen und man konnte sich so ein komplettes italienisches Menü zusammenstellen. Die Höfe waren unterschiedlich geschmückt und die Klänge des Schifferklaviers  sorgten für ein echtes italienisches Ambiente. Kai kam die ganze Zeit aus dem Staunen nicht mehr heraus, soooo viel los in Pellio. Ist eben Sommerzeit. August in Italien. Hauptsaison. Auch mal schön, das auf diese Weise zu erleben. 

Abastanza Soleggiato Domani

*stößteinentiefenseufzeraus* Vorhin sind wir in Pellio angekommen. Wir sind also wieder unterwegs. Yippieyayeah. Und wir genießen es in vollsten Zügen:
Gestern wollten wir eigentlich gaaaaaanz früh losfahren, um den vorhergeunkten Superstaus zu entgehen. Losgekommen sind wir dann gegen Viertel vor neun. In Thun (unserem 1. Ziel) angekommen sind wir gegen zwei. Staus? Fehlanzeige. Wahrscheinlich haben sich alle so vom Automobilclub einlullen lassen, dass die meisten zuhause geblieben sind. 
Die Fahrt in die Berge hat jedenfalls früheste Kindheitserinnerungen in uns geweckt. Kai hat berichtet wie er mit drei Geschwistern inclusive Hase und wasserschildkröten auf der Rückbank des Fiats in Richtung Italien gefahren ist (daher sicher seine enorme Leidensfähigkeit bezüglich südostasiatischer Busreisen) … und ich erinnerte mich, im hinteren des Fahrzeugs meiner Eltern eine Kotztüte nach der anderen verbraucht zu haben. Ganz im Stil der unbekümmerten 70er Jahre hat mein liebes Papilein nämlich auch auf langen Urlaubsreisen das Rauchen im Auto nicht eingestellt. Naja es sei ihm verziehen. Schlimmer war es ohnehin wenn er mit seinem mit Spucke befeuchteten Taschentuch meinen Schokoladenbart abgewischt hat ;-) Ich bin aber sicher dass ich diese Vorliebe der Kindergesichtsreinigung mit einem Großteil meiner Generation teile ;-) Ups, jetzt schweife ich ab. 
Nachmittags haben wir die schöne Thuner Innenstadt besichtigt und später sind wir dann hoch nach Goldiwil zu Kais Studienkollegen und dessen Familie gefahren. Sowas von idyllisch. Wieder ein Beitrag aus der reihe: „genauso will ich auch  wohnen!!!“
Bis spät abends haben wir unter anderem einmal mehr die affenstory zum besten gegeben, viel zu viel Wein getrunken und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen ging es dann weiter in Richtung Pellio. Da am Gotthard-Tunnel mehrere Stunden Wartezeit prognostiziert wurden, haben wir eine wunderschöne Passstrecke gewählt … wobei sich der Nufenpass in dickste Regenwolken gehüllt hat. 

Gegen Nachmittag sind wir dann in Pellio angekommen, haben Gas und Strom aktiviert, erstmal einen Kaffee gebraut, die Betten bezogen und es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht. Da wir es irgendwie versemmelt haben, noch etwas einzukaufen, gehen wir heute Abend im Dorf eine Pizza essen *trieft*. Mahlzeit. 

Watteweich

Schön … so ein Vorabend zu einer Reise. Auch wenn diese von der Länge nicht ganz mit dem angebrochenen Sabbatical zu vergleichen ist. Mir wird ganz warm ums Herz. Neben mir liegt ein kleiner Haufen zusammengesuchter Sachen, die darauf warten in ein geeignetes Gepäckstück befördert zu werden, darauf wie üblich … eine Miezekatze. Das ist einfach Tradition. Katzen setzen sich eben gern auf Dinge. Vielleicht spüren Sie aber auch unseren inneren Aufruhr, und haben jetzt Angst, daß wir die nächsten 9 Wochen wieder unterwegs sind. Nee, sind ja bloß 9 Tage.



Morgen früh geht es los. Angeblich das staureichste Wochenende des Jahres. Wir dürfen gespannt sein. Wir wollen jedenfalls in aller Herrgottsfrühe aufbrechen. Aber schauen wir mal, wie viel dieser Vorsatz dann morgen früh um 5 wert ist. Und das auf unserer nagelneuen watteweichen Fluffifluschmatratze.
Kai hat mir gerade mein derzeitiges Lieblingsgetränk gereicht, den Aperol Spritz. Ach wie ich mich freue, am späten pomeriggio in San Fedele (Nachbarort von Pellio) auf der kleinen Piazza sitzen, einen Bianco Sporco trinken und dabei ein paar Nüsschen knabbern … vielleicht einen Abstecher zu George am Comer See machen.

Auf der kleinen Piazza in Pellio gibt es Wifi *grinstfett* … mal schauen, ob ich mich zu dem einen oder anderen kleinen Reisebericht hinreissen lassen kann :-)

Urlaubsgeständnisse

Eigentlich ist es ja bekanntermaßen nichts neues, daß Kai und ich gerne reisen. Um so erstaunlicher, daß so ziemlich jeder entsetzt fragt: „Wie, ihr wollt schon wieder Urlaub machen?“
Kais standardisierte Antwort belehrt dann den Fragenden mit der Behauptung, wir hätten doch in diesem Jahr noch keinen einzigen Tag Urlaub genommen! Per Definition hat er da ja wohl recht ;-)
 
Naja, verdient oder nicht, wir nehmen’s wie es kommt und so werden wir am Samstag erst eine Fahrt durch die Alpen in die schöne Schweiz unternehmen, um dann nach einer Übernachtung bei Kais Freunden weiter in Richtung Pellio zu fahren. Dem Heimatort von Nonno. Dort waren wir ja schon mal zusammen und es ist wirklich sehr schön. Das kleine Dörfchen liegt ganz idyllisch im Val d’Intelvi zwischen dem Luganer und dem Comer See. Zu beiden Seen ist es praktisch gleich weit. Die Lage ist einfach traumhaft. Es gibt ein (gar nicht so kleines) Apartment mit einem wundervollen Blick über das Tal und die Berge. Wir freuen uns sehr darauf.
 
Und wo wir schon dabei sind … für November wird dann wieder Asien angesagt sein. Wir haben einen Flug nach Singapur gebucht. Ich hatte so eine merkwürdige Sehnsucht nach diesem Ort, von dem ich außer den beigegetünchten Krankenhauswänden und weißgekachelten Operationsräumen so gar nichts kenne. Ich bin so neugierig auf das Hawker Food, auf den Singapore Zoo, auf das Leben auf der Straße, Little India und so weiter und so weiter.
Aber zwei Wochen im Stadtstaat könnten vielleicht zu viel sein, daher machen wir noch einen 10-tägigen Zwischenstop im Süden Vietnams.
Kai hat irgendwo gelesen, daß man dort sogar Affen im Restaurant serviert ;-)
 
Es soll ja jetzt Leute geben, die angesichts dieser Planung nur hilflos den Kopf schütteln, wie kann man nur noch mal in ein solches Land fahren, wenn man vom Affen gebissen wurde?
Ich antworte dann (ebenso belehrend ;-) sehr gerne, daß einem in Bad Homburg bei Aldi auch ein Baukran auf den Kopf fallen kann. Und das meine ich überhaupt nicht despektierlich.
 
Freitag Abend sind wir ins benachbarte Offenbach geradelt. Die ganze Strecke am Main entlang. Ich muß unbedingt mal meinen Fotoapparat ins Grenzgebiet mitnehmen. Es gibt dort noch so viel schönes zu entdecken. „Noch“ sage ich, denn die unheilvollen Baukräne schwingen bereits über dem Gebiet und werden in schöner Investorenmanier ein gesichtsloses Gebäude nach dem Anderen über die Industriebrache würfeln. Nur um dann anschließend so ziemlich alles zu zerstören, was diese ehemalige Hafengegend so liebevoll macht.
Naja, als Architektin muß ich da wohl mal meine Klappe halten. Immer noch besser als mitten in Berlin ein Stadtschloss zu errichten ;-)
 
Samstag dann das alljährliche Schweizer Strassenfest. Nach einem kräftigen Regenguss waren wir dort mit ein paar Leuten und haben uns … mal im Kriechtempo, mal im Kontrapost durch die Menschenmenge gegessen und getrunken. Am Ende der Straße war ich fix und fertig. Mein Füßlein hat schon die ganze Woche Zicken gemacht. Dick wird er, weh tut er … doof das.
 
 
Sonntag erst Frühstück mit Milchkaffee und amerikanischen Blaubeerpancakes und später dann zum großen Familientreffen zu den Caminadas nach Idstein. Wir haben ein bisschen über die bevorstehende Hochzeit geplaudert. Auweia … mal schauen, ob wir es schaffen, so wirklich jedem Anspruch gerecht zu werden … hm … wahrscheinlich nicht. Am Ende machen wir es dann einfach so, wie wir es für richtig halten ;-)
 
 
Sonntag Abend dann, als wir zuhause angekommen sind, hat uns ein Berg griechischer Leckereien vor der Tür erwartet. Unser Lohn für zwei Wochen nachbarschaftliches Katzensitten. Unter anderem mindestens 5 Kilo leckere große Fleischtomaten und eine Monsterwassermelone. Yum, yum. Es ist wirklich eine ganz wunderbare Tradition, daß wir uns gegenseitig immer mit Leckerereien aus dem jeweiligen Urlaubsort beglücken, nachdem wir … und das ist ja überhaupt das beste an der Sache … immer gegenseitig auf unsere Miezekatzen aufpassen.

Review, KW 29-30

Momentan ist das Leben einfach so bunt, daß ich gar nicht mehr zum Schreiben komme. Wir sind ordentlich unterwegs und genießen den deutschen Sommer. Am Freitag Abend zum Beispiel waren wir Abends im Günthersburgpark, dort findet nämlich im alljährlich das Stoffelfestival statt. Man kann einfach nur auf einer Decke liegen, mehr oder weniger interessante Darbietungen hören oder anschauen, ein Picknick machen und dabei die Sonne beobachten, wie sie hinter der Menschenmenge versinkt. Auf dem Heimweg, mit dem Fahrrad waren wir unterewegs noch ein Eis essen … und sind abschließend durch die laue Frankfurter Sommernacht nach Hause geradelt. Wahnsinn. So viele Menschen sind draußen und die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich.
Samstag war dann das Sommerfest unseres Büros im Badehaus 3 des Bad Nauheimer Sprudelhofs. Und ich muß sagen, auch dieser Event hätte sommerlicher nicht sein können. Gefeiert wurde draußen, im unten fotografierten traumhaft schönen Innenhof. Die ganze Zeit denke ich, hier würde ich gerne wohnen, ein Höflein, mit einem Brünnlein … was ist nur los mit mir ;-)
Irgendwann saßen wir dann alle mit den Füßen im Wasser und haben den Aperol im Glas im Becken schwimmen lassen. Wie üblich gehöre ich bei Büroevents zu den letzten, die die Veranstaltung verlassen. Gottseisgepriesenundgetrommelt habe ich in der Nacht noch eine Heimfahrgelegenheit gefunden. Ach ja … ich habe mal wieder mit Kleinstelektronik die Partymusik beigesteuert. Nur nichts dem Zufall überlassen ;-)
 
 
Sonntag habe ich mir dann einen Heimattag gewünscht. Ich muß diesen Wunsch ja schon immer lange vorher anmelden, da Kai sonst wieder etwas einfällt, was man dann machen könnte. Daher gewöhne ich mir jetzt an, diese freien Tage terminlich einzuplanen ;-) Und ich muß sagen, so richtig schön war das. Ich konnte meinem Hangover fröhnen und ich habe mich mit leichtem Aufräumen, Wäsche machen und dem unvermeidlichen Stricken beschäftigt. Kai hat sich mit einem Eimer weißen Fensterlack bewaffnet und ist durch die Wohnung gezogen, um die Fensterrahmen hier und da nachzuarbeiten. Die Fensterbauer haben im letzten Jahr ihre Spuren hinterlassen.
Abends haben wir dann noch gegrillt und uns moralisch auf die neue Woche vorbereitet.
 
Dienstag dann das nächste Highlight. Geburtstag in Monsheim bei meiner Freundin Uli. Gefeiert wurde wiederum bei deren Freundin, die ihr Haus in einem dieser wundervollen Gehöfte haben, die es in dieser Weingegend wirklich überall gibt. Ein Traum … schon wieder möchte ich dort einziehen ;-)
Anschließend hieß es mal wieder Abschied nehmen, denn Uli und mein Patenkind fahren schon bald wieder ins weit entfernte Californien. Wird langsam Zeit, daß wir da auch mal wieder hinfahren.  

So, und heute ist nun bereits schon wieder Donnerstag und ich begebe mich nach der Arbeit direkt nach Alsfeld. Mein geliebter Papi war nämlich im Krankenhaus und ich muß unbedingt mal nach dem Rechten sehen. Tschüssn.

Finalwochenende

War das ein Wochenende!!! Einfach schön. Mit ganz lieben Besuch aus dem fernen San Francisco, mit dem wir so wundervolle Stunden verbracht haben … und natürlich geprägt von diesem einzigartigen Finale gestern Abend. 

Wir haben mal wieder im WM-Studio Koerting in Bad Homburg geschaut, dort haben wir auch schon gemeinsam gegen die USA und Algerien gefiebert. Gestern gab es sogar einen fetten Beamer … meine Nerven haben zwischenzeitlich fast schlapp gemacht, ich konnte einfach nicht mehr hinschauen. Die letzten Minuten nach dem Tor waren soooooo spannend … und dann die große Freude. Weltmeister! Yeah! 
Gegen halb zwei waren wir zuhause und konnten nur knapp einem mächtigen Autocorso entgehen. Heute dann auch etwas müde, wofür selbst die Bauherren vollstes Verständnis hatten.
Das Figorakel hat natürlich wieder alles richtig vorhergesagt, sogar die Verlängerung, denn er hat dieses mal sehr lange gebraucht, bis er überhaupt die Schälchen gefunden hat ;-)
Am Ende des Tages gab es neben Streicheleinheiten von Lilo noch ein extra Leckerchen für den Kater … der wirklich ausnahmslos (mit gewissem Interpretationsspielraum ;-) den Gewinner richtig orakelt hat! 

Unlauterer Wettbewerb

Es soll ja Leute geben, die behaupten wir hätten zuviel Zeit … aba aba … alles eine Frage der Priorität ;-) 

Das Figorakel hat heute Abend wieder sehr zuverlässig seine Arbeit getan. Heute musste sich der Kater sogar gegen ein nicht ganz unparteiisches Herrchen behaupten, der ihn während des Empfangs der Vibrationen ständig geärgert hat. Es hat nichts genützt, ein Orakel tut eben auch nur seine Pflicht, um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, hat er das brasilianische Töpfchen gar nicht angerührt. Vielleicht auch aus Respekt? Wir wissen es nicht. Eins ist klar, das Ergebnis ist sowas von eindeutig! 

Anbei noch ein Bild vom Wochenende, als uns Kais früherer Schulkamerad mit Familie besucht hat, die glücklichen waren in Frankfurt auf der Durchreise. Sozusagen auf dem Absprung zum Flughafen, um von dort eine kleine Rundreise durch die USA zu unternehmen … New York, San Francisco … *seufz*